AchtNacht

Buchseite und Rezensionen zu 'AchtNacht' von  Sebastian Fitzek
2
2 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "AchtNacht"

Format:Audible Hörbuch
Seiten:0
EAN:
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Rezensionen zu "AchtNacht"

  1. 2
    12. Jun 2024 

    Vogelfrei...

    Stellen Sie sich vor, es gäbe eine Todeslotterie. Sie könnten den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen. In der »AchtNacht«, am 8.8. jeden Jahres, würde aus allen Vorschlägen ein Name gezogen. Der Auserwählte wäre eine AchtNacht lang vogelfrei, geächtet. Jeder in Deutschland dürfte ihn straffrei töten - und würde mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt. Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst. Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief. Und Ihr Name wurde gezogen! (Verlagsbeschreibung)

    Die Grundidee hinter dem Thriller finde ich durchaus spannend. Eine Lotterie, bei der man im Vorfeld gegen eine Gebühr den Namen einer Person angeben darf, die in der Achtnacht getötet werden soll. Aus all den Namen wird schließlich einer ausgelost, der dann für eine Nacht (am 8.8. um 8 Uhr 8) als vogelfrei gilt und von jedermann gejagt werden kann - bei zugesicherter Straffreiheit. Derjenige, der nachweisen kann, dass er den Gejagten getötet hat, erhält im Anschluss eine Prämie von zehn Millionen Euro. So weit die Idee, die Fitzek nach eigener Auskunft in Anlehung an die Filmreihe "The Purge" entwickelt hat.

    Ben ist ein dem Alkohol verfallener Musiker, der aus seiner Band herausgeworfen und von seiner Frau verlassen wurde. Er neigt zudem zu Depressionen seit seine Tochter aufgrund eines durch ihn verursachten Unfalls im Rollstuhl sitzt. Sein Leben dümpelt vor sich hin - bis zu der besagten Achtnacht, als Ben entdeckt, dass ausgerechnet er derjenige ist, auf den das Los gefallen ist. Zeitgleich mit dem Hörer erfährt Ben, was es mit der Achtnacht auf sich hat, und nur zu schnell wird ihm klar: das ist bitterer Ernst! Entgegen der ursprünglichen Ankündigung ist er aber nicht der Einzige, der in dieser Nacht als vogelfrei erklärt wird - die Psychologiestudentin Arezu steht ebenfalls auf der Abschussliste. Beide Kandidaten leben in Berlin - was bei einer deutschlandweiten Lotterie schon einmal Zweifel an der angeblichen Auslosung der Namen aufkommen lässt. Doch weshalb nur sind Ben und Arezu auf dieser Liste gelandet?

    Fitzek setzt wie so oft schon auf meist kurze Kapitel und einen unkomplizierten Schreibstil, was normalerweise dafür sorgt, dass man nur so durch das Buch fliegt. Hier habe ich das jedoch nicht so empfunden. Ich fand gerade die erste Hälfte des Thrillers doch reichlich zäh und trotz einiger Ereignisse wenig interessant, so dass ich nach einem Kapitelende eher dazu neigte, wieder eine Pause einzulegen als unbedingt weiterlesen zu wollen. Es gab kaum einmal Szenen, in denen ich mit den Hauptcharakteren mitfieberte, auch wenn es manchmal zweifelhaft schien, dass sie heile aus manchen Situationen herauskommen würden.

    Gut gefallen hat mir an diesem Thriller der Aspekt der Massenpsychologie, das Verhalten des jagenden Mobs. Dadurch dass sich dann zusätzlch kriminelle Psychopathen (Klicks um jeden Preis!) einschalteten und die Jagd nach ihren eigenen Spielregeln noch um einiges heftiger gestalteten, gewannen die Ereignisse an Dynamik und Brisanz, und v.a. Ben hatte schließlich nur noch die Möglichkeit, irgendwie zu reagieren, aber kaum noch, eigene Entscheidungen zu treffen. Allerdings - und hiermit beginnt nun meine Kritik - agierten sowohl Ben als auch Arezu zuweilen in einer Weise, die für mich nicht nachvollziehbar oder logisch war, was m.E. wohl dazu dienen sollte, die Spannung aufrecht zu erhalten, mich allerdings nur zum Kopfschütteln animierte.

    Neben der über lange Phasen eher vor sich hin plätschernden Handlung mit wenig überraschenden Twists (das änderte sich dann gegen Ende) und einigen wenig vorstellbaren Szenen gab es hier leider noch weitere Punkte, die mir negativ aufstießen. Normalerweise mag ich Perspektivwechsel, weil diese dem Leser oder Hörer ein breiteres Spektrum an Einblicken bieten - hier jedoch empfand ich sie oftmals als störend, so dass der Lesefluss, hatte ich ihn denn einmal erreicht, gleich wieder unterbrochen war und ich wiederum eher zu einer Pause tendierte denn zum dringenden Weiterhören. Zudem wurde hier eine Vielzahl von gesellschaftspolitischen Themen angerissen und grob eingeflochten, was ich in der Summe eher als gewollt denn als gekonnt empfand - egal ob (Cyber-)Mobbing, Fakenews, Klatschpresse, Darknet, Prostitution oder der Umgang mit psychischen Erkrankungen wie Depression, Alkoholismus, Suizidabsicht, Magersucht u.a.m.: puh!

    Gegen Ende häuften sich die überraschenden Twists, was ich generell begrüßt habe. Aber - und das ist ein dickes fettes AAAABER: die Auflösung, wer oder was hinter der Idee zur Achtnacht steckte - no way! Ich kann hier leider nichts weiter dazu verraten, weil es allen potenziellen Lesern oder Hörern die Überraschung nehmen würde. Dennoch muss ich leider sagen: Herr Fitzek, Sie haben hier absolut unzureichend recherchiert! Zufällig habe ich mich mit diesem Thema gerade in letzter Zeit gehäuft auseinandergesetzt und weiß einfach, dass das so nicht sein kann, und zwar gleich in zweifacher Hinsicht. Das hat mir den Spaß dann leider endgültig verdorben.

    Über den Epilog dann kann man unterschiedlicher Meinung sein, dem einen wird es gefallen, dem anderen zu weichgespült erscheinen, ich bin hier unentschlossen, weil ich immer noch mit der Auflösung hadere. Zumindest führt der Epilog zu keinem weiteren Punktabzug, so dass es letztlich wegen der Grundidee und einiger interessanter/spannender Aspekte bei wackeligen zwei Sternen bleibt. Sehr sehr schade.

    Simon Jäger liest die ungekürzte Hörbuchausgabe (8 Stunden und 39 Minuten) gewohnt versiert und angenehm im Tempo. An ihm liegt es jedenfalls nicht, dass ich hier so enttäuscht wurde.

    © Parden

 

Die dunkle Seite des Mondes

Buchseite und Rezensionen zu 'Die dunkle Seite des Mondes' von  Martin Suter

Inhaltsangabe zu "Die dunkle Seite des Mondes"

Starwirtschaftsanwalt Urs Blank, fünfundvierzig, Fachmann für Fusionsverhandlungen, hat seine Gefühle im Griff. Doch dann gerät sein Leben aus den Fugen. Ein Trip mit halluzinogenen Pilzen führt zu einer gefährlichen Persönlichkeitsveränderung, aus der ihn niemand zurückzuholen vermag. Blank flieht in den Wald und lernt dort zu überleben. Bis er endlich begreift: Es gibt nur einen Weg, um sich aus diesem Alptraum zu befreien.

Format:Audible Hörbuch
Seiten:0
EAN:
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Sparring Partners: John Grisham

Buchseite und Rezensionen zu 'Sparring Partners: John Grisham' von John Grisham

Inhaltsangabe zu "Sparring Partners: John Grisham"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:342
EAN:9781399718165
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Der dritte Zwilling: Roman (Lübbe Belletristik)

Buchseite und Rezensionen zu 'Der dritte Zwilling: Roman (Lübbe Belletristik)' von Ken Follett

Inhaltsangabe zu "Der dritte Zwilling: Roman (Lübbe Belletristik)"

Autor:
Format:Hardcover
Seiten:544
Verlag: Lübbe
EAN:9783785708552
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Dich schickt der Himmel: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Dich schickt der Himmel: Roman' von Sophie Kinsella

Inhaltsangabe zu "Dich schickt der Himmel: Roman"

Format:Paperback
Seiten:528
EAN:9783442487905
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Der dritte Zwilling

Buchseite und Rezensionen zu 'Der dritte Zwilling' von  Ken Follett

Inhaltsangabe zu "Der dritte Zwilling"

Format:Taschenbuch
Seiten:542
Verlag: Bastei Lübbe
EAN:9783404129423
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Der Lange Kosmos: Roman (Lange Erde, Band 5)

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Lange Kosmos: Roman (Lange Erde, Band 5)' von Terry Pratchett

Inhaltsangabe zu "Der Lange Kosmos: Roman (Lange Erde, Band 5)"

Format:Taschenbuch
Seiten:480
EAN:9783442489978
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Das Mädchen: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Mädchen: Roman' von Stephen King
2.5
2.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Mädchen: Roman"

Um zehn Uhr sitzt Trisha noch im Auto ihrer Mutter. Um halb elf hat sie sich im Wald verirrt. Um elf Uhr versucht sie, sich nicht zu fürchten. Nicht daran zu denken, dass Leute, die sich verirren, vielleicht nie mehr zurückkehren. Hunger und Durst, Mücken und wilde Tiere, Einsamkeit und Dunkelheit – Trisha hat dem Grauen der Wälder wenig entgegenzusetzen. Und vor allem nicht dem, was sich aufgemacht hat, sie heimzusuchen …

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:288
Verlag: Heyne Verlag
EAN:9783453441095
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Rezensionen zu "Das Mädchen: Roman"

  1. Nigeria: vergessenes Land. Vergessene Frauen.

    Kurzmeinung: Nigeria ist aus dem Blick der Welt verschwunden. Das hat verheerende Auswirkungen.

    Properly speaking, ich habe noch nie etwas von Edna O’Brien gelesen. Ja, schlimmer noch, ihre Existenz war mir unbekannt. Dabei scheint sie eine Art Berühmtheit zu sein unter den Schriftstellern Irlands. Bahnbrechend sogar. Ihre Trilogie „Country Girls“ erlebte (einst - 1960) buchstäblich eine Bücherverbrennung. Zu viel Sex, vermute ich.

    Nun, entsprechend ihrem Ruf nimmt Edna O’Brian kein Blatt vor den Mund, wenn es um das Schicksal der nigerianischen Schülerinnen geht, die 2014 von Boko Haram verschleppt, ständig vergewaltigt, misshandelt, verkauft und gefangengehalten wurden und zum Großteil noch werden. Edna O’Brien hat längere Zeit vor Ort recherchiert und dem unermesslichen Leid dieser Frauen eine weitere Stimme gegeben.

    „Das Mädchen“ ist eine Kunstfigur. Und trotzdem authentisch. Maryam überlebt und es gelingt ihr die Flucht. Doch nach wochenlangem Fastverhungern und Angst endlich zuhause angekommen, wird sie nicht nur nicht mit offenen Armen aufgenommen, sondern man nimmt ihr auch noch das Kind weg, das sie geboren und gerettet hat.

    Zur näheren Erläuterung des Romanhintergrunds zitiere ich eine weitere Quelle:

    Die Journalistin Heike Hupertz schreibt am 20.11.2018 in der FAZ über die „Chibiok-Mädchen“ und die Zustände in Nigeria:

    „Dass nach wie vor im Norden Nigerias jedes Jahr Hunderte Mädchen verschleppt, mit „Kriegern“ zwangsverheiratet und immer wieder zu Selbstmordattentaten gezwungen werden, steht auf einem anderen, weniger prominenten Blatt. Es wird vermutet, dass sich nach wie vor Tausende Frauen in der Gewalt von Boko Haram (wörtliche Übersetzung: „Westliche Bildung ist eine Sünde“) befinden. Die Unterjochung und Vergewaltigung von Mädchen ist, genau wie die Abrichtung von Kindern als Terrorsoldaten, Teil der Bürgerkriegsstrategie der Islamisten. Seit 2009 forderte der Krieg mehr als 28 000 Tote. Drei Millionen Menschen sind auf der Flucht.“

    Die Kritik:

    Es ist richtig, diesen Menschen eine Stimme zu geben. Es ist richtig, die Gräueltaten islamischer Terrororganisationen an den Tag zu bringen und zu zeigen, wie hauptsächlich Frauen als Kriegsmaterial und Waffe missbraucht werden. Und doch ist bloßes Zeigen zu wenig und manchmal auch zu viel.

    Das Buch ist durchaus gut lesbar geschrieben. Man kann das Geschehen (gerade noch) aushalten. Dennoch ist es zum Teil voyeuristisch. Und man darf ebenso bezweifeln, dass diejenigen, die es lesen müssten, es je zur Hand nehmen.

    Was mir am meisten fehlt im Roman selbst und woran eine Icherzählung zwangsläufig fast immer krankt, ist der Mangel an klaren Informationen und klaren Benennungen. Reine Romane können einfach nicht alles. Und ich stelle in Frage, dass dieser Roman irgendetwas bewirken kann. Im vorliegenden Falle hätte mir deshalb eine Mischung zwischen Dokumentation und Roman weitaus mehr zugesagt. Die Aktion „Bringbackourgirls“, meines Wissens u.a. von Michelle Obama initiiert, hat Druck auf die nigerianische Regierung ausgeübt und einige Hundert Frauen wurden frei. Was heißt hier „frei“? Dieses Buch aber wird nichts bewirken.

    Das ist das zweite, was mir sehr fehlt. Ausser der bloßen Schilderung des Grauens gibt es nichts, keine Reflexionen, keine Hintergründe, keine Ausblicke. Im Nachwort gibt es einen entsprechenden Beitrag. Davon hätte ich jedoch auch gerne etwas im Roman gelesen.

    Fazit: Bewegend erzähltes Grauen weiblicher Entführungsopfer in Nigeria als Icherzählung. Jedoch leistet die gewählte Romanform der Icherzählung zu wenig: Keine Aussenbetrachtung. Keine Stellungnahme. Keinen Kommentar. Keine politische Einbettung. Keine Bewertung. Keine Hintergründe. Abgesehen davon, dass man den Roman per se natürlich als Stellungnahme verstehen kann. Dennoch: zu wenig Einmischung für meinen Geschmack.

    Kategorie: Belletristik
    Verlag: Hoffmann und Campe, 2020

  1. 2
    28. Okt 2015 

    Viel harmloser als erwartet...

    Um zehn Uhr saß Trisha auf dem Rücksitz des Wagens ihrer Mutter. Um halb elf hatte sie sich im Wald verirrt. Um elf versuchte sie, sich nicht zu fürchten. Versuchte, nicht zu denken "Es ist schlimm, es ist sehr schlimm". Versuchte, nicht daran zu denken, dass manchmal Leute, die sich im Wald verirren, ernsthaft verletzt werden. Oder niemals wieder zurückkehren.

    Das Mädchen irrt durch die Wälder. Sie ist allein. Sie ist vom Weg abgekommen. Noch hat niemand bemerkt, dass sie verschwunden ist. Nur sie weiß, dass sie sich verirrt hat und keiner da ist, der sie beschützen kann - vor dem Hunger und dem Durst, vor den Mücken und den wilden Tieren, vor der Einsamkeit und der Dunkelheit. Aber vor allem nicht vor dem, was sich in den Wäldern aufgemacht hat, die Neunjährige heimzusuchen.
    Eine Basketballkappe, ein kleiner Walkman und die Erinnerung an die Gespräche mit ihrem Vater sind die einzige Ausrüstung, die Trisha mit sich führt. Mehr hat sie dem Grauen der Wälder nicht entgegenzusetzen. Und das ist sehr, sehr wenig...

    Hm, ehrlich gesagt, von einem King-Roman habe ich mir etwas anderes erwartet, kenne auch anderes.
    Klar spielt er hier mit der Urangst der Menschen, aber das Buch ist sehr baseball-lastig und manche Passagen ziehen sich sehr in die Länge. Für ein neunjähriges Mädchen ist Trisha auch mit einem erstaunlichen Wissen ausgestattet - natürlich will ich hier nicht zu sehr ins Detail gehen, aber die Neunjährigen, die ich kenne, wären damit wohl hoffnungslos überfordert.

    An manchen Stellen wurde es spannend, aber so richtig gruselig fand ich es nicht. Das Ende ist gelinde gesagt überraschend - ich fand es eher enttäuschend, da ich mit anderen Erwartungen an das Buch herangegangen bin.
    Irgendwie ist das ein Buch für King-Einsteiger, sehr bedächtig, sehr harmlos.

    Nur bedingt empfehlenswert.

    © Parden

 

Die Brücken der Freiheit: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Brücken der Freiheit: Roman' von Ken Follett

Inhaltsangabe zu "Die Brücken der Freiheit: Roman"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:544
Verlag: Lübbe
EAN:9783404172313
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Wachen! Wachen!

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