Zum Schreien komisch, zum Heulen schön. Die Macht des Filmgenres

Buchseite und Rezensionen zu 'Zum Schreien komisch, zum Heulen schön. Die Macht des Filmgenres' von Ralf Kinder

Inhaltsangabe zu "Zum Schreien komisch, zum Heulen schön. Die Macht des Filmgenres"

Autor:
Format:Broschiert
Seiten:409
Verlag: Lübbe
EAN:9783404940110
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Ein Lied für die Vermissten: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Ein Lied für die Vermissten: Roman' von Pierre Jarawan
4
4 von 5 (3 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Ein Lied für die Vermissten: Roman"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:470
EAN:
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Rezensionen zu "Ein Lied für die Vermissten: Roman"

  1. Der Geschichtenerzähler

    Pierre Jarawan erzählt in diesem Buch die Geschichte des jungen Amin, der nach 12 Jahren im Exil in Deutschland mit seiner Großmutter in das kriegsgebeutelte Beirut zurückkehrt. Amin findet in Jafar einen Freund, mit dem er durch die zerstörte Stadt stromert. Sie erfinden fantastische Geschichten um irgendwelchen Flohmarktplunder und verkaufen die wertlosen Dinge an Gutgläubige, um sich damit Geld für das Kino oder Süßigkeiten zu verdienen. Aber es gibt auch eine dunkle Seite an Jafar, denn wie alle Kinder, die während des Krieges in der Stadt lebten, ist er schwer traumatisiert. Auch die Großmutter kämpft noch mit der Trauer um ihre verstorbene Tochter, Amins Mutter, und öffnet sich nur selten ihrem Enkelsohn. Die Momente, in denen sie aus ihrem früheren Leben erzählt sind rar und kostbar für Amin, der oft auf sich allein gestellt ist.
    Das Buch wird in Rückblicken des erwachsenen Amin erzählt. Er beruft sich dabei auf die Kunst der arabischen Geschichtenerzähler, die in früheren Zeiten von Dorf zu Dorf zogen. So sind seine Gedanken oft sehr ausufernd. Er springt zwischen den Zeiten hin und her und verliert sich so manches Mal in unwichtigen Details. Das machte das Ganze für mich ziemlich unübersichtlich und wirr. Da ich mich in der Geschichte des Libanon nicht auskenne, war auch eine zeitliche Einordnung oft schwierig. Sprachlich fand ich das Buch auf einem guten Level, aber dadurch dass viele der Protagonisten ihre Geheimnisse hatten, blieben sie für mich distanziert. Auch die Figur des Amin war mir insgesamt zu passiv. Es wurden viele Themen angesprochen: die vielen Menschen, die während der Kriegsjahre spurlos verschwanden, die traumatisierten Kinder, die Rolle der Frau, aber leider wurde das Meiste davon nicht auserzählt. So blieb vieles ungeklärt oder im Vagen.
    Wer die ausufernde Erzählweise arabischer Geschichtenerzähler mag, wird sich hier sicherlich angesprochen fühlen. Mir war das Buch zu wirr.

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  1. 5
    15. Mär 2021 

    Vom Schweigen über die Vergangenheit

    In “Ein Lied für die Vermissten“ kehren wir mit Amin nach Beirut zurück, das er als Baby 12 Jahre zuvor mit seiner Großmutter in Richtung Deutschland als Bürgerkriegsflüchtlinge verlassen hat. Viel ist in diesen 12 Jahren in dieser Stadt passiert. Sie liegt in Schutt und Asche und nicht nur die Gebäude haben schwere Verwundungen davongetragen. Die strikte Teilung der Stadt in Ost und West ist aufgehoben, und doch ist noch viel, viel Teilendes in den Menschen und ihren Köpfen verankert und zeigt sich in ihrem Denken und Handeln. Nur in ihren Worten, da zeigt sich sehr wenig davon. Ein tiefes Schweigen liegt über der Vergangenheit und das schließt auch die Jahre vor dem Bürgerkrieg mit ein, in denen das zuvor blühende Land in diese schreckliche Situation hineintaumelte.
    Amin versteht von dem allen viel zu wenig, steht immer wieder in dieser zerstörten Stadt und hat eine Unzahl von Fragen und niemanden, der sie ihm beantworten wollte. Weder in der Schule noch in seinem Freundeskreis, noch von seiner Großmutter erhält er Antworten auf all seine Ungewissheiten. Geschichtsaufarbeitung findet weder durch den Staat noch in den Köpfen der Menschen statt.

    Eine ganze Generation Nachgeborener suchte Antworten. Doch noch immer gab es kein Geschichtsbuch, das eine neutrale Version der Bürgerkriegszeit bereithielt, schlicht, weil es keine offizielle Version gab, die man an Schulen hätte lehren können. War es das, was Herr Labaki gemeint hatte, als ich vor seinem Pult stand und er mir sagte, vom Sprechen über den Bürgerkrieg seien wir noch Jahrhunderte entfernt?

    Und solange der Kampf um die Deutungshoheit nicht ausgetragen ist, liegt die Vergangenheit dunkel und unerkannt über diesem Land. Der Junge Amin spürt dies, wie es ein Kind spüren kann, und ist auf der ständigen Suche nach Bezugspunkten und -personen, die ihm ein Puzzleteilchen seiner Familienvergangenheit liefern können.
    Mein Fazit:
    Ein überzeugender Roman, der die Hilflosigkeit des Einzelnen angesichts des komplexen historischen Geschehens deutlich macht, aber auch eine ungemein warmherzige Sicht auf ein Land wirft, das wirklich viel zu verlieren hatte (die „Schweiz des Nahen Ostens“, Beirut – das Paris des Nahen Ostens) und immer noch viel verliert. Und diese Sichtweise wird sehr glaubwürdig aus einer Jugendlichenposition aus erzählt. Ich gebe 5 Sterne.

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  1. Die Verschwundenen des Bürgerkriegs

    Mit seiner Großmutter Yara kehrt Amin Elmaalouf 1994 als Jugendlicher zurück in den Libanon - zwölf Jahre, nachdem er nach dem Tod seiner Eltern nach Deutschland gegangen ist. Wieder in Beirut verbringt er viel Zeit mit dem gleichaltrigen Jafar, der ihm ein guter Freund wird. Dann aber passieren mysteriöse Dinge: Menschen verschwinden, das Café der Großmutter muss schließen, er wird verleugnet. Eine Spurensuche beginnt...

    „Ein Lied für die Vermissten“ ist ein Roman von Pierre Jarawan.

    Meine Meinung:
    Der Roman beginnt mit einer Art Vorwort oder Prolog („Yeki Bud. Yeki Nabud“). Daran schließen sich drei Teile an, „Strophen“ genannt, die wiederum aus 30 Kapiteln bestehen. Zum Schluss folgt eine Art Gesprächsprotokoll. Erzählt wird in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Amin - allerdings nicht chronologisch, sondern mit Zeitsprüngen und zum Teil etwas bruchstückhaft, was beim Leser Konzentration erfordert, die sich jedoch lohnt.

    Besonders begeistert mich der atmosphärische, bildstarke und stellenweise poetische Erzählstil, der den Leser in eine fremde Welt entführt. Immer wieder beweist der Autor, dass er mit Sprache trefflich umgehen kann. Daher hat mich auch keineswegs gestört, dass teilweise ausschweifend erzählt wird und die Handlung manchmal nur langsam voranschreitet.

    Amin ist ein Charakter, zu dem ich nicht auf Anhieb einen Zugang gefunden habe. Allerdings wirkt er authentisch und nicht unsympathisch.

    Gereizt haben mich an der Geschichte das Setting sowie die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe. So geht es um den libanesischen Bürgerkrieg, mit dem ich mich bis dato nicht beschäftigt hatte, und den Arabischen Frühling. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Nachbemerkung des Autors, der ergänzende Infos zu den damaligen Geschehnissen liefert und darin seine fundierte Recherche belegt.

    Auch ansonsten ist der Roman tiefgründig, facettenreich und vielschichtig. Freundschaft, Familie, Krieg, Verlust, Heimat und Identität sind nur einige der weiteren Themen. Dabei regt die Geschichte zum Nachdenken an und berührt.

    Ich habe den Roman vorwiegend als ungekürzte Lesung gehört. Bei dem Hörbuch zeigt sich, dass der Autor mit seiner angenehmen Stimme auch als Sprecher einen tollen Job macht.

    Das Cover, das prima zur Geschichte passt, gefällt mir ausgesprochen gut. Auch der Titel ist eine gelungene Wahl.

    Mein Fazit:
    „Ein Lied für die Vermissten“ von Pierre Jarawan ist eine besondere Lektüre, die es dem Leser zwar nicht immer einfach macht, aber nichtsdestotrotz ein empfehlenswerter Roman ist, der mich in mehrfacher Hinsicht überzeugt hat.

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Der junge Doktorand: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Der junge Doktorand: Roman' von Jan Peter Bremer

Inhaltsangabe zu "Der junge Doktorand: Roman"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:176
Verlag: Berlin Verlag
EAN:9783827013897
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Alles im Kasten

Buchseite und Rezensionen zu 'Alles im Kasten' von Susanne Sterzenbach
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Alles im Kasten"

Format:Taschenbuch
Seiten:192
EAN:9783499208539
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Rezensionen zu "Alles im Kasten"

  1. Gekonnte Kombination aus Familiengeschichte und Jugendkrimi

    Klappentext
    Fernsehen - weiß doch jeder, wie das geht. Eben nicht, denkt Nathalie und greift sofort zu, als sie die Gelegenheit bekommt, in den Sommerferien hinter die Kamera zu sehen. Hektik, Stress, Bürokram - aber auch Storys, die einen nicht wieder loslassen. Interessante Drehorte, originelle, engagierte Menschen. "Du darfst nicht alles glauben, was du hörst, aber du musst alles hören." - Nathalies erste Lektion! Und sie merkt schnell, wie wichtig es ist, gründlich zu recherchieren, Augen und Ohren immer offen zu halten. Ehe sie sich versieht, steckt sie mittendrin in einer spannenden Reportage über Bestechung und Profitgier.

    Über die Autorin (Quellen: Portrait im Buch, Wikipeda)
    Susanne Sterzenbach wurde 1957 in Stuttgart geboren und wuchs am Starnberger See auf. Nach dem Abitur 1976 absolvierte sie ein Studium zur Diplom-Übersetzerin für Spanisch und Französisch und studierte daneben auch Völkerrrecht und Landeskunde. Seit 1980 ist sie beim Fernsehen tätig, zunächst beim ZDF, später beim Südwestfunk und SWR. Sie entwickelte und verantwortete diverse Reportageformate und war auch als Korrespondentin in Frankreich, Spanien, Portugal, Argentinien und in mehreren Ländern Nordafrikas. Vor allem in den 1990er Jahren schrieb sie neben dieser Tätigkeit einige Bücher.

    Persönlicher Eindruck
    Alles im Kasten ist ein Buch, das sich fast der Einordnung in ein Genre entzieht, weil es viele Genres in sich vereint: Den spannenden Einblick in die Welt des Fernsehens verwebt Susanne Sterzenbach mit einer dramatischen Familiengeschichte, einem Kriminalfall und einem ordentlichen Schuss Romantik. Dabei gelingt es ihr, die doch recht unterschiedlichen Schwerpunkte zu einem schlüssigen Ganzen zusammenzufügen.
    Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht der noch nicht ganz fünfzehnjährigen Nathalie. Sie schafft es mit etwas Unterstützung der Großeltern, die Ferien in Stuttgart verbringen zu dürfen, um nicht nur die Arbeit beim Fernsehen kennenzulernen, sondern auch ihre Tante Franziska, die bei einem Teil der Familie in Ungnade gefallen ist. Man kann gut nachvollziehen, wie Nathalie sich fühlt, weil jeder mehr zu wissen scheint als sie, aber niemand etwas verraten will. Mit einem flüssigen Stil bleibt die Autorin dicht an ihrer Protagonistin und hält die Spannung selbst dann noch aufrecht, wenn den Leser die ersten Vorahnungen beschleichen. Mit einer weiblichen Hauptfigur, die im Lauf der Geschichte viel über sich selbst lernt und Selbstbewusstsein entwickelt, kann Susanne Sterzenbach nicht zuletzt auch noch eine wohl nicht unberechtigte Kritik an Machogehabe einfließen lassen, ohne dass es sich nach erhobenem Zeigefinger anfühlt.

    Fazit
    Gekonnte Kombination aus Familiengeschichte und Jugendkrimi, spannend und überzeugend.

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New York (suhrkamp taschenbuch)

Buchseite und Rezensionen zu 'New York (suhrkamp taschenbuch)' von Lily Brett

Inhaltsangabe zu "New York (suhrkamp taschenbuch)"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:160
EAN:9783518397916
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Permanent Record

Buchseite und Rezensionen zu 'Permanent Record' von Edward Snowden

Inhaltsangabe zu "Permanent Record"

Format:Taschenbuch
Seiten:352
Verlag: Macmillan
EAN:9781529035667
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Violet: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Violet: Roman' von Tracy Chevalier
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Violet: Roman"

England, dreißiger Jahre. Die Abende, an denen Violet mit einer Gruppe ungewöhnlicher Frauen wunderschöne Stickereien für die Kathedrale in Winchester anfertigt, sind der Aufbruch in eine neue Welt. Sie zeigen Violet, dass sie mit ihrem Auszug aus dem mütterlichen Zuhause die richtige Entscheidung getroffen hat. Schnell lernt und schätzt sie die Kunst des Stickens und lässt sich von Arthur in die des Läutens der Kirchturmglocken einweihen. Violet gewinnt durch das starke Band der Freundschaft zwischen den Frauen und die wachsende Nähe zu Arthur an Lebensmut und überwindet die Lebenskrise infolge des Ersten Weltkriegs. Und die Kirchturmglocken könnten wahrhaftig ihr neues Leben in Winchester einläuten…

Format:Broschiert
Seiten:352
Verlag: Atlantik
EAN:9783455007473
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Rezensionen zu "Violet: Roman"

  1. Schön und einfühlsam

    Violet hat im 1. Weltkrieg ihren Verlobten verloren, genau wie ihren Bruder. Sie lebte sie allein mit ihrer zänkischen und herrschsüchtigen Mutter und als Enddreißigerin wagt sie den Schritt und zieht aus. Sie reiht sich in das Heer der alleinstehenden, berufstätigen Frauen ein, die schlecht bezahlt und mitleidig angesehen werden. Sie genießt ihre Freiheit, auch wenn sie kaum mit Lohn überleben kann. In der Kathedrale von Winchester trifft sie zufällig auf einen Gruppe von Frauen, die Knie- und Sitzkissen besticken. Fasziniert von dieser Arbeit tritt sie dem Stickkreis bei. Auch die Begegnung mit Arthur, einem der Glöckner der Kathedrale, wird ihrem Leben eine neue Richtung geben.

    Nach den ersten Seiten war ich zunächst etwas enttäuscht. Ein Roman über ein „spätes Mädchen“, dass ihr Leben zwischen Büro, reichlich Tee und Handarbeiten verbringt – auf den ersten Blick nicht sehr ereignisreich. Aber schon bald hatte mich die Geschichte gefangen. In sehr ruhigem Ton wird die Geschichte einer Frau in den Zwischenkriegsjahren erzählt. Enttäuschte Hoffnungen, zerplatzte Lebensträume und die Schwierigkeit ein selbst bestimmtes Leben zu führen, das alles spornt Violet an, sich nicht unterkriegen zu lassen.

    Man kann sagen, es ist eine Emanzipationsgeschichte, gelebt zu einer Zeit, als Emanzipation eher ein Schimpfwort war. Der Krieg hat so viele Opfer gefordert, dass kaltherzig vom „Frauenüberschuss“ gesprochen wurde und diese Frauen mussten sich einen Platz in der Gesellschaft erobern. Das alles in einer Gesellschaft, in der weibliche Berufstätigkeit allenfalls als Übergang zwischen Schule und Eheakzeptiert wurde.

    Das zweite Thema ist die Stickerei und es wirklich schön zu lesen, wie diese Handarbeiten entstanden sind und welchen Stellenwert sie im kirchlichen Leben hatte. Violet findet im Sticken nicht nur ein Hobby, sie findet darin auch Ruhe und Bestätigung durch die anderen Stickerinnen. Freundschaften entstehen, die Violet stützen und tragen.

    Ein sehr schönes, leises Buch für das man sich Zeit nehmen sollte um die Sprache zu genießen und sich in das Leben dieser Frau zu denken.

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  1. Öffnet Augen

    Nach dem letzten Buch von Tracy Chevalier habe ich mir einen Goldpepping in den Garten gepflanzt. Jetzt möchte ich sticken lernen. Die Autorin ist vielseitig und kann Begeisterung für Themen wecken, auf die man nie gekommen wäre.
    Mit diesem Buch zeigt sie, dass wir in Sachen Emanzipation doch schon dazugelernt haben.

    1932 war der letzte Krieg zwar vorbei, trotzdem hatte die Bevölkerung noch mit den Folgen zu kämpfen. Violet hat zum Beispiel ihren Verlobten verloren und ist „sitzengeblieben“, 38 Jahre alt, keinen Mann abbekommen und muss in der Zeitung lesen, wie man über den Frauenüberhang witzelt.
    Irgendwann hält sie es nicht mehr aus daheim mit ihrer Mutter, der man nichts rechtmachen kann, und zieht nach Winchester, besorgt sich einen Job, ein Zimmer und tritt der Stickgruppe bei, die die kunstvollen Sitzkissen für die Kathedrale gestaltet.

    Eigentlich geht es um nicht viel. Eine Frau möchte ein selbstbestimmtes Leben, was nicht verboten ist, aber überall misstrauisch beobachtet wird. Die Vermieterin kontrolliert Telefonate, Besuch und den Kohlenkonsum, alleine essen gehen ist ein Spießrutenlauf, abends ausgehen höchst anrüchig und Bruder und Mutter erwarten ganz selbstverständlich, dass Violet immer zur Verfügung steht, hat sie doch keine eigene Familie zu versorgen. Nur beim Sticken kann Violet abschalten, eine kontemplative Tätigkeit, die ihr Freude bereitet, gesellschaftlich anerkannt ist und bei der Schönes entsteht.

    Nichts davon ist neu, es ist auch keine große Geschichte, die einen in Atem hält, allerdings habe ich dieses Thema noch nie so komprimiert vor Augen geführt bekommen. Violets Leben ist trist und leidvoll, auch wenn sie nichts Offensichtliches zu erleiden hat. Es geht um gesellschaftliche Normen, bei denen alleinstehende Frauen nicht vorgesehen sind, Engstirnigkeit, ein Frauenbild, das Frauen irgendwo zwischen Kindern und Haustieren ansiedelt. Das ist tragisch und schockierend, wenn auch kein Pageturner. Im Mittelteil zieht es sich ein klein wenig.

    Ein bisschen aufgelockert wird das Geschehen durch eine sehr zaghafte Liebelei, bei der man Interessantes über Glocken und den Beruf eines Glöckners lernt.
    Dieses Buch ist beeindruckend, fesselnd und lenkt dem Blick auf ein Thema, was öfter am Rande wahrgenommen, aber selten direkt beleuchtet wird. Es öffnet Augen.

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The Diary of a Bookseller

Buchseite und Rezensionen zu 'The Diary of a Bookseller' von Shaun Bythell

Inhaltsangabe zu "The Diary of a Bookseller"

Format:Taschenbuch
Seiten:320
Verlag: Profile Books
EAN:9781781258637
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Confessions of a Bookseller

Buchseite und Rezensionen zu 'Confessions of a Bookseller' von Shaun Bythell

Inhaltsangabe zu "Confessions of a Bookseller"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:328
Verlag: Profile Books
EAN:9781788162302
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Confessions of a Bookseller

Buchseite und Rezensionen zu 'Confessions of a Bookseller' von Shaun Bythell

Inhaltsangabe zu "Confessions of a Bookseller"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:328
Verlag: Profile Books
EAN:9781788162302
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