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2. Abschnitt - Kapitel 13 - 21

Dieses Thema im Forum "Leserunde 'Staub zu Staub'" wurde erstellt von kingofmusic, 23. Juni 2020.

  1. kingofmusic

    kingofmusic Bekanntes Mitglied

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    S. 76 - S. 149
     
  2. Amena25

    Amena25 Aktives Mitglied

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    Coburg bekommt eine Führung im Kloster, bei der ihm allerdings nicht alles gezeigt wird, was einen gleich misstrauisch werden lässt.
    Erst später wird erklärt, wie er zu dieser Führung kommt. Auch das ist, wie die Zeitsprünge, zunächst etwas verwirrend, gibt aber auch wiederum dem Buch einen ganz eigenen Stil.
    Erstaunt hat mich, dass die Kinder neben Süßigkeiten auch Zigaretten kaufen durften!?
    In diesem Leseabschnitt rücken auch die Klosterbewohner Anselmus und Bruder Felix in den Fokus. Ihre Biographien, aber auch ihr Verhältnis zum Abt und zu anderen Mönchen sind interessant. Mal sehen, wie sich dieser Strang mit Coburg verbindet.
     
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  3. Sassenach123

    Sassenach123 Platin Mitglied

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    Das war damals normal, weiß von älteren Nachbarn, dass es auch in Deutschland niemanden gestört hat. Meist war es für Kinder aber zu teuer, oft wurde daher selbst irgendwas angebaut.
    Für unsere Verhältnisse echt eine Horrorvorstellung, wo wir doch wissen wie schädlich rauchen ist, erst recht für ein Kind in der Entwicklung
     
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  4. Sassenach123

    Sassenach123 Platin Mitglied

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    Bin noch nicht ganz durch mit diesem Abschnitt, fand bisher aber großes Gefallen an Bruder Felix. Er versucht sich dem Abt gegenüber durchzusetzen, die Belange kamen mir sehr vernünftig vor. Beim Abt habe ich bislang ein komisches Gefühl. Die Geschichte um Felix Kriegsgeschichte war sehr ergreifend.
    Coburgs Reaktion als er im Laden die Kampfstiefel hörte, zeigen wie sehr ihn alles geprägt hat. Es muss schrecklich sein, bei alltäglichen Geräuschen direkt an schlimme Dinge erinnert zu werden. Denke da an alte Menschen die bei Sirenen zusammen zucken, ist sicher ähnlich wie bei Siem mit den Schuhen.
    Bin gespannt wie es weitergeht
     
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  5. kingofmusic

    kingofmusic Bekanntes Mitglied

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    Da kann man nur hoffen, dass man den eigenen Kindern als Nichtraucher genug Vorbild ist, dass sie diesen Wahnsinn sein lassen :cool:.
     
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  6. Sassenach123

    Sassenach123 Platin Mitglied

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    Stimmt, das ist zu hoffen! Die Zeiten haben sich ja zum Glück geändert. In meiner Kindheit durften die Kinder ja glücklicherweise nicht mehr rauchen, da ging die Gefahr aber noch sehr stark vom passiv rauchen aus. Meine Eltern haben im Haus, im Auto einfach überall geraucht, ich selbst kann dem gar nichts abgewinnen.
     
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  7. Yolande

    Yolande Mitglied

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    Im Moment ist mir noch nicht so ganz klar, wohin die Geschichte geht. Große Teile dieses Abschnitts sind den Brüdern Anselmus und Felix gewidmet. Bruder Felix finde ich sehr sympathisch, er hat auch Schreckliches durchgemacht , aber seinen Frieden gemacht. Bruder Anselmus hat wohl irgendein Geheimnis und es ist bestimmt nicht nur das, was er Bruder Felix erzählt hat. Ihn finde ich allerdings sehr selbstmitleidig, solche Leute sind furchtbar anstrengend.
    Die Erinnerung von Felix an seinen Aufenthalt in der Nervenheilanstalt sind furchterregend. Diese Stromstoß-Behandlung - mir läuft es eiskalt den Rücken hinunter.
    Ich weiß nicht, ob es Euch auch so geht, aber ich finde das Buch sehr bedrückend. Die furchtbaren Erinnerungen allenenthalben, dann auch noch diese grausige und kalte Wetter, es scheint wohl nie die Sonne.
     
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  8. Yolande

    Yolande Mitglied

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    Diesen Abt finde ich auch schrecklich, ich denke, er wird alles tun, damit die Machenschaften und Zustände in seinem Kloster nicht öffentlich werden. Es war sehr mutig von Felix so offen mit ihm zu reden.
     
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  9. kingofmusic

    kingofmusic Bekanntes Mitglied

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    Das kenne ich. Mein Vater hat geraucht bzw. raucht noch immer (aber weniger als früher), obwohl ich Asthmatiker bin. Allein deswegen lasse ich es sein. Aber passiv rauchen ist ja genauso oder sogar noch schädlicher...
     
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  10. Yolande

    Yolande Mitglied

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    Kenne ich :(. Ich glaube, die meisten aus meiner Generation sind als Passivraucher aufgewachsen. Wenn ich darüber nachdenke: 14 Stunden Autofahrt nach Italien, vorne die Eltern (beide Raucher), hinten drei Kinder und die Fenster durften nicht geöffnet werden, weil es sonst gezogen hätte :confused::mad:
     
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  11. kingofmusic

    kingofmusic Bekanntes Mitglied

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    Hier bilden Text und Cover eine Einheit :). Die Sonne scheint eher in den Herzen der Menschen, die sich um die Aufklärung der Todesfälle bemühen. Also auch in Coburg.
     
  12. kingofmusic

    kingofmusic Bekanntes Mitglied

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    Diesen Satz auf S. 96 fand ich irgendwie bezeichnend für das "Werden" von Coburg:

    ...seine aus Gleichgültikeit entstandene Kaltblütigkeit war dem alles beherrschenden Wunsch gewichen, zu überleben.
     
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  13. Amena25

    Amena25 Aktives Mitglied

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    Ja, ich finde schon auch, dass eine sehr düstere Stimmung vorherrscht, passend zum Cover und zum Titel!
    Von dieser Stromstoß-Methode habe ich aber auch in der heutigen Zeit schon gehört, z.B. zur Behandlung von Depressionen. Allerdings findet das wohl nicht in dieser Art und Weise statt!
     
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  14. Amena25

    Amena25 Aktives Mitglied

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    Von ihm geht wenigstens ein bisschen Optimismus aus. Er hat auch wenigstens den Mut, sich gegen die Umstände zu wehren.
     
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  15. kingofmusic

    kingofmusic Bekanntes Mitglied

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    Der Krieg war ein Monster, das jeden Menschen seines freien Willens und seiner Vernunft beraubte, um schließlich alles und jeden zu verschlingen.
    (S.98)

    Ohne Worte.
     
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  16. Sassenach123

    Sassenach123 Platin Mitglied

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    Ja, genau das meinte ich. Schrecklich, aber für unsere Eltern war es normal :mad:
     
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  17. wal.li

    wal.li Gold Mitglied

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    Ich glaube, der Begriff Kinder ist vielleicht etwas irreführend. Der verstorbene Enkel war ja auch 17 Jahre. Möglicherweise haben sie die Behinderten als Kinder angesehen bis sie das Heim verlassen haben. Darüber wurde noch nichts gesagt, glaube ich, Aber wenn sie niemanden hatten, wurden sie wahrscheinlich nicht mit 18 oder 21 entlassen. Oder ob sie dann woanders untergebracht wurden?
     
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  18. wal.li

    wal.li Gold Mitglied

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    Den Eindruck hatte ich auch schon.
     
  19. wal.li

    wal.li Gold Mitglied

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    Die Menschen in dem Buch tragen alle sehr schlimme Erinnerungen in sich. Das ist nicht ganz leicht zu lesen, aber dennoch spannend.
     
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  20. Bibliomarie

    Bibliomarie Bronze Mitglied

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    In diesem Kloster ist alles verloren gegangen, was sich der Stifter wohl erhofft hat. Die Brüder sind weder ausgebildet, noch willens die Kinder in empathische Obhut zu nehmen. Die einzige Ausnahme ist Bruder Felix, der selbst unglaubliche Schrecken und Verluste erlebt hat. Allein die Schilderung seiner Zwangsheilung mit Elektroschocks lässt mich schaudern.

    Coburg will über das Heim mehr erfahren, den alten Tammens lässt es keine Ruhe, wie sein Sohn gestorben ist. Gezeichnet von Misshandlungen und unterversorgt. Aber mit seiner Tarnung als Journalist kommt er nicht sehr weit, die Baracke der schlimmsten Fälle bleibt verschlossen.

    Der Abt ist wie eine Essenz dessen, was in kirchlichen Einrichtungen schlecht ist. Bigotterie, Hierarchie und Selbstgerechtigkeit - ob er einfach ein schlechter Charakter war oder seine Alkoholsucht das zum Vorschein gebracht hat, ist letztendlich egal. Und die anderen Mönche, bis auf Felix schauen schweigend zu.
    Übrigens habe ich ein Jahr an einer sehr angesehen Klosterschule verbracht. Ich wollte unbedingt als Externe dort hin, weil eine Freundin dort war. Die Schwestern waren ähnlich, untereinander missgünstig und bösartig und zur Mutter Oberin devot. Mit 13 kann man das schon sehr gut erkennen und auch ausnutzen.

    Ich finde das Buch bisher sehr bedrückend und trotzdem fesselnd, sehe es bisher aber nicht unbedingt als Kriminalroman.
     
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