Dr. Rodolfo, Anwalt der Tiere, verklagt den Menschen

Buchseite und Rezensionen zu 'Dr. Rodolfo, Anwalt der Tiere, verklagt den Menschen' von Jürgen Zwilling

Inhaltsangabe zu "Dr. Rodolfo, Anwalt der Tiere, verklagt den Menschen"

Format:Taschenbuch
Seiten:318
EAN:9783961035014
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Die Kühe, mein Neffe und ich

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Kühe, mein Neffe und ich' von Uta Ruge
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Kühe, mein Neffe und ich"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:228
EAN:
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Rezensionen zu "Die Kühe, mein Neffe und ich"

  1. Rinder

    Uta Ruge bringt uns in ihrem Buch „Die Kühe, mein Neffe und ich“ die Tierart „Rinder“, das Thema Landwirtschaft sowie deren gesellschaftliche Entwicklung näher.
    Wir erfahren zunächst, dass Rinder nach der Geburt Kuh- oder Bullenkälber genannt werden. Die weiblichen Halbwüchsigen werden dann Färsen, Sterken oder Kalbinnen genannt und nach dem Kalben sind es Kühe. Männliche Rinder werden als Bullen, Stiere oder Ochsen genannt, sofern sie dann kastriert wurden.
    Allein bei einer genaueren Betrachtung der Begrifflichkeiten, habe ich gemerkt, dass ich eigentlich nur über alltägliches, sehr laienhaftes und allgemeines, Wissen über diese Spezies verfüge.
    Die Autorin erklärt, welche Rolle Rinder in der Entwicklung der Menschheit gespielt haben, wie sie nach und nach domestiziert wurden und welche wichtige Rolle sie auch heute noch für uns haben. Da man aber die Landwirtschaft nicht außen vorlassen kann, wenn man sich mit Rindern beschäftigt, erfahren wir auch so manches über diesen Bereich. Wie hat sich die Landwirtschaft im Laufe der Zeit entwickelt, wie wirkt sich der technische Fortschrift auch im Stallbetrieb aus und wohin werden uns, die Menschen, die politischen Gängelungen der Politik bringen?
    Ute Ruge macht aufmerksam auf aktuell kursierende Behauptungen über das Halten von Rindern im Allgemeinen und der Landwirtschaft im speziellen, erklärt welche Gründe eigentlich hinter diesen Äußerungen stehen aber auch wie viel Wahrheit an ihnen überhaupt dran ist.

    Ute Runge hat einen unglaublich einnehmenden Schreibstil. Selbst dem geschichtlichen Hintergrundwissen konnte ich mich nicht entziehen. Die Mischung aus geschichtlichem/ religiösem Informationen, aktuellen Erlebnissen bei ihren Besuchen von verschiedenen Bauerhöfen bzw. Landwirtschaftsbetrieben sowie eigenen Erfahrungen im Umgang mit Kühen machen, das Buch so kurzweilig und lehrreich.

    Fazit:
    Ein informatives Buch über Rinder und deren Bedeutsamkeit in unserer heutigen Gesellschaft. Absolut lesenswert!

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Geschichte der Welt 600-1350 Geteilte Welten

Buchseite und Rezensionen zu 'Geschichte der Welt 600-1350 Geteilte Welten' von Akira Iriye
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Geschichte der Welt 600-1350 Geteilte Welten"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:1191
Verlag: C.H.Beck
EAN:9783406641022
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Rezensionen zu "Geschichte der Welt 600-1350 Geteilte Welten"

  1. 4
    16. Aug 2023 

    Reichhaltig.

    In diesem großformatigen Werk geht es um die Welt im Zeitraum von 600 – 1350, also der Epoche, die wir gemeinhin als Mittelalter bezeichnen. Konkret ist es aber eine Welt, die noch in verschiedene Regionen aufgeteilt ist, die wenig oder gar keinen Kontakt zueinander haben, also die Zeit vor der Globalisierung. Es war eine Welt, in welcher schätzungsweise ca. 300 Millionen Menschen gelebt haben, viel weniger als heute und somit gab es viel Platz für Unverbundenheit und Isolation.
    Somit stellt dieses Buch den Gegenpol zu Borgoltes Die Welten des Mittelalters – Globalgeschichte eines Jahrtausends dar, wo nämlich der Fokus auf die Verbundenheit der Welt in eben jenem Zeitraum gelegt wurde. Natürlich liegt auch in diesem Buch hier ein Fokus auf den Entwicklungen, welche die Isolation aufgebrochen und die Abgeschiedenheit aufgelöst haben.
    Wie die Welt, die hier präsentiert werden soll, ist auch das Buch selbst aufgeteilt und jeder Teil wurde von einem anderen Historiker geschrieben. Es gibt also nicht einen Autor, der sein umfassendes Wissen verwendet, um eine zusammenhängende Weltgeschichte zu schreiben, sondern Experten, die isoliert ihr jeweiliges Teilgebiet präsentieren. Diese wären: Amerika, Islamische Welt, Europa, Subsaharisches Afrika, Indien und Ostasien. Es gibt also durchaus einige Regionen, die fehlen, vornehmlich Südostasien und Polynesien, aber auch Zentralasien und die arktische Welt. Natürlich muss man immer einen Ausgleich finden zwischen praktikablen Rahmen und Vollständigkeit, deshalb will ich das auch nicht weiter kritisieren, aber wenn man schon den Anspruch stellt, eine umfassende Weltgeschichte zu verfassen, sollte man zumindest in der Einleitung ausführen, warum man gewisse Gebiete außen vor lässt.
    Stilistisch liest sich das Buch angenehm flüssig. Es fällt auf, dass die Teile, die ins Deutsche übersetzt worden sind, angenehmer zu lesen sind, als die Teile, die original von deutschen Autoren stammen. Übersetzter sind wohl einfach versierter darin, wissenschaftliche Texte für ein allgemeines Publikum zu präsentieren. Damit möchte ich nicht sagen, dass die Teile der deutschen Autoren schlecht sind, sie sind halt nur verschachtelter, akademischer.
    Es ist natürlich ein dickes Buch mit vielen Informationen, durch die man sich wälzen muss. Dankenswerterweise gibt es am Ende ein ausführliches Register. Insgesamt ist es durchaus für interessierte Laien geeignet, aber wohl nur für Studenten relevant.
    Fazit: Empfehlenswert.

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Mattanza

Buchseite und Rezensionen zu 'Mattanza' von Theresa Maggio
4.75
4.8 von 5 (4 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Mattanza"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:0
Verlag: Diana
EAN:9783828450363
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Rezensionen zu "Mattanza"

  1. Atmosphärisch geschrieben - wow

    Das Buch handelt von dem Zwiespalt zwischen Tradition und Fortschritt. Von einer Insel und ihren Bewohnern. Die Bewohner fühlen sich schon jahrhundertelang dem Thunfischfang verpflichtet , der ihr Leben bestimmt. Es kommt zu ungewöhnlichen Maßnahmen - die Menschen versuchen, an ihren Traditionen festzuhalten. Aber die Zeiten ändern sich einfach. Mattanza eine uralte Tradition des Thunfischfanges wird erstmals in die Hände einer Frau gelegt. Die Bewohner der Insel stehen sich aber auch anderen Problemen gegenüber, wie zum Beispiel Flüchtlingen.

    Erzählt ist das Buch im Stil einer Parabel mit sehr viel Atmosphäre - sehr bildhaft und wunderschön zu lesen.
    Das Ende hin ist sehr schnell, also es entwickelt sich alles Schlag auf Schlag, aber ich glaube, dass war auch beabsichtigt, weil die Welt sich immer schneller wandelt.

    Ein sehr ungewöhnliches Buch, welches mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird, es hat Eindruck hinterlassen.

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  1. Der letzte Raìs

    Jedes Jahr führt die Route der Thunfischschwärme an der kleinen, weit abgelegenen süditalienischen Insel Katria vorbei. Traditionell leben die Bewohner der Insel vom Thunfischfang. Die „Mattanza“ - das Abschlachten des Schwarms findet nach einer seit Generationen festgelegten Methode statt, angeleitet vom Raìs, der sein umfangreiches Wissen über das Meer, den Wind, die Thunfische sowie die vorgeschriebenen Abläufe immer an einen männlichen Nachkommen weitergibt.
    Doch als wiederholt kein Junge geboren wird, beschließt der amtierende Raìs seine Enkelin Nora auszubilden. Nora lernt diese Bürde zu tragen, erfährt alles Notwendige, um das Erbe ihres Großvaters anzutreten und erwirbt sich das Vertrauen der Fischer. Doch die Welt verändert sich. Touristen interessieren sich plötzlich für die Tradition der Mattanza, Flüchtlinge stranden bzw. werden tot an die Insel gespült und die Überfischung der Meere wirkt sich massiv auf den Thunfischbestand aus.
    Die Dorfgemeinschaft kämpft zunehmend ums Überleben, versucht, mit den neuen Situationen zurecht zu kommen.
    Die sizilianische Autorin Germana Fabiano hat mit „Mattanza“ einen schnörkellosen, bewegenden und nachdenklich stimmenden Roman über Tradition und Wandel geschrieben.
    Die Abläufe einer Mattanza werden detailliert beschrieben - der Fang nach traditionellen Regeln gleicht einer festgelegten Choreographie, bei der es auf den richtigen Augenblick ankommt. Das Abschlachten eines ganzen Schwarms bedeutet harte körperliche Arbeit, ist eine blutige Angelegenheit, die die Existenz der Dorfgemeinschaft sichert.
    Doch auch scheinbar unabänderliche Traditionen sind, wie der Roman zeigt, dem Wandel unterworfen, müssen sich neuen Gegebenheiten anpassen. „Mattanza“ zeigt, dass die Folgen von hochindustrialisierten Wirtschaftssystemen, Klimawandel und Globalisierung auch in abgelegenen Teilen der Welt massiv spürbar sind und die dort lebenden Menschen zwingt, ihr Leben zu verändern.
    Sehr lebendig schildert die Autorin auch die Beziehungen der Dorfbewohner untereinander, ihre Abhängigkeiten von den auf dem Festland lebenden Obrigkeiten und ihren Gemeinschaftssinn.
    Besonders gut gefallen hat mir, dass die Autorin eine thematisch ungewöhnliche, fesselnde Geschichte erzählt, die tiefe Einblicke gewährt, nichts beschönigt und die sich verändernde Welt aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Dabei überlässt sie es ihren Leser*innen, Bewertungen vorzunehmen.
    Für mich ist „Mattanza“, das von Barbara Neeb und Katharina Schmidt ins Deutsche übersetzt wurde, ein Lesehighlight im Jahr 2023.

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  1. Mattanza - Eine Welt verändert sich

    Der Roman beschreibt die Entwicklung der Mattanza, der Thunfischjagd, während ca. 50 Jahren, von 1960 bis 2012 auf der fiktiven Insel Katria bei Sizilien, anhand der spannenden Lebensgeschichte einer Frau, Eleonore, des letzten Rais. Dabei geht es im Verlauf des Romans nicht mehr nur um die Tonnara, die von jahrhundertealten Ritualen geprägt ist, sondern um mehr – nämlich um eine totale Veränderung des Lebens auf dieser Insel.

    Katria lebt vom Thunfischfang. Einmal im Jahr geht der Zug der Thunfische an der Insel vorbei und die großen Fische werden von den Fischern in unterirdischen Netzsystemen gefangen, nach traditionellen Ritualen geschlachtet und schließlich in Konservenfabriken auf der Insel verarbeitet. Bezahlt werden sie vom Besitzer der Fabrik, der Familie Filangeri, die zwar eine feudale Villa auf der Insel besitzt aber woanders wohnt. Vom Thunfisch leben alle Menschen auf dieser Insel, Tourismus gibt es nur wenig.

    Der Einstieg erzeugt beim Leser sofort Interesse und Spannung. Eine Katastrophe ist geschehen. Die letzte Möglichkeit eines Nachfolgers für den Rais - den Anführer der Tonnatori – ist verpasst. Seine einzige Tochter hat wieder ein Mädchen geboren, Eleonora Greco, später Nora genannt. Es steht geschrieben, dass der nächste Rais vom Blut der Lombardo sein muss, andernfalls wird es Unglück und Katastrophen für die Insel bringen. Der Rais entscheidet, dass Eleonora seine Nachfolgerin wird, denn nirgends steht, dass es kein Mädchen sein darf, so fordert er die Tochter auf: Bring sie zu mir, sobald das Mädchen keine Mutter mehr braucht.

    Schon im ersten Kapitel lernt der Leser viele Inselbewohner kennen, die ihn über die lange Zeit begleiten werden. Auch ihre Dialoge lassen vor uns die Welt der Insel lebendig werden, zeigen uns die Gemeinschaft und den Zusammenhalt der Menschen auf der Insel.

    In elf Kapiteln, bezeichnet durch Jahreszahlen, erlebt der Leser die Ereignisse und Entwicklungen auf Katria, begegnet den Menschen dort und erfährt von ihren Schicksalen. Wir erleben mit, wie Nora, vom alten Rais gut vorbereitet in ihre Aufgabe hineinwächst und sich durch ihre Souveränität bei der Erfüllung des schweren Erbes die Anerkennung der Tonnatori erwirbt. Nicht an ihr liegt es also, dass die Thunfischjagd immer mehr an Bedeutung für die Inselbewohner verliert.

    Von den ersten Befürchtungen, als man erfährt, dass die Filangeri die Anlagen verkaufen wollen, bis zu dem Stand der Dinge im Jahr 2012 passiert sehr viel in dem Roman, von dem ich nichts vorweg nehmen möchte. Mit allen - und nicht immer zulässigen - Mitteln kämpfen die Inselbewohner um ihre Existenz. Doch im Mittelmeer geschehen Veränderungen, die von ihnen - und auch den Filangeris - nicht beeinflusst werden können. Große Fangschiffe nehmen den größten Teil der Fischschwärme auf, bevor sie die gewohnten Wege ziehen, andere Probleme, die nicht in ihrem Vorstellungsbereich möglich waren, verändern das Leben auf der Insel total.

    Die Welt der Inselbewohner, durch jahrhundertealte Traditionen geprägt, existiert am Ende des Romans so nicht mehr. Der Leser ist gefangen von dieser Erzählung von der ersten bis zur letzten Seite und kann es am Ende kaum glauben, dass soviel in nur 183 Seiten erzählt werden kann. Eine spannende Geschichte, viele Informationen über den Thunfischfang und das Leben auf einer südlichen Mittelmeerinsel, menschliche Beziehungen und vieles mehr. Das alles in einer bildhaften Sprache, die viele Stilmittel einsetzt und das Lesen zu einem Erlebnis macht. Sehr lesenswert!

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  1. 5
    13. Aug 2023 

    Ein Juwel

    Eleonora kommt als Erbin für den Rais, den Anführer des traditionellen Thunfischfangs auf der Insel Katria, zur Welt. Es ist eine Jahrhunderte alte Männerdomäne, so wundert es nicht, dass die Welt dieser kleinen Insel Kopf steht. Gott muss einen Fehler gemacht haben! Doch die Inselbewohner stellen sich dieser Tatsache. Eleonora auch. Sie wächst fern von ihrer Familie beim Großvater auf, der sie an die Thunfischjagd heranführt. Diese wird ihr Leben bestimmen, mit Höhen und Tiefen.
    Ganz gefühlvoll und leise wird die Beziehung der Inselbewohner zu Eleonora gezeichnet, ebenso wie Eleonoras Beziehung zum Großvater und zu ihrem gewichtigen Erbe. Das Leben auf der Insel entfaltet sich unaufgeregt aber sehr facettenreich. Die Stimmung erinnert an einen schönen aber auch melodramatischen italienischen Film in Schwarz-Weiß. Es braucht eine Weile, in diese Welt hineinzugleiten, aber dann ist man mitten drin und verschlingt die Geschichte bis zum Schluss. Die Handlung entfaltet sich von 1960 bis 2012 und spannt einen weiten Bogen – die moderne Welt hält Einzug auf Katria; wie in einem Zeitraffer fiebert man mit der Entwicklung und ihren Folgen mit.
    Ein ganz wunderbares Stück Literatur ist der Autorin gelungen. Der Stil ist unverwechselbar und entfaltet einen faszinierenden Sog in die persönliche Geschichte Eleonoras aber auch in die ethischen Komplikationen unserer modernen Welt. Es lässt sich nicht vermeiden, spätestens am Ende des Buches, über die Auswirkungen so mancher moderner Entwicklung zu grübeln.
    Für mich war das ein ausgesprochen faszinierendes Leseerlebnis, ähnlich wie in einem Boot auf dem aufgewühlten Meer zu fahren. Gute Handlung, überzeugende Entwicklung der Personen, feinfühlige Zeichnung von Tradition und Moderne mit allen dazugehörigen Reibungen, Bezug auf reale Gegebenheiten und eine ergreifende vielschichtige Aussage – eine tolle Mischung, ein wunderbares Buch!

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  1. 5
    13. Aug 2023 

    Ein Juwel

    Eleonora kommt als Erbin für den Rais, den Anführer des traditionellen Thunfischfangs auf der Insel Katria, zur Welt. Es ist eine Jahrhunderte alte Männerdomäne, so wundert es nicht, dass die Welt dieser kleinen Insel Kopf steht. Gott muss einen Fehler gemacht haben! Doch die Inselbewohner stellen sich dieser Tatsache. Eleonora auch. Sie wächst fern von ihrer Familie beim Großvater auf, der sie an die Thunfischjagd heranführt. Diese wird ihr Leben bestimmen, mit Höhen und Tiefen.
    Ganz gefühlvoll und leise wird die Beziehung der Inselbewohner zu Eleonora gezeichnet, ebenso wie Eleonoras Beziehung zum Großvater und zu ihrem gewichtigen Erbe. Das Leben auf der Insel entfaltet sich unaufgeregt aber sehr facettenreich. Die Stimmung erinnert an einen schönen aber auch melodramatischen italienischen Film in Schwarz-Weiß. Es braucht eine Weile, in diese Welt hineinzugleiten, aber dann ist man mitten drin und verschlingt die Geschichte bis zum Schluss. Die Handlung entfaltet sich von 1960 bis 2012 und spannt einen weiten Bogen – die moderne Welt hält Einzug auf Katria; wie in einem Zeitraffer fiebert man mit der Entwicklung und ihren Folgen mit.
    Ein ganz wunderbares Stück Literatur ist der Autorin gelungen. Der Stil ist unverwechselbar und entfaltet einen faszinierenden Sog in die persönliche Geschichte Eleonoras aber auch in die ethischen Komplikationen unserer modernen Welt. Es lässt sich nicht vermeiden, spätestens am Ende des Buches, über die Auswirkungen so mancher moderner Entwicklung zu grübeln.
    Für mich war das ein ausgesprochen faszinierendes Leseerlebnis, ähnlich wie in einem Boot auf dem aufgewühlten Meer zu fahren. Gute Handlung, überzeugende Entwicklung der Personen, feinfühlige Zeichnung von Tradition und Moderne mit allen dazugehörigen Reibungen, Bezug auf reale Gegebenheiten und eine ergreifende vielschichtige Aussage – eine tolle Mischung, ein wunderbares Buch!

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Dogwatching: Die Körpersprache des Hundes

Buchseite und Rezensionen zu 'Dogwatching: Die Körpersprache des Hundes' von Desmond Morris

Inhaltsangabe zu "Dogwatching: Die Körpersprache des Hundes"

Format:Taschenbuch
Seiten:192
Verlag: Heyne Verlag
EAN:9783453165038
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Landverstand

Buchseite und Rezensionen zu 'Landverstand' von Timo Küntzle
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Landverstand"

Format:Taschenbuch
Seiten:336
EAN:9783218012904
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Rezensionen zu "Landverstand"

  1. Interessant, wissenswert, lesenswert

    „Allerdings ist das Meinungsklima der vergangenen Jahre durch einige wenige Umweltgruppen viel stärker geprägt, als es deren Fachkompetenz und Wissenschaftstreue rechtfertigen würde.“ (Zitat Seite 9)

    Thema und Inhalt
    Dieses Sachbuch trägt den Untertitel „Was wir über unser Essen wirklich wissen sollten“, und genau darum geht es. Thema sind die vielen unterschiedlichen Aspekte der brisanten Frage, ob das globale Ernährungssystem auch nachhaltig und biologisch funktionieren kann. Damit verbunden die Überlegungen, welche Zugeständnisse in Landwirtschaft, Nahrungsmittelproduktion und Tierhaltung notwendig sind, um die Menschen weltweit ernähren zu können.

    Umsetzung
    Der Autor, Agrarwissenschaftler und Journalist, ist selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen. Er beginnt mit einem Vorwort, welches das Themenfeld beschreibt, die Zielsetzung und seine Intentionen. Es folgen neun in Abschnitte unterteilte Kapitel. Die vielfältigen Themenkreise beginnen mit dem Urprinzip der Landwirtschaft und führen weiter über die Bedeutung der Landnutzung für das Klima und entsprechende Lösungsansätze, und zu den Fragen rund um den Schutz der Artenvielfalt. In den letzten drei Kapiteln geht es um die heftig diskutierten und sehr umstrittenen Themen Kunstdünger, Pestizide und Gentechnik. Jedes Kapitel stellt Vorstellungen, Forschung und Praxis in einen größeren Kontext und endet mit einer kurzen Zusammenfassung. Kapitel zehn ist ein persönliches Resümee des Autors, gefolgt von einem Anhang mit den Quellenangaben zu den verwendeten Statistiken und Forschungsberichten. Die Sprache entspricht den wissenschaftlichen, informativen Anforderungen von Sachliteratur, ohne jedoch fachlich überladen zu sein. Dadurch ist sie sehr gut lesbar und bleibt verständlich. Auf Seite 172 fragt er uns Lesende: „Sind Sie noch da?“ und ich persönlich konnte antworten: „Klar, Sie haben mich auf keiner Seite und keine Minute lang verloren.“

    Fazit
    Auch wenn man, wie auch ich, in einzelnen Kapiteln und Aussagen sicher nicht die Meinung des Autors teilen wird, ist dieses Sachbuch eine wichtige, sehr interessant zu lesende und umfassend recherchierte Zusammenfassung der derzeit wichtigsten Themen und vielseitigen Aspekte im Zusammenhang mit Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Ernährung. Der Autor stellt viele Fragen, zeigt mögliche Antworten aus Sicht der Landwirtschaft, untermauert diese mit Untersuchungen des Weltklimarates. Er selbst fordert in seinem Resümee auf, dieses Buch, aber auch alle Statistiken und Informationen der Umwelt-NGOs kritisch zu hinterfragen. Dieses Buch brachte mir perönlich nicht nur mehr aktuelle Fakten und dadurch mehr Wissen zu den Themenschwerpunkten der Kapitel sieben bis neun, sondern führte zum Nach- und teilweisen Umdenken in meiner bisherigen Meinung.

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Wildes Land

Buchseite und Rezensionen zu 'Wildes Land' von Isabella Tree
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Wildes Land"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:416
EAN:9783832181826
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Rezensionen zu "Wildes Land"

  1. Die Natur holt sich alles zurück, wenn man sie nur lässt

    !ein Lesehighlight 2022!

    Klappentext:

    „An stillen Junitagen kann man auf dem Landgut Knepp in West Sussex wieder das unverkennbare Gurren der selten gewordenen Turteltauben hören. Ein wahres Wunder für das ehemals intensiv bewirtschaftete Agrar- und Weideland, das nur 70 Kilometer vom Londoner Stadtzentrum entfernt liegt. Auch die in Großbritannien bedrohten Waldohreulen und Wanderfalken sowie zahlreiche Tagfalter- und Pflanzenarten siedeln sich nun in Knepp an, und jedes Jahr kommen neue hinzu.

    Als Isabella Tree mit ihrem Mann das wegweisende Renaturierungsprojekt initiierte, ahnte sie noch nichts von

    der Geschwindigkeit, mit der sich die Natur erholen kann. Trees persönlich geschriebene, faszinierende Geschichte handelt von der Schönheit und Kraft der Natur und gibt Hoffnung.“

    Land wieder urbar zu machen, kennt man ja schon aus der Literatur bzw. sieht es oft mit eigenen Augen wenn man sich für seine Flora und Fauna interessiert. Hier wurde das Projekt nur etwas akribischer und intensiver durchgeführt als anderswo. In „Wildes Land“ beschreiben Isabella Tree und ihr Mann wie sie ihr Landgut in West Sussex wieder renaturiert haben. Ich muss gestehen, für mich las sich diese Geschichte wie ein packender Roman! Ich war von der Idee der beiden komplett begeistert und gespannt was mich nun hier als Leser erwartet. Es scheint schier unglaublich was die Trees hier erzählen und doch kennt man es: die Natur holt sich alles zurück, wenn man sie nur lässt. Die Trees beschreiben eindrücklich ihr Handeln und ihre Grundgedanken dahinter, wir erleben als Leser das Wachsen und Werden der Natur fast hautnah - besser geht es nicht. Es gibt Tiefpunkte aber auch Höhen und wenn man bedenkt das die Natur hier wieder zum Herrscher über die Grashalme wurde und die Tiere wieder einen neuen, alten Lebensraum gefunden haben, rührt das unheimlich an den Gefühlen. Einfach nur wunderschön! Auf dem Landgut Knepp ist wieder Leben eingezogen aber der anderen Art und es ist erstaunlich wie und warum die Tiere wiederkommen. Als Natur-Begeisterter hat man hier seine wahre Wonne das Buch zu lesen. Man bekommt Lust es ihnen nachzumachen, nur fehlt bei vielen vielleicht einfach die Fläche, aber warum nicht mal mit Gemeinde- oder Stadtverwaltung sprechen, mit dem Bauern nebenan? Vieles ist machbar wenn wir es nur wollen! Familie Tree hat hiermit wunderbare Einblicke aber auch ein gewisses Statement gesetzt. Ich bin schwer beeindruckt von dem Buch und vergebe 5 von 5 Sterne!

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Vom Wachsen und Werden

Buchseite und Rezensionen zu 'Vom Wachsen und Werden' von Sue Stuart-Smith
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Vom Wachsen und Werden"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:384
Verlag: Piper
EAN:9783492070775
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Rezensionen zu "Vom Wachsen und Werden"

  1. Der Garten ist die beste Medizin für unsere Seele

    Klappentext:

    „Im Garten finden viele Menschen Entspannung, schöpfen neue Kraft und kommen zur Ruhe. Der Prozess des Pflanzens und Pflegens, Säens und Erntens beeinflusst unser Wohlbefinden, unsere Fähigkeit zur Selbstreflexion und unsere Kreativität. Gartenarbeit ist aber auch ein bewährtes Heilmittel zur Behandlung vieler psychischer Probleme – von Sucht- und Angststörungen bis hin zu Depressionen und Traumata. In diesem Buch zeigt die Psychiaterin und begeisterte Gärtnerin Sue Stuart-Smith, wie sich die Natur positiv auf unsere innere Welt auswirkt, uns Inspiration bietet und den Geist bereichert.“

    Autorin Sue Stuart-Smith beleuchtet in ihrem Buch „Vom Wachsen und Werden“ ein sehr aktuelles Thema. Stuart-Smith geht bei einigen Stellen nicht zimperlich vor und zeigt uns Lesern genau das was wir manches Mal gar nicht uns eingestehen wollen. Wenn uns die Kraft für den Garten fehlt, kann dies viele gründe haben. Aber der Garten gibt Kraft und Energie zurück, das steht fest, wenn wir sie erkennen und nutzen. Sie erläutert viele Sichtweisen, beschreibt Situationen und deren Lösungen/ Lösungsansätze bzw. deren andere Seite. Selbstredend geht sie dabei immer positiv vor. Wir lesen hier keinen Motivationstrainer sondern ein zartes Buch zum Thema Krankheiten der Psyche. Ihr Heilmittel ist nunmal eben oft der Garten und diese „Medizin“ finde ich wunderbar. Ihre Töne sind zart und nicht mahnend. Sie zeigt vieles durch klare Worte und schont nicht mit den negativen und belastenden Dingen die uns krank machen. Fest steht: sie erzählt hier vom Wachsen und Werden und zwar über uns hinaus wenn wir es denn zulassen wollen.

    Ein sehr sensibles Buch welches 4 von 5 Sterne von mir erhält.

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Inspiration Biene: Lesung

Buchseite und Rezensionen zu 'Inspiration Biene: Lesung' von Thomas Radetzki
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Inspiration Biene: Lesung"

Format:Audio CD
Seiten:0
EAN:9783868479843
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Rezensionen zu "Inspiration Biene: Lesung"

  1. Summt gut aber mit kleinen Schwächen

    Klappentext:

    „Flügelnah verfolgen Thomas Radetzki und Matthias Eckoldt die Prozesse im Bienenstaat. Sie schildern die sich wandelnden Rhythmen im Volk, die virtuose Kommunikation der Bienen und ihre fein abgestimmte Kooperation bei allen Handlungen. Als das erfolgreichste Unternehmen der Welt demonstrieren die Bienen, dass ein Gemeinwesen auf Dauer nur bestehen kann, wenn alle Beteiligten dabei gewinnen. Beispielgebend finden sie in ein Gleichgewicht des Nötigen und zeigen eine Alternative zu unserem Wachstumsstreben, dem nicht nur die Bienen zum Opfer zu fallen drohen.

    Das Buch beschreitet neues Terrain: Es geht um Gesellschaft, Politik, Bildung, Ökonomie, Landwirtschaft, Lebensmittelproduktion, um neue Horizonte und Lebensperspektiven, um Wertschätzung, Bruttonationalglück und fehlende Resonanzräume. Nicht nur Imker, Landwirte und Bienenwissenschaftler werden zitiert, auch Unternehmensberater, Pädagogen, Soziologen, Systemtheoretiker, Pfarrer und Philosophen kommen zu Wort. Der Mut eines Bienenschwarms kann dabei ansteckend wirken: Wenn er auszieht, lässt er alles zurück und wird einzig vom Vertrauen in die Fülle der Welt getragen. Eine Ermutigung für alle, die aufbrechen wollen. Lesen Sie, wie Bienen ticken, wie sie reden, wer sie regiert, was sie krank macht. Fragen Sie sich mit den Autoren, was uns Bienen sagen.“

    Ich habe schon so einige Bücher und auch Hörbücher zum Thema gelesen/gehört aber ich muss ich wirklich sagen, hier bin ich etwas zwiegespalten. Einerseits begeistert vom generellen Aufbau und Wissen aber auch etwas neutral beim letzten Part und „neuen Terrain“ des Hörbuches.

    Die beiden Autoren gehen sehr sinnig und tiefgründig in die Materie und der Hörer erlebt hier ein echtes Wissenserlebnis. Von der Geburt bis zum Tod, von der Drohne bis hin zur Königin werden hier alle wichtigen Themen behandelt. Das Buch wird damit als besonders beschrieben, da es neues Terrain erläutern soll. Stimmt auch. Die beiden Autoren gehen sehr detailliert und akribisch in weitreichendere Themen ein wie konventionelle Landwirtschaft oder artgerechte Haltung. Interessant, keine Frage, aber die beiden Autoren verzetteln sich komplett in ihrer eigenen Meinung und es scheint, als wäre eine andere nicht zulässig. Sie werten teils bewusst, teils unbewusst und mahnen auch manches Mal. Gerade bei der Bienenhaltung sind mahnende Worte ok, aber es kommt auf die Dosis an und auf den Ton der die Musik macht. Viele Parts wirken dadurch etwas missglückt. Mir persönlich fehlt es hier an Weitsicht und Umsicht. Imkern ist eine alte Tradition. Was aber richtig perfekt dosiert war ist der Ton und der Erzählstil des Sprechers. Dieser ist Joachim Schönfeld und er lullt einen mit seiner kompetenten und ruhigen Art komplett in den Bienenstock mit ein. Sein Ausdruck und seinen Betonungen sind immer fein akzentuiert gewählt und unterstreichen den Text hervorragend!

    Ich vergebe 4 von 5 Sterne.

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Sapiens: Die Falle

Buchseite und Rezensionen zu 'Sapiens: Die Falle' von Yuval Noah Harari
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Sapiens: Die Falle"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:252
Verlag: C.H.Beck
EAN:9783406777516
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Rezensionen zu "Sapiens: Die Falle"

  1. 5
    06. Dez 2021 

    Großartige Lektüre.

    Dies hier ist ein Sachbuch als Graphic Novel, basierend auf dem Weltbestseller Eine kurze Geschichte der Menschheit desselben Autors. Das Original besteht aus vier Teilen und dies hier ist nun der zweite, als Graphic Novel adaptiert. Der erste Band Sapiens – Der Aufstieg hat mir bereits sehr gut gefallen und das hier bringt dieselbe Qualität. Inhalt und Optik sind einfach fantastisch. Wer bereits den ersten Band mochte, wird auch hier voll zufrieden gestellt werden.
    Aber es ist eigentlich gar nicht nötig, den ersten Band gelesen zu haben. Natürlich, wer ein komplettes Bild der menschlichen Entwicklung bekommen will, sollte das machen, aber rein von der Lektüre her sind die beiden Bände eigenständig und können unabhängig voneinander gelesen werden.
    Tatsächlich finde ich sogar, dass dieser Band hier viel mehr Zündstoff für Debatten hat. Wenn es nämlich um den Unterschied zwischen Biologie und Kultur geht, bewundere ich den Mut, das hier so klar ausgesprochen zu haben. Hierarchien, Rassismus, Kastensystem, Patriarchat, Homosexualität und viele weitere heikle Themen werden hier (ab S. 164) auf verständliche Weise auf einen gemeinsamen Nenner runtergebrochen und präsentiert. Sehr gut gemacht und allein wegen diesem Abschnitt ist dieses Buch absolut lesenswert.
    Aber auch der Rest des Buches lohnt sich und enthält einige sehr interessante Punkte, die doch zum Nachdenken anstimmen sollten.
    Fazit: Sehr zu empfehlen.

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