Sag, dass es dir gut geht

Buchseite und Rezensionen zu 'Sag, dass es dir gut geht' von Barbara Bisický- Ehrlich
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4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Sag, dass es dir gut geht"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:200
EAN:9783957712042
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Rezensionen zu "Sag, dass es dir gut geht"

  1. 4
    16. Feb 2020 

    Aufrüttelnd und ehrlich...

    Barbara Bišický-Ehrlich zeichnet als Chronistin ihrer eigenen Familiengeschichte ein mehrfaches Generationenporträt, angefangen bei ihren Urgroßeltern in der ehemaligen Tschechoslowakei, über die Zeit ihrer Großeltern und Eltern, bis hin zu ihren eigenen Erfahrungen als Enkelin von Holocaust-Überlebenden – ausgerechnet in der Bundesrepublik Deutschland. Immer wieder kreuzt die Weltgeschichte den Weg dieser Familie. Schreckensnamen wie Bergen-Belsen und Theresienstadt sind damit ebenso verknüpft wie die Zeit des Kommunismus nach 1945 in der CSSR und der Prager Frühling. Die Gefahr eines gewaltsamen Todes hängt beständig wie ein schwarzer Schatten über allen Familienmitgliedern. Entwurzelung, Neuanfang und erneute Entwurzelung sind die Folgen.

    Diese Geschichte erzählt vom einem Leben zwischen den Extremen, mit unerwarteten Wendungen, mit Traumata, die an Kindern vererbt werden und mit dem unglaublichen Überlebenswillen eines jeden Nachkommen. Barbara Bišický-Ehrlich lässt den Leser durch die Schilderung ihres Familienschicksals mühelos Jahrzehnte überbrücken und in die Zeitgeschichte eintauchen. Sie schafft eine Nähe, die dem Leser erlaubt an den Ängsten und Hoffnungen der Menschen teilzuhaben, die sich nichts sehnlicher wünschen als Frieden auf Erden. Zwischen Prag und Frankfurt am Main, zwischen Gefahren, Bedrohungen und den großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts, schwebt die eine große Frage: »Wie gehe ich mit Vergangenheit um?«.

    Dieser Klappentext schildert hervorragend, worum es in diesem Buch geht. Barbara Bišický-Ehrlich erzählt hier eine sehr besondere Familiengeschichte, die aufzeigt, wie sich erlebte Traumata durch die Generationen ziehen und damit Auswirkungen auch auf die Nachkommen haben.

    "Mirek weinte bitterlich, drückte seine Tochter und sagte: 'Falls wir uns nie wieder sehen, wünsche ich dir ein schönes Leben.'"

    Dabei werden nach und nach alle Mitglieder der weitverzweigten Familie beleuchtet, was zeitweise etwas verwirrend für mich war. Der bebilderte Familienstammbaum zu Beginn sorgte dann aber für ausreichende Orientierungsmöglichkeiten. Durch zahlreiche Fotos aus dem Familienalbum bekommen die Namen in dem Buch auch ein wirkliches Gesicht. Und letztlich zeigte sich die Schilderung der einzelnen Schicksale doch auch als bedeutsam für das Verständnis der Verhaltensweisen und Ängste der Autorin selbst. Auch als Urenkelin der Opfer des Holocaust leidet sie noch unter dessen Auswirkungen.

    Die Zeit des Kommunismus nach 1945 in der Tschechoslowakai und der Prager Frühling verschärften die Lage zusätzlich - die Enteignung der Juden ging beispielsweise damit einher. In der Folge emigrierten die Eltern der Autorin - ausgerechnet nach Deutschland. Die Entwurzelung, die Suche nach einer neuen Identität, die Sehnsucht nach der Heimat - das Schicksal der Migranten. Alles zusammen ein schweres Erbe, das ohne Zweifel Spuren hinterlassen hat.

    "Manchmal denke ich, dass es mögicherweise als reflektierender und hinterfragender Mensch sogar schwerer ist, mit einer 'Tätervergangenheit' der Familie klarzukommen, als in einer Opferfamilie groß zu werden. (...) Wir mussten mit den Traumata klarkommen, die Täterangehörigen mit der Schuld. Da ist es klar, wem das Solidarisieren leichter fiel."

    Schonungslos ehrlich schildert die Autorin die Folgen all dieser Ereignisse für sich und ihre Familie, und jenseits von Schuldzuweisung oder Abrechnung schafft sie den Spagat zwischen Verständnis und - ja, auch Verzeihen. Dabei lassen trotz der distanziert geschilderten Ereignisse des Holocaust einzelne Szenen beim Lesen den Atem stocken.

    Aufrüttelnd und ehrlich erscheint dieses Familienportrait, das die Autorin im Andenken an ihre Familie geschrieben hat, nicht zuletzt aber auch für sich und für ihre Standortbestimmung im Leben. Unbedingt lesenswert!

    © Parden

 

Hilfe, Jesus, ich bin Jude

Buchseite und Rezensionen zu 'Hilfe, Jesus, ich bin Jude' von Anatoli Uschomirski
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Hilfe, Jesus, ich bin Jude"

Format:Taschenbuch
Seiten:256
Verlag: SCM Hänssler
EAN:9783775160414
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Rezensionen zu "Hilfe, Jesus, ich bin Jude"

  1. Wie ein Jude, Christen und Juden versöhnen möchte

    "Nur dann, wenn der Sohn euch frei macht, seid ihr wirklich frei." (Johannes 8,36)
    Am 8. April 1959 kommt Anatoli Uschomirski in Kiew zur Welt, der neugierige Junge wird schon recht früh mit seinen jüdischen Wurzeln konfrontiert. In der Schule verprügelt und als "Stinkender Jude" tituliert, merkte er schnell, dass er anders ist als die anderen. Ständig hatte er Angst als Jude aufzufallen und verprügelt oder verspottet zu werden. Recht früh stellt er seinen Eltern Fragen, wie: "Was heißt es, ein Jude zu sein? Ist es etwas Schlechtes, ein Jude zu sein? Kann ein Jude ein Nichtjude werden, um sich alle Unannehmlichkeiten im Leben zu ersparen?" Doch seine Mutter kann ihm diese Fragen nicht beantworten. Recht jung und unerfahren heiratet er Irina Kaz und muss schnell feststellen, dass die Ehe kein Abenteuer, sondern ein gegenseitiges Geben und Nehmen ist. Weiterhin will er mehr über seine jüdischen Wurzeln wissen und entdeckte dabei, das viele seiner Verwandten 1941 bei einem schrecklichen Massaker in Babyn Yar (Babyn Jar) ums Leben kamen. Er beginnt die Deutschen zu hassen und begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit für sein Leben. Antworten jedoch findet er nicht im Judentum, Philosophie oder Esoterik. Erst als er ein Buch von Stan Telchin entdeckt und liest, werden ihm die Augen geöffnet, wo er Hilfe und Erlösung findet. Er nimmt Jesus als Erlöser an, besucht Gottesdienste von messianischen Juden und reist schließlich 1992 mit seiner Familie nach Deutschland aus, wo sie heute noch leben. Seit 1994 engagiert er sich dort beim Evangeliumsdienst für Israel (EDI), gründete eine jüdisch-messianische Gemeinde und hält viele Vorträge in ganz Europa. Immer davon das sich Juden und Christen annähern und versöhnen sollen.

    Meine Meinung:
    In dem Buch von Anatolis Lebensgeschichte geht es sehr viel um Versöhnung von Juden und Christen. Es geht darum, wie sein Weg zum Glauben an Jesus geführt hat. Er zeigt Ängste auf, die einige Juden haben, falls sie Jesus als ihren Erlöser annehmen. Schildert von seinen Schwierigkeiten als Jude unter Christen und ebenso als messianischer Jude unter Juden. Anatoli schildert, wie er Menschen hilft die noch immer unter ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit leiden und spricht ihnen so weit möglich Vergebung zu. Er berichtet von seinem Theologiestudium und was dieses bei ihm auslöst. Schildert über seinen Glauben an Jesus, wie er befreit und er trotzdem noch Jude sein darf. Auch seine Frau Irina, mit der er inzwischen über 40 Jahre verheiratet ist, kommt mehrmals zu Wort und zeigt, ihre unterschiedliche Sicht. Schön fand ich den Bildteil in der Buchmitte, der das Ganze noch etwas auflockert. Interessante Leserbriefe bei dem es um Belastung und Vergebung geht und er beantwortet Fragen wie:
    "Was bedeutet es, ein Jude zu sein, der an Jesus glaubt?
    Hellenistisches oder hebräisches Denken?"

    Im Anhang befindet sich eine Zusammenfassung und weitere Themen:
    - Wie Juden und Christen die Bibel verstehen
    - Messianische Juden und die christliche Kirche
    - Die Verfolgung der Juden im Mittelalter
    - Die Aufklärung und die Neuzeit
    - Jüdische Wurzeln des christlichen Glaubens ....

    Besonders diesen Teil fand ich ein wenig trocken und theoretisch, zudem hatte ich mich über diese Themen schon früher informiert. Jedoch für Leser, die sich mit dieser Thematik noch nicht befasst hat, ist der Anhang sehr wertvoll. Ich für meinen Teil hätte allerdings lieber noch etwas mehr über seine jüdische Familie erfahren. Zusammengefasst ist es ein gutes Buch, dass helfen könnte den Riss zwischen Juden und Christen, etwas schmaler werden zu lassen, darum von mir 4 von 5 Sterne.

 

Nicotine

Buchseite und Rezensionen zu 'Nicotine' von Nell Zink

Inhaltsangabe zu "Nicotine"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:288
EAN:9780008179212
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Stella

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Here I Am

Buchseite und Rezensionen zu 'Here I Am' von Jonathan Safran Foer

Inhaltsangabe zu "Here I Am"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:592
EAN:9780241146170
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Here I Am

Buchseite und Rezensionen zu 'Here I Am' von Jonathan Safran Foer

Inhaltsangabe zu "Here I Am"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:592
EAN:9780374280024
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The Complete MAUS

Buchseite und Rezensionen zu 'The Complete MAUS' von Art Spiegelman

Inhaltsangabe zu "The Complete MAUS"

The Complete Maus Tells the story of Vladek Spiegelman, a Jewish survivor of Hitler's Europe, and his son, a cartoonist coming to terms with his father's story. In this title, Vladek's harrowing story of survival is woven into the author's account of his tortured relationship with his aging father. Full description

Format:Taschenbuch
Seiten:296
Verlag: Penguin
EAN:9780141014081
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My German Question: Growing Up in Nazi Berlin

Buchseite und Rezensionen zu 'My German Question: Growing Up in Nazi Berlin' von Peter Gay

Inhaltsangabe zu "My German Question: Growing Up in Nazi Berlin"

Growing up in Nazi Berlin. Profusely illustrated in b/w 8vo pp. 208 - tavole ril mezza tela, sovrac (half-cloth binding, DJ)

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:222
Verlag: Yale Univ Pr
EAN:9780300076707
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The Diary of a Young Girl

Buchseite und Rezensionen zu 'The Diary of a Young Girl' von Anne Frank

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A beloved classic since its initial publication in 1947, this vivid, insightful journal is a fitting memorial to the gifted Jewish teenager who died at Bergen-Belsen, Germany, in 1945. Born in 1929, Anne Frank received a blank diary on her 13th birthday, just weeks before she and her family went into hiding in Nazi-occupied Amsterdam. Her marvelously detailed, engagingly personal entries chronicle 25 trying months of claustrophobic, quarrelsome intimacy with her parents, sister, a second family, and a middle-aged dentist who has little tolerance for Anne's vivacity. The diary's universal appeal stems from its riveting blend of the grubby particulars of life during wartime (scant, bad food; shabby, outgrown clothes that can't be replaced; constant fear of discovery) and candid discussion of emotions familiar to every adolescent (everyone criticizes me, no one sees my real nature, when will I be loved?). Yet Frank was no ordinary teen: the later entries reveal a sense of compassion and a spiritual depth remarkable in a girl barely 15. Her death epitomizes the madness of the Holocaust, but for the millions who meet Anne through her diary, it is also a very individual loss. --Wendy Smith

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:304
Verlag: Bantam
EAN:9780553296983
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