Der Todesbruder: Thriller (Viktor Puppe, Band 3)

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Todesbruder: Thriller (Viktor Puppe, Band 3)' von Elbel, Thomas
4.65
4.7 von 5 (8 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Todesbruder: Thriller (Viktor Puppe, Band 3)"

Viktor Puppe vom Berliner LKA und sein Partner Ken werden zum Schauplatz eines grausamen Verbrechens gerufen. Auf einem abgesperrten Gelände wurde eine Leiche gefunden, gezeichnet von schrecklichen Verbrennungen. Bei dem Toten handelt es sich um einen Botschafter des Vatikans. Am Tatort finden sie eine römische Ziffernfolge. Bei der Autopsie stellt sich heraus, dass der Mann während der tödlichen Folter zwar bewegungsunfähig, jedoch bei vollem Bewusstsein war. Dann taucht ein weiteres perfide ermordetes Opfer auf, getötet durch unzählige Wespenstiche ... Auch bei diesem werden römische Ziffern gefunden. Ganz offensichtlich hängen die Morde zusammen. Die Ermittlungen führen Ken und Viktor an eine Schule, wo sie jedoch auf eine Mauer des Schweigens stoßen. Und der Mörder hat gerade erst angefangen …

Format:Taschenbuch
Seiten:512
Verlag:
EAN:9783734108617

Rezensionen zu "Der Todesbruder: Thriller (Viktor Puppe, Band 3)"

  1. ,,Lasst alle Hoffnung fahren"

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Nov 2020 

    Dieser 3. Band mit dem Berliner Kommissar Viktor von Puppe und seinen Kollegen ist leider auch der letzte Band. Sehr, sehr schade! Denn was sich Viktor und sein halbjapanischer Kollege Ken Tokugawa so an Dialogen liefern, ist umwerfend. Wenn dann auch noch die ehemalige Kollegin Begüm Duran mitmischt, die inzwischen widerwillig zur Chefin der beiden avanciert ist, sprühen nur so die Funken.

    Viktor und sein Partner Ken werden zu einem grässlichen Leichenfund gerufen. Der Tote weist zahllose Verbrennungen auf und bei der Autopsie stellt sich heraus, dass der Mann während der Folter bewegungsunfähig, jedoch bei vollem Bewusstsein war. Offenbar handelt es sich bei dem Toten um einen Botschafter des Vatikan. Außerdem finden sich am Tatort rätselhafte römische Ziffern. Nur kurze Zeit später wird ein Mann, ein Jesuitenpriester, durch unzählige Wespenstiche getötet. Auch bei ihm findet sich eine römische Ziffernfolge.
    Bald finden Viktor und Ken heraus, dass es sich um Textstellen aus Dantes Göttlicher Komödie und der dortigen Darstellung des ,,Inferno" handelt und es lassen sich eindeutige Parallelen zu den mittelalterlich anmutenden Tötungsarten herstellen. Durch die Textstellen verdichten sich die Hinweise, dass es sich bei dem Täter um ein Missbrauchsopfer handelt könnte, das sich nun auf grausame Weise rächt. Viktors und Kens Ermittlungen führen sie an ein Jesuitenkolleg, wo sie aber auffallend wenig Unterstützung und Information bekommen....
    Die einzelnen Kapitel rücken immer wieder andere Figuren in den Fokus, auch der Täter selbst kommt zu Wort. So baut sich ein geschickt konstruierter Spannungsbogen auf, der durch so manche überraschende Wendung noch raffinierter wird.
    Nur der Zeitsprung am Ende fügt sich so gar nicht organisch in das Handlungsgefüge ein und konnte mich nicht so recht überzeugen. Er wirkt wie ,,angeklebt" und setzt der Reihe leider auch einen Schlusspunkt, was, wie schon erwähnt, wirklich bedauerlich ist. Gerne hätte ich das Trio noch bei ein paar weiteren Fällen begleitet.

  1. Wenn Dantes Höllenqualen zur Realität werden

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 03. Nov 2020 

    Berlin im Winter 2018/2019: Auf die Kommissare Viktor von Puppe (36) und Kenji Tokugawa (38) wartet in der Hauptstadt ein neuer Fall. Kurz hintereinander werden die Leichen von zwei Männern gefunden, die auf grausame Weise getötet wurden. Bei dem einen handelt es sich um einen Botschafter des Vatikans, bei dem anderen um einen Jesuitenpater. Die Mordopfer haben nicht nur gemeinsam, dass sie beide aus dem Umfeld der katholischen Kirche kommen, sondern auch die Tatsache, dass an den Tatorten jeweils eine römische Ziffernfolge entdeckt wird. Noch während die Polizisten ermitteln, was es damit auf sich hat und warum die beiden Kirchenmänner sterben mussten, wird klar: Die ersten Morde sind nur der Beginn einer brutalen Serie…

    „Der Todesbruder“ ist der dritte und finale Band der Viktor-Puppe-Reihe von Thomas Elbel.

    Meine Meinung:
    Der Roman besteht aus 14 Kapiteln, die nach den entsprechenden Wochentagen benannt und in verschiedene Abschnitte unterteilt sind. Eingerahmt werden diese durch einen Prolog und einen Epilog, wobei Letzterer in der zehn Jahre entfernten Zukunft spielt. Erzählt wird aus der Sicht unterschiedlicher Personen, unter anderem auch in der Ich-Perspektive aus der Sicht des Täters. Der Aufbau ist sorgfältig durchdacht und funktioniert gut.

    Sehr gut gefallen hat mir der Schreibstil, der vor allem in sprachlicher Hinsicht durch Variantenreichtum positiv aus dem Genre hervorsticht. Umgangssprache und derbere Ausdrücke, oft eingebettet in amüsante Dialoge, wechseln sich ab mit einem gehobeneren Wortschatz.

    Der aktuelle Fall ist der dritte Band der Trilogie, wobei sich dieser Teil der Reihe auch ohne Vorkenntnisse lesen lässt, weil viele Zusammenhänge kurz erläutert werden. Dennoch empfehle ich, mit den beiden Vorgängerbänden anzufangen.

    Wie schon in den ersten zwei Teilen stehen die Ermittler Viktor Puppe, Ken Tokugawa und Begüm Duran vom Berliner LKA im Vordergrund. Die vielschichtigen, ganz unterschiedlichen und interessant angelegten Charaktere ergeben auch dieses Mal ein ungewöhnliches Trio, das wieder einmal viel Sympathie bei mir gewinnen konnte. Die Nebenfiguren sind erstaunlich zahlreich, aber lassen sich dennoch gut zuordnen.

    Ein großer Pluspunkt des Thrillers ist die darin investierte Recherchearbeit. Der Geschichte ist immer wieder anzumerken, dass der Autor die in Berlin real existierenden Schauplätze kennt. Zudem ist es ihm, wie schon in Band 1 und 2, gelungen, eine interessante und kreative Hintergrundthematik einzuarbeiten. Dieses Mal spielt vor allem Dantes „Göttliche Komödie“ eine wichtige Rolle. Die Lektüre wird dadurch nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich.

    Trotz der mehr als 400 Seiten bleibt die Geschichte fesselnd und temporeich. Die Auflösung des Falls ist schlüssig und nicht so leicht vorhersehbar. Die Handlung ist recht komplex und bietet mehrere Wendungen. Enttäuscht hat mich allerdings der Epilog, der den Schlusspunkt hinter die Reihe setzen soll, für meinen Geschmack aber zu albern und unglaubwürdig ausgefallen ist. Auch das Ausmaß und die Dimensionen der äußerst grausamen Mordserie, die sich nicht für zartbesaitete Leser eignet, war mir zum Ende hin ein wenig zu viel.

    Das Cover passt gut zu den Vorgängerbänden und hat einen Bezug zum Inhalt. Auch der prägnante Titel ist treffend gewählt und fügt sich prima in die Reihe.

    Mein Fazit:
    Mit „Die Todesbotin“ knüpft Thomas Elbel an die Qualität der beiden Vorgängerbände der Thrillerreihe um den Ermittler Viktor Puppe an. Auch der finale Band sorgt für spannende Lesestunden mit intelligenter Unterhaltung und ist damit eine empfehlenswerte Lektüre.

  1. Leider doch nur eine Trilogie...

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 30. Okt 2020 

    Viktor Puppe vom Berliner LKA und sein Partner Ken werden zum Schauplatz eines grausamen Verbrechens gerufen. Auf einem abgesperrten Gelände wurde eine Leiche gefunden, gezeichnet von schrecklichen Verbrennungen. Bei dem Toten handelt es sich um einen Botschafter des Vatikans. Am Tatort finden sie eine römische Ziffernfolge. Bei der Autopsie stellt sich heraus, dass der Mann während der tödlichen Folter zwar bewegungsunfähig, jedoch bei vollem Bewusstsein war. Dann taucht ein weiteres perfide ermordetes Opfer auf, getötet durch unzählige Wespenstiche ... Auch bei diesem werden römische Ziffern gefunden. Ganz offensichtlich hängen die Morde zusammen. Die Ermittlungen führen Ken und Viktor an eine Schule, wo sie jedoch auf eine Mauer des Schweigens stoßen. Und der Mörder hat gerade erst angefangen…

    Einerseits ärgere ich mich häufig, dass es kaum noch Einzelbände gibt, andererseits haben Reihen doch auch ihren ganz eigenen Reiz. So entwickeln sich die Charaktere im Verlauf, und nach einiger Zeit kann es Spaß machen, ihnen in regelmäßigen Abständen wiederzubegegnen. So erging es mir hier - und tatsächlich hat mir dieser dritte Band der Reihe am besten gefallen, denn hier stimmte für mich einfach alles. Um so bedauerlicher, als sich am Schluss des Buches der Verdacht erhärtete, dass die Reihe hiermit ein Ende hat - und leider hat der Autor dies bestätigt. Wirklich schade!

    In diesem letzten Band der Trilogie geht es um eine brutale Mordserie, bei der alle Opfer nach einem anderen Modus Operandi getötet werden. Doch anhand einiger Indizien ist schnell klar, dass die Mordfälle zusammengehören und dass der Mörder zu allem entschlossen scheint. Der italienische Dichter Dante Alighieri mit seiner berühmten Göttlichen Komödie scheint hier persönlich Regie zu führen - und den Ermittlern des Berliner LKA mit Viktor (von) Puppe und Ken Tokugawa bieten sich diverse Anblicke des Grauens.

    Doch stets scheint ihnen der Mörder einige Schritte vorauszueilen, und den Ermittlern bleibt nur, hinter ihm aufzuräumen. Die Spur führt in Richtung der katholischen Kirche und einer ihr angegliederten Schule, doch eine Mauer des Schweigens sorgt dafür, dass die Erkenntnisse nur spärlich fließen. Gut nur, dass Viktor von Puppe in seiner Vergangenheit eine umfassende humanistische Bildung genossen hat. Auch wenn sein Kollege Ken es nicht müde wird zu betonen, dass ihm die 'Klugscheißerei' auf den Senkel geht, ist es Viktor, der auf Hinweise stößt, die die Ermittlungen letztendlich vorantreiben.

    Ein Nebenschauplatz, von dem Viktor und Ken zunächst nichts ahnen, entpuppt sich zunehmend als mindestens genauso spannend und bedrohlich. Stella, die kühle, unnahbare, sexfreudige Rechtsmedizinerin mit dem unbedingten Drang zur Unabhängigkeit, spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Dabei kommt ihr Begüm Duran, die dritte im Bunde der Ermittler, auf die Spur, und durch einen ihrer typischen Alleingänge gerät dann plötzlich alles in eine gewaltige Schieflage.

    Durch meine (doch nicht so häufig vergebene) 5-Sterne-Wertung wird ja schon deutlich, dass mich der Thriller begeistern konnte. Da wären zum einen die mittlerweile bekannten Charaktere, die sich doch deutlich entwickelt haben und deren Miteinander hier einfach nur Spaß macht. Zum anderen fand ich den Plot sehr intelligent gestrickt, die Plottwists sehr überraschend gesetzt und die Mischung aus Spannung, interessanten Informationen und Humor äußerst gelungen. Besonders die 'Kodderschnauze' von Ken Tokugawa sorgte immer wieder für eine Aufheiterung in dem ansonsten doch recht düsteren Geschehen...

    Zartbesaitet darf man hier definitiv nicht sein - an ein oder zwei Stellen blieb mir tatsächlich der Mund offen stehen. Wer sich jedoch nicht so leicht schockieren lässt, dem sei dieser Thriller (die Reihe) dringend ans Herz gelegt!

    © Parden

  1. Gelungene Fortsetzung

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 26. Okt 2020 

    Der grausame Mord an einem Monsignore in Berlin erschüttert die Stadt. Die am Tatort aufgefundene römische Ziffernfolge findet sich auch bei weiteren Opfern. So kann relativ schnell der Zusammenhang zwischen den Todesfällen hergestellt werden. Aber was haben die grausamen Morde mit der katholischen Kirche und den weiteren Opfern zu tun? Auffällig ist, dass die Opfer alle grausamst gefoltert wurde. Jedes Todesopfer ist auf eine andere Art und Weise getötet worden und bei jedem Opfer gibt es einen literarischen Bezug.

    Die Besonderheit der Fälle ruft das Berliner LKA mit Victor Puppe und Ken Tokugawa auf den Plan. Begüm Duran, die dritte im Bunde, ist mittlerweile zur Teamleiterin aufgestiegen. Die verschiedenen Charaktere der Ermittler passen genau in diesen Fall. Victor, der auf fast alles eine Antwort weiß, der relativ schnell den Bezug zu den römischen Ziffern herstellen kann, agiert mit Ken, der durch seine rotzfreche Art den überheblichen Würdenträgern oftmals den Wind aus den Segeln nimmt. Dazwischen Begüm, die ja nun plötzlich Chefin ist und das auch sein will. Rasant entwickelt sich die Handlung, die Morde sind sehr grausam. Die Ermittler laufen zu Hochtouren auf und werden doch immer mal wieder an der Nase herumgeführt. Und da ist Stella, die ja schon in den ersten Fällen in ihrer Rolle als Gerichtsmedizinerin aufgefallen ist. Sie läuft hier zu Hochtouren auf.

    Aber es gibt auch Situationen in diesem Buch, die durchaus Humor haben. Das ist vor allem Ken und seiner Kodderschnauze zu verdanken. Spätestens an dieser Stelle merkt man genau, dass das Buch in Berlin spielt.

    Für mich war dieser dritte Teil der spannendste Teil von allen. Thomas Elbel hat die Ereignisse in einem Tempo geschrieben, das einem beim Lesen sprachlos machte. Auch die Dialoge zwischen den Protagonisten haben mir immer mal wieder ein Lächeln eingebracht. Trotz allem ist das Buch nichts für Zartbesaitete.

    Von mir gibt es wieder eine unbedingte Leseempfehlung mit obiger Einschränkung und natürlich verdiente fünf Lesesterne.

  1. Ein hervorragender Thriller

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 21. Okt 2020 

    Viktor Puppe und sein Partner Ken haben es mit einem grausamen Mord zu tun. Auf einem abgesperrten Gelände wurde eine Leiche mit schrecklichen Verbrennungen gefunden. Am Tatort befindet sich eine römische Ziffernfolge. Es stellt sich heraus, dass das Opfer ein Botschafter des Vatikans war. Bei der Obduktion ergibt sich, dass das Opfer bei vollem Bewusstsein gefoltert wurde. Dann taucht ein weiteres Opfer auf, das auf perfide Weise ums Leben kam.

    Dies war bereits der dritte Band aus der Reihe um Viktor und Ken vom LKA Berlin. Für mich war es der erste Fall, doch ich hatte keinerlei Schwierigkeiten, mich einzufinden. Allerdings finde ich es super schade, dass ich die ersten beiden Bände noch nicht kenne, da mir dieser Teil hervorragend gefallen hat.
    Der Schreibstil war leicht verständlich und absolut mitreißend. Ich war von der ersten Seite an total gefesselt und konnte das Buch nur sehr schwer aus der Hand legen. Die Beschreibungen waren klar und bildhaft, was sich insbesondere bei den perfiden Tötungsarten zeigte, die ich ganz klar vor Augen hatte.
    Die Charaktere wurden sehr gut ausgearbeitet. Sie besaßen individuelle Eigenschaften, wodurch ich sie sehr gut auseinanderhalten konnte. Ich habe klare Bilder von ihnen vor Augen gehabt. Viktor hat mir mit seiner intelligenten und überlegten Art sehr gut gefallen. Er machte einen äußerst kompetenten Eindruck. Auch die Einblicke in sein Privatleben gefielen mir und rundeten seinen Charakter sehr gut ab. Sein Kollege Ken hat es mir aber besonders angetan, denn er war einfach nur klasse. Sehr offen und ehrlich und dabei immer direkt und laut heraus. Herrlich. Er hat ausgesprochen, was er dachte und das hat mich mehr als einmal zum lauten Lachen gebracht. Die Sprüche von ihm waren super und sein Humor hat bei mir genau ins Schwarze getroffen. Aber auch die weiteren Charaktere waren anschaulich und riefen Sympathie, Antipathie oder Misstrauen hervor. So soll es sein.
    Der Fall war sehr gut durchdacht und für mich sehr undurchsichtig. Die perfiden Morde fand ich sehr interessant und auch der Bezug zur Katholischen Kirche und deren Einrichtungen fand ich stimmig. Der Grund für die Morde zeichnete sich nach und nach ab und hat mich sehr betroffen gemacht. Doch auch wenn die Hintergründe klarer wurden, blieben der Täter und sämtliche Zusammenhänge bis zum Ende verborgen. Ich hatte somit ausreichend Möglichkeiten für meine Gedanken und Überlegungen. Die Spannung war durchgängig vorhanden und steigerte sich immer mehr.

    Ein hervorragender Thriller, der mich von Anfang bis Ende gefesselt hat. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

  1. Wenn die Erde zur Hölle wird

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 20. Okt 2020 

    "Warum die Hölle im Jenseits suchen? Sie ist schon im Diesseits vorhanden, im Herzen der Bösen." (Jean-Jacques Rousseau)
    Eine grausame Mordserie erschüttert Berlin, der Täter richtet seine Opfer allesamt mit einem brutalen Ritual. Sein erstes Opfer finden die Ermittler Victor Puppe und Kenji (Ken) Tokugawa vom LKA 11 in einer ehemaligen Eisfabrik. Dort wurde ein hochrangiger Geistlicher bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Auffällig am Tatort sind lediglich eine Reihenfolge römischer Ziffern, die Victor neugierig machen. Doch was hat es mit diesen Ziffern auf sich? Erschreckend ist, dass er sein Opfer bei lebendigem Leib angezündet hat. Als der nächste Geistliche an zahlreichen Wespenstichen tot aufgefunden wird, ist klar, dass es hier ein Zusammenhang geben muss. Dass der Mörder allerdings erst mit seiner Rache begonnen hat, ahnen sie bis dahin nicht. Interessant wird es, als ihre Spur sie zum Loyola-Kolleg führt.

    Meine Meinung:
    Das Cover mit der Wespe aus der blutigen Wunde hat mich beeindruckt und es passt gut zu den beiden Bänden davor. Der Schreibstil ist diesmal etwas anspruchsvoller, insbesondere weil es hier rund um die "Göttliche Komödie" von Dante Alighieri, einem italienischen Dichter aus dem Mittelalter geht. In diesem Werk reist der Dichter in die Hölle, die nach seinen Vorstellungen ein riesiger Trichter darstellt. Dort werden die Sünder nach der Schwere ihre Taten eingeteilt und gefoltert. Diese Foltermethoden benutzt der Täter hier in diesem Buch, was gleichzeitig interessant, doch überaus bestialisch ist. Selbst wenn der Autor es im Buch vereinfacht, ist die Sprache Dantes nicht immer gut verständlich. Doch die Idee selbst fand ich schon bemerkenswert und passt vor allem hervorragend zum hochintelligenten Ermittler Victor von Puppe. Ebenfalls markant waren erneut die Settings der Tatorte, die der Autor in allen seinen Krimis bisher immer explizit in Berlin sucht und detailliert beschreibt. Dadurch konnte ich mich mir wieder alles bildlich sehr gut vorstellen. Der Spannungsbogen beginnt etwas flacher, steigt jedoch kontinuierlich bis zum gewaltigen Showdown am Ende an, das mich schockiert hat. Da die meisten Opfer einen geistlichen Hintergrund aus der katholischen Kirche haben, ist mir recht schnell bewusst, was damals passiert sein muss. Doch der ganze Plot entwickelt sich als noch spektakulärer. Zudem kommt ein weiterer Fall hinzu, der zu Victors Familie führt. Gut gefallen haben mir wieder die Protagonisten, die der Autor hier allesamt sehr gut durchdacht hat. Dass die Ermittler so unterschiedliche Kulturen haben, passt sehr gut zu Multikultistadt Berlin. Victor und Ken sind inzwischen ein eingespieltes Team. Es fehlt natürlich auch diesmal nicht Kens Humor, der mir mitunter fast zu übertrieben war. Begüm Duran mittlerweile befördert, hat sich dagegen zu Guten verändert. Sie ist ruhiger und disziplinierter geworden. Jedoch wenn sie sich mit Gerichtsmedizinerin Stella Samson anlegt, dann fliegen die Fetzen. Allerdings, ihre Alleingänge haben sich nicht geändert. Was mir jedoch nicht so gefallen hat, ist das Ende des Buches. Zum einen war es mir etwas zu flott zusammengefasst und es fehlte mir dann doch ein wenig die Ernsthaftigkeit des Ganzen. Diese zusammengefasste Slapsticknummer war mir dann doch etwas zu viel des Guten und zudem blieben bei mir einige Fragen offen. Dass dies nun nach 3 Büchern wirklich das Ende des Teams sein soll, stimmt mich etwas traurig. Von mir gibt es 4 von 5 Sterne für diesen Band.

  1. Göttliche Tragödie

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 17. Okt 2020 

    Kommissar Viktor Puppe, von seinem Kollegen Kenji Tokugawa gerne mal als Besserwisser bezeichnet, bekommt es mit einem Mord zu tun, dessen Grausamkeit jede Phantasie übersteigt. Bis ein zweites Opfer gefunden wird. Zunächst scheint der einzige Zusammenhang in einer Folge römischer Ziffern zu bestehen, welche beiden Leichen beigegeben waren. Die ehemalige Kollegin und jetzige Chefin der Beiden Begüm Duran hat einen anderen Ermittlungsansatz, welcher sie zu einem beruflichen Wettstreit mit der Gerichtsmedizinerin Stella Samson führt. Viktor und Ken sind also meist zu zweit auf der Suche nach dem Täter. Dabei führt eine Spur an eine renommierte Schule.

    In diesem Band ermitteln Viktor (von) Puppe und Kenji Tokugawa zum dritten Mal. Die beiden Kommissare müssen eine Reihe von Todesfällen aufklären, für die sie ihre ganzen Fähigkeiten brauchen. Besonders Viktor mit seinem Allgemeinwissen kann einige Teile des Puzzles zusammenfügen. Doch ohne Kenji würde er nicht so richtig vorankommen, auch wenn Kenjis loses Mundwerk nicht immer passend, aber meistens treffend funktioniert. Die gewitzte, aber manchmal aufbrausende Begüm fehlt manchmal. Sie muss sich noch auf ihrem neuen Chefposten zurechtfinden und einige Seminare besuchen. Und dann ist da noch ihre Rivalität zu Stella, die sie in unwegsames Gelände führt.

    Dieser klug aufgebaute Thriller fesselt so, dass man ihn nach einiger Zeit nicht mehr aus der Hand legen mag. Die drei Ermittler sind einem aus den vorherigen Bänden ans Herz gewachsen und so einiges, was sie hier erleben müssen, ist auch für die erfahrenen Ermittler nicht leicht zu ertragen. Einiges, was man sich als Leser nicht allzu genau vorstellen möchte, was aber dazu beiträgt, in jedem Moment wissen zu wollen, wie es auf der nächsten Seite weitergeht. Der Fall erweist sich als äußerst spannend und auch die Geschichte Viktors, Kenjis und Begüms wird so weitererzählt, dass man gebannt folgt. Ob jede Wendung den Geschmack trifft, muss natürlich jeder selbst entscheiden, aber insgesamt ist dieser Roman sehr spannend und interessant. Ein toller Abschluss für ein tolles und liebenswertes Team.

  1. Hochspannung mit Humor

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 15. Okt 2020 

    Eine neue Mordserie hält Berlin in Atem, bei der Kirchenmänner grausam zugerichtet werden. Viktor von Puppe und sein skurriles Team sind alarmiert. Die Morde sind kunstvoll inszeniert und auf bizarre Weise poetisch. Thomas Elbel verfolgt hier eine wirklich abgefahrene Idee, eigentlich sogar mehrere.

    Dies ist wohl der grausamste, originellste und überraschendste Teil der Reihe. Der Autor brennt hier ein Feuerwerk ab. Nie waren die Morde ekelhafter, ein Fall verwirrender und die Dialoge witziger. Das bekannte Ermittlerteam hat deutlich an Profil gewonnen. Ken läuft zu Höchstform auf, was flapsig komische Sprüche angeht, Viktor gibt gekonnt Contra und Begüm ist eben Begüm.

    Hier weiß man nie was passiert und wird ständig mit Unerwartetem konfrontiert. Gegen Ende fragt man sich gar, wer das Inferno überleben mag.
    Geschickt werden hier die aktuellen Mordfälle mit der Rahmenhandlung und der persönlichen Geschichte der Ermittler verknüpft, die einem inzwischen ans Herz gewachsen sind. (Jedenfalls fast alle. Stella und ich werden in diesem Leben keine Freunde mehr, aber gut, man muss nicht mit jedem befreundet sein.)

    Dieses Buch bietet höchst lebendiges Berlin, live und in Farbe, Humor, schräge Typen, Hochspannung und eine Überraschung nach der nächsten. Lesen!