Schlimmes Ende

Buchseite und Rezensionen zu 'Schlimmes Ende' von Philip Ardagh
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Schlimmes Ende

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:128
Verlag: Omnibus
EAN:9783570127018

Rezensionen zu "Schlimmes Ende"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 17. Jun 2017 

    Wie kommt man nur auf solche Ideen :-) ????

    117 Seiten völliger Nonsense, Wortspielereien, Klamauk auf hohem Niveau und dazu noch die genialen Zeichnungen von David Roberts - man bekommt die Mundwinkel gar nicht mehr nach unten. Doch Achtung! Leserinnen und Leser, die ein Mindestmaß an Sinn in einer Geschichte brauchen um diese genießen zu können, sollten die Finger davon lassen. Hier zählt nichts außer der Freude am Erzählen - und zwar völlig sinnfrei.
    Die Geschichte ist schnell wiedergegeben: Edmund, genannt Eddie oder Jonathan oder auch Simon, je nachdem ob seiner Mutter gerade sein Name oder Kosename nicht einfällt, muss eine Zeitlang zu seinem Großonkel, dem Wahnsinnigen Jack, da seine Eltern an einer abscheulichen, sehr ansteckenden Krankheit leiden, von der man gelb und an den Rändern (welchen???) etwas wellig wird sowie nach alten Wärmflaschen riecht. Auf der Reise nach 'Schlimmes Ende', dem Haus seines Großonkels, zusammen mit dem 'Wahnsinnigen Jack', der 'Wahnsinnigen Maud' (seiner Großtante) und dem ausgestopften Wiesel das Sally bzw. Malcolm, aber vielleicht auch Cornelius oder Edna heißt, begegnet er merkwürdigen Gestalten und landet unter obskuren Umständen im Waisenhaus 'Sankt-Fürchterlich-Heim für dankbare Waisen' bei der schrecklichen Frau Direktor Grausam-Unsäglich.
    Ardagh liebt es, überall noch weitere kleine Geschichten einzubauen, die eine skurriler als die andere (wie sich beispielsweise der Theaterdirektor auf seine Rolle als Lachs in dem Stück 'Wir kleinen Fische' vorbereitete. Er verbrachte einen ganzen Monat in der Badewanne und ernährte sich ausschließlich von Wattwürmern und Ameiseneiern.). Dazu die in jeder Hinsicht spitzen Zeichnungen von David Robert: Figuren mit den spitzesten Nasen die man sich vorstellen kann, spitzen Fingern, spitzen Beinen, Ellbogen, Schulten, Füße - es ist eine wahre Freude sich beim Durchlesen diese herrlichen Bilder anzuschauen.
    Harry Rowohlt hat hier sicherlich eine erstklassige Übersetzung geliefert (ich kenne das Original nicht). Wie kommt man nur auf Wörter wie 'Augenbrauenaufrauer' oder 'berühmtergeneralsförmiger Eiswürfel'? Sowas findet doch man nicht im Wörterbuch - oder doch :-) ?
    Also: Unbedingt Lesen!!