Die wahre Geschichte der Wikinger

Buchseite und Rezensionen zu 'Die wahre Geschichte der Wikinger' von Neil Price

Inhaltsangabe zu "Die wahre Geschichte der Wikinger"

Diskussionen zu "Die wahre Geschichte der Wikinger"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:768
Verlag: S. FISCHER
EAN:9783103972559
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König der Turniere: 3 CDs | MP3 CD

Buchseite und Rezensionen zu 'König der Turniere: 3 CDs | MP3 CD' von Juliane Stadler
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

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Diskussionen zu "Die wahre Geschichte der Wikinger"

Format:MP3 CD
Seiten:0
EAN:9783869525099
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Rezensionen zu "König der Turniere: 3 CDs | MP3 CD"

  1. 4
    31. Dez 2023 

    Turnierrittter

    Der junge Ritter Erec hat es im Jahr 1181 geschafft, eine bemerkenswerte Turniermannschaft um sich zu scharen. Nachdem er ein eigentlich verlockendes Angebot ausschlägt, trennt sich sein Turniergefährte Valerie von der Gruppe. Allzu sehr betrifft das Erec nicht, auch wenn das Geld knapp wird. Durch eine kleine List kann Erec einen angesehenen Ritter besiegen. Dieser nimmt Erecs Truppe in seine Mannschaft und einer großen Turnierkarriere steht eigentlich nichts mehr im Weg. Als Erec die geheimnisvolle Genovefa wieder trifft, könnte sein Glück eigentlich vollkommen sein. Nach und nach erkennt er jedoch, welche Intrigen am Hof gesponnen werden und das könnte durchaus gefährlich werden.

    Das Leben am Hofe des jungen Henri, eines Königs ohne Königreich, besteht hauptsächlich aus dem Bestreiten der Turniere. Hier hat sich Henri einen Namen gemacht, nachdem sein Vater, der alte Henri, es versäumt hat, mit der Krönung seines Sohnes, diesem auch ein Reich zu geben. Henri ist unzufrieden und seine Position ist nicht gerade glücklich, er wünscht sich Land, seine Feinde trachten nach der Krone und wollen das sowieso schon getrübte Verhältnis zum Vater weiter schwächen. Doch auf seine Turniermannschaft kann sich Henri verlassen. Erec, als neuer Ritter, muss sich erst einfügen. Er ahnt allerdings, welche Gefahr seine Bekanntschaft mit Genovefa birgt.

    Dieses leicht gekürzte Hörbuch wird hervorragend vorgetragen von Tobias Kluckert. Man kann eintauchen in die Welt des Mittelalters beginnend mit dem Jahr 1181. Zur Darstellung von Macht und Geschicklichkeit finden die Turniere statt, nicht alles wird mit Kriegen. Es ist eine Männerwelt, in der Frauen eher als Köchinnen oder Mägde auftauchen. Zu sagen haben sie nichts. Die selbstbewusste Genovefa ist da schon eine rühmliche Ausnahme, doch auch sie ist verheiratet und letztlich gehalten, sich den Wünschen ihres Mannes zu beugen. Ihre Beziehung zu Erec ist zwar eher unschuldig und dennoch darf sie nicht öffentlich werden. Die Intrigen am Hof sind hinterhältig und gefährlich. Da geht es schon um Leib und Leben. Die genauen Beschreibungen führen zwar schon zu ein paar Längen, sind aber auch sehr informativ. Ein toller klassischer historischer Roman so wie man sich ihn vorstellt.

    Besonders hervorzuheben sind auch die geschichtlichen Einordnungen der Autorin, die gelesen werden von Christiane Marx. Es ist sehr interessant zu wissen, wie die Autorin die Handlung in die historisch verbürgten Ereignisse eingewoben hat und auch ihre Worte zu denen, die sonst wenig Beachtung finden, sind sehr erhellend.

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Nordlicht 02: Das Orakel

Buchseite und Rezensionen zu 'Nordlicht 02: Das Orakel' von Malin Falch
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

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Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:152
Verlag: Egmont Bäng
EAN:9783770407538
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Rezensionen zu "Nordlicht 02: Das Orakel"

  1. 4
    05. Dez 2023 

    Neue Handlungsstränge

    Sonja ist im letzten Band des Comics in das magische Land Jotundalen gereist und hat dort viele magische Wesen kennenlernen dürfen. Doch Probleme bahnen sich bei Sonja und ihren Freunden an. Die Wikinger versuchen, mit Hilfe des Orakels Espen zu entführen, während die Trolle Sonjas Onkel Henrik gefangen genommen haben. Es sieht so aus, als würde die entspannte Reise ins magische Land langsam leider doch ziemlich gefährlich werden.

    In diesem zweiten Band werden einige verschiedene Handlungsstränge eingebracht. Diese sind auch allesamt sehr spannend, wobei ich sagen muss, dass ich persönlich denke, dass einfach ein bisschen zu viel auf einmal passiert. Dadurch haben wir immer wieder zwischen den Handlungssträngen gewechselt, wo ich mir jedoch gewünscht hätte, dass wir gelegentlich einen fokussieren. Was man aber auf jeden Fall sagen muss, ist, dass alle Handlungsstränge für sich super interessant sind.
    Mir gefällt auch weiterhin die Farbgebung des Comics. Sie unterstützt meiner Meinung nach wirklich gut das magische Gefühl, das die Geschichte besitzt.
    Der erste Band hatte sich etwas nach einer Einleitung in ein neues Abenteuer angefühlt, während es jetzt im zweiten Band sehr ausgiebig mit der Handlung losgeht.

    Alles in allem finde ich die Reihe weiterhin sehr empfehlenswert, weil sie eine spannende magische Welt bietet, die wirklich wunderschön gezeichnet ist.

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Mächte und Throne

Buchseite und Rezensionen zu 'Mächte und Throne' von Dan Jones
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Als das einst mächtige Römische Reich zerfiel und neue, "barbarische" Herrscher an die Macht kamen, begann im Westen Eurasiens eine tausendjährige Phase der Transformation. Dan Jones schlägt souverän Schneisen durch die ferne Welt der Könige und Königinnen, Päpste, Bauern, Mönche und Kreuzfahrer, Kaufleute, Künstler und Gelehrten. Sein fesselndes Buch verdichtet die Geschichte des Mittelalters in all ihrer Komplexität und auf dem neuesten Forschungsstand zu einer großen epischen Erzählung: ein Meisterwerk. Das Mittelalter ist von Augustin und Attila über den Propheten Mohammed, Dschingis Khan und Eleonore von Aquitanien bis hin zu Kolumbus und Luther mit großen Namen verbunden, aber es wurde mindestens ebenso stark von anonymen Kräften geformt, die uns bis heute beschäftigen: Veränderungen des Klimas, Seuchen, Vertreibungen und Migrationen, technologischen Revolutionen und Entdeckungen. Es war die Zeit, in der die großen Nationen entstanden, Grundsätze des Rechts und der Regierung kodifiziert wurden, die Kirchen als politische und moralische Machtfaktoren auftrumpften und Kunst, Architektur, Philosophie und Wissenschaften neu erfunden wurden. Dan Jones erzählt mit klarem Blick für das Wesentliche und mit Sinn für das vielsagende Detail, wie sich die Veränderungen mal still und leise, mal laut und gewaltsam vollzogen, und wirft so neues Licht auch auf den großen Umbruch, der unser Leben bis heute prägt.

Diskussionen zu "Die wahre Geschichte der Wikinger"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:793
Verlag: C.H.Beck
EAN:9783406806254
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Rezensionen zu "Mächte und Throne"

  1. Mittelalter kompakt aufbereitet

    Für dieses Buch braucht man zwei Dinge: Geduld und Zeit.
    Mit 800 Seiten ist es sehr umfangreich, aber auch umfassend. Der Autor spannt einen großen Bogen über viele Jahrhunderte, von den alten Römern bis in die Zeit um 1400.
    Ich fand die vermittelten Informationen sehr gut und übersichtlich zusammengefasst und aufbereitet. Ich habe mich zu keiner Zeit gelangweilt und fand alle Kapitel und Epochen sehr gut ausgearbeitet. Auch die Informationen z.B. über die Pest waren sehr informativ und ich habe viele, viele kleine Informationshäppchen bekommen, die ich noch nicht kannte.
    Passend zum Thema "Mächte und Throne" war alles vorhanden, was ich mir von einem Sachbuch über das Mittelalter erhofft hatte. Die verschiedenen Herrschaftskonstellationen waren mir bisher nicht so bekannt und ich fühle mich jetzt, nachdem ich das Buch zu Ende gelesen habe, wirklich gut informiert.
    Der Schreibstil ist erklärend, manchmal etwas zu sachlich und trocken, aber immer gut und sehr gut lesbar.
    Die Einteilung der Kapitel fand ich super, gerade weil der Autor immer wieder auf bestimmte Bezüge oder Personen eingegangen ist, die eine sehr große Rolle gespielt haben.
    Außerdem fand ich die Fußnoten echt klasse, die modernen Bezüge (z.B. der Bezug Pandemie, Pest - Corona) hat der Autor mit einem Augenzwinkern und einem Schmunzeln hergestellt.

    Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und kann es jedem empfehlen, der sich für diese Epoche interessiert, es ist absolut umfassend, ohne langweilig zu sein und sehr gut aufgeteilt.

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Alltagsmagie: Rituale, Rezepte, Anleitungen

Buchseite und Rezensionen zu 'Alltagsmagie: Rituale, Rezepte, Anleitungen' von Anette Baumgarten

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Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:240
Verlag: Freya
EAN:9783990254523
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Louis XIV: Der Sonnenkönig und seine Zeit

Buchseite und Rezensionen zu 'Louis XIV: Der Sonnenkönig und seine Zeit' von Johannes Willms
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

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Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:532
Verlag: C.H.Beck
EAN:9783406800672
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Rezensionen zu "Louis XIV: Der Sonnenkönig und seine Zeit"

  1. Weit mehr als Ballett und Versailles...

    Der Historiker Johannes Willms hat drei Biografien über die prägenden Personen der neueren französischen Geschichte geschrieben: Charles de Gaulle, Napoleon I. und diese hier: über den Sonnenkönig Louis XIV. Vorweg: Das ist meine zweite Biografie über ihn und da mich die erste sehr enttäuscht hat, ging ich mit großen Erwartungen an diese Lektüre - und bin begeistert!
    Johannes Willms gelingt es, diese einzigartige Persönlichkeit in ihrer Wechselwirkung zu ihrer politischen und gesellschaftlichen Umgebung zu zeigen. Gerade bei den französischen Herrschern neigt man dazu, sie als archetypische Vertreter des Absolutismus viel zu personenbezogen darzustellen. Dies passiert hier nicht und doch wird klar, welche singuläre Macht Louis XIV. hatte - und zu welchen Verwerfungen, ja Katastrophen das führte. Unser Bild dieses Königs ist zu sehr vom Begriff "Sonnenkönig" geprägt, Musik, Ballett, Versailles, höfisches Leben... Das alles war da und vielleicht auch nicht nur Ausdruck absoluter Macht, sondern auch echtem Interesse an der Kunst - aber da war auch die religiöse Intoleranz und die Rücknahme des Ediktes von Nantes, eine massive Arroganz und Unbelehrbarkeit gerade in politischen oder militärischen Fragen und eine machtversessene Außenpolitik. Von 54 Jahren Herrschaft führte Louis 33 Jahre Krieg - mit katastrophalen Verlusten und verheerenden wirtschaftlichen Auswirkungen. Doch es wird auch klar, dass die französische Monarchie kaum eine andere Charakterbildung zuließ - niemals war der König wirklich er selbst, nicht nur das morgendliche Aufstehen, selbst der Gang zur Toilette geschah unter den Augen Zuschauender. Und so entsteht eben eine wirkliche gute Biografie: Wenn sie zeigen kann, wie eine einzelne Person ihre Zeit prägt und wie wenig gleichzeitig Geschichte eine Erzählung von singulären Menschen ist - denn auch ein Herrscher wie Louis XIV. ist am Ende "nur" ein Kind seiner Zeit.

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Kaiserdämmerung

Buchseite und Rezensionen zu 'Kaiserdämmerung' von Rainer F. Schmidt
1
1 von 5 (1 Bewertungen)

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Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:880
Verlag: Klett-Cotta
EAN:9783608983180
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Rezensionen zu "Kaiserdämmerung"

  1. Mehr als fragwürdig

    Ein Buch rezensieren, das man nicht zuende gelesen hat? Eigentlich kein guter Stil, aber nach der Lektüre des ersten Kapitels drängte sich mir der arge Verdacht auf, dass da jemand die deutsche Geschichte weiß waschen möchte. Rainer F. Schmidt schreibt viel von der Verantwortung der Franzosen, Briten und Russen für den Ersten Weltkrieg und spielt demgegenüber die deutsche Rolle deutlich herunter,. Zudem wirft er renommierten Historikern eine Art Schuldkult vor. Klar ist die Frage nach den Ursachen und der Verantwortung für den Beginn (nicht Ausbruch, Vulkane brechen aus) umstritten und definitiv auch kein Ruhmesblatt für die deutsche Geschichte. Aber Erkenntnisse, die sich seit der Fischer-Debatte in den späten Fünfzigern eigentlich durchgesetzt haben, mal mir nichts, dir nichts zu verwerfen, ist mir dann doch zuviel. Die deutsche Alleinschuld, 1919 im Versailler Vertrag eigentlich als juristische Krücke für die Begründung der enormen Reparationsansprüche eingebaut, ist längst kein Thema mehr, aber die deutsche Politik zum Opfer französsicher Revanchepolitik sowie britischer und russischer Machtinteressen umzustilisieren, geht gar nicht. Und dann ausschließlich den Versailler Vertrag für den Nationalsozialismus verantwortlich zu machen, hieße dann ja auch, dass eigentlich die Siegermächte die Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg tragen..Billiger kann man sich aus der deutschen Verantwortung nicht davonschleichen. Das mag Gauland , Höcke und andere AfD-Konsorten freuen, aber seriös geht anders. Als ich nach der Lektüre des ersten Kapitels diese Verdachtsmomente hatte, habe ich mal über den Autor und sein Werk recherchiert, und siehe da, mein Verdacht wurde durch namhafte Fachleute unterfüttert, die Schmidt nicht nur Geschichtsrevisionismus vorwerfen, sondern auch handwerkliche Mängel. Insofern spare ich mir wertvolle Lebenszeit und verzichte (keineswegs schweren Herzens)nach 48 Seiten auf die Lektüre der restlichen 830 (878 Seiten Gesamtumfang). Warum allerdings diese Werk auf den Listen der Zentralen für politische Bildung erscheint, lässt Schlimmes befürchten. Entwede hat da jemand nicht gelesen (oder verstanden) oder es handelt sich um den Versuch staatlichen Geschichtsrevisionismus, aber in einem Staat, der sich Maaßen als obersten Verfassungsschützergeleistet hat, vermag ich das leider nicht gänzlich auszuschließen.

    PS: eigentlich ist ein Stern schon zuviel, das Buch hätte Minus-Sterne verdient.

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Der Angriff

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Angriff' von Serhii Plokhy
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

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Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:496
EAN:9783455015881
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Rezensionen zu "Der Angriff"

  1. Russlands Krieg gegen die Ukraine und die Folgen

    Von den Ursachen, die in der Tiefe der Geschichte stecken über eine detaillierte Darstellung d. Ablaufs bis 12/22 u. die Folgen für die Welt

    Mich hat vor allem der Untertitel zum Lesen verlockt: 'Russlands Krieg gegen die Ukraine und seine Folgen für die Welt', denn wir brauchen uns nicht einzubilden, dass dieser Krieg weit weg ist und uns nichts angeht. Gut, dass ich das Buch 'in Papier' besitze, denn ich fand es schwierig zu lesen und habe zwei Anläufe gebraucht.

    Warum? Mir war die Darstellung des Ablaufs zu detailliert, obwohl das natürlich eine wissenschaftlich korrekte Darstellungsweise ist, inklusive 94 Seiten Quellen-Nachweise. Aber allzu schnell wird das Bild diffus, wenn man sich in Einzelheiten verliert. Vielleicht verliert man dann auch LeserInnen, obwohl dies doch ein sehr wichtiges Buch ist. Ich glaube auch nicht, dass Plokhy es für die Fachwelt geschrieben hat, sondern für den interessierten Laien. Dann aber sollte man es so gestalten, dass man Leser und Leserinnen auch erreicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Plokhy das nicht im Sinn hatte, zumal er ein sehr persönliches, betroffenes Nachwort geschrieben hat.

    Ich für mich hätte mir eine stärkere Gliederung gewünscht, mehr Abschnitte, aussagekräftigere Überschriften an einigen Stellen und vielleicht auch Jahreszahlen am Rand, denn Plokhy greift immer wieder zurück, wenn er z.B. beschreibt, welche Verträge Russland nun schon wieder gebrochen hat. Denn das haben sie und nicht nur das. Die Lügerei und Verdrehung der geschichtlichen Tatsachen ist nicht nur entlarvend, sondern macht einen fassungslos. Man sollte es wissen.

    Sehr interessant fand ich die Schlusskapitel, die das darstellen, was im Untertitel angekündigt wurde: die Folgen für die Welt, deren Entwicklung allerdings noch nicht absehbar ist: die Gratwanderung und Taktiererei Chinas, die Interessen der USA und das Verhalten des uneinigen Europa.

    Trotz meiner Kritik ist dies ein lesenswertes Buch. Man sollte sich allerdings vorher eine detaillierte Karte ausdrucken (die im Buch geben nur einen groben Überblick) und sich mit einem Bleistift versehen, um aus den vielen Details das Wichtige für sich herauszufiltern. Ein Buch, das Arbeit macht, aber auch wertvoll ist.

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  1. Der hoffentlich letzte Kampf um Souveränität in Europa

    Kurzmeinung: Eigentlich unfassbar - Krieg vor unserer Haustür.

    Was für eine Frechheit, reines imperiales Machtstreben als kurzfristige Militäroperation zu bezeichnen und die Benennung „Krieg“ im eigenen Land zu verbieten. Mit Serhii Plokhy, kommt endlich einmal ein ukrainischer Historiker zu Wort und sagt ganz im Gegenteil: „Die Invasion, die Putin als „Militäroperation“ bezeichnete und die nur ein paar Tage oder höchstens ein paar Wochen dauern sollte, wurde zum größten konventionellen Krieg in Europa seit 1945.“ Dort stehen wir nun also und hören, wie Plokhy erkärt, wie es dazu kommen konnte und wie alles hoffentlich enden wird. Gut?
    Plokhy schreibt in absolut verständlicher Form von dem Angriff Russlands auf die Ukraine, den in der Ukraine kaum einer für möglich gehalten hat, auch Wolodymyr Selenskyj nicht, obwohl mehrfach von den Amerikanern vorgewarnt. Plokhy erzählt von den ersten Tagen und Wochen, von dem Entsetzen, von den Gräueltaten der Russen, von ihren falschen Erwartungen, von dem Leiden der Bevölkerung, vom tapferen Widerstand des ukrainischen Militärs und Paramilitärs, von den Massenfluchten.
    Wie konnte dies alles geschehen, dieser Brudermord? Wird doch von Putin, dem alleinigen Aggressor, die Ukraine häufig als Brudervolk benannt und die gemeinsame Geschichte betont; aber wiederum spricht Putin dem Land wiederholt die Berechtigung, ein eigenständiger Staat zu sein, ab. Nationalistische Bestrebungen gab es in der Ukraine aber von jeher, selbst damals, als die ukrainische Sprache verboten war und Veröffentlichungen in ukrainischer Sprache schwer bestraft wurden, wenn sie überhaupt möglich waren.

    Nach Gorbatschow musste sich die Sowjetunion neu ordnen, oder das, was von ihr übrig war. „Im November 1988 erklärte Estland als erste Sowjetrepublk seine Souveränität.“ 1991 stimmte die Mehrheit der Ukrainer für die Unabhängigkeit. Selbst in Russlands Herzen gab es Bestrebungen nach mehr Demokratie, bevor Jelzin 1993 sein eigenes Parlament unter Beschuss nehmen ließ. In Russland geht es nie ohne Gewalt ab. Und Moskau will nicht begreifen oder einsehen, dass niemand freiwillig auf seinem Schoß sitzt. Wen es nicht mit Waffengewalt in Schach hält, der läuft davon und das so schnell wie möglich.

    Der Verfasser erzählt und erklärt mit Herzblut. Er macht deutlich, dass sich die Welt verändert hat und Moskau sich nicht mehr alles erlauben kann. Er sagt aber auch, dass es ein Fehler der freien Welt war, auf die Annexion der Krim bloß mit lauwarmen Worten zu reagieren, nur um Russland nicht zu erzürnen, denn, „mit der Annexion der Krim wurden Imperialismus und Nationalismus zu zentralen Elementen und Triebkräften der russischen Außenpolitik“. Ebenso war es ein krasser Fehler, der Ukraine auf dem Bukarest-Gipfel 2008 den Weg in die Nato zu verweigern, denn dadurch war die Ukraine, die zuvor auf ihr Atomwaffenarsenal verzichtet hatte, schutzlos. Doch die Souveränität der Ukraine ist wichtig für Europa und für den Frieden in der ganzen Welt. Plokhy stellt natürlich auch dar, wie sich China positioniert, wie die USA, wie Indien, der ferne Osten, die europäischen Länder - und erklärt auch warum.
    Man kann in einer Rezension das Gesamtgeschehen nicht zusammenfassen, dazu ist es zu komplex. Man kann höchstens das Faß anstechen. Fest steht, die Weltordnung ist dabei, sich zu verändern und wir sollten uns durch Zeitunglesen und Sachbuch so umfassend informieren wie möglich. Weil es uns alle angeht. Serhii Plokhy endet mit den Worten: „Unter enorm hohen Kosten und mit einem gewaltigen Blutzoll ihrer Bürger beendet die Ukraine die Ära russischer Dominanz in einem großen Teil Osteuropas und stellt Moskaus Anspruch auf die Vormacht im restlichen postsowjetischen Raum infrage.“

    Fazit: Serhii Plokhys „Der Angriff“ zeichnet sich durch Allgemeinverständlichkeit aus, Zahlen und Fakten sind unvermeidlich, vor allem, wenn der Autor auf einzelne Militäraktionen kommt, aber er erklärt auch vieles, so, dass man den skrupellosen Angriff auch dann versteht, wenn man kein Historiker ist.

    Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

    Kategorie: Sachbuch. Politik. Geschichte.
    Verlag: Hoffmann & Kampe, 2023

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Revolutionär und Staatsgründer

Buchseite und Rezensionen zu 'Revolutionär und Staatsgründer' von Wolfgang Templin
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

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Diskussionen zu "Die wahre Geschichte der Wikinger"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:448
EAN:9783962891527
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Rezensionen zu "Revolutionär und Staatsgründer"

  1. Lesenswert!

    Wolfgang Templin ist vielen heutzutage nur als DDR-Bürgerrechtler bekannt. Dass er zugleich ein exzellenter Kenner der modernen osteuropäischen Geschichte ist und sich stark in Polen engagiert hat, ist eine Überraschung.

    Er kennt die Sprache und die Leute so gut, wie nur wenige deutsche Schriftsteller, ist vollkommen frei von sentimentalen Erinnerungen an so genannten »deutschen Ostgebiete«, die man westdeutschen Schriftstellern wie Siegfried Lenz und Günter Grass verzeihen mag. Auch verzichtet er auf klischeehafte Verniedlichung der Polen, wie es dem Kabarettisten Steffen Möller zu eigen ist, der auf seine Weise sicherlich viel zur deutsch-polnischen Verständigung beigetragen hat.

    Seine Biografie des polnischen Staatenlenkers Józef Piłsudski endet mit einem kleinen Kapitel namens »Hoffnungszeichen«. Jedoch, als es im März 2022 erschien, hatte Russland bereits die Ukraine überfallen und Polen wurde zum Frontstaat der Nato. Warschau liefert Panzer nach Kiew und leistet humanitäre Hilfe, hat Millionen ukrainischer Flüchtlinge großzügig aufgenommen.

    Warum jetzt eine Biografie lesen über einen polnischen Politiker, der vor fast einem Jahrhundert starb? Und überhaupt, was geht uns schon polnische Geschichte an. Wir Deutschen fahren als Tanktouristen oder zum billigen Ostseeurlaub rüber. Mit dem Euro in der Tasche bedient man uns zuvorkommend, ohne dass man uns Deutsche mit dieser vertrackten polnischen Sprache konfrontiert. Es sind nette Leute dort drüben, als billige Erntehelfer und Putzfrauen gern bei uns gesehen. Oder die Geschichte Polen studieren, ist das nicht ein bisschen zu viel verlangt?

    Der Autor, obwohl fachlich versiert und der Sprache unseren östlichen Nachbarn mächtig, verzichtet aufs Dozieren und Belehren, auf endlose Schachtelsätze und Fußnoten – er ist nicht eitel. Zudem wendet Wolfgang Templin einen literarischen Trick, mit dem britische Historiker eine breite Leserschaft für sich gewinnen: In Mäandern wie bei einem sich gemächlich dahin schlängelnden Flusslauf mit vielen Seitenarmen schmückt er die Biografie des Vaters der Zweiten Polnischen Republik mit Anekdoten und Reiseerzählungen, die uns Leser über die Baltischen Staaten ins tiefste Sibirien führen, wo Piłsudski von einer Wahrsagerin aus der Hand gelesen wird. In die Schweiz, nach London und Paris, in ein Psychiatrie-Gefängnis in St. Petersburg, dem unser Held verkleidet als Gentleman mit Frack und Melone verkleidet entkommt, nach Lemberg und Krakau, wo die Toleranz der österreichischen K.u.K. ihn aufatmen lässt.

    Das Buch zeigt am Beispiel des »Kommandanten«, wie man den knorrige Polen nannte, wie sich die Sozialdemokratie in Osteuropa entwickelte. Konspirative Parteiarbeit unter Lebensgefahr und Konflikte mit Rosa Luxemburg, seiner Gegenspielerin, die als Salonkommunistin die Unterwerfung polnischen Arbeiter unter russische Parteifunktionäre forderte.

    Piłsudski war aufgeklärter Intellektueller und zugleich Pragmatiker. Er trat für religiöse Toleranz ein, auch gegenüber Juden, besiegte in einem waghalsigen Militärmanöver die Russen und zwang sie zum Friedensvertrag. Sein großes Ziel, eine Wiederauferstehen der Rzeczpospolita, als Polen, Litauen und die Ukraine ein Staatenbündnis eingingen, scheiterte. Jedoch wird dem Leser nach 450 Seiten unterhaltsamer Biografie klar, wieso es jetzt in 2022 zu solch einer starken Solidarität der drei osteuropäischen Staaten bei Widerstand gegen Russlands Invasion gekommen ist.

    Entlang der Lebensgeschichte eines legendären Polen Wechselwirkung ost- und westeuropäischer Politik vom ausgehenden 19ten bis weit ins 20ste Jahrhundert erzählt.

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Deutsche und Polen: Geschichte, Kultur, Politik

Buchseite und Rezensionen zu 'Deutsche und Polen: Geschichte, Kultur, Politik' von Andreas Lawaty

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Format:Taschenbuch
Seiten:632
Verlag: Beck
EAN:9783406494369
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