Yellowface: A Novel

Buchseite und Rezensionen zu 'Yellowface: A Novel' von  R. F. Kuang

Inhaltsangabe zu "Yellowface: A Novel"

Format:Audible Hörbuch
Seiten:0
Verlag: HarperAudio
EAN:
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Mami kann auch anders

Buchseite und Rezensionen zu 'Mami kann auch anders' von Gill Sims
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Mami kann auch anders"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:416
Verlag: Eisele Verlag
EAN:9783961611089
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Rezensionen zu "Mami kann auch anders"

  1. 4
    31. Dez 2023 

    Rasselbande

    Eigentlich wollte Ellen schon immer aufs Land ziehen, aber nicht so. Ihr Mann ist fremd gegangen und nun braucht er Abstand. Da hat er aber nicht mit Ellen gerechnet. Sie ist es, die Nägel mit Köpfen macht. Sie nimmt sich die Hälfte des Geldes und sorgt dafür, dass das Haus verkauft wird. Am Stadtrand erwirbt sie ein Cottage und sie packt ihre Siebensachen, die Kinder und den Hund. Die 15jährige Jane und der 13jährige Peter sind alles andere als begeistert und wie echte Pubertiere machen sie es ihrer Mutter wirklich schwer. Doch Ellen bleibt bei ihrer Entscheidung.

    In diesem dritten Teil der „Mami“-Reihe erzählt Ellen in Tagebuchaufzeichnungen wie es ihr nach der Trennung ergeht. Und sie nimmt kein Blatt vor den Mund. Wenn sie etwas nicht gut findet, sagt sie das. Natürlich nimmt sie den Kindern gegenüber Rücksicht. Oder auch mal nicht. Aber Simon, ihr Ex kriegt schon deutliche Worte ab. Fremdgehen und Selbstverwirklichung suchen, ha. Einfach so Schluss machen und alles läuft wie am Schnürchen, das wäre schön. Im wirklichen Leben läuft es aber nicht so. Ellen leidet unter der Trennung, auch sie muss sich neu sortieren. Dabei kommt sie ausgerechnet auf die Idee, sich den häßlichsten Hund aus dem Tierheim als Zweithund zu holen.

    Wenn man so im Vorbeigehen auf dieses farbenfrohe Cover schaut, muss man anhalten und das Buch kaufen. Wenn man sich die Schattenrisse auf dem Umschlag anschaut, weiß man ungefähr, was einen erwartet: ein Festival, ein kleiner Hund, ein großer Hund, ein Trinkgelage, regnerische Zeiten, doch auch die fröhlichen Farben. Die direkten Worte Ellens sind meist erfrischend, manchmal witzig, manchmal überkandidelt, manchmal ernst. Ellen wirkt authentisch, eine, mit der man Pferde stehlen kann, die Schwierigkeiten hat zuzugeben, dass sie auch mal Hilfe braucht. Man blättert die Seiten dieses Romans um, ist gut unterhalten und wünscht, dass Ellen weiterhin fleißig in ihr Tagebuch schreibt.

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Bournville

Buchseite und Rezensionen zu 'Bournville' von Jonathan Coe

Inhaltsangabe zu "Bournville"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:368
Verlag: Viking
EAN:9780241517406
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Oh nein! Ein Esel kommt selten allein

Buchseite und Rezensionen zu 'Oh nein! Ein Esel kommt selten allein' von Angelika Godau
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Oh nein! Ein Esel kommt selten allein"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:298
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Oh nein! Ein Esel kommt selten allein"

  1. Dieses Buch sorgt für vergnügliche Lesestunden

    Dieser 19 Kapitel lange Roman spielt sich hauptsächlich in der Türkei ab und erzählt aus der Sichtweise von Yusuf. Dabei ist der Schreibstil sehr leicht und sehr bildhaft. Dieser war mir von Anfang an sehr sympathisch so wie die ganze Familie Karamak. Ab dem dritten Kapitel nimmt die Story an Fahrt auf und ich musste zum ersten mal lachen. Dieses Buch beinhaltet viel Witz und Humor und die Spannung hält sich meiner Ansicht nach im Hintergrund. Die Geschichte ist mit viel Wärme und Gefühl geschrieben die ich auf fast jeder Seite gefunden habe. In dieser leichten Story geht es ziemlich chaotisch zu so dass ich öfters in Gedanken Oh nein!! gedacht hatte. Ja, der gutmütige Yusuf hat alle Hände voll zu tun um nicht im Chaos und Pech zu versinken. Aber zum Glück gibt es ja die Familie und gute Freunde. So hat mir diese charmante Story kurzweilige und amüsante Lesestunden beschert. Im Anhang gibt es noch einige leckere türkische Gerichte für Anfänger. Meiner Meinung nach ist dieses humorvolle Buch kurzweilig und vergnüglich zu lesen und vergebe daher gerne fünf Sterne.

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Yellowface

Buchseite und Rezensionen zu 'Yellowface' von Rebecca F Kuang
3.5
3.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Yellowface"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:336
EAN:9780008532772
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Rezensionen zu "Yellowface"

  1. 3
    20. Mär 2024 

    Lesenswert aber nicht ganz mein Fall

    Im Buch geht es um June Hayward. Sie ist Autorin. Leider nur keine besonders erfolgreiche. Das ändert sich, als sie das Manuskript ihrer kürzlich verstorbenen Freundin Athena Liu stiehlt. Das Buch wird ein riesiger Hit. Jetzt muss June nur dafür sorgen, dass niemand erfährt, dass sie plagiiert hat. Auch wenn sie der lesenden Person versichern würde, dass es natürlich doch zum großen Teil ihre eigene Arbeit ist.

    Aufgrund des Hype hatte ich viel von dem Buch erwartet, was aber leider für mich persönlich nur bedingt eingetroffen ist.
    Ich habe von der Autorin bereits “Babel” gelesen und in beiden Büchern wird sowohl eher subtiler als auch ganz offener Rassismus behandelt. Auch in “Yellowface” steigert sich die Autorin konsequent, sodass man eine stetige Steigerung des Rassismus und eine konsequente Abwärtsspirale der Hauptcharakterin beobachten kann. Vor allem am Anfang kommt viel Rechtfertigung für “gut gemeinten“ Rassismus, wo Leute anderen Menschen theoretisch Komplimente machen, sie in der Realität aber stereotypisieren und entmenschlichen. Junes steigende Obsessivität der chinesischen aber auch anderen asiatischen Kulturen gegenüber war erschreckend zu sehen.
    Das Buch ist gut geschrieben für das, was es ausdrücken möchte. Die Ich-Perspektive finde ich dabei gut gewählt, weil die Art, wie June sich rechtfertigt, damit besser rüberkommt. Es wirkt, als würde sie eine Konversation mit der lesenden Person führen, in dem Versuch, sie davon zu überzeugen, dass sie keine Wahl hatte, als genauso zu handeln, wie sie es getan hat.
    Die Kritik an der Buchbranche im Buch ist grundsätzlich gut und spannend. Dabei wird auch aufgegriffen, was das Internet für eine Rolle in der Branche spielt. Dadurch gibt es einige Stellen im Buch, wo es sich darum dreht, was irgendwo im Internet passiert. Und auch wenn das relevant für die Thematik war, war es irgendwann einfach zu viel und nicht besonders anschaulich.
    Letztendlich ist das Buch satirisch, weswegen viele Dinge massiv überspitzt sind. Mir persönlich wurde das manchmal zu viel, was absolut mein persönlicher Geschmack ist. Die Charaktere sind quasi allesamt etwas unangenehm, was so gewollt ist, leider hat das aber auch dafür gesorgt, dass ich das Buch zum Teil anstrengend fand.
    Ich finde, das Buch ist kompetent geschrieben, aber irgendwie konnte es mich letztendlich nicht abholen. Das Ende fand ich wiederum gelungen, weil die Message des Buches noch einmal schmerzlich rübergebracht wurde.

    Ich finde, wie das Buch geschrieben ist, zeugt von hoher Kunstfertigkeit. Es erreicht, was es erreichen will und ist auch lesenswert, aber ich kann ihm nicht guten Gewissens mehr Sterne als “Babel” geben.

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  1. Messerscharf

    Mit Yellowface hat R.F. Kuang eine messerscharfe Satire über das Verlagswesen geschaffen, die finde ich teilweise auch Thriller- und Horrorelemente hat, die ich sehr spannend finde.

    Sie behandelt Themen wie Urheber:innenschaft, kulturelle Aneignung, Privilegien und Cancel Culture mit überspitztem Stil und schlägt dabei fest zu. Es wirft Fragen auf, die sich ganz klar an die Lesenden richtigen und dazu anregen sollen, sich selbst zu reflektieren. Ein Beispiel: Wie werden Texte im Kontext ihrer Autor:innen interpretiert und wie spielen bewusste oder unbewusste Vorurteile dabei eine Rolle? Sie liefert dabei nie Antworten, sondern überlässt es den Leser:innen selbst, kritisch zu denken. Sie bietet dabei einen selbstironischen Einblick in die Literaturszene, den viele so nicht erwartet haben denke ich.

    Dabei ist das Buch bzw. der Erzählstil von Anfang bis Ende überzogen und wahnhaft, was an der Erzählerinnenstimme der Protagonistin June liegt. Sie (und ehrlich gesagt alle anderen Charaktere in diesem Buch) ist unfassbar unlikable und gibt auch eine sehr unzuverlässige Erzählerin ab. In ihrem Kopf zu leben ist nicht schön, hält aber der ganzen Branche und auch uns als Lesenden den Spiegel vor - vor allem weil man nicht richtig zu ihr durchdringen kann und bis zum Schluss nicht weiß wer sie wirklich ist. Es ist super spannend zu sehen, wie June sich in ihrem eigenen Kopf verstrickt und sich rechtfertigt. Der Schreibstil ist dabei ironisch, teilweise fast schon komisch weil es so überzogen ist und vor allem sehr schnell zu lesen, man fliegt gerade so durch die Seiten. In der Mitte hatte es kurz ein paar Längen, weil vieles sich wiederholt, das passt aber zur Protagonistin und hat auf jeden Fall seine Daseinsberechtigung in dieser Länge

    An sich ein Buch, an das ich bestimmt bei der Lektüre anderer Bücher noch oft denken werde und das mir einen Anstoß gab, mich mit diesen Themen weiter auseinander zu setzen. Das Buch ist unfassbar klug, wie es sich im echten Leben in die Thematik des Buches einreiht und somit fast die vierte Wand durchbricht. Ich empfehle das Buch allen, die nichts dagegen haben alle Charaktere in einem Buch zu hassen und die selbst nachdenken wollen. Den Hype ist dieses Buch wert!

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The Plague Dogs

Buchseite und Rezensionen zu 'The Plague Dogs' von Richard Adams

Inhaltsangabe zu "The Plague Dogs"

Format:Taschenbuch
Seiten:528
Verlag: Vintage
EAN:9781101970690
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Back to Blood: A Novel (English Edition)

Buchseite und Rezensionen zu 'Back to Blood: A Novel (English Edition)' von Tom Wolfe

Inhaltsangabe zu "Back to Blood: A Novel (English Edition)"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:699
EAN:
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Always Differently

Buchseite und Rezensionen zu 'Always Differently' von Kat v. Letters
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Always Differently"

Format:Taschenbuch
Seiten:224
EAN:9798433459427
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Rezensionen zu "Always Differently"

  1. Der Alltag aus Sicht eines Babys

    So ein Baby hat es wahrlich nicht leicht. Fast jeder in seiner neuen Umgebung heißt Doktor und dann muss es auch noch in eine Zelle - dem Inkubator. Dort trifft das Baby auf Teddy und die Spieluhr Birne. Ärger gibt es mit dem Kobold Plittiplatsch der aber bald sein Wegbegleiter und Freund wird und dann zeigt Baby wer der Herr im Hause ist.

    Der Schreibstil ist locker, bildhaft und zügig zu lesen. Die Protagonisten passen sehr gut in diesen Roman hinein. Die Spannung hält sich dabei etwas im Hintergrund.

    Diese Erzählung umfasst 29 Kapitel und wird aus der Sichtweise von einem Baby erzählt - was ich übrigens sehr interessant fand. Die Story beginnt ab dem ersten Tag der Entstehung des Babys, über die Geburt bis hin zu seinem ersten Geburtstag. Auf den ersten Kapiteln gibt es einen kleineren Rückblick auf das erste Band - aber dieses mal aus Sichtweise des Babys. So kam ich sehr gut in das Buch hinein auch weil ich den ersten Teil kenne. Da das Baby sehr locker erzählt ist die Atmosphäre leicht und der Humor blitzt oft hervor. Ich musste beim lesen vor mich hin schmunzeln da die Story frech und keck geschrieben ist. Die Sprüche sind recht witzig geschrieben manchmal mit Bezug auf aktuelle Themen. Der Schreibstil kam mir zwischendurch etwas kühler vor. Es spielen nicht allzu viele Protagonisten in dieser Erzählung mit und die Story ist nicht komplex sondern eher einfacher gehalten. Meiner Meinung nach sind die Gedanken des Babys gut nachvollziehbar. Die Wahrnehmungen werden so mal aus einer ganz anderen Perspektive erzählt. Deshalb wurde das lesen für mich persönlich unterhaltsam und amüsant. Dies ist der zweite Band einer zweiteiligen Reihe. Er ist in sich abgeschlossen und der Leser braucht meiner Ansicht nach nicht unbedingt das Vorgängerbuch zu kennen. Mir persönlich gefiel dieser Teil etwas besser als das Vorgängerbuch und vergebe vier Sterne.

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Die Ladenhüterin: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Ladenhüterin: Roman' von Sayaka Murata
4.65
4.7 von 5 (3 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Ladenhüterin: Roman"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:145
Verlag: Aufbau
EAN:9783351037031
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Rezensionen zu "Die Ladenhüterin: Roman"

  1. Der Konbini als Zufluchtsort

    Die Ich-Erzählerin Keiko Furukaro hat autistische Züge. Ihr fällt es schwer, die Gefühle ihrer Mitmenschen, aber auch ihre eigenen wahrzunehmen und zu deuten. Bereits in der Kindheit führt dies zu Irritationen und Zwischenfällen, da Keiko sich ganz anders als von ihr erwartet verhält. Als Keiko merkt, dass sie nicht in die Gesellschaft passt, zieht sie sich zurück und vermeidet dadurch unangenehme Situationen. Während ihrer Studienzeit beginnt sie in einem Konbini, einem 24 Stunden lang geöffneten japanischen Lebensmittelmarkt, als Aushilfe zu arbeiten. Alle neuen Angestellten erhalten eine Schulung. Erstmals erhält sie klare Anweisungen für ihr Verhalten gegenüber Kunden sowie für alle anfallenden Tätigkeiten. „Zum ersten Mal wurde mir ein normaler Gesichtsausdruck und eine normale Art zu sprechen beigebracht“ (S. 18). Rückblickend setzt Keiko ihren ersten Arbeitstag im Konbini mit ihrem ersten Geburtstag gleich: ihrem ersten Tag als normales Mitglied der Gesellschaft. Die klaren Regeln geben ihr Sicherheit, sie hat endlich einen Platz gefunden, arbeitet 18 Jahre gewissenhaft dort und imitiert immer wieder Ausdrucksweisen, Tonfall und Kleidungsstil ihrer Kolleginnen, um als normal zu gelten. Anfänglich reagiert Keikos Umfeld erfreut auf ihre Tätigkeit, die ein Stück weit Normalität bedeutet. Mit zunehmendem Alter stellt sich für Keiko aber erneut ein großes Problem: Als japanische Frau sollte sie längst verheiratet und auch nicht mehr in einem Aushilfsjob tätig sein. Als ein anderer Außenseiter in ihr Leben tritt, keimt der Gedanke einer Zweckehe auf, um endlich den gesellschaftlichen Normen zu entsprechen und wieder in Ruhe leben zu können. Was dann passiert ist an Skurrilität kaum zu überbieten und öffnet den Blick auch für die in Japan geltenden Konventionen des gesellschaftlichen Zusammenlebens und die Rollenerwartungen an Frauen und Männern in unterschiedlichen Lebensabschnitten.
    Die Autorin schreibt nüchtern, klar und emotionslos. Dadurch fällt es schwer, eine Bindung zu den Figuren aufzubauen. Der Schreibstil passt aber sehr gut zu Keiko, die selbst nicht in der Lage ist, emotionale Beziehungen zu ihren Mitmenschen zu knüpfen. Äußerst glaubwürdig und präzise beschreibt Sayaka Murata den Konbini als einzigen Ort, an dem Keiko ihren Platz gefunden hat. Ich lese das Buch auch als Satire auf die japanische Gesellschaft, in der soziale Angepasstheit ein hohes Gut ist.
    Die Ladenhüterin ist eine besondere, subtile, gesellschaftskritische, stellenweise äußerst bizarre Erzählung, bei der ich innerlich häufig nur noch die Hände über dem Kopf zusammenschlagen konnte. Dafür und dass mir Keiko und ihr Konbini bestimmt lange im Gedächtnis bleiben werden, vergebe ich gerne fünf Sterne.

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  1. Reichlich Stoff zum Nachdenken

    Die Mittdreißigerin Keiko Furukura arbeitet seit 18 Jahren als Aushilfe in einem 24-Stunden-Supermarkt. Schon als Kind fühlte sie sich als Außenseiterin, da sie nicht dasselbe empathische Empfinden wie ihre Mitschülerinnen an den Tag legen konnte. Um nicht aufzufallen, verhält sich Keiko sehr ruhig, knüpft keine Freundschaften, hat keine Beziehungen und nimmt auch nicht am gesellschaftlichen Leben teil. Sicher fühlt sie sich nur auf ihrem Arbeitsplatz mit seinen vorgegebenen Phrasen und Verhaltensweisen.
    Ihr neuer Kollege Shiraha bringt Keiko auf die Idee, ihrem Leben doch noch eine andere Richtung zu geben.

    Geschichten von Außenseitern fesseln mich so gut wie immer, und so hat mich auch dieser Roman von Anfang an in seinen Bann gezogen. Wie sich eine junge Frau den Erwartungen der Gesellschaft (und sicher nicht nur der japanischen) entzieht, hat mir außerordentlich gut gefallen.
    Keiko ist eine sehr sympathische Protagonistin, der es lediglich am Mut fehlt, ihren Aushilfsjob aufzugeben. Wie dieses Berufsleben beschrieben wird, hat mich fasziniert und erinnert auch ein wenig an eine große westliche Handelskette. Sicher ist es in Japan noch extremer, wo die Angestellten zum Morgenappell antreten und die Kunden begrüßen müssen, als wären sie gern gesehene Verwandte. Dennoch hat mich der Roman immer wieder sehr stark auch an uns bekannte Gesellschaftsstrukturen erinnert. Wer kennt nicht die Fragen besorgter Familienmitglieder, warum die Heirat oder der Kindersegen ausbleibe. In Japan dürfte dieser Druck noch wesentlich höher sein, gilt man doch nur dann als nützliches Mitglied der Gesellschaft, wenn man einen guten Job hat oder verheiratet ist, am besten beides.
    Keiko kann sich diesem Druck sehr lange entziehen, sie lebt für ihren Job, schläft und isst ausreichend, um nicht krank zu werden und ihren Dienst stets ordnungsgemäß versehen zu können.
    Auch der Eintritt Shirahas in ihr Leben verläuft anders, als man es üblicherweise gewohnt ist. Wie sich die beiden begegnen ist ebenso überraschend wie Keikos Vorschlag ihrem neuen Kollegen gegenüber.
    Die Sprecherin Bettina Storm hat wirklich großartig gelesen. Sehr einfühlsam den innersten Gedanken Keikos nachspürend, konnte sie deren antrainiertes Auftreten im Supermarkt ebenfalls überzeugend vermitteln.
    Das Ende hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, für mich eine in sich stimmige, abgerundete Geschichte, die viel Stoff zum Nachdenken bereithält.

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  1. 4
    04. Mär 2020 

    Die wahre Bestimmung

    Schon als Kind war Keiko anders, sie nahm es schon damals allzu wörtlich. Fand sie einen toten Vogel, dachte sie, er könne zum Verzehr geeignet sein, während ihre Schwester das Tierchen ehrenvoll bestatten wollte. Und so zieht es sich durch ihre Kindheit und Jugend. Ihr Studium schafft Keiko zwar mit Ach und Krach, aber einer richtigen Anstellung fühlt sie sich nicht gewachsen. Ihr Aushilfsjob in einem Convenience Store einem sogenannten Konbini ist wie eine Offenbarung. Endlich hat sie ein Vorbild im Verhalten ihrer Kollegen und ein Handbuch, endlich fällt sie nicht mehr auf.

    Doch in diesem berührenden kleinen Roman bleibt es nicht lange bei dem angenehmen Leben im Konbini. Mit Mitte dreißig hat Keiko ihre Aushilfsstellung immer noch inne und wieder fällt sie auf. Normale junge Frauen haben in dem Alter eine ordentliche Arbeit, Hobbys, eine Familie. Keiko beginnt zu überlegen, wie sie ihre Situation verbessern könnte. Vielleicht bietet der neue Mitarbeiter, der ihr irgendwie ähnlich zu sein scheint, die Rettung.

    In diesem kurzen Hörbuch/Büchlein steckt eine ganze Menge. Wie engstirnig ist die Gesellschaft - und das ist hier sicherlich nicht viel anders als in Japan - wenn sie eine junge Frau wie Keiko nicht einfach so sein lassen kann wie sie ist. Augenscheinlich hat Keiko eine Art autistische Störung, die sie zwar ganz gut funktionieren lässt, sie aber doch von denen unterscheidet, die sich als normal bezeichnen. Gut kann man Keikos Erleichterung nachempfinden als sie endlich im Konbini angekommen ist und ihre Bestimmung gefunden zu haben scheint. Warum verlangt ihre Familie von ihr, normal zu werden. Warum lassen ihr die Kollegen nicht einfach ihren Job? Wie traurig, dass sie darüber nachdenken muss, etwas an ihrem Leben zu ändern, um nicht mehr aufzufallen. Und mit ihrem männlichen Gegenpart findet sie tatsächlich einen, neben dem sie wie ein Ausbund an Normalität wirkt. Am Ende befreit sich Keiko von allen Konventionen und geht mit Freude und Erleichterung ihrer waren Bestimmung nach.

    Ein gefühlvoller kleiner Roman, der einem vor Augen hält, dass Menschen grundsätzlich so genommen werden sollten wie sie sind.

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Schatz im Anflug

Buchseite und Rezensionen zu 'Schatz im Anflug' von  Kat v. Letters
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Schatz im Anflug"

Format:Taschenbuch
Seiten:216
EAN:9798390478943
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Rezensionen zu "Schatz im Anflug"

  1. Neun aufregende Monate

    Katharina Hanselmann - Breuer (35) hat einen Wunsch - sie möchte ein Baby. Ihre innere Uhr meldet sich deshalb immer öfter, kurz gesagt es ist fünf vor zwölf. Als Katharina doch noch schwanger wird entpuppt sich ihre Schwangerschaft als ziemlich chaotisch. So hat sie sich die neun Monate auf gar keinen Fall vorgestellt.

    Der Schreibstil ist sehr leicht und zügig zu lesen. Die Protagonisten passen sehr gut in diesen Roman hinein. Die Spannung erhöht sich ab der Mitte des Buches.

    Fazit: Dieser Roman umfasst unterschiedlich lange 17 Kapitel und erzählt von Katharina. In dieser Story spielen sehr wenige Protagonisten mit und trotzdem ist es ein gelungener Roman den die Autorin gut umgesetzt hat. Die Story ist turbulent, kurzweilig, und zwischendurch amüsant zu lesen. Auch ich musste mehrmals lächeln und schmunzeln. Ich durfte Katharina durch ihre Schwangerschaft begleiten und ich fühlte mit ihr mit. Da hieß es oft warten, zittern, hoffen und bangen und glücklich sein. Dieser Roman ist meiner Meinung nach perfekt für Schwangere aber auch für alle jüngeren Mütter. Mir persönlich kam die Story ein wenig unterkühlt vor was sich nach der Hälfte besserte und ab da wurde das Buch für mich persönlich spannend und zugleich aufregend. Ich konnte Katharina nicht immer verstehen und ihre Gedanken gutheißen. Gerade auch kurz vor der Geburt in den letzten vier Wochen. Da musste ich doch den Kopf schütteln. Die letzten Drittel wird es dann recht dramatisch - ob alles gut ausgeht? Dies ist der erste Band einer zweiteiligen Reihe. Er ist in sich abgeschlossen aber das Ende macht meiner Ansicht nach neugierig auf den zweiten Band. Ich vergebe gerne vier Sterne.

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