Habe ich es Dir gesagt ?

Buchseite und Rezensionen zu 'Habe ich es Dir gesagt ?' von FRanz X. Ehrl (Hrsg)

Inhaltsangabe zu "Habe ich es Dir gesagt ?"

Lesern von "Habe ich es Dir gesagt ?" gefiel auch

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:79
Verlag: SensologX
EAN:
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Madame Curie und die Kraft zu träumen

Buchseite und Rezensionen zu 'Madame Curie und die Kraft zu träumen' von Susanna Leonard
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Madame Curie und die Kraft zu träumen"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:465
EAN:
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Rezensionen zu "Madame Curie und die Kraft zu träumen"

  1. Ein BUch über eine sehr interessante Frau

    Madame Curie ist am Vorabend der Hochzeit ihrer ältesten Tochter auf dem Friedhof in Sceaux um Zwiesprache mit ihrem verstorbenen Mann Pierre zu halten. Auf dem Friedhof trifft sie auf eine ehemalige Studentin, die sie bewundert und darum bittet ihr doch aus ihrem Leben zu erzählen.

    So startet das Buch, das Marie Curies Lebensweg bis zum Tod ihres Mannes begleitet. Die Episoden aus dem Jahr 1926 verbinden dabei die Erzählungen aus Marie Sklodowskas Jugendzeit und ihren ersten Jahren in Paris.

    An sich liest sich das Buch sehr gut, ich habe mich mit der Schreibweise sofort wohlgefühlt und mit Interesse die Jugendjahre von Marie Curie verfolgt. Die letzte Lektüre von Eve Curies Buch über ihre Mutter liegt mittlerweile auch lang genug zurück, als dass es für mich nichts gab, was ich schon so gut kannte, dass ich es als langweilig empfunden hätte.

    Von daher ein schönes Buch über eine wirklich interessante Frau.

    Allerdings hatte ich mit dem Aufbau des Buches ein wenig meine Probleme. In das Bild, das ich bereits von Marie Curie hatte, passte dieses spontane Erzählen der eigenen Lebensgeschichte gegenüber ihr fremden Personen überhaupt nicht. Sogar in diesem Buch wird Marie als eher kühl wirkende Person geschildert, die nicht viele Menschen an sich heranlässt. Für mich war diese Konstruktion daher nicht wirklich glaubwürdig.

    Da dies aber der eigentlichen Geschichte nur einen Rahmen gegeben hat, kann ich es noch verzeihen, dieser Widerspruch machte nur einen Bruchteil der Geschichte aus.

    Wer hier eine Biographie erwartet wird vermutlich enttäuscht werden. Die eigentliche Zeit ihrer Forschungen und Entdeckungen spielen zwar eine Rolle, bieten aber nur den Hintergrund zu ihrer persönlichen Geschichte. Die Zeit nach Pierres Tod wird nur in Bruchstücken erwähnt.

    Alles in allem war es ein unterhaltsames Buch, das als Einstieg in das Leben Marie Curies sicher geeignet ist. Wer mehr über sie wissen möchte, dem sei die Biographie ihrer Tochter Eve Curie empfohlen (Madame Curie: Eine Biographie, erschienen im Fischer Verlag, ISBN: 978-3596222438)

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Der Lärm des Lebens

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Lärm des Lebens' von Jörg Hartmann

Inhaltsangabe zu "Der Lärm des Lebens"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:296
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Klaus Mann: Der Wendepunkt – Autobiographie

Buchseite und Rezensionen zu 'Klaus Mann: Der Wendepunkt – Autobiographie' von Klaus Mann

Inhaltsangabe zu "Klaus Mann: Der Wendepunkt – Autobiographie"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:455
Verlag: eClassica
EAN:
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Die Verletzlichen: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Verletzlichen: Roman' von Sigrid Nunez
2
2 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Verletzlichen: Roman"

Als eine gute Freundin der namenlosen Erzählerin in Kalifornien strandet, erklärt sie sich bereit, sich um deren Wohnung in New York zu kümmern – samt temperamentvollem Papagei. In der Wohnung trifft sie auf einen jungen Mann, der noch ganz am Anfang seines Lebens steht und vor den Erwartungen seiner Familie Zuflucht sucht. Gemeinsam gehen die beiden mit dem Papagei durch eine bewegte Zeit. Sigrid Nunez’ neuer Roman erzählt davon, was passiert, wenn Fremde bereit sind, ihr Herz füreinander zu öffnen, und was selbst kleine Gesten der Fürsorge bewirken können.

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:203
EAN:
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Rezensionen zu "Die Verletzlichen: Roman"

  1. Zusammenhanglose Gedanken während der Pandemie

    Dieses Buch führt uns in die Anfangszeit der Pandemie und spielt in New York. Die namenlose Erzählerin kümmert sich um den Papagei ihrer Freundin in deren Wohnung. Dort trifft sie eines Tages auf einen jungen Mann, der psychisch nicht stabil ist und aus dem gleichen Grund da ist wie sie. Nichts verbindet die beiden Personen, welche die Umstände in dieser Wohnung mit dem Papagei zusammengebracht haben.
    Die Autorin Sigrid Nunez springt in ihrer Geschichte, die eigentlich gar keine ist, von Gedanken zu Gedanken und von einer Erinnerung zur nächsten. Auch wenn die Personen in einer Wohnung zusammentreffen, so dauert es doch eine ganze Zeit, bis eine Annäherung stattfindet. Es werden die unterschiedlichsten Themen behandelt, wie Gesellschaft und Politik, psychische Krankheiten und Alter, die Umwelt und einiges mehr, das alles aber immer nur bruchstückhaft. Immer wieder geht es auch um Literatur und die Kunst des Schreibens, was mit vielen Zitaten unterlegt ist. Diese Gedanken und Gespräche sind nachdenklich und tiefgründig, auch wenn immer wieder Humor durchscheint.
    Der Roman lässt sich nicht einfach weglesen, der Schreibstil ist anspruchsvoll, aber gut zu lesen. Dennoch konnte mich diese Erzählung nicht wirklich überzeugen, da mir der rote Faden fehlte.
    Es ist ein Buch, auf das man sich einlassen muss.

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  1. So schade, wie sie sich hier verzettelt

    Da ich ein großer Fan von Sigrid Nunez bin und etliche ihrer Bücher mit Freude gelesen habe – u. a. „Der Freund“ (5 Sterne, überaus empfehlenswert) bin ich nun so bitter enttäuscht von „Die Verletzlichen“, dass ich dafür höchstens 2 Sterne vergeben kann.

    Ein roter Faden fehlt absolut, hier wurde ein Leipziger Allerlei gekocht, so dass ein großes (nicht schmackhaftes) Durcheinander entstanden ist. Sozusagen aneinandergereihte Intermezzi. Es ist nun nicht so, dass ich die einzelnen Aussagen so schrecklich finde, aber ich wollte einen Roman lesen und keine Wortschnipsel, bzw. Puzzlestücke von hier, da und dort. Aus ihrer Jugend, aus dem Freundinnenkreis zu ganz anderer Zeit und ja – manchmal auch – tatsächlich doch aus Papageienhausen. So wie es eigentlich bei diesem Roman sein sollte.

    Die wenigen Versatzstücke, wo es um die eigentliche Geschichte geht, die gefielen mir gut und das sollte auch so sein. Ein Papagei ist ein kluges Tier und Eureka (ein Männchen?) scheint besonders intelligent zu sein. Auch der junge Mann, der ursprünglich auf Eureka aufpassen sollte, ist ein besonderes Exemplar seiner Gattung. Davon hätte man gerne mehr gehabt. Hier wäre sicher eine Kurzgeschichte, die beim Thema blieb, bei Weitem gefälliger gewesen.

    Zwischenzeitlich, als ich vom „Roman“ noch nicht so genervt war, hatte ich mir noch von SN „Sempre Susan“ bestellt, da ich ansonsten alle auf Deutsch erschienenen Romane von ihr kenne. Okay, „Sempre Susan“ werde ich noch lesen, aber ansonsten werde ich mich in Zukunft von dieser Autorin verabschieden. Vielleicht hat sie auch bereits einfach ihr Pulver verschossen?

    „Seit Jahren entmutigte mich die zunehmende Verschandelung: die brutalen Wolkenkratzer, die Müllberge und der Höllenlärm, grelle Werbung, wohin man blickte.“ Seite 112. Die Rede ist hier von New York, meine Frage dazu: Warum wohnt sie dann da? (Im Klappentext steht, dass sie in New York City lebt.)

    Noch ein paar Worte zum Cover: für mich das scheußlichste Cover meiner umfangreichen Leseliste 2023. An die Designer: Das könnt ihr doch besser, siehe „Der Freund“.

    Fazit: Von Politik über Bratkartoffeln – oder aus jedem Dorf ein Hund – das muss man echt nicht haben. Zudem teile ich ihre politischen Ansichten so was von gar nicht. Politik hat auch in Belletristik m. E. nach nichts zu suchen. Dafür gibt es Sachbücher, Punkt.

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Der Mönch von Mokka

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Mönch von Mokka' von Dave Eggers
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Mönch von Mokka"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:364
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Rezensionen zu "Der Mönch von Mokka"

  1. Qualität hat seinen Preis

    Kurzmeinung: Mit Dave Eggers "Kaffee holen".

    Ist es nachvollziehbar, wenn eine Tasse Kaffee 16 Dollar kostet? Wohlgemerkt, man bezahlt damit keine unschlagbare wunderbare Aussicht sich an einem einzigartigen Aussichtspunkt befindend, sondern sitzt oder steht in einer gewöhnlichen Kaffeebar in San Francisco. Jedoch trinkt man einen Kaffee, dessen Export nur unter Lebensgefahr zustande kam und dessen Qualität unschlagbar ist! Und zudem Fair Trade ist. Dass der Kaffee im Jemen erfunden wurde und dass der Jemen eigentlich ein Land ist, das sich wunderbar zum Kaffeeanbau eignet, erfährt man aus dem Roman „Der Mönch von Mokka“. Freilich, ein Mönch kommt nicht vor. Und auch sonst nichts Spirituelles. Dafür erhält man einen leidlichen Einblick in die politische und soziale Situation Jemens. Mokka ist eine Hafenstadt im Jemen und hat nichts mit dem Getränk Mokka zu tun.

    Der Held Mohtar ist jemenstämmig, aber Amerikaner. In seinem jungen Leben hat er schon viele Jobs gestemmt, eigentlich möchte der intelligente, strebsame junge Mann studieren, aber das Leben kommt dazwischen, die Armut und nun ja, er lässt sich leicht ablenken, außerdem hat er ambitionierte Träume, die sich nie verwirklichen lassen. Eigentlich ist Mohtar eine Art Traumtänzer. Aber dann verbeißt er sich in die Idee, Kaffee aus dem Jemen zu exportieren. Und auf einmal bleibt er dran. Entwickelt Leidenschaft. Und Unternehmergeist. Unter Lebensgefahr gelingt es ihm mit Engagement, mit Hilfe seines Clans im Jemen und mit einer guten Portion Glück, reich zu werden. Ja, ohne Glück gelingt es nicht, genau so gut, hätte er auf seinen Reisen ermordet werden können oder im Bombenhagel umkommen. Ist er aber nicht.

    Der Kommentar und das Leseerlebnis:

    Der Roman fesselt mich von der ersten Zeile an. Vor allem, da er auf Tatsachen aufbaut. Ich mag Dave Eggers Stil, eine Mischung aus nüchterner Beschreibung, guten Charakterisierungen und dem Aufbau nonchalanter Spannung. Man kann nicht sagen, dass Dave Eggers in den Tiefen der menschlichen Psychologie schürfen würde, dennoch bringt er im Kaffeeroman rüber: + Migrant zu sein kann Vorteile mit sich bringen, wegen der Doppelsprachigkeit und wegen der Beziehungen zur alten Heimat. + Manchmal wird Mut und Risikobereitschaft belohnt. + Vieles hängt auch vom Zufall ab. + Nicht jeder ist seines Glückes Schmied, aber mancher. + Es ist nicht selbstverständlich, dass wir morgens unseren Kaffee schlürfen.

    Freilich kann Kaffeetrinken Kult sein und überhöht werden, wie alles eben. Nie im Leben würde ich 16 Dollar für eine Tasse Kaffee ausgeben. Ist einfach nicht meine Welt. Aber was sollen die Reichen denn sonst mit ihrem Reichtum anfangen? Falls ihr mal in eine Kaffeebar geht, fragt mal nach Kaffee aus dem Jemen!

    Fazit: Unterhaltsam, spannend, lehrreich. Macht einfach Spaß.

    Kategorie: Abenteuer. Tatsachenroman.
    Kiwi, 2018

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Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung

Buchseite und Rezensionen zu 'Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung' von Petra Hartlieb
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:124
EAN:
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Rezensionen zu "Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung"

  1. Vorweihnachtszeit in der Buchhandlung und keine Spur von Stille

    „Es ist auch gar nicht so schlimm, Buchhändlerin zu sein. Noch nicht mal im Dezember. Eigentlich hab ich alles richtig gemacht.“ (Zitat Seite 70)

    Inhalt:
    Seit vierzehn Jahren gibt es nun Harbliebs Buchhandlungen in Wien Währing und Wien Alsergrund. Dies sind auch vierzehn Mal Hochbetrieb in der gar nicht stillen Vorweihnachtszeit und vierzehn Mal erschöpftes, aber erleichtertes Aufatmen so gegen 13 Uhr am 24. Dezember. Da sammeln sich viele Geschichten, Gschichterln und Erlebnisse an und davon handelt dieses Buch.

    Personen, Orte und alles Drumherum:
    Hauptprotagonistin ist natürlich die Buchhandlung selbst, die in diesen Wochen aus allen Nähten platzt und dazu kommen alle Beteiligten, die sich beinahe rund um die Uhr bemühen, dass genau das nicht passiert, sondern dass alles funktioniert. Improvisation ist gefragt, vor allem aber die Liebe zu Büchern und genau darum geht in diesem Buch. Von fragmentarischen Kundenwünschen, die dennoch erkannt werden, von einem eingespielten Team und von Freundschaft, darüber erzählen die einzelnen Episoden.
    Der Autorin geht es weniger um eine chronologische Handlung, sondern um die Erlebnisse und Erfahrungen in diesen Jahren, erzählt in einzelnen kurzen Episoden und mit viel Humor. Hier ist jemand, der noch immer den Traum lebt, realistisch, mit allen Höhen und Tiefen, und daher ist es auch keine überzuckerte Romantik, die den Leser hier erwartet.

    Fazit:
    „Ich mag keine Buchhändlerinnen, die ständig jammern“, schreibt die Autorin auf Seite 105, aber genau das findet in den ersten Kapiteln des Buches ziemlich intensiv statt. Dann jedoch gewinnen die Geschichten an Intensität, Humor und damit Leichtigkeit. Andererseits ist es gerade diese Offenheit und ehrliche Realität, die den Leser überzeugt. Hier wird der in unseren lesebegeisterten Köpfen verklärte Beruf der Buchhändlerin entzaubert, ohne jedoch den wirklichen Zauber, nämlich die Liebe zu Büchern und zu Buchhandlungen, zu verlieren.

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Meine Männer: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Meine Männer: Roman' von Victoria Kielland
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2 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Meine Männer: Roman"

Was macht eine Frau zur Mörderin und wie erzählt man davon? Mit einzigartiger Sprachkraft taucht Victoria Kielland ein in die Psyche der ersten amerikanischen Serienmörderin Belle Gunness, die um die Jahrhundertwende von Norwegen in die USA auswanderte. Die literarische Sensation aus Norwegen und der internationale Durchbruch für eine junge, mutige Autorin, die mit ihrem Erzählen neue Wege beschreitet. Die siebzehnjährige Brynhild kann die schreiende Welt in ihrem Inneren nicht zur Ruhe bringen. Sie arbeitet als Magd auf einem Großbauernhof und beginnt eine intensive Affäre mit dem Hoferben. Doch ihre unermessliche Leidenschaft findet bald ein grausames Ende. Brynhild flieht von Norwegen nach Amerika, um ein neues Leben zu beginnen. Dort wird sie sich, eine Getriebene ihres unstillbaren Sehnens, einen neuen Namen geben und bei zahlreichen Männern Zuflucht suchen, die jedoch alle bald auf rätselhafte Weise sterben. Ihr Leben wird zu einem Gefängnis der unheilbaren Wunden, aus dem es für sie kein Entkommen gibt.

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:0
Verlag: Tropen
EAN:
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Rezensionen zu "Meine Männer: Roman"

  1. Von Faszination zu Überdruss

    Die 1881 aus der mittelnorwegischen Region Trondheim in die USA ausgewanderte Belle Gunness gilt als eine der berüchtigsten Serienmörderinnen ihrer Zeit. Ihre Geschichte diente schon häufig als Stoff für Unterhaltungsliteratur, Feuilleton, Spielfilme und Dokumentationen. Nun hat die 1985 geborene norwegische Autorin Victoria Kielland ihr Leben als Vorbild für den Roman "Meine Männer" gewählt, weder als Biografie noch als True Crime, sondern, wie sie selbst sagt, als „eine literarische Fantasie, frei inspiriert von tatsächlichen Geschehnissen“ (S. 187)

    Von Brynhild…
    Unvorstellbare Gewalt erfährt die 1859 als Brynhild geborene Frau in Kiellands Roman. 17-jährig hat sie als Dienstmädchen eine Liaison mit dem Hoferben und wird schwanger. Sie verliert das Kind durch seine Tritte mit Lederstiefeln in ihren Bauch.

    … zu Bella…
    Traumatisiert und unwillig, die Armut auf dem elterlichen Hof zu ertragen, bricht sie zu ihrer Schwester Nellie nach Chicago auf. Nach dem Zerwürfnis mit ihr und der Heirat mit dem Landsmann Mads Sørensen nennt sie sich Bella Sørensen. Kurz nachdem das Paar mehrere Pflegekinder aufgenommen hat, beginnt die Reihe mysteriöser Todesfälle in ihrem Umfeld, zunächst Pflegekinder und zwei Ehemänner.

    … und schließlich zu Belle
    Als zweifache Witwe sucht sie, inzwischen Belle Gunness, gezielt vermögende Männer in der norwegisch-sprachigen Zeitung Skandinaven. Mit herzzerreißenden Liebesbriefen lockt sie ihre Opfer auf ihren Hof in La Porte, Indiana. Nach einem Brand 1908 werden Teile von etwa 30 zerstückelten Leichen sowie drei tote Kinder und eine Frauenleiche ohne Kopf gefunden.

    Der Roman beantwortet die bis heute ungeklärte Frage, ob es sich bei der Frauenleiche um Belle handelt, die ihrem langjährigen Hofknecht Ray Lamphere zum Opfer fiel, oder ob ihr die Flucht gelang: Zu Beginn sitzt sie in der „Stadt der Engel, Kalifornien, 1915“ am Kamin und sinnt:

    "… wer mit ganzem Sein liebt, wird die Liebe nicht überleben." (S. 12)

    Enttäuschte Erwartungen
    "Meine Männer" ist nach einem Kurzgeschichtenband und einem Roman das dritte Buch der vor allem für ihren besonderen Schreibstil mit den „kiellandesken Sätzen“ (Jury des Stig Sæterbakken Memoral Award) von der Literaturkritik gefeierten Autorin. Tatsächlich hat mich diese außergewöhnliche Erzählweise in der Leseprobe zunächst begeistert und zusammen mit dem auffälligen Cover überzeugt. Die Schilderung von Brynhilds die gesellschaftlichen Grenzen überschreitender Affäre, ihr Ehrgeiz, ihre Zweifel, ihr Glühen, die „Millionen magischer Momente“ (S. 22) in ihrer Dachkammer, das Pendeln zwischen Genuss, Gewalt, Hoffnung und Angst haben mir gut gefallen. Allerdings wurde mir der Stil in der Folge zunehmend zu verschwurbelt, l’art pour l’art in pseudo-bedeutungsschwangeren Phrasen, über deren Entschlüsselung ich nicht mehr vergeblich rätseln wollte. Das Übermaß an Metaphern und geschraubten Satzkonstrukten mit der ständige Wiederholung der Begriffe „Ritzen“ und „Spalten“ hat mich irgendwann nur noch genervt und ich war froh, als ich die 184 Seiten beendet hatte. Auch das Cover erschließt sich mir im Nachhinein nicht, obwohl der Schmetterling in einem für den Text typischen Satz vorkommt:

    "Und die anhaltendste Bewegung war weder Sehnsucht noch Liebe, sondern das Schlagen der Schmetterlingsflügel im Garten, war der Tod, das Auge, das dauernd Blickkontakt aufnahm, das anhaltendste, ewige Flimmern." (S. 157)

    Wer hier die Faszination der Literaturkritik teilt, trifft mit dem Roman die richtige Wahl. Mir hat das Buch leider nicht die erhoffte Einsicht in die Psyche einer Serienmörderin eröffnet und ich war insgesamt sehr enttäuscht.

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  1. 2
    29. Sep 2023 

    Schwammig, verschwurbelt, vage

    Die Norwegerin Victoria Kielland beschäftigt sich in ihrem Roman „Meine Männer“ mit der historischen Figur der Brynhild/Bella/Belle Gunness, einer Frau, die aus Norwegen um die Jahrhundertwende 1900 herum in die USA auswanderte und dort begann ihre Ehemänner bzw. später auch Anwärter auf eine Ehe umbrachte. Der Roman setzt bereits beim ärmlichen Leben der Siebzehnjährigen (damals noch) Brynhild auf einem norwegischen Bauernhof, auf welchem sie als Magd angestellt ist, ein. Sie scheint wild verliebt in den Hoferben, lässt sich auf sexuelle Kontakte ein, die zwischen leidenschaftlichem und gewaltvollem Sex oszillieren und wird von ihm schwanger. Nach der Offenbarung ihm gegenüber prügelt er nicht nur das Kind aus ihr heraus, sondern scheinbar auch einen Teil ihres Vertrauens in die Menschen, spezieller die Männer. Nach dem Umzug in den Norden der USA beginnt sie Männer aus dem Weg zu räumen und sackt deren Geld ein, um vorgeblich ihre Kinder zu ernähren.

    Das, was in der oben zusammengefassten Inhaltsangabe so verständlich und übersichtlich klingt, ist es im Text von Kielland keinesfalls. Kielland schreibt in einer Art und Weise vage, verschwurbelt, schwammig und nichtssagend, dass man zwischenzeitlich vergisst, um was es im Roman eigentlich geht. Obwohl nur 185 Seiten kurz, erschien dieser Roman so unaushaltbar lang, wie die Sätze der Autorin. Da der Schreibstil nicht immer mal wieder zwischendurch nur einen verschachtelten, vagen Satz präsentiert, über den man dann genüsslich nachdenken könnte, sondern durchweg derart formuliert wird, verliert man irgendwann die Lust daran, das Geschrieben tiefgründig verstehen zu wollen. Was zu Beginn noch wie die poetische, intensive Darstellung der ersten, verhängnisvollen Liebe dieser zukünftigen Serienmörderin wirkt, stellt sich schnell als durchgängiger Schreibstil heraus, der in seiner Schwammigkeit und künstlicher Aufgeladenheit mit philosophischer Tiefe das eigentliche Geschehen vollkommen überdeckt. Zwischenzeitlich hatte ich sogar vergessen, dass es um eine Mörderin geht, so vage werden ihre Handlungen dargestellt. Man springt von einer Anekdote zur nächsten, ohne sich irgendwo festhalten zu können.

    Um vorab besser einschätzen zu können, ob man diesen Schreibstil aushält, habe ich hier nur drei Stellen herausgegriffen, die aber exemplarisch für den gesamten Roman stehen, für jeden einzelnen Satz in diesem Buch:

    „Der durchgeprügelte Kopf, der Druck hinter den Augen, es hörte nie auf, jedes Mal explodierte dieselbe Erinnerung und rieselte langsam zu Boden, das schmelzende schwarze Licht breitete sich in jeden Winkel aus und stachelte hoch ins Gesicht, Gottes große Hand hob sie empor durch die Nacht, hinauf ins Licht, durch die Wolken hindurch, bis sie unter sich das sandig wüste Flussbett sah, alles was noch immer dort am Grund lag, trug sie zwischen den Bäumen hindurch, zu der stinkenden schwarzen Lache.“ (S. 51)

    Am Anfang eines solchen Bandwurmsatzes hat man noch das Gefühl: Okay, ich habe eine Ahnung, was gemeint sein könnte. Aber mit zunehmender Aneinanderreihung von merkwürdigen Metaphern, verliert man jeglichen Halt und fragt sich, warum man das noch liest.

    Im Verlauf wird es aber auch nicht besser:

    „Bella war umgeben von ihresgleichen, Blut, Tränen und Urin, es flimmerte lautlos und ruhig, die Trauerweiber, die dasselbe Schiff genommen hatten wie sie, Familien, die lebten und starben, und trotzdem erkannte sie sich nicht wieder, es gab keine bewährte Liebe, nur einen Hauch Routine.“ (S. 121)

    oder

    „Und die anhaltendste Bewegung war weder Sehnsucht noch Liebe, sondern das Schlagen der Schmetterlingsflügel im Garten, war der Tod, das Auge, das dauernd Blickkontakt aufnahm, das anhaltendste, ewige Flimmern.“ (S. 157)

    Alles verstanden? Es ändert übrigens nichts, wenn man den Kontext kennt, aus dem diese Zitate stammen.

    Es tut mir leid, sehr hätte mich dieses Thema der ersten großen weiblichen Serienmörderin der USA literarisch aufgearbeitet interessiert. Aber bei dieser unglaublich vagen Sprache, konnte ich leider nicht viel bis gar nichts aus der Lektüre mitnehmen, denn an keiner Stelle (außer zu Beginn) hat mich dieser Roman abgeholt und mitgenommen in das Leben und die Psyche von Brynhild/Bella/Belle, von der ich so gern mehr erfahren hätte. So bleibe ich ahnungslos zurück und kann leider auch meinerseits nicht die Lektüre weiterempfehlen. Und dabei hat mich das tolle Cover doch gleich angelockt, die Leseprobe zumindest Interesse geweckt, der Roman dann aber doch enttäuscht. Schade.

    2/5 Sterne

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Die Schiffbrüchige

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Schiffbrüchige' von Ali Zamir

Inhaltsangabe zu "Die Schiffbrüchige"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:257
Verlag: Eichborn
EAN:
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Wie ein Licht in der Dunkelheit – Liebe und Leid am Bodensee

Buchseite und Rezensionen zu 'Wie ein Licht in der Dunkelheit – Liebe und Leid am Bodensee' von Alea Raboi
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Wie ein Licht in der Dunkelheit – Liebe und Leid am Bodensee"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:125
EAN:
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Rezensionen zu "Wie ein Licht in der Dunkelheit – Liebe und Leid am Bodensee"

  1. Ein Kurzroman der mich positiv überraschte

    Sascha die während einer Präsentation einen Zusammenbruch erleidet und im Krankenhaus wieder aufwacht, erholt sich in Konstanz am Bodensee. Dort hat ihre verstorbene Großmutter Anneliese ihr ein Anwesen vererbt. Beim durchstöbern des Dachbodens findet Sascha ein Tagebuch dass sie in längst vergangene Zeit mitnimmt. Mit Julian der in der Nachbarschaft wohnt verbringt sie ruhige Tage und Wochen bis zu einem Moment bei dem Sascha 's und Julian 's Leben aus den Angeln gehoben wird und ihre Zukunft sie auf die Probe stellt.

    Dieser Kurzroman umfasst 31 Kapitel und spielt sich am Bodensee ab. Der Schreibstil ist dabei sehr leicht und bildhaft zu lesen. Die Atmosphäre kam mir meiner Ansicht nach eher kühler vor. Die Story wird romantisch und auch ein klein wenig erotisch. In diesem Liebesroman werden Gefühle groß geschrieben so wie es sein sollte. Irrungen und Missverständnisse auch Eifersucht gehören mit dazu. Meiner Meinung nach werden es zwei Handlungsstränge die sich zum Ende hin miteinander verbinden. Jeder ist für sich selbst spannend und dramatisch zu lesen. Es sind zwei Liebesgeschichten die sehr unterschiedlich sind und trotzdem zusammengehören. Trotz der geringen Seitenzahl war ich überrascht wie viel Geschichte die Autorin hier hinein gepackt hat. Für eine gemütliche Auszeit am Abend ist dieser Kurzroman genau richtig. Er ist unterhaltsam und kurzweilig geschrieben - ich fand ihn sehr gelungen. In dieser Story ist alles dabei was einen Liebesroman ausmacht und vergebe daher sehr gerne fünf Sterne.

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