Verfolgung

Buchseite und Rezensionen zu 'Verfolgung' von David Lagercrantz
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Im Frauengefängnis Flodberga herrscht ein strenges Regiment. Alle hören auf das Kommando von Benito Andersson, der unangefochtenen Anführerin der Insassinnen. Lisbeth Salander, die eine kurze Strafe absitzt, versucht tunlichst, den Kontakt zu vermeiden, doch als ihre Zellennachbarin gemobbt wird, geht sie dazwischen und gerät ins Visier von Benitos Gang. Unterdessen hat Holger Palmgren, Lisbeth Salanders langjähriger Mentor, Unterlagen zutage gefördert, die neues Licht auf Salanders Kindheit und ihren Missbrauch durch die Behörden werfen. Salander bittet Mikael Blomkvist, sie bei der Recherche zu unterstützen. Die Spuren führen sie zu Leo Mannheimer, einem Finanzanalysten aus sehr wohlhabendem Hause. Was hat dieser mit Lisbeth Salanders Vergangenheit zu tun? Und wie soll sie den immer schärfer werdenden Attacken von Benito und ihrer Gang entgehen?

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:480
Verlag: Heyne Verlag
EAN:9783453270992

Rezensionen zu "Verfolgung"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 06. Okt 2017 

    Millenium, die Fünfte

    Lisbeth Salander, die eine zweimonatige Haftstrafe absitzen muss, da sie die Polizeiarbeit beeinträchtigt hatte, indem sie einen Jungen versteckt hielt. Dass sie dem Kind dadurch das Leben rettete, bewahrt sie nicht vor der Strafe. Angeblich um sie zu schützen, wird Lisbeth in das Frauengefängnis Flodberga gebracht, das einzige Frauengefängnis mit einem Sicherheitstrakt. Nach außen hin ein Vorzeige-Objekt, sieht es drinnen ganz anders aus. Gewalt bestimmt das Leben der Insassen. Lisbeth selbst wurde bisher noch nicht angegriffen, doch eine junge Frau aus Bangladesch wird regelmäßig Opfer von Gewalt, die von der Insassin Beatrice Andersson genannt Benito angestachelt wird. Benito beherrscht den gesamten Trakt samt Vollzugsbeamten. Lisbeth versucht zu helfen … Währenddessen hat Mikael Blomkvist samt seines Magazins Millenium zurückgefunden in die Normalität und erhielt die Akzeptanz seiner Leser zurück. Wöchentlich besucht er Lisbeth im Gefängnis, sieht er sich doch für ihre Haftstrafe verantwortlich. In einer persönlichen Angelegenheit bittet Lisbeth ihn, für sie zu recherchieren und prompt landen beide in einem Sumpf aus Desinformationskampagnen als moderne Kriegsführung, Bandenkriminalität, Korruption und den Dämonen aus der Vergangenheit.

    Temporeich in der Handlung wie in der Erzählform mit schnell wechselnden Schauplätzen erzählt uns der Autor David Lagercrantz, wie es mit Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist weiter geht. Der Spannungsbogen wurde hoch gespannt vom Autoren und kann stets gehalten werden. Fast schon atemlos lese ich das Buch und bin gefesselt und gebannt. David Lagercrantz schafft es erneut, im Sinne Stieg Larssons, die beiden Protagonisten weiter leben zu lassen. Lisbeth und Mikael sind einzigartige Charaktere von ungeheurer Tiefe. Die Nebenfiguren ergänzen das Bild zur brillanten Perfektion. Der Schreibstil ist großartig und mitreißend, die verwendete Sprache samt der Dialoge hervorragend inszeniert. Die Handlung selbst könnte nicht brisanter und zeitgemäßer sein.

    Mein Urteil: fünf von fünf möglichen Sternen und eine absolute Leseempfehlung meinerseits. David Lagercrantz kann mit seinem zweiten Teil in der Fortsetzung der Millenium Reihe überzeugen und voll punkten. Für Fans der Serie ein Must-Read, aber Liebhaber der skandinavischen Krimikunst werden bei der Lektüre voll auf ihre Kosten kommen.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 17. Sep 2017 

    Palmgren

    Für kurze Zeit muss Lisbeth Salander ins Gefängnis. Da man befürchtet, sie könnte in Gefahr sein, bringt man sie im Sicherheitstrakt unter. Schnell durchschaut sie die Vorgänge dort und was sie sieht, gefällt ihr nicht. Eine junge Mitgefangene scheint unterdrückt und misshandelt zu werden. Eine andere dagegen scheint sogar die Wärter in der Hand zu haben. Da muss man doch etwas unternehmen können. Während ihrer Gefangenschaft bekommt Lisbeth auch Besuch von ihrem ehemaligen Vormund Holger Palmgren. Ihn hatte sie gebeten, noch einmal nachzuforschen, ob es in Lisbeths Vergangenheit nicht noch neue Informationen gibt, mit denen sie ihren damaligen Folterknechten auf die Spur kommen kann.

    Aus dem Gefängnis heraus kann Lisbeth nicht alles selbst machen und so bittet sie ihren befreundeten Journalisten Mikael Blomkvist ihr bei der Suche nach weiteren Informationen behilflich zu sein. Sie hat nur ein ungutes Gefühl und dieses deutet darauf hin, dass der Hintergrund des reichen Geschäftsmannes Leo Mannheimer genauer untersucht werden sollte. Eine Maschinerie aus Ermittlungen und Nachforschungen beginnt zu laufen, durch die etwas zutage gefördert wird, aus dem für Mikael und seine Zeitschrift „Milleninum“ eine ganz heiße Story werden könnte. Anscheinend ist Lisbeth mit ihrem Schicksal nicht so alleine wie sie immer gedacht hat.

    Mal wieder eines der Bücher, bei denen man gebannt an den Seiten klebt und sich mehr als einmal fragt, wie so etwas zustande kommen kann. Forschung ist ja schön und gut, aber eine Forschung, die das Wohl vieler Beteiligter völlig außer acht lässt? Eine Forschung, bei der es mehr um Stromlinienförmigkeit geht als um eine gesunde Entwicklung? Nicht zum ersten Mal möchte man an gewissen Forschenden verzweifeln, die ihrem Namen überhaupt keine Ehre machen. Und wie so oft bleibt der Gedanke, ob nicht etwas dran sein könnte. Schließlich kennt man Geschichten von Experimenten, die man aus der Nachschau betrachtet, besser nicht erst gestartet hätte. Wo bleiben manchmal Moral und Ethik, wenn es um vermeintlichen Fortschritt geht? David Lagercrantz hat mit seinem zweiten Buch um Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist einen packenden Thriller geschaffen, der unterschiedlichste Personen und ihre Themen zusammenführt. Ein Buch, das Denkanstöße geben kann und möglicherweise den Wunsch weckt, wenigstens zu versuchen, es besser zu machen.

    4,5 Sterne