Nevernight - Die Rache: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Nevernight - Die Rache: Roman' von Jay Kristoff
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Nevernight - Die Rache: Roman"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:784
Verlag: FISCHER Tor
EAN:9783596703593
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Rezensionen zu "Nevernight - Die Rache: Roman"

  1. 4
    07. Mär 2020 

    Der Doppelgänger

    Mia Corvere hatte es geschafft, sie hatte den Konsul Julius Scaeva erwischt. Und doch ruft sich eben dieser Julius Scaeva zum Imperator aus und hat nun alle Macht, Mia zu jagen. Der Tote war ein Doppelgänger. Und so steht Mia erneut vor ihrer größten Aufgabe, den Imperator zu stürzen. Mit auf den Weg nimmt sie den Sohn des Imperators, denn solange sie den Jungen hat, wird Scaeva alles daran setzen, dessen Leben zu schützen. Darauf baut Mia, auch dass dadurch ihr alter Lehrer geschützt ist. Viel Zeit bleibt ihr nicht, denn die nächste dunkle Nacht ist nah.

    Wenn man die beiden anderen Bände jeweils als Hörbuch-Download genossen hat, erlebt man hier die Überraschung der Fußnoten, die ja kein Mensch braucht. Und auch wie die Namen buchstabiert werden, erschließt sich gelesen wesentlich besser. Mias letzter Weg zur Vereinigung der Vielen ist hart und lang. Wieder erlebt sie viele Kämpfe und muss große Gefahren bestehen. Auch emotional ist Mia Corvere außerordentlichen Belastungen ausgesetzt. Nicht in allem kann ihr die Ausbildung zur Assassine helfen, schließlich ist sie doch eine junge Frau, der die Familia über alles geht. Ihre treuen Weggefährten sind Stütze und Last zugleich.

    Dieser Abschluss der Nevernight-Trilogie hat es wirklich in sich. Mia Corvere hat einiges zu überstehen. Sie stellt sich einer Aufgabe, von der man meint, sie kann unmöglich lösbar sein. Und wird das Ende so sein, wie es im ersten Band vorhergesagt wird? Nun, dass wird jeder Leser selbst herausfinden. Jay Kristoff jedenfalls erfreut sein Publikum mit einem fulminanten Finale und seine teils deutliche und provokante Sprache bildet eine erfreuliche Abwechslung zu etlichen eher zurückhaltenden Stilen. Und so ist man einer wahren Achterbahnfahrt ausgesetzt, aus emotionalen Szenen, witzigen Dialogen, grausamen Kämpfen und auch schrecklichen Verlusten. Irgendwie besteht man die Fahrt und ist beeindruckt von dieser ungewöhnlichen Reise in die Wahrnacht.

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Astrids Vermächtnis

Buchseite und Rezensionen zu 'Astrids Vermächtnis' von Lars Mytting

Inhaltsangabe zu "Astrids Vermächtnis"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:653
Verlag: Insel Verlag
EAN:9783458644200
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Der Wintersoldat

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Wintersoldat' von Daniel Mason
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Wintersoldat"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:432
EAN:9783423148078
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Rezensionen zu "Der Wintersoldat"

  1. Abgesang auf eine untergehende Zeit

    Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt.

    Zunächst einmal: Chapeau für die äußerst akkurate Recherche-Arbeit, mit der sich der amerikanische Autor den europäischen I. Weltkrieg erschließt, noch dazu die mehr als verwirrende Lage in den ethnisch durchmischten Grenzgebieten des Vielvölkerstaats Österreich-Ungarns! Das wäre allerdings "nur" eine rein akademische Fleißarbeit, aber das Buch bietet sehr viel mehr.

    Es geht um den I. Weltkrieg, der die Habsburger Monarchie und damit eine Ära beendete. Und wie das Buch diese Zeit erzählt, finde ich faszinierend. Es ist ein Abgesang, das schon, aber auf eine sehr indirekte Art und Weise. Hier gibt es keine Trauer über den Untergang einer Zeit, sondern der Autor lässt seinen Protagonisten Lucius, Medizinstudent und Sohn einer polnischen Adelsfamilie, klinisch-kühl die Dinge beobachten.

    Und da gelingen dem Autor äußerst beeindruckende Bilder. So trifft sich z. B. der Vater des Lucius in seiner Paradeuniform, gestiefelt und gespornt, ordenbehängt, mit seinen Freunden, die ebenso verkleidet sind, in seinem eleganten Salon und sie spielen quasi den Krieg nach, beschwören die Pracht der polnischen Flügelhusaren, diskutieren die Truppenbewegungen und sind durchtränkt vom Bewusstsein ihrer Überlegenheit.

    Krieg als Kostümball einer untergehenden Elite...

    Oder der erste desillusionierende Kontakt Lucius mit der entsetzlichen Wirklichkeit des Krieges: er trifft auf einen der sog. "gueules cassées", einen Verwundeten mit einem weggeschossenen Kiefer - eine Vorwegnahme der Tatsache, dass bei der Unterzeichnung des Versailler Vertrages die deutsche Delegation an solchen Veteranen vorbeidefilieren musste, als Demütigung gedacht.

    Ein besonders beeindruckendes Bild ergibt sich, als Lucius auf der Suche nach seiner Liebe das polnisch-russische Kriegsgebiet durchstreift: zerstörte Dörfer, in denen sich die Natur wieder ihr Recht holt, vereinzelte Bewohner, misstrauisch und feindselig, und mitten in der Verwüstung und Zerstörung der kurze Blick auf einen einzelnen K.u.K.-Soldaten zu Pferde, in voller farbenprächtiger Montur, regungslos, wie aus der Zeit gefallen - klarer kann man das Nebeneinander von Glanz und Gloria einerseits und der Kriegswirklichkeit andererseits kaum wiedergeben.

    Kleine Beobachtungen, fast in Nebensätzen untergebracht, runden das Bild: die Dekadenz der Oberschicht, die sich nach wie vor den Champagner aus dem (feindlichen) Ausland schicken lässt, während vor den Toren ihrer Paläste die Kriegsveteranen und hohläugige Kinder betteln -die menschenverachtende Behandlung traumatisierter Soldaten - das Kriegsgewinnlertum in der Oberschicht - der sprichwörtliche Undank des Vaterlandes - aber auch menschliche Wärme über die Fronten hinweg.

    Mir hat die Sprache besonders gut gefallen. Sie passt zu dem Medizinstudenten, zu seiner wissenschaftlich-distanzierten Weltsicht. Die Sprache klagt niemals an und ergreift mit der Zeichnung der Figuren keine Partei. Sie bleibt durchgängig eher chronikartig berichtend, unterkühlt wie Lucius, aber gerade in dieser Unterkühlung entfaltet sie ein enormes emotionales potential - so wie Lucius auch, der alles in Bewegung setzt, um seine Liebe zu finden.

    Ein sehr schönes Lese-Erlebnis.

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Meine wundervolle Weihnachtsmischung

Buchseite und Rezensionen zu 'Meine wundervolle Weihnachtsmischung' von Rothengast Regina
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Meine wundervolle Weihnachtsmischung"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:204
EAN:9783948818173
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Rezensionen zu "Meine wundervolle Weihnachtsmischung"

  1. Der Zauber der Weihnacht

    Friedbert nervt quasi alles an seiner Frau Elfriede - besonders aber deren Weihnachtsspleen. Bei ihr fängt Weihnachten im August an, sobald es Lebkuchen im Laden gibt. Durch Elfriede wird die Vorweihnachtszeit für Friedbert alles andere als friedlich und besinnlich.

    Fazit: Dies ist nur eine des 16 Kapitel langen Weihnachtsbuches. Es beinhaltet 16 Geschichten rund um Weihnachten. Diese Geschichten sind nicht allzu lang so dass der Leser sie auch mal zwischendurch lesen kann. Jedes der Kapitel /Geschichten sind in sich abgeschlossen. Dabei ist der Schreibstil leicht, bildhaft und zügig zu lesen. Die Geschichten sind modern haben aber zuweilen nostalgisches Flair. Sie sind gewürzt mit einem Esslöffel Humor, einer Prise Romantik, einem Teelöffel Spannung und einer Messerspitze Dramatik. Ich durfte deshalb schmunzeln und lächeln, sie haben mich nachdenklich und auch mal traurig gemacht. Es gibt aber auch schöne und glückliche Momente in diesem Buch und so hat die Autorin die ganze Bandbreite der Gefühle abgedeckt. Meiner Meinung nach kann sich der Leser sehr gut mit diesen Geschichten identifizieren. Die Autorin hat die Themen Versöhnung, Liebe, Frieden und Hoffnung sehr gut in diese Geschichten hineinverpackt. Da ist für jeden Leser bestimmt etwas mit dabei. Zu diesem Buch mit seinen schönen Geschichten passt hervorragend eine Tasse Kakao und natürlich Weihnachtsplätzchen. Dieses Buch hat mich gut unterhalten und vergebe daher sehr gerne fünf Sterne.

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Ich träumte von einer Bestie

Buchseite und Rezensionen zu 'Ich träumte von einer Bestie' von Nina Blazon
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Ich träumte von einer Bestie"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:448
EAN:9783365003008
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Rezensionen zu "Ich träumte von einer Bestie"

  1. Die Vergangenheit reicht bis heute

    Fleur ist eine junge Frau, wie am liebsten nicht wahrgenommen wird. In ihrer Wohnung hinter den Computerbildschirmen fühlt sich die Datenforensikerin wohl, denn da kommt ihr niemand zu nahe. Dann erfährt sie, dass ihr leiblicher Vater ihr ein Erbe hinterlassen hat, das Haus ihrer französischen Großmutter. Sie selbst ist unsicher, ob sie das Erbe annehmen soll, ihre Mutter ist absolut dagegen. Doch egal wie sie sich entscheidet, sie muss den Notar aufsuchen und so macht sie sich zusammen mit ihrem Bruder Max auf den Weg. Fleur hat schlimme Erinnerungen an das Haus der Großmutter in Echternach, doch Max bedrängt sie, sich das Haus einmal anzusehen. Dort findet Fleur etwas, dass sie dazu bringt, ihrer Familiengeschichte nachzugehen. Unterwegs trifft sie überall auf die Geschichte der Bestie des Gévaudan.
    Dies ist mein erstes Buch von Nina Blazon, mit dem sie mich vom ersten Moment an gefesselt hat.
    In ihrer jetzigen Familie gibt es ein Thema, über das nicht gesprochen werden darf und das ist Maurice Durand und die Zeit, als Fleurs Mutter mit ihm verheiratet war. Daher weiß auch Max nicht, was wirklich geschehen ist. Doch obwohl er einige Jahre jünger ist als Fleur, hat er immer gespürt, dass da etwas war und daher drängt er Fleur, sich mit ihrem Erbe zu beschäftigen. Für Fleur ist das alles zu traumatisch, doch dann entdeckt sie etwas, das sie dazu bringt, sich mit ihren Vorfahren auseinanderzusetzen. Während sie in Frankreich nach ihren Wurzeln sucht und so einige Entdeckungen macht, muss auch Max herausfinden, wie sein Leben verlaufen soll und fährt dafür nach Berlin.
    In Frankreich begegnet Fleur dem geheimnisvollen und selbstbewussten Tomé und seinen Wölfen. Er hilft ihr bei ihren Nachforschungen und dabei fliegen Funken. Aber da ist auch noch der einfühlsame Pierre, der Fleur zeigt, dass der Wald nicht bedrohlich ist. Fleur will das Geheimnis ergründen, das Irène d’Apcher vor vielen Jahren gehütet hat. Was sie dann herausfindet, verändert ihr Leben grundlegend.
    Eine wundervolle Geschichte, die bis zum Schluss spannend bleibt und einige Überraschungen bietet. Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen.

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Psyche und Eros

Buchseite und Rezensionen zu 'Psyche und Eros' von Luna McNamara
4.35
4.4 von 5 (3 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Psyche und Eros"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:444
EAN:9783352009884
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Rezensionen zu "Psyche und Eros"

  1. Gute Unterhaltung, aber wenig Emotionen

    Erst einmal vorweg: das Cover finde ich persönlich eines der schönsten, die mir je untergekommen sind. Es passt wie die Faust aufs Auge zum Inhalt des Buches und deutet zugleich darauf hin, dass wir uns hier im Bereich der griechischen Mythologie bewegen. Absolut gelungen!
    Die Geschichte rund um Psyche und Eros ist mir bislang vollkommen fremd gewesen, aber nach diesem Roman hat man nicht nur einen tollen Einblick in das Leben der beiden Protagonisten, sondern auch in das zeitliche Geschehen rundherum bekommen. Wer sich mit der griechischen Mythologie auskennt, wird sich jedoch auf den ersten hundert Seiten vermutlich zu Tode langweilen. Mich hat die lange Einführung aber nicht gestört, da die Geschichten der wichtigsten Götter knapp und übersichtlich aufbereitet werden. Dennoch beginnt die eigentliche Geschichte erst nach Seite 100 und so braucht es doch ein wenig, bis die Spannung steigt.
    Psyche und Eros selbst sind zwei absolut toll ausgearbeitete Protagonisten, die ich beide ins Herz geschlossen habe, auch wenn ich mit Psyche zunächst warm werden musste. Dies liegt aber schlicht und ergreifend daran, dass sie nicht die typische Prinzessin ist, sondern andere Interessen zeigt. Die Beiden zusammen sorgen auch für reichlich Humor, womit ich in einem solchen Buch eher weniger gerechnet habe, doch die Abwechslung gefällt mir ausgezeichnet. Nun kommt aber der große Kritikpunkt: auf emotionaler Ebene hat mich die Beziehung der Beiden nicht abgeholt. Mir fehlte es an Beschreibungen der Gefühle. Die Vergleiche waren zwar sehr bildlich, doch bei einem Vergleich wie „selbst der Speichel auf ihrem Kissen schien mir süßer als der köstlichste Honig“ werden bei mir keinen Emotionen angesprochen. Für Eros‘ Perspektive ist dies nicht sonderlich nachteilig, da er zunächst alles auf den Fluch schiebt, doch bei Psyche hätte ich mir dies schon gewünscht. Dennoch fiebert man einem Happy End entgegen, da die Beiden ganz offensichtlich nicht ohne einander können, auch wenn ich vergeblich auf die spannungsgeladenen Seiten am Ende gewartet habe. Man kann nicht behaupten, dass es keine Spannung gab, aber es war nun einmal auch nicht so, als hätte ich mich nicht mehr von dem Roman losreißen können.

    Positiv hervorzuheben sind jedoch noch der Schreibstil und die verschiedenen Charaktere. Der Schreibstil ist angenehm und erzählt die Geschichte so flüssig, dass das Lesen ein Genuss wird, auch wenn mir, wie bereits erwähnt, ein wenig Emotionen und Spannung gefehlt haben. Mit den zutiefst unterschiedlichen Göttern und Menschen ist zudem für Abwechslung gesorgt, wobei so manche Überraschungen, aber auch Enttäuschungen den ganzen Roman zu einer tollen Unterhaltung gemacht haben.
    Abschließend lässt sich somit festhalten, dass ich das Buch durchaus gerne gelesen habe, Psyches und Eros‘ Geschichte interessant und gut recherchiert aufbereitet fand, auch wenn es zwei Kritikpunkte gibt. Nichtsdestotrotz ist es eine gelungene Reise in die griechische Mythologie, die mich gut unterhalten hat.

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  1. Hat mir gut gefallen

    Mir hat das Buch gut gefallen. Bei einer Neuerzählung einer Sage besteht ja doch ein bisschen die Gefahr, dass es am Ende so klingt wie ein aufgehübschter Wikipediaartikel. Das ist hier zum Glück nicht passiert, die Autorin hat für mich aus einer eigentlich kleinen und in eine andere Geschichte eingebettete Erzählung eine tolle und interessante eigenständige Geschichte gemacht. Eros und Psyche stehen deutlich im Vordergrund, doch verschiedene Götte und ihre Beziehungen zueinander werden ebenso eingebettet. Die Dynamik der einzelnen Geschichtenteile passt gut zusammen und es macht nicht nur Spaß Psyche beim Aufwachsen und während ihrer Ausbildung zu begleiten, sondern auch die unterschiedlichen Streitereien der Götter untereinander zu verfolgen. Mythos und Romantik passen hier sehr gut zusammen und werden modern und aus neuen Blickwinkeln erzählt.
    Es ergibt für mich insgesamt ein rundes und stimmiges Gesamtbild. Es war unterhaltsam und ja, durchaus auch spannend zu lesen. Es hat tatsächlich mehr Tiefe, als man auf den ersten Blick annehmen würde, das war eine angenehme Überraschung für mich. Ich finde, es ist Luna McNamara durchaus gelungen etwas Neues aus etwas Altem zu machen.

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  1. 5
    08. Okt 2023 

    Faszinierend

    Psyche ist prophezeit worden, dass sie eine große Heldin werden wird. Das Problem besteht darin, dass das für Frauen im antiken Griechenland viel herausfordernder ist als für Männer. Vor allem wenn man den vernichtenden Blick der Göttin Aphrodite auf sich zieht. Diese beauftragt den Gott Eros, Psyche mit einem Fluch zu belegen. Sie soll sich in die erste Person, auf die ihr Blick fällt, verlieben, um dann für immer von ihr getrennt zu werden. Aus einem Missgeschick heraus verletzt sich Eros an dem Pfeil selbst und verliebt sich unsterblich in Psyche. Jetzt stellt sich die Frage, wie man den Fluch einer Göttin brechen kann.

    Das Buch konnte mich persönlich sehr begeistern. Es ist meiner Meinung nach eine ausgezeichnete Mischung aus Mythen, Fantasy und Liebesgeschichte. Ich hätte auch nicht gedacht, dass es mir die Liebesgeschichte so antut. Mir hat aber total gefallen, welchen Blick Eros auf Psyche hatte und wie sich die Beziehung zwischen den beiden entwickelt hat. Außerdem fand ich es es ausgezeichnet, dass Eros kein so seltsamer Machotyp war.
    Ich fand den Blick auf das Heldentum spannend, auch wenn es nichts ganz Neues war. Es wird die Frage aufgeworfen, ab wann Monster als Monster gesehen werden und dass die Geschichte von den Gewinnern geschrieben wird und welche moralischen Fragen sich daraus für Psyche ergeben.
    Die Art und Weise, wie Sterbliche zu Göttern kontrastiert werden, fand ich sehr gelungen. Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten werden dabei interessant betrachtet.

    Das Buch konnte mich persönlich vollkommen abholen. Es war witzig, spannend und die Liebesgeschichte war genau meins.

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Meine wundervolle Weihnachtsmischung

Buchseite und Rezensionen zu 'Meine wundervolle Weihnachtsmischung' von Rothengast Regina
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Meine wundervolle Weihnachtsmischung"

Format:Broschiert
Seiten:204
EAN:9783948818166
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Rezensionen zu "Meine wundervolle Weihnachtsmischung"

  1. Der Zauber der Weihnacht

    Friedbert nervt quasi alles an seiner Frau Elfriede - besonders aber deren Weihnachtsspleen. Bei ihr fängt Weihnachten im August an, sobald es Lebkuchen im Laden gibt. Durch Elfriede wird die Vorweihnachtszeit für Friedbert alles andere als friedlich und besinnlich.

    Fazit: Dies ist nur eine des 16 Kapitel langen Weihnachtsbuches. Es beinhaltet 16 Geschichten rund um Weihnachten. Diese Geschichten sind nicht allzu lang so dass der Leser sie auch mal zwischendurch lesen kann. Jedes der Kapitel /Geschichten sind in sich abgeschlossen. Dabei ist der Schreibstil leicht, bildhaft und zügig zu lesen. Die Geschichten sind modern haben aber zuweilen nostalgisches Flair. Sie sind gewürzt mit einem Esslöffel Humor, einer Prise Romantik, einem Teelöffel Spannung und einer Messerspitze Dramatik. Ich durfte deshalb schmunzeln und lächeln, sie haben mich nachdenklich und auch mal traurig gemacht. Es gibt aber auch schöne und glückliche Momente in diesem Buch und so hat die Autorin die ganze Bandbreite der Gefühle abgedeckt. Meiner Meinung nach kann sich der Leser sehr gut mit diesen Geschichten identifizieren. Die Autorin hat die Themen Versöhnung, Liebe, Frieden und Hoffnung sehr gut in diese Geschichten hineinverpackt. Da ist für jeden Leser bestimmt etwas mit dabei. Zu diesem Buch mit seinen schönen Geschichten passt hervorragend eine Tasse Kakao und natürlich Weihnachtsplätzchen. Dieses Buch hat mich gut unterhalten und vergebe daher sehr gerne fünf Sterne.

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Hund 51: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Hund 51: Roman' von Laurent Gaudé
2
2 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Hund 51: Roman"

In der Megastadt der Zukunft heuert Zem Sparak als Hilfspolizist an, arbeitet als „Hund“ im sauren Regen von Zone 3. Seine Heimat Griechenland gibt es schon lange nicht mehr: Bei GoldTex, einem Konzern, der bankrotte Länder unterjocht, herrschen Zynismus und Gewalt. Eines Morgens reißt eine über die gesamte Länge des Rückgrats aufgeschnittene Leiche Zem aus seiner Gleichgültigkeit. Irgendwo, das weiß er, gibt es noch eine Wahrheit. Zusammen mit Salia Malberg, einer Kommissarin aus Zone 2, begibt er sich auf eine Suche, die ihn auch in seine Vergangenheit führt. In schnellem Rhythmus, in poetischen Bildern stellt Laurent Gaudé unsere drängendsten Fragen: Wie wollen wir in Zukunft leben? Und was erwartet uns?

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:336
EAN:9783423283540
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Rezensionen zu "Hund 51: Roman"

  1. Mord in Zone 3

    Kurzmeinung: Eigentlich lese ich SF / Dystopie sehr gerne ...möchte man doch wissen, wie die Welt der Zukunft aussieht.

    Die Zukunft sieht laut Gaudé so aus: verschuldete Staaten werden von Großkonzernen aufgekauft und als Mülldeponien benutzt und verseucht. Griechenland war der Anfang. Bangladesh soll folgen.

    Es sind also nicht mehr Staaten, die um Einfluss und EinflussSpähren kämpfen, sondern zwei Großkonzerne. Ausserdem gibt es keinen Klassenkampf mehr, diese Zeiten liegen weit hinter uns, obwohl die Klassenkämpfe (angeblich) schlimm und hart waren, haben die Menschen inzwischen resigniert und es akzeptiert, dass sie in drei Klassen aufgeteilt leben.
    Es gibt drei Zonen, die erste ist eine superprivilegierte für einige wenige Auserwählte, die zweite ist die der Supereichen und die dritte die für die Abgehängten.

    Und was passiert? In Zone 3 geschieht ein Mord und ein Team aus Zone 2 und Zone 3, Frau und Mann, gehen den / die Mörder jagen.

    Der Kommentar:
    Obwohl Laurent Gaudé sich reichlich Mühe gibt, eine rasante Szene darzustellen, was auch weitgehend gelingt, mit kurzen Sätzen und vielen Dialogen, das Buch ist nicht langweilig geschrieben, gibt er sich mit der Ausgestaltung (s)einer Welt in der Zukunft leider nicht viel Mühe. Viel mehr als bereits oben angerissen, erfährt man nicht. Davon ist noch einiges abgekupfert, eine Welt in Zonen/Distrikten ist nicht neu, der Handel mit Unsterblichkeit auch nicht.

    Nun, es muss nicht immer neu sein, aber es muss mehr Butter bei die Fisch. Man möchte mehr über das Gesellschaftssystem erfahren, mehr darüber, wo die Politiker geblieben sind, vielleicht sogar, wie es dazu gekommen ist, dass die Konzerne die Macht übernommen haben. Waffen, Kriege? Das alles spart sich Laurent.

    Wenn die Kriminalgeschichte wenigstens noch irre spannend wäre. Aber das ist sie nicht.
    Oder wenn die Ermittler mehr Gesicht bekämen. Aber auch die Ermittler sind nicht viel mehr als Skizzen. Und die Ermittlungen sind langweilig, man marschiert von A nach B und zurück. Viel mehr passiert nicht, geschweige denn, dass das Geschehen gesellschaftliche Umwälzungen in Gang setzen würde. Da und dort wird es brutal - was dazu führt, dass der Roman für noch ungenügender wahrgenommen wird.

    Fazit: Gute Ansätze. Erstaunlich, dass der Autor trotz der Magerkeit der Story sie leicht lesbar und rasant schleift, aber es fehlt trotzdem bedenklich an Inhalt und Phantasie. Gerade bei einer Dystopie interessiert doch das Setting. Die Welt der Zukunft muss detailreicher sein, die Figuren weniger plakativ.

    Kategorie: SF /Dystopie
    Verlag: Dtv, 2023

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  1. 2
    22. Aug 2023 

    Krimi? Dystopie? Beides?

    In „Hund 51“ bekommen wir eine Welt präsentiert, die mindestens dreißig Jahre in der Zukunft liegt, denn der Hilfspolizist Zem Sparak musste vor dreißig Jahren mit Mitte Zwanzig aus seinem Heimatland Griechenland fliehen, als dieses nach seiner staatlichen Insolvenz von dem Megakonzern GoldTex übernommen und in eine Müllhalde umgewandelt wurde. Nun lebt er in einer Megacity mit dem Namen Magnapolis, welche ein Konglomerat aus Ex-Bürgern verschiedenster Nationen zu sein scheint. Die Stadt ist in verschiedene Zonen (von Zone 1 für die absolute Reichen-Elite über Zone 2 für die Bessergestellten über Zone 3 für die ärmlichen Malocher) eingeteilt und Sparak lebt und arbeitet in Zone 3 als sogenannter „Hund“, denn er spürt kriminellen Fährten nach. Für die Ermittlungen zu einem brutalen Mordfall muss er nun mit Salia Malberg, einer Kommissarin aus Zone 2, zusammenarbeiten. Er entspinnt sich eine verstrickte Ermittlung, die sie bis in die höchsten Kreise Magnapolis‘ führt.

    Bei dem Roman „Hund 51“ weiß man irgendwie nie so richtig, mit was man es hier eigentlich zu tun hat. Ist es ein Krimi oder eine Dystopie? Kann es auch beides sein? Ich denke, es hätte beides und darüber hinaus auch noch gut werden können, wenn der Autor nicht aus beiden Genres die absoluten Standards abgespult hätte.

    Der Krimi-Anteil, der im Verlaufe des Romans immer mehr die Überhand gewinnt, ist mit klassischen Rollen, klassischen Dialogen und auch einem klassischen Plot bestückt. „Klassisch“ meint hier „wie ein 08/15-Krimi“, denn es gibt die etwas abgehalfterten, mit seinem Leben hadernden Altermittler, die junge, ambitionierte Jungermittlerin aus besseren Kreisen, dialoglastige Sequenzen, in denen Überlegungen zum Tathergang usw. diskutiert werden, Guter-Cop-böser-Cop-Verhöre, politische Verstrickungen, die wahnwitzige, bis schlecht nachvollziehbare Zusammenhänge zwischen den Taten und zwei konkurrierenden Politikern offenlegen. Letztlich ein einfacher Spannungsbogen von „Wer war es?“ und „Warum?“. Allerdings interessierte mich die Auflösung zuletzt kaum noch, da ich den ganzen politischen Intrigen nicht mehr so recht folgen konnte.

    Der Dystopie-Anteil beschreibt vor allem in der ersten Hälfte des Romans eine Szenario, dass hinlänglich aus anderen Werken bekannt ist und ein wenig bis stärker an „Bladerunner“ etc. denken lässt. Wir erfahren durch Rückblicke nur sehr spärlich, wie es eigentlich zum Bankrott und dem Komplettverkauf eines ganzen Landes an einen Konzern kommen konnte. So richtig klar werden die Hintergründe bis zum Schluss nicht. Da bleibt Gaudé recht oberflächlich und auch an den Standards des Genres verhaftet. Es gibt wieder einmal die Zonen, die Arm und Reich voneinander trennen, es gibt Gesundheitsimplantate, die ein längeres Leben versprechen, was aber nur den Reichen zugänglich gemacht wird. Ironischerweise begeht Gaudé den Fehler, dass selbst in 2055 (oder später, wir bekommen keine Zeitangabe im Buch) noch Polizeiakten und ähnliche Unterlagen in Papierform existieren… Und das, wo wir doch jetzt schon kaum noch Papierakten in Krankenhäusern usw. führen. Nun denn, es zeigt, dass der Autor eher mit simplen Ideen glänzt statt mit einem durchdachten Worldbuilding dieser Zukunftswelt.

    Ich hatte ehrlich gesagt, nicht so viel Krimi und mehr Dystopie erwartet. Sprich, ich hätte gern mehr über diese zukünftige Welt erfahren und hätte nicht die ganzen politischen Verwicklungen und Intrigen zum Schluss noch gebraucht. Die beiden Hauptfiguren sind zwar gut skizziert, aber auch dort hätte es noch mehr psychologische Tiefe geben können. Während mich der Roman größtenteils mit seiner soliden Schreibe gut unterhalten, manchmal vielleicht etwas verwirrt hat, finde ich das Ende allerdings nicht sonderlich gelungen. Um es deutlicher zu sagen: Das Ende ist hanebüchen, nicht nachvollziehbar und lächerlich, wenn es nicht so ernst wäre. Es hat mich einfach nur noch aufgeregt und verärgert, ob seiner fehlenden Glaubhaftigkeit.

    Zuletzt könnte man konstatieren, dass zwar die Idee gar nicht schlecht ist, einen Krimi-Plot mit einer Dystopie zu koppeln, manchmal es aber auch einfach gut ist, entweder das eine oder das andere zu machen, dafür dann aber auch kreativ und ausgegoren.

    2,5/5 Sterne

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Vergissmeinnicht

Buchseite und Rezensionen zu 'Vergissmeinnicht ' von Kerstin Gier
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4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Vergissmeinnicht "

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:528
Verlag: FISCHER
EAN:9783949465093
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Rezensionen zu "Vergissmeinnicht "

  1. Auf geht´s in die zweite Runde

    Heute erscheint der zweite Teil der Vergissmeinnicht-Trilogie von Kerstin Gier. Der Band „Was bisher verloren war“ beginnt dort, wo die erste Geschichte endet. Man findet sofort wieder ins Geschehen und sieht die Protagonisten vor sich. Quinn hat sich inzwischen mit seinen neuen „Talenten“ und Fähigkeit vertraut gemacht und erschließt sich die Welt des Saums immer mehr. Dennoch hat er noch viele Wissenslücken, denen er unbedingt noch auf den Grund gehen muss. Was weiß Kim über den Tod seines Vaters, weshalb kann sich niemand mehr an Severin erinnern und sollte er wirklich der Auserwählte sein?

    Kerstin Gier gelingt es wieder einmal ihre Leserschaft in eine völlig neue Welt zu entführen. Überzeugend und detailliert erklärt sie uns den Saum mit seinen Bewohnern und wartet mit neuen Zusammenhängen, aber auch mit neuen Rätseln auf. Ohne viel Aufhebens nimmt sie uns mit in Mathildas und Quinns neues Abenteuer. Besonders gefreut hat mich wieder auf liebgewonnene Charaktere, wie z.B. „Bax“, aus dem ersten Band zu treffen.
    Ehrlicherweise muss ich schreiben, dass die Geschichte an der ein oder anderen Stelle ein paar „Längen“ aufweist, die die Handlung so dahin plätschert lassen und die Spannung aus der jeweiligen Szene nehmen.
    Zudem gibt es eine Stelle, in der Essen weggeworfen wird und das nur aus dem Grund, zumindest habe ich es so aufgefasst, da es sich dabei um Fleisch handelt. Wohingegen der Sojajoghurt unbedenklich gegessen werden konnte. Egal was man mit dieser Szene zum Ausdruck bringen wollte, finde ich nicht, sollten unverdorbene Lebensmittel nicht einfach weggeworfen werden. Auch nicht in Fantasy-Beststellern.

    Fazit:
    Die langersehnte Fortsetzung der „Vergissmeinnicht Reihe“ mit ein paar Längen, die das Lesevergnügend der phantasievollen Trilogie kaum schmälern.

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Tochter einer leuchtenden Stadt

Buchseite und Rezensionen zu 'Tochter einer leuchtenden Stadt' von Defne Suman
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Tochter einer leuchtenden Stadt"

An einem orangegetünchten Abend kommt im September 1905 in der Hafenstadt Smyrna ein kleines Mädchen zur Welt. Sie wächst behütet auf bei ihrer griechischen Familie, umgeben von goldfarbenen Minaretten, dem süßen Duft von Feigen und dem Klang einer Mandoline, die ein verliebter Junge unter ihrem Fenster spielt. Doch die Idylle zerbricht jäh, als nach dem Zerfall des Osmanischen Reichs aus Nachbarn plötzlich Feinde werden. Während die Stadt von einem verheerenden Feuer heimgesucht wird, retten drei Familien, eine griechische, eine türkische und eine levantinische, was ihnen am meisten am Herzen liegt: ein Mädchen, das einst an einem orangegetünchten Abend zur Welt kam.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:496
EAN:9783471360552
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Rezensionen zu "Tochter einer leuchtenden Stadt"

  1. Fast ein orientalisches Märchen

    Smyrna, eine der uralten Städte, wo sich Morgenland und Abendland trafen, wo die Straßen nach Nachtigall und Jasmin benannt wurden, wo der Duft von Opium, Haschisch und Rosen sich mit der frischen Brise vom Meer her vermischte. Smyrna war eine wahre kosmopolitische Stadt, in der Nationen und Religionen friedlich zusammen lebten, sich zu ihren jeweiligen Festen gratulierten, voneinander lernten, nicht nur ihre verschiedenen Sprachen.
    Gerade deshalb war sie als Pulverfass für die Politik geeignet, für diejenigen, die die Fäden des Weltgeschehens in der Hand hielten und die Lunte in das Herz der Stadt legten. Das bisherige Leben ging 1922 in Flammen auf, Vertreibung, Flucht und Tod im Gefolge. Smyrna wurde zu Izmir, "einfarbig und einsprachig". Jahrhundertelange Völkerverständigung war dahin.

    Der Leser begegnet abwechselnd verschiedenen Personen, die die Vielfalt des levantinischen Lebens illustrieren. Ihre Geschichten mäandern durch die Zeit, bis sie im Brand von Smyrna kulminieren, wo alles Geschehen zusammenfindet und die Erzählkunst der Autorin ihren Höhepunkt erreicht.
    So stellt man sich die Sprache der Scheherazade vor, orientalisch opulent, ein überquellender Schatz an Wörtern, mit vielen Einzelheiten und Nebensächlichem in schimmernder, schillerner Sprache ausgeschmückt, die die Atmosphäre verdeutlichen, leider allerdings den Lesefluss hemmen und viel von der Spannung wegnehmen.
    Allein schon des historischen Geschehens wegen, sollte man dieses Buch mit seinem wunderschönen Einband lesen.

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  1. Historischer Frauenroman

    „Seit Anbeginn hat der Mensch etwas erschaffen und zugleich Krieg geführt. Was heute dir gehört, gehörte gestern einem anderen, und morgen wird es wieder ein anderer bekommen.“ (Zitat Pos. 3393)

    Inhalt
    An diesem Tag im September 1905 kommt der Inder Avinash Pillai, ein britischer Spion, zum ersten Mal in die blühende Metropole und lebhafte Hafenstadt Smyrna, das heutige Izmir. Als er an Bord des Passagierschiffes Afrodit gerade den Sonnenuntergang über der Stadt bewundert, ahnt er nicht, was ihn eines Tages mit dem Mädchen verbindet, das an genau diesem Tag geboren wird. Dieses Geheimnis enthüllt sich ihm Jahre später durch Zufall, als er ein altes Foto sieht, während er an diesem Septembertag 1922, wieder an Bord eines Schiffes, einen letzten Blick auf die brennende Stadt wirft. Das Mädchen selbst entkommt den Flammen und wird von einer türkischen Familie gerettet. Gebannt lauscht auch sie den Geschichten der Romni Yasemin, ohne zu ahnen, dass eine dieser Geschichten auch sie betrifft.

    Thema und Genre
    In diesem Frauen- und Generationenroman geht es um den Untergang der weltoffenen, multiethnischen Stadt Smyrna, türkisch Izmir, als Folge eines Großbrandes am 13. September 1922, am Ende des Griechisch-Türkischen Krieges. Themen sind die gesellschaftliche Stellung der Frauen im Smyrna des frühen 20. Jahrhunderts, Traditionen, Familie und natürlich die Liebe.

    Charaktere:
    Im Mittelpunkt des Romans stehen Frauen aus vier unterschiedlichen Kulturkreisen: levantinisch, griechisch, türkisch und armenisch, denn es sind die Frauen, die im Hintergrund, aber selbstbewusst auch im Vordergrund, die Geschicke ihrer Familien bestimmen.

    Handlung und Schreibstil
    Die Geschichte wird abwechselnd in mehreren Erzählsträngen geschildert, die zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden. Das vor dem Feuer gerettete Mädchen wird von seiner neuen Familie Scheherezade genannt und sie ist es, die später diese Geschichte aufschreibt, daher wird ein Teil in der Ich-Form geschildert, der Großteil des Romans jedoch in der personalen Erzählform. Die jeweiligen Zeitangaben finden sich manchmal im Text der einzelnen Kapitel und Abschnitte, sind aber sehr ungenau gehalten. Hier hätte ich mir präzisere Angaben gewünscht, auch eine genauere Einbindung der historischen Fakten. Insgesamt ist es eine unruhige Erzählform und für mich waren die „Hints“, also Andeutungen, Hinweise auf zukünftige Ereignisse, zu viel. Die Sprache beeindruckt bei den Schilderungen der Stadt, der Menschen, des Alltagslebens, der Stimmungen und ihrer Gefühle, wird jedoch überbordend bei den Beschreibungen einzelner Szenen während des großen Feuers.

    Fazit
    Die Idee hinter dem Roman, der Plot in Verbindung mit den bekannten historischen Tatsachen, hatten mich neugierig gemacht. Leider konnte mich die Autorin nicht vollkommen überzeugen, sie bleibt sowohl bei der Handlung, als auch bei den Figuren, der Problematik, den Konflikten an der Oberfläche, die geschichtlichen Hintergründe werden nur gestreift. So wurde daraus ein weiterer Frauenroman mit historischem Hintergrund, ein Genre, das sich in den letzten Jahren großer Beliebtheit erfreut. Wer nicht mehr erwartet, wird auch dieses Buch sehr gerne lesen.

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