Resilienz für dich: Krisen sind Chancen!

Buchseite und Rezensionen zu 'Resilienz für dich: Krisen sind Chancen!' von bibo Loebnau
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Resilienz für dich: Krisen sind Chancen!"

Diskussionen zu "Resilienz für dich: Krisen sind Chancen!"

Autor:
Format:Flexibler Einband
Seiten:128
Verlag: arsEdition
EAN:9783845843513
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Rezensionen zu "Resilienz für dich: Krisen sind Chancen!"

  1. Eine hilfreiche Kladde mit vorgeformten Seiten

    Es ist erst einmal ziemlich schwierig etwas über ein Sachbuch zu schreiben, das als Selbsthilfebuch konzipiert ist. Es "lebt" ja von der Interaktion, so ist es eher eine Art Besichtigung von aussen.
    Zuerst hat es mich schon sehr enttäuscht, dass es kein Hardcover ist. Zwar etwas stabiler als ein Taschenbuch, aber gerade ein Eintragbuch für problematische Lebenssituation sollte stabil sein. Es wird sicher oft genutzt, mitgenommen oder auch als Anker benutzt, da soll es auch haptisch Stärke vermitteln.
    Das Coverdesign finde ich gelungen. Kleine ansprechende und nicht bewertende Symbole und vor allem im Titel eine direkte Ansprache. Keine Schnörkel, kein Overload.
    Interessant ist im Buch auch, das besondere Kleinigkeiten eine bedeutende Wirkung erzielen. So ist der Text, auch das Inhaltsverzeichnis im Schriftbild immer durchbrochen von scheinbar handschriftlichen Einträgen. Zum einem macht es die so vermittelte Botschaft persönlicher und zugleich durch die Wahl des eher ungleichmässigen Schreibschriftbildes vermittelt es, Unvollkommenheit ist ok.
    Der Aufbau des Eintragbuches ist so strukturiert, dass man kleine Einheiten vorfindet, die nicht überfordern. Man kann bei dem Thema einsteigen, dass einem gerade anspricht.
    Inhaltlich findet sich hier ja keine neue psychologische Herangehensweise an das Thema, das will das Buch ja auch gar nicht. Es ist eine Hilfestellung für Hilfesuchende, die dazu ein ensprechendes Gerüst brauchen, das sie anleitet und weiterbringt. Diese Aufgabe sehe ich, zumindest als Aussenstehende hier voll erfüllt.

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Die Wahrheit über Metting

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Wahrheit über Metting' von Tom Liehr
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Wahrheit über Metting"

Diskussionen zu "Resilienz für dich: Krisen sind Chancen!"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:368
EAN:9783499001840
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Rezensionen zu "Die Wahrheit über Metting"

  1. Metting war überall

    Tomás Lebesanft wächst in einem kleinen Provinzstädtchen auf. Seine Eltern betreiben ein Altenheim und so denkt der kleine Tom lange, dass es nur alte Menschen gibt. Es sind die bleiernen 60/70iger Jahre, die Schule geprägt von reaktionären Lehrern, deren Ausbildung noch von vergangenen Zeiten überschattet wurde. Er ist Legastheniker, was damals als „zurückgeblieben“ interpretiert wird. Eine weiterführende Schule wird ihm verwehrt. Sein bester Freund ist ebenso Außenseiter, Filip, der als Zigeunerjunge bezeichnet wird. Vermisst irgendjemand in der Schule ein Teil, wird sofort Filips Schultasche durchsucht. Vorurteile, die von den Lehrern sogar noch befeuert wurden.

    Die Ehe der Eltern ist seltsam unterkühlt, genau wie sein Verhältnis zu ihnen. Es gibt nur eine Person, die Tom wichtig ist, Marieluise die ins Altersheim der Eltern zieht. Eine alte Dame, aber jung in ihren Ansichten und Toms Bezugsperson und seine erste Liebe.

    30 Jahre später kehrt Tom in sein Heimatstädtchen zurück….

    Für mich war dieser Roman eine Zeitreise in meine eigene Vergangenheit, Schulzeit in der gleichen Zeit mit ähnlichen Erfahrungen. Da wurden Erinnerungen wach, die mich schmerzlich berührten. Es sind vor allem die kleinen Beobachtungen die Tom Liehr so wunderbar schildern kann und die einprägsame Bilder hervorrufen. Die selbstherrlichen Charaktere der braven Bürger - man ist ja schließlich wieder wer – die zu üblen Vorurteilen gegenüber Fremden führen. Ein dunkler Teint, ein fremd klingender Name reicht zur Ausgrenzung schon aus. Das alles ist mir aus der Erinnerung nur allzu vertraut.

    Der Autor schreibt sehr einfühlsam, für mich auch mit Emotionen verbunden. Das liegt sicher an meiner Generation, ich bin nicht sicher, ob jüngere Leser das ebenso spüren. Aber für alle Leser gleich interessant ist die Menschlichkeit des Romans. Es ist ein Loblied auf die Freundschaft, ein Geschichte über das oft schmerzhafte Erwachsenwerden und ein Zeitbild aus der Provinz gleichermaßen.

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Wo die Sterne tanzen (Farben des Sommers, Band 4)

Buchseite und Rezensionen zu 'Wo die Sterne tanzen (Farben des Sommers, Band 4)' von Katharina Herzog
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Wo die Sterne tanzen (Farben des Sommers, Band 4)"

Diskussionen zu "Resilienz für dich: Krisen sind Chancen!"

Format:Broschiert
Seiten:352
Verlag:
EAN:9783499275296
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Rezensionen zu "Wo die Sterne tanzen (Farben des Sommers, Band 4)"

  1. Emotionaler Sommerroman auf dem idyllischen Juist, aber mit etwa

    Von Katharina Herzog habe ich bisher nur einen Titel aus der Reihe “Farben des Sommers” gelesen, welches mir sehr gut gefallen hat. Auf Vorablesen.de wurde nun ihr neuester Roman “Wo die Sterne tanzen”, der vierte Band der Sommerfarbenreihe, verlost. Ich hatte Glück und durfte nun dieses Buch lesen. Vielen Dank an dieser Stelle an meine Lossfee!

    Coverbild
    Das Cover ist sehr liebevoll gestaltet mit rosa Wölkchen und Möwen als Aquarellzeichnungen, drumherum ein geometrisches Muster. Der Titel ist in Handletterings in einer goldenen Farbe mittig platziert. Es ist ein für einen sommerlichen Liebesroman typisches Cover, was mir aber in der Machart sehr gut gefällt.

    Handlung
    Die in New York lebende Tänzerin Nele verbringt seit ihrer Kindheit ihre Sommerferien bei Oma Lotte auf der idyllischen Nordseeinsel Juist und kennt alle Inselbewohner. So wie auch Henry, der Enkel von Oma Lottes Nachbarin Emely, mit dem sie erst eine sehr gute Freundschaft pflegt. Doch als sich beide im jugendlichen Alter endlich näher kommen, wendet sich Henry abrupt von ihr ab, und lässt sie stehen. Genau zu dem Zeitpunkt lernt Nele auch Ben kennen, mit dem sie anfangs Henry eifersüchtig machen möchte. Doch daraus entwickelt sich über die Jahre ebenfalls eine sehr intensive Freundschaft. Nach Oma Lottes Tod müssen Nele und ihre Mutter das Haus verkaufen. Ein letztes Mal kehrt sie mit ihrer kleinen Tochter Annika zurück auf die Insel um gemeinsam mit ihrer Mutter das Haus auszuräumen. Dies ist auch für Nele der Moment, sich von Juist abzuwenden, von der Vergangenheit Abschied zu nehmen und ein neues Leben zu beginnen.

    Buchlayout / Haptik
    Das gesamte Buch wurde sehr liebevoll gestaltet. Die Klappenbroschur zeigt auf den Innenseiten vorne eine handgemalte Darstellung die Insel Juist, hinten gibt es zu den wichtigen Person einen kurzen Steckbrief. 33 Kapitel teilen die 349 Seiten in sehr angenehme Leseeinheiten auf. Jedes Kapitel wird mit der Kapitelnummer, einer Ortsangabe und Datum, sowie einem Zitat aus bekannten Musicals eingeführt. Feine Zeichnungen von Wölkchen verzieren dabei die Seite.

    Idee / Plot
    Wie so oft, ist das vorherrschende Thema bei unglücklichen Liebesgeschichten wie auch schlechten Beziehungen, die fehlende Kommunikation zwischen den Beteiligten. So erleben wir es auch hier in dieser Geschichte. Natürlich erschweren verletzte Gefühle und Emotionen, die Nele und Henry beide durch die Trennung ihrer Eltern durchmachen mussten, die eigene Erkenntnis, dass fehlende Kommunikation einer Beziehung nicht zuträglich ist. Beide sind mit ihren Gefühlen beschäftigt und erkennen nicht, dass sie sich damit die Chance auf eine Liebe verbauen. Und immer wieder im Laufe ihrer Leben laufen sie sich über den Weg, und obwohl sie die Anziehung zum anderen fühlen, schaffen sie es nicht, die Wahrheit endlich auszusprechen. Das Gleiche gilt aber auch für die Beziehung zwischen Nele und ihrer Mutter.

    Emotionen / Protagonisten
    Mir hat Nele gut gefallen und ich konnte auch ihre Entwicklung gut nachvollziehen. Sie hat als Jugendliche an dem schicksalshaften Tag mit Henry sehr viel einstecken müssen und dazu auch noch ein schlimmes Erlebnis mit Ihrer Mutter gehabt. Da hätte ich mir etwas mehr Rückrat von ihr gewünscht um die Mutter zur Rede zu stellen. Aber als Jugendliche kann man gerade Verhalten von seinen Eltern eher schlecht hinterfragen. Hier hat mir Nele sehr leid getan. Aber sie ist ein starker Charakter und musste sich in New York durchkämpfen und dafür auch unkonventionelle Wege gehen.

    Henry hat mich am Anfang richtig sauer gemacht. Er hat ein pubertäres und kindisches Verhalten an den Tag gelegt, für das ich ihn zum Teufel geschickt hätte. Auch wenn man später die Auflösung dafür erhält fand ich das überhaupt nicht in Ordnung.

    Die Liebesbeziehung ist für mich nicht ganz greifbar und nachvollziehbar. Ja, es war Neles erster Kuss und der erste Junge, für den sie sich interessiert hat. Und auch wenn Vieles am Ende sich aufklärt, kann ich die Anziehung zwischen den beiden nicht so wirklich fühlen.

    Ben ist eine gute Seele und ich fand ihn sehr sympathisch. Am Anfang war die Bekanntschaft mit ihm eher Mittel zum Zweck, denn zunächst wollte sie Henry mit ihm eifersüchtig machen. Aber er wird für Nele ein guter Freund und wichtiger Anker in ihrem Leben.

    Laura, Neles Mutter ist für mich sehr ambivalent und egoistisch, auch wenn es sich zum Ende etwas bessert. Aber auch hier ist die fehlende Kommunikation der Ursprung aller Missverständnisse. Was mir für Nele sehr leid tat, da die Beziehung zwischen Tochter und Mutter schon seit dem Weggang von Neles Vater Eddy gestört war, und die Mutter mit depressivem Verhalten der Tochter gegenüber kein Interesse mehr gezeigt hat.

    Handlungsaufbau / Spannungsbogen
    Besonders interessant ist der Aufbau der Geschichte. Der Prolog handelt von Nele als Kind, wie sie ihre depressive Mutter erlebt und zum ersten Mal Henry kennenlernt. Ab dann kommen die Kapitel im Wechsel zwischen Nele als Jugendliche und junge Erwachsene, wie sie zum einen jährlich ihre Sommer dort verbringt und zum anderen sich in New York als Musicaldarstellerin durchschlägt, und Nele 2019 auf Juist, wie sie den letzten, emotionalen Schritt gehen und das Haus und die Erinnerungen ausräumen muss. Durch die ständigen Zeitsprünge bleibt die Spannung immer erhalten, viele Fragen aus der “Gegenwart” werden dadurch erst peu à peu aufgeklärt. Einen großen Showdown gibt es nicht, aber am Ende sind alle glücklich und zufrieden.

    Szenerie / Setting
    Die Insel Juist ist sehr beschaulich und idyllisch, ein krasser Gegenteil natürlich zu der Stadt, die niemals schläft, New York. Juist ist klein, nur der Arzt darf dort ein Auto haben. Und jeder kennt jeden. Katharina Herzog hat die Insel sehr bildhaft und authentisch beschrieben, auch wenn sie hier ab und zu sich der dichterischen Freiheit bedient hat, und Wege abgekürzt und Ecken anders benannt hat. Aber das tut dem ganzen Feeling kein Abbruch. Natürlich ist es auch nicht realistisch mal eben von Juist nach New York zu jetten (jeder, der mal auf der Insel war, weiß wie umständlich die An- und Abreise ist). Aber darum geht es auch nicht, sondern es geht vor allem um die Darstellung der Gegensätze zwischen Juist und New York. Und das empfinde ich als voll gelungen.

    Sprache / Schreibstil
    Katharina Herzog hat einen wunderbar angenehmen, bildhaften und flüssigen Sprachstil, der mir sehr gut gefallen hat. Wir erleben Neles Geschichte aus der Perspektive des personalen Erzählers im Präteritum, was ich für diese Form des Romans als absolut passend finde.

    FAZIT
    Ein schöner, sommerlicher Roman, der viele emotionale Momente bereithält, abwechslungsreich und wunderbar schnell zu lesen ist. Ein bisschen hat mir die Tiefe bei den Protagonisten und in der Liebesgeschichte gefehlt, trotzdem hat mir das Buch rundum gut gefallen und schöne Lesestunden bereitet.

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Niemalswelt

Buchseite und Rezensionen zu 'Niemalswelt' von Marisha Pessl
4.25
4.3 von 5 (4 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Niemalswelt"

Tödliche Wahl – der neue Roman der New-York-Times-Bestsellerautorin Marisha Pessl!
Ein packender Genre-Mix aus Psycho-Thriller, Coming-of-Age und Mystery.

Seit Jims ungeklärtem Tod hat Bee keinen ihrer Freunde mehr gesprochen. Als sich die fünf ein Jahr später in einem noblen Wochenendhaus an der Küste wiedertreffen, entgehen sie nachts nur knapp einem Autounfall. Unter Schock und vom Regen durchnässt kehren sie ins Haus zurück. Doch dann klopft ein geheimnisvoller Unbekannter an die Tür und eröffnet ihnen das Unfassbare: Der Unfall ist wirklich passiert und es gibt nur einen Überlebenden. Die Freunde sind in einer Zeitschleife zwischen Tod und Leben gefangen, in der sie dieselben elf Stunden immer wieder durchlaufen – bis sie sich geeinigt haben, wer von ihnen überlebt. Der Schlüssel zur Entscheidung scheint Jims Tod zu sein – in ihrer Verzweiflung beginnen die Freunde nachzuforschen, was wirklich mit ihm passiert ist, in jener Nacht, in der er in den Steinbruch stürzte. Und langsam wird klar, dass sie alle etwas zu verbergen haben …


Ein echter Page-Turner, der einen nicht mehr loslässt!

Diskussionen zu "Resilienz für dich: Krisen sind Chancen!"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:386
Verlag: Carlsen
EAN:
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Rezensionen zu "Niemalswelt"

  1. Atmosphärische, düstere Variante der altbekannten Zeitschlaufe

    Eine atmosphärische, düstere Variante des altbekannten Zeitschlaufen-Romans:

    Fünf Freund:innen verunglücken mit dem Auto, aber was für ein Glück: niemand scheint ernsthaft verletzt. Aber. Natürlich kommt da ein Aber. Hier grüßt nicht etwa das Murmeltier, sondern der Wächter, der ihnen am nächsten Tag eröffnet, sie seien bei dem Unfall gestorben und befänden sich jetzt solange in einer Zwischendimension, bis sie per Abstimmung entschieden haben, wer von ihnen eine Chance bekommen soll, ins Leben zurückzukehren.

    Aber da somit ja vier der Freund:innen für ihren eigenen Tod stimmen müssten, ist das erstmal eine Pattsituation. Sie können sich frei bewegen und tun, was immer sie wollen, aber etwa alle elf Stunden werden sie zurückversetzt an Zeit und Ort des Unfalls, und immer sagt der Wächter bedauernd, es sei keine einstimmige Entscheidung erreicht worden.

    Zehnmal. Hundertmal. Tausendmal?

    Die Fünf reagieren sehr unterschiedlich auf die Ewigkeit, für die der Mensch einfach nicht gemacht ist. Der eine versucht, sich umzubringen, doch wacht nur wieder am Treffpunkt auf. Die andere betreibt Recherche. Wieder andere nutzen gnadenlos aus, dass nichts Konsequenzen hat. Und im Endeffekt beschließen alle zusammen, dass sie die Zeitschlaufe nutzen werden, um den Tod ihres Freundes James aufzuklären, der sich vor ein paar Jahren angeblich umbrachte.

    Nein, Zeitschleife-Geschichten sind nun wirklich nichts Neues, aber meist werden sie humorvoll und/oder romantisch erzählt. Durch »Niemalswelt« schwebt indes ein Hauch von albtraumhafter Verzweiflung, der auf mich viel glaubhafter wirkt. Ja, im Grunde sind die Fünf nun solange unsterblich, bis eine Entscheidung getroffen wird, aber sie sind an dieses enge Zeitfenster gebunden, das sich immer und immer wieder wiederholt.

    Marisha Pessl zeigt sehr überzeugend, was es mit der Psyche eines Menschen anstellen könnte, wenn sich nie etwas ändert und nichts Konsequenzen hat – und wie vermeintliche Freundschaften allzu leicht toxisch werden können, wenn es um die eigene Haut geht. Und das macht die Geschichte dann doch originell.

    Zwischendurch wird das Tempo durch die ständigen Wiederholungen des Zeitfensters mehrfach stark ausgebremst, doch das störte mich nicht, weil es im Rahmen der Geschichte Sinn macht. Das Leben dieser jungen Menschen steht nun mal still, so sehr sie auch dagegen wüten und daran verzweifeln mögen. Marisha Pessl erschafft gekonnt eine klaustrophobische Atmosphäre, der man sich nur schwer entziehen kann.

    Spannend blieb es für mich durchweg – aber es ist eher eine psychologische Spannung als eine, die von Action oder Gewalt erzeugt wird. Nach und nach bekommt man ein besseres Bild von den verschiedenen Persönlichkeiten, ihren Geheimnissen, und natürlich von dem, was mit James passiert ist. Die Geschichte nimmt dann auch ein paar unerwartete Wendungen, die ich sehr gelungen fand, und die Charaktere werden immer einfallsreicher darin, die Bedingungen der Niemalswelt auszureizen.

    Eine Geschichte wie diese ohne Brüche in der Glaubhaftigkeit zu erzählen, ohne Lücken und Logikfehler, ist sicher nicht einfach. In meinen Augen ist es Marisha Pessl hier jedoch gelungen.

    Die Auflösung ist überraschend und macht im Rahmen dessen, was bisher über die Niemalswelt erfahren haben, Sinn. Jetzt kommen auch die letzten Geheimnisse ans Licht, die der ein oder die andere noch versteckt hielt, und da ist es schon ein Kunststück, dass alle Puzzleteile ins Bild passen.

    Alle Charaktere, auch die liebe und kluge Protagonistin Bee, haben ihre Geheimnisse. Alle kämpfen mit ihren eigenen Dämonen: Erinnerungen und Gedanken, die sie Tag für Tag für Tag immer wieder in Endlosschleife durchleben müssen, und das ist im Grunde nichts Weniger als das Fegefeuer. Die Autorin beschreibt dies meines Erachtens glaubhaft und mit erstaunlicher Authentizität, was eine ungeheure Sogwirkung erzeugt.

    Mochte ich alle Charaktere? Auf keinen Fall, aber das ist sicher durchaus gewollt.

    Aber irgendwie fehlte mir dann doch etwas – vielleicht mehr emotionale Nahbarkeit, vielleicht mehr Tiefgang. Da wir die Geschichte immer nur durch Brees Augen sehen, bleiben die anderen Charaktere den Lesenden letztlich immer etwas fern.

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  1. 5
    22. Dez 2022 

    Ungewöhnlich und gut geschrieben.

    REZENSION: Niemalswelt

    Prämisse:

    Seit der feste Freund von Beatrice, genannt Bee, vor einem Jahr unter rätselhaften Umständen ums Leben kam, hat sie mit keinem ihrer ehemaligen Freunde Kontakt, bis die fünf sich in Wincroft – einem noblen Wochenendhaus treffen wollen. In der ersten Nacht ihres Aufenthalts bauen sie beinahe einen Autounfall. Doch kaum zuhause angekommen, steht ein seltsamer Fremder auf ihrer Matte, der sich als „Der Wächter“ vorstellt und ihnen eröffnet, dass der Unfall tatsächlich geschehen ist welchen auch nur eine/r von ihnen überlebt hat. Wer ins Leben zurückkommen darf, soll per Abstimmung entschieden werden. Bis eine Einigung erzielt wird, sind die Freunde in der Niemalswelt gefangen, einer Zeitschleife zwischen Leben und Tod. Nachdem sie auch nach einer langen Zeit in der Niemalswelt nicht zu einer Entscheidung gekommen sind, beschließen sie, die Hintergründe von Jims Tod aufzuklären, was jedoch so manches Geheimnis ans Tageslicht zerrt.

    Positives:

    Zuerst einmal muss ich das Konzept von „Niemalswelt“, genauer der Niemalswelt ansich, loben. Die Vorstellung einer Zeitschleife zwischen Leben und Tod ist hochinteressant, und wird auch gut umgesetzt. Gerade psychologisch wirken die Reaktionen auf mich sehr nahbar, auch wenn ich natürlich keine Möglichkeiten habe dies in der Praxis zu überprüfen. Jede der Figuren geht auf ihre eigene Weise mit dieser Situation um, bevor sie sich fassen und ihre Nachforschungen beginnen. Des Weiteren ist auch die Niemalswelt an sich sehr interessant. Sie ähnelt der echten Welt, weist jedoch einige ungewöhnliche Anomalien auf.
    Zu den Charakteren selbst, - auch sie empfand ich als sehr gelungen. Obzwar „Niemalswelt“ nicht länger als 380 Seiten ist gelingt es Marisha Pessl, Fünf – gewissermaßen sogar sechs - Charaktere zum Leben zu erwecken, von denen jeder gut ausgearbeitet und auf ihre eigene Art etwas exzentrisch sind und die sich von einander unterscheiden. Das mag zwar Trivial klingen, ist es jedoch nicht. Ein häufiges Problem von Büchern mit mehreren Charakteren, die ähnlich oder gleich stark im Fokus stehen ist, dass sie in Ermangelung von markanten Eigenschaften kaum auseinanderzuhalten sind, wodurch sie miteinander verschwimmen. Dieses Problem hat „Niemalswelt“ nicht.
    Aber auch die Geschichte selber gefiel mir sehr. Marisha Pessl nimmt sich Zeit ihre Figuren, ihre Beziehungen untereinander und natürlich die Niemalswelt zu etablieren, verliert sich jedoch nicht darin sondern kommt angemessen schnell zum Hauptteil der Geschichte. Auch die Ermittlungen der Hauptcharaktere werden meiner Ansicht nach hervorragend in Szene gesetzt, wobei sie sich die Umstände der Niemalswelt zunutze machen.
    Ich möchte an dieser Stelle auf etwas wichtiges hinweisen: Der Hauptfokus von „Niemalswelt“ liegt NICHT auf der Frage welcher der Freunde dem Tod von der Schippe springt, sondern auf dem offenlegen der Umstände von Jims Tod. Wer mit der Erwartungshaltung an dieses Buch herangeht, eine Art komplexes, psychologisches Todesspielszenario zu erleben, in welchem die Figuren sich unentwegt gegenseitig manipulieren und untereinander intrigieren, der wird von „Niemalswelt“ enttäuscht sein. Dies nur am Rande.
    Ohne näher darauf einzugehen, - das Ende des Buches habe ich ebenfalls als sehr positiv wahrgenommen. Es ist stimmig, emotional und auch tiefgründig. Bevor ich zu dem meiner Auffassung nach stärksten Aspekt von „Niemalswelt“ komme, möchte ich noch eine kleine aber feine Nebensächlichkeit loben. Marisha Pessl kreiert in „Niemalswelt“ ein fiktives Buch namens „Das dunkle Haus an der Anderswokurve“ Dieses Buch spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte und die Lore darum ist überaus faszinierend.

    Aber der stärkste, der mit Abstand stärkste Aspekt von Niemalswelt, ist der Schreibstil. Ich habe schon viele Bücher von vielen Autoren gelesen, aber keines von ihnen besaß eine derart kreative Weise mit Worten umzugehen. Marisha Pessl verwendet sehr häufig ungewöhnliche Vergleiche um Figuren, Schauplätze und Emotionen zu beschreiben, findet aber auch andere kreative Wege. Hier eine kleine Kostprobe:

    „Die Psyche ist fragil. Sie ist wie die Sandburg eines Kindes bei auflaufenden Wasser.“

    „ Meine Gedanken verflüssigten sich und schwappten von innen gegen meine Schädeldecke.“

    „Ich konnte sie stundenlang einfach so stehen lassen wie eine Schale mit Obst.“

    Zudem gelingt es Marisha Pessl mithilfe ihres Stils – vor allem in der ersten Hälfte – eine ungewöhnliche aber gute Situationskomik zu erzeugen. Die beste Stelle des Buches ist meiner Ansicht nach jene, in welcher Beatrice, einen Monolog über das Wesen der Niemalswelt und ihre Auswirkungen auf die menschliche Psyche beschreibt. Diese Szene ist eine pure Demonstration der Möglichkeiten des geschriebenen Wortes. Sollte „Niemalswelt“ jemals verfilmt werden, wird es äußerst schwierig werden das Wegfallen dieses Schreibstils zu kompensieren.

    Negatives:

    Trotz aller soeben genannten positiven Punkte ist „Niemalswelt“ nicht perfekt. Mein erster Kritikpunkt ist, dass, die Rolle eines bestimmten Charakters ab einem bestimmten Zeitpunkt völlig offensichtlich ist, obwohl sich das Buch sehr darum bemüht diese Tatsache zu verschleiern. Des Weiteren muss ich auch über einen Aspekt des von mir eigentlich so hochgelobten Schreibstils sprechen. Dieser da ist: Manche Szenen wirken zusammengefasst oder heruntergebrochen, darunter auch das Finale des Buches. Und das finde ich wirklich zutiefst bedauerlich, da Marisha Pessl auf diese Weise viel Potential bezüglich Spannung und Intensität verschwendet. Dazu – am Rande erwähnt – hätte es meiner Ansicht nach eine bessere Möglichkeit gegeben, dass Verstreichen der Zeit und die subjektive Zeitwahrnehmung darzustellen, als es in „Niemalswelt“ getan wird. Nämlich folgende: In der „The Loop“ Trilogie wird ein zeitschleifenähnliches Szenario dergestalt dargestellt, dass der Protagonist den Ablauf der Ereignisse beschreibt und diese von Tag zu Tag mehr simplifiziert, bis sich seine Beschreibungen der letzten drei Tage auf folgendes beschränken:
    „Das Gleiche von vorn.“ „Und noch einmal“. „Es nimmt einfach kein Ende.“
    Es ist schade, dass „Niemalswelt“ etwas derartiges nicht getan hat.
    Und zuletzt: „Niemalswelt“ tut etwas, dass auch viele andere aktuelle Jugendkrimis („Night of Lies. A Good Girls Guide to Murder, Dark and Shallow Lies, Nothing more to Tell“) tun, und dass mir in den wenigsten Fällen zusagt. Anstatt, dass einfach nur das Verbrechen aufgeklärt wird, stellt sich noch zusätzlich heraus, dass praktisch das gesamte Umfeld des Protagonisten irgendwelche „dunklen“ Geheimnisse hütet. Ich werde jetzt nicht näher darauf eingehen, was mich so sehr daran stört und ich finde auch nicht, dass es das gesamte Buch zerstört (von den oben genannten Büchern, würde ich jedem mindestens 3,5 von 5 Sternen geben und „Dark and Shallow Lies“ gefiel mir sogar überaus gut) des Weiteren ist es in diesem Buch noch akzeptabel, ich wollte es jedoch einmal erwähnt haben.

    Fazit:

    „Niemalswelt“ ist meiner Ansicht nach ein ausgezeichnetes Buch, welches trotz einiger kleinerer Schwächen mit seinem Schreibstil und seinem Setting zu überzeugen weiß. Und dafür vergebe ich 4,5 von 5 Sternen, welche ich auf 5 Sterne aufrunde.

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  1. 4
    01. Aug 2019 

    Wincroft

    Nun ist es schon ein Jahr her, dass ihr Freund Jim verschwand und zwei Tage später tot aufgefunden wurde. Beatrice hat seinen Tod noch immer nicht überwunden, aber sie will wissen, was in der Nacht wirklich geschehen ist. Noch einmal will sie die Freunde von damals treffen, in Wincroft, wo sie so viel Zeit verbracht haben. Doch je näher das Ziel kommt, desto unsicherer wird Beatrice, ist Wissen wirklich essentiell? Mit den Freunden ist es nicht wie früher, Jim war ihr Zentrum und ihr Zusammenhalt. Ohne ihn sind sie nur eine Gruppe von jungen Leuten, die nach einer Party einen Unfall hatte.

    Ein Unfall, mit dem der Wächter auf den Plan gerufen wird, der den jungen Leuten mitteilt, dass sie die selbe Zeit immer wieder erleben müssen, bis sie entschieden haben, wer überleben wird, denn nur einer kann überleben. Wie Beatrice im Buch selbst erwähnt, der Groundhog Day lässt grüßen. Und dieser Tag mutet Beatrice und ihren Freunden einiges zu. Auch wenn es Momente gibt, in denen sie ihre quasi Unsterblichkeit beinahe genießen, kommen die Fünf doch zu dem Schluss, dass sie zusammenwirken wollen, um der ewigen Wiederholung zu entfliehen. Nur so können sie es schaffen, aufzuklären, was vor Jims Tod geschehen ist.

    Man fragt sich anfänglich schon, ob die Autorin einer bekannten Idee eine neue Facette abgewinnen kann. Zum Glück muss man nicht lange lesen, um von der Handlung des Buches gefangen genommen zu werden. Beatrice lernt ihre Freunde auf eine ganz neue Art kennen. Gemeinsam und auch getrennt durchlaufen sie Phasen, in denen ihr Aufenthalt in der Niemalswelt mehr oder weniger erträglich ist. Doch je mehr ihnen klar wird, dass sie letztlich nur zusammen stark sind, desto mehr können sie die Zeit vor Jims Tod rekonstruieren und ihre Empfindungen unter einander, seien sie positiv oder negativ, entschlüsseln. Es überrascht nicht, dass dabei einige Überraschungen ans Licht kommen. Hat man erstmal mit der Lektüre begonnen, findet man hier eines der seltenen Bücher, die einen eintauchen lassen in eine fremde Welt, die man erst wieder verlassen möchte, wenn das letzte Rätsel gelöst ist.

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  1. Zeitschleifenfantasy

    Vor einem Jahr starb Jim Mason unter ungeklärten Umständen. Seine Freundin Bee trauerte lang um ihn. Jeglichen Kontakt zu ihrer früheren Clique hat sie abgebrochen. Doch nun trifft sie wieder auf ihre damaligen Freunde, Whitley, Hannah, Kip und Cannon, und will einen Neuanfang starten, mit verheerenden Folgen. Nach einem Autounfall, glücklich darüber glimpflich davon gekommen zu sein, kehren sie in Whitleys Haus zurück. Da klopft ein Fremder an die Tür.
    „Ihr seid alle tot!“, sind seine Worte. Die fünf Jugendlichen befinden sich von nun in der Niemalswelt, zwischen Leben und Tod. Sie erleben ihren letzten Tag wieder und wieder, bis sie sich einigen können, wer tatsächlich überlebt.
    Vielleicht lag es am Genre - Niemalswelt ist als Jugendbuch konzipiert - aber auch zum Gutteil an der Handlung, dass ich mich mit diesem Buch nicht anfreunden wollte. Immerhin, die Idee der immer wiederkehrenden Zeitschleife ist nicht neu. Damit konnte uns schon vor einem Vierteljahrhundert Bill Murray und der Murmeltiertag erheitern. In der Niemalswelt ist nun gar nichts lustig, die Protagonisten erleben viele seltsame Dinge. Es schien mir das Gute an einem derart absurd konstruierten Plot, dass die Vorgänge nicht nachvollziehbar sein müssen. In einer Welt, die es nicht gibt, muss nichts Gesetzen der Logik oder Physik entsprechen. Und sollten nicht Jugendbücher eine für junge Menschen positive Identifikationsfigur enthalten? Bee, in ihrer betulichen Art, ihre Freunde nennen sie „Schwester Bee“, war mir dafür zu langweilig. Stil und Sprache sind eher simpel und lebt von Wiederholungen. Einmal, viermal, 10 Mal, wie oft habe ich das nun schon gelesen?
    Den Ausflug ins Jugendbuchgenre werde ich wohl so bald nicht wiederholen.

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Das Geheimnis kluger Entscheidungen

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Geheimnis kluger Entscheidungen' von Maja Storch

Inhaltsangabe zu "Das Geheimnis kluger Entscheidungen"

Diskussionen zu "Resilienz für dich: Krisen sind Chancen!"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:144
EAN:9783492264082
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Schwarz oder weiß: Borderliner kennen kein Grau

Buchseite und Rezensionen zu 'Schwarz oder weiß: Borderliner kennen kein Grau' von Svea Kerling

Inhaltsangabe zu "Schwarz oder weiß: Borderliner kennen kein Grau"

„Sie lieben diejenigen ohne Maß, die sie ohne Grund hassen werden.“
Ein Zitat von Thomas Sydenham aus dem 17. Jahrhundert über das Borderline-Syndrom, das 1938 erstmals so benannt wurde.

Ängste. Todessehnsucht. Selbstverletzung. Wut. Depression. Für die Borderline-Störung gibt es keine immer geltenden Regeln. Die Krankheit ist immer so unterschiedlich, wie jeder davon Betroffene unterschiedlich ist.

Lesen Sie dazu die bewegende Geschichte von Svea Kerling. Authentisch. Selbstmitleidslos. Ehrlich.

Diskussionen zu "Resilienz für dich: Krisen sind Chancen!"

Autor:
Format:Kindle Edition
Seiten:81
EAN:
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Miras Welt

Buchseite und Rezensionen zu 'Miras Welt' von Marlies Lüer

Inhaltsangabe zu "Miras Welt"

Auf den ersten Blick erzählt Marlies Lüer in "Miras Welt" die Geschichte zweier, anfänglich komplett unterschiedlicher Frauen, deren Zusammentreffen beider Leben nachhaltig verändert und das einiger anderer Menschen gleich mit "gerade rückt".
Erst auf den zweiten Blick wird klar: Hinter diesem Buch verbirgt sich viel mehr, als nur eine esoterisch angehauchte Erzählung über eine weise Frau und ihre Ratsuchende. Ein Zusammentreffen, das "in den Karten stand" - denn manchmal lässt sich das Schicksal doch in seine Karten schauen. Aber immer nur von DEM, der sie zu lesen versteht. Und Mira versteht sie zu lesen!
Melissa hingegen ist "ein Kind der Neuzeit". Technikaffin, belesen, interessiert - jedoch allenfalls beruflich - an den überlieferten Möglichkeiten alternativer Medizin. Und bis zum Tag X völlig zufrieden mit ihrem geordneten, ruhigen Leben. Ein Leben, das ihr ausgerechnet an ihrem Geburtstag "um die Ohren fliegt" - und das mit einer Gründlichkeit, die ihresgleichen sucht!

Diskussionen zu "Resilienz für dich: Krisen sind Chancen!"

Format:Kindle Edition
Seiten:281
EAN:
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