Blue Skies: A Novel (English Edition)

Buchseite und Rezensionen zu 'Blue Skies: A Novel (English Edition)' von T. C. Boyle

Inhaltsangabe zu "Blue Skies: A Novel (English Edition)"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:377
Verlag: Liveright
EAN:
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Oh nein! Ein Esel kommt selten allein

Buchseite und Rezensionen zu 'Oh nein! Ein Esel kommt selten allein' von Angelika Godau
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Oh nein! Ein Esel kommt selten allein"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:298
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Oh nein! Ein Esel kommt selten allein"

  1. Dieses Buch sorgt für vergnügliche Lesestunden

    Dieser 19 Kapitel lange Roman spielt sich hauptsächlich in der Türkei ab und erzählt aus der Sichtweise von Yusuf. Dabei ist der Schreibstil sehr leicht und sehr bildhaft. Dieser war mir von Anfang an sehr sympathisch so wie die ganze Familie Karamak. Ab dem dritten Kapitel nimmt die Story an Fahrt auf und ich musste zum ersten mal lachen. Dieses Buch beinhaltet viel Witz und Humor und die Spannung hält sich meiner Ansicht nach im Hintergrund. Die Geschichte ist mit viel Wärme und Gefühl geschrieben die ich auf fast jeder Seite gefunden habe. In dieser leichten Story geht es ziemlich chaotisch zu so dass ich öfters in Gedanken Oh nein!! gedacht hatte. Ja, der gutmütige Yusuf hat alle Hände voll zu tun um nicht im Chaos und Pech zu versinken. Aber zum Glück gibt es ja die Familie und gute Freunde. So hat mir diese charmante Story kurzweilige und amüsante Lesestunden beschert. Im Anhang gibt es noch einige leckere türkische Gerichte für Anfänger. Meiner Meinung nach ist dieses humorvolle Buch kurzweilig und vergnüglich zu lesen und vergebe daher gerne fünf Sterne.

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Yellowface

Buchseite und Rezensionen zu 'Yellowface' von Rebecca F Kuang
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Yellowface"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:336
EAN:9780008532772
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Rezensionen zu "Yellowface"

  1. Messerscharf

    Mit Yellowface hat R.F. Kuang eine messerscharfe Satire über das Verlagswesen geschaffen, die finde ich teilweise auch Thriller- und Horrorelemente hat, die ich sehr spannend finde.

    Sie behandelt Themen wie Urheber:innenschaft, kulturelle Aneignung, Privilegien und Cancel Culture mit überspitztem Stil und schlägt dabei fest zu. Es wirft Fragen auf, die sich ganz klar an die Lesenden richtigen und dazu anregen sollen, sich selbst zu reflektieren. Ein Beispiel: Wie werden Texte im Kontext ihrer Autor:innen interpretiert und wie spielen bewusste oder unbewusste Vorurteile dabei eine Rolle? Sie liefert dabei nie Antworten, sondern überlässt es den Leser:innen selbst, kritisch zu denken. Sie bietet dabei einen selbstironischen Einblick in die Literaturszene, den viele so nicht erwartet haben denke ich.

    Dabei ist das Buch bzw. der Erzählstil von Anfang bis Ende überzogen und wahnhaft, was an der Erzählerinnenstimme der Protagonistin June liegt. Sie (und ehrlich gesagt alle anderen Charaktere in diesem Buch) ist unfassbar unlikable und gibt auch eine sehr unzuverlässige Erzählerin ab. In ihrem Kopf zu leben ist nicht schön, hält aber der ganzen Branche und auch uns als Lesenden den Spiegel vor - vor allem weil man nicht richtig zu ihr durchdringen kann und bis zum Schluss nicht weiß wer sie wirklich ist. Es ist super spannend zu sehen, wie June sich in ihrem eigenen Kopf verstrickt und sich rechtfertigt. Der Schreibstil ist dabei ironisch, teilweise fast schon komisch weil es so überzogen ist und vor allem sehr schnell zu lesen, man fliegt gerade so durch die Seiten. In der Mitte hatte es kurz ein paar Längen, weil vieles sich wiederholt, das passt aber zur Protagonistin und hat auf jeden Fall seine Daseinsberechtigung in dieser Länge

    An sich ein Buch, an das ich bestimmt bei der Lektüre anderer Bücher noch oft denken werde und das mir einen Anstoß gab, mich mit diesen Themen weiter auseinander zu setzen. Das Buch ist unfassbar klug, wie es sich im echten Leben in die Thematik des Buches einreiht und somit fast die vierte Wand durchbricht. Ich empfehle das Buch allen, die nichts dagegen haben alle Charaktere in einem Buch zu hassen und die selbst nachdenken wollen. Den Hype ist dieses Buch wert!

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Ach herrje!: Letzte Ausfahrt Hünxe Ost

Buchseite und Rezensionen zu 'Ach herrje!: Letzte Ausfahrt Hünxe Ost' von Angelika Godau
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Ach herrje!: Letzte Ausfahrt Hünxe Ost"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:257
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Ach herrje!: Letzte Ausfahrt Hünxe Ost"

  1. Ein bittersüßer Roadtrip

    Maggie und Jupp, die beide bald neunzig werden, brechen zusammen mit ihrem alten Porsche zu einer letzten Reise auf. Jupp, der keinen Führerschein mehr besitzt verliert in Amsterdam seine Maggie. Sie wird immer vergesslicher und landet in einem Auto zweier chaotischer Drogendealers. Zudem bringt sie einen Reisebus voller Schweizer Chorsänger dazu die Hüllen fallen zu lassen. Zu guter Letzt sind hinter Jupp und Maggie nicht nur die Dealer sondern auch die Polizei und ihre beiden Kinder auf den Fersen.

    Der Schreibstil ist leicht, sehr bildhaft und zügig zu lesen. Die Protagonisten sind äußerst sympathisch dargestellt und die Spannung baut sich langsam auf.

    Fazit: Dieser Roman mit seinen 26 Kapiteln ist mit viel Wärme und Liebe geschrieben. Ich merkte sofort auf den ersten Seiten dass die Autoren sehr viel Gefühl miteinfließen haben lassen. Die Story wird dabei hauptsächlich aus Sichtweise von Jupp erzählt. Maggie, die immer mehr an ihrer Demenz leidet, und Jupp muss der Leser einfach mögen. Ich habe die zwei gleich in mein Herz geschlossen. Die Atmosphäre ist ruhig und hat ein wenig von Wehmut uns viel Melancholie in sich. Dieser Roman beinhaltet viele Themen rund ums Alter. Ich durfte mit Maggie und Jupp lächeln, schmunzeln und mich mit ihnen freuen aber er machte mich persönlich auch nachdenklich. Nach dem ersten Drittel wird die Story aufregend, irgendwie spannend und ich amüsierte mich während des lesens sehr so dass ich öfters auch lachen musste. Es ist ein Roadtrip der besonderen Art der irgendwann zu einer regelrechten Verfolgungsjagd ausartet und meiner Meinung nach ziemlich chaotisch wird -ich war begeistert und dies lag auch an Emra und seinen Freund Duran die verhinderten Drogendealer. Die zwei waren oder sind einfach zu köstlich. Zu Beginn des Romans dachte ich dass die Story sehr traurig wird und bin sehr "vorsichtig" an dieses Buch herangegangen. Aber ich wurde eines besseren belehrt denn die Story wurde von Kapitel zu Kapitel heiterer. Im Anschluss gibt es noch Szenen die aus Sicht von Maggie berichtet und wie sie sich dabei gefühlt hat. Dies war für mich persönlich bewegend.
    Dieser Roman zählt zu meinen Lesehighlights und vergebe daher sehr gerne fünf Sterne.

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Blue Skies

Buchseite und Rezensionen zu 'Blue Skies' von T. Coraghessan Boyle
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Blue Skies"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:367
EAN:9781324093022
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Rezensionen zu "Blue Skies"

  1. Eine Familie zu Zeiten der Klimakrise

    "Veranstaltete man überhaupt noch Abendgesellschaften? Wozu eigentlich? Die eine Hälfte der Welt stand unter Wasser, die andere war ausgedörrt, und es gab eine Missernte nach der anderen. Menschen hungerten, sogar hier in Kalifornien. Überall waren Flüchtlinge. Der Wein schmeckte nach Asche. Ottilie konnte sich nicht erinnern, wann es das letzte Mal geregnet hatte. Aber Frank ging in den Ruhestand, und sie wollte eine Party, wenn auch eine bescheidene." (S. 315)

    Es geht um eine Familie zu Zeiten der Klimakrise: Cat wohnt mit ihrem Verlobten an Floridas Küste. Dort, wo es gefühlt ununterbrochen regnet und Überschwemmungen gibt. Dagegen wohnen ihr Bruder Cooper und ihre Eltern Ottilie und Frank in Kalifornien, wo die Menschen fast nur noch unter Hitze und Dürreperioden mit Waldbränden leiden. Vor diesen Extremen des Klimawandels spielt sich der Roman ab in einer unbenannten, aber nicht allzufernen Zukunft.
    Frank ist Arzt und so sind er und Ottilie eher der wohlhabenden Schicht zuzuordnen. Weil ihr Sohn Cooper Entomologe (Insektenforscher) ist, befasst sich Ottilie mit dem Thema Umweltschutz. So versucht sie, Fleisch durch Grillen zu ersetzen, Wasser zu sparen und bestimmte Pflanzen als Nahrung für aussterbende Schmetterlingsarten zu pflanzen. Auf der anderen Seite braucht sie aber einen Pool und gewisse Luxusgüter wie z. B. Wein.
    Ihre Tochter Cat ist ebenfalls an Wohlstand gewöhnt und kauft sich einfach so (weil ihr Ehemann weder Kinder noch Haustiere mit Fell haben will) eine Tigerpython. Für sie ist es ein Spielzeug und eine Gelegenheit, sich als Influencerin interessant zu machen sowie die Alltagslangeweile zu überbrücken, da ihr Mann viel unterwegs ist.
    Coopers Leben sind die Insekten. Seine Favoriten sind die vom Aussterben bedrohten Monarchfalter und auch seine Freundinnen haben mit Insekten (Zecken und Kusswanzen) zu tun. Als ein Zeckenbiss Coopers Leben bedroht und ein rätselhaftes Massensterben von Insekten stattfindet, gerät seine Welt völlig aus dem Gleichgewicht.

    Die Geschichte wird in drei chronologisch angeordneten Teilen erzählt. Zwischen diesen Abschnitten liegt ein undefinierter Zeitabstand in die Zukunft, sodass man die Entwicklung dieser Familie und des Klimas verfolgen kann. Die Natur ist dabei unterschwellig immer wieder eine Bedrohung: Die Schlange verhält sich auffällig ruhig, verschwindet kurz und taucht unvermittelt wieder auf, bis es zu einer unvorhergesehenen Katastrophe kommt. Insekten greifen plötzlich Menschen an, bei Überflutungen tauchen Alligatoren auf. Beim Lesen hatte ich ständig Gänsehaut und war gespannt, was als nächstes passiert.
    Die Auswirkungen des Klimawandels sind heute schon spürbar und der Autor hat das Thema sehr realistisch in die Handlung eingewoben. Dabei werden auch mögliche Lösungsansätze wie Insekten oder Laborfleisch als Fleischersatz oder Möglichkeiten dem Albedo-Effekt entgegenzuwirken, thematisiert. Die umfassende Darstellung hat mir sehr gut gefallen.
    Auch gefiel mir der stete, sarkastische Unterton in den Beschreibungen. Der Gesellschaft wird hier ein Spiegel vorgehalten und ich fühlte mich selbst an der ein oder anderen Stelle ertappt. Man neigt eben als Mensch dazu, sich seine Welt schön zu reden und möchte trotz aller Krisen seine Gewohnheiten aufrechterhalten.

    Dagegen konnte ich mich mit den Figuren selbst leider nicht anfreunden. Zum einen liegt das daran, dass sie eher der amerikanischen Oberschicht zuzuordnen sind. Ihre Bedürfnisse und vor allem ihr Hang zu Partys und Alkohol sind mir fremd. Cat habe ich zwar als liebende, aber leider verantwortungslose Mutter empfunden, die ihr Leben selbst nicht in den Griff bekommt. Cooper war mir anfangs sympathisch, aber auch er entwickelt sich aus meiner Sicht nicht zu seinem Vorteil. Einzig Ottilies Gedanken konnte ich ansatzweise nachvollziehen.

    Ich war aufgrund der sich wandelnen Umstände und stetigen Katastrophen sowie dem sarkastischen Unterton gefesselt und konnte das Ende nicht erwarten. Doch der von mir erwartete Knall blieb aus. Dennoch war das Ende für mich befriedigend.

    Fazit:
    --------
    Realistisch dargestellte Auswirkungen des Klimawandels: Fesselnd trotz abgehobener Charaktere und mittels Sarkasmus zum Nachdenken anregend

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Superloser

Buchseite und Rezensionen zu 'Superloser' von Björn Berenz
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Superloser"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:400
Verlag: dp Verlag
EAN:
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Rezensionen zu "Superloser"

  1. Jonas mit dem Heiligenschein

    Jonas (28) hat das Glück wahrhaftig nicht gepachtet. Sein bester Freund schnappt ihm seine große Liebe weg auch sonst ist er ein Außenseiter und Unglücksrabe. Als er bei seinem Selbstmordversuch einem Penner das Leben rettet, prangt plötzlich ein greller und alles leuchtender und intensiver Heiligenschein über seinem Kopf! Jonas wird quasi über Nacht zum Superstar und sogar das Fernsehen wird auf ihn aufmerksam. Aber so schön dies alles sein mag Jonas möchte doch lieber sein altes Leben zurück - doch wie bekommt man(n) den Heiligenschein wieder weg?

    Der Schreibstil ist leicht, ruhig und zügig zu lesen.Die Protagonisten sind sympathisch dargestellt und die Spannung baut sich langsam auf.

    Fazit: Dieser Roman umfasst 33 Kapitel und spielt sich in Köln ab. Die Story wird aus Sichtweise von Jonas erzählt. Zu Beginn war die Story meiner dichter Ansicht nach dichter geschrieben was sich aber nach und nach in eine leichte und mit der Zeit "kühlere" Atmosphäre verwandelte. Ein Hauch voll Spaß, eine Prise feinem Witz, eine Handvoll Humor dazu ein ewiger Verlierer der plötzlich im Mittelpunkt der Gesellschaft steht. Dies ist eine sehr gute Kombination bei der ich öfters lächeln und schmunzeln musste. Der Leser sollte sich dabei im klaren sein dass die Story weit von der Realität entfernt ist. Jonas der von einem Außenseiter zu einem wahren Superhelden wird war mir gleich sympathisch und der Autor lässt ihn in einer ruhigen Art erzählen. Zwischendurch wird die Story auch mal chaotisch und mir kamen einige Szenen zu überzeichnet vor. Nach der Hälfte des Buches wird meiner Meinung nach die Story kurzweiliger zu lesen. Sie hat aber auch einige Szenen die mich persönlich dann doch genervt hatten. Wie schnell und in eine ganz andere Richtung sich ein Leben ändern kann das zeigt dieser Roman auf. Die Story hat mich zwar nicht gefesselt aber ich persönlich finde dass das Buch sich als unterhaltsame Urlaubslektüre gut eignet. Ich vergebe für diese solide und angenehme Story drei Sterne.

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Unkraut vergeht nicht: Tod im Blumenladen

Buchseite und Rezensionen zu 'Unkraut vergeht nicht: Tod im Blumenladen' von Jaromir Konecny
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Unkraut vergeht nicht: Tod im Blumenladen"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:247
Verlag: dp Verlag
EAN:
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Rezensionen zu "Unkraut vergeht nicht: Tod im Blumenladen"

  1. Tulpen, Tulpen und nochmals Tulpen

    Leon (16) der ein Resozialisierungsprogramm absolvieren muss findet er sich plötzlich in München vor einem Blumenladen wieder. Als Leon durch die Tür geht sieht er auf einem Tisch zwischen den Blumen eine tote Frau liegen - erstochen mit einem Unkrautstecher den Leon durch Zufall in der Hand hält.Zusammen mit Laura, die Tochter des Blumenladenbesitzers, geht Leon auf Verbrecherjagd.

    Der Schreibstil ist locker, sehr bildhaft und zügig zu lesen. Die Protagonisten sind sympathisch dargestellt. Die Spannung steigert sich langsam aber sie blieb für mich dann auf einer Höhe stehen.

    Fazit: Sofort viel mir der etwas andere Schreibstil auf. Er hat mich überrascht weil er sehr temporeich ist deshalb passt er vor allem zu Leon der aus seiner Sichtweise erzählt. Trotzdem fing die Story ab einem gewissen Zeitpunkt an zu nerven. Und da fällt mir spontan der Hauptkommissar Hauptmeister mit seinem Kollegen ein. Mir kam es zuweilen so vor als ob ich einem Kasperletheater zusehe. Die zwei sind meiner Meinung nach total unglaubwürdig und passen leider nicht in den Krimi hinein. Da hätte ich mir an dieser Stelle doch andere Charaktere gewünscht. Ich musste des öfteren an ein Jugendbuch denken statt an einen Krimi. Das lag daran dass Leon und Laura gerade mal sechzehn sind und dementsprechend ist auch zum Teil die Ausdrucksweise - das ist dann doch nicht so mein Ding. Meiner Meinung nach ist dieser Krimi skurril und sehr chaotisch und das brachte mich beim lesen immer wieder aus dem Konzept. So musste ich mich öfters auf den Text konzentrieren. Daher ist meiner persönlichen Meinung nach das Buch eher für die jüngere Generation gedacht. Dieser rasante und actionreiche Cosy-Krimi mit seinen 24 Kapiteln hat mich leider nicht richtig überzeugen können und ich bin auch nicht richtig in das Buch hineingekommen. Daher vergebe ich knappe drei Sterne.

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My Sister, the Serial Killer

Buchseite und Rezensionen zu 'My Sister, the Serial Killer' von Oyinkan Braithwaite
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "My Sister, the Serial Killer"

Format:Taschenbuch
Seiten:240
EAN:9781786495983
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Rezensionen zu "My Sister, the Serial Killer"

  1. Ayoola und Korede sind Schwestern wie Tag und Nacht

    Ayoola und Korede sind Schwestern wie Tag und Nacht

    Ayoola ist wunderschön und charmant, das Lieblingskind ihrer Eltern und der Schwarm aller Männer. Korede dagegen ist unscheinbar und von harschem Gemüt, arbeitet als Krankenschwester – und muss hinter ihrer Schwester herräumen, wenn die mal wieder einen ihrer Liebhaber umgebracht hat. Als wäre das noch nicht schlimm genug, verliebt sich auch noch der junge Arzt Tade, nach dem Korede sich heimlich verzehrt, in die männermordende Ayoola …

    Ich habe das Buch auf Englisch gelesen und das englische Hörbuch gehört, es gibt aber eine deutsche Ausgabe mit dem Titel »Meine Schwester, die Serienmörderin«, übersetzt von Yasemin Dinçer.

    Ich kann jedoch jedem, der flüssig Englisch hören kann, das englische Hörbuch sehr empfehlen. Es wird von der britisch-nigerianischen Schauspielerin Weruche Opia gesprochen, und sie gibt verschiedenen Charakteren verschiedene Klangfarben, was ich sehr stimmig finde. Immerhin werden in Nigeria außer Englisch auch noch Edo, Efik, Adamaua-Fulfulde, Hausa, Idoma, Igbo, Zentral-Kanuri, Yoruba und andere Sprachen gesprochen, daher ergeben sich sicher viele Dialekte.

    »We find ourselves using a sliding racial scale …«¹

    Oyinkan Braithwaite gelingt es, der absurden Grundidee mit einem prägnanten, unverwechselbaren Schreibstil und viel bösem Humor Leben einzuhauchen und die Charaktere trotz allem authentisch und glaubhaft zu zeichnen – mit Ausnahme der mordenden Schwester, die als wandelndes Klischee nur den Resonanzboden für Erzählerin Korede darstellt. Aber in meinen Augen ist das sicher auch genau so gewollt, denn es streicht umso deutlicher heraus, dass Ayoola von allen – auch den Leser:innen! – auf ihre Schönheit reduziert wird.

    Überhaupt kann der Roman mit deutlich mehr Tiefgang aufwarten, als mensch anhand der Zusammenfassung erwarten würde; tatsächlich würde ich ihn als satirische Parabel zum Thema ‘Colorism’ bezeichnen.

    Was bedeutet ‘Colorism’ (auch als ‘Shadeism’ bezeichnet)?

    Unter Rassismus kann sich wohl jede:r etwas vorstellen, aber bei dem Begriff Colorism schaut mensch oft in ratlose Gesichter. Nun ist ‘Rasse’ zwar ohnehin ein soziales Konstrukt, aber Rassismus bezeichnet normalerweise die Diskriminierung von Menschen einer vermeintlichen ‘Rasse’ durch Menschen, die einer anderen angehören.

    ‘Colorism’ dagegen kann auch ganz außerhalb dieses sozialen Konstrukts geschehen – oder sogar innerhalb der gleichen ‘Rasse’. So kann es passieren, dass Menschen mit besonders tiefschwarzer Haut selbst von anderen schwarzen Menschen herabgesetzt werden und nicht die gleichen Chancen bekommen. Auch in Nigeria, wo der Roman spielt, ist dies ein gesellschaftliches Problem – weswegen sich hautbleichende Produkte hervorragend verkaufen.

    »We are better if we are lighter.«¹

    Oyinkan Braithwaite zeigt Colourismus innerhalb der schwarzen Community, das ist meines Erachtens eines der zentralen Themen des Buches. So hat die als wunderschön angebetete Ayoola hellere Haut als ihre als unansehlich geschmähte Schwester Korede, und die hat das so verinnerlicht, dass sie ihrerseits die Hautfarbe attraktiver Personen meist als ‘light-skinned’ beschreibt.

    Nein, Korede ist keine blütenreine Heldin. Sie fühlt sich machtlos und hässlich, daher tritt sie nach unten, wo es nur geht, und behandelt das ‘ungebildete’ Reinigungspersonal überaus herabwürdigend. Meines Erachtens zeigt die Autorin damit sehr eindringlich, wie rassistische/coloristische Verletzungen weitergereicht werden.

    Aber Colorism ist nicht das einzige Thema, das durch Humor ein Stück weit aufgebrochen und dennoch glasklar herausgestellt wird.

    Im Laufe der Handlung wird immer offensichtlicher, was für ein Umfeld und was für eine Gesellschaft eine Frau wie Ayoola hervorgebracht hat. Sie erfuhr schon früh Gewalt in der Familie und erlebte, dass ihr prügelnder Vater allerorts als guter Mensch gefeiert wurde; daher könnte ein unterschwelliger Groll gegen Männer im Allgemeinen kommen. Auch hier erfolgt also, wie bei ihrer Schwester Korede, eine Weiterreichung eigener Verletzungen – wenn auch ungemein drastischer.

    Als Kind erkannte Ayoola bereits, dass ihre Schönheit ihr Vorteile verschaffte (dazu musste sie ja nur vergleichen, wie unterschiedlich sie und Korede behandelt wurden), dass Schönheit also ihr Ticket in ein besseres, freieres Leben war. Dies in Verbindung mit ihrer erlernten Gewaltbereitschaft ist eine ausgesprochen toxische, gefährliche Kombination.

    Fazit

    Das Buch ist spannend, unterhaltsam und regt zum Nachdenken an, insofern gefiel es mir für einen Großteil der Kapitel sehr gut. Gegen Ende hätte ich mir allerdings gewünscht, die beiden Schwestern würden mehr inneres Wachstum erfahren, ihre unterschwellig vorhandenen Dämonen endlich mal aussprechen und ans Licht holen … Aber beide bleiben im Grunde genau die Menschen, die sie auf der allerersten Seite waren.

    Ob Korede ihre Schwester auf den letzten Seiten doch noch auffliegen lässt, als sie erkennt, dass sie sich entscheiden muss zwischen Tade und Ayoola, möchte ich hier natürlich offenlassen. So oder so wäre ihre Entscheidung ohnehin nicht geprägt von einem persönlichen Unrechtbewusstsein, sondern entweder von einem Gefühl der Verpflichtung (gegenüber Ayoola) oder einem Gefühl der Verliebtheit (gegenüber Tade).

    Im Endeffekt kam es mir dadurch so vor, als würde das Buch sein enormes Potential nicht vollends ausreizen, als sei es nicht vollkommen ‘durcherzählt’. Die Autorin schafft einen reichen literarischen Nährboden für die angesprochenen Themen, die Charaktere hingegen bleiben davon nahezu unberührt – die Dinge sind, wie sie sind, niemand scheint ernsthaft etwas daran ändern zu wollen.

    ¹ Aus: Tom Burrell, “Uglified: Why are Black and Beautiful Still Contradictions?” in Brainwashed: Challenging the Myth of Black Inferiority, 2010

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Die Brausesee Saga

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Brausesee Saga' von Svarlen Edhor

Inhaltsangabe zu "Die Brausesee Saga"

Format:Taschenbuch
Seiten:298
EAN:9781670807069
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Der Puma mit den drei Streifen

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Puma mit den drei Streifen' von Thomas Kowa
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Puma mit den drei Streifen"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:46
Verlag: booksnacks.de
EAN:
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Rezensionen zu "Der Puma mit den drei Streifen"

  1. 4
    31. Dez 2021 

    (K)ein Krimi...

    Herzogenaurach, ein beschauliches Städtchen in Franken, Heimat von Adidas, Puma und Lothar Matthäus. Doch plötzlich geschieht eine Entführung und ein fränkischer Kommissar liefert sich einen Wettstreit mit der Tochter des LKA-Präsidenten aus München, wer den Fall als erstes klärt...

    "Der Puma mit den drei Streifen" spielt genau wie schon "Mord mit Lametta" im beschaulichen Herzogenaurach. Dort müssen der Kommissar und seine neue Assistentin, gegen die er sich anfangs noch sträubt, den Fall einer Entführung aufklären. Eine Mitarbeiterin der ortsansässigen Apotheke wurde vor den Augen ihrer Kollegin entführt...

    Herzogenaurach ist auch in der realen Welt die Heimat von Adidas, Puma und Lothar Matthäus. Deshalb darf es nicht verwundern, dass sich in diesem Booksnack reihenweise augenzwinkernde Anspielungen befinden, die genau auf diesen Umstand hinzielen.

    Die Arbeit der Polizisten gestaltet sich recht launig, überraschendes Ende inbegriffen. Eine unterhaltsame Kurzgeschichte, die dann irgendwie doch (k)ein Krimi ist...

    © Parden

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