Going Zero

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Rezensionen zu "Going Zero"

  1. Kann man in einer digitalen Welt seine Privatsphäre wahren?

    Cover:
    --------
    Der Fingerabdruck als Identifizierungsmerkmal ist schlicht, passt aber sehr gut für diesen Cyber-Roman, in dem es darum geht, ob und wie viele Spuren wir im Alltag hinterlassen bzw. ob wir dies vermeiden können.

    Inhalt:
    --------
    10 verschiedene Personen werden für ein geheimes Projekt ausgewählt. Nachdem sie die Nachricht "Go Zero!" erhalten haben, sollen sie untertauchen für 30 Tage. Schaffen sie es, erhalten sie steuerfrei drei Millionen US-Dollar. Verfolgt werden sie dabei von den besten Leuten des CIA und der Firma Fusion, die Software für Social Media und diverse Überwachungsmethoden programmiert. Die Bibliothekarin Kaitlyn Day ist eine der Testpersonen und zunächst scheint es so, als hätten Cy Baxter (Gründer von Fusion) und seine Leute leichtes Spiel mit ihr. Doch sie entkommt immer wieder und je länger das Projekt andauert, desto mehr wird klar, dass sie cleverer ist als vermutet und eigene Pläne verfolgt.

    Mein Eindruck:
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    "Ein Recht auf Privatsphäre gibt es nicht mehr, die ist längst verloren oder jedenfalls so löchrig geworden, dass sie im Grunde keinerlei Wert mehr hat. Nein, die wahre Gefahr für die jetzige Zeit und die Zukunft ist die Manipulation – bestimmte Einstellungen und Verhaltensweisen werden ahnungslosen Bürgern eingeimpft, unmerklich vollzieht sich der Übergang von der Überwachung durch den Staat zur Steuerung, das letzte Kapitel in der langen Geschichte der Demokratie, der freie Wille verformt zu bedingungslosem Gehorsam."

    Da ich mich sowohl beruflich als auch privat viel mit IT-Sicherheit beschäftige, klang dieser Roman verlockend für mich. Der Einstieg war jedoch für mich langatmig. Es wird viel Zeit auf die Beschreibung des Projekts, das Leben von Kate und Cy Baxter und seiner Firma verwendet. Aber dann nahm der Roman Fahrt auf. Die Kapitel sind wie ein Countdown betitelt nach der Zeit, die bis zum letzten Projekt-Tag noch verbleibt. Das Geschehen wird abwechselnd aus Sicht der Testpersonen und der Projekt-Mitarbeiter erzählt. Anfangs fand ich es sehr spannend, mit welchen Tricks die einzelnen Personen untertauchen wollen. Jeder hat eine andere Strategie und zwischendurch gibt es auch einige amüsante Momente.
    Die meisten Techniken kannte ich schon, allerdings war mir in dieser Gänze nicht bewusst, zu welchen Situationen ihre Anwendung führen kann.
    Mit Ausnahme von Kaitlyn, Cy und Erika erhält man wenig Einblicke in die Charaktere. Es geht vorwiegend um die Sicherheitstechnik und welche Möglichkeiten sie bietet (im positiven und negativen Sinn).

    Besonders spannend fand ich die Entwicklung von Kaitlyn. Nicht nur das Projektteam führt sie in die Irre, auch der Leser bleibt lange im Unklaren, welche Pläne sie und welchen Hintergrund ihre Teilnahme hat. Zunehmend geht es nicht nur um das Abtauchen, sondern auch CIA-Geheimnisse geraten in den Fokus und das Blatt wendet sich. Es ist unklar, wer vertrauenswürdig ist, wer gegen wen spielt und auch, ob Kaitlyns Plan am Ende aufgeht. Auch Cy Baxter hat zu Beginn scheinbar noch moralische Werte, aber sein Charakter verändert sich in erschreckender Weise. Den letzten Teil fand ich extrem spannend, allerdings driftete mir die Handlung dabei etwas zu sehr ins Unrealistische ab. Und auch das letzte Kapitel, das in einer Art Cliffhanger mündete, sodass auf einen zweiten Roman spekuliert werden kann, haben mich nicht befriedigt.
    Alles in allem eine gute Story zum Thema digitale Spuren, Überwachung und Privatsphäre in der heutigen Zeit. Die CIA-Story hat das Ganze etwas unrealistisch werden lassen und das Ende konnte mich leider nicht ganz befriedigen.

    Fazit:
    --------
    Sehr spannender und größtenteils realistischer Cyber-Roman über das Ende der Privatsphäre und wie wir manipuliert werden

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  1. 4
    28. Apr 2023 

    Im Datendschungel sind wir alle sichtbar

    In seinem neuen Roman “Going Zero” hat Anthony McCarten ein sehr aktuelles Thema für seine Romanhandlung genutzt und diesem Thema damit eine neue, andere, da literarische Behandlung gegeben. Es geht um das Thema Datensicherheit und um das, was man mit Daten alles ausrichten kann, wenn man sich die modernen Möglichkeiten zu eigen macht.
    Nach Dave Eggers „Circle“ ist das ein weiterer Gegenwartsroman aus den USA, der dieses Thema aufgreift. Going zero unterscheidet sich dabei vom Ansatz her aber sehr deutlich von seinem „Vorgänger“.
    Im ersten Teil des Romans, der etwa 2/3 ausmacht, verfolgen wir ein Projekt, dass eine Datenfirma gemeinsam mit dem CIA gestartet hat und in dem die Datenfirma es innerhalb einer gewissen Zeitspanne schaffen will, 10 sorgsam ausgewählte Personen (genannt Zero 1 bis 10) zu finden. Diese Personen haben sich auf unterschiedliche Art und Weise darauf vorbereitet, diese Zeit zu überstehen, ohne gefunden zu werden. Denn es winkt eine große Summe Geld als Gewinn, wenn sie die Zeit tatsächlich unaufgespürt überstehen können. In diesem Teil des Romans wechselt die Perspektive ständig zwischen den Gesuchten und den Suchenden, gibt dabei Einblicke sowohl in die unterschiedlichen Strategien und die Leben der Teilnehmer als auch in die technischen Tricks und Taktiken der Datenfirma bzw. die Datenfallen, in die man als Bürger tappen kann. Das ist für die Leser auf sehr vielfältige Art und Weise spannend. Der Leser wird sehr intensiv in die ungleiche Jagd hineingezogen.
    Kurz vor Ende der gesetzten Zeitspanne hat die Datenfirma 9 der 10 Teilnehmer gefunden und scheint damit kurz vor dem Erfolg zu stehen, was für sie große Regierungsaufträge und natürlich erhebliche Gewinne bedeuten würde. Doch da ist diese eine Teilnehmerin (Zero 10), die zu Anfang immer komplett unterschätzt wurde und die sich dann doch als die cleverste herausstellt, da sie es geschafft hat, ihre Identität vollständig zu verdunkeln und zu wechseln.
    Im zweiten Teil des Buches geht es dann um die verbleibende Jagd auf Zero 10, die noch so ganz andere Aspekte der Geschichte aufmacht. Doch das soll hier natürlich nicht gespoilert werden.
    Insgesamt konnte der Roman mich vor allem im ersten Teil überzeugen und fesseln. Beim zweiten Teil fühlte ich mich manchmal dann doch abgehängt und verloren im Dschungel von Daten und den damit verbundenen Möglichkeiten sowie im Dunkel von Staats- und Geheimdienstaktivitäten. Gute, nachdenklich machende Unterhaltung bietet Anthony McCarten hier einmal mehr. Er hat einen Roman geschaffen, der nach Verfilmung ruft und ich möchte eine Wette eingehen, dass er Hollywood alles andere als kalt lässt. Ich gebe 4 Sterne.

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  1. Facettenreich, brisant und sehr spannend

    „Aber heute hat sie einen Plan. Und der Plan muss klappen. Er muss klappen.“ (Zitat Seite 24)

    Inhalt
    Cy Baxter, Milliardär, Inhaber von World-Share, startet mit der Weisung „GO ZERO“ einen Beta-Probelauf seines neuen Programms FUSION, entwickelt von einem Team der besten Köpfe aus allen Bereichen modernster Hochtechnologien, in einer Partnerschaft mit der Abteilung Wissenschaft und Technologie der CIA. Zehn ausgewählte Teilnehmer haben nun zwei Stunden Zeit unterzutauchen, dann begibt sich das Fusion-Team mit Hilfe der umfangreichen Datensammlungen des neuen Programms auf die Suche. Gelingt es einem Teilnehmer, dreißig Tage lang unauffindbar zu bleiben, erhält er drei Millionen Dollar. Für Cy Baxter und FUSION dagegen geht es um einen Zehnjahresvertrag mit der CIA. Einige der zehn Teilnehmer werden rasch entdeckt, doch wie ist es möglich, dass gerade die eher unscheinbare, technisch nicht einmal besonders versierte Bibliothekarin Kaitlin Elizabeth Day aus Boston, demnächst dreiunddreißig Jahre alt, wie vom Erdboden verschwunden ist und es bleibt, ihren Verfolgern immer einen Schritt voraus.

    Thema und Genre
    In diesem packenden Thriller geht es um Geheimdienste, moderne Überwachungstechnologien, Soziale Netzwerke, Datenschutz, um den Schutz der persönlichen Freiheit in demokratischen Ländern.

    Charaktere
    Die unterschiedlichen Figuren sind authentisch und in ihrem Verhalten und Handeln glaubhaft. Von der ersten Seite an hofft man, dass Kaitlin Day mit ihrer Strategie Erfolg hat, sich konsequent völlig anders zu verhalten, als auf Grund des umfangreichen Datenmaterials, das FUSION über sie gesammelt hat, zu erwarten ist. „Aber es wird auch ein Spaß, sagt sie sich. Und ganz schön gefährlich.“ (Zitat Seite 24)

    Handlung und Schreibstil
    Der knappe Zeitrahmen von dreißig Tagen, der für diesen Betatest vorgesehen ist, macht den Ablauf der Handlung von Beginn an rasant. Die einzelnen Kapitel zählen die Tage und Stunden bis zum Ablauf der First. Unterschiedliche Handlungsorte und zeitgleiche Ereignisse erhöhen die Spannung und das Tempo. Der Hauptfigur Kaitlin Day gelingt es immer wieder, uns Lesende mit neuen Facetten und Wendungen zu überraschen, man will und kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Gleichzeitig heben die unterschiedlichen persönlichen Hintergründe und aktuellen Themen, um die es hier geht, diesen Roman deutlich über das normale Genre Thriller hinaus. Auch die Sprache bewegt sich im weiten Spektrum zwischen erzählend, beschreibend und intensiven Actionszenen.

    Fazit
    Ein facettenreicher, spannender Thriller, eine perfekte Mischung zwischen packender Handlung und brisanten Themen unserer Zeit.

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  1. Kurzmeinung: Es wäre mehr

    Kurzmeinung: Es wäre mehr drin gewesen, wenn der Roman alle Charaktere richtig ausgefeilt hätte.
    Auch alte Strickmuster können funktionieren – müssen aber nicht.

    Ein Informatiker namens Cy Baxter stellt eine Challenge vor: 10 Menschen in den USA, repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ausgewählt, sollen sich mit Beginn des Befehls „Go Zero“ digital so unsichtbar machen, dass sie mit den von ihm entwickelten Überwachungstools nicht mehr aufgespürt werden können. Sie haben zwei Stunden Vorsprung und falls sie 30 Tage lang von Cy Baxter mit seinen Tools nicht aufgespürt werden können, bekommen sie 3 Millionen Dollar Preisgeld. Ein ungeheurer Anreiz. Für Cy hängt eine Menge vom Erfolg dieser Challenge ab, denn er strebt mit seiner expandierenden Firma eine enge Zusammenarbeit mit der CIA an.

    Der Kommentar:
    Das alte Strickmuster der in diesem Falle zum Glück nur digitalen Jagd - auf die zehn Teilnehmer funktioniert am Anfang durchaus, weil es halt immer funktioniert, wenn unsere Uninstinke angesprochen werden. Ob wir in Detektivgeschichten einen Verbrecher jagen oder man in den Hunger Games einander aufspürt und einander ausschaltet oder ob man mit Farbpistolen aufeinander schießt, Jagd bleibt Jagd. Und Jagd punktet.
    Freilich bedient der Autor alle Klischees, die derartigen Geschichten innewohnen: man hat einen taffen Aussenseiter, der die Jäger überrascht, es gibt Unterstützer und Verräter. Dennoch baut sich mithilfe der unerwarteten Wendung eine gewisse Spannung auf. Allerdings ist die Sprache von Going Zero zu direkt oder zu plump und die Dialoge zu langweilig, um wirklich zu überzeugen. Es fehlt Schlagfertigkeit und Witz. Die neun weiteren Spielsteine auf dem Feld, neben dem krassen die Jäger verblüffenden Aussenseiter, haben ausserdem zu wenig Gewicht und zu wenig Gesicht, sie hätten erheblich mehr Potential gehabt. Wenn sich die Geschichte auf diese weiteren Mitspieler konzentriert hätte und ihnen mehr Spielraum eingeräumt hätte, wäre die Jagd sicher spannender geworden. Im zweiten Teil des Buches wird die Suche aber auf einen neuen, ebenfalls recht gesichtslosen Gegenstand verlagert; das schwächt in meinen Augen das Ganze erheblich.

    Und natürlich ist die Moralkeule zu offensichtlich: ein Überwachungsstaat taugt nichts und man muss sich dagegen wehren.

    Fazit: Eine Jagd ist eine Jagd ist eine Jagd. Funktioniert immer. Wenigstens am Anfang. Aber das wars dann auch schon fast. Die Verlagerung auf eine neue Suche hat dem Roman mehr geschadet als genutzt und war - wie ich finde - extrem langweilig.

    Kategorie: Spannungsliteratur
    Verlag: Diogenes, 2023

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  1. Überwachung & Kontrolle

    Utopie oder geheime Realität?

    "Going Zero" ist ein Polit-Utopischer Roman, der am 26.April 2023 vom Diogenes Verlag auf dem deutschen Markt veröffentlicht wird.

    Der Autor:
    Anthony McCarten wurde 1961 in Neuseeland geboren worden.
    Schon 1987 schrieb er gemeinsam mit einem Freund ein Theaterstück.
    Hierfür wurde er ausgezeichnet. Im Laufe der Jahre wurde er immer bekannter und seine Werke werden inzwischen in viele Sprachen übersetzt.
    Für Drehbücher wurde er für Oskars nominiert.

    Deutsche Übersetzung: Manfred Allié

    Zum Inhalt:
    Amerikanische Geheimdienste bündeln ihre Fähigkeiten mit einem Social-Media-Unternehmen. Gemeinsam betreiben sie den Beta-Test ihres gemeinsamen Überwachungssystems: FUSION.
    Durchschnittsbürger sollen an diesem Test teilnehmen & für einen festgesetzten Zeitraum untertauchen.FUSION soll diese in kürzester Zeit aufspüren.
    Derjenigen, der innerhalb einer festgesetzten Zeitlinie, nicht aufgespürt wird - winkt eine große Geldprämie.
    Eine Bibliothekarin aus Boston will das Geld gewinnen. Wird sie es schaffen?

    Mein persönlicher Eindruck
    Das Thema staatlicher Überwachungsmöglichkeiten interessiert mich schon lange.
    So war ich wirklich gespannt auf diesen Roman.
    Ich bekam das elektronische Exemplar zur Vorablesung gestellt.

    Ein "knall-gelber" Buchumschlag umgibt den Daumenabdruck im Blickmittelpunkt.
    Schon nach dem ersten Blick war ich neugierig.
    In meinem Fall hat die kreative Gestaltung das gesetzte Ziel erreicht.

    Aufbau, Personen, Logik, Momentum, Finale:

    Die gesamte Story folgt einem roten, logisch - strukturellem Aufbau.
    Die deutsche Übersetzung ist gut gelungen & liest sich sehr gut.

    Auf der einen Seite lerne ich die "Macher"- die Kreatoren von Fusion kennen. Auf der anderen werden die entsprechenden, zu suchenden Bürger in ihnen gewidmeten Kapiteln vorgestellt & deren Suchverlauf erzählt.

    Datum & Zeit - Einordnungen: erleichtern das Verständnis für den weiteren Verlauf der Suchaktion.
    Die ersten 2/3 der Erzählung nehmen mich wirklich gefangen.
    Die Spannung und das Individuelle jeder Suche lassen mich die Zeit vergessen & ich möchte keine Lesepausen einlegen.

    Im letzten Buchdrittel erfährt die Erzählung eine unvorhersehbare Wendung.
    Diese hat mich wirklich "kalt" erwischt. :) Was mir auch sehr gefallen hat.
    Nach dieser Veränderung nehmen Tempo und Momentum der Story jedoch spürbar, ab.
    Obwohl auch dieses Ereignis in sich spannend ist, verliert die Gesamterzählung an Charme und Überzeugungskraft.

    Das Finale wurde logisch und nachvollziehbar kreiert und rundet die gesamte Erzählung ab.

    Zusammenfassung:
    Mit diesem Buch hat der Schriftsteller einen interessanten, brandaktuellen Roman geschaffen.
    Der Erzählstil ist flüssig lesbar.
    Von den stattfindenden Ereignissen wird glaubwürdig & logisch berichtet.
    Die fundamentale Wendung der Story ist unumstritten, ein sehr interessanter Plot.
    Dieser hätte jedoch von einer Tempoerhöhung und intensiveren Berichterstattung profitiert.

    Fazit:
    Ein Buch, das unser Leben im Zeitalter von KI, Intel-Überwachung und Datenschutz widerspiegelt, Fragen aufwirft und zum Nachdenken anregt.

    Ich bin von dem Buch begeistert.

    Insbesondere Leser, die sich für Überwachungsmöglichkeiten in unserem täglichem Leben, interessieren & /oder beunruhigt sind, werden diese Lektüre lieben.

    Ich vergebe sehr gute 4,5 *Lesesterne & freue mich jetzt auf weitere Bücher von Anthony McCarten!

    ISDN: 978-3257071924
    Formate: Audio, elektr. & gebundenes Buch
    Seitenzahl: 464

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Leute von früher

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Ketzer

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Rezensionen zu "Ketzer"

  1. 4
    20. Sep 2015 

    Die St. Louis

    Der ehemalige Polizist Mario Conde, der sich als Antiquar betätigt, erhält den Auftrag, aufzuklären, wieso ein verschwunden geglaubtes Gemälde in London zur Versteigerung angeboten wird. Elias Kaminsky, der Sohn eines Exil-Kubaners, in dessen Familienbesitz sich das Gemälde, bei dem es sich um einen Rembrandt handeln soll, befand, will die Geschichte seines Vaters Daniel Kaminsky in Kuba erleben und den Weg des Bildes klären. Bei seinen Nachforschungen stößt Conde zunächst auf die Reise des Passagierschiffs St. Louis, das im Jahr 1939 mit über 900 jüdischen Flüchtlingen vor Havanna ankerte, denen schließlich die Einreise verweigert wurde. Unter diesen Passagieren befinden sich auch die Eltern Daniels, der bei seinem Onkel untergekommen ist.

    In drei Teilen berichtet der Autor vom Schicksal des Bildes und vom Schicksal derer, die mit ihm auf verschiedensten Wegen in Berührung kamen. Da ist zunächst die ungeheure Geschichte der St. Louis, bei deren Lektüre man sich wieder einmal fragen muss, wann die Menschen je etwas lernen werden. Sicher wartet niemand auf Flüchtlinge, doch manche Handlungen sollten einfach von Menschlichkeit bestimmt werden. Es folgt eine Reise in die Vergangenheit, die Aufschluss über die mögliche Entstehung geben kann. Und schließlich bekommt es Conde mit einem Vermisstenfall zu tun, in dem überraschend wieder eine Beziehung zu dem Bild zutage kommt.

    Sehr unterschiedlich sind die drei Romanteile und doch verbindet sie das Bild. Ein Kaleidoskop mit prächtigen, dramatischen und düsteren Anteilen entblättert sich vor dem Leser. Mitgerissen von der tragischen Geschichte der Flüchtlinge auf der St. Louis, hingerissen von der Leidenschaft des E. A. und schließlich betrübt über das Schicksal eines jungen Mädchen und man sich zunächst klar werden über dieses anspruchsvolle Werk. Es verlangt dem Leser einiges ab und gibt doch so viel mehr. Leonardo Padura fordert seine Leser mit teilweise etwas überbordenden Ergüssen, allerdings belohnt er sie auch mit herausragend komponierten Schicksalen, die sich in das Gedächtnis einbrennen und die man nie missen möchte.

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Der ehrliche Finder: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Der ehrliche Finder: Roman' von Lize Spit

Inhaltsangabe zu "Der ehrliche Finder: Roman"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:117
EAN:
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Chirú (Quartbuch)

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Magnolia

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Rezensionen zu "Magnolia"

  1. Was für ein ungewöhnliches Debüt

    Magnolias Mutter Cherry hängt an dem Zeug, seit Magnolia denken kann. Es fing an, als ihr afroamerikanischer Vater bei der Arbeit einen Ziegel abbekam. Die weiße Cherry lernte den weißen Quarry kennen und der wurde ihr zum Verhängnis. Mama Brown, die Mutter von Magnolias Vater, nahm das verwahrloste Mädchen auf. Cherry schlug nur auf, wenn sie dringend Geld brauchte.

    Magnolia ist neunzehn, als sie ihren Highschoolabschluss macht und an einer Tanke anfängt. Kurz darauf stirbt Mama Brown. Bei ihrer Beerdigung macht Mama Browns Vermieter, Magnolia das Angebot, die Miete in ihren Naturalien zu vergüten. Er verschafft sich Zugang zu ihrem Haus und wartet ihre Entscheidung nicht ab. Danach duscht sie so heiß, wie sie es gerade aushält. Sie weiß, dass sie eine zündende Idee braucht und der Zufall schwämmt ihr Cotton ins Leben. Cotton ist ein sprachbegabter Künstler und Bestatter, der Magnolia einen außergewöhnlichen und gut bezahlten Job anbietet.

    Immer wenn Magnolia wütend ist, wischt sie durch Tinder und verabredet sich mit einem Fremden für schnellen Sex. Am Ende sitzt sie meistens auf ihm, leider führen ihre Escapaden zu einer ungewollten Schwangerschaft und sie weiß, dass sie dieses Wesen in ihr loswerden muss.

    Fazit: Was für ein ungewöhnliches Debüt. Eine junge Frau wird Opfer eines übergriffigen Vermieters. Es macht den Anschein, als dürfte ihr das nicht so viel ausmachen, weil sie doch sowieso wahllos rumvögelt. Alle in der Geschichte mitwirkenden haben größere Probleme. Der schwarze Vermieter, ganz mieser Charakter, der Arbeitgeber ist zwanghaft, seine Tante alkoholabhängig und Magnolias Mutter heroinsüchtig. Da fällt eine merkwürdige junge Frau gar nicht mal so sonderlich auf. Tatsächlich handelt die Geschichte von Unterdrückung, Macht und Missbrauch von Frauen, durch Männer. Ganz am Ende dieser locker, unterhaltsam geschriebenen Geschichte, kommt die entsetzliche Wahrheit, die Magnolias Stolpern erklärt und verständlich macht. Ich mag die Geschichte sehr. Die Autorin hat mich nach Tennessee entführt und mich von allem kosten lassen, Ungleichheit, Minderwertigkeit, Angst und Ausgeliefertsein, Rassismus, schwüle Hitze, Ghospel, Sex und ein bisschen Voodoo. Ein heißer Ritt durch die Südstaaten.

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Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte' von Peter Heller

Inhaltsangabe zu "Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:321
EAN:
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Weiße Wolken: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Weiße Wolken: Roman' von Yandé Seck
3.65
3.7 von 5 (3 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Weiße Wolken: Roman"

Zwei Schwestern: Die eine arbeitet sich an sämtlichem Unrecht unserer Gegenwart ab, die andere am bürgerlichen Familienideal; für die eine ist ihr Schwarzsein eine politische Kategorie, für die andere ihr Muttersein. Klug, erhellend und mit hintergründigem Witz erzählt Yandé Seck in ihrem Debütroman von den Ambivalenzen, die wir im Kleinen wie im Großen aushalten müssen. Dieo lebt mit ihrem Mann Simon und drei Söhnen in einer schönen Altbauwohnung im Frankfurter Nordend. Sie leidet unter den unerfüllbaren Ansprüchen der Gesellschaft an sie als Mutter, vor allem aber ist es die ständige Kritik ihrer jüngeren Schwester Zazie an allem und jedem, die an ihren Nerven zerrt. Auch Simon, ein mittelalter weißer Mann und Angestellter in einem Finanz-Start-up, gerät immer wieder ins Visier seiner Schwägerin, die zunehmend an der rassistischen und sexistischen Gesellschaft verzweifelt. Als der Vater der Schwestern, ein eigensinniger Nietzschefan, der vor mehr als vierzig Jahren aus dem Senegal nach Deutschland kam, unerwartet stirbt, gerät das mühsam kalibrierte Familiengefüge aus dem Gleichgewicht. Für die Beerdigung reisen die Schwestern in das Land ihres Vaters. Der Abschied wird für die beiden zu einem Neuanfang – in vielerlei Hinsicht.

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:326
EAN:
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Rezensionen zu "Weiße Wolken: Roman"

  1. 4
    26. Feb 2024 

    Moderner Familienroman, der aktuelle Lebenswelten beschreibt

    Yandé Seck „ Weiße Wolken“ ( 2024 )

    Dieo und Zazie sind zwei Schwarze Schwestern. Dieo, die Ältere, lebt gut situiert mit Mann und drei Söhnen im trendigen Frankfurter Nordend. Sie arbeitet als Psychotherapeutin, ihr Mann ist Mitarbeiter in einem florierenden Finanz-Start-Up. Zazie, mit Ende Zwanzig ein paar Jahre jünger als ihre Schwester, hat gerade ihr Masterstudium hinter sich gebracht und jobbt in einem Jugendzentrum. Das teure Frankfurt kann sie sich nicht leisten, sie wohnt im günstigeren Offenbach. Ihre Mutter, ebenfalls Psychotherapeutin, hat die beiden Töchter alleine großgezogen, nachdem sie sich von ihrem Mann, einem Senegalesen getrennt hatte.
    Während Dieo sich überfordert fühlt von ihren Aufgaben als Mutter, Hausfrau und berufstätiger Frau ( „ Warum war Sysiphos eigentlich ein Mann, wenn doch die Erfahrung der sich ewig wiederholenden Überlastung eine typisch weibliche war?“), arbeitet sich Zazie an den Ungerechtigkeiten der Welt ab. Überall sieht und erlebt sie die Anzeichen und Auswirkungen von Rassismus, Sexismus und patriarchalen Strukturen. ( Es war, als wäre in ihr ein Scanner eingebaut, der jeden Satz aufnahm und durch ein Diskriminierungs- Prüfsystem laufen ließ.“)
    Die Autorin Yande Seck hat in ihre beiden Protagonistinnen viel aus ihrer eigenen Biographie einfließen lassen. Sie selbst ist in Heidelberg geboren und in Frankfurt aufgewachsen. Die Mutter ist Deutsche, der Vater stammt aus dem Senegal. Sie arbeitet als Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche und lebt mit Mann und Kindern in Offenbach.
    Dass die Autorin die Lebensumstände und die Gesellschaftsschicht ihrer Figuren gut kennt, spürt man. Sehr authentisch beschreibt sie das urbane und bürgerliche Milieu mit ihren „Codes“ und sprachlichen Mustern.
    Yande Seck wechselt kapitelweise die Erzählperspektive. Dabei nimmt sie nicht nur die der beiden Schwestern ein, sondern lässt auch Simon, Dieos Ehemann, seine Sichtweise darstellen. Simon versucht als „ mittelalter weißer Mann“ alles richtig zu machen. Doch seine Arbeit erfordert viel Zeit und Engagement, so dass er nicht immer der Partner und Vater sein kann, der er gerne wäre.
    Die leicht überzeichneten Nebenfiguren lassen schmunzeln. Gerade die Elterngeneration entspricht so ganz dem Bild allzeit engagierter Alt- Linker. Da die Psychotherapeutenmutter, die beständig ihre Töchter analysieren muss. Da die Mutter von Simon, die darunter leidet, dass ihr Sohn in seinem Job so richtig gut Geld verdient. Hatte sie sich doch gewünscht, dass ihre Kinder „ den Drang haben, die Welt zu verändern, stattdessen…“
    Entgegen den Erwartungen, die der Klappentext weckt, steht die Reise in den Senegal zur Trauerfeier für den plötzlich verstorbenen Vater nicht im Zentrum des Romans. Erst im zweiten Drittel des Buches werden die Schwestern in die frühere Heimat ihres Vaters aufbrechen. Trotzdem spielt diese Reise eine wichtige Rolle für die Frauen, besonders für Dieo, für die es die erste Begegnung mit der dortigen Verwandtschaft ist. Hier erlebt sie eine ganz andere Form von Familie; gleichzeitig bedeutet es für sie eine Auseinandersetzung mit dem afrikanischen Teil ihrer Identität.
    Der Titel verweist nicht auf eine romantische oder meteorologische Symbolik, sondern meint jene weißen Flecken auf den Fingernägeln, die man auch „ weiße Wolken“ nennt. Sie sind nicht, wie vielfach angenommen, Zeichen von Kalziummangel, sondern sind Überbleibsel von kleinen Verletzungen in der Nagelstruktur. Im Roman geht es also um Verletzungen und Einwirkungen, die ein Gesellschaftssystem auf die Identität eines jeden hat. „…dass Verletzungen uns zu dem Menschen machen, der wir sind.“ „ Viele winzige Verletzungen, die unseren Charakter formen.“
    Yande Seck überzeugt mit einem genauen Blick und pointierten Dialogen. Ihr Text ist gespickt mit Anglizismen, einer woken Sprache und Begriffen aus der Psychoanalyse. Das macht ihn sehr gegenwärtig.
    Neben den schon erwähnten Themen wie Rassismus und Sexismus verhandelt der Roman auch noch Fragen zu Frauen- und Männerbildern, sowie Mutterschaft und Vatersein. „ Übermächtige Mütter und abwesende Väter gehören zusammen.“
    Auch wenn ich als alte weiße Frau aus der deutschen Provinz nicht zur eigentlichen Zielgruppe gehöre, so habe ich mich mit dem Buch doch bestens unterhalten gefühlt. Ein kurzweiliger moderner Familienroman, der aktuelle Lebenswelten beschreibt. Man darf nach diesem Debut gespannt sein auf weitere Bücher der jungen Autorin.

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  1. Dualität der Schwestern

    Weiße Wolken ist für ein Debut wirklich beeindruckend. Yandé Seck nimmt uns mit in die Welt zweier Schwestern und deren Umgang mit ihren Umständen. Beide werden von den gleichen gesellschaftlichen Mustern geplagt (Rassismus / Sexismus) und gehen doch sehr unterschiedlich damit um.

    Der Erzählstil ist sehr schlau gewählt. Die beiden Schwestern haben eine sehr eigene Erzählstimme, sie lassen sich schon in ihren Perspektiven gut voneinander unterscheiden. Das hat mri sehr gut gefallen. Die Dualität zwischen den beiden Schwerpunktthemen der SChwestern ist sehr interessant. Es zeigt, wie die Wahrnehmung Schwerpunkte verstärken und das Leben einer Person beeinflussen kann. Was mir vor allem am Anfang fehlt ist der rote Faden, der die beiden Perspektiven miteinander verbindet. Ab der Hälfte wird es besser aber ich finde gerade am Anfang wäre es wichtig gewesen, um die eben beschriebene Dualität und Wahrnehmung zu verstärken.

    Die Geschichte ist sehr modern erzählt und passt absolut in die Zeit. Ich denke dieses Buch wird schon alleine deshalb irgendwann als Zeitkapsel gelten. Dennoch finde ich es manchmal etwas too much. Als würde vor allem Zazie versuchen, alles in einen Satz zu quetschen. Das macht es vor allem in der ersten Hälfte des Buches für die Leser:innen schwer zu differenzieren, was wirklich wichtig ist und was einfach nur etwas dick aufgetragen. Das ist manchmal sehr anstrengend zu lesen, ist aber bestimmt so gewollt. Die Themen müssen genauso schwer auf Zazie lasten.

    Vor allem am Anfang hatte ich etwas Probleme mit den Szenen, die erzählt werden. Sie wirken manchmal willkürlich aus dem Leben gegriffen und nicht wirklich zusammenhängend. Man fragt sich bei manchen Situationen, wie sie auf das große Ganze einzahlen.

    Dinge im Buch, die mich etwas irrtiert haben waren z.B. die Perspektive des Ehemanns von Dieo. Für mich hätte es absolut gereicht, die Perspektiven der Schwestern als Fokus zu haben weil sie mit den wichtigsten Themen kämpfen. Simon wirkte wie ein Lückenfüller. Für jemanden, die sich in Frankfurt auskennt, waren die ganzen Hommages an die Stadt wirklich schön zu lesen. Aber wenn man sich dort nicht auskennt, glaube ich das könnte schwierig werden.

    An sich ein wichtiges Buch, das man langsam lesen sollte, um die angesprochenen Themen und die Tiefe zu verdauen. Restlos überzeugen konnte es mich leider nicht.

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  1. Für mich als ältere Leserin zu anstrengende Sprache

    Titel und Coverbild finde ich passend zum Thema sehr gut gewählt. Nichts was dich anspringt oder -" schreit". Sehr subtil sind Infos und Gedanken und Symbolik miteinander verwoben. Wie auch in dem Buch die Grenzlinien des Lebens verschwimmen, hervorgehoben oder mitgestaltet werden. Und nicht nur die Grenzen durch Rassismus.
    Die Kurzzusammenfassung und die Bearbeitung der Thematik finde ich gut gewählt und interessant. Alleine schon bei Sprache und Benennungen finden sich meine Stolpersteine, die mir den Lesefluss vermiesen. Wer ist Eddie Redmayne, gibt's den oder ist er Fiction?. Alman-Lauchs kann ich mir noch herleiten, aber unapologetically african? Da reicht mein Englisch nicht. Kanax? All-Nighter? BiPOC? Ich habe keine Lust das auf aufwendige Art alles nachzulesen.
    Unabhängig davon bin ich begeistert über die vielen Facetten des Buchs. Hier geht es nicht nur um Rassismus, auch um andere Zugehörigkeitszwänge, auch solche die man sich selbst auferlegt.
    Wäre ich jünger und damit näher am Puls der Zeit hätte es 5 ***** geschafft.

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Season Sisters – Frühlingsgeheimnisse

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Rezensionen zu "Season Sisters – Frühlingsgeheimnisse"

  1. Guter Anfang einer Reihe um vier Schwestern

    Das Cover gefällt mir sehr gut, und hatte mich auch neugierig gemacht gehabt.

    Spring leistet anfangs extrem widerwillig, ihre Sozialstunden bei Sophie Fowler ab. Nach und nach fühlt sich Spring bei der älteren Dame jedoch wohl, und empfindet die Zeit dort nicht mehr als Strafe, sondern es entwickelt sich sogar eine Freundschaft zwischen den beiden. Als Spring erfährt, dass Sophia von Daffodil Castle kommt, werden Kindheitserinnerungen und die Erinnerung an ihre erste große Liebe Ethan Fowler wieder war.

    Als Spring mit Sophia nach Daffodil Castle reist, werden beide mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und ein Familiengeheimnis gelüftet.

    Mir hat der Roman sehr gut gefallen, der Schreibstil las sich für mich sehr flüssig, auch den Wechsel zwischen den beiden Zeitebenen mit Spring und der älteren Sophia im Jetzt, und der jungen Sophia damals fang ich gut gelungen.

    Ich freue mich schon auf die weiteren Bände.

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  1. Nicht überzeugend

    Die Idee zu der Geschichte gefällt mir richtig gut, eine Familiengeschichte mit einem großen Geheimnis im Hintergrund. Klingt spannend und verspricht für mich viel Lesespaß.
    Leider hat mich das Buch letztlich nicht überzeugen können. Der Anfang hat mir noch sehr gut gefallen. Sofia war, obwohl zu Beginn eher abweisend, doch eine Figur, die mir dennoch auf Anhieb irgendwie sympathisch war. Man konnte schnell erahnen, dass sich hinter der etwas unhöflichen Fassade eine verletzte Frau verbirgt. Spring ist, geschuldet ihrer familiären Vorgeschichte, ein skeptischer Mensch, unstetig, ohne Träume oder Perspektiven für ihre Zukunft. Verbunden mit ihren schwarzen Kleidern und dem dazu passenden Make Up, muss sie für Sofia wie ein Bewohner von einem anderen Planeten erscheinen. Aber die Freundschaft, die zwischen den beiden entsteht, fand ich sehr schön zu lesen.

    Leider schafft die Story es danach nicht mehr mich zu packen. Den Vergangenheitsteil, der den Einstieg in das Familiengeheimnis liefert, empfand ich als zu lang, da war wenig Spannung, da passierten auch zu viele Sachen gleichzeitig. Dabei fand ich es gar nicht mal so schlimm, dass man sich als Leser das Geheimnis recht schnell zusammenreimen kann. Ich fand es einfach langweilig. Ich habe hier auch recht viel quer gelesen.

    Der Strang in der Gegenwart wird leider auch nicht besser. Die Liebesgeschichte zwischen Spring und Ethan ist zwar nett, kommt aber unheimlich überstürzt daher. Allgemein ist mir das Ende zu unausgereift, zu sehr Friede, Freude, Eierkuchen. Nachdem die vorherigen Seiten bzw. allgemein das große Familiendrama herrschte, fühlt sich dieses Ende besonders unlogisch an.

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Rückkehr nach Missing: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Rückkehr nach Missing: Roman' von Abraham Verghese

Inhaltsangabe zu "Rückkehr nach Missing: Roman"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:827
Verlag: Insel Verlag
EAN:
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