Die Königin

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Königin' von Prof. Dr. Sebastian Conrad

Inhaltsangabe zu "Die Königin"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:384
EAN:9783549100745
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Griechische Geschichte

Buchseite und Rezensionen zu 'Griechische Geschichte' von Angela Ganter
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Griechische Geschichte"

Format:Taschenbuch
Seiten:128
Verlag: C.H.Beck
EAN:9783406816376
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Rezensionen zu "Griechische Geschichte"

  1. 5
    13. Apr 2024 

    Eine weitere Perle aus der Beck Wissen Reihe.

    Als ich dieses Büchlein in die Hand genommen habe, war ich zunächst etwas irritiert, denn es gibt ja schon einen Band „Griechische Geschichte“ in der Beck Wissen Reihe, nämlich vom großartigen, aber leider verstorbenen Detlef Lotze, welcher natürlich auch in meinem Regal steht. Also habe ich das direkt herausgezogen, um sie zu vergleichen.
    Während hier der Untertitel lautet „Von der Bronzezeit bis zum Hellenismus“, lautete er damals „Von den Anfängen bis zum Hellenismus“. Und genau das ist der große Unterschied zwischen diesen beiden Werken, was wohl einerseits den aktuellen Wissensstand widerspiegelt, andererseits aber auch das persönliche Interesse der Autoren. Jedenfalls blieb Lotze damals mit seinen „Anfängen“ sehr vage, handelte die Bronzezeit knapp ab, übersprang die sog. „Dunklen Jahrhunderte“ (insgesamt sieben Seiten für all das) und begann erst mit der Archaik ausführlicher zu werden. Ganter hingegen spricht ausführlich über all diese Dinge und braucht dafür 27 Seiten, bevor sie zur Archaik kommt.
    Während man hier bei Ganter das Gefühl hat, dass sie mathematisch ausgerechnet hat, wieviele Seiten sie pro Periode (Anfänge [27 Seiten], Archaik [29], Klassik [27], Hellenismus [26]) benutzen kann, um allen ungefähr gleich viel Raum zu geben, hat Lotze damals der Klassik viel mehr Platz als dem Rest eingeräumt [41 Seiten], gefolgt von der Archaik [35], abgeschlagen davon der Hellenismus [22] und eben die Anfänge kaum erwähnt [7].
    Ich möchte damit nicht sagen, dass der Band von Lotze schlecht ist, er hat halt einen eindeutigen Fokus, während jetzt der Band von Ganter die gesamte Griechische Geschichte gleichmäßig und gleichwertig präsentiert, in dem Sinne also ein umfassenderes Bild liefert.
    Fazit: Sehr zu empfehlen.

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Byzanz

Buchseite und Rezensionen zu 'Byzanz' von Johannes Preiser-Kapeller

Inhaltsangabe zu "Byzanz"

Format:Taschenbuch
Seiten:352
Verlag: C.H.Beck
EAN:9783406806803
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Meuterei im Paradies

Buchseite und Rezensionen zu 'Meuterei im Paradies' von Simon Füchtenschnieder
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Meuterei im Paradies"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:304
Verlag: Klett-Cotta
EAN:9783608987737
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Rezensionen zu "Meuterei im Paradies"

  1. Die Rolle der Bounty im Kolonialismus des 18. Jhdts

    Zum Autor (Quelle: Verlag):

    Simon Füchtenschnieder, geboren 1980 in Salzkotten, studierte Anglistik und Geschichtswissenschaft an der Universität Bielefeld und dem University College Dublin (Irland). Für dieses Buch forschte er u.a. in London und Sydney. Seine Arbeitsschwerpunkte gelten der britischen Seefahrtsgeschichte des 18. Jahrhunderts.

    Mein Lese- Eindruck:

    Auf dem Cover ein Dreimaster in voller Fahrt auf stürmischer See – dazu der Titel! Sofort sind die Assoziationen da: an die berühmteste Meuterei der Seefahrtsgeschichte, an das faszinierende Zeitalter der Eroberungen und Entdeckungen, an spannende Abenteuer, Karibik, Stürme, Lebensgefahr und Heldentaten. Kindheitserinnerungen werden wach.

    Simon Füchtenschnieder beginnt seine Ausführungen nicht mit der Meuterei, sondern mit ihrem Schlusspunkt: der Aussetzung des Kapitäns Bligh am 28. April 1789, zusammen mit 18 seiner Leute. Nach diesem spektakulären Beginn wendet er sich der eigentlichen Aufgabe der „Bounty“ zu, nämlich der Verpflanzung des Brotfruchtbaumes von Tahiti auf die Zuckerrohrplantagen der Westindischen Inseln, um die Ernährung der Sklaven preisgünstig und effizient zu gestalten.

    Diesen Tatsachenkern unterfüttert der Autor sehr schön mit einer Fülle von Ausführungen. So erfährt der Leser einiges über Meutereien im 18./19. Jhdt und die Besonderheit der Meuterei auf der „Bounty“, nämlich die Aussetzung des Kapitäns auf hoher See in einem völlig überfüllten Beiboot, zudem unzureichend ausgestattet. Der Leser fragt sich: Besteht ein Zusammenhang mit der Tatsache, dass es im selben Jahr 1789 auch auf dem europäischen Festland gärte und hierarchische Strukturen zusammenbrachen?

    Interessante Hintergründe entfalten sich. Der Autor beleuchtet die Kooperation der Navy mit wissenschaftlichen Organisationen mit dem dezidiert machtpolitischen Ziel, den britischen Handel weltweit zu etablieren und das Empire zu vergrößern und zu stabilisieren. In dieses Interessengefüge ordnen sich auch zahlreiche Pflanzentransfers ein, u. a. der des Brotfruchtbaumes. Es gelingt dem Autor sehr schön, diese globalen Zusammenhänge aufzuzeigen. Dazu kommt eine Fülle von Informationen z. B. über die Betriebsformen der Zuckerrohrplantagen, das Leben der Sklaven, die unterschiedlichen europäischen Wahrnehmungen der indigenen Südsee-Bevölkerung, das Tätowieren, die hierarchischen Strukturen und die Sicherung der Disziplin an Bord, über Sir Joseph Banks, den geistigen Vater der Expeditionen, über den Prozess gegen die Meuterei, und so fort. Ein spannendes und buntes Panoptikum, dem man als Leser gerne folgt!

    Jede Feststellung wird sauber belegt und zeigt die langwierige und akribische Recherche-Arbeit des Autors. Dabei fördert er keine neuen Erkenntnisse zutage (Kapitän Bligh ist aufgrund der Quellenlage schon längst vom Vorwurf der Leuteschinderei freigesprochen), aber er fügt die unterschiedlichen Sachverhalte zu einem beeindruckenden Gesamtbild zusammen.

    Die sprachliche Ausgestaltung ist nicht so erfreulich. Immer wieder finden sich Redundanzen. So hätte ich mir z. B. einen pointierteren Vergleich der Berichte zur Meuterei gewünscht, um nicht mehrfach dasselbe lesen zu müssen.

    An anderen Stellen wiederum bemüht sich der Autor, Wiederholungen zu vermeiden. Da heißt es „der Londoner“ oder „der Mann aus Wells-next-the-Sea“, oder „der Mann aus Norfolk“ etc.. Verflixt! Wer ist gemeint? Fryer? Nein, Portlock? Habe ich nicht aufgepasst? Wo stehen nochmal die Wohnorte der Besatzung? Jeder Teilnehmer eines Rhetorik-Seminars hätte dem Autor den guten Rat gegeben, diesen Unsinn zu lassen und einfach beim Namen zu bleiben, damit der Leser/Hörer nicht durch solche Rätsel abgelenkt wird und sich ganz auf den Text konzentrieren kann.

    Fazit: Ein kenntnisreiches und informationsreiches Buch über ein spannendes Kapitel der Weltgeschichte.
    Lese-Empfehlung!

    4,5/5*

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Die wahre Geschichte der Wikinger

Buchseite und Rezensionen zu 'Die wahre Geschichte der Wikinger' von Neil Price

Inhaltsangabe zu "Die wahre Geschichte der Wikinger"

Mit zahlreichen Karten, Illustrationen und farbigen Abbildungen gibt der weltweit renommierte Experte Neil Price einen verblüffenden Einblick in die Welt der Wikinger: Waren sie wirklich die brandschatzenden Seefahrer und gewaltsamen Eroberer aus den Legenden? »Die wahre Geschichte der Wikinger« stellt die gängigen Vorurteile auf den Prüfstand und zeigt uns die echten Menschen hinter dem Mythos. Basierend auf neuesten archäologischen Funden, zahllosen Textquellen und nicht zuletzt der nordischen Mythologie selbst zeigt Neil Price uns die Wikinger erstmals so, wie sie selbst sich sahen. Fundiert und überraschend lebendig schildert er ihr Alltagsleben und ihre reiche Kultur: Wie übten sie ihre Religion aus, wie gestalteten sie Politik? Welche Rolle hatte die Frau, und wie zentral war Gewalt? Von Eirík I., genannt Blutaxt, der sich den norwegischen Thron erkämpfte, bis zur isländischen Entdeckerin Gudríd, die bis nach Amerika reiste, ist dies die definitive Geschichte der Wikinger und ihrer Zeit, opulent ausgestattet und prächtig bebildert. »Tausende von Büchern wurden über die Wikinger geschrieben – dies ist eines der allerbesten.« Sunday Times

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:768
Verlag: S. FISCHER
EAN:9783103972559
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Vom Zauber des Untergangs

Buchseite und Rezensionen zu 'Vom Zauber des Untergangs' von Dr. Gabriel Zuchtriegel
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Vom Zauber des Untergangs"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:240
EAN:9783549100486
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Rezensionen zu "Vom Zauber des Untergangs"

  1. Vom Zauber des Wieder-Entdeckens

    Zum Autor:

    Gabriel Zuchtriegel erhielt nach seiner Dissertation über Ausgrabungen in Gabii ein Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts, leitete verschiedene Ausgrabungen in Italien und wurde schließlich 2015 zum Direktor des Archäologischen Parks von Paestum berufen. 2020 nahm er zusätzlich zu deutschen die italienische Staatsbürgerschaft an. 2021 übernahm er von Massimo Osanna die Leitung des Archäologischen Parks von Pompeji.

    Mein Lese-Eindruck:

    „Das Land der Griechen mit der Seele suchend“ (Goethe, Iphigenie)

    „Vom Zauber des Untergangs“. Dieser Titel befremdet zunächst. Welchen Zauber hat ein Untergang, der Untergang einer ganzen Stadt?

    Pompeji ist eine der berühmtesten Ausgrabungsorte der Welt, und seine Faszination dauert ungebrochen bis heute an. Jeder Besucher steht staunend vor luxuriösen Villen mit beeindruckenden lebensfrohen Wandmalereien, und das Staunen mischt sich mit Grauen und Erschütterung beim Anblick der Abgüsse von Opfern des Untergangs. Der Untergang selber ist gut dokumentiert, v. a. durch die Aufzeichnungen von Plinius d. J., der wiederum auf die Beobachtungen seines Onkels Plinius d. Ä. zurückgreift. Ein heftiges Erdbeben hatte schon Jahre vorher (62 n. Chr.) den Ausbruch angekündigt. Teile der Stadt wurden zerstört, die Reichen zogen sich in ihre Landhäuser zurück und warteten dort die Instandsetzung ihrer Stadtpaläste ab. Im Oktober 79 n. Chr. kam es dann zu der Katastrophe, die nicht nur Pompeji, sondern auch die umliegenden Städte Stabiae, Herculaneum und Oplontis zerstörte. Pompeji wurde unter einer meterhohen Schicht kleinerer und größerer Gesteinsbrocken begraben, bevor ein pyroklastischer Strom alles Leben in Sekundenschnelle vernichtete.

    Zuchtriegel bezeichnet sich selber als Archäologe „mit Schlagseite“, und tatsächlich geht er mit anderen Vorstellungen an die Archäologie heran als seine Vorgänger. Ein Ansatzpunkt ist folgender Gedanke: „Wenn wir als Gesellschaft in Denkmalschutz und Forschung investieren, was können Denkmalschutz und Forschung der Gesellschaft zurückgeben?“ Er sieht also die Archäologie in der Pflicht gegenüber der Gesellschaft. Diese Auffassung setzt er um, indem er z. B. einen Theaterworkshop mit Jugendlichen aus problematischen Verhältnissen durchführen ließ, der mit der Aufführung von „Die Vögel“ von Aristophanes im Ruinentheater endete. Damit holt er nicht nur die Archäologie aus ihrem Elfenbeinturm heraus, sondern schafft zugleich eine Anbindung der Anwohner an „ihre“ Ausgrabungsstätte.

    Damit zusammen hängt auch Zuchtriegels Überzeugung, die Fundstücke nicht im Museum zu präsentieren, sondern sie in ihrem Kontext zu belassen. Hier erweist sich Zuchtriegel als Anhänger der sog. Diskursanalyse von Michel Foucault, der darauf hinwies, dass jede Erkenntnis immer geprägt ist vom Forschenden selber, seinem Hintergrund, seiner Persönlichkeit, seinen Vorlieben etc. Dagegen ist es oft der Kontext eines Fundstückes, der genauere Erkenntnisse zulässt. Gleichzeitig befreit er aber damit die Ausgrabungsstätte von ihrer rein musealen Funktion und verleiht ihr Leben.

    Und so wandert Gabriel Zuchtriegel in seinem Buch von einem Thema zum nächsten, und jedem Kapitel merkt man seine Begeisterung für seinen Beruf an. Er erzählt von neuen Ausgrabungen, z. B. einer 16 qm kleinen Kammer, die als Lagerraum, aber offensichtlich auch als Schlafraum für Sklaven genutzt wurde. Und so erfährt der Leser auch von den weniger schönen Seiten der Stadt und der weniger privilegierten Bevölkerung: beengte Wohnverhältnisse, erdrückende Armut, „man aß Brot, und das war’s“, Lebensmittelknappheit. Zuchtriegel errechnet eine Zahl von 45.000 Einwohnern: eine übervölkerte Stadt, „ständig am Rand einer sozialen Katastrophe“. Diese Ausgrabung war für Zuchtriegel deshalb so außerordentlich, weil sie den „Seltenheitswert des Alltäglichen“ zeigte.

    Andere Kapitel wenden sich der Verbindung von Kunst und Religion zu und der neuen monotheistischen Sekte des Christentums, andere der für unsere Begriffe wesentlich freizügigeren Sexualität, den Darstellungen von Hermaphroditen, der Bedeutung der griechischen Kunst für die Römer, dem Aufstieg des Gottes Dionysos, den Mysterienkulten, der Lage der Sklaven und der freigelassenen Sklaven, den Zusammenhang von Bild und Ritus, man liest Deutungsversuche von Fresken, quellenkritische Überlegungen und so fort – und immer belegt an Ausgrabungsfunden und mit Bildern illustriert (die man leider im Anhang nachschlagen muss).

    Und damit beantwortet Zuchtriegel auch die Frage, die der Titel aufwirft: Worin liegt der Zauber eines Untergangs?

    Die Ausgrabungen begannen 1748, und seitdem hält dieser Zauber an: eine erstarrte Stadt und eine vergangene Lebensweise wird wieder lebendig und wir tauchen ein in die Alltagswelt unserer Vorfahren. Erst der Untergang und das Vergessen ermöglichen „den Zauber des Wiederfindens und Bewahrens“. Es geht Zuchtriegel nicht darum, einen musealen Katalog zu erstellen, um damit eine Sehenswürdigkeit nach der anderen abzuhaken. Dieses Vorgehen nennt er das „Sammlersyndrom“. Was Zuchtriegel will, ist etwas anderes. Ein antikes Kunstwerk ist für ihn nicht nur ein museales Objekt, sondern – frei nach Foucaults Diskurstheorie – es tritt mit uns in einen Dialog ein und sollte nicht nur rational, sondern auch emotional und in seiner Funktion erfasst werden. Zuchtriegel will, dass die Fundstücke und der Ort als Ganzes für den Betrachter lebendig werden und sein Innerstes ansprechen, ihn als Mitmenschen berühren. „Das Land der Griechen mit der Seele suchen“, nannte es Goethe.

    Das Buch richtet sich daher dezidiert an Laien und spricht eine Sprache, die jeder versteht. Nichts steht der Verzauberung im Wege!

    Fazit: ein ungemein lebendiges Buch, eine Einladung zu einer vorurteilsfreien Begegnung mit unseren Vorfahren.

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Die Öffnung der Welt

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Öffnung der Welt' von Angelos Chaniotis

Inhaltsangabe zu "Die Öffnung der Welt"

Format:Taschenbuch
Seiten:544
Verlag: wbg Paperback
EAN:9783534274017
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Liegt die Antwort in den Sternen?

Buchseite und Rezensionen zu 'Liegt die Antwort in den Sternen?' von Gisela Graichen
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Liegt die Antwort in den Sternen?"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:320
EAN:9783549100462
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Rezensionen zu "Liegt die Antwort in den Sternen?"

  1. Asterix meets Perry Rhodan

    Dieses Buch bietet sehr tolle informative Kapitel, und alles ist so beschrieben, dass man es jederzeit verstehen kann.
    Total süß fand ich auf Seite 35 den Verweis auf Asterix und Obelix, als es um Römer und Galizier ging, jedoch ist im ganzen Buch die Freude am Thema zu erkennen. Das Kapitel über die Pyramiden hat mich ebenfalls begeistert und ich habe tatsächlich viele neue Fakten lernen dürfen. Zudem hat es mir sehr imponiert, was die alten Ägypter damals schon alles draufhatten:). Heutzutage sind die meisten Menschen ja schon überfordert, wenn das W-LAN ausfällt. Das Autorenduo passt perfekt zueinander und ergänzt Fakten über Zeit und Raum hinweg ganz vorzüglich und vergnüglich. Die wissenschaftliche Akkuratesse fand ich ebenfalls sehr beeindruckend, dass viele Mythen schonungslos seziert werden, aber trotzdem Raum für Spekulationen bleibt.
    Die Erklärung zu Einsteins Relativitätstheorie habe ich jetzt ebenfalls verstanden: Danke, Herr Lesch. Ich bin ja schon lange ein Fan, mein Traum vom Astronomiestudium scheiterte an meinem absoluten Unvermögen physikalische Zusammenhänge zu begreifen, aber diese Bücher entführen mich trotzdem immer in eine zauberhafte Welt.
    Einen Kritikpunkt habe ich auch: Mein Buch war nicht responsive, ich lese nur auf der Handy - App und dort war das Buch sehr schlecht lesbar, da Bilder und Seitenumbrüche verschoben und verrutscht waren.
    Egal, macht dem tollen Inhalt ja nichts. Absolut geflasht hat mich dann die Aussage:"Alle Lebewesen bestehen zu 92 % aus Sternenstaub" - ohne Worte – eine tolle Feststellung, die unser Leben , unsere Kämpfe und Probleme massiv vereinfachen könnte, würden wir alle darauf Rücksicht nehmen!!

    Fazit: Absolut informativ und spannend und für jedermann gut verständlich.

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Eine Geschichte Russlands: SPIEGEL-Bestseller

Buchseite und Rezensionen zu 'Eine Geschichte Russlands: SPIEGEL-Bestseller' von Orlando Figes
5
5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Eine Geschichte Russlands: SPIEGEL-Bestseller"

Die große, fesselnde Geschichte Russlands für unsere Zeit Mitreißend, prägnant und menschlich berührend erzählt Orlando Figes die Geschichte Russlands. Dabei entfaltet er das große Panorama der russischen Seele: von unsterblichen Mythen über die großartigen kulturellen Leistungen bis zur Weltmachtpolitik des 20. Jahrhunderts und unserer Gegenwart. Eine unerlässliche Lektüre für alle, die dieses uns noch immer fremde und rätselhafte größte Land der Erde verstehen wollen. In einer packenden Reise durch die Zeit erzählt Orlando Figes, wie die Russen sich selbst erlebten und wie sie sich im Laufe ihrer Geschichte immer wieder neu erfanden: Er ergründet ihre Anfänge als Jäger und Sammler und schildert das Leben der Bauern Russlands im ersten nachchristlichen Jahrtausend. Souverän lässt er die Jahrhunderte der Monarchie und deren Ende Revue passieren – das Zarenreich, den Totalitarismus nach der Oktoberrevolution 1917 und die Perestroika Gorbatschows bis hin zu Wladimir Putins Krieg. Feinsinnig deutet der Autor die Mythen, Ereignisse und Ideologien der langen russischen Geschichte, die das Denken und Handeln des größten Landes der Erde geleitet und der Stützung von Regimen bis heute gedient haben: die Notwendigkeit einer Autokratie, um den riesigen russischen Raum zu beherrschen; die Verehrung des »Heiligen Zaren«; der Glaube an einen russischen kollektivistischen Geist; und das Schwanken zwischen Russlands europäischem und eurasischem Charakter. Eine brillant geschriebene Gesamtdarstellung: Meisterhaft versteht es Figes, die zentralen Aspekte und Facetten der russischen Geschichte so herauszuarbeiten, dass sich ihre ganze innere und äußere Dramatik offenbart – von den Anfängen bis zum Krieg in die Ukraine.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:448
Verlag: Klett-Cotta
EAN:9783608984552
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Rezensionen zu "Eine Geschichte Russlands: SPIEGEL-Bestseller"

  1. 5
    06. Mär 2023 

    Wie beeinflusst die Vergangenheit die Gegenwart noch heute?

    Die Geschichte Russlands von den Anfängen über die Zarenzeit bis hin zum neuen Zaren – oops, ich meine Wladimir Wladimirowitsch Putin, den Herrscher im Kreml.

    Ich fand das Buch im Ganzen sehr anstrengend zu lesen und nur in Häppchen zu bewältigen, zu viele Details, zu viele Namen, zu viel Hin und Her, wie es eben so ist in der Geschichte. Allerdings versucht der Autor zwischendurch immer, das Geschehene ins große Ganze einzuordnen, so dass ich etliche Aha-Erlebnisse hatte und Verbindungen zu Heute herstellen konnte.

    Erschreckende Parallelen, tief gründende Einstellungen und Vorstellungen und ein erschreckend geduldiges und systematisches Vorgehen Putins, um Russland in einen autokratischen Staat umzuwandeln: Gesetze und Erlasse, Beeinflussung durch das Staatsfernsehen und - sehr schlimm – die planvolle Erziehung der Kinder und Jugendlichen zum Militarismus und zu Patrioten.

    Die Mentalität, die hier aufgezeigt wird, die sich in Jahrhunderten entwickelt hat, ist schwer zu verstehen, aber dieses Buch hat mir zu einigen Einsichten verholfen. Natürlich kann man nicht erwarten, dass die neuesten Ereignisse ausführlich thematisiert werden. Es geht um die 'Geschichte' und zur allerneuesten gibt es genügend andere Bücher. Dennoch kann man dieses Buch nur empfehlen, wenn man tiefer in die Problematik eindringen möchte.

    Dies sind mehr ungeordnete persönliche Eindrücke als eine Rezension. Wer eine sehr gute lesen möchte, dem empfehle ich die Rezension von @Wanda :
    https://whatchareadin.de/community/threads/rezension-5-5-zu-eine-geschic...

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  1. Russlandkunde

    Kurzmeinung: Angenehm zu lesen.

    Während der Lektüre von Orlando Figes Buch kam mir des öfteren der Klassiker von Heinrich Mann „Der Untertan“ in den Sinn. Warum nur? „Patriotismus, Kollektivismus und Unterwerfung sind die traditionellen Werte Russlands“, sagt Putin 1999. Und er meint es so.

    Russland ist ein Land mit einer vielfältigen und wechselhaften Geschichte. Sie ist nicht weniger gewalttätig als die vieler anderer Länder. Doch zeichnet sie sich dadurch aus, dass das große Land bis heute fast durchgängig diktatorisch- autokratisch regiert wurde. Der Kommunismus, der das Land erschütterte, hat die diktatorischen Strukturen nicht abgeschüttelt, im Gegenteil! Lenin, vor allem aber Stalin herrschten als Vorsitzende eines Einparteienstaats mit genauso harter Hand wie einst Russlands Zaren, sogar noch gewaltsamer, noch willkürlicher, von Paranoia gesteuert.

    Bis heute hat es sich gehalten, dass in Russland nicht der Staat die Bürger schützt, sondern die Bürger den Staat (In Kriegen wird auf Quantität gesetzt; rücksichtsloser Menschenverschleiß), das heißt dann: die große Opferbereitschaft Russlands und wird entsprechend hochgehängt. Patriotismus und Volkstum ist gesetzt. Antisemitismus und Xenophobie werden systematisch geschürt, ein freies Russland hat es nie gegeben. Der Glaube daran, dass ein Regent sakrosankt ist, gehört zu den traditionellen Werten, die Väterchen Putin wieder hochhält. „Kein anderes Land der Welt hat aus den eigenen Herrschern so viele Heilige fabriziert. In keinem anderen ist Macht so stark sakralisiert worden“, schreibt Figes. Ein weiteres Zitat: „Das System der Abhängigkeit vom Herrscher hat sich bis heute gehalten. Putins Oligarchen sind völlig von seinem Willen abhängig.“

    Orlando Figes holt weit aus, geht zurück bis in die Anfänge der Kiewer Rus und durchläuft sämtliche nennenswerten Regenten. Um „Eine Geschichte Russlands“ zu lesen, braucht es also ein echtes Interesse für Geschichte. Wenn man dies aufbringt, bekommt man einen Schnellkursus in russischer Geschichte, deren Stoff in Deutschlands Schulen mehr als unterbelichtet ist. Von Peter dem Großen und Katharina der Großen hat man schon einmal etwas gehört, aber auch nichts Genaues und dann verließen sie ihn. Wenn, wie Wikipedia kundtut Stefan Plaggenborg (ein anderer Historiker) meint, Figes „habe sich verhoben bei dem Versuch, aus tausend Jahren russischer Geschichte heutige Verhältnisse zu erhellen“, will ich dem widersprechen.

    „Eine Geschichte Russlands“ mag dem wissenschaftlichen Standard, den man für die Veröffentlichung in einer Fachzeitschrift anlegt, nicht entsprechen, doch es ist ja ein Sachbuch für Laien. Dankenswerterweise hat Figes auch auf die von der Wissenschaft so geliebten Schachtelsätze mit vor- und nachgeschobenen Einschüben vor jedem Substantiv verzichtet, so dass man Figes Sätze nicht entzippen muss wie die seiner Kollegen. Dass dabei trotzdem ein hochwertiges Werk herausgekommen ist, zeigt, dass man sehr wohl für den Laien niveauvoll schreiben kann. Mut zur Lücke ist dabei natürlich unerlässlich. Inhaltlich ist „Eine Geschichte Russlands“ gestrafft; so bleibt sie übersichtlich.

    Russland sah und sieht sich als hehrer Wächter einzigartiger Ideale, „Russland als Wächter, der Europa vor den „asiatischen Horden“ beschützt, wurde seit dem 17. Jahrhundert Bestandteil des nationalen Mythos.“ „Der Kommunismus verlieh dem Land eine neue messianische Rolle“.

    Figes beschreibt die Leibeigenschaft der Bauern genauso wie ihre Auslieferung unter spätere kommunistische Behörden; ein Beamter ist nicht dem Volk gegenüber verantwortlich, sondern nur seinem Vorgesetzten gegenüber verpflichtet. Deshalb gibt es keine Rücktritte von Verantwortungsträgern. Misswirtschaft und Zwangskollektivierung führten zu grauenhaften Hungersnöten.

    Die Rolle der Orthodoxie wird beleuchtet, die sich unkritisch unter die Staatspolitik beugt („Im Mythos von der russischen Seele steckt ein messianisches Konzept“); das unmenschliche System der Kollektivschuld wie auch die Besiedlung Russlands Norden fast ausschließlich durch den Gulag (Zwangslager, Zwangsarbeit, Zwangsumsiedlungen), in den verschleppt wird, wer ethnisch nicht passt oder sonst wie auffällt, jetzt zum Beispiel sind es Tausende von ukrainischen Bürgern und ihre Kinder) und vieles mehr, zeigt Figes auf.

    Systematische Desinformation und Geschichtsverfälschungen führen dazu, dass die Bürger eines Landes, an dessen Grenzen seit mehr als 30 Jahren keiner mehr Hand anlegte, sich in einem Verteidigungskampf zu befinden glauben. Der letzte Bogen bis in die Neuzeit ist ein bisschen kurz und besorgt. Aber wer kann schon in die Zukunft sehen? Immerhin wagt Figes einen Ausblick und gibt eine Beurteilung ab:

    „Es ist ein unnötiger Krieg, geboren aus Mythen und Putins verdrehter Deutung seiner Landesgeschichte. Wenn er nicht bald beendet wird, wird er das Beste in Russland zerstören.“

    Fazit: Unerlässliche Faktenkunde.

    Kategorie: Sachbuch. Geschichte.
    Verlag: Klett-Cotta, 2022

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The Dawn of Everything: A New History of Humanity

Buchseite und Rezensionen zu 'The Dawn of Everything: A New History of Humanity' von David Graeber

Inhaltsangabe zu "The Dawn of Everything: A New History of Humanity"

Format:Taschenbuch
Seiten:720
Verlag: Penguin
EAN:9780141991061
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