Judenhass: 7. Oktober 2023

Buchseite und Rezensionen zu 'Judenhass: 7. Oktober 2023' von Michel Friedman
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5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Judenhass: 7. Oktober 2023"

Brandanschläge auf Synagogen. Hetze an Schulen. Ein Mob, der das Existenzrecht Israels verneint: Judenhass, in Deutschland. Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel zeigt sich einmal mehr, wie wenig das Versprechen des »Nie wieder« gilt und wie sehr Antisemitismus von verschiedenen Seiten gesellschaftsfähig geworden ist. Der renommierte Publizist Michel Friedman über das Versagen der Politik, die Ignoranz unserer Gesellschaft und darüber, wie wir verhindern können, dass die Gewalt gegen Jüdinnen und Juden weiter um sich greift. Denn es geht um alles: um unser aller Zukunft, um Freiheit und Demokratie.

Diskussionen zu "Judenhass: 7. Oktober 2023"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:112
Verlag: Berlin Verlag
EAN:9783827015150
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Rezensionen zu "Judenhass: 7. Oktober 2023"

  1. Versagen der Politik. Versagen des Landes.

    Kurzmeinung: Die Medien (und viele andere) verwechseln Ursache und Wirkung.

    In sechs kurzen Briefen (an die –Gleichgültigen, -an die Juden, -an die Christen, –an die Politik, -an einen Antisemiten und an –seine Söhne) beklagt Michel Friedman, dass „neben dem gefährlichsten und seit jeher existierenden rechtsextremen Antisemitismus vor allem der israelbezogene Antisemitismus und der muslimische Judenhass deutlich zugenommen haben“.
    Zu Recht macht er Vorwürfe, vor allem der überwältigenden stummen Mehrheit, die obwohl wahrscheinlich nicht zustimmend, auch nicht laut ablehnend auf die Straße gegangen ist nach dem am 7. Oktober 2023 stattgefundenen Massaker auf dem Staatsgebiet Israels. Dabei sind über 1.400 Menschen, die ein Musikfestival besuchten, auf brutalste Weise angegriffen, hingeschlachtet, vergewaltigt, gefoltert und verstümmelt worden und manche sind noch verschleppt.
    Auf der Straße wurde von der deutschen Regierung dagegen ein Mob geduldet, der israelische Flaggen verbrannte und laut über das Massaker jubelte!
    Statt sich für Israel und seine Rechte einzusetzen artikulierten sich und artikulieren sich dagegen die Intellektuellen und Hochschulen und linke Gruppen heftig gegen Israels Politik und Politiker und der scheinbar unangemessener Reaktion ihres Militärs auf diesen abscheulichen und zu verurteilenden und zu sanktionierenden Angriff. Ebenso ist es schon lange modern, israelische Produkte zu boykottieren (BDS). Man fragt sich, warum nach der Reaktion der USA auf 9/11 kein Boykott amerikanischer Produkte ausgerufen wurde und kaum jemand von Überreaktion gesprochen hat. Besonders die Medien laden hier Schuld auf sich und verwechseln Ursache und Wirkung!

    Fazit: Ich kann Michel Friedmans Zorn und seine Enttäuschung und alle seine Vorwürfe verstehen und freue mich, dass er seine Stimme erhebt. Er hat in allem Recht: es geht nicht an, dass jüdische Menschen sich auf deutschen Straßen fürchten müssen! Wir müssen uns positionieren - wenigstens das sind wir den jüdischen Menschen unserer nationalsozialistischen Vergangenheit wegen schuldig.

    Kategorie: Erfahrung
    Verlag: Berlinverlag /Piper, 2024

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Nicht ohne meine Kippa!

Buchseite und Rezensionen zu 'Nicht ohne meine Kippa!' von Levi Israel Ufferfilge
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Nicht ohne meine Kippa!"

Diskussionen zu "Judenhass: 7. Oktober 2023"

Format:Broschiert
Seiten:208
Verlag: Tropen
EAN:9783608504125
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Rezensionen zu "Nicht ohne meine Kippa!"

  1. Jüdischsein in Deutschland

    Klappentext von der Verlagsseite:

    Mit Chuzpe gegen den Hass

    Ohne Kippa geht Levi Ufferfilge nicht aus dem Haus. Tagtäglich bestreitet er mit dem kleinen Stück Stoff auf dem Kopf seinen Alltag. Doch das Sichtbarsein als Jude bleibt nicht ohne Folgen: Antisemitische Anfeindungen, Beleidigungen und kuriose Begegnungen aller Art. Eine erhellende wie schockierende Erzählung über das Jüdischsein in Deutschland heute.

    Levi Ufferfilges »Käppchen«, wie seine Großmutter liebevoll zu sagen pflegt, ist sein ständiger Begleiter. Die Kippa ist nicht nur sein liebstes Kleidungsstück, sondern sie erinnert ihn auch an die Zugehörigkeit zum Volk Israel, seiner Religion, seiner Kultur und daran, dass stets etwas über ihn wacht. Damit gehört er zu den wenigen Deutschen, die sichtbar als Juden zu erkennen sind. Dass es immer noch gefährlich sein kann, seinen Glauben so offen zu zeigen, hat auch er zu spüren bekommen. Ob im Zug, beim Einkaufen oder auf der Straße, oft muss er als Dauer-Interviewpartner, als Zuhörer und Tröster herhalten und ist Projektions- und Angriffsfläche für allerhand Klischees über Juden.

    Manchmal ist es schwer, das auszuhalten. Doch Levi Ufferfilge lässt sich die Freiheit nicht nehmen, seine jüdische Identität offen zu zeigen. Damit ist er auch seinen Schülerinnen und Schülern ein Vorbild. Er lebt vor, wie man Religion, ihre Rituale und Traditionen, mit einem modernen Leben zusammenbringen kann und trägt damit dazu bei, das großartige jüdische Erbe wiederzuentdecken.
    Autoreninfo von der Verlagsseite:

    Levi Israel Ufferfilge, geboren 1988 im nordwestfälischen Minden, hat Jüdische Studien und Jiddistik studiert. Nach seiner Promotion ist er heute als Schulleiter der Jewish International School – Masorti Grundschule in Berlin tätig. Über seine Erfahrungen als sichtbarer Jude schreibt er auf Twitter unter dem Hashtag #juedischinschland und auf Facebook, wo seine Anekdoten eine große Leserschaft haben.
    Erster Satz:

    Schauen Sie sich den Buchdeckel noch einmal genau an.
    Meinung:

    Levi Israel Ufferfilge hat mir sehr deutlich gemacht, was Jüdischsein in Deutschland bedeutet. Es gibt immer mehr antisemitische und rassistische Vorfällt in Deutschland und jede neue Tat ist eine Tat zu viel. Es ist erschreckend, dass wir nichts aus der Vergangenheit gelernt haben und uns so verhalten.

    Ufferfilge schildert diese Vorfälle sehr genau. Durch seinen humorvollen Schreibstil, der keineswegs die Vorkommnisse ins Lächerliche zieht, ist es sehr anschaulich und unterhaltsam. Gelinde gesagt, ich musste mich Fremdschämen. Wieso ist es so unbegreiflich und so schwer vorstellbar, dass man Juden, die Kippa tragen sieht? Wieso muss man das kommentieren? Warum muss man sie anfeinden? Es geht mir nicht in den Kopf hinein und bei wirklich jeder Szene im Buch habe ich den Kopf geschüttelt. Nicht weil ich es nicht glauben konnte, sondern weil ich es einfach unmöglich fand.

    Levi Israel Ufferfilge erzählt auch viel aus dem jüdischen Leben und nicht nur über Anfeindungen. So ist dieses Buch nicht nur eine Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus in Deutschland, sondern auch mit dem jüdischen Leben hier. Um Letzteres zu verdeutlichen, erzählt er immer wieder von seiner Familie und macht so vieles verständlicher.

    Beim Lesen der zweihundertundacht Seiten habe ich viel gelernt und nicht nur vom jüdischen Leben, sondern auch jüdische Worte, die wir hier selbstverständlich nutzen.

    Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und ich schwankte bei jeder Seite zwischen Fassungslosigkeit und Traurigkeit. Ein Buch, das jeder gelesen haben soll.

    Fazit

    Ein Buch, das einen auch nach dem Lesen nicht loslässt und zum Nachdenken anregt.

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