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4. Abschnitt - Kapitel 31 - 38

Dieses Thema im Forum "Leserunde 'Staub zu Staub'" wurde erstellt von kingofmusic, 23. Juni 2020.

  1. kingofmusic

    kingofmusic Bekanntes Mitglied

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    S. 226 - S. 294
     
  2. Yolande

    Yolande Mitglied

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    Coburg ist wirklich ein seltsamer Mensch und mir leider auch nicht besonders sympathisch. Die abscheulichen Schilderungen seiner "Tätigkeit", aber auch die Begebenheiten während des Krieges durch die Deutschen und ihre willfährigen Kollaborateure machen mir das Lesen nicht leicht. Ich bin auch der Meinung, dass hier eigentlich zu viele Themen auf einmal angerissen werden. Ich weiß auch nicht recht, wohin das alles führen soll. Eine Auflösung in allen Fragen kann man von diesem Buch wohl nicht erwarten.
     
  3. Bibliomarie

    Bibliomarie Bronze Mitglied

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    Obwohl ich den Abschnitt noch nicht fertig gelesen habe, muss ich schon einige Gedanken ordnen.

    Zu Coburg habe ich ein zwiespältiges Bild. Die Erlebnisse des Krieges haben ihn geprägt, außer den Liquidationen, die er im Widerstand im Bewusstsein auf der richtiges Seite zu stehen, vollbracht hat, hat ihn auch persönliches Rachebedürfnis zu weiteren Morden geführt. (Der SS-Mann im Gefangenenlager nach dem Krieg) Dann hat er sich eine Rechtfertigung zurecht gebogen. Ich kann das nachvollziehen, deshalb bleibt er auch außerhalb der Gesellschaft.
    Zu sehen, dass viele der Kollaborateure jetzt wieder in amtlichen Uniformen stecken, muss ihn zutiefst verstören.

    In dem Zusammenhang muss man auch sehen, dass verurteilte Deserteure und Kriegsdienstverweigerer aus dem 2. Weltkrieg in Deutschland erst 1998 und 2002 rehabilitiert wurden, in anderen Ländern wird das nicht viel anders gewesen sein. Eigentlich unvorstellbar!

    Ich habe auch den Eindruck, dass er sich Schuld an Rosas Tod gibt. Es war sicher Verrat, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er der Verräter war.

    1949 wollten die Menschen in den Niederlanden, genau wie in Deutschland nur vergessen, sich nicht mit den Geschehnissen und der eigenen Haltung auseinandersetzen. Ich habe das Gefühl, es ist dem Autor sehr wichtig, dass in vielen Szenen hervorzuheben.

    Seine Recherchen gegen das Kloster wirken wie ein aussichtsloser Kampf, er steckt Prügel ein, Haft - aber ein Getriebener kann nicht aufgeben.
     
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  4. Sassenach123

    Sassenach123 Platin Mitglied

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    Er hat schlimme Dinge getan, doch komplett verurteilen kann ich ihn deswegen irgendwie nicht. Eigentlich hatte er ja den Vorsatz den Dienst zu verweigern, weil er nicht an diesem sinnlosen Krieg teilnehmen wollte. Ich glaube der Grad ist schmal, sich auf der einen Seite zu verweigern, versuchen das Richtige zu tun, und dann auf der anderen für den Widerstand dann doch zu morden. Ich glaube wir können es nicht im Ansatz nachempfinden wie diese Zeit gewesen sein muss, und es gab ja auf beiden Seiten schreckliche Taten. Dies gegeneinander aufzuwiegen und als richtig oder falsch einstufen finde ich schwierig.
    Die Geschichte in der Baracke dagegen ist anders, das war in meinen Augen nicht richtig, auch wenn ich seine Wut gegen diesen Menschen verstehen kann.
     
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  5. wal.li

    wal.li Gold Mitglied

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    Puh, den Abschnitt konnte ich nicht an einem Stück lesen. Was Coburg nach dem Krieg macht, ist Mord. Auch wenn man ihn verstehen kann, denn der Getötete hat viel Schuld auf sich geladen.
    Was die Polizei mit Coburg macht ist Folter, solche Methoden sind doch ein no-go. Aber auch über diesen Abt könnte ich mich aufregen, diese Arroganz.
    Coburg scheint fast froh zu sein, dass er den Ort verlassen muss. Er versucht mehr über Damianus herauszufinden. Vielleicht ist der nicht der, der er behauptet.
     
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  6. Sassenach123

    Sassenach123 Platin Mitglied

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    Coburg hat mit seiner Entdeckung das Franko alias Damianus angeblich nach NewYork gereist ist, ein wichtiges Detail herhausgefunden. Nur wie passt das zusammen? Warum ist er nie in den Staaten angekommen, sondern ins Kloster gegangen? Oder ist jemand anders für ihn ausgewandert, während dessen er nun ein neues Leben als Mönch führt?
     
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  7. Amena25

    Amena25 Aktives Mitglied

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    Coburgs Fragen zum Kloster und zu Damianus bringen ihn ins Gefängnis. Man könnte fast meinen, er hätte damit gerechnet, so wie er sich verhält. Wie er dort behandelt wird, ist schrecklich. Aber mir scheint es fast so, als habe er das bewusst provoziert? Irgendwie werde ich nicht so recht schlau aus Coburg. Sein Kampf für Gerechtigkeit, seine Rachgefühle, seine Kaltblütigkeit bei den Liquidationen... Mir scheint, er sucht den Tod.
     
  8. kingofmusic

    kingofmusic Bekanntes Mitglied

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    Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, war er mitverantwortlich für den Kindermord in mobilen Gaskammern, oder? So friedliebend ich bin: da würde ich auch "rot" sehen...
     
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  9. kingofmusic

    kingofmusic Bekanntes Mitglied

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    Da bin ich auch gespannt, was dieser Strang der Geschichte noch liefert. Ich finde den Roman nach wie vor spannend!
     
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  10. kingofmusic

    kingofmusic Bekanntes Mitglied

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    Da bin ich absolut bei dir.
     
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  11. Sassenach123

    Sassenach123 Platin Mitglied

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    Das weiß ich, und es ist eine schreckliche Vorstellung. Ich hätte einen Ausbruch erwartet von Coburg, einen verbitterten Kampf
    Genau das war mein Problem bei seiner Reaktion. Die Wut kann ich nachvollziehen, aber er hat ihn nicht totgeprügelt, was die Wut erklärt, er hat still und leise getötet. Habe mich da wohl unglücklich ausgedrückt:(
     
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  12. kingofmusic

    kingofmusic Bekanntes Mitglied

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    Ja, mich hat es da auch echt gegruselt - bei dem Gedanken daran kriege ich schon (wieder) Gänsehaut.
    Vielleicht wollte er ihm damit zeigen, wie qualvoll so ein Todeskampf sein kann. Wenn er drauflos geprügelt hätte, wäre es schnell(er) gegangen, aber genau das wollte Coburg wahrscheinlich "vermeiden".
    Ich habe dich trotzdem verstanden :cool:.
     
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  13. claudi-1963

    claudi-1963 Silber Mitglied

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    Also in dem Abschnitt hatte ich noch mehr Probleme bei der Geschichte dabei zu bleiben, vor allem bei dem letzten Kapitel. Ich tue mich nach wie vor mit den Zeitsprüngen bzw. Rückblenden schwer. Ich frage mich manchmal was wollte der Autor da erzählen?
    Hier geht es ja wieder mehr um Coburg, als um das was im Heim geschehen ist. Diese vielen Themen und das viele durcheinander der Handlungsstränge macht mir doch sehr zu schaffen. Dazu noch erschweren die vielen holländischen Namen. Nach wievor bin ich der Meinung das dies eher ein historischer Roman und keine Krimi ist. Und ehrlich gesagt wenn ich manches gewusst hätte, hätte ich das Buch sicher nicht gewählt.

    Was der Polizist da mit Coburg macht, ihn einfach der Kälte aussetzt ohne Essen, aber vor allem ohne Trinken fand ich schon heftig. Hier hatte ich echt das Gefühl Coburg würde aufgeben, weil die Sehnsucht nach Rosa zu stark ist. Natürlich macht er sich auch Vorwürfe, aber es ist nun mal so passiert und er wird wohl mit mancher Schuld leben müssen.

    Ich bin mir nicht mal mehr sicher ob Coburg jetzt noch eine Chance hat, den Tod von Tammes Enkel nachzuweisen.
    Das was da mit Rost van Tönningen war, habe ich irgendwie gar nicht kapiert, was das wieder mit der ganzen Sache zu tun hat. Mir ist das einfach zu viel durcheinandergewürfeltes.
    Ich weiß manchmal nicht was dem Autor nun wichtiger ist, die Vorkommnisse des Heims oder was allgemein damals falsch lief?

    Wenn dieser Franko (alias Damianius) nach New York geflohen ist, wer ist dann in Wahrheit dieser Damianius? Oder ist gar ein anderer als Franko ausgewandert? Eigentlich gehört für mich Coburg ebenfalls verurteilt, bei dem was er alles getan hat.

    So quäle ich mich halt durch die letzten paar Kapitel in der Hoffnung das es noch etwas spannender und vor allem aufgeklärt wird.
     
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  14. Barbara62

    Barbara62 Aktives Mitglied

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    Auch in diesem Abschnitt habe ich den toten Siebold zwischendurch ganz vergessen.

    Die Geschichte der ermordeten Kinder in der Ukraine ist unfassbar, steht hier aber viel zu sehr am Rand. Inzwischen überlagern sich bei mir die Schreckensgeschichten so dermaßen, dass ich ihnen gar nicht mehr die nötige Aufmerksamkeit schenken kann.

    Dass Siem nach dem Krieg der Kollaboration verdächtigt wurde, ist tragisch, allerdings nachvollziehbar. Ashoff hat sich auf seine Kosten unverdächtig gemacht, sonst wäre er vielleicht schon während des Krieges als Agent aufgefallen. Nun ist auch klar, dass Siem nicht nur um Rosa trauert, sondern sich auch schuldig fühlt wegen ihres Todes.

    Ob in den nl Gefängnissen 1949 tatsächlich eine solche Willkür herrschte?

    Warum fragt Siem den Priester nicht nach Frankos Aussehen? Warum geht er automatisch davon aus, dass es tatsächlich Damianus war, der auf dem Schiff war? Ich hätte viel eher vermutet, dass Damianus die Identität eines Ausgewanderten angenommen hat. Zumindest hätte Siem diese Möglichkeit mit bedenken müssen. Für mich ist das nicht logisch.
     
  15. Barbara62

    Barbara62 Aktives Mitglied

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    Was mich vor allem stört, ist, dass er ja nicht aus Überzeugung gehandelt hat. In einem früheren Abschnitt wird explizit gesagt, dass er nicht aus Liebe zum Vaterland gehandelt hat, sondern dass die Deutschen ihm gerade recht kamen, um seine Aggressionen abzubauen. Das finde ich äußerst gefährlich. Aus genau diesen Personengruppen rekrutieren Extremisten ihre Mitläufer. Rosas Vater mit seiner Überzeugung ist da ganz anders. Natürlich habe ich keine Sympathie für die meisten von Siems Opfern und ich stehe auf der Seite der Widerständler, trotzdem machen mir solche Menschen wie Siem Angst. Ich habe das Gefühl, er hätte genauso gut auf der anderen Seite stehen können.
     
  16. Barbara62

    Barbara62 Aktives Mitglied

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    ... und zwar nicht nur wegen der Taten, sondern vor allem auch, weil er so gar kein Unrechtsbewusstsein zeigt und sich noch mit seinen Morden brüstet. Trotz allem: Wir wollten nach 1945 einen Rechtsstaat haben und keine Selbstjustiz, ich bin im Zwiespalt.
     
  17. kingofmusic

    kingofmusic Bekanntes Mitglied

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    Ich verstehe, was du meinst. Letztlich hat Coburg der Gesellschaft aber einen Gefallen getan: ein Monster weniger zu versorgen und durchzufüttern...Ich weiß, das Eis ist dünn, auf dem ich mich bewege, aber für Kindermörder und -schänder habe ich NULL Komma NULL Verständnis.
     
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  18. kingofmusic

    kingofmusic Bekanntes Mitglied

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    Ich glaube, diese Willkür gab es nicht nur nach dem Weltkrieg - sie gibt es heute immer noch; weltweit.
     
  19. kingofmusic

    kingofmusic Bekanntes Mitglied

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    Ich merke gerade, dass mich das Buch mehr mitnimmt, als ich mir eingestehen will...
     
  20. Barbara62

    Barbara62 Aktives Mitglied

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    Es ist seltsam, aber mich berührt es viel weniger, als die Themen es erwarten lassen. Durch die enorme Vielzahl geht es nirgends in die Tiefe und kaum lässt man sich auf eine Sache ein, kommt auch schon die nächste. An mir rauscht das Buch somit eher vorbei und das empfinde ich als ausgesprochen schade.
     
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