Die Bibliothek der Hoffnung: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Bibliothek der Hoffnung: Roman' von Kate Thompson
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Bibliothek der Hoffnung: Roman"

Format:Broschiert
Seiten:480
Verlag: Knaur TB
EAN:9783426529867
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Rezensionen zu "Die Bibliothek der Hoffnung: Roman"

  1. 4
    29. Mär 2023 

    Ein Plädoyer an Geschichten

    Die Bibliothek der Hoffnung ist ein Plädoyer für Geschichten! Der Roman zeigt wie wichtig Bücher, Bibliotheken, das (Vor-)Lesen und das Zuhören sind und das auf so vielen Ebenen.
    Es geht um die Bethnal Green Library in London, die zu Beginn der Blitzkriegs in die noch nicht eröffnete U-Bahnstation umziehen musste, in der auch viele Bewohner des Londoner Stadtteils Zuflucht suchten. Die leitende Bibliothekarin, aus Ermangelung eines anwesenden Mannes, macht es sich zur Aufgabe, den Menschen zu helfen und ihnen Ablenkung, Trost und Hoffnung zu schenken. Sie liest Kindern vor, gründet einen Lesezirkel und hat ein offenes Ohr und eine Buchempfehlung für alle Menschen die zu ihr kommen.
    Eine wunderschöne Idee war für mich die Rahmenhandlung, bei der eine alte Mutter in der Coronapandemie durch Schilder in der U-Bahnstation an diese Zeit erinnert wurde und sie ihren Kindern davon erzählt. Zu einer Zeit in der das "Ende der Zeitzeugenschaft" eingeläutet wird, zeigt diese Rahmenhandlung, wie wichtig es ist, den wenigen Verbliebenen zuzuhören und daraus zu lernen. Aber auch die Geschichte rund um die Bibliothek in er U-Bahnstation, die auf wahren Begebenheiten beruht, ist schön zu lesen und trotz der düsteren Thematik oft erheiternd und hoffnungsspendend. Gegen Ende hin, wurde es mir jedoch zu sehr in die Länge gezogen und der Fokus war teilweise zu sehr auf den zwei großen Liebesgeschichten.

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  1. Eine wunderbare Geschichte

    Die Geschichte über die unterirdische Bibliothek in Bethnal Green war mir bisher völlig unbekannt. Genauso wenig wie der Umstand, dass in dieser U-Bahnstation quasi eine komplette Kleinstadt entstand. Umso mehr freue ich mich darüber, dass solche außergewöhnlichen Geschichten für die Nachwelt erhalten bleiben. Damit auch deutlich jüngere Menschen wie ich noch darüber staunen können.

    Es ist eine hinreißende Geschichte, die mich schon nach den ersten Seiten nicht mehr losgelassen hat. Die Atmosphäre hat mich gleich gegriffen - ich war sofort im Londoner East End der Kriegsjahre. Zwischen den Menschen, die versuchen zu (über)leben, aufzuräumen, das Beste aus der Situation zu machen. Habe mit ihnen gelacht und war zutiefst ergriffen über ihre Schicksale. Die Figuren sind facettenreich und so lebendig geschrieben, da fällt es leicht sofort einen Draht zu ihnen zu haben.
    Clara und Ruby sind zwar sehr unterschiedlich, wachsen dem Leser mit ihrer gefühlvollen und gleichzeitig zupackenden Art aber auch sehr schnell ans Herz.
    Besonders der ins Leben gerufene Lesekreis und die Vorlesungen für die Kinder haben mein Herz im Sturm erobert. Sehr unterschiedliche Charaktere, unterschiedliche Meinungen und doch eine fest gewachsene Gemeinschaft.

    Besonders schön finde ich jeweiligen Kapiteleinleitungen, in denen Zitate von Bibliothekar*innen vorangestellt werden. Worte, aus denen unverkennbar die Liebe zu den Büchern spricht.

    Aber bei aller Euphorie - es ist kein reines Wohlfühlbuch. Die Geschichte spielt in den letzten Jahren des Krieges, die Entbehrungen, Ängste, Traumata und Gräuel sind allgegenwärtig.
    Ein Buch für Bücher und gegen das Vergessen. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

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Fräulein Anna, Gerichtsmedizin

Buchseite und Rezensionen zu 'Fräulein Anna, Gerichtsmedizin' von Petra Aicher
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Fräulein Anna, Gerichtsmedizin"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:431
EAN:
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Rezensionen zu "Fräulein Anna, Gerichtsmedizin"

  1. 5
    22. Mär 2023 

    Der erste Fall von Anna und Fritz

    Inhalt:
    -----------

    München 1912: Die 19-jährige Anna Zech hat als Jahrgangsbeste ihre Ausbildung als Krankenschwester absolviert. Auf der Suche nach einer besser bezahlten Arbeit beginnt sie als Assistentin in der Gerichtsmedizin. Gleich am ersten Tag wird die Schauspielerin Adele Röckl auf den Seziertisch gelegt. Sie wurde aus der Isar gezogen und alles deutet zunächst auf Selbstmord hin. Nach der Obduktion begegnet ihr der Journalist Fritz Nachtwey, der sich für ihre Arbeit interessiert und ihr als Dank für ihre Information eine Wohnung in der teuren Stadt verschafft. Schon bald erkennt Anna, dass es sich in Wirklichkeit um den Adeligen Friedrich von Weynand handelt, der unglücklich verheiratet ist und zu seinem Vergnügen eine Skandalzeitung betreibt. Obwohl sie anfangs eine gewisse Abneigung gegen ihn und seinen Lebensstil empfindet, so entdecken sie doch einige Gemeinsamkeiten und ihr Interesse an der Todesursache der Schauspielerin führt zu einer Freundschaft der beiden und bringt Anna schließlich leider auch in Gefahr.

    Mein Eindruck:
    -----------

    "Als Friedrich anschließend in einem anderen Wagen nach Hause in die Villa Senftl fuhr, grübelte er unwillkürlich nach über die verschiedenen Welten, die in dieser Stadt nebeneinander existierten, scheinbar, ohne sich zu berühren: die alte Welt des Adels mit ihrer Etikette, ihren Hofämtern und den Lakaien in Seidenstrümpfen und Schnallenschuhen. Und die Welt, die sich in Schwabing ein Stelldichein gab, mit ihren regellosen Festen, den Homosexuellen, die ihre Neigung kaum verbargen, den Anhängern von Freikörperkultur und fleischloser Ernährung, ihren Romantikern, Sozialisten und Anarchisten … Wie konnten diese widersprüchlichen Lebensweisen alle unter den Dächern derselben Stadt Platz finden, und wie lange würde es gut gehen?"

    Dieser historische Kriminalroman hat mich von Anfang an in seinen Sog gezogen. Der Fall fängt zwar recht beschaulich an mit der Obduktion, die einen Suizid nahelegt. Doch allmählich nehmen die Ermittlungen Fahrt auf und die Lebensumstände des Opfers werden immer mehr beleuchtet. Wer hier jedoch einen klassischen Krimi erwartet, der wird sicherlich enttäuscht sein, da der Fall zwischendurch etwas in den Hintergrund gerät. Das hat die Sogwirkung auf mich jedoch keinesfalls beeinträchtigt. Denn der Roman lebt von der tollen Atmosphäre, man spürt die Stimmung im Volk, die kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs in München herrschte. Zudem habe ich mich von Beginn an in die beiden Protagonisten Anna und Fritz verliebt.
    Beide sind so unterschiedlich auf der einen Seite und ergänzen sich auf der anderen so gut. Anna ist eine starke Persönlichkeit. Sie ist klug, lässt sich von ihren männlichen Vorgesetzten und überhaupt von Männern nicht einschüchtern und möchte auch beruflich auf eigenen Beinen stehen, was für eine Frau zur damaligen Zeit sehr ungewöhnlich ist. Sie hält sich an die Anstandsregeln, aber genießt auch ihre Freiheiten. So macht sie von vorneherein klar, dass sie Fritz als verheirateten Mann nur als Freund, nicht aber als Liebhaber dulden wird. Dies führt zu einigen amüsanten Dialogen zwischen den beiden, die ich sehr genossen habe. Ich mochte auch Fritz.Obwohl seine Frau ihn nur wegen des Adelstitels geheiratet hat und er zu Hause nichts zu sagen hat, bemüht er sich dennoch immer wieder, zumindest zu seinen Kindern ein besseres Verhältnis zu bekommen. Seine Frau stellt sich leider permanent dazwischen, sodass ich oft Mitleid mit ihm hatte. Auch mochte ich seine Art, die Gesellschaft der damaligen Zeit zu hinterfragen und zu kritisieren. Häufig verwendet er dabei einen ziemlich sarkastischen Tonfall, den ich genossen habe beim Lesen. Am Ende erfuhr der Kriminalfall noch mal eine rasante Wende, mit der ich zuvor nicht gerechnet hatte.

    Der Titel ist etwas irreführend, denn der Fall selbst dreht sich nicht um die Aufklärung der Prinzregentenmorde. Er spielt eher auf die Historie an, da der Roman zu der Zeit spielt, in dem diese geschahen und die den Auftakt zum Beginn des Ersten Weltkriegs bildeten. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und fiebere nun der Fortsetzung entgegen!

    Fazit:
    -----------
    Atmosphärischer historischer Krimi mit starken Protagonisten und amüsanten Dialogen - fesselnd geschrieben

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Die häßliche Herzogin: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die häßliche Herzogin: Roman' von Lion Feuchtwanger
NAN
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Inhaltsangabe zu "Die häßliche Herzogin: Roman"

Format:Taschenbuch
Seiten:270
EAN:9783746656274
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Monde vor der Landung

Buchseite und Rezensionen zu 'Monde vor der Landung' von  Clemens J. Setz
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Inhaltsangabe zu "Monde vor der Landung"

Format:Audible Hörbuch
Seiten:0
Verlag: tacheles!
EAN:
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Josephus-Trilogie

Buchseite und Rezensionen zu 'Josephus-Trilogie' von Lion Feuchtwanger
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Inhaltsangabe zu "Josephus-Trilogie"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:1390
EAN:
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Honigtot: 2 CDs

Buchseite und Rezensionen zu 'Honigtot: 2 CDs' von Hanni Münzer
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Inhaltsangabe zu "Honigtot: 2 CDs"

Format:Audio CD
Seiten:0
EAN:9783869522661
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Florentia - Im Glanz der Medici

Buchseite und Rezensionen zu 'Florentia - Im Glanz der Medici' von Noah Martin
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Florentia - Im Glanz der Medici"

Autor:
Format:Broschiert
Seiten:544
Verlag: Droemer HC
EAN:9783426283967
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Rezensionen zu "Florentia - Im Glanz der Medici"

  1. Sehr gut!

    Klappentext:

    „FLORENZ, 1469

    Die ganze Stadt feiert die Hochzeit von Lorenzo de‘ Medici, dem Sohn der märchenhaft reichen Bankiersfamilie und zukünftigen Herrscher.

    Drei der Hochzeitsgäste – Giuliano de‘ Medici, der ewig Zweitgeborene; die aufstrebende Malerin Fioretta Gorini und der junge, noch unbekannte Leonardo da Vinci – ahnen noch nicht, wie eng ihre Schicksale mit dem der Stadt verknüpft sind. Denn während die drei nach ihrem Platz in der Welt suchen, wird Florenz schon bald von allen Seiten bedroht, und den Feinden der Medici ist jedes Mittel recht, die Familie zu bekämpfen.

    Als sich sowohl Fioretta als auch Leonardo in einen Medici verlieben, werden sie schon bald tief in ein gefährliches Spiel aus Intrigen, Politik und Verrat gezogen, das tödlich enden wird.“

    Die Familie de Medici ist bis heute immer wieder gern Thema in Büchern oder in Reportagen. Die Faszination an dieser Familie scheint schier unerschöpflich. Aber warum? Was ist an der Familie so besonders gewesen? War es die Zeit in der sie lebte oder gar ihr Einfluss? Viele Fragen und viele Antworten liefern uns bis heute die Forscher und Historiker dazu. Autorin Noah Martin erzählt uns hier die Geschichte der Familie de Medici in Roman-Form aus dem Jahr 1469. Sie gibt dem Leser gleich zu Beginn ihrer Geschichte einerseits ein Personenregister aber auch eine Stadt-Karte an die Hand von Florenz - der Grundstein für ein reibungsloses Verständnis der Geschichte ist somit gegeben. Die Geschichte selbst erzählt nicht nur die Geschichte der Medici zum Zeitpunkt wieder sondern zeigt auch die damalige politische Lage der Zeit. Beides ist eng miteinander verwoben. Da es bereits so viele Literatur und Geschichten über diese Familie gibt, stellt sich die Frage, warum ausgerechnet diese Geschichte lesenswert sein soll. Martin hat ein feines Gespür den Leser an die Hand zu nehmen und in die Zeit abzutauchen. Ihr flüssiger Schreibstil umgarnt den Leser regelrecht und wir tauchen wahrlich in eine andere Zeitepoche ab. Ebenso werden auch besondere Persönlichkeiten wie Leonardo da Vinci in die Geschichte mit eingewoben. Ja, er und die Familie de Medici hatten große Verbindungen aber dennoch erschien mir hier einiges davon etwas arg frei von der Autorin gestaltet. Egal ob Fiktion oder Realität, Noah Martin schafft es, die bekannten Storys der Medici gekonnt miteinander zu verweben und entsprechend darzustellen. Sie erzählt sehr bildhaft und bringt die politischen und geschichtlichen Aspekte immer wieder gekonnt mit ein. Der rote Faden zieht den Leser immer weiter in den Medici-Sumpf mit hinein und man kann schwer sich diesem Sog entziehen.

    4 sehr gute Sterne hierfür.

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  1. Ein toller historischer Roman

    Ein wirklich schöner historischer Roman, der das Leben in Florenz des 15. Jahrhunderts und die Machtverhältnisse der führenden Familien in den Mittelpunkt stellt. Jede Menge Ränkespiele um die Vorherrschaft in Florenz und um Beziehungen zum Vatikan und zum Pabst. Politische und wirtschaftliche Interessen spielen genauso eine Rolle wie zur Schau gestellter Reichtum oder eine passende Heirat, um den eigenen Machteinfluss zu erweitern.
    Der Familie de Medici haftet ein gewisses Bild an. Machtbesessen und skrupellos, nur auf den eigenen Vorteil bedacht, über Leichen gehend. Dieses Bild wird hier nur zu einem kleinen Teil bedient. Vielmehr werden die historischen Figuren etwas mehr von ihrer menschlichen Seite gezeigt. Es wirkt fast wie ein privater Einblick in diese faszinierende Familie.

    Die Darstellung der Stadt und ihrer Mitbewohner ist ebenso gut gelungen. Die schön beschriebenen Märkte, das Stadtbild oder die jeweiligen Stimmungen der Bevölkerung sorgen dafür, dass ich mich wie mittendrin gefühlt habe.

    Und wer an Florenz denkt, dem kommen natürlich diese tollen Kunstwerke jener Zeit in den Sinn. Und die Kunst kommt in dem Buch auch nicht zu kurz, denn einerseits ist mit Fioretta eine der Hauptfiguren eine angehende Malerin vertreten; zum anderen erlebt man auch die ersten Schritte von Sandro Boticelli und Leonardo da Vinci auf dem künstlerischen Parkett. Beide jung, beide lebens- und erfolgshungrig. Und nicht als die Super-Genies dargestellt, Man erahnt, welches Können bei beiden vorhanden ist - aber in erster Linie sind sie als junge Menschen mit Freuden, Sorgen und Nöten dargestellt.

    Diese Mischung aus Intrigen, Politik, Kunst und ein bisschen Liebe hat mir auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht.

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