Wuhan Diary: Tagebuch aus einer gesperrten Stadt

Buchseite und Rezensionen zu 'Wuhan Diary: Tagebuch aus einer gesperrten Stadt' von Fang Fang

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Diskussionen zu "Wuhan Diary: Tagebuch aus einer gesperrten Stadt"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:352
EAN:9783455010398
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Arthrose endlich heilen

Buchseite und Rezensionen zu 'Arthrose endlich heilen' von Wolfgang Feil
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

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Diskussionen zu "Wuhan Diary: Tagebuch aus einer gesperrten Stadt"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:208
EAN:9783833891847
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Rezensionen zu "Arthrose endlich heilen"

  1. Remake

    DIE DR. FEIL STRATEGIE - Arthrose und Gelenkschmerzen überwinden. Dieses Buch ist 2018 als Taschenbuch erschienen. Damals noch mit einem eher dezenten Coverbild. Die Kurzbeschreibung zu diesem Vorläuferbuch des aktuell erschienenen liest sich quasi 1:1 wie Texte aus und zu dem aktuellen. Wer nur das neue Buch kennt bekommt den Eindruck, dass hier was total neues veröffentlicht wurde.
    Die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Entzündung und Bewegung sind im Prinzip allseits bekannt und werden hier sehr modern präsentiert und als Rettungsanker verkauft. Gesunde Ernährung, Bewegung, Gewichtsreduktion, das alles hilft dem Arthrosepatienten. In der Realität schimpfen viele über das unnötige operieren, wenn es aber daran geht den Lebensstil zu ändern und langfristig an Verbesserung zu arbeiten, dann kneifen viele Patienten. Oft höre ich nur, das kann ich aber nicht, ich kenne mich, wenn vorgeschlagen wird auf Fleisch oder Alkohol probeweise ein paar Wochen zu verzichten um auszutesten ob die Gesundheit davon profitiert. Wer sich das vorliegende Buch nicht nur kauft sondern auch genau liest gehört eh zu den Menschen, die sich ernsthaft damit beschäftigen. Dennoch werden auch davon nur wenige den Weg gehen den die Feil Theorie vorgibt. Und davon werden auch nicht alle eine Verbesserung spüren.

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Lexikon deutschsprachiger Schriftstellerinnen im Exil 1933-1945, Band 1 und 2

Buchseite und Rezensionen zu 'Lexikon deutschsprachiger Schriftstellerinnen im Exil 1933-1945, Band 1 und 2' von Renate Wall

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Autor:
Format:Broschiert
Seiten:544
Verlag: Kore Edition
EAN:9783926023483
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Die Beichte einer Nacht (detebe)

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Beichte einer Nacht (detebe)' von Marianne Philips

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Format:Taschenbuch
Seiten:288
Verlag: Diogenes
EAN:9783257246650
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Der alte Mann und der Hase

Buchseite und Rezensionen zu 'Der alte Mann und der Hase' von Berend Feddersen

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Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:160
Verlag: Irisiana
EAN:9783424154337
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Dankbarkeiten: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Dankbarkeiten: Roman' von Delphine Vigan
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

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Format:Taschenbuch
Seiten:176
EAN:9783832165802
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Rezensionen zu "Dankbarkeiten: Roman"

  1. Michka sucht

    Michka sucht. In ihren Erinnerungen, nach Dingen, die sie verlegt hat. Doch was sie in Wirklichkeit verliert, sind Worte. Nach und nach ersetzt sie diese durch ähnlich klingende. Als die alte Dame nicht mehr in der Lage ist, ihren Alltag alleine zu bewältigen, kümmert sich Marie um einen Platz im Seniorenheim für Michka. Doch dort vermisst Michka ihre Eigenständigkeit, findet sich nicht zurecht. Trotz der Unterstützung von Marie und dem Logopäden Jerome verliert Michka immer mehr den Bezug zum Leben. Ein großen Wunsch hat sie noch: das Ehepaar zu finden, dem sie als Kind ihr Leben zu verdanken hat.
    „Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie oft Sie am Tag Danke sagen? Danke für das Salz, für die aufgehaltene Tür, für die Auskunft.“
    Danke zu sagen für die kleinen alltäglichen Dinge, das geht uns oft sehr leicht von den Lippen. Tiefe ehrliche verbunden Dankbarkeit auszusprechen, den Menschen gegenüber, die für uns da sind, in der Not, in Zeiten der Angst, Dunkelheit und Einsamkeit, dankbar sein gegenüber denjenigen die unser Leben retten, dankbar sein dem Leben selbst gegenüber. Ein großes Thema, das die französische Autorin Delphine de Vigan so sensibel und stark zugleich in die Hand nimmt. Die französische Autorin legt Schonungslosigkeit und Barmherzigkeit gleichermaßen uns ans Herz.
    Michkas Suche nach Worten, ihre fortschreitende Paraphasie rührt zutiefst. Es ist nicht nur der Verlust der Sprache, sondern auch der Verlust der Selbstbestimmtheit im Alter, der Michka immer mehr zum Verschwinden bringt. Nur mehr in ihren (Alp)träumen lehnt sie sich dagegen auf: „Wir brauchen nur das Gefühl, wir seine noch ein bisschen frei, denn sonst: Wozu das alles?“
    Wenn die Sprache verloren geht, was bleibt uns dann? Wertschätzung, Liebe, Zuneigung, Berührung. Dankbarkeit.

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  1. Am Ende des Lebensweges

    Die kinderlose Michka Seld muss ins Seniorenheim. Die bislang rüstige und selbständige Dame hat diffuse Verlustängste und verliert zunehmend die Sprache, was sie sehr quält, da sie zeitlebens Worte sowie die Literatur liebte. Zum Glück gibt es Marie. Die junge Frau lebte als Kind im gleichen Wohnblock. Ihre Mutter war oft nicht zu Hause und vernachlässigte das Mädchen. In diesen Situationen war Michka zur Stelle, sie nahm die Stelle der Zieh-Großmutter ein, die eine wichtige Rolle in Maries Leben spielte und der sie große Dankbarkeit entgegenbringt.

    Marie kümmert sich nun auch rührend um die alte Frau. Sie suchen gemeinsam einen Heimplatz. Auch wenn Michka die Notwendigkeit umzusiedeln voll und ganz anerkennt, fällt der Abschied vom Zuhause doch schwer: „Sie zieht ihre Wohnungstür hinter sich ins Schloss, diese Tür, die sie hunderte Male geschlossen hat, doch heute weiß sie, dass sie es zum letzten Mal tut. Sie besteht darauf, selbst abzuschließen. Sie weiß, dass sie nicht zurückkehren wird.“ (S. 28) Es sind solche Sätze, die Vigan beherrscht, und die tief in die Seele ihrer Figuren blicken lassen.

    Im Heim hat Michka Schwierigkeiten sich einzugewöhnen. Sie hat Albträume und leidet unter dem zunehmendem Sprachverlust. Letzterem soll Logopäde Jerome entgegenwirken.
    Jerome liebt seinen Beruf und sagt über die alten Menschen: „Ich empfinde Zärtlichkeit für das Zittern ihrer Stimme. Für diese Zerbrechlichkeit. Diese Sanftheit. Ich empfinde Zärtlichkeit für ihre verzerrten, ungenauen, verirrten Wörter und für ihr Schweigen. Und ich hebe alles auf, auch wenn sie gestorben sind.“ (S. 41)

    Jerome besucht die alte Dame zweimal wöchentlich, er spricht mit ihr, macht kleine Tests und Spiele, die den Wortschatz trainieren sollen, die der Patientin aber nicht immer gefallen. Michka versteht es, den jungen Mann in Gespräche zu verwickeln, beide werden vertraut und teilen manches ihrer Geheimnisse miteinander. Michka hat in ihrer Kindheit große Verluste erlitten. Es gab aber auch Menschen, die ihr in dieser Zeit sehr geholfen haben. Es ist ihr ein lebenslanges Anliegen gewesen, ihnen zu danken. Ein Wunsch, der bislang unerfüllt blieb.

    Der Roman wird wechselweise aus den Perspektiven von Marie und Jerome erzählt. Sämtliche Passagen haben Michka als zentrale Figur, in deren Gefühlswelt man sich hervorragend hineinversetzen kann. Der Prozess des Alterns wird geschildert, die individuelle Angst vor dem Sprachverlust und dem Verlust ihres Selbst beschäftigt die Seniorin immens. So sagt Michka auf S. 60: „Wir werden bald so weit sein, glaub mir. Es dauert nicht mehr lange bis zum Ende, das weißt du, Marie. Ich meine das Ende des Verstands, der ist dann futsch und alle Wörter verflogen…“. Die Dialoge sind anrührend. Zunehmend verändert sich Michkas Sprache. Sie kann zwar nach wie vor flüssig denken, vertauscht aber beim Sprechen einzelne Worte durch ähnlich klingende. Mich hat die daraus resultierende (unfreiwillige?) Komik, die aus meiner Sicht im Kontrast zur ernsten Handlung steht, stellenweise irritiert. Vielleicht ist diese kleine Schwäche aber auch der Übersetzung geschuldet, die mit Sicherheit keine leichte Aufgabe war.

    Der Roman hält auch Hoffnung und Lichtblicke bereit. Ein Leben geht zu Ende, ein anderes beginnt. Das Leben ist ein Fluss, in dem Alter und Tod einen festen Platz haben. Davon wird mit großem Mitgefühl, aber auch mit unpathetischem Selbstverständnis erzählt.

    Der Autorin ist es wunderbar gelungen, sich in einen alten Menschen, seine Gebrechlichkeiten und Gedanken hineinzuversetzen: „ Alt werden heißt verlieren lernen. Heißt jede oder fast jede Woche ein weiteres Defizit, eine weitere Beeinträchtigung, einen weiteren Schaden verkraften müssen.“ (S. 123)
    Vigan beschreibt behutsam den Prozess des Abschiednehmens am Ende eines langen Lebens sowohl aus der Sicht der Betroffenen selbst als auch aus der Perspektive derjenigen, die auf diesem Weg begleiten und unterstützen. Es ist ein Buch, das wehmütig stimmt und gleichzeitig Mut macht.

    Das Motiv der Dankbarkeit durchzieht dabei den kleinen Roman, der mit zahlreichen wunderschönen, allgemeingültigen Sätzen aufwartet. Wichtige Dinge darf man nicht aufschieben, irgendwann kann es zu spät sein.

    Delphine de Vigan ist eine herausragende Erzählerin, ich spreche für diesen intensiven, 163-Seiten-starken und zutiefst menschlichen Roman eine große Leseempfehlung aus.

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Was am Ende wichtig ist: Geschichten vom Sterben

Buchseite und Rezensionen zu 'Was am Ende wichtig ist: Geschichten vom Sterben' von Petra Anwar

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Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:241
Verlag: Piper ebooks
EAN:
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Bleibt das Herz stehen, wenn man niest?

Buchseite und Rezensionen zu 'Bleibt das Herz stehen, wenn man niest?' von Dr. med. Carola Holzner
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

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Format:Broschiert
Seiten:320
EAN:9783596709779
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Rezensionen zu "Bleibt das Herz stehen, wenn man niest?"

  1. Tolle Themenauswahl

    Ich habe das Buch mit großer Begeisterung gelesen. Es macht einfach Spaß.
    Ich gehe davon aus, dass Doc Caro eine Person ist, die im öffentlichen Leben polarisiert. Man mag sie oder man mag sie nicht. Eine Notärztin, die in den sozialen Medien präsent ist, passt das zusammen?
    Für mich auf jeden Fall und zu 100 Prozent. Ich empfinde Bewunderung für diese Frau, die so hinter ihrem Beruf steht, ihn mit Herzblut ausübt und darüber auch noch heitere Bücher schreiben kann. Darüber hinaus ist es eine große Kunst, Menschen in Notsituationen in einfachen und klar verständlichen Zusammenhängen zu vermitteln, was gerade passiert und was auf die Menschen zukommt.
    Und von dieser Kunst lebt das Buch. Kleine Kapitel, die man in kleinen Häppchen lesen kann, führen den Leser einmal quer durch den Körper. Und da gibt es viel zu entdecken.
    Die Themen fand ich gut gewählt, bei vielen Kapiteln musste ich schmunzeln, weil ich genau das in meinem Alltag mit Kind oft erlebe. Von: Zieh - dir bitte - Socken - an, bis: Du - hast - gerade - drei - Burger - gegessen - bitte - warte - noch - bis - zum - Schwimmen.
    Okay, jetzt bin ich schlauer :), und ich habe dieses Wissen auf sehr ansprechende Weise vermittelt bekommen. Umgangssprachlich, trotzdem medizinisch perfekt erklärt, ohne erhobenen Zeigefinger und in einem Schreibstil, der die Liebe der Autorin zu ihrem Beruf und zum menschlichen Körper in jeder Zeile durchschimmern lässt. Und als Laie kann man mit jedem angesprochenen Thema etwas anfangen.

    Fazit: Ein Sachbuch für jedermann.
    Fazit2: Liest man extrem selten von mir :). Ich finde das Buch absolut verschenkbar.

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Science to go. Merkwürdiges aus der Welt der Wissenschaft

Buchseite und Rezensionen zu 'Science to go. Merkwürdiges aus der Welt der Wissenschaft' von Mathieu Vidard
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

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Diskussionen zu "Wuhan Diary: Tagebuch aus einer gesperrten Stadt"

Format:Broschiert
Seiten:320
EAN:9783730613269
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Rezensionen zu "Science to go. Merkwürdiges aus der Welt der Wissenschaft"

  1. 4
    30. Okt 2023 

    Faszinierende Sammlung wissenschaftlicher Details.

    Der Autor Mathieu Vidard ist seit Jahrzehnten Moderator einer Radiosendung über Wissenschaft, in welcher er regelmäßig Experten aus den verschiedensten Fachgebieten interviewt. Die interessantesten Fakten, faszinierendsten Anekdoten und spannendsten Details hat er gesammelt und in diesem Buch präsentiert.
    Es ist ein gemütlich zu lesendes Buch, das einlädt zu schmökern und bei dem man ständig „Oh“-, „Wow“-, „Wirklich“- oder „Das glaub ich nicht“-Momente hat. Abschnitte über die einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen wie etwa Mathematik, Geologie, Biologie, Astronomie etc. wechseln einander ab, sind wild durcheinander gewürfelt. Es ist also wirklich ein Buch für Personen, die sich allgemein interdisziplinär für Wissenschaft interessieren und vor ihren Freunden mit sog. „Fun Facts“ prahlen möchten.
    Dieses Durcheinander der Disziplinen ist einerseits toll, andererseits aber auch der einzige Kritikpunkt. Denn wenn man gezielt etwas suchen möchte, tut man sich sehr schwer, weil das Inhaltsverzeichnis am Ende zwar sämtliche Abschnitte auflistet, aber viele Titel nichtssagend sind.
    Fazit: Empfehlenswert.

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Fräulein Anna, Gerichtsmedizin

Buchseite und Rezensionen zu 'Fräulein Anna, Gerichtsmedizin' von Petra Aicher
5
5 von 5 (3 Bewertungen)

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Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:417
EAN:
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Rezensionen zu "Fräulein Anna, Gerichtsmedizin"

  1. Anna und Fritz ermitteln wieder!

    Inhalt:
    --------------
    1914: Nach ca. 2 Jahren hat sich Anna gut in der Münchner Gerichtsmedizin eingearbeitet. Aber dann landet ein toter Säugling auf dem Obduktionstisch und der Fall geht Anna näher, als sie möchte. Die Mutter ist nicht auffindbar, und als sie mithilfe von ihrem Freund Fritz Nachtwey die Ermittlungen aufnimmt, stößt sie auf unerwartete Geheimnisse der Münchner Gesellschaft und es gibt weitere Tote.

    Mein Eindruck:
    --------------
    »Auch die Aussetzung eines Kinds ist schließlich strafbar. Die Zahl der Kindstötungen steigt in letzter Zeit leider an. Weil die Männer im Krieg sind, wissen viele Frauen anscheinend kaum noch, wie sie die Kinder ernähren sollen, die sie haben. Geschweige denn, wie sie ein weiteres Mäulchen stopfen könnten, das sie noch dazu daran hindert, eine Stelle anzunehmen. Das wird in den nächsten Monaten sicher noch schlimmer werden.« Er lächelte bitter. »Einmal ganz abgesehen davon, dass sicher viele Verlobte in der Nacht, bevor sie sich den Tornister auf den Rücken schnallten, von ihren Mädchen zärtlichen Abschied genommen haben. Mit manchen unerwünschten Folgen.«

    Nachdem ich den ersten Teil bereits verschlungen habe, musste ich unbedingt wissen, wie es mit Fritz und Anna weitergeht. Dabei stand im ersten Band das Verbrechen zugunsten der Beziehungsgeschichte der beiden anfangs eher im Hintergrund. Mir gefiel vor allem, dass sich trotz der vielen Plänkeleinen der beiden eher eine feste Freundschaft anbahnt als eine Liebesbeziehung. In diesem Band ist diese Freundschaft bereits gefestigt und mir gefiel auch, dass sich die Beziehug zwischen der Polizei und dem privat ermittelnden Duo Anna und Fritz gebessert hat. Auf diese Weise bieten sich für den Fall noch bessere Ermittlungsmöglichkeiten. Diesmal hält der Fall den Leser durchgehend in Atem. Bis fast zum Schluss tappte ich im Dunkeln, wer der tatsächliche Täter und das Motiv bei all dem ist. Es werden einige falsche Spuren gelegt und erst nach und nach fügen sich die Puzzleteile zueinander.

    "Und ja, Friedrich hatte sie genutzt. Seit Johann Senftls Firmen einen großen Teil ihrer Produktion auf Erzeugnisse für die Armee umgestellt hatten, akzeptierte man höheren Orts offenbar, wenn die gesamte Familie der Ansicht war, ihre Schuldigkeit fürs Vaterland getan zu haben. Weynand war freigestellt worden, ohne auch nur darum ersucht zu haben. Sehr zur Beschämung seines Vaters, dem das Deutsche Reich über alles ging, selbst über das Königreich Bayern, und seines Bruders Otto, der als Kavallerieoffizier irgendwo unter dem Oberbefehl des Kronprinzen Rupprecht in Belgien stand."

    Neben dem Kriminalfall gibt es noch einiges Interessantes aus der Gesellschaft der damaligen Zeit zu entdecken. Auch das Kriegsgeschehen und die persönlichen Einschläge, die es bei den Protagonisten hinterlässt, sind spürbar.
    Ich finde diesen Teil fast noch besser als den ersten. Da ich aber keine sechs Punkte geben kann, gebe ich auf jeden Fall gerne die volle Punktzahl und kann den nächsten Teil kaum erwarten!

    Fazit:
    --------------
    Ein gelungener historischer Krimi vor der Kulisse des Ersten Weltkriegs in München: Noch fesselnder als Band 1!

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  1. Überzeugend und eine große Überraschung für mich

    Überzeugend recherchiert - mit Tiefe erzählt

    Fräulein Anna, Gerichtsmedizin: die Schwabinger Morde - (2. Band der Gerichtsärztin)
    wurde am 27. Juli 2023 durch den Ullstein Verlag veröffentlicht.

    Das Cover ist wirklich absolut stilecht für Genre sowie die damalige Zeitepoche. Dieses Cover geht konform mit dem ersten Band und ist somit sehr stimmig.

    Zum Inhalt:
    Wir sind in der Gerichtsmedizin, München 1914. Fräulein Anna ist die einzige weibliche Angestellte in der Gerichtsmedizin. Heute wird sie mit einem toten Säugling und seiner Leidensgeschichte konfrontiert. Gemeinsam mit Fritz von Weynand, einem Boulevard Reporter versucht sie die Geschehen rund um den Tod des Kindes aufzudecken. Als wäre das nicht schon schlimm genug, bricht auch noch der Krieg aus.

    Die Schriftstellerin Petra Aicher ist Münchnerin und liebt es Geschichten in ihrer Stadt zu erforschen um dann Geschichten erzählen zu können.

    Mein Leseerlebnis:

    Ich kannte die Reihe bisher nicht. Meine Erwartungen waren ehrlicherweise unspezifisch. Ich wollte aufgrund des Covers, unbedingt erfahren, wie diese Geschichte mir gefallen würde. Zumal ich selten Romane aus dieser Epoche lese. Auch hoffte ich, dass der Roman keine Klischees bedienen würde.
    Erzählstil:
    es ist mir super leicht gefallen in die Story einzusteigen. Schon nach wenigen Zeilen war ich wie gefesselt von der beschriebenen Situation, der Hauptprotagonistin und dem Ambiente.
    Personen & Research:
    Die Charaktere werden sorgfältig gezeichnet und durch die Wortwahl regelrecht lebendig.
    Die gesellschaftlichen Ein - & Ausgrenzungen, die Vorurteile und der Enthusiasmus, alles wurde mit großer Sorgfalt recherchiert und gekonnt in die Geschichte integriert.
    Zusammenfassung:
    Ein super gut lesbarer Roman, der die Eigenheiten der Zeitepoche widerspiegelt und die menschlichen Vorurteile dem Leser/in realistisch nahebringt, ohne belehrend zu wirken.
    Fazit:
    Ich vergebe überzeugte sehr gute 5* Lesesterne für diesen spannenden Gesellschaftsroman.
    Meine Empfehlung gilt allen Lesebegeisterten, die gern in anderen Zeitepochen eintauchen möchten.

    ISDN: B0BJW6JPKT
    Verlag: Ullstein
    Veröffentlichung: 27. Juli 2023

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  1. 5
    22. Mär 2023 

    Der erste Fall von Anna und Fritz

    Inhalt:
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    München 1912: Die 19-jährige Anna Zech hat als Jahrgangsbeste ihre Ausbildung als Krankenschwester absolviert. Auf der Suche nach einer besser bezahlten Arbeit beginnt sie als Assistentin in der Gerichtsmedizin. Gleich am ersten Tag wird die Schauspielerin Adele Röckl auf den Seziertisch gelegt. Sie wurde aus der Isar gezogen und alles deutet zunächst auf Selbstmord hin. Nach der Obduktion begegnet ihr der Journalist Fritz Nachtwey, der sich für ihre Arbeit interessiert und ihr als Dank für ihre Information eine Wohnung in der teuren Stadt verschafft. Schon bald erkennt Anna, dass es sich in Wirklichkeit um den Adeligen Friedrich von Weynand handelt, der unglücklich verheiratet ist und zu seinem Vergnügen eine Skandalzeitung betreibt. Obwohl sie anfangs eine gewisse Abneigung gegen ihn und seinen Lebensstil empfindet, so entdecken sie doch einige Gemeinsamkeiten und ihr Interesse an der Todesursache der Schauspielerin führt zu einer Freundschaft der beiden und bringt Anna schließlich leider auch in Gefahr.

    Mein Eindruck:
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    "Als Friedrich anschließend in einem anderen Wagen nach Hause in die Villa Senftl fuhr, grübelte er unwillkürlich nach über die verschiedenen Welten, die in dieser Stadt nebeneinander existierten, scheinbar, ohne sich zu berühren: die alte Welt des Adels mit ihrer Etikette, ihren Hofämtern und den Lakaien in Seidenstrümpfen und Schnallenschuhen. Und die Welt, die sich in Schwabing ein Stelldichein gab, mit ihren regellosen Festen, den Homosexuellen, die ihre Neigung kaum verbargen, den Anhängern von Freikörperkultur und fleischloser Ernährung, ihren Romantikern, Sozialisten und Anarchisten … Wie konnten diese widersprüchlichen Lebensweisen alle unter den Dächern derselben Stadt Platz finden, und wie lange würde es gut gehen?"

    Dieser historische Kriminalroman hat mich von Anfang an in seinen Sog gezogen. Der Fall fängt zwar recht beschaulich an mit der Obduktion, die einen Suizid nahelegt. Doch allmählich nehmen die Ermittlungen Fahrt auf und die Lebensumstände des Opfers werden immer mehr beleuchtet. Wer hier jedoch einen klassischen Krimi erwartet, der wird sicherlich enttäuscht sein, da der Fall zwischendurch etwas in den Hintergrund gerät. Das hat die Sogwirkung auf mich jedoch keinesfalls beeinträchtigt. Denn der Roman lebt von der tollen Atmosphäre, man spürt die Stimmung im Volk, die kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs in München herrschte. Zudem habe ich mich von Beginn an in die beiden Protagonisten Anna und Fritz verliebt.
    Beide sind so unterschiedlich auf der einen Seite und ergänzen sich auf der anderen so gut. Anna ist eine starke Persönlichkeit. Sie ist klug, lässt sich von ihren männlichen Vorgesetzten und überhaupt von Männern nicht einschüchtern und möchte auch beruflich auf eigenen Beinen stehen, was für eine Frau zur damaligen Zeit sehr ungewöhnlich ist. Sie hält sich an die Anstandsregeln, aber genießt auch ihre Freiheiten. So macht sie von vorneherein klar, dass sie Fritz als verheirateten Mann nur als Freund, nicht aber als Liebhaber dulden wird. Dies führt zu einigen amüsanten Dialogen zwischen den beiden, die ich sehr genossen habe. Ich mochte auch Fritz.Obwohl seine Frau ihn nur wegen des Adelstitels geheiratet hat und er zu Hause nichts zu sagen hat, bemüht er sich dennoch immer wieder, zumindest zu seinen Kindern ein besseres Verhältnis zu bekommen. Seine Frau stellt sich leider permanent dazwischen, sodass ich oft Mitleid mit ihm hatte. Auch mochte ich seine Art, die Gesellschaft der damaligen Zeit zu hinterfragen und zu kritisieren. Häufig verwendet er dabei einen ziemlich sarkastischen Tonfall, den ich genossen habe beim Lesen. Am Ende erfuhr der Kriminalfall noch mal eine rasante Wende, mit der ich zuvor nicht gerechnet hatte.

    Der Titel ist etwas irreführend, denn der Fall selbst dreht sich nicht um die Aufklärung der Prinzregentenmorde. Er spielt eher auf die Historie an, da der Roman zu der Zeit spielt, in dem diese geschahen und die den Auftakt zum Beginn des Ersten Weltkriegs bildeten. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und fiebere nun der Fortsetzung entgegen!

    Fazit:
    -----------
    Atmosphärischer historischer Krimi mit starken Protagonisten und amüsanten Dialogen - fesselnd geschrieben

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