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6. Abschnitt - Kapitel 46 - Ende

Dieses Thema im Forum "Leserunde 'Staub zu Staub'" wurde erstellt von kingofmusic, 23. Juni 2020.

  1. kingofmusic

    kingofmusic Bekanntes Mitglied

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    S. 350 - S. 400; die Leseprobe am Ende des Buches habe ich hier ausgespart :D.
     
  2. Bibliomarie

    Bibliomarie Bronze Mitglied

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    Erst im letzten Abschnitt und vor allem in den Anhängen schließt sich der Kreis. Siem Coburgs Beweggründe werden deutlicher. Er hat Rosa verloren, durch Verrat wurde sie kurz vor der endgültigen Niederlage der Nazis enttarnt und hingerichtet. Eigentlich hätte er an ihrer Stelle sein sollen, aber Rosa hat sich geopfert. Mit diesem Wissen überleben - für Coburg unmöglich.
    Da passt der vage Hinweis über seinen Tod.

    Auch das Kapitel Anselmus wird abgeschlossen, ein kranker Mann, der im Kloster eher vor der Welt flüchtete, als einem religiösen Ruf zu folgen, hat sich als Werkzeug Gottes gesehen um den "schwachsinnigen" Kindern Erlösung zu bringen. Wie viele Täter aus dem kirchlichen Umfeld durfte er seinen Lebensabend in ruhiger Umgebung verbringen.

    Was mit Damian geschieht, ob es zu einer Anklage kommt oder nicht, bleibt eigentlich offen. Auch das ist stimmig, den die Angst vor einem Skandal ließ und lässt bis heute die Institution Kirche oft schweigen und vertuschen.
     
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  3. Yolande

    Yolande Mitglied

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    Erst im Nachgang wird klar, das es sich um reale Personen und Fälle handelt, die der Autor aufgegriffen hat, um verschiedene Vorfälle miteinander zu verbinden. Ich kann jetzt verstehen, dass das Buch ein großer Erfolg in den Niederlanden war, weil diese Themen dort wohl sehr groß in den Medien präsent waren. Ich fand ein bisschen unbefriedigend wie alles endet. Dass Daminanus verhaftet wird, erfährt man nur in einem Nebensatz. Anselmus kann sein Treiben weiter fortsetzen und Coburg begeht Selbstmord. Naja, es passt zu diesem tristen Buch :(
     
  4. wal.li

    wal.li Gold Mitglied

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    Am Schluss wird sehr deutlich, dass das Buch kein Krimi im eigentlichen Sinne ist. Mir bleibt alles etwas zu vage. Wenn man es genau nimmt, hat Siem Coburg dadurch, dass er Damianus' Verhaftung veranlasst, die vermeintliche Mordserie erst ermöglicht. Das passt irgendwie zu der Düsternis des Romans. Genauso wie der vermutliche Selbstmord Coburgs. Ob etwas anders gekommen wäre, wenn er gewusst hätte, dass Rosa krank war?
     
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  5. kingofmusic

    kingofmusic Bekanntes Mitglied

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    Puh, das war doch noch mal ein spannendes und aufschlussreiches Finale.
    Die Diagnose Magenkrebs bei Rosa hat mich nicht überrascht; eine ehemalige Kollegin ist vor einigen Jahren genau daran gestorben :( und hatte die gleichen Symptome...
    Nein, ein Krimi im klassischen Sinne war es wirklich nicht. Aber die Grenzen zwischen Krimi, Kriminalroman und historischem Roman sind hier fließend.
     
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  6. Sassenach123

    Sassenach123 Platin Mitglied

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    Um ehrlich zu sein bin ich nun, nachdem ich weiß, dass das meiste nicht fiktiv war, noch betroffener von der Handlung als vorher.
    Ich habe das Buch sehr gern gelesen, und mir gefällt es wie die Fäden zusammenlaufen. Auch wenn es bedeutet, dass Franko kein Prozess gemacht wird, wobei ich doch hoffe, dass er sich für die Morde verantworten muss. Aber mit ähnlichen Szenarien muss man sich ja auch im wahren Leben auseinander setzen, es geht nicht immer gerecht zu, daher habe ich diese Erwartungen an ein Buch oft gar nicht.
    Seins Selbstmord passt ins Bild, er wäre kein glücklicher Mensch geworden nach all dem was er erlebt hat. Nicht das ich Selbstmord gutheiße, aber es passt zu dem Charakter den der Autor von Siem beschrieben hat irgendwie.
     
  7. Sassenach123

    Sassenach123 Platin Mitglied

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    Bei Rosas Erkrankung dachte ich eigentlich nur an die schlechte Zeit in der sie gelebt hat. Mangelernährung usw, mich hat es echt überrascht.
     
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  8. kingofmusic

    kingofmusic Bekanntes Mitglied

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    Hätte auch sein können; war auch (ehrlich gesagt) mein erster Gedanke. Aber als sie dann nix mehr bei sich behalten konnte, war klar, dass die Sache ernster ist. Und durch meine ehemalige Kollegin...Egal.
     
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  9. claudi-1963

    claudi-1963 Silber Mitglied

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    Erst jetzt wird mir klar, das Teile dieses Buches einen realen Hintergrund haben, nur einige Personen waren fiktiv.
    Das Rosa Magenkrebs hatte und im Grunde gar keine Zukunft ist echt tragisch. Ich weiß es nicht ob es besser gewesen wäre, hätte ihr Vater es Coburg gesagt. Vielleicht hätte er sich dann nicht aufgegeben.

    Coburgs Mut fand ich toll, sich einfach so Damianus gegenüber zu stellen und alle Schuld ihm gegenüber auszusprechen. Nur gut das er seine gerechte Strafe bekommt.

    Ich frage mich nur ob Anselmus mir allem wohl weitergemacht hat oder ob er wirklich nun zum Glauben gekommen ist? Den es sind ja viele Kinder noch später gestorben. Nur gut das Coburg zur richtigen zeit kam, so hat er Anselmus und dem Jungen das Leben gerettet.
     
  10. Barbara62

    Barbara62 Aktives Mitglied

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    Ich bin noch nicht durch mit diesem Abschnitt, aber ich habe schon wieder eine Stelle gefunden, die einfach so nicht stimmt. Ich vermute, es ist eine schlampige Übersetzung.

    S. 370: "Das Mädchen hatte zunächst geschwiegen, weil sie schwanger war, aber als sich herausstellte, dass sie ein Kind erwartete, hat sie ihren Eltern gegenüber seinen Namen genannt."

    Ich nehme an, das müsste heißen: "Das Mädchen hatte seine Schwangerschaft zunächst verschwiegen, aber als es offensichtlich wurde, hat sie ihren Eltern gegenüber seinen Namen genannt."

    Mich stören solche Unsauberkeiten. Es hätte im Lektorat auffallen müssen.
     
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  11. Bibliomarie

    Bibliomarie Bronze Mitglied

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    Ich würde beides bejahen - er hat weiter gemacht und es als göttlichen Auftrag verstanden.
     
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  12. ulrikerabe

    ulrikerabe Bekanntes Mitglied

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    Mich auch. Ich bin nur deutlich milder, wenn mir das Buch gefällt. Wenn nicht, werde ich pingelig. :)
     
  13. ulrikerabe

    ulrikerabe Bekanntes Mitglied

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    14. August 2017
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    Mit den letzten Seiten gibt der Autor dem Buch den Anstrich einer Dokumentation. Im Nachwort erfahren wir, dass ein Fall ungeklärter Todesfälle in einem Kloster en Autor inspiriert hat, die Geschichte zu schreiben, aber die Personen Produkte seiner Fantasie sind.
    Und dass es ihm ein Anliegen war über Krieg und WIderstand zu schreiben.

    Das muss ich dem Buch zu Gute halten: es sind Themen, die nie in Vergessenheit geraten werden dürfen.
     
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  14. Amena25

    Amena25 Aktives Mitglied

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    Das habe ich auch so verstanden - und nicht, dass es sich um reale Personen und Geschehnisse handelt. Das scheinbar Dokumentarische passt aber sehr gut zum Stil des Buchs und wirkt sehr eindrücklich.
    Auch wenn manche Fragen offen bleiben und das Buch mit Krimi falsche Erwartungen weckt, hat es mich doch gepackt.
     
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