Nordlicht 02: Das Orakel

Buchseite und Rezensionen zu 'Nordlicht 02: Das Orakel' von Malin Falch
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Nordlicht 02: Das Orakel"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:152
Verlag: Egmont Bäng
EAN:9783770407538
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Rezensionen zu "Nordlicht 02: Das Orakel"

  1. 4
    05. Dez 2023 

    Neue Handlungsstränge

    Sonja ist im letzten Band des Comics in das magische Land Jotundalen gereist und hat dort viele magische Wesen kennenlernen dürfen. Doch Probleme bahnen sich bei Sonja und ihren Freunden an. Die Wikinger versuchen, mit Hilfe des Orakels Espen zu entführen, während die Trolle Sonjas Onkel Henrik gefangen genommen haben. Es sieht so aus, als würde die entspannte Reise ins magische Land langsam leider doch ziemlich gefährlich werden.

    In diesem zweiten Band werden einige verschiedene Handlungsstränge eingebracht. Diese sind auch allesamt sehr spannend, wobei ich sagen muss, dass ich persönlich denke, dass einfach ein bisschen zu viel auf einmal passiert. Dadurch haben wir immer wieder zwischen den Handlungssträngen gewechselt, wo ich mir jedoch gewünscht hätte, dass wir gelegentlich einen fokussieren. Was man aber auf jeden Fall sagen muss, ist, dass alle Handlungsstränge für sich super interessant sind.
    Mir gefällt auch weiterhin die Farbgebung des Comics. Sie unterstützt meiner Meinung nach wirklich gut das magische Gefühl, das die Geschichte besitzt.
    Der erste Band hatte sich etwas nach einer Einleitung in ein neues Abenteuer angefühlt, während es jetzt im zweiten Band sehr ausgiebig mit der Handlung losgeht.

    Alles in allem finde ich die Reihe weiterhin sehr empfehlenswert, weil sie eine spannende magische Welt bietet, die wirklich wunderschön gezeichnet ist.

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Alltagsmagie: Rituale, Rezepte, Anleitungen

Buchseite und Rezensionen zu 'Alltagsmagie: Rituale, Rezepte, Anleitungen' von Anette Baumgarten

Inhaltsangabe zu "Alltagsmagie: Rituale, Rezepte, Anleitungen"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:240
Verlag: Freya
EAN:9783990254523
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Marschlande: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Marschlande: Roman' von Jarka Kubsova
4
4 von 5 (6 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Marschlande: Roman"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:320
Verlag: S. FISCHER
EAN:9783103974966
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Rezensionen zu "Marschlande: Roman"

  1. Hervorragender Vergangenheitsteil, schwache Gegenwart

    Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, einmal in der Vergangenheit und einmal in der Gegenwart.
    Den Vergangenheitsteil finde ich unheimlich toll. Man bekommt gut die Gegebenheiten des Landstrichs vermittelt, wie die Leute ticken und wie hart des bäuerliche Leben zu dieser Zeit gewesen sein muss. Und es wird sehr deutlich, wie schwer es vor allem für eine alleinstehende Frau gewesen sein muss, die es schafft einen Hof selbst zu führen und das auch erfolgreich. Abelkes Geschichte hat mich sehr fasziniert und ihr Schicksal mich sehr berührt. Die Ungerechtigkeiten, die ihr widerfahren, haben mich wütend gemacht und ich wäre am liebsten durch die Seiten gestiegen und hätte Abelke verteidigt.

    Mit dem Gegenwartsteil habe ich so ein wenig meine Probleme. Er ist mir zu sehr gespickt mit Klischees. Das kann funktionieren, aber es fühlt sich für mich an wie eine Auflistung der größten Frauen-/Familienklischees, die man derzeit so finden kann. Dadurch fällt es mir unheimlich schwer, mich in Brittas Probleme hineinzuversetzen. Ich finde den überwiegenden Teil einfach ziemlich belanglos. Erst am Ende wird für mich ein bisschen dessen sichtbar, wie Brittas Geschichte auch hätte erzählt werden können. Ohne Klischees und ohne Feminismus-Keule.

    Ich finde ja selten ein Nachwort wirklich spannend und meistens lese ich es auch tatsächlich nicht. Aber hier ist das Nachwort wirklich gut gemacht. Interessant und informativ, es hat mich wirklich sehr gelockt sich mit einem mir eher unbekannten Thema auseinanderzusetzen, tolle Anreize zur weiteren Lektüre.
    Aber der Gegenwartsteil - der ist mir einfach zu platt, zu plakativ, zu klischeehaft und auch nicht wirklich interessant. Er kann für mich absolut nicht mit der Geschichte um Abelke Bleken mithalten. Aber alleine für diesen Teil würde ich das Buch noch einmal lesen.

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  1. Frauenschicksale

    Die Geografin Britta Stoever hat mit ihrer Familie in Hamburg gelebt und der Kinder wegen beruflich zurückgesteckt. Doch nun zieht sie ihrem Mann zuliebe ins Marschland. Das Energieeffizienzhaus, für das er sich ohne Britta entschieden hat, gefällt ihr nicht und auch sonst kommt sie nicht an. Als sie die Gegend erkunden will, fällt ihr ein Straßenschild „Abelke-Bleken-Ring“ ins Auge. Sie will wissen, wer diese Frau war und stößt bei ihren Recherchen auf eine Hexenverbrennung im 16. Jahrhundert.

    Abelke war eine selbstbewusste und selbständige Frau, die sich von niemanden sagen lassen wollte, wie sie ihr Leben zu führen hat. Als Tochter eines reichen Bauern übernimmt sie den Hof nach seinem Tod und bewirtschaftet ihn ohne Ehemann. Das ist in jener Zeit ungewöhnlich und sie hat auch Neider, weil sie das erfolgreich macht. Doch dann schlägt die Natur zu und schnell ist eine Schuldige ausgemacht. Ein Scheiterhaufen wird aufgebaut und Abelke als Hexe verbrannt.

    Je mehr Britta in die Geschichte von Abelke eintaucht, umso mehr erkennt sie, was in ihrem Leben nicht richtig läuft. Die Differenzen zwischen den Ehepartnern werden immer offensichtlicher und schon bald läuft alles auf eine Trennung hinaus.

    Die Autorin Jarka Kubsova hat einen wunderbaren Roman geschrieben über zwei Frauen, die in unterschiedlichen Zeiten leben und beide ein selbstbestimmtes Leben führen möchten. Der Handlungsstrang um Abelke Bleken hat mir dabei viel besser gefallen als der um Britta Stoever. Abelke widersetzt sich den Gepflogenheiten ihrer Zeit und so kommt es, wie es damals kommen musste. Britta dagegen wollte Familie und Beruf unter einen Hut bringen, auch weil ihr Mann sie bedrängt hat, und hat sich dabei selbst vergessen. Beruflich hat sie durch ihre Auszeit keine Chance mehr in ihrem Job.

    Dieser Roman lässt sich sehr angenehm lesen und hat mir gut gefallen.

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  1. Unvorstellbares Leid einer starken Frau

    Zwei Frauen, die 500 Jahre voneinander trennen, doch beide leben in den Vier- und Marschlanden in Ochsenwerder. Britta versucht ihren eigenen Weg zu finden und stößt dabei auf die schicksalhafte Geschichte von Abelke Bleken, die als alleinstehende Hofbesitzerin keinen leichten Stand in einer Gesellschaft voller alter Bräuche und Vorurteile hatte.

    Jarka Kubsova hat einen unvergleichlichen Schreibstil. Besonders der Blick in die Vergangenheit nimmt einen gefangen und vermittelt ein Gefühl für das harte Leben auf dem Land. Man riecht förmlich den schweren Dunst in den Häusern, fühlt sich vom Nebel auf dem Land umfangen und empfindet die Last der Protagonisten. Was ein Brack ist, habe ich erst durch die anschauliche Beschreibung des von der Flut geschlagenen Wasserloches erfahren. Besonders aber die Frauen in Gegenwart und Vergangenheit spielen eine besondere Rolle.

    Das Nachwort zum Roman hätte ich mir am Anfang als Einleitung gewünscht, da hier viele Erklärungen gegeben werden, warum der Blick auf die handelnden Frauen so besonders ist.

    "Frauen erlitten im Zuge des Übergangs vom Feudalismus zum Kapitalismus einen einzigartigen Prozess sozialer Degradierung, der für das Funktionieren des Kapitalismus bis heute grundlegend ist."
    1580 lebte Abelke Bleken als Hofbesitzerin in den Marschlanden. Zu dieser Zeit mehr als ungewöhnlich, dass eine unverheiratete Frau ein großes Hufnerhaus bewirtschaftete. Zudem war sie auch noch erfolgreich und durchaus den Männern in der Landwirtschaft qualitativ überlegen. Doch ihr Können in der Landwirtschaft und das Gespür für die Natur weckt auch Neider. Als eine große Flut viele Häuser und Ernten zerstört, kann Abelke ihr Getreide retten, weil sie rechtzeitig Vorkehrungen getroffen hat. Um so grausamer ist es, dass sie die geschuldete Deichreparatur in dem gesetzten Zeitraum nicht bewerkstelligen kann. Die darauf folgenden Ereignisse wirken in der heutigen Zeit albtraumhaft und beschämend.

    In der Gegenwart zieht die Mittvierzigerin Britta mit ihrer Familie ins Vier- und Marschland nach Ochsenwerder. Die alten Geschichten vom Ort und die heimeligen historischen Häuser gefallen ihr sehr. Zufällig wird ihr Interesse für Abelke Bleken geweckt und sie beginnt mit eigenen Recherchen. Doch das vermeintlich wohltuende Landleben birgt auch negative Seiten. Immer öfter fühlt sich Britta allein in der fremden Umgebung. Ihre Bekannten aus Hamburg sind fern und ihr Mann zeigt wenig Verständnis für ihre Sorgen und Bedürfnisse. Anders als Abelke, die ihr Leben stets selbst in die Hand nehmen musste, wirkt Britta unselbstständig und hadert oft mit sich selbst.

    Die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart gelingt nur bedingt. Abelkes Leben ist beeindruckend und ihr Schicksal zeigt, wie sehr die Obrigkeit mit Menschenleben gespielt hat, um eigene Interessen durchzusetzen. Bei Britta hatte ich teilweise das Gefühl, dass hier stark mit Klischees gearbeitet wurde. Sie konnte ihre beruflichen Ziele nicht verfolgen, weil sie sich um ihre Kinder kümmern musste und ihr Ehemann rücksichtslos eigene Interessen in den Vordergrund gestellt hat. Hier wurde allerdings nur oberflächlich geschildert, warum sie in diese Situation geraten ist. Für die Kinder haben sich beide entschieden und es fehlt eine Erklärung, warum Britta sich nicht rigoroser positioniert hat.

    Den Ansatz der Autorin, Frauenschicksale aus der Vergangenheit mit der Gegenwart zu verknüpfen, finde ich sehr gelungen, um das Interesse an feministischen Themen zu wecken und zur Diskussion anzuregen. In diesem Roman hätte mir Abelkes Geschichte ausgereicht, die von einer Erzählerin begleitet und Vergleiche zur heutigen Zeit ziehen könnte.

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  1. Frauen in Landschaft

    Kurzmeinung: Misogynie durch alle Zeiten hindurch

    In dem Roman „Marschlande“ zeichnet die Autorin wie schon in ihrem Debütroman „Bergland,“ zwei, chronologisch versetzte Frauenschicksale in eine bestimmte Landschaft.
    In dem Roman „Marschlande“ wendet sich Jarka Kubsova diesmal dem Deichland zu, irgendwo hinter Hamburg,. Die Landschaft ist karg, der Boden ist es nicht. Die Höfe hinter den Deichen, in den Marschen sind jedoch von Wind, Wetter und vor allem den Sturmfluten der Nordsee bedroht. Mensch und Natur. Wessen Interessen behalten die Oberhand?

    Der Kommentar:
    Während in dem Roman „Bergland“ die Belegschaft des zu bewirtschaftenden Innerleithofs quasi dieselbe bleibt in Vergangenheit und Gegenwart und nur die Generationen wechseln, gibt es in den Marschlanden keine organische Weiterführung eines Marschhofes.
    Abelke Bleken, eine selbständige Bäuerin aus dem 16. Jahrhundert, hat keine Nachkommen. Sie führt ihren Hof alleine und vor allem erfolgreich und wird mittels der schändlichen Praxis von Aberglauben und Verleumdung der Hexerei angeklagt, enteignet, gefoltert, verbrannt. Ihr Land geht an die Deichgrafen. Missgunst, Misogynie und Neid führten zu ihrem Untergang, sowie eine Rechtsprechung, die mit Gerechtigkeit nichts am Hut hat.
    Dass wirtschaftliche Interessen sowie die übliche Misogynie aller Zeiten die treibende Kraft waren an der tragischen Ermordung der Abelke Bleken, ist im Nachwort von „Marschlande“ sehr schön nachzulesen

    „Frauen erlitten im Zuge des Übergangs vom Feudalismus zum Kapitalismus einen einzigartigen Prozeß sozialer Degradierung, der für das Funktionieren des Kapitalismus bis heute grundlegend ist. Sie wurden zunehmend auf Reproduktionsarbeit – also auf Kindererziehung, Kochen, Haushaltsführung – festgelegt. Und das geschah parallel zu einer vollständigen Abwertung dieser Tätigkeiten.“

    Während der Roman „Bergland“ mich von vorne bis hinten faszinierte, konnte mich „Marschlande“ nicht völlig abholen. Zum einen finde ich Romane über Hexenverfolgung zutiefst anstrengend, problematisch und kaum zu ertragen, zum anderen ist der Gegenwartsstrang etwas blass. Die Stoevers, die in die Marschlande zugezogen sind, vertragen sich nicht mehr so richtig. Britta Stoever tut sich schwer mit dem Ankommen, tut sich schwer in ihrer Ehe, tut sich schwer in der Konfrontation mit ihrem zum Macho mutierenden Ehemann etc. Im Zuge ihrer Emanzipierung verfolgt sie die Geschichte der Abelke Bleken. Das ist der Zusammenhang. Das ist nicht schlecht gewählt, nur Britta selbst lässt sich erstaunlicherweise lange Zeit so ziemlich alles gefallen.

    Weil die Gemeinheiten im 16. Jahrhundert und seine Brutalität schwer zu ertragen sind, ist der zweite gegenwärtige Erzählstrang durchaus auch ein Mittel, die Leser durchatmen zu lassen und ihnen eine Pause zu gönnen, aber eigenartiger Weise gehen die Themen der Zeit, - Klima, Migration, Wokeismus, etc. etc. - an den Marschländern völlig vorbei; sie beschäftigen sich immer noch mit den gängigen Rollen der Geschlechter und arbeiten sich daran ab. Leben die Marschländer hinter dem Deich oder hinter dem Mond?

    Doch sowohl in dem einen wie in dem anderen Erzählstrang geht es um Misogynie, das eine Mal ganz unverholen, das zweite Mal etwas abgefedert, aber immer noch gesellschaftlich gebilligt.

    Im Prinzip habe ich außer der Genderei des Nachworts kaum etwas zu kritisieren, grundsätzlich mag ich die Marschlande, ich frage mich freilich, ob diese Doppelchroniken von „Frau/en in Landschaft“ das Genre ist, auf das sich die Autorin spezialisiert. Sie macht das sehr gut, ohne Frage, doch ich würde gerne mal noch etwas anders von ihr lesen.

    Fazit: Gut. Aber schwer zu ertragen. Das genderte Nachwort gibt Punktabzug. Wieder die Frage: wer gendert hier, die Autorin oder die Lektorin?

    Kategorie: Historischer Roman
    Verlag: S. Fischer

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  1. 5
    26. Aug 2023 

    Zwei starke Frauen - damals und heute

    Jarka Kubsova gelang mit ihrem Debut „ Bergland“ ein fulminanter Erfolg. Ich war von diesem Buch ebenfalls sehr begeistert, dementsprechend hoch waren meine Erwartungen und sie sind nicht enttäuscht worden.
    Auch im neuen Roman stehen wieder zwei starke Frauen im Zentrum der Geschichte, doch dieses Mal trennen sie Jahrhunderte.
    Britta, eine Frau Mitte Vierzig, ist gerade mit ihrem Mann Philipp und den beiden Kindern in die Marschlande vor den Toren Hamburgs gezogen. Obwohl mit dem eigenen Haus auf dem Land eigentlich ein Traum in Erfüllung gegangen ist, fühlt sich Britta nicht wohl hier. Sie hat Schwierigkeiten im Dorf anzukommen und ihre Arbeit als Teilzeitkraft füllt sie nicht aus. Ziellos beginnt sie die Umgebung zu erkunden. Dabei stößt sie auf das Schicksal von Abelke Bleken, die im selben Ort lebte und im Jahr 1583 als Hexe verurteilt und verbrannt wurde. Britta beginnt zu recherchieren und entdeckt dabei Parallelen zu ihrem eigenen Leben.
    Kapitelweise wechselt Jarka Kubsova von der Gegenwart in die Vergangenheit. Schon die Eingangsszene, in der der Aufbau des Scheiterhaufens beschrieben wird, erschüttert und packt gleichermaßen.
    Abelke war eine stolze und eigensinnige Frau, die ohne einen Mann ihren großen Hof bewirtschaftete. Neidisch und voller Misstrauen wird ihr Erfolg von der männlichen Nachbarschaft beäugt. Kann das mit rechten Dingen zugehen? Intrigen sorgen dafür, dass Abelke ihren Hof verliert, doch sie will sich davon nicht unterkriegen lassen. Aber ihre Gegner geben nicht auf und denunzieren sie als Hexe. Damit ist Abelkes Untergang besiegelt.
    Die Autorin hat für diesen Roman intensiv recherchiert. So gelingen ihr nun eindrucksvolle Bilder und Szenen vom Alltagsleben und den dörflichen Strukturen zu jener Zeit. Die Bauern hier hatten es nicht leicht. Überschwemmungen, Hagel und Frost machten oft ihre ganze Arbeit wieder zunichte. Doch für eine Frau war es noch ungleich härter. Sie musste zwar genauso zupacken wie mancher Mann, doch dabei sollte sie brav und geduldig im Hintergrund bleiben. „ Die Sache ist die: Man kann Frauen viel wegnehmen, man kann ihnen sehr viel antun, aber solange sie das mit sich machen lassen, bleibt es dabei.“ heißt es im Roman. Und weiter: „ Der gefährliche Moment für Frauen ist oft erst der, wenn sie anfangen, sich zu wehren.“
    Die Lebenssituation von damals kann man nicht mit der von heute vergleichen. Aber Britta stellt durch die „ Bekanntschaft“ mit Abelke ihr eigenes Leben zusehends in Frage. Hat sie nicht für die Familie ihre eigene Hochschulkarriere als Geographin geopfert? Und wird das überhaupt von ihrer Umgebung gewürdigt? Ungleichheit und Benachteiligungen erleben Frauen auch heute noch. Und sie stoßen oft auf Unverständnis, wenn sie aus ihrer Rolle fallen und Neues wagen möchten.
    Mit diesem feministischen Ansatz verknüpft die Autorin die beiden Lebensläufe.
    Die Geschehnisse in der Vergangenheit haben mich dabei stärker berührt. Es ist erschreckend zu lesen, was Abelke ertragen musste. Dabei spielen Neid und Missgunst der Nachbarn sowie der damalige Aberglaube eine große Rolle. Die tiefer liegende Motivation war aber die Gier der Oberen nach Landbesitz.
    Die Figur der Abelke Bleken ist historisch verbürgt; mehr zum historischen Hintergrund erfährt der Leser im äußerst informativen Nachwort der Autorin.
    Der Roman liest sich leicht, plastische Szenen und eindrucksvolle Landschaftsbeschreibungen sorgen für Atmosphäre.
    „ Marschlande“ ist ein spannender und bewegender Roman über zwei selbstbewusste Frauen, dem ich viele Leser wünsche.

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  1. 4
    13. Aug 2023 

    Sehr guter Stoff

    Das Buch ist sehr geschmackvoll gestaltet. Der Titel ist gut gewählt und das Titelfoto passt ausgesprochen gut zum behandelten Stoff. Das Thema des Buches ist meines Erachtens sehr aktuell und sehr wichtig.

    Britta ist eine moderne, gut qualifizierte Frau Mitte Vierzig und durchlebt ein typisches Frauenschicksal unserer Zeit: Sie heiratet, bekommt Kinder und damit beginnt die berufliche Gefährdung sowie in gewisser Weise auch ein sozialer Abstieg, die zeitliche und finanzielle Abhängigkeit vom Ehemann im repräsentativen Job. Der Umzug heraus aus Hamburg in die Marschlande verschärft diese Situation. Am neuen Wohnort entdeckt sie zunehmend die Geschichte der Frauen in diesem Landstrich, allen voran von Abelke, die im 16. Jahrhundert als Hexe verbrannt wurde.

    Die Autorin erzählt abwechselnd aus Brittas und Abelkes Perspektive und die zwei erzählten Zeiten entfalten immer mehr Parallelen. Inhaltlich ist die Entwicklung der Geschichte sehr überzeugend und leider auch sehr realistisch. Eine sehr deutliche Herausarbeitung der Tatsache, dass Frauen seit Beginn der frühen Neuzeit, teils wie selbstverständlich und teils bewusst, in existenzgefährdenden Situationen hineingetrieben werden. Es wird auch deutlich, dass trotz gewisser Errungenschaften, sich am grundsätzlichen Problem nicht viel geändert hat. Aus der Erzählung, wie auch aus dem sehr ausführlichen und sehr guten Nachwort, geht hervor, dass die Frauensolidarität historisch schon immer da gewesen ist, nur bewusst unterbunden worden bzw. durch Anpassungsverhalten und erst Recht in unseren individualistischen Zeiten wieder verloren gegangen ist. Sie ist jedoch wichtig, um an der grundsätzlichen Wahrnehmung und Stellung von Frauen - sowohl historisch betrachtet als auch für die Gegenwart - etwas verändern zu können.

    Jarka Kubsova hat ein wichtiges Buch geschrieben mit einem sehr guten Ansatz. Lediglich die stilistische Umsetzung hat mich mit voranschreitendem Lesen nicht fesseln können. Sie schafft über detaillierte Beschreibungen einerseits eine sehr dichte und sensible Atmosphäre. Andererseits fehlte mir etwas die Abwechslung in der Schreibweise. Sehr angenehm finde ich, dass es kein militant-feministisches Buch geworden ist. Die genaue Beschreibung dessen, was war bzw. ist, reicht schon aus, um zu berühren und sich auch evtl. wiederzufinden. Sehr gute Idee, das Thema im Nachwort noch außerhalb der Erzählung zu erläutern. Insgesamt eine Leseempfehlung meinerseits.

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ADRIAN BLACKWELL

Buchseite und Rezensionen zu 'ADRIAN BLACKWELL' von Ralf Raabe
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "ADRIAN BLACKWELL"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:224
EAN:9783903326156
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Rezensionen zu "ADRIAN BLACKWELL"

  1. Ein spannendes Jugendbuch voller Abenteuer

    Der sechzehnjährige Adrian Blackwell, der mit einer Gruppe Jugendlichen unterwegs ist, gerät in einem Schneesturm in ein mysteriöses Landhaus. Bald stellt sich heraus dass sie Gefangene des Hausherrn sind. Vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten geraten die Jugendlichen in größte Gefahr. Nacheinander verschwinden einzelne Gruppenmitglieder und Adrian übernimmt die Führung der immer kleineren Gruppe. Welche Gefahren lauern in den Kellergängen des Landsitzes?

    Der Schreibstil ist leicht ,bildhaft und zügig zu lesen.Die Protagonisten passen hervorragend in das Jugendbuch hinein. Die Spannung steigert sich langsam aber kontinuierlich.

    Fazit: Dieses Fantasy-Abenteuer und Jugendbuch umfasst 22 Kapitel und die Story wird aus den unterschiedlichen Sichtweisen der Protagonisten erzählt. Die Handlung spielt sich im schottischen Hochland ab wobei die Geschichte sich die meiste Zeit im alten Landhaus abspielt. Die Story dreht sich unter anderem um die griechische und nordische Mythologie. Es geht um Gefühle die durcheinander geraten und die quasi Karussell fahren, Freundschaft, Mut und Eifersucht also eigentlich alles was ein Jugendbuch ausmacht. Der Autor hat dies sehr gut beschrieben und umgesetzt. In diesem aufregenden Abenteuer wird es sehr mystisch, abenteuerlich, unheimlich, gefährlich und mysteriös da die Götter einen hohen Stellenwert einnehmen. Dieses Jugendbuch hat mich persönlich mehr und mehr in seinen Bann gezogen. Die Story ist meiner Ansicht nach kurzweilig, fesselnd und aufregend zu lesen. Langsam und Stück für Stück kommen die Jugendlichen dem Geheimnis des alten Herrenhauses näher. So musste ich immer weiterlesen um das Ende zu erfahren. Dies ist der zweite Band dieser Triologie. Er ist in sich abgeschlossen. Der Leser muss jetzt nicht unbedingt meiner Ansicht nach das Vorgängerbuch kennen. Das Buch hat mich persönlich überzeugt und vergebe daher sehr gerne fünf Sterne.

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Nordlicht 01: Im Tal der Trolle

Buchseite und Rezensionen zu 'Nordlicht 01: Im Tal der Trolle' von Malin Falch
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Nordlicht 01: Im Tal der Trolle"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:172
Verlag: Egmont Bäng
EAN:9783770407163
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Rezensionen zu "Nordlicht 01: Im Tal der Trolle"

  1. 5
    30. Okt 2022 

    Hinreißend

    Im Buch geht es um Sonja, welche von ihrem Lieblingsonkel eine Brosche geschenkt bekommen hat, die der Junge Espen versucht zurückzubekommen. Als sie ihm die Brosche zurückgibt, nimmt er sie dafür mit ins magische Land Jotundalen. Dort begegnet sie Trollen, sprechenden Tieren und Drachenlibellen. Außerdem aber auch einigen sehr gefährlichen Lebewesen.

    Mir hat der Comic sehr gefallen. Die Bilder sind absolut bezaubernd. Es gibt einige Landschaftsbilder, die so schön sind, dass ich sie am liebsten an die Wand gehängt hätte.
    Die Stimmung des Buches war fantastisch. Es hat sich richtig nach dem Aufbruch in ein neues Abenteuer und in eine neue Welt angefühlt. Dazu beigetragen haben natürlich die wundervoll gezeichneten Fabelwesen, nach norwegischer Mythologie.
    Einige kleinere Abenteuer haben wir schon bestritten, aber ich muss auch klar sagen, dass sich dieser Band ein wenig wie die Vorbereitung auf die nächsten Bände anfühlt. Wir kennen jetzt die Grundregeln der Welt und wissen, wer diejenigen sind, vor denen wir uns in Acht nehmen müssen und sind damit bestens gerüstet für den nächsten Teil.
    Meinem Vergnügen hat das Ganze keinen Abbruch getan, aber ich denke, es ist wichtig zu wissen.

    Ein stimmungsvoll erzählter und gezeichneter Comic, den ich persönlich sehr mochte. Ich freue mich schon sehr darauf, mit dem zweiten Teil noch mehr in die Welt einzutauchen.

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Die schönsten Sagen der Antike (Insel-Bücherei)

Buchseite und Rezensionen zu 'Die schönsten Sagen der Antike (Insel-Bücherei)' von Burkhard Neie
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die schönsten Sagen der Antike (Insel-Bücherei)"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:150
Verlag: Insel Verlag
EAN:9783458200499
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Rezensionen zu "Die schönsten Sagen der Antike (Insel-Bücherei)"

  1. Klein und fein

    Klappentext:

    „Wer hat nicht von ihnen gehört? Von Ikarus, der bei seinem Vogelflug der Sonne zu nah kam, von Arachne, die besser weben konnte als die Göttin Pallas Athene? Vom überheblichen Sisyphos, von Oidipus und der Sphinx, der geraubten Europa, den Argonauten auf der Suche nach dem Goldenen Vlies? Von Prometheus‘ Qualen und der Büchse der Pandora, von Herakles, Perseus und Eurydike? Hier sind sie versammelt, die schönsten Mythen und Sagen der griechischen Welt, erzählt nach den antiken Quellen…“

    Wie der Titel schon besagt geht es hier um DIE schönsten Sagen der Antik und nicht um ALLE! Burkhard Neie hat hier besondere Geschichten zusammen gesetzt und mit wunderschönen Illustrationen versehen. Diese untermalen die Geschichten mehr als gekonnt und lassen ein wenig Kopfkino starten. In diesem Buch geht es um Mythen und Sagen. Was daran wahr oder erfunden ist, kann sich jeder selbst heraus suchen, fest steht aber, der Autor hat ein feines Händchen für seine Auswahl getroffen und diese dann auch noch verständlich niedergeschrieben. Wer also damals bereits in der Schule Schwierigkeiten mit der Büchse der Pandora hatte oder mit Eurydike, der wird hier endlich vieles verstehen und ja, sogar Lust bekommen mehr darüber zu erfahren.

    Dieses Buch ist ein wunderschöner kleiner Wissensschatz mit besonderen Geschichten: 4 von 5 Sterne!

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Im Bann der Seelenhändler

Buchseite und Rezensionen zu 'Im Bann der Seelenhändler' von Lavea Thoren
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Im Bann der Seelenhändler"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:367
EAN:9781074927370
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Rezensionen zu "Im Bann der Seelenhändler"

  1. Göttliche Streitigkeiten in unserer Nachbarschaft

    In diesem Urban Fantasy Roman geht es um nordische Götter, die sich in der heutigen Zeit immer noch auf der Erde herumtreiben und ihre Streitigkeiten untereinander austragen. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Seelenhändler und eine Meerjungfrau, die das Gedächtnis verloren hat. Das Buch ist ein lesenswerter Ausflug in die Sagenwelt, in dem mit fundiertem Wissen der Autorin die alten Geschichten bis zur Neuzeit weiter gesponnen werden.

    Inhalt:
    Die 19jährige Madelaine erwacht nach eine Unfall ohne Erinnerungen. Erst als der Seelenhändler Grimnir auftaucht und ihr seine Hilfe gegen ihren Cousin Thiazi anbietet wird ihr klar, dass sie keine normale junge Frau ist. Langsam erfährt sie mehr über Asgard, den göttlichen Kampf um die Krone der Götter und ihre Rolle inmitten der Streitigkeiten. Doch wem soll sie trauen, wer will ihr wirklich helfen und welche Pläne hat ihre wahre Mutter in den Tiefen des Meeres. Das Tauziehen um sie beginnt und der Ausgang ist ziemlich ungewiss, solange sie selbst nicht weiß, was sie alles vergessen hat.

    Cover:
    Das Cover ist toll designt, zeigt schöne Verzierungen an den Ecken, das Schiff der Seelenhändler, zwei starrende Augen, ein angedeuteter Schmetterling und vermittelt dank des Feuers und des Dämmerungslichtes eine sehr bedrohliche Stimmung. Gefallen hat mir auch die Schrift der Kurzbeschreibung auf der Rückseite, sehr passend. Das einzige, was mir nicht so gefällt ist die Haptik des Papiers, das an Butterbrotpapier erinnert.

    Setting und Stil:
    Die Welt von Asgard, die nordischen Götter, ihre verwandschaftlichen Beziehungen und der nicht gerade nette Umgang untereinander und mit anderen Sagengestalten dürfte fast allen mehr oder weniger bekannt sein. So findet man hier auch viele Namen wieder, die man schon einmal gehört hat. Ergänzt wurde diese Welt durch die Autorin mit den Seelenhändlern, die sich allerdings hervorragend in die Sagenwelt einfügen. Auch der Sprung in die Neuzeit gelingt hervorragend. Eine was wäre wenn Geschichte, die perfekt ins Urban Fantasy Setting passt.
    Die Handlung wird aus Madelaines Ich-Perspektive erzählt und so kann man als Leser hautnah miterleben, wie sie langsam entdeckt, in was für Streitigkeiten sie hineingeraten ist. Die Geschichte ist in drei Bücher aufgeteilt, die sich in viele kleine Abschnitte aufgliedern.

    Charaktere:
    Madelaine passt perfekt als Identifikationscharakter. Man kann mit ihr dank des Gedächtnisverlustes alles Neue zeitgleich entdecken und mit ihr das Tauziehen um ihre Person erleben.
    Ihr Cousin Thiazi und der Seelenhändler Grimnir sind die beiden Männer, die je nach Sichtweise das Beste für sie wollen. Dabei hat der Leser bestimmt schnell seinen Favoriten gewählt.
    Spannend sind die Meerjungfrauen/Nixen Abschnitte, die mir besonders gut gefallen haben.
    Es gibt natürlich noch viele andere Charaktere, menschliche Freundinnen und göttliche Widersacher, die alle harmonisch zur Handlung beitragen.

    Geschichte:
    Das Buch zeigt einen etwas anderen Blick auf die nordische Götterwelt, bietet dank den Seelenhändlern ganz tolle neue Möglichkeiten und liefert eine abgeschlossene Handlung mit einem Ende, das vielleicht Möglichkeiten für eine Fortsetzung bietet. Eine spannende, mitreißende Geschichte, die nebenbei noch das Interesse an der nordischen Götterwelt weckt.

    Fazit:
    Lavea Thorens Debütroman kann ich jedem Fan des Genres empfehlen, der sich ein bisschen für Asgard und seine Bewohner interessiert oder gerne das Interesse dafür wecken will. Ein Buch, dass alte Sagen und moderne Handlung gekonnt miteinander verbindet, eine Handlung bietet, die Mitfühlen und -leiden lässt und bei mir die Hoffnung geweckt hat, dass entweder die Handlung fortgeführt, oder zumindest in diesem Umfeld ein weiteres Buch der Autorin spielen wird. Urban Fantasy mit vielen bekannten Namen in etwas anderen Rollen.

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Luzifer - des Teufels Sünde

Buchseite und Rezensionen zu 'Luzifer - des Teufels Sünde' von Stella Tack
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Luzifer - des Teufels Sünde"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:378
EAN:9783960740087
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Rezensionen zu "Luzifer - des Teufels Sünde"

  1. 5
    26. Okt 2016 

    Im Dienste eines Teufels

    Klappentext:
    In einem dunklen Kampf unter den mächtigsten Fürsten der Unterwelt, inmitten zweiköpfiger Höllenhunde, dem paranoiden (und verdammt noch mal sexy) Teufel Luzifer und einem depressiven Zombie, versucht die 599 Jahre junge Hexe Evening eigentlich nur, nicht auf grausame Weise zu sterben!
    Das einzige Hindernis: Sie kann absolut nicht zaubern, Luzifer wird aus der Hölle geworfen und Himmel sowie Hölle versinken ins absolute Chaos, sodass sie nicht nur vor machthungrigen Höllenfürsten und himmlisch angepissten Engeln gejagt werden, sondern auch vom Tod höchstpersönlich, der absolut keinen Sinn für Humor besitzt.

    Rezension:
    1415 erlebt die 19-jährige Bäckerstochter Evening mit, wie in ihrem Heimatdorf die Angst vor Hexen, aber auch vor der Inquisition umgeht. Kurz darauf werden ihre beste Freundin und deren Bruder Erhard, in den Evening verliebt ist, der Hexerei verdächtigt. Doch bald darauf trifft sie auf Luzifer persönlich, der ihr verspricht, sie zu einer Hexe auszubilden.
    600 Jahre später wollen andere Teufel Luzifer stürzen, um selbst die Macht in der Hölle zu übernehmen. Evening, die ihm die ganzen Jahrhunderte über in einer Hass-Liebe verbunden blieb, gefällt das gar nicht. Doch wird sie ihm helfen können, seine Macht zu erhalten? Im Hintergrund sind jedoch Mächte am Wirken, die drohen, Himmel und Hölle ins Chaos zu stürzen.
    Ein Buch über Hölle und Himmel. Aber keine Panik: Christlich ist dieses Buch garantiert nicht. Im Gegenteil; im Mittelalter wäre die Autorin für dieses Buch wahrscheinlich selbst auf dem Scheiterhaufen gelandet. Im steten Wechsel zwischen den beiden Zeitebenen erzählt Stella Tack auf humorvolle und immer wieder unterschwellig erotische Art die Abenteuer Evenings und Luzifers. Politische Unruhen drohen, die Hölle auf den Kopf zu stellen. Nach der Flucht aus der Hölle müssen die beiden ‚Helden‘ feststellen, dass die Verhältnisse im Himmel auch nicht viel besser sind. Selbst der Tod persönlich – mit Vornamen übrigens Adam – und seine Frau Eva blicken nicht mehr durch. Wer hier gut oder böse ist, kann bis zum Ende nicht eindeutig gesagt werden. Der Leser wird dabei schnell derart gefesselt, dass er das Buch fast nicht mehr zur Seite legen kann. Der Schreibstil nimmt ihn einfach mit. Und schließlich will er doch wissen, wie das ganze Chaos endet! Das ganze Buch schäumt einfach über vor gänzlich unerwarteten Einfällen.

    Fazit:
    Ein humorvoll-erotischen Höllentrip, wie man ihn noch nicht gelesen hat. Alle Daumen hoch!

    Alle meine Rezensionen auch zentral im Eisenacher Rezi-Center: rezicenter.wordpress.com

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