Das Haus des Windes: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Haus des Windes: Roman' von Louise Erdrich
4.35
4.4 von 5 (3 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Haus des Windes: Roman"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:379
EAN:
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Rezensionen zu "Das Haus des Windes: Roman"

  1. 4
    01. Jul 2017 

    Joe wird erwachsen

    Es ist der Sommer, in dem Joe, soeben 13 Jahre alt geworden, erwachsen wird. Seine Mutter wird Opfer eines brutalen Überfalls, doch aufgrund gesetzgeberischer Unstimmigkeiten fühlt sich keine Ermittlungsbehörde wirklich zuständig. Joe und seine drei Freunde machen sich gemeinsam auf die Suche...
    Das Verbrechen an Joes Mutter ereignet sich im Jahre 1988 in einem Reservat in den USA. Obwohl es sich bei dem Vorfall um die zentrale Geschichte des Buches handelt, ist es doch nur ein Part unter vielen. Joe und seine Freunde lernen die Liebe kennen, es geht um die alten Mythen der Indianer, um Familie, Liebe, Gerechtigkeit, Rassismus undundund.
    Erdrich ist nicht nur eine Könnerin darin, in beiläufigen Bemerkungen ganze Dramen aufzuzeigen wie beispielsweise die damals noch immer massive Diskriminierung der Indianer oder der Bombenanschlag auf die US-Botschaft in Beirut. Ebenso grandios ist ihre Fähigkeit, daneben überaus witzige Dialoge oder Szenen wie die acht nackten Indianer, die aus der Schwitzhütte flüchten zu beschreiben, ohne dass es aufgesetzt oder gekünstelt wirkt. Auch die Figuren des Romans bringt sie einem nahe: Man leidet, fürchtet oder freut sich mit ihnen und kann deren überaus skeptische Haltung gegenüber den Menschen ausserhalb des Reservates mehr als nachvollziehen. Ja, da fragt man sich, wie Joes Vater trotz alledem so voller Vernunft bleiben kann.
    Weshalb dann nicht die volle Punktzahl? Weil ich kurz zuvor von Joe R. Lansdale 'Ein feiner dunkler Riss' gelesen habe, das ein sehr sehr ähnliches Thema behandelt: Ein ebenfalls 13jähriger macht sich im Sommer des Jahres 1958 gemeinsam mit Freunden auf, ein vor vielen Jahren begangenes Verbrechen aufzuklären. Und auch hier ist es ein Sommer des Erwachsenwerdens. Doch Lansdales Geschichte war (etwas) packender, was daran liegen mag, dass durch die vielen unterschiedlichen Teile Erdrichs Geschichte nicht so aus einem Guss wirkte. Etwas weniger wäre hier vielleicht mehr gewesen.
    Nichtsdestotrotz: Voll und ganz empfehlenswert (und Lansdale natürlich erst recht ;-)).

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  1. 5
    30. Jun 2017 

    The Round House...

    Der englische Titel dieser Rezension ist gleichzeitig der Originaltitel des Buches und hätte mir wohl eher als der schmal gehaltene Klappentext verdeutlicht, dass dieser Roman in einem Indianerreservat spielt. So hat mich die Lektüre anfangs doch überrascht, aber auch schnell hineingezogen in das Geschehen.

    Der 13-jährige Joe Coutts steht im Mittelpunkt der Handlung, und das Geschehen wird allein aus seiner Sicht erzählt. Er lebt mit seinen Eltern in einem Indianerreservat in North Dakota, einem der am dünnsten besiedelten amerikanischen Bundesstaaten, und gehört wie seine Eltern dem Stamm der Ojibwe an. Joes Vater arbeitet als Richter im Reservat, seine Mutter arbeitet im Stammesbüro. In einem Safe, dessen Kode nur sie besitzt, bewahrt sie kompliziert verästelte Stammesregister auf. Sie kennt jedermanns Geheimnisse und weiß von Kindern, die durch Inzest, Vergewaltigung oder Ehebruch jenseits oder innerhalb der Grenzen des Reservats gezeugt wurden.

    Eines Tages kommt Geraldine, Joes Mutter, sehr verstört nach Hause. Sie bleibt hinter dem Steuer sitzen und macht die Tür ihres Autos nicht auf. Als Joes Vater die Autotür öffnet, sieht er das Blut auf dem Fahrersitz. Und ihr grün und blau geprügeltes Gesicht. So beginnt ein Kriminalfall, der viel komplizierter und komplexer ist, als es auf den ersten Blick scheint. Zum einen zieht sich Joes Mutter in ihr Schlafzimmer zurück, verweigert die Aussage und verfällt in ein dumpfes, brütendes Schweigen, das Joe und seinen Vater in Angst und Schrecken versetzt. Zum anderen gehört das Stück Land, auf dem das Verbrechen verübt wurde, weder zum Indianerresrvat noch zum amerikanischen Bundesgebiet - es handelt sich um rechtliches Niemandsland, und obgleich drei Behörden mit den Ermittlungen beginnen, kann letztlich keine Anklage erhoben werden. Auch Joes Vater als Stammesrichter sind die Hände gebunden.

    "Ich stand da und spürte die enorme Stille in unserem kleinen Haus wie die Folge einer gewaltigen Explosion. Alles war zum Stillstand gekommen. Selbst das Ticken der Uhr (...) Ich stand da und starrte auf die alte Uhr, deren Zeiger bedeutungslos auf 11:22 stehengeblieben waren. Sonnenlicht fiel in goldenen Pfützen auf den Küchenboden, aber es war ein unheimliches Leuchten, wie die blendenden Strahlen hinter einer Wolke am westlichen Horizont. Grauen packte mich wie ein Trancezustand, wie der Geschmack von Tod und saurer Milch." (S. 32)

    So beschließt der 13-jährige Joe, den Gewalttäter selbst zu finden. Mit seinen Freunden Cappy, Angus und Zack unternimmt er teils halsbrecherische, teils urkomische Ermittlungsversuche, beginnend bei dem Rundhaus, wo das Verbrechen geschah. Und steht schließlich vor einer schwerwiegenden Entscheidung...

    Was für ein Roman! Er liest sich streckenweise wie ein Krimi, doch die Coming-of-Age-Geschichte des Erzählers dominiert. Joe ist ein Junge, der begeistert Rad fährt, für „Star Trek – Die nächste Generation“ schwärmt (die Erzählung spielt im Jahr 1988) und seinen Kummer ansonsten sehr gut vor der Welt versteckt. Auch entdeckt er die Liebe und seine erwachende Sexualität. Wie Joe mit seinen Freunden der Wahrheit nachspürt, Verwandte besucht und tief in die mythische, übernatürliche Welt seiner indianischen Vorfahren eintaucht, ist wahrhaft anschaulich, der jugendlichen Perspektive entsprechend authentisch und oftmals hochkomisch beschrieben – so, wenn es um die Powwow-Montur von Großvater Randall geht: Die Federn an seinem Kopfputz wurden mit Autoantennen stabilisiert, und die Fußglöckchen hängen an einem mit Hirschleder bedeckten, elastischen Strumpfhalter irgendeiner Tante. Die amerikanische Ureinwohner sind keine hehren Gestalten, und die Alten erscheinen im Gegensatz zum gängigen Klischee nicht als Söhne der Weisheit und des Leidens, sondern als kräftige, zähe, sehr irdische Gestalten, die mit Vorliebe schmutzige Anekdoten erzählen. Die Indianer in diesem (fiktiven) Reservat lieben, sie haben Laster, sie suchen nach dem Sinn des Lebens und verlangen Gerechtigkeit.

    "Ich weiß, dass die Welt über dem Highway 5 und jenseits davon weitergeht, aber wenn man dort entlangfährt - vier Jungs, ein Auto, und alles ist so friedlich und Meile für Meile so leer, und der Radioempfang hört auf, und da sind nur noch Rauschen und der Klang der Stimmen und der Wind, wenn man den Arm zum Fenster rausstreckt -, dann fühlt man sich, als balancierte man auf dem Rand des Universums." (S. 377)

    'Das Haus des Windes' ist ein großartig erzähltes, realistisches, hochspannendes Buch über den indianischen Alltag im Reservat, über Identität, Traditionen und überlieferte Mythen. Es ist auch eine Coming-of-Age-Erzählung, ein Krimi, sowie eine politische Anklageschrift über die immer noch vorhandene Rechtlosigkeit der Ureinwohner Nordamerikas: Indianernationen haben keinerlei Souveränität über Nichtindianer, die sich in ihren Reservaten aufhalten, und können sie im Falle eines Verbrechens nicht belangen.

    Eine gelungene Mischung, die Louise Erdrich hier präsentiert und zu einer deftig-traurig-komisch-packenden Geschichte verwebt. Tief eingetaucht bin ich in die Erzählung und kann hier nur eine unbedingte Leseempfehlung geben. Dieser Roman, der mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde, gehört in jedem Fall zu meinen Jahreshighlights.

    © Parden

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  1. 4
    29. Jan 2016 

    Windigo

    Joes Mutter ist noch einmal weggefahren, sie will eine Akte holen. Zunächst machen Joe und sein Vater sich keine Gedanken, weil die Mutter noch unterwegs ist, obwohl doch schon die Essenszeit da ist. Später jedoch beginnen sie nach ihr zu suchen. Sie sind heilfroh als ihnen Geraldine im Auto entgegen kommt. Die Freude schlägt jäh in Entsetzen um, denn Geraldine ist überfallen und brutal vergewaltigt worden. Völlig aus der Bahn geworfen zieht sie sich in sich selbst zurück. Joes Vater, der als Stammesrichter arbeitet, stellt selbst Nachforschungen an. Doch leider ist nicht genau feststellbar, wo Geraldine überfallen wurde und aus diesem Grund lässt sich auch die zuständige Behörde nicht ermitteln.

    Amerika Ende der 1980er, eine Vergangenheit, die doch noch nicht so fern ist. Und doch ist die Welt, in die dieser Roman einen entführt, fremd und scheint auch älter als die Jahre andeuten. Die Indianer leben vornehmlich in Reservaten, mit eigenen gesellschaftlichen Regeln und einer eigenen Rechtsprechung. Mit den Nachfahren der Einwanderer gibt es offensichtlich kaum Berührungspunkte. Es ersteht eine Welt der Trennung, die man schon überwunden wähnte. Ein Glaube, der sich vor den Nachrichten der heutigen Zeit durchaus als Irrtum erweisen könnte. Fremd zwar, aber doch nicht so fremd. Geraldine ist durch die Tat schwer gezeichnet und Joe und sein Vater versuchen alles, um sie wieder zur Teilhabe am Leben zu bringen. Zunächst gelingt das nicht und die Sorge wächst stetig. Für einen 13jährigen wie Joe ist das keine einfache Situation. Er und sein bester Freund Cappy versuchen sich abzulenken. Doch in Gedanken will Joe seiner Mutter helfen und den Täter seiner gerechten Strafe zuführen.

    Witzig und tragisch zugleich versteht es der Roman zu unterhalten. Der betagte Großvater trägt dabei sehr zur Unterhaltung bei. Gleichzeitig helfen seine Geschichten zum besseren Verständnis der indianischen Kultur, deren Sagen und Mythen. Der Überfall auf Geraldine und seine Auswirkungen auf die ganze Familie stimmen eher nachdenklich und machen betroffen. Wieso können Frauen so erniedrigt werden, wieso werden nicht alle Taten mit der vollen Härte des Gesetzes verfolgt. Ein stimmiger und lehrreicher Roman, der wärmstens weiterempfohlen werden kann.

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Der Nachtwächter: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Nachtwächter: Roman' von Louise Erdrich
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4 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Nachtwächter: Roman"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:483
EAN:
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Rezensionen zu "Der Nachtwächter: Roman"

  1. Wem gehört das Land auf dem wir leben?

    !4,5 Sterne!

    Klappentext:
    „Kann ein Einzelner den Lauf der Geschichte verändern? Kann eine Minderheit etwas gegen einen übermächtigen Gegner, den Staat, ausrichten? »Der Nachtwächter«, der neue Roman der mit dem National Book Award ausgezeichneten Autorin Louise Erdrich, basiert auf dem außergewöhnlichen Leben von Erdrichs Großvater, der den Protest gegen die Enteignung der amerikanischen UreinwohnerInnen vom ländlichen North Dakota bis nach Washington trug…“

    Wie mag es wohl sein, wenn der eigene Großvater ein Indianer ist? Wenn man ganz besondere Gene in sich trägt? Autorin Louise Erdrich berichtet in diesem Buch von ihrem Großvater Thomas, Vorsitzender des Stammesrats, des Turtle Mountain Advisory Commitee. Die Welt der Stämme wird vom eigenen Land aus den Fugen gebracht, als plötzlich Worte wie „Eingliederung“ oder Terminierung fallen. Die Indianer sollen ihre Heimat aufgeben um das Land von ihnen zu befreien und dafür erhalten sie anderweitig einen Platz zum leben. Nein, wir befinden uns nicjt im Mittelalter sondern im Jahr 1953. Thomas geht Nacht für Nacht in seinem Job auch seiner Herkunft hinterher und versucht anhand von unzähligen Briefen, Protestschreiben gegen diese Taten vorzugehen. Wem gehört das Land? Warum wird man umgesiedelt, wenn man doch niemanden stört? Wer war zuerst hier? Was haben Ureinwohner überhaupt noch für eine Bedeutung? Wer gibt einem das Recht das eigene Land zu enteignen und anderen zur Verfügung zu stellen? Indianer sind doch keine Spinner! Sie haben das Land doch zudem gemacht! Unweigerlich kommen einem beim lesen die eigenen Gedanken in den Sinn und man kann Thomas nur zu gut verstehen warum er so agiert. Erdrich wählt hierfür die passenden Worten und hält einen geschmeidigen Lesefluss und Wortklang für den Leser bereit, der das eigene Denken und gleichzeitige Lesen ermöglicht. Manchmal liegt es in der Kraft eines Einzelnen etwas zu bewegen, das war schon immer so, aber manchmal braucht es auch ein paar mehr Stimmen. Thomas‘ Geschichte ist ein Meilenstein in der amerikanischen Geschichte und wirkt selbst heute noch nicht beruhigt oder gar abgeschlossen. Leider sind zu viele Parallelen selbst für die heutige Zeit im 21. Jahrhundert sichtbar und lassen immer wieder sie Frage aufkommen: Wem gehört das Land und wer hat das Recht dazu, die eigene Heimat neu auszurichten?
    Diese Geschichte ist ein extrem feinstimmiges Buch, das Geschichte enthält, einen nachdenklichen Blick auf die Gesellschaft freigibt und nachhallt. Da ich mich sehr viel mit den alten Indianer-Stämmen befasse, war dies ein sehr guter und authentischer Weitblick in eine längst verdrängte Thematik. Ein nachhallendes Buch mit besonderer Geschichte - 4,5 von 5 Sterne.

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  1. Aufrüttelnd

    In unseren Breiten denkt man nicht darüber nach, was seit dem letzten Mohikaner mit Amerikas Ureinwohnern passiert ist. Dass sie in Reservate gesteckt wurden, hat man lose im Hinterkopf, auch wenn man es sich nicht vorstellen möchte. Dass aber selbst diese Reservate irgendwann als störend empfunden wurden, weil sie Land darstellten, auf das Restamerika keinen Zugriff hatte und dort noch immer Menschen lebten, die seltsame Gebräuche und seltsame Sprachen pflegten, weiß niemand.

    1953 ist das passiert. Mit den sogenannten Terminierungsgesetzen wollte man die verbliebenen Reservate ins restliche Amerika „eingliedern“, deren Sonderstatus mit allen dazugehörigen Rechten „emanzipieren“ und alle Indianer umsiedeln, um das Land anderweitig zu nutzen.
    Davon erzählt dieses Buch anrührend und eindringlich, angelehnt an die Geschichte des Großvaters der Autorin.

    Thomas Wazhashk arbeitet als Nachtwächter in der Lagersteinfabrik, um den Unterhalt für seine Familie zu verdienen. Gleichzeitig ist er aber auch Vorsitzender des Stammesrats, des Turtle Mountain Advisory Commitee. Als er liest, dass sein Stamm, der Turtle Moutain Band of Chippewa, für die sofortige Emanzipation vorgesehen wäre, kommt er ins Grübeln.

    Nacht für Nacht schreibt er Briefe, Protestbriefe, Beschwerdebriefe, Anträge, Nachfragen. Es kann nicht sein, dass sie damit durchkommen.

    Hier hat ein kleiner Mann durch Beharrlichkeit Geschichte geschrieben. Dieses absonderliche Ereignis wird hier anschaulich erzählt. Dazu bekommt man noch einen spannenden Einblick in indianisches Leben und Denken und die zahlreichen Probleme, die damit verbunden sind. Die Dorfgemeinschaft bietet skurriles Personal jeder Art, selbst Geister und Tiere spielen eine Rolle bei diesem noch immer naturnah lebenden Volk.

    Der Erzählstil ist schön, humorvoll und auch poetisch. Allerdings fallen immer wieder sperrige Textstellen auf, bei denen man stutzt.

    „Thomas hielt inne. Archilles Unkenntlichkeit am Ende, so ausgezehrt, jenseits des Hungers. In dem weißen Bett. Zwischen schroffen Bergen.“

    "Dann ließ er ihre Hände sinken und strebte ihr zu."

    "Wie sollten die Indianer ihre Eigenheit behaupten, wenn die Eroberer sie in die Arme schlossen und mit so etwas wie Liebe sich ans Herz pressten?"

    Bei so etwas frage ich mich, ob es unglücklich formuliert wurde oder ob es unglücklich übersetzt ist, vermute allerdings Letzteres bei einem Buch, das Preise verliehen bekommt. Vielleich sollte man besser das Original lesen.

    Trotzdem ist dieses Buch sehr lesenswert. Ein spannendes Stück Geschichte und ein aufschlussreicher Beitrag zum indianisch-amerikanischem Miteinander.

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Kindness Goes Unpunished

Buchseite und Rezensionen zu 'Kindness Goes Unpunished' von Craig Johnson
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Kindness Goes Unpunished"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:388
Verlag: Penguin Books
EAN:
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Rezensionen zu "Kindness Goes Unpunished"

  1. 4
    06. Aug 2023 

    Philadelphia

    Daheim in Wyoming geht alles seinen Gang und so macht sich Sheriff Walter Longmire mit seinem Freund Henry Standing Bear auf den Weg nach Philadelphia. Dort organisiert Henry eine Ausstellung und Walt will endlich seine Tochter Cady besuchen, die bei einer renommierten Anwaltskanzlei arbeitet. Als Anwältin ist es für Cady selbstverständlich, dass die Arbeitszeichen lang sind. Doch noch bevor sie ihren Vater treffen kann, wird sie mit schweren Verletzungen am Fuß einer Treppe gefunden. Walt und Henry eilen ins Krankenhaus. Doch ohnmächtig müssen sie zusehen, wie Cady in den OP gerollt wird.

    In diesem dritten Band der Reihe verlässt Walt sein heimatliches County. Was eigentlich ein fröhlicher Ausflug werden soll, bei der er seinen möglichen Schwiegersohn kennenlernen kann, endet in einer Katastrophe. Seine geliebte Tochter Cady liegt als Comapatientin auf der Intensivstation und es ist nicht klar, ob sie es schaffen wird. Obwohl es nicht sein Zuständigkeitsbereich ist, kann Walt nicht anders als mit den Nachforschungen zu beginnen. Hilfe hat er dabei natürlich von Henry und der Familie von seiner Deputy Victoria Moretti. Walt kann sich einfach nicht vorstellen, wer seiner Tochter etwas antun sollte. Doch dann erfährt er, dass Cadys Freund sich vor dem Ereignis mit ihr getroffen hat.

    Man hält bei diesem Buch gleich zu Anfang den Atem an. Das kann man Walt Longmire doch nicht antun, seine Tochter in Gefahr zu bringen. Welch ein spannender Fall sich dann entwickelt, ist wirklich lesenswert. Auch in einer fremden Umgebung entwickelt sich das leibgewonnene Longmire Universum. Seine Crew aus Wyoming steht ihm zur Seite, teils in Philadelphia teils daheim, wo die Gedanken bei ihm und Cady sind. Neben den Wachen im Krankenhaus, ist es für Walt schon eine willkommene Ablenkung, der Sache auf den Grund zu gehen. Ein tolles Buch aus einer empfehlenswerten Reihe, von der man sich wünschen würde, sie fände auch in Deutschland die angemessene Beachtung.

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Jahr der Wunder: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Jahr der Wunder: Roman' von Louise Erdrich

Inhaltsangabe zu "Jahr der Wunder: Roman"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:464
Verlag: Aufbau
EAN:9783351039806
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Die Unbezwingbare

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Unbezwingbare' von Katja Kettu

Inhaltsangabe zu "Die Unbezwingbare"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:336
EAN:9783365000861
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Lederstrumpf: Der Wildtöter

Buchseite und Rezensionen zu 'Lederstrumpf: Der Wildtöter' von Cooper, James F.

Inhaltsangabe zu "Lederstrumpf: Der Wildtöter"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:256
Verlag: Ueberreuter
EAN:9783764170622
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Die Australierin

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Australierin' von Ulrike Renk

Inhaltsangabe zu "Die Australierin"

Von Hamburg nach Sydney.
Als Tochter eines Werftbesitzers wächst Emilia in Hamburg auf. Sie soll eine gute Partie heiraten, aber nicht den Mann, in den sie sich verliebt hat. Carl Gotthold Lessing ist der Großneffe des berühmten Dichters. Er hat ein Kapitänspatent erworben und sich Geld geliehen, um ein Schiff zu bauen. Er will Emilia heiraten, doch ihre Familie ist strikt gegen diese Verbindung. Die beiden beginnen, nachdem Lessing von seiner ersten großen Fahrt zurückgekehrt ist, eine Affäre. Als ein Hausmädchen sie verrät, kommt es zum Bruch. Emilia beschließt, mit ihm zu reisen. In Südamerika kommt ihr erstes Kind zur Welt, in Hamburg das zweite. Doch sie haben ein anderes Ziel: Australien.
Die spannende Geschichte einer Auswanderung, die auf wahren Begebenheiten beruht.

Autor:
Format:Kindle Edition
Seiten:540
EAN:
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