Die Heldin reist

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Heldin reist' von Doris Dörrie

Inhaltsangabe zu "Die Heldin reist"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:240
Verlag: Diogenes
EAN:9783257071849
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DuMont Reise-Handbuch Reiseführer USA, Der Südwesten

Buchseite und Rezensionen zu 'DuMont Reise-Handbuch Reiseführer USA, Der Südwesten' von Manfred Braunger

Inhaltsangabe zu "DuMont Reise-Handbuch Reiseführer USA, Der Südwesten"

Format:Taschenbuch
Seiten:488
EAN:9783770184958
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Quanten-Bullshit

Buchseite und Rezensionen zu 'Quanten-Bullshit' von Chris Ferrie
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Quanten-Bullshit"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:224
Verlag: Kosmos
EAN:9783440179048
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Rezensionen zu "Quanten-Bullshit"

  1. B..t-Detektor update fürs Quantenzeitalter

    Wieso habe ich zu diesem Buch gegriffen? Das ist bei einem Physikbuch, auch wenn es von einer "anderen Art" ist, für mich zumindest eher ungewöhnlich. Trotz Physiker in der Familie, der mal das eine oder andere zu erklären versucht, tatsächlich auch das mit den Quanten, kam ich noch nie in Versuchung.
    Das Cover, wie immer die Eintrittskarte eines Buches, hat es geschafft. Weder Quanten noch B...t alleine hätte das bewirken können.
    Der rückseitige Text, den ich immer nach dem Titel lese, ist dann eine klare Ansage, um was es hier geht. Auf ans Lesen.
    Alleine mit der ersten Seite schafft es Chris Ferrie, dass ich völlig entspannt mit einem Lächeln weiterlesen möchte und das bei einem Physikbuch, wer hätte das jemals von mir gedacht!
    Ich habe dann schnell festgestellt, dass ich das Buch in Häppchen, also sinnvollerweise in Kapitel für Kapitel lesen muss. Der sarkastische Humor des Autors gefällt mir zwar, aber ich halte ihn nur in Einzeldosen durch. Ein Beispiel, nicht wörtlich zitiert:
    Quantenphysik inspiriert die Leute zu mehr B....t als man bei einem Messie zuhause aus dem Mülleimer fischen könnte.
    Sehr gut gefallen hat mir das letzte Kapitel, das mehr als nur eine Zusammenfassung bietet. Aber bitte nicht zuerst lesen, das bringt nichts.
    Ich kann nun mit Stolz und einem sichtbaren Schmunzeln auf die Frage, was ich zuletzt gelesen habe, antworten: Was über Quantenphysik.
    Warum habe ich im Text das Wort B...t aus dem Titel nicht ausgeschrieben? Die Rezension konnte mit dem ausgeschriebenen Wort nicht veröffentlich werden, ich vermute das Wort fällt unter die nicht erwünschten Begriffe bei einer Rezension.

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Passion Risotto

Buchseite und Rezensionen zu 'Passion Risotto' von Heinrich Gasteiger
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Passion Risotto"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:208
EAN:9788868397531
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Rezensionen zu "Passion Risotto"

  1. Ein hochwertiges und schönes Kochbuch

    Dieses Kochbuch hat ein edles Cover und ist hochwertig gestaltet. Hier ist alles aufgelistet was der Koch oder die Köchin über Risotto wissen sollte. Es gibt zu Beginn ein detailliertes Inhaltsverzeichnis so dass man gleich zum jeweiligen Gericht kommt. Dieses Kochbuch befasst sich zu Beginn mit den unterschiedlichen Reissorten und mit der Vorbereitung des Risottos. Der Schreibstil leicht dabei verständlich geschrieben - wie auch im ganzen Buch. Es gibt unzählige Bilder die auf mich persönlich ästhetisch wirkten. Die einzelnen Gerichte reichen z. B. von Risotto mit Erbsen und Pfefferminzblüten über Kastanienrisotto mit geräucherter Entenbrust bis hin zum Holunderrisotto mit Zwetschgen. Es ist also alles vorhanden - von deftig bis süß.
    Die einzelnen Gerichte werden meiner Meinung nach einfach erklärt und es gibt zusätzlich dazu noch einen Tipp. Die Rezepte wechseln sich zwischen einfach und mittelschwer ab. Dazu braucht der Koch oder die Köchin mal mehr mal weniger Zutaten und Zeit zudem darf auch mal etwas spezielles darunter sein. Die Rezepte sind überschaubar dargestellt mit dem jeweiligen Bild auf der gegenüberliegenden Seite. Ich finde den Inhalt auf den Punkt gebracht ohne sich zu viel ins Detail zu verlieren. Trotzdem ist es ein ausgezeichnetes und von der Qualität her ein erstklassiges Kochbuch das Lust auf Risotto macht. Ich vergebe daher sehr gerne fünf Sterne.

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Code Name Verity

Buchseite und Rezensionen zu 'Code Name Verity' von Elizabeth E. Wein
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Code Name Verity"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:464
EAN:9783423765015
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Rezensionen zu "Code Name Verity"

  1. Bin zwiespältig

    Im Oktober 1943 stürzt ein britisches Flugzeug über dem besetzten Frankreich ab. Die Pilotin Maddie und die Agentin Julie mit dem Codenamen „Verity“ sind Freundinnen. Maddie kann entkommen, aber Julie wird von der Gestapo festgenommen. Ihr bleiben nur zwei Möglichkeiten, entweder freiwillig alles über ihre Mission zu verraten oder aber gefoltert zu werden. Was wird Verity tun? Wird sie ihre Freundin verraten?
    Der Schreibstil ist der jeweiligen Situation angepasst, aber nicht immer ganz leicht zu lesen. Die Geschichte ist interessant, hat aber Längen und konnte mich daher nicht so recht fesseln.
    Julie und Maddie sind sehr unterschiedlich und doch verstehen sie sich auf Anhieb. Maddie war schon immer an technischen Dingen interessiert und daher ist sie Pilotin geworden. Verity dagegen kommt aus einer schottischen Aristokratenfamilie und hat daher eine gute Ausbildung genossen. Sie spricht mehrere Sprachen.
    Nach der Gefangennahme beginnt Verity Berichte für die Deutschen zu schreiben. Dabei lässt sie sich Zeit in der Hoffnung, dass sie damit ihrer Freundin helfen kann. Ihre Gedanken sind zwiespältig und kamen mir daher oft recht wirr vor.
    Auch Maddie hält ihre Erlebnisse in Berichten fest. Sie kommt bei einer französischen Familie in der Normandie unter, was aber auch nicht ganz ungefährlich ist, da sie mangels französischer Sprachkenntnisse direkt auffällt. Auch Maddie sorgt sich um ihre Freundin.
    Die Geschichte spielt in einer Zeit, in der es schrecklich und gewalttätig zugeht und überall Misstrauen herrscht, da man immer mit Verrat rechnen musste. Die Freundschaft der beiden jungen Frauen ist aber sehr stark und beide sorgen sich um die andere, dennoch hätte das für mich viel stärker zum Ausdruck kommen müssen. Die Grundidee dieser Geschichte ist gut, wurde aber nicht überzeugend umgesetzt.
    Kann man lesen, aber ich hatte mehr erwartet.

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Familien-Naturführer

Buchseite und Rezensionen zu 'Familien-Naturführer' von Katharina Hedder
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Familien-Naturführer"

Format:Taschenbuch
Seiten:352
Verlag: Kosmos
EAN:9783440178355
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Rezensionen zu "Familien-Naturführer"

  1. 5
    31. Mär 2024 

    Macht Lust auf Draußensein

    Der Familien-Naturführer ist genau das, was sein Name schon sagt: Er ist ein Nachschlagewerk für die ganze Familie, der einem die heimische Natur – Tiere und Pflanzen – näherbringt. Neben diesem Wissensteil gibt es aber auch noch rund 100 Seiten, auf denen verschiedenste Mitmachideen in den unterschiedlichen Bereichen der Natur (im Garten, im Wald, am Bach etc.) vorgestellt werden.
    Es gibt wirklich unglaublich viel zu entdecken in diesem Buch! Wenn man erst einmal angefangen hat zu blättern, kommt man von einem zum nächsten – vor allem auch unsere Kinder, alleine schon wegen den vielen tollen Fotos von bekannten und unbekannten Tieren und Pflanzen, auf denen oft auch noch mal extra Hinweise zu auffälligen Merkmalen sind.
    Natürlich ist es unmöglich, die gesamte heimische Tier- und Pflanzenwelt in einem solchen Band wiederzugeben, und stellenweise sind die Infos zu den Tieren auch eher knapp gehalten und ab und zu wünscht man sich vielleicht mehr Details. Aber ich finde das okay so, man kann ja bei besonderem Interesse auf ein spezielleres Buch zurückgreifen – dieses verstehe ich eher als Übersicht bzw. ein Buch, das neugierig machen soll.
    Dafür spricht ja auch der Mitmachteil, den ich persönlich sehr gelungen finde. Hier gibt es wirklich eine Fülle an unterschiedlichsten Ideen (ganze 50 Stück), die so interessant sind, dass man auf der Stelle nach draußen gehen und loslegen möchte.
    Alles in allem gefällt uns dieses Buch wirklich richtig gut und wir werden wohl regelmäßig darin stöbern und uns Ideen für den nächsten Nachmittag an der frischen Luft holen.

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Alles wird gut

Buchseite und Rezensionen zu 'Alles wird gut' von  Sebastian 23

Inhaltsangabe zu "Alles wird gut"

Format:Hardcover
Seiten:176
Verlag: bene!
EAN:9783963402890
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Das Befinden auf dem Lande. Verortung einer Lebensart

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Befinden auf dem Lande. Verortung einer Lebensart' von Björn Vedder

Inhaltsangabe zu "Das Befinden auf dem Lande. Verortung einer Lebensart"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:160
EAN:9783365004821
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Als ich noch unsterblich war: Erzählungen

Buchseite und Rezensionen zu 'Als ich noch unsterblich war: Erzählungen' von Christoph Ransmayr
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Als ich noch unsterblich war: Erzählungen"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:224
Verlag: S. FISCHER
EAN:9783103976083
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Rezensionen zu "Als ich noch unsterblich war: Erzählungen"

  1. 5
    17. Mär 2024 

    Gedanklich und sprachlich ein Hochgenuss

    Ransmayr bündelt in diesem Erzählband 13 unterschiedliche Geschichten, die, wie es der Klappentext schon sagt, in die Welt hinausführen, aber auch wieder zurückführen in Ransmayrs Heimat.

    Alles an Ransmayrs Romanen und seiner Sprache ist kunstvoll. Jedes Wort, jeder Satz zeigt seinen kunstvollen und souveränen Umgang mit der Sprache. In diesem Band ist es zusätzlich noch die Anordnung der einzelnen Geschichten. Das Arrangement wirkt leichthändig, aber ist doch genau durchdacht.

    Die erste Geschichte „Als ich noch unsterblich war“ zeigt das Kind, für das das Sterben nur eine Eventualität ist, noch lange keine Realität. Das Kind legt aus den Buchstaben seiner geliebten Nudelsuppe auf dem Tellerrand das Wort MEER aus und ist fasziniert von der Vorstellung, dass in diesen wenigen Buchstaben, in diesem kleinen Wort eine ganze Welt von Vorstellungen eingefangen ist und dass er, der kleine Junge, diese Welt in der Hand hat. Die letzte Geschichte “Damen & Herren unter Wasser“ nimmt diese Anfangsmotive wieder auf und schließt den Reigen: hier geht es jetzt um die Realität des Todes und das Leben nach dem Tod, aber nicht im Himmel, sondern ganz konkret in den tiefsten Tiefen des Meeres. Und auch hier geht es das Wort und um Verständigung; ein zentrales Motiv der Geschichten. Im Erzählen wird die Sterblichkeit der Menschen aufgehoben, im Klang der Worte überdauert das Erzählte die Jahrhunderte, so wie die Zeichnungen der Steinzeitmenschen ihre Wirklichkeit an unsere heutige Wirklichkeit ankoppeln und so wie der irische Sänger in seinen Liedern die Geschichte von unzähligen Havarien lebendig erhält.

    Zwischen diesen beiden Geschichten spannt sich ein großer Bogen an Erzählungen. Der Erzähler nimmt seinen Leser mit um die halbe Welt. Immer aber zeigt sich Ransmayrs großes Verantwortungsgefühl der Schöpfung gegenüber, die Menschen eingeschlossen. Sehr bitter mutet einen daher ein Satz aus „Mädchen im gelben Kleid“ an: „Wer die Weißen nicht fürchtet, der kennt sie nicht.“ Sehr berührend ist auch die Geschichte „An der Bahre eines freien Mannes“, in der er seinem Vater ein Denkmal setzt: ein aufrechter Mann, der Gerechtigkeit verlangte und dafür auf öffentliches Ansehen und Status verzichtete.

    Mir persönlich hat die Geschichte „Floßfahrt“ sehr gut gefallen, in der der Autor von seinen Überlegungen zu seinem Roman „Die Schrecken des Eises und der Finsternis“ erzählt. Und überlegt, ob die Unwirtlichkeit des Franz-Josefs-Landes, die Schrecken des Eises und die Finsternis der Polarnacht nicht doch erstrebenswerter seien als der Kriegslärm. „Wie still, wie sanft und lichtdurchflutet musste in diesem Sommer 1915 die Abgeschiedenheit des Franz-Joseph-Landes wohl gewesen sein?“

    Fazit: Ein inhaltlich abwechslungsreicher Erzählband, jede Geschichte ein sprachlicher und gedanklicher Genuss!

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Schnee in Amsterdam: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Schnee in Amsterdam: Roman' von Bernard MacLaverty
3
3 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Schnee in Amsterdam: Roman"

Format:Taschenbuch
Seiten:288
EAN:9783423147705
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Rezensionen zu "Schnee in Amsterdam: Roman"

  1. Ende oder Neubeginn

    Ein verlängertes Wochenende im winterlichen Amsterdam soll für Stella und Gerry ihre in Gewohnheit erstarrte Ehe etwas auflockern. Der einzige Sohn lebt in Übersee und jetzt im Ruhestand tritt die Unzufriedenheit mit ihrer Beziehung zu Tage. Ein Satz Stellas veranschaulicht dies: „ Wie gut, dass wir einander zum Ignorieren haben.“
    Doch in der neuen Umgebung werden die tiefen Risse in ihrer Ehe deutlich, ist es eigentlich noch Liebe oder nur noch Gewohnheit, die die Beiden zusammenhält? Es ist nicht nur die eisige Kälte der Wintertage die dieses Buch durchzieht, mit jedem Satz spürt man auch die Kühle in dieser Ehe. Gerry ist Alkoholiker, obwohl beide wohl vermeiden, es auszusprechen. Aber es geht ihm nur noch um den nächsten Drink, den rechtzeitigen Nachschub und das heimliche Entsorgen von geleerten Flaschen. Auch wenn er es wahlweise nur einen Aufwärm-, Entspannungs-, oder Gute-Nacht-Schluck nennt. Stella mag es nicht länger ignorieren. Aber auch Stella ist nicht ehrlich, längst verfolgt sie für sich ein anderes Ziel und zieht Gerry nicht in ihre Überlegung ein. Eine tiefe Frömmigkeit ist ihr Rückzugsort, geprägt auch vom Religionskonflikt in Nordirland, mit dem Beide aufwuchsen und der auch ihr Leben entscheidend geprägt hat.
    Es ist eine ganz einfach erzählte Geschichte, zwischen den Zeilen entwickelt der Autor ein ganzes Lebenspanorama. Aber in dieser Einfachheit liegt auch die große Kunst und die literarische Stärke. MacLavertys. Allerdings passiert es mir selten, dass mir die Protagonisten so fremd, ja sogar gleichgültig bleiben. Zunehmend empfand ich Stellas und Gerrys Gesprächsversuche als larmoyant. Das änderte sich auch nicht, als das große Lebensgeheimnis Stellas ans Licht kommt. Eine Begebenheit, die ihrem Leben eine ganz andere Richtung gab und mit deren Last sie nicht zurecht kommt.
    Auch wenn ich die stilistische und sprachliche Kunst des Autors anerkenne, gepackt hat mich sein Roman nicht wirklich.
    Das Buch bleibt zum Schluss offen – ob Stella und Gerry noch einen Weg finden, wer weiß? Einen kleinen Hoffnungsschimmer scheint es zu geben.

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  1. 3
    18. Nov 2018 

    Szenen einer Ehe...

    Mit einem verlängerten Wochenende in Amsterdam möchten Stella und Gerry ihren Ruhestandsalltag in Glasgow unterbrechen. Die kleine Reise soll die beiden aufmuntern, sie wollen die Stadt erkunden und etwas für ihre Ehe tun. Sie lieben sich noch und ertragen gegenseitig ihre kleinen Fehler – aber in den vier Tagen treten tiefe Risse in ihrer Beziehung zutage. Und es wird klar, dass Stella einen ganz eigenen Plan verfolgt. Dieser Plan hängt mit einem der bezauberndsten Orte in Amsterdam zusammen, dem Beginenhof, und mit einem Gelübde, das Stella einst getan hat. Gerry dagegen, ehemaliger Architekt, hat weitgehend abgeschlossen mit seinem Leben, in dem der Alkohol eine zu große Rolle spielt. Während ihrer Reise drängt allmählich ein Ereignis aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit in Belfast, Nordirland, immer stärker an die Oberfläche, etwas, das ihr ganzes Leben geprägt hat. Am Ende zeigt sich, wie tief der Graben zwischen ihnen wirklich ist.

    Ein dichter, bewegender und aufwühlender Roman voller Lebensklugheit, Komik und Tragik.

    Der Klappentext verrät im Grunde genau, was der Inhalt des Romans ist: ein lebenserfahrenes Ehepaar, im Laufe der Jahre perfekt aufeinander eingespielt, doch im Alltagstrott oftmals eher nebeneinanderher lebend, tritt im Winter eine gemeinsame Reise nach Amsterdam an. Ein gemeinsames Hotelzimmer, die kleinen Macken und Gewohnheiten des anderen respektierend, scheint diese Reise anfangs die gewünschte Auszeit vom Alltag zu bieten, doch wird rasch deutlich, dass Stella und Gerry zwar durchaus noch Zuneigung zueinander empfinden, hier jedoch vornehmlich jeder für sich seine ureigenen Interessen verfolgt.

    Raumfordernd bricht sich hier Gerrys Alkoholismus zunehmend Bahn, hervorragend und glaubwürdig geschildert in allen Facetten - der Verleugnung der eigenen Sucht, dem Sich-Besser-Fühlen bereits nach dem ersten Schluck, der wachsenden Maßlosigkeit, der heimlichen Beschaffungsmentalität, dem Versteckspiel, den Verwirrungszuständen... Stella scheint dies nicht fremd zu sein, doch wie schon zu Hause geht sie weitestgehend darüber hinweg. Verblüffend genug, doch scheint ihr Schweigen darüber weniger ein Ausdruck tiefen Respekts zu sein als vielmehr ein Zeichen der Resigantion.

    Stella selbst macht sich heimlich auf an einen Ort in Amsterdam, über den sie bei ihrem ersten Besuch in der Stadt vor etlichen Jahren rein zufällig gestolpert war: den Beginenhof. Ein Ort, an dem Frauen zusammenleben in der Nachfolgschaft derer, die nicht das Leben einer Nonne führten, nicht in Klöstern sondern in Konventen lebten, die kein Gelübde ablegten, aber ein religiös inspiriertes, eigenverantwortliches Leben führten und dabei sozial wichtige Aufgaben übernahmen. Stella hat für sich einen alternativen Lebensentwurf entwickelt, will die letzten Lebensjahre nicht nutzlos an der Seite eines ihr immer fremder werdenden Mannes verbringen, sondern mit ihrer verbleibenden Kraft noch Gutes bewirken. Vielleicht ist der Beginenhof die Alternative, nach der sie schon lange sucht?

    "Ich tu mich nur um." --- "Und wenn du findest, wonach du suchst?" --- "Es wird gut sein." Sie zuckte mit den Achseln. "Aber ich weiß, dass es zu anderen - schwierigeren - Fragen führen wird." --- Und wo stehe ich dann? Wo wir?" --- "An verschiedenen Orten." (S. 110)

    Szenen einer Ehe präsentiert MacLaverty hier, seziert verbliebene Gemeinsamkeiten und die Abgründe, die die Jahre und die Probleme wie der steigende Alkoholkonsum Gerrys zwischen die Eheleute gemeißelt hat. Dabei gibt er auch immer wieder in Rückblenden Einblicke in die Vergangenheit des Paares, zu der auch einschneidende Erlebnisse in Nordirland gehörten. Der Sprachstil wirkt einfach, direkt und schnörkellos, wobei er eine gewisse Distanz zu den Charakteren bewahrt. Trotzdem lotet MacLaverty kunstvoll die Einsamkeiten der Figuren aus, was in manchen Szenen durchaus berührend ist.

    Obwohl beide Partner noch Zuneigung füreinander empfinden, denselben Humor teilen und wohlwollend miteinander umgehen, dominiert hier lange die Sprachlosigkeit. Wichtige Themen werden, wenn überhaupt, dann eher flapsig angerissen und rasch wieder abgetan, Entscheidungen getroffen ohne den anderen mit einzubeziehen. Alles vielleicht nachvollziehbar - für mich als Leser jedoch stellenweise schwer auszuhalten. Die Sprachlosigkeit, die Einsamkeit, der Alkoholkonsum: schwere Kost, trotz aller sprachlicher Schnörkellosigkeit.

    "Fühlst du dich nahe?" --- "Dem Ende?" --- Er lachte. "Nein, fühlst du dich mir nahe?" --- "Wir sitzen nebeneinander." --- Gerry lächelte. "Mach schon. Antworte", sagte er. --- "Sagen wir mal so", antwortete Stella. "Wenn mich jemand fragt, wie lange wir schon verheiratet sind, sage ich nur: 'Es zieht sich in die Länge.'" (S. 161)

    Keiner der Charaktere kam mir im Laufe des Lesens wirklich nahe, und doch greift der Autor hier ein Thema auf, das viele langjährige Paare angeht und dementsprechend möglicherweise auch zum Nachdenken anregt, zur Bestandsaufnahme der eigenen Beziehung und der Offenheit miteinander beiträgt. Der letzte Abschnitt belegt, wie treffend sowohl der englische Originaltitel ('Midwinter Break') als auch der deutsche Titel gewählt wurden, und das Ende fand ich sehr passend gestaltet.

    Eine ruhige, unaufgeregte, aber intensive Erzählung mit zeitweise etwas anstrengenden Charakteren. Für mich mit 3.5 Sternen kein Jahreshighlight, aber doch ein Roman, den ich gerne gelesen habe.

    © Parden

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