Das Geheimnis der Fjordinsel: Norwegenroman

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Geheimnis der Fjordinsel: Norwegenroman' von Christine Kabus
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Geheimnis der Fjordinsel: Norwegenroman"

Diskussionen zu "Das Geheimnis der Fjordinsel: Norwegenroman"

Format:Taschenbuch
Seiten:496
EAN:9783404178483
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Rezensionen zu "Das Geheimnis der Fjordinsel: Norwegenroman"

  1. Zwei starke Frauen

    Rieke ist eine junge Frau mit einem ungewöhnlichen Berufswunsch, zumindest im Jahr 1980. Sie macht eine Ausbildung zur Schlepperkapitänin. Aber sie hat einen Großvater, der ihr nicht nur Vater und Mutterersatz ist, sondern sie auch fördert und unterstützt.
    Deshalb bricht für Rieke auch die Welt zusammen, als Großvater Fiete stirbt. Zur Beerdigung taucht auch ihre kühle Mutter auf und will sofort das Haus verkaufen, das Riekes Heimat und Anker ist. Im Nachlass findet sie Briefe von Johanne, ihrer Großmutter, die vor vielen Jahren die Familie verlassen hat und Norwegen zurückgekehrt ist. Mutter Beate hat ihr das nie verziehen und sich mit einem Schutzwall aus Gefühlskälte umgeben. Rieke macht sich auf, Spuren dieser Frau in Norwegen zu finden.

    Der zweite Handlungsstrang führt in die Geschichte zurück. Johanne ist in den 40iger Jahren eine junge und behütete Tochter eines wohlhabenden Weinhändlers. Sie steht kurz vor der Hochzeit mit einem jungen Mann bester Familie. Da wird ihr Vater im Kontor tot aufgefunden. Ein Selbstmord, wie es den Anschein hat und Johanne setzt alles daran, das zu verheimlichen um das Ansehen ihres Vaters nicht posthum zu verunglimpfen. Aber es kommt noch schlimmer, das Geschäft stand wohl kurz vor dem Ruin und ein Konkurrent drängte zuerst den Vater und nun Johanne zum baldigen Verkauf. Immer deutlicher wird, dass es bei dem Tod nicht mit rechten Dingen zuging. Doch Johanne steht mit ihrem Verdacht fast allein, sie lässt sich nicht unterkriegen auch wenn ihr Verlobter gleich das Weite gesucht hat, sie verlässt sich auf ihre eigene Tatkraft und die Hilfe von Leif, einem Abenteurer und Ingvald, einem treuen Mitarbeiter.

    Beide Handlungsstränge ergeben einen faszinierenden und spannenden Frauenroman. Genau wie ich es gerne lesen, mit interessanten historischem Hintergrund und viel eingestreutem Wissen aus der Zeit. Was ich aus dem Alltagsleben der Norweger während der deutschen Besatzung und in der Nachkriegszeit erfuhr, war ein echter Mehrwert für mich. Dazu gelingt es der Autorin zwei starke und sympathische Frauen in den Vordergrund zu stellen, die beide ihren Lebensweg auch unter schwierigen Umständen finden und ihn konsequent gehen.

    Für Emotionen sorgt die wunderschöne und tragische Liebesgeschichte von Johanne, die mich sehr berührte. Vielleicht ist mir auch deshalb der historische Handlungsstrang noch stärker und fesselnder vorgekommen. Riekes Leben in den 1980iger Jahren dienten dabei eher zur Abrundung und ermöglichte immer wieder Rückblicke und auch ein wirklich gelungenes bittersüßes Happy End.

    Ich schätze es sehr, wenn sich Emotionen und ein interessantes Hintergrundthema perfekt ergänzen. Das macht für mich einen guten Unterhaltungsroman aus und da bin ich mit Christine Kabus‘ Norwegenroman wirklich auf meine Kosten gekommen. So spannend geschrieben, dass ich beim Lesen kaum ein Ende finden konnte und gleichzeitig wünschte, dass ich noch länger weiterlesen könnte.

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Der Glöckner von Notre-Dame

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Glöckner von Notre-Dame' von Victor Hugo

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Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:217
EAN:9781094962740
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Flammen und Seide

Buchseite und Rezensionen zu 'Flammen und Seide' von Petra Schier
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

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Diskussionen zu "Das Geheimnis der Fjordinsel: Norwegenroman"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:464
EAN:9783499273551
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Rezensionen zu "Flammen und Seide"

  1. Seidenhandel und Kriegswirren

    Petra Schier entführt uns mit ihrem neuesten historischen Roman ins 17. Jahrhundert. Die Bewohner Rheinbachs versuchen ihrem normalen Leben nachzugehen. während die Kriegsparteien des Holländischen Krieges immer näher rücken. Eine lesenswerte Geschichte voller Liebe, starker Charaktere und dem genauen Blick auf das Leben in der damaligen Zeit.

    Inhalt:
    Madlen Thynen ist die geschäftstüchtige Tochter eines Tuchhändlers, die in unruhigen Kriegszeiten nicht nur die Geschäfte am Laufen halten, sondern herausfinden muss, für welchen der beiden Männer, die um sie werben, ihr Herz schlägt.

    Cover:
    Das Cover trifft Buchtitel und Handlung hervorragend. Im Hintergrund brennt die Stadt, während es im Vordergrund eine junge Frau eilig zu haben scheint. Stimmungsvoll und trotzdem völlig anders, als die bisherigen Titelbilder von Petra Schiers historischen Romanen.

    Hörbuch:
    Über 13 Stunden gelingt es Svenja Pages, den Zuhörer zu fesseln und mit ihrer angenehmen Stimme in die Welt Madlen Thynens zu entführen. Es fiel mir schwer, Pausen bei der ungekürzten Lesung einzulegen. Die unterschiedliche Stimmlage für Männerstimmen passt und lockert gut auf. Insgesamt eine Sprecherin, von der ich gerne mehr hören will.

    Setting und Stil:
    Petra Schier hat für ihren Roman die Zeit des Holländischen Krieg von 1672-78 gewählt und schafft es hervorragend, die damals herrschenden Bedingungen darzustellen und den Alltag der Menschen und die Wirren des Krieges vor den Augen des Lesers zum Leben zu erwecken. Ich fühlte mich direkt in die Zeit versetzt und konnte mitfühlen, wie sich die doch kleine Welt der Madlen Thynen dank außerhalb ihres Einflussbereiches liegender Ereignisse dramatisch verändert. Nicht überraschend ist die Dreiecksbeziehung, bei der es aber zum Glück zum Ende hin genug spannende und überraschende Wendungen gibt, um mich zu fesseln.

    Charaktere:
    Madlen Thynen ist, wie bei Petra Schier üblich, eine starke und intelligente Frau, die nicht unbedingt dem typischen Frauenbild der Zeit entspricht. Dadurch ist es natürlich viel interessanter, ihrem Leben zu folgen und mitzubekommen, wie sich die Dreiecksbeziehung zwischen ihrer fürs Militär arbeitenden Jugendliebe Lucas Cuchenheim und ihrem Verlobten Peter von Werdt, bei dem sie ein unbeschwertes Leben führen könnte, entwickelt. Die beiden Männer sind schön unterschiedlich, die Liebesverwirrungen sind glaubhaft und nachvollziehbar und das Ende doch vorhersehbar.
    Neben den drei Hauptpersonen gibt es natürlich reichlich andere Bürger der Stadt, die einem schnell ans Herz wachsen und der Geschichte einen tollen Rahmen geben.

    Geschichte:
    Eine Stadt und ihre Bewohner, die zu Beginn noch sehr weit vom Kriegsgeschehen entfernt sind und die Kapitel für Kapitel immer weiter in den Strudel der Auseinandersetzung hineingezogen werden. Dazu eine Liebesgeschichte, deren Dramatik zum Kriegsverlauf passt. Eine tolle Steigerung der Emotionen, die in einem hervorragenden Höhepunkt endet.

    Fazit:
    Mir hat der neueste Roman Petra Schier wieder sehr gut gefallen, auch wenn die Ausgangssituation einer Frau zwischen zwei Männern mir doch sehr bekannt vorkommt. Zum Glück fängt der Rest der Geschichte diesen vorhersehbaren Ablauf genügend ab, so dass ich nie den Spaß am Lesen verlor. Spannend ist, dass der Krieg und seine Auswirkungen viel Raum bekommen. Sehr lesenswert und ein interessanter Ausflug ins 17. Jahrhundert, bei dem es eine junge, intelligente Frau nicht wirklich einfach hat.

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Die goldene Stadt

Buchseite und Rezensionen zu 'Die goldene Stadt' von Sabrina Janesch
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

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Diskussionen zu "Das Geheimnis der Fjordinsel: Norwegenroman"

Format:Taschenbuch
Seiten:528
EAN:9783499272585
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Rezensionen zu "Die goldene Stadt"

  1. Das sagenhafte Eldorado

    "Kein Wunder, dass diese Stadt den Spaniern verborgen geblieben ist, dachte Berns. (...) Vielleicht lag genau darin ihr Wesen begründet: in der Unvorstellbarkeit. Man wähle den unmöglichsten aller Standorte, nehme die ärgsten Entbehrungen auf sich, um das Land zu roden, zu räumen, zu ebnen - und errichte dort eine Stadtanlage, die an Schönheit alles übertrifft, was es auf dem Kontinent zu bestaunen gab."

    Als "Entdecker" der verlassenen Inkastadt, die wir heute unter dem Namen Machu Picchu kennen, galt lange Zeit der Amerikaner Hiram Bingham - zumindest habe ich es so gelernt.* Heute besteht weitgehende Einigkeit, dass ein Deutscher erstmalig die Stadt erforscht hat, und zwar schon mehr als vierzig Jahre vor Bingham, im Jahr 1867. August Rudolf Berns, im Uerdingen am Rhein geboren, träumt sich schon als Jugendlicher aus seinem kleinbürgerlichen Milieu heraus ins "sagenhafte Goldland" Peru. Seine Einbildungskraft ist die einzige Rettung in der häuslichen Enge und der Schule, die man heute zu Recht als "Presse" bezeichnen würde. Als die Einziehung zum Militär bevorsteht, tritt Berns endlich die Flucht nach vorn an und macht sich per Schiff, mit wenig Gepäck und noch weniger Kapital, auf den Weg nach Südamerika.

    Farbig und detailreich erzählt Sabrina Janesch von dieser anstrengenden Schiffsreise, von Berns' Zeit in Lima und später in Cusco, wo er sich wertvolle Verbindungen schafft und treue Freunde findet. Er betätigt sich als Ingenieur beim Eisenbahnbau auf dem Andenhochland, erweist sich als zäh und verlässlich. Doch im Grunde geht es ihm nur darum, genügend Kapital und Kenntnisse zusammenzubringen, um auf die Suche nach "El Dorado" zu gehen, der sagenhaften Hauptstadt der Inka, wo alle Häuser mit Gold verkleidet sein sollen. Dabei geht es Berns nicht in erster Linie darum, reich zu werden - seine Antriebskraft ist die Überzeugung des Entdeckers, dass etwas da sein muss und nur darauf wartet, gefunden zu werden. Wie die Autorin überzeugend darlegt, fand Berns den Standort der Stadt Machu Picchu nicht durch Zufall, sondern aufgrund von Berechnungen, die er im Hinblick auf bereits gefundene und vermessene Ruinen anstellte.

    Sabrina Janesch erzählt Berns' Geschichte in Romanform, doch ihre Überzeugungskraft ist derart, dass man sicher sein kann: Berns war genauso, wie sie ihn darstellt. Das Buch ist eine herrliche Charakterschilderung. Berns hat alle Eigenschaften, die man wohl damals mit "den Deutschen" verband; er ist fleißig und gewissenhaft, zäh und ausdauernd, integer durch und durch. Doch auch die andere Facette seines Charakters, seine Gewitztheit im Umgang mit Menschen bis hin zur Manipulation, tritt deutlich zutage und sorgt für viel Lesevergnügen.

    Der größte Pluspunkt bei diesem Roman ist für mich aber die Schilderung des Landes: der lichterfüllten Stadt Cusco, wo alle Kirchen und Klöster auf den Fundamenten alter Kultstätten errichtet wurden, des kalten und klaren Andenhochlandes mit seinen Steppen und schneebedeckten Gipfeln, des Dschungels in den tiefen Schluchten, wo Sträucher und Lianen schneller nachwachsen, als man sie schlagen kann, und jeder Schritt zur Strapaze wird ... Dieses Buch enthält keine einzige langweilige Seite, keine einzige Szene, die mit belanglosen Sätzen erledigt wird, kein Problem, das sich im Vorbeigehen von selbst löst. (Die Frage nach der Legitimität solcher Suche nach dem "Inkagold", das sei noch erwähnt, stellt die Autorin nicht ausdrücklich. Sie schwingt aber immer im Hintergrund mit, wenn gefundene Kultgegenstände ohne weiteres nach Berlin verkauft werden und jeder Goldsucher alles, was er findet, sofort einschmelzen lässt - doch Berns, das sei nochmals gesagt, versteht sich nicht als Goldsucher.)

    Ein wunderbares Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte. Jede Seite ein Lesegenuss!

    *) Ein Kuriosum nebenbei: Als ich 2015 das erste Mal Machu Picchu besuchte, erzählte bereits unsere damalige Guide, eine Quechua-Indigene, dass nicht Bingham den Ort gefunden habe, sondern ein anderer Entdecker - ich kann mich nicht mehr erinnern, welchen Namen sie nannte. Aber sie sagte, ein einheimischer Junge habe beim Finden des Ortes (der damals von Dschungel überwuchert war) geholfen. Dieser Junge kommt ebenfalls in dem Buch vor, wenn auch in etwas anderem Sinn. Ich vermute, die Einheimischen haben ihre eigenen Legenden - unsere Guide gab uns ausführliche Hinweise zu der besonderen Magie des Ortes, von der sie tief überzeugt war.

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  1. 4
    13. Feb 2020 

    Entdecker im fernen Peru

    Im 19. Jahrhundert wächst in Uerdingen August Berns als Sohn eines Weinhändlers auf und merkt schon im Kindesalter, dass es ihn aus der engen Welt des Niederrheins in ganz andere Welten zieht. Die Gold und noch viele Entdeckungen verheißende Welt von Peru hält ihn in Gedanken gefangen und kann ihn seinen als allzu trüb empfundenen Alltag nur mit Mühsal überstehen lassen. Sobald sich eine Gelegenheit ergibt, begibt er sich dann wirklich auf die abenteuerliche Reise in das verheißungsvolle Land. In Peru angekommen, lässt er sich komplett auf diese neue Heimat ein, arbeitet in der Armee und beim Eisenbahnbau, immer aber bleibt er getrieben von seinem Bestreben, in unbekannte Gefilde aufzubrechen, an Orte, an denen er die goldene, vergessene Stadt der Inkas vermutet.
    Durch intensive historische Recherche, Kombinationsgabe und Intuition findet er tatsächlich auf gefährlichen Missionen und meist auf sich allein gestellt die Ruinenstadt, die wir heute als Machu Picchu kennen. Aber auch der Weg von der Entdeckung der Ruinen bis zur „Erschließung“ dieser großartigen Stätte bleibt ein steiniger und gerade für einen Einzelgänger wie Berns ungemein herausfordernder Weg. Und so bleibt Berns Entdeckung und Berns als Entdecker noch lange unbekannt und unbeachtet. Als Entdecker der Inkastadt in der unzugänglichen Bergwelt der Anden gilt deshalb auch gemeinhin Hiram Bingham, der die Stadt sehr viel später (noch einmal) finden sollte, und nicht der Deutsche August Berns.
    Sabrina Janesch hat 2017 einen Roman geschrieben, in dem die wahre Geschichte der Entdeckung (durch August Berns) geschildert wird und dem Leben dieses Entdeckers von seiner Kindheit in Uerdingen bis zu seinen peruanischen Abenteuern nachgespürt wird. Eine umfangreiche Recherchearbeit von Solingen bis Peru und Panama steckt in diesem Roman, der ein sehr lebendiges Bild von den Herausforderungen des Reisens ins Unbekannte in diesen Zeiten vermitteln kann. Sabrina Janesch schafft es mit dem Roman, den Leser die mit der Entdeckung Maccu Picchus verbundenen Abenteuer nachspüren zu lassen. Es ist ein Leseabenteuer, das den Leser mitnimmt auf die Höhenzüge der Anden, in die vom Dschungel überwachsenen Ruinen und die unzugänglichen, feuchtheißen Dschungelgegenden.
    Eine wirkliche Lesereise, die glaubwürdig ein unglaubliches Leben erzählt und die von mir gern 4- bis 5 Sterne erhält.

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Das Schicksal der Drachentöchter

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Schicksal der Drachentöchter' von William Andrews

Inhaltsangabe zu "Das Schicksal der Drachentöchter"

Die dramatische Geschichte einer starken Frau, ihren Mut und die Macht der Vergebung.

Die junge Anna Carlson macht sich in Korea auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter. Doch sie kommt zu spät, denn die Mutter lebt nicht mehr, und Annas Suche nach ihren Wurzeln scheint zu Ende, bevor sie richtig begonnen hat.

Ein Hinweis führt Anna zu der eleganten Hong Jae-hee. Eine Begegnung, die ihr Leben für immer verändert, denn die Erzählungen der faszinierenden alten Dame führen tief hinein in die Zeit des Zweiten Weltkriegs und die Besatzung Koreas durch die Japaner. Über zweihunderttausend Koreanerinnen wurden damals gezwungen, den Soldaten als »Trostfrauen« zu dienen – ein schreckliches Stück koreanischer Geschichte, das mehr mit Annas Familie zu tun hat, als sie zunächst ahnt …

Diskussionen zu "Das Geheimnis der Fjordinsel: Norwegenroman"

Format:Kindle Edition
Seiten:422
Verlag: Tinte & Feder
EAN:
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