Der 1. Patient: Justiz-Krimi

Buchseite und Rezensionen zu 'Der 1. Patient: Justiz-Krimi' von Florian Schwiecker
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der 1. Patient: Justiz-Krimi"

Diskussionen zu "Der 1. Patient: Justiz-Krimi"

Format:Taschenbuch
Seiten:352
Verlag: Knaur TB
EAN:9783426446232
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Rezensionen zu "Der 1. Patient: Justiz-Krimi"

  1. aktuelle Thematik

    Auch der neue Fall des Gespanns Rocco Eberhardt und Justus Jarmer hat mir wieder gut gefallen.
    Die Bücher haben einen hohen Wiedererkennungswert, da sie anders aufgebaut sind als herkömmliche Justiz – Krimis. Zu Beginn lernt man die Umstände des Todesfalles kennen und danach liegt das Hauptaugenmerk der Handlung wie immer auf dem Gerichtsverfahren. Also auf der Figur von Rocco Eberhardt und seinem treuen Freund und Ermittler Tobi.
    Selten auch, dass die Hauptfiguren so unterschiedlich große Anteile am Handlungsverlauf haben. Während Rocco ständig präsent ist, gibt Jarmer zwar grandiose Hinweise, ist aber eher dezent in der Handlung vertreten.
    Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, wobei in diesem Buch eine junge Reporterin als externe Nebenprotagonistin aufgeführt ist, die Berichterstattungen und Klickzahlen hinterherjagt und als Polarisationsfigur den ganzen Fall ein wenig ad absurdum führt. Denn letztendlich ist die Auflösung doch ganz anders. Zeigt aber ganz famos den Zeitgeist dieser heutigen Zeit.
    KI ist ein hochaktuelles Thema, ebenso wie der Fachkräftemangel, ja der Mangel an Kliniken an sich. Das ist in diesem Buch sehr gut herausgearbeitet, und nimmt den Leser mit auf eine Reise in ein (noch) unbekanntes Justizsegment. Wer ist schuldig, wenn die KI einen Fehler gemacht hat?
    Die Auflösung fand ich nicht so gelungen. Die bekannten Hauptcharaktere sind über die früheren Bücher gut eingeführt und charakterisiert, was man von den jetzigen Nebenprotagonisten allerdings nicht sagen kann. So haben mir da viele Hintergrundinformationen gefehlt. Eventuell hätte man Tobi einen Espresso weniger trinken lassen und dafür eine kleine Zeitschleife in die Vergangenheit eingefügt, sodass das Ende nicht so abrupt und irgendwie sorglos gewirkt hätte.

    Fazit: Wieder ein gelungenes Buch, mit minimalen Abstrichen.

 

Täuschend echt

Buchseite und Rezensionen zu 'Täuschend echt' von Charles Lewinsky

Inhaltsangabe zu "Täuschend echt"

Diskussionen zu "Der 1. Patient: Justiz-Krimi"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:352
Verlag: Diogenes
EAN:9783257073065
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Die Burg

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Burg' von Ursula Poznanski
3.65
3.7 von 5 (3 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Burg"

Es hat ihn buchstäblich Unsummen gekostet – doch Milliardär Nevio hat die halbverfallene Burg Greiffenau nicht nur einfach instandsetzen lassen: Die unterirdischen Geheimgänge, Gruften und Verliese wurden mithilfe modernster Technik zu einer einzigartigen Escape-Welt ausgebaut. Eine künstliche Intelligenz sorgt dafür, dass das Spiel auf jede Besuchergruppe individuell zugeschnitten ist. Ob mittelalterliche Festung, Vampirschloss oder Fantasywelt – Burg Greiffenau kann alles sein, was sich die Spieler wünschen. Um sein grandioses Werk zu testen, lädt Nevio eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Experten ein. Niemand ahnt, dass die KI längst beschlossen hat, ihr eigenes Spiel zu spielen. Und darin ist ein Happy End nicht vorgesehen.

Diskussionen zu "Der 1. Patient: Justiz-Krimi"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:400
Verlag: Knaur HC
EAN:9783426448373
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Rezensionen zu "Die Burg"

  1. Wenn die Türen verschlossen bleiben

    Nevio, ein Milliardär hat die Burgruine Greiffenau aufgekauft um sie aufwendig renovieren und umbauen zu lassen. Rausgekommen ist eine hightech Escape Welt im großen Steal. Besuchergruppen sollen sich durch die ehemaligen Burg- aber auch Gruft- sowie Verliesräume hindurch rätseln. Das Herzstück des Ganzen ist eine ausgeklügelte künstliche Intelligenz, der es möglich ist alle erdenklichen Szenarien zu kreieren, die sich die Spieler selbst wünschen bzw. ausdenken dürfen.
    Bevor die Burg jedoch eröffnet wird, lädt Nevio eine Expertengruppe aus den unterschiedlichsten Sparten zu einer Art Generalprobe ein. Doch kaum hat sich die Gruppe auf ein Ausgangsszenario geeinigt, übernimmt die KI und beginnt mit ihrem ganz eigenem…

    Wie so oft greift Ursula Poznanski auch in ihrem aktuellen Buch ein brandaktuelles Thema auf – künstliche Intelligenz. Die Autorin zeigt uns zum einen, was eine KI zu leisten vermag, was durch sie alles möglich erscheint. Sie zeigt uns aber auch, dass die Grenzen zwischen „Segen“ und „Fluch“ fließend sein können. Irgendwann ist man sich im Laufe der Geschichte nicht einmal mehr sicher, ob die KI nicht doch eigenständig handelt. Aber ist das überhaupt möglich? Kann eine künstliche Intelligenz so etwas wie Rachegefühle haben oder vielleicht sogar eigene Ziele verfolgen?

    Bei der Umsetzung der Geschichte hat Frau Poznanski unglaublich viel Phantasie bewiesen. Angefangen bei den Charakteren und deren Entwicklung im weiteren Handlungsverlauf, über die Gestaltung der Burg bis hin zu den Figuren, die in der Escapewelt in Erscheinung treten.
    Natürlich kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Immer wieder ergeben sich neue Herausforderungen für die Gruppe, so dass der Spannungsbogen erneut ansteigt.
    Nur bei etwa der Hälfte der Geschichte, wirkt der Handlungsverlauf langatmig. Die Abläufe wiederholten sich ständig, verändern tut sich allerdings nicht wirklich etwas. So etwas ist ja eigentlich eher untypisch bei Bücher von Ursula Poznanski.
    Auch das Ende erschien mir etwas „dünn“. Es wirkte sehr konstruiert und erschien mir ein Stück weit „erzwungen“. Was ja auch eher untypisch für die Autorin ist.

    Gesprochen wird die Geschichte im Hörbuchformat von Rainer Strecker, dem die Handlung (wie „sagt man so schön?) auf dem „Leib“ geschrieben wurde. Der Schauspieler ist ja für seine ungewöhnliche Vertonung von Phantasiecharakteren berühmt. Aber bei der Umsetzung der, von der KI generierten, Figuren hat sich Rainer Strecker noch einmal selbst übertroffen. Man meint, dass diese Wesen extra für seine „Vertonungsqualitäten“ erfunden wurden. Meisterhaft!

    Fazit:
    Eine spannende Geschichte, mit überraschenden Längen, dessen Umsetzung als Hörbuch perfekt gelungen ist.

  1. Künstliche Erlebniswelt

    Auf der alten verfallenen Burg Greiffenau hat der Milliardär Nevio eine riesige Escape-Room-Landschaft geschaffen, die von einer KI generiert wird. Zum Testlauf hat er verschiedene Personen eingeladen, die später für sein liebstes Projekt Werbung machen sollen. Jeder teilt der KI seine Wünsche anhand ein paar Stichworten mit und schon kann das Spiel beginnen. Doch niemand hat damit gerechnet, dass „Kismet“ außer Kontrolle gerät. Was als Spaß beginnt, wird bald tödlicher Ernst.

    Die Handlung spielt sich hauptsächlich in den Katakomben und unterirdischen Gängen der Burg ab. Hier steht Maxim im Vordergrund, der selbst Besitzer eines Escape-Room-Unternehmens ist. Er wird von Kismet erbarmungslos von einer Spielszene zur nächsten gejagt. Die Rätsel zum Öffnen der jeweiligen Türen sind nicht besonders anspruchsvoll und geraten eher in den Hintergrund. Atemberaubend sind allerdings die phantasievoll und komplex gestalteten Szenen bei denen man leicht vergessen kann, dass es sich dabei nur um Illusionen handelt. Sie schaffen eine gruselige und düstere Atmosphäre, dadurch ist eine permanente Bedrohung sehr präsent.

    Aus der zweiten Perspektive, die Beobachter außerhalb der Burg, hätte meiner Meinung nach mehr gemacht werden können. Hier blieb einiges ein bisschen unverständlich. Auch alle anderen Spieler waren eher nebensächlich. Im Ganzen hätte ich mir auch mehr Charakterzeichnung gewünscht.

    Das hochaktuelle Thema KI hat die Autorin mit ihrem einzigartigen Erzählstil absolut fesselnd präsentiert. Ein Thriller mit Gänsehautfeeling und Nervenkitzel.

  1. Konnte leider nicht Überzeugen

    Ursula Poznanski gehört zu einer meiner Lieblingsautoren. Ich verschlinge ihre Bücher meist an einem Tag, da sie einfach so spannend sind und einen tollen Schreibstil haben. Auch 'Die Burg' ist sofort auf meine Wunschliste gewandert, nachdem ich davon erfahren habe. Umso erfreuter war ich natürlich über das Leseexemplar.
    Das Cover ist einfachwundervoll. Im Buchladen hätte ich es auf jeden Fall auch in die Hand genommen. Vom Klappentext her verspricht es spannende Lesestunden. Ich finde die Thematik der KI auch super spannend und im Zusammenhang mit einem Escape Game kann man da ja super viel draus machen.
    Jedoch hatte ich so meine Probleme mit der Geschichte. Auf der einen Seite hatte ich totale Lust darauf zu erfahren, was da alles vor sich geht. Das Setting auf der Burg war top, die Sache mit der KI äußerst spannend. Aber mit den Charakteren bin ich so gar nicht warm geworden. Ich habe mich dann schon etwas durchgequält und hin und wieder auch zu anderen Büchern gegriffen, weil mir die Lektüre einfach keinen Spaß gemacht hat. Ich wollte das Buch so gern mögen, aber leider konnte es mich so gar nicht überzeugen. Es waren selten Anreize zum weiter lesen vorhanden. Ich hatte nicht den Drang wissen zu wollen, wie es weiter geht. Ich war schon etwas froh, als ich las, dass es nicht nur mir so ging.
    Alles in allem kann man das Buch lesen, man hat aber nichts verpasst, wenn man es nicht tut. Schade eigentlich.

 

Also sprach GOLEM

Buchseite und Rezensionen zu 'Also sprach GOLEM' von Stanisław Lem

Inhaltsangabe zu "Also sprach GOLEM"

Diskussionen zu "Der 1. Patient: Justiz-Krimi"

Format:Taschenbuch
Seiten:186
EAN:9783518377666
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Fern vom Licht des Himmels

Buchseite und Rezensionen zu 'Fern vom Licht des Himmels' von Tade Thompson
3.5
3.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Fern vom Licht des Himmels"

Diskussionen zu "Der 1. Patient: Justiz-Krimi"

Format:Broschiert
Seiten:384
EAN:9783965090590
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Rezensionen zu "Fern vom Licht des Himmels"

  1. Rasanter Weltraum-Sci-Fi-Krimi

    „Fern vom Licht des Himmels“ heißt der neueste Roman des Schriftstellers Tade Thompson, der in London geboren, in Nigeria aufgewachsen und zum Studium nach Großbritannien zurückgekehrt ist. Ich habe ihn durch die bereits erschienen ersten zwei Bände der Wormwood-Trilogie „Rosewater“ in diesem Jahr kennen und schätzen gelernt.

    Michelle „Shell“ Campion, Tochter eines berühmten Astronauten, der seit seiner letzten Mission im Weltraum als verschollenen gilt, erhält unmittelbar nach Abschluss ihrer Ausbildung den ersten großen Auftrag. Sie soll Siedler von der Erde zur Weltraumkolonie Bloodroot bringen. Das dafür vorgesehene Raumschiff „Ragtime“ wird von einer künstlichen Intelligenz gesteuert, so dass Shells Position eher symbolischer Natur ist. Sie muss keinerlei Aufgaben bewältigen, sondern lediglich an Bord sein, weil die Gesetzte die Anwesenheit eines menschlichen Captain vorschreiben. 10 Jahre lang soll die Reise dauern, die sie und die Passagiere schlafend in Kapseln verbringen werden.

    Als Shell planmäßig aus ihrem Kryoschlaf erwacht, stellt sie fest, dass 31 Passagiere aus ihren Kapseln verschwunden sind, die KI alles andere als zurechnungsfähig ist und ein Wolf durch das Schiff streift. Ein abgesendeter Notruf lässt zunächst den Ermittler Rasheed Fin und seinen Partner Salvo, einen Androiden, herbeieilen. Kurze Zeit später erreichen noch der Gouverneur der nahe gelegenen Lagos-Raumstation und seine Tochter die Ragtime.

    Gemeinsam versuchen sie zu ergründen, was geschehen ist und wer dahintersteckt. Als immer mehr Systeme ausfallen, sich unvorhergesehene Zwischenfälle häufen, ist nicht nur das Leben der Ermittler, des Gouverneurs und seiner Tochter, sondern auch das von Shell und den andern Passagieren in Gefahr.

    Fern vom Licht des Himmels entwickelt von Anfang an einen großen Lesesog. Der Roman steckt voller schräger, verrückter Einfälle und unvorhergesehener Wendungen, denen ich gerne gefolgt bin. Auch die Figurenzeichnung, die sehr unterschiedlichen Charaktere, mochte ich gerne. Ab der Mitte klären sich viele Fragen dadurch, dass geschichtliche Hintergründe und die Täterperspektive einfließen. Hier geht das für Thompson so typische sprunghafte, rasante Erzähltempo zuweilen auf Kosten der Ausführlichkeit und Tiefe. Dass so viele Themen nur kurz angesprochen wurden, fand ich persönlich schade.

    Dennoch ist Fern vom Licht des Himmels ein unterhaltsamer, spannender, actiongeladener, einfallsreicher Weltraumkrimi mit Pageturnerqualität und Tade Thompson ein Autor mit ganz eigenem Stil, auf dessen weitere Werke ich mich freue.

  1. 3
    10. Dez 2022 

    Ein Krimi in den Weiten des Weltraums

    Tade Thompson, ein nigerianischer Psychiater und Schriftsteller, versucht sich in seinem neuen Buch „Fern vom Licht des Himmels“ an einem wilden Genre-Mix im Weltall. So handelt es sich hierbei meines Erachtens hauptsächlich um einen Science-Fiction-Roman, der eine Krimi-Geschichte erzählt und sowohl afrofuturistische, schaurige als auch mystische Elemente einbaut. Das ist ziemlich viel auf einmal und die Frage ist, ob Thompson dieses Jonglierkunststück auch hinbekommt.

    Ein sogenanntes Siedlungsschiff namens Ragtime macht sich von der Umlaufbahn der Erde auf den Weg in ein fernes Sonnensystem, um den Kolonie-Planeten Bloodroot zu erreichen. Rund 1500 Passagiere befinden sich an Bord des von einer KI gesteuerten Raumschiffs in einem Schlafzustand, um die zehn Jahre Reisezeit unbeschadet zu überstehen. Eigentlich geht nie etwas schief, wenn eine KI ein Raumschiff befehligt, aber zur Sicherheit fliegt immer auch ein:e menschliche:r erste:r Maat mit, um im Fall der Fälle das Ruder übernehmen zu können. So wird Michelle „Shell“ Campion vor allen anderen aus dem Schlaf geholt und entdeckt, dass ca. 30 ihrer Passagiere ermordet wurden, während sie „schlief“. Der KI des Schiffs kann sie scheinbar auch nicht mehr trauen, so holt sie sich Hilfe von Bloodroot. Es wird der Ermittler Fin mit seinem Partner einem „Künstlichen“ auf die Ragtime geschickt, um herauszufinden, was dort los ist und ob weiterhin eine Gefahr besteht. Es gesellen sich noch weitere zusätzliche Passagiere zu der Truppe und es beginnt eine actionreiche Geschichte um dieses zusammengewürfelte Team, welches im Raumschiff nicht nur versucht den oder die Mörder:in zu finden, sondern auch zu überleben.

    Der Roman ist ganz nach Tade Thompson Manier aufgebaut. Wie man es schon von der Wormwood-Trilogie kennt, nimmt der Autor seine Leserschaft an die Hand und begleitet in den Kapiteln durch eine personale Erzählweise wechselnde Charaktere. Damit niemand durcheinander kommt, sind die Kapitel mit dem Namen der beobachteten Person versehen. Durch kleinere Rückblenden erfährt man nach und nach mehr von den Personen und gleichzeitig erhöht sich von Kapitel zu Kapitel die Geschwindigkeit der Geschehnisse in der Erzähl-Gegenwart. Die Figuren erhalten durch die Rückblicke und Einblicke in ihre Gedankenwelt eine gewisse psychologische Tiefe, die mir aber im Vergleich zu den Figuren der Wormwood-Reihe etwas zu wenig ausgeprägt ist. Dieser Eindruck plus noch andere Faktoren lassen bei mir die Vermutung aufkommen, dass sich Thompson beim vorliegenden Roman während des Schreibens noch nicht so richtig klar darüber war, ob dies der Start zu einer weiteren Reihe werden sollte. Das wird meines Erachtens zusätzlich deutlich durch den Plot und die Aufklärung im Roman aufgeworfener Fragen. Gerade im letzten Drittel des Buches zieht der Autor die Erzählgeschwindigkeit massiv an, die Ereignisse überschlagen sich, man kommt kaum noch mit, sich das alles während des Lesens heranzuimaginieren, nur um dann auf wenigen Seiten den Sack zuzumachen, schnell jedem Charakter eine Abschlusssequenz zusammenzuschreiben und dann das Buch zu beenden. Mich hat das Buch irgendwie unbefriedigt zurückgelassen. Es wirkt wie ein Zwischending zwischen einem Stand Alone und dem Auftakt einer Serie. Man könnte sich sowohl mit ersterem abfinden, wäre aber auch nicht überrascht, wenn in einem Jahr der nächste Teil veröffentlicht werden würde.

    Während mir die ersten zwei Drittel des Romans sehr gut gefallen haben, besonders die erneut eingewebten Themen, die heutzutage noch als gesellschaftskritisch vor allem im Bezug auf nigerianische Zustände einzuordnen sind, wie Homosexualität, Geschlechtsidentität und Kolonisation. Mir gefiel auch sehr, dass als Transitstation zwischen zwei Einstein-Rosen-Brücken eine vollständig von Nachkommen nigerianischer Raumfahrer:innen gegründete Raumstation mit mehreren Millionen Einwohnern eingeführt wurde. Dort wird auch noch Yoruba gesprochen und die Verwaltung liegt vollständig in der Hand dieser nigerianischen Nachfahren. Das Konzept erinnert an „The Expanse“-Ideen und könnte noch viel stärker thematisiert und ausgebaut werden, wird aber nur angeschnitten. Auch die psychologische Tiefe rückt mir ob der zunehmenden Action zum Ende hin etwas zu stark in den Hintergrund.

    Der Autor schreibt selbst in seinem Nachwort, dass es sich nicht um eine Space Opera handelt und vorerst (!) als Stand Alone angelegt ist. Somit muss ich damit arbeiten, was mir der Autor in diesem Buch erzählt und das ist mir insgesamt etwas zu wenig, wenn auch gleichzeitig auf der Plotebene sehr – vielleicht zu – viel.

    Insgesamt konnte mich der Roman über weite Strecken sehr gut unterhalten und ist einfach durch die kurzen, gut strukturierten Kapitel ein absoluter Pageturner. Mir wurde es zum Ende hin einfach etwas zu viel von allem, weshalb ich dem Buch sehr gute 3 Sterne gebe und es durchaus für eine kurzweilige (Hard) Science-Fiction-Lektüre empfehlen kann.

    3,5/5 Sterne

 

Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens

Buchseite und Rezensionen zu 'Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens' von Richard David Precht

Inhaltsangabe zu "Künstliche Intelligenz und der Sinn des Lebens"

Diskussionen zu "Der 1. Patient: Justiz-Krimi"

Format:Taschenbuch
Seiten:256
EAN:9783442142743
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Die Erfindung des Ungehorsams: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Erfindung des Ungehorsams: Roman' von Martina Clavadetscher

Inhaltsangabe zu "Die Erfindung des Ungehorsams: Roman"

Diskussionen zu "Der 1. Patient: Justiz-Krimi"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:288
Verlag: Unionsverlag
EAN:9783293005655
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Origins

Buchseite und Rezensionen zu 'Origins' von Clay McLeod Chapman
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Origins"

Diskussionen zu "Der 1. Patient: Justiz-Krimi"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:144
Verlag: Cross Cult
EAN:9783966585378
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Rezensionen zu "Origins"

  1. 3
    20. Mai 2022 

    Man sollte nicht zu viel erwarten

    Auf den ersten Blick richtig schön anzusehen ist diese Hardcover-Ausgabe der sechsteiligen Comic-Heft-Reihe „Origins. Cross Cult hat mal wieder einen hochwertigen Sammelband geschaffen. Das Artwork - nicht nur des Covers – kann überzeugen, vieles andere an diesem Buch allerdings leider so gar nicht.

    Der Plot von „Origins“ ist schnell erzählt: Die Menschheit gibt es seit rund 1000 Jahren schon nicht mehr auf der Erde, da eine von den Erfindern unerwartet ausufernde KI damals beschlossen hat, dass die Erde ohne Menschen besser dran ist. Es gibt aber noch einige verstreute Roboter alter Baureihen, die nicht zur KI gehören und seit Jahrhunderten darauf warten, endlich wieder den Menschen zu Diensten sein zu können. Eine Androidin (Chloe) erschafft aus der alten DNA ihres menschlichen Schöpfers einen neuen Menschen (David). Sie zieht ihn auf und er wird zum neuen Messias, der – Jesus gleich – die versklavten Roboter zu befreien und eventuell eine neue Menschheit zu erschaffen. Zwischendrin wird viel gekämpft und wieder geflüchtet und wieder gekämpft.

    Ganz klar: Dieser Comic lebt von den Zeichnungen Jakub Rebelkas. Diese sind manchmal fein und detailreich, manchmal grob und ungeschliffen, und erzeugen eine großartige Atmosphäre für diese Geschichte. Beim Colorieren hat wohl Patricio Delpeche mitgeholfen. Zwei Leute für das Design, keine Frage alles top. Aber was die drei Personen, die den Plot „geschaffen“ haben und die eine Person, die den Text geschrieben hat, hier aus die Welt losgelassen haben, ist nichts als 08/15-tausendmal-gelesen-Inhalt. Der Plot wird mit aller Macht vorangetrieben, da sind Charakterzeichnungen scheinbar nicht nur zweitrangig sondern vollkommen obsolet geworden. Die Figuren bleiben holzschnittartig und können in keinster Weise überzeugen. Die Dialoge sind mittelmäßig und meist wird nicht die Empfehlung befolgt: „Show, don‘t tell“ sondern das genaue Gegenteil scheinbar angestrebt. So werden wilde (übrigens vollkommen unzusammenhängend plötzlich eintretende) Actionszenen durch scheinbar ganz ruhige Chloe-erklärt-die-Welt-Kommentare aus dem Off begleitet. So etwas Merkwürdiges habe ich selten erlebt. Man hat das Gefühl, sowohl zu viel als auch zu wenig zur Geschichte und zu den Figuren zu erfahren. Begleitet wird die Messias-Geschichte unterschwellig stets durch (meine Vermutung) ständige Anleihen in der Bibel. Da wird der Erlöser wiedergeboren, die „Israeliten“ (aka Roboter) aus der Versklavung in Ägypten geführt und eine unbefleckte Empfängnis gibt es dann auch noch. David sieht auch zunehmend optisch wie Jesus aus. Das ist alles viel zu überfrachtet für den massiv verkürzt erzählten Plot. Hier fehlt die erzählerische Balance in der Geschichte.

    Zum Schluss kann man resümieren, dass das Buch wirklich schön anzuschauen ist, die Geschichte aber nicht nur nichts Neues bieten kann sondern auch noch unterdurchschnittlich gut erzählt wird. So rettet Jakub Rebelka dieses Buch, welches für mich bei 2,5 Sternen liegt, noch gerade so mit seiner sehr guten Illustrationsarbeit auf 3 Sterne. Man sollte also nicht zu viel erwarten. Ich empfehle hier eher zum Thema die „Descender“/ „Ascender“-Reihe. Wer diese Reihen schon kennt, sollte keinesfalls zu „Origins“ greifen. Nur vollkommene Neulinge auf dem Gebiet könnten „Origins“ noch etwas Positives abgewinnen können.

 

Pantopia: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Pantopia: Roman' von Theresa Hannig

Inhaltsangabe zu "Pantopia: Roman"

Diskussionen zu "Der 1. Patient: Justiz-Krimi"

Format:Broschiert
Seiten:464
Verlag: FISCHER Tor
EAN:9783596706402
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Snow Crash: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Snow Crash: Roman' von Neal Stephenson

Inhaltsangabe zu "Snow Crash: Roman"

Diskussionen zu "Der 1. Patient: Justiz-Krimi"

Format:Broschiert
Seiten:576
Verlag: FISCHER Tor
EAN:9783596705597
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