Die Frau, die liebte: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Frau, die liebte: Roman' von Janet Lewis
5
5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Frau, die liebte: Roman"

Gebundenes Buch
"Dieser Roman gehört mit zum Besten, was die amerikanische Literatur zu bieten hat." Vikram Seth

Als Martin Guerre nach langjähriger, rätselhafter Abwesenheit endlich zu seiner Frau zurückkehrt, ist Bertrande de Rols, eine Frau von 30 Jahren, von Sinnen vor Glück. Der inzwischen zehnjährige Sohn weicht dem Vater nicht mehr von der Seite, das Gut blüht auf, die große Familie ist wieder vereint. Acht Jahre lang hatte Bertrande sich gesehnt, hatte gebangt und gezürnt, war weder Witwe noch frei gewesen, und jetzt - endlich - kann sie sich hingeben. Der Liebe, ihrer Sinnlichkeit, seinem Begehren. Welcher Dämon treibt ihr plötzlich Zweifel ins Herz? Ist der Mann, den sie liebt, wirklich Martin? Hin- und hergerissen zwischen ihrer Sehnsucht nach Zugehörigkeit und einer düsteren Ahnung, entfesselt sie eine richterliche Untersuchung - und eine Tragödie.

Mit einem Nachwort von Judith Hermann

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:136
EAN:9783423281553

Rezensionen zu "Die Frau, die liebte: Roman"

  1. Ein Kleinod

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 22. Aug 2020 

    Warum habe ich noch nie von Janet Lewis gehört? Warum habe ich nie eins ihrer Bücher gelesen? Sie ist eine Ausnahmeautorin und hat ein ganz besonderes Buch geschrieben. Vermutlich sogar mehrere, das werde ich herausfinden.

    „Die Frau, die liebte“ ist ein historischer Roman von ganz besonderer Güte. Es geht mitten hinein ins Frankreich des 16.Jhd., eine Familie von Großbauern verheiratet zwei Kinder, Martin und Bertrande sind beide elf Jahre alt.

    Detailreich und einfühlsam wird hier eine längst vergangene Zeit lebendig, Ambiente, Figuren und Gebräuche werden einem wie ein Film vor Augen geführt.

    Später entwickelt sich das Ganze sogar noch zu einem verzwickten Familiendrama. Ist der Mann, der nach elf Jahren wieder auf den Hof kommt, tatsächlich Martin? Bertrande hat Zweifel.

    Dieses Buch ist eine Entdeckung und ein Kleinod, ein Klassiker, der (In den 40er Jahren geschrieben) kein bisschen verstaubt wirkt, sondern im Gegenteil, ein historisches Thema zu einem Thriller entwickelt, der zudem noch großartig erzählt ist.
    Ich bin begeistert.

  1. ...nichts als die Wahrheit...

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 31. Dez 2019 

    An einem Vormittag im Januar 1539….
    Bertrande de Rols ist 11 Jahre alt, als sie mit dem gleichaltrigen Martin Guerre verheiratet wird. Mit 14 Jahren beginnen sie miteinander zu leben. Doch als junger Mann verlässt Martin das Elternhaus, seine Frau und seinen mittlerweile geborenen Sohn. Die Heimkehr nach vielen Jahren der Sehnsucht erfüllt Bertrande voller Glück. Doch dieses Glück hält nicht lange an, denn dieser Mann ist so ganz anders als Martin je war. Voller Zweifel löst Bertrande ein Geschehen aus, das sie letztlich nicht mehr beeinflussen kann.
    Schon 1941 hat die amerikanische Autorin Janet Lewis den Roman „Die Frau, die liebte“ verfasst. Einer der berühmtesten Rechtsfälle Frankreichs diente ihr als Vorlage. Die Schriftstellerin, die hauptsächlich Gedichte schrieb, bedient sich auch in diesem sehr kurzen Roman einer dichten, lyrischen Sprache. Sie verweilt bei der Beschreibung eines brennenden Holzscheits, eines ausgeprägten Gesichts, der alltäglichen harter Hände Arbeit
    Janet Lewis schreibt aber auch von einer Zeit, in der Frauen ihren Männern untergeordnet waren und Söhne ihren Vätern. Der Sohn flieht nach einem Streit mit dem Vater aus dessen strengen Regiment über Haus und Hof. Martin verlässt aber auch Bertrande „als ihre Schönheit und Jugend auf dem Höhepunkt waren“, lässt sie beschämt und verletzt zurück.
    „…und wenn er zurückkam, falls er denn nach dem Tod seines Vaters zurückkam, wäre seine Autorität so groß wie jetzt die seines Vaters, und ein Aufbegehren gegen die Behandlung, die sie von ihm erfahren hatte, wäre dann in höchstem Maße unangemessen.“
    Und die Rückkehr ist spektakulär. Die Tage sind voller Freude und Zärtlichkeit. Mit jedem Tag mehr allerdings wachsen Bertrandes Zweifel an der Identität des Heimkehrers. Es ist ein unerhörtes Dilemma, ein quälende moralische Frage, die Bertrande beantworten muss. Den Schein und damit nicht nur ihr Glück, sondern auch das vieler anderer zu wahren? Oder die Wahrheit um der Wahrheit willen aufzudecken? Richtig zu handeln, Recht zu haben? Zeitlos ist diese Frage, immer noch.