Nevernight - Die Rache: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Nevernight - Die Rache: Roman' von Jay Kristoff
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Nevernight - Die Rache: Roman"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:784
Verlag: FISCHER Tor
EAN:9783596703593
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Rezensionen zu "Nevernight - Die Rache: Roman"

  1. 4
    07. Mär 2020 

    Der Doppelgänger

    Mia Corvere hatte es geschafft, sie hatte den Konsul Julius Scaeva erwischt. Und doch ruft sich eben dieser Julius Scaeva zum Imperator aus und hat nun alle Macht, Mia zu jagen. Der Tote war ein Doppelgänger. Und so steht Mia erneut vor ihrer größten Aufgabe, den Imperator zu stürzen. Mit auf den Weg nimmt sie den Sohn des Imperators, denn solange sie den Jungen hat, wird Scaeva alles daran setzen, dessen Leben zu schützen. Darauf baut Mia, auch dass dadurch ihr alter Lehrer geschützt ist. Viel Zeit bleibt ihr nicht, denn die nächste dunkle Nacht ist nah.

    Wenn man die beiden anderen Bände jeweils als Hörbuch-Download genossen hat, erlebt man hier die Überraschung der Fußnoten, die ja kein Mensch braucht. Und auch wie die Namen buchstabiert werden, erschließt sich gelesen wesentlich besser. Mias letzter Weg zur Vereinigung der Vielen ist hart und lang. Wieder erlebt sie viele Kämpfe und muss große Gefahren bestehen. Auch emotional ist Mia Corvere außerordentlichen Belastungen ausgesetzt. Nicht in allem kann ihr die Ausbildung zur Assassine helfen, schließlich ist sie doch eine junge Frau, der die Familia über alles geht. Ihre treuen Weggefährten sind Stütze und Last zugleich.

    Dieser Abschluss der Nevernight-Trilogie hat es wirklich in sich. Mia Corvere hat einiges zu überstehen. Sie stellt sich einer Aufgabe, von der man meint, sie kann unmöglich lösbar sein. Und wird das Ende so sein, wie es im ersten Band vorhergesagt wird? Nun, dass wird jeder Leser selbst herausfinden. Jay Kristoff jedenfalls erfreut sein Publikum mit einem fulminanten Finale und seine teils deutliche und provokante Sprache bildet eine erfreuliche Abwechslung zu etlichen eher zurückhaltenden Stilen. Und so ist man einer wahren Achterbahnfahrt ausgesetzt, aus emotionalen Szenen, witzigen Dialogen, grausamen Kämpfen und auch schrecklichen Verlusten. Irgendwie besteht man die Fahrt und ist beeindruckt von dieser ungewöhnlichen Reise in die Wahrnacht.

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The Serpent and the Wings of Night

Buchseite und Rezensionen zu 'The Serpent and the Wings of Night' von Carissa Broadbent
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "The Serpent and the Wings of Night"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:544
Verlag: Carlsen
EAN:9783551585516
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Rezensionen zu "The Serpent and the Wings of Night"

  1. Ausbaufähig

    Ich bin zugegeben nicht die größte Leserin von Fantasybüchern und würde im Laden auch eher nicht danach greifen. Dank einer bestellten Bücherbox ist mir vor einiger Zeit dieses Exemplar in die Hände gefallen und um damit mal über meinen eigenen Tellerrand zu schauen, passt es wieder ganz gut. Und es war auch gar nicht so übel, wenn auch aus meiner Sicht ausbaufähig.

    Der Anfang lief für mich ein wenig holperig. Ich war nicht direkt gefesselt und die ersten Seiten lasen sich schon ein wenig zäh. Es wurde für mich erst besser, als es auf die Prüfungen des Kejari zuging. Da kam mehr Schwung in die Erzählung, es passierte mehr, dass man verfolgen konnte. Die Idee des Kejari fand grundsätzlich gut. Man kann sich jetzt darüber streiten, ob die Mischung aus Prüfungen und Hunger-Games sinnvoll ist, ich fand es durchaus unterhaltsam und interessant. Da es dabei auch sehr viel um Taktik geht, hätte ich mir hier allerdings gewünscht, dass es hin und wieder mehr Einblicke in die (möglichen) Taktiken der anderen Teilnehmer gibt, als es jetzt der Fall ist.

    Die Charaktere waren für meinen Geschmack nicht übermäßig ausgearbeitet. Das ist grundsätzlich schon ok, weil die ganze Story eben auch eher einfach gehalten ist. Aber sie bleiben für mich doch oberflächlich und nur so halb interessant. Über Vincent wird viel erzählt, aber es kommt kaum etwas handfestes dabei heraus am Ende. Man bekommt kaum mit, warum er in den Treffen mit Oraya plötzlich so besorgt ist, z.B. Eigentlich schade, denn er hätte ein wirklich spannender Charakter sein können.
    Oraya hatte einige wirklich gute Momente, in den ihre Handlungen, Ängste und Zweifel nachvollziehbar waren, in denen ich mit ihr mitfühlen konnte. Manchmal sollte sie wohl als tough dargestellt sein, es kam bei mir dann leider eher naiv und undurchdacht an. Sowohl Oraya als auch Raihn waren mir grundsätzlich beide sympathisch, wenn auch recht oberflächlich gehalten. Da wäre noch Luft nach oben.

    Die Prüfungen sind blutig und brutal, (wer hiermit Probleme hat, sollte das Buch nicht lesen), Spannung und Action sind auch vorhanden - was mir gefehlt hat, war die Story drumherum. Es wurden nur vereinzelte Erklärungen eingestreut, etwa wie Vincent König wurde und was das Kejari darstellen soll. Aber zu dem Land über das geherrscht wird, über die Aufteilung, das Leben dort, warum es immer wieder zu Konflikten kommt, dazu erfährt man recht wenig. Da die Autorin ihre Geschichte auf mehrere Bücher ausgelegt hat, hoffe ich, dass man in den nächsten Büchern mehr dazu erfährt.
    Weiterlesen möchte ich eigentlich schon. Das Buch hat ein (für mich) fieses und offenes Ende. Und mich würde schon interessieren, wie und ob beide ihre Visionen für eine bessere Welt umsetzen können. Und, was es mir Orayas Herkunft auf sich hat.

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Sparks

Buchseite und Rezensionen zu 'Sparks' von J.R. Dawson
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Sparks"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:473
EAN:
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Rezensionen zu "Sparks"

  1. 4
    20. Mär 2024 

    Aufarbeitung verschiedener Traumata

    Mit dem ersten Weltkrieg sind Sparks in der Welt des Buches aufgetaucht. Das sind Menschen, die magische Fähigkeiten haben. Doch leider werden sie in der Gesellschaft verfolgt und ausgestoßen. Weswegen Rin, Odette und Mauve einen Zirkus gegründet haben, um einen sicheren Hafen für Menschen mit Sparks zu bieten. Sie nutzen ihre Sparks, um Leuten mit ihrem Zirkus zu helfen, die nach den Schrecken des großen Krieges alle etwas Hoffnung gebrauchen können. Als Mauve jedoch sieht, dass in einigen Jahren ein neuer ungeheuerlicher Krieg ansteht, versuchen sie alles in ihren Möglichkeiten, um dieses Schicksal noch abzuwenden. Das ist an sich schon herausfordernd genug, aber leider ist ihnen auch noch der Circus King auf der Spur, der noch eine persönliche Rechnung mit Rin offen hat.

    Das Buch wurde einige Male mit dem Nachtzirkus verglichen, was auf den ersten Blick auch Sinne macht. Ein magischer Zirkus, in dem sich Menschen zusammenfinden, um eine Gemeinschaft zu bilden. Folglich war ich sehr aufgeregt, da der Nachtzirkus absolut eines meiner Lieblingsbücher ist.
    Der Anfang des Buches hat mich auch teilweise daran erinnert, aber alles andere war in den magischen Aspekten etwas flacher, während es in den emotionalen Aspekten bezüglich verschiedener Traumata tiefer war.
    Der magische Aspekt der Welt wurde gut in das historische Setting einbezogen und mir hat persönlich gefallen, den Hintergrund zu erfahren, der aber auch vage gelassen wurde.
    Das Buch behandelt im historischen Kontext die langfristigen Schrecken des Krieges, und die Verfolgung queerer Menschen, Juden und in dieser Fantasywelt auch Sparks. Die Schrecken dessen und die kleinen Lichtblicke durch sichere Zonen sind wirklich gekonnt dargestellt. Auch wenn ich wenig zur konkreten Akkuratheit sagen kann, hat mir das Einbinden jüdischer Kultur sehr gut gefallen.
    Die innere Stimme von Rin fand ich sehr interessant. Mir hat gefallen, dass ihre Angst sehr konkret dargestellt wird. Wir können sehen, wie äußere negative Stimmen anderer Menschen internalisiert werden können, bis es sich fast anfühlt, als wäre es die eigene Stimme.
    Im Dialog klingen die Stimmen der einzelnen Charaktere oft sehr ähnlich, sodass es mir schwer gefallen ist, ihren Charakter im Dialog nachvollziehen zu können. Eine andere Sache, die ich am Schreibstil irritierend fand, waren die teilweise sehr seltsamen Metaphern. Normalerweise bin ich für interessante Metaphern zu haben, die sehr abstrakte Gefühle oder Situationen in Worten festhalten. Die Sache ist, dass die Metaphern dafür verständlich sein müssen und nicht kompletter Nonsens aus dem Nichts sein sollten. Es passiert zum Glück nicht ständig im Buch, aber ich muss gestehen, dass ich es sehr seltsam fand.
    Am Ende treffen einige Charaktere ziemlich fragwürdige Entscheidungen, was mich irritiert hat, aber das Ende selbst hat es erstaunlicherweise geschafft, doch noch einen sehr angenehmen, hoffnungsfrohen Bogen zu spannen.

    Auch wenn die Geschichte in meinem Herzen nicht an den Nachtzirkus heranreicht, hat sie mir gut gefallen und ich kann sie weiterempfehlen.

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MOTHMAN

Buchseite und Rezensionen zu 'MOTHMAN' von Peter Hohmann

Inhaltsangabe zu "MOTHMAN"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:486
EAN:9798393995690
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Herr der Gestrandeten

Buchseite und Rezensionen zu 'Herr der Gestrandeten' von telegonos publishing
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Herr der Gestrandeten"

Format:Taschenbuch
Seiten:294
EAN:9783946762850
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Rezensionen zu "Herr der Gestrandeten"

  1. Ein Mystery Thriller der kurzweilig zu lesen ist

    Dieser Mystery - Thriller umfasst 15 Kapitel und erzählt von Berthold Berndorfer. Die Schrift ist etwas größer gehalten und so kam ich recht zügig durch das Buch. Der Schreibstil ist dabei sehr leicht und bildhaft. Die Story die zu Beginn harmlos anfing entpuppt sich mehr und mehr als spannender Thriller. Ich war zu Beginn fast schon irritiert wohin mich diese Story bringen mag ja, ich muss zugeben ich war verwirrt. Aber so ging es Berthold Berndorfer auch. Nach und nach begann ich zu begreifen dass ich mitten in einer Art Sekte gelandet bin und dann fing die Story an spannend zu werden. Auch wie sich Berthold Berndorfer 's Blickwinkel verändert war interessant zu. Die Story wird von Seite zu Seite mysteriöser und gleichzeitig für mich persönlich unheimlicher zu lesen. Die Atmosphäre in diesem Buch ist meiner Meinung nach eher ruhig gehalten aber der Leser merkt dass etwas nicht stimmt - da ist etwas unterschwelliges mit dabei. Die Story wird dann im letzten Drittel komplex zu lesen weil sie 400 Jahre in die Vergangenheit zurückgeht. Ab da wurde die Story leider für mich persönlich dann doch etwas verwirrend. Was ist Traum? Vision? Was Realität? Das Ende hatte ich mir dann doch anders vorgestellt. Meiner Meinung nach ist dieses Buch mal etwas anderes und sticht mit seinem Inhalt hervor. Ich vergebe für diesen Mystery - Thriller gerne vier Sterne.

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Night Rebel 1 - Kuss der Dunkelheit

Buchseite und Rezensionen zu 'Night Rebel 1 - Kuss der Dunkelheit' von Jeaniene Frost
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Night Rebel 1 - Kuss der Dunkelheit"

Format:Broschiert
Seiten:384
EAN:9783734162596
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Rezensionen zu "Night Rebel 1 - Kuss der Dunkelheit"

  1. Lesenswerte Selbstironie zwischen Düsternis und Erotik

    Überblick:

    Als Autor mit gelegentlichen Abstechern in die Sub-Genres Urban Fantasy und Dark Fantasy reizte mich nach einem Blick in die Leseprobe die Frage, ob mich Jeaniene Frost mit dem Spagat zwischen dem düsteren Genre einer Vampirgeschichte und ihrem locker-frivolen Schreibstil überzeugen könnte. Kurze Antwort: Sie konnte – wenn auch anders, als ich erwartet hatte.

    Inhalt ohne Spoiler:

    Highlander – Es kann nur einen geben! Das war der Gedanke, der mir nach etwa dreißig Seiten kam. Zwei Kontrahenten verbünden sich notgedrungen gegen einen Dritten, und sobald sie jenen zur Strecke gebracht haben, wenden sie sich gegeneinander. So die gleich lautende Absicht der attraktiven vampirischen Gesetzeshüterin Veritas und dem sexuell ausschweifenden und nichtsdestoweniger burschikos-sympathischen Vampir Ian. Der hatte mit dem Dämonen Dagon, eigentlich einem Erzfeind der Vampire, einen Pakt geschlossen, den er annullieren möchte, Veritas hat mit Dagon auch ein Hühnchen zu rupfen und nutzt Ian als Köder. Unsterblich sind alle drei. Und sie setzen magische Kräfte ein, von denen weder der jeweils andere Protagonist noch wir uns hätten träumen lassen.

    Schreibstil:

    Sofort fällt auf, wodurch dieses Buch sich von anderen abhebt: Es ist ein Roman aus der Ich-Perspektive von Veritas. Schon nach den ersten Kapiteln merkt der Leser, dass er nicht gerade vom Thrill lebt. Die Aufgabe, der sich die Protagonisten annehmen, bleibt nach ihrer Vorstellung am Beginn des Buchs lange im Hintergrund, die Spannungsbögen sind jeweils recht kurz. Doch hat die Handlung bemerkenswerte Konkurrenz: Neben einem Einblick in die Welt der Vampire, in ihre Organisation, ihre Fähigkeiten und Schwächen gewährt Jeaniene Frost die intensive Teilnahme an den Gefühlen der beiden Helden – und bedient sich eines leichtfüßigen und humorvollen Schreibstils. Die Gefühle sind tief; regelmäßig zielen sie unter die Gürtellinie, Augen und Hände ebenso. Das zeigt sich in der Sprache nicht nur bei den bissig-frivolen Dialogen, die erfrischend zahlreich die Geschichte auflockern. So ist die Ausdrucksweise eindeutig erotisch, aber jugendfrei und sympathisch. Vor allem durch die Selbstironie der Ich-Erzählerin wirkt sie erheiternd. Und wenn die Protagonisten sich seufzend der Probleme aus ihrer Vergangenheit widmen, kann sich der Leser dieser Stimmung nicht entziehen. Überhaupt sind die Charaktere von Veritas und Ian so greifbar detailliert, dass ich mich sofort in beide hineinversetzen konnte, wobei es leichter fiel, mich mit der Erzählerin zu identifizieren.

    Fazit:

    Einen Weltbestseller hat Jeaniene Frost nicht gerade geliefert. Dafür ist schon das Sub-Genre Vampirroman in einer zu engen Nische der Literatur. Zudem bin ich mir nach dem Lesen immer noch nicht ganz klar, ob es sich um ernst gemeinte Dark Fantasy handeln soll oder eher um erotische Literatur. Beidem ist es nicht zu 100% verbunden. Wer zum Lachen in den Keller geht, sollte von diesem Buch die Finger lassen. Für Genre-Liebhaber, erst recht für Hardcore-Fans ist es kein Must-have. Es ist eine höchst sympathische Unterhaltung für alle, die sich gern hineinziehen lassen in eine geheimnisvolle Atmosphäre, die sich aber nicht finster präsentiert. Der ausgezeichnete Sprachwitz und die liebevolle Gestaltung der heldischen Kontrahenten machen »Night Rebel – Kuss der Dunkelheit« trotz der beinahe im Hintergrund ablaufenden Handlung zu einem lesenswerten Buch. Jeaniene Frost hat den Drahtseilakt zwischen düsterer Atmosphäre und flottem Schreibstil gemeistert. Dabei verdankt sie meine Punktwertung „vier wohlverdiente von fünf Sternen“ mehr der Kür der unterhaltsamen, ironisch-erotischen Ausdrucksweise als der Pflichtübung eines angekündigten spektakulären Abenteuers.

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Blutmähne: Sachmets Vermächtnis

Buchseite und Rezensionen zu 'Blutmähne: Sachmets Vermächtnis' von Andy Klemm
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Blutmähne: Sachmets Vermächtnis"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:339
EAN:
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Rezensionen zu "Blutmähne: Sachmets Vermächtnis"

  1. Historische Fantasy mit erotischem Einschlag

    Erster Eindruck:

    Der kryptisch klingende Prolog erschloss sich mir erst nach einem Drittel des Buches, als ich lernte, dass die Geschichte der Unsterblichen vor Tausenden von Jahren ihren Anfang nahm. Im Mittelpunkt stehen Donatella, Elani und später Anshu als Ich-Erzählerinnen. Spannend zieht der bildgewaltige und blumige Schreibstil Leserinnen und Leser in seinen Bann, und die Identifizierung mit einer der beiden ersten Figuren – oder mit beiden – erzeugt Kopfkino.

    Inhalt:

    Als sich Donatella in Elanis Gewalt wiederfindet, weiß sie nicht, wie sehr sich ihre Schicksalsfäden ineinander verweben werden. Als Unsterbliche und Bluttrinkerin verhasst – das Wort „Vampir“ taucht im Roman nicht auf – lebt sie seit Jahrhunderten unter Menschen und versucht, das Geheimnis ihrer Bestimmung zu lüften und dabei nicht aufzufallen. Der Titel „Blutmähne“ bezieht sich auf ihr rotes Haar und nicht auf ihren oft gezügelten Durst nach dem Blut zumeist zufälliger Opfer. Der Verrat durch einen früheren gemeinsamen Liebhaber macht Donatella und Elani zu Verbündeten, obwohl Elani Donatella dafür hasst, ihren Vater getötet und ihre Mutter entführt zu haben. Die Ziele ihrer Suche sind unterschiedlich: Während Elani überzeugt ist, ihre Mutter Salomé lebe noch und sie werde sie finden, sucht Donatella zu ergründen, welche Gefahr den Unsterblichen droht. Ruhender Pol ist eine Sippe der Roma um Anshu, mit der Donatella einen Pakt geschlossen hat: Die Roma schützen sie bei Tag und sie die Roma des Nachts. Von hier bricht sie mit Elani ins historische Paris auf, um den Zusammenhang zwischen dem Schicksal der Bluttrinker und dem Salomés zu enträtseln.

    Schreibstil:

    Eine lebhafte und trotz der Düsternis farbenfrohe Erzählweise macht den Fantasyroman leicht lesbar, schon im ersten Kapitel hatte ich „Blut geleckt“. Dreidimensionale Figuren, liebevoll gezeichnete Umgebungsdetails und eine bildreiche Sprache zeichnen Andy Klemms Handschrift aus. In meinen eigenen Werken versuche ich, beschreibende Adjektive zu vermeiden, in „Blutmähne – Sachmets Vermächtnis“ ziehen sie sich dominant durch das ganze Buch. Und was soll ich sagen? Ich habe sie genossen! Die Sprache ist trotz des unheilgeladenen Ambientes locker, häufige Dialoge erfrischen mit einer gehörigen Portion Ironie und Selbstironie, ohne dass Dramatik und Spannung leiden würden. Wie es sich gehört, vermitteln Gefühle und Gesten das berühmte „Show, don’t tell!“, und der Tod liebgewonnener Figuren folgt der literarischen Forderung „Kill your darlings!“ im wörtlichen Sinn. Häppchenweise führt Klemm seine Leser mit kurzen Spannungsbögen in die Jahrtausende alte Geschichte der Unsterblichen ein und offenbart in kleinen Schritten streng gehütete Geheimnisse und Zusammenhänge. Dazu gehören Ortswechsel, Rückblenden und der sich wiederholende Auftritt von Personen, die man hier und jetzt nicht erwartet. Noch eine Motivation zum Weiterlesen bietet die fein dosierte Erotik – angedeutete Homoerotik zwischen den Protagonistinnen eingeschlossen. Alles mit feiner Ironie und ohne schlüpfrig zu werden. Kurz: Der Schreibstil macht „Blutmähne“ zum literarischen Leckerbissen.

    Fazit:

    Einfach ein Vampirroman? Mitnichten! Zwar hält der rote Lebenssaft Donatella & Co aufrecht, aber die Suche nach Herkunft und Zukunft der Unsterblichen steht im Vordergrund und ermöglicht es Klemm, seine drei Ich-Erzählerinnen auf die so genannte „innere Heldenreise“ zu schicken, also ihren Charakter an der Aufgabe wachsen und sich wandeln zu lassen. Das vermisse ich in all den Romanen, in denen die Figuren so bleiben, wie sie uns eingangs vorgestellt werden. Hier ist es gut gelungen, und mit ihrem Hass, aber auch mit ihrer Zuneigung, mit ihrer Furcht und ihrer Hoffnung zeichnet Andy Klemm von ihnen ein Bild, das in uns Lesern auflebt. Handlung und historische Hintergründe sind solide durchdacht und werden konsequent vorangetrieben. Genauso konsequent möchte das Buch an einem Stück durchgelesen werden. Zu Recht!

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Refugium in Elys

Buchseite und Rezensionen zu 'Refugium in Elys' von C. S. Ellmer

Inhaltsangabe zu "Refugium in Elys"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:400
EAN:9798397977319
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Fairy tale

Buchseite und Rezensionen zu 'Fairy tale' von Stephen King

Inhaltsangabe zu "Fairy tale"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:590
EAN:9789022596609
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Dracula - Große kommentierte Ausgabe

Buchseite und Rezensionen zu 'Dracula - Große kommentierte Ausgabe' von Bram Stoker

Inhaltsangabe zu "Dracula - Große kommentierte Ausgabe"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:648
Verlag: FISCHER Tor
EAN:9783596705153
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