Die stille Bestie: Thriller

Rezensionen zu "Die stille Bestie: Thriller"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 18. Jul 2016 

    Spannend, nervenaufreibend und aufregend

    Mit dem Unfall, der an einem regnerischen Morgen in Wyoming passierte, hatte niemand gerechnet, aber es schien bis auf den Fahrer niemand verletzt zu sein. Als jedoch der Sheriff einen Blick durch Zufall in den geöffneten Kofferraum eines unbeteiligten Wagens wirft, stockt ihm der Atem. Hier liegen verschiedene Leichtenteile und keines der Opfer kann identifiziert werden, da der Täter alle Merkmale, die zu einer Identifizerung hätten führen können, entfernt hatte. Der Täter ist schnell gefasst und fällt durch sein besonderes, selbst bestimmtes und kontrolliertes Agieren in der Haft auf. Jedoch ist er zu keiner Aussage bereit. Lediglich mit Robert Hunter würde er reden. Der Profiler Robert Hunter ist schon fast auf dem Weg in den Urlaub, als er einen unverhofften Anruf vom FBI erhält, mit der Bitte um Unterstützung. Auf einem Foto des Verdächtigen erkennt er seinen ehemaligen Studienfreund Lucien Folter. In einem ersten Gespräch mit ihm tischt dieser Robert eine haarsträubende Geschichte auf, wie er in diese Lage gelangt ist. Schnell wird klar, dass sie von Lucien getäuscht wurden. Im Gegenteil, je mehr Robert mit Lucien spricht, um so klarer wird, dass er einem extremen Massenmörder und Psychopathen gegenüber sitzt, der alle seine Taten genauestens geplant hat. Nun sind alle auf der Spurensuche nach den weiteren Opfern.

    Soviel zum Buch, ohne zu viel zu verraten. Das weitere Geschehen und Fortkommen in dem Buch wird zum Wettlauf mit der Zeit und der Leser "läuft" mit. Ich habe schon lange kein Buch mehr so intensiv gelesen, immer mit dem Ziel noch mehr zu schaffen und unbedingt vorwärts zu kommen. Mit psychologischer Raffinesse wird die Spannung von Kapitel zu Kapitel gesteigert. Je weiter fortgeschritten die Handlung, umso klarer wird, wie sehr Lucien das FBI manipuliert und für seine Zwecke benutzt.
    Auch das Finale hat es in sich und überrascht noch einmal.
    Von mir eine absolute Empfehlung - ich vergebe verdiente 5 Sterne.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 12. Sep 2015 

    Gerechtigkeit

    Zum ersten Mal seit Jahren hat Dr. Robert Hunter ein Flug in den Urlaub gebucht. Bevor es jedoch losgehen kann, bekommt er einen Anruf. Sein Zimmerkamerad und Freund aus Uni-Zeiten ist unter einem unglaublichen Verdacht verhaftet worden und will nur mit Hunter sprechen. Zunächst sieht es so aus als brauche Lucien Hunters Hilfe, um seine Unschuld zu beweisen. Doch nachdem er Hunter und die FBI-Agentin Courtney Taylor an einen Ort geleitet hat, an dem verschiedene Hinweise zu finden sind, wird klar, dass Lucien Folter eine schieren Horror verbreitende Mordserie begangen hat.

    Ein Fall, der Dr. Robert Hunter in seinem Innersten trifft. Kaum zu glauben, dass jemand, den man für einen Freund gehalten hat, sich so radikal verändern kann. Äußerst manipulativ und mit extremen schauspielerischen Können lenkt Folter die Ermittlungen. Die grausamen und ekelhaften Details, die nach und nach zu Tage kommen, lassen einen erblassen. Nicht nur Hunter kommt an die Grenze dessen, was noch erträglich ist. Konfrontiert mit seiner eigenen Vergangenheit muss er die wohl schwierigste Entscheidung seines Lebens treffen. Eine Entscheidung, vor die niemand gestellt werden sollte.

    Der nunmehr sechste Fall um Dr. Robert Hunter nimmt einen anderen Beginn als die bisher bekannten. Der Killer ist von Beginn an bekannt und bereits verhaftet. Fast zwangsläufig fühlt man sich an Hannibal Lecter erinnert, auch wenn hier der Täter selbst Hinweise auf seine Taten gibt. Doch auch hier gibt es das größenwahnsinnige Mitteilungsbedürfnis eines irren Killers, der seine Taten auf perfideste Art rechtfertigen will. Ein Mordwissenschaftlicher wie es ihn noch nie gab, wie er unerträglicher kaum sein könnte. Durch seinen Bezug zum privaten Dr. Hunter bekommt die Ermittlung noch etwas besonders erschütterndes und tragisches. Ein extremer Thriller, der sich nicht in einem Stück lesen lässt. Hin und wieder bedarf es einiger Erholungspausen ob der sprechenden Schilderungen, die dem Leser einiges abverlangen. Ausgesprochen spannend wie man es von Chris Carter gewöhnt ist, trifft er hier den Nerv seines Ermittlers und auch seiner Leser. Ein Roman, aus dem man reichlich durchgerüttelt wieder auftaucht und sich fragt, ob es solche Schlechtigkeit geben kann. Der Hinweis des Autors zu Beginn, große Teile der Handlung beruhten auf Tatsachen, macht es da nicht besser. Fesselnd ohne Ende, aber auch kaum erträglich.

    4,5 Sterne