Bittersüße Zitronen: Der Capri-Krimi

Buchseite und Rezensionen zu 'Bittersüße Zitronen: Der Capri-Krimi' von Luca Ventura
3.5
3.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Bittersüße Zitronen: Der Capri-Krimi"

Autor:
Format:Broschiert
Seiten:320
EAN:9783257300826

Rezensionen zu "Bittersüße Zitronen: Der Capri-Krimi"

  1. Zitronenduft

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 18. Apr 2021 

    Agente Enrico Rizzi kommt zu einem Unfallort. Eine alte Ape ist einen Abhang hinuntergestürzt. Die Fahrerin Elisa Constantini kann gerade noch hauchen, es habe sich nicht um einen Unfall gehandelt, bevor sie stirbt. Gemeinsam mit seiner Kollegin Antonia Cirillo begibt sich Rizzi daran, die Hintergründe des Todesfalls aufzuklären. Jeder kennt jeden auf Capri und so weiß Rizzi, dass Elisas Familie ihre berühmten Zitronen an einen örtlichen Hersteller von Limoncello liefert. Doch nach des Vaters Tod hat ihre Schwester Rafaela andere Pläne, sie will auf Ökolandwirtschaft umstellen und die einzelnen Bäume mit Crowdfarming finanzieren. Elisas Tod bedeutet einen schweren Schlag.

    Auch bei ihrem zweiten Auftritt entführen Enrico Rizzi und Antonia Cirillo die Leser auf die schöne Insel Capri. Sonne, blauer Himmel und ein Duft von Zitronen, so stellt man es sich vor. Und natürlich auch mal ein Hauch von Diesel von den Motoren der Fährschiffe. In so einer Idylle, die durch die Touristen gerne frequentiert werden, kann es doch keins Verbrechen geben. So würde es der Kommandant der Polizeistation am liebsten sehen. Doch leider bleiben Menschen eben Menschen und auch ein Idyll nicht zwingend von Straftaten verschont. So stellt sich schnell heraus, dass die Bremsen von Elisas Fahrzeug manipuliert wurden.

    Neben dem Erzeugen von einer gewissen Sehnsucht nach Urlaub auf der schönen Insel, zeigt der Autor auch Seiten der Insel, die der Besucher eher selten zu sehen bekommt. So werden bei der Zitronenernte Hilfskräfte eingesetzt, bei denen es sich häufig um Illegale handelt. Diese werden mitunter schlecht behandelt. Als Leser kann man in gewisser Weise hinter die Kulissen blicken und feststellen, dass der schöne Schein nicht immer gewahrt wird. Auch die Beziehungen zwischen den einzelnen Familien sind vielschichtig und für Zugezogene nicht leicht durchschaubar. Aus seinen Zutaten mischt der Autor einen spannenden und sehr interessanten Fall mit einem gewieften Ermittler und seiner Kollegin, der man gerne einen größeren Anteil und einen Gewinn des Wettlaufs wünscht.

  1. Zitronen aus Capri

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 01. Apr 2021 

    Als Enrico Rizzi von einem nächtlichen Einsatz heimkehrt, wird er zufällig Zeuge eines Autounfalls, eine Ape kommt mit hoher Geschwindigkeit von der Straße ab und stürzt die Böschung hinab. Als Rizzi das Wrack erreicht, kann die Fahrerin nur noch „kein Unfall“ sagen, bevor sie an ihren Verletzungen verstirbt. Rizzi kennt sich mit Apes aus, schließlich gehört dieses praktische Gefährt zu jedem italienischen landwirtschaftlichen Betrieb und Rizzi hilft viel auf dem elterlichen Hof. So erkennt er schnell, dass das Fahrzeug manipulierte Bremsen hatte.

    Elisa Constantini ist die Tote, die zusammen mit ihrer Schwester eine große Zitronenplantage leitet, die ihre Früchte traditionell der Limoncello-Fabrik der Familie Bellini liefern, aber die Schwestern haben neue Pläne.

    Landschaft, Landschaft, Landschaft! Das ist das hervorstechenste Merkmal dieses Capri-Krimis. Ventura beschreibt einen Sehnsuchtsort mit allen Attributen, die man sich vorstellt. Wunderbar blaues Meer, herrliche Küsten, Sonne und Vegetation und über allem der Duft des Mittelmeers. Das kann in diesen Zeiten fast schon eine kleine Reise ersetzen.

    Für meinen Geschmack kam die Krimihandlung darüber ab und zu ins Hintertreffen. Rizzi ist ein fähiger Polizist, fast verschwendet an die kleine, untergeordnete Dienststelle in Capri, aber er widersteht der Abwerbung aus Neapel. Mit seiner Kollegin, Antonia Cirillo, die wegen einer Verfehlung in den Süden versetzt wurde, bildet er ein gutes Team. Chef Lombardi mischt sich zwar gern ein, kann aber von Rizzi immer mit ein paar Schmeicheleinheiten abgelenkt werden.

    Zwei Familien, seit Generationen verbunden – in Süditalien ergibt das oft schon den Hintergrund für Kriminalfälle. Rizzi und seine Kollegin beschäftigen sich also mit der Geschichte der beiden Familien und merken schon bald, dass da nicht nur Harmonie herrschte.

    Ventura ist ein italienisch klingendes Pseudonym eines deutschen Autors und er weiß, wie er seine Leser unterhalten kann. So ist sein zweites Buch, die „Bittersüßen Zitronen“ wieder ein flott lesbarer, unterhaltsamer Cosy-Crime.