Die Libanonzeder (Tapir)

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Libanonzeder (Tapir)' von Raffaella Romagnolo
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Inhaltsangabe zu "Die Libanonzeder (Tapir)"

›Cedrus libani‹, so heißt der Baum, der seit Jahrtausenden die Geschichte der Menschheit begleitet. Schon die Phönizier verehrten ihn, wie sollten sie auch nicht? Ein Baum, der so alt werden kann, hat viel zu erzählen. Und so erkundet Raffaella Romagnolo nicht nur das Wesen dieses besonderen Baums, sie zeigt auch in vier Episoden, wie die kleinsten Momente Leben verändern können und was der Halt bedeutet, den die Wurzeln der Libanonzeder versprechen.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:128
Verlag: Diogenes
EAN:9783257072327
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Rezensionen zu "Die Libanonzeder (Tapir)"

  1. Ein Kleinod des Nature Writing

    Unter dem Motto „Take Care“ versammelt der Verlag Diogenes in seiner neuen Reihe Diogenes Tapir Sachbücher und Romane, die von der Natur, der Menschheitsgeschichte, Kulturen, Gemeinschaften und Respekt erzählen. Einer der ersten Titel, die als wertige, nachhaltig produzierte Hardcover-Ausgaben in der typischen Verlagsfarbe Weiß, aber mit verändertem Design erscheinen, ist ein nur 120 Seiten umfassendes, entzückendes, exklusives Bändchen der italienischen Autorin Raffaela Romagnolo mit dem Titel "Die Libanonzeder". Die 1971 geborene Italienerin hat mich 2019 mit ihrem Roman "Bella ciao" begeistert und auch "Dieses ganze Leben" habe ich 2020 gerne gelesen.

    Bäume als Protagonisten
    Der Verlag der italienischen Originalausgabe Aboca Edizioni ruft in seiner Reihe "Il Bosco degli Scrittori" (Der Wald der Schriftsteller) Autorinnen und Autoren dazu auf, über Bäume ihrer Wahl zu schreiben. Raffaela Romagnolo hat mit der Libanonzeder den am häufigsten in der Bibel zitierten Baum gewählt. Er steht symbolisch für Macht, Stärke, Erhabenheit, Schutz, Eleganz und Ruhm, aber auch für Langlebigkeit, Heiligkeit und Frieden. Ursprünglich war diese Zedernart im Libanon weit verbreitet, der sie in seiner Flagge führt, wurde aber dort weitgehend abgeholzt. In Mitteleuropa, wo die Libanonzeder bislang wenig verbreitet ist, könnte diese trocken- und hitzetolerante Sorte zukünftig weniger an den Klimawandel angepasste Baumarten ablösen.

    Vier Kurzgeschichten
    In Raffaela Romagnolos Büchlein ist die Libanonzeder der rote Faden, der vier Kurzgeschichten aus vier Epochen miteinander verbindet. Die Protagonistinnen und Protagonisten stehen an Wendepunkten ihres Lebens, alle haben dramatische Verluste erlitten. Zu Beginn und zwischen den Geschichten gibt es kurze, sehr poetische Kapitel zum Lebenszyklus des Baumes: Keimung, Verwurzelung, Fortpflanzung und Untergang.

    Von der Vorzeit bis in die Zukunft
    In der ersten Geschichte flieht die 15-jährige Hotti vor ihrer archaischen Familie, um ihrem Geliebten über das Gebirge und durch den großen Zedernwald ans Meer zu folgen.

    Die eigenhändige Anpflanzung einer Libanonzeder in der zweiten Erzählung wird 1787 zum Wendepunkt im Leben des wider Willen zum Präfekten des Botanischen Gartens von Pisa ernannten Giorgio Santi.

    In der dritten Geschichte möchte eine junge, vom Tod ihres Mannes tief getroffene Gräfin eine bei ihrer Hochzeit 1856 gepflanzte Libanonzeder fällen, bevor sie das Weingut im Piemont verlässt. In der Gewitternacht vor ihrer Abreise greift sie zur Axt.

    Die letzte Geschichte ereignet sich in der Zukunft. Nach einer nicht näher beschriebenen großen Katastrophe wird im Rahmen eines Forschungsprogramms nach Möglichkeiten zur Wiederbesiedlung gesucht wird. Mit seiner Einmannkapsel macht Kommandant Lars Nyman im nördlichen Libanon eine sensationelle Entdeckung.

    Der Kreis schließt sich
    Mit der ersten und letzten Geschichte im Wadi Qadisha, Libanon, wo einst der „Wald der Zedern des Herrn“ stand, schließt sich der Kreis. Die Libanonzeder in Pisa fiel 1935 einem Sturm zum Opfer, während der piemontesische Baum bis heute dort steht.

    "Die Libanonzeder" von Raffaela Romagnolo wurde 2023 von der Stiftung der Gärten Venedigs mit dem Campiello Natura Preis für belletristische, der Natur gewidmete Werke ausgezeichnet. Auch mich hat dieses Kleinod aus dem Bereich Nature Writing in der vorzüglichen Übersetzung von Peter Klöss sehr begeistert.

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Wege aus der Parteiendemokratie

Buchseite und Rezensionen zu 'Wege aus der Parteiendemokratie' von Michael Rother

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Lesern von "Wege aus der Parteiendemokratie" gefiel auch

Format:Taschenbuch
Seiten:114
Verlag: 9783757981709
EAN:9783757981709
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Zwölf Jahre Ein Sklave

Buchseite und Rezensionen zu 'Zwölf Jahre Ein Sklave' von Solomon Northup

Inhaltsangabe zu "Zwölf Jahre Ein Sklave"

Dies ist die detailgetreue Übersetzung und Gesamtausgabe des Bestsellers "12 Years A Slave", verfilmt 2013, bereits heute ausgezeichnet mit dem Golden Globe als Bester Film und einer der ersten Anwärter auf den Oscar.



"Zwölf Jahre Ein Sklave" ist die Geschichte des Solomon Northup, der - obwohl als freier Mann geboren - zwölf lange Jahre versklavt wurde. Northups Geschichte war nicht nur eine der ersten ihrer Art, sondern auch eine der prägnantesten, informativsten und unverfälschtesten. Versklavt für Jahre und mehrfach weiterverkauft musste er die Peitsche, Hunger und Beleidigungen ertragen. Umso beeindruckender ist sein Bericht.



Northup war ein freier Bürger des Bundesstaats New York, als man ihn kidnappte und am Red River in Louisiana in die Sklaverei verkaufte. Dort wurde er zwölf Jahre getrieben, ausgepeitscht und von brutalen Plantagenbesitzern herumgestoßen bis ihn ein Freund aus dem Norden rettete und mit seiner Familie zusammenführte. Trotz seiner schrecklichen Leidensgeschichte ist es ihm gelungen, sein Unglück so gerecht wie möglich zu beschreiben - eine nicht unbedeutende Leistung, zu der nur wenige in seiner Situation fähig gewesen wären. Die feinsinnigen Beobachtungen und bedächtigen Abschätzungen des hochintelligenten Northup machen "Zwölf Jahre Ein Sklave" zu einem überragenden und einzigartigen Zeitzeugnis der Sklaverei. Als historisches Dokument schlägt es die bezaubernd einfache Geschichte des Vaters Henson um Längen. Geduldig, verlässlich und ohne Bosheit erzählt ist es wertvoller als die Geschichte von Beecher-Stowes Märtyrer "Onkel Tom" und ein stärkeres Argument gegen die Sklaverei als es die Berge von argumentativen Schriften und ethischen Diskursen jemals sein können

Format:Taschenbuch
Seiten:180
EAN:9783849699697
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Scharfsichtige Frauen

Buchseite und Rezensionen zu 'Scharfsichtige Frauen' von Unda Hörner

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Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:144
EAN:9783869151885
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Israel: Einführung in ein schwieriges Land

Buchseite und Rezensionen zu 'Israel: Einführung in ein schwieriges Land' von Carlo Strenger

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Format:Taschenbuch
Seiten:173
EAN:9783633542550
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The World: A Family History

Buchseite und Rezensionen zu 'The World: A Family History' von Simon Sebag Montefiore
3
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Format:Taschenbuch
Seiten:1302
EAN:9781780225616
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Rezensionen zu "The World: A Family History"

  1. Geschichte ist blutig und chaotisch

    Kurzmeinung: Ich habe mir unter "Familiengeschichte der Menschheit" etwas anderes vorgestellt.

    Wie eine Chronologie der Menschheit mutet das Mammutwerk von Simon Montefiore an, wobei: so etwas ist einfach nicht zu leisten. Denn wenn man eine Chronologie der Menschheit schreiben wollte, müsste man ein Werk über alles schreiben, über ihre sämtlichen Errungenschaften. Da dies unmöglich ist, beschränkt sich „Die Welt“ auf die Themen Politik und Macht, Kampf und Kriege.
    Der Autor schreitet in der Menschheitsgeschichte voran mithilfe des Markers der Weltbevölkerung und gibt jeweils einen Überblick über die Weltlage. Jedem Kapitel stellt er eine Liste der Weltagitatoren des betreffenden Zeitabschnitts voran. Doch wäre ein allgemeines Personenregister am Ende mit Seitenzahlen und entsprechend anzuspringender Position für die Ebook-Ausgabe noch hilfreicher gewesen, da man das Werk schon allein seins Umfangs wegen selten von Anfang bis Ende lesen wird; und ohne Personenregister ist „Die Welt“ als Nachschlagewerk schwer händelbar.

    Das Leseerlebnis und der Kommentar:
    Ausgehend von der Aussage des Autors „ich habe mich dazu entschieden, dieses Buch aus der Perspektive von Familien zu schreiben“ komme ich auf eine falsche Spur. Es gibt keine Familiengeschichten am Anfang und auch keine Geschichte von Dynastien. Allerdings … wir reisen zusammen weit weit zurück, der Autor und ich, zu den Pharaonen und Arkadiern, zu den Hethitern, den Nubiern und Assyrern, zu den Persern und den Babyloniern, zu den Barkiden und den Scipionen, zu den ganzen arabischen Dynastien … wie hätte der Autor trotz intensiven Studiums der Quellen hier in einzelne Familien blicken können, so wie ich es mir vorstellte.
    Auch später mit besserer Quellenlage ausgestattet, ist der Familienblick nicht dergestalt, wie ich es mir ausmalte, sondern bleibt an der Oberfläche, tiefer zu schürfen ist prinzipiell wahrscheinlich wieder zu viel verlangt, nur sollte man dann damit auch nicht werben, der Autor kann allenfalls einige Schlaglichter werfen. Namedropping gibts auch.
    Was bekommt man denn dann? Durchaus eine chronologisch aufgebaute Rundumsicht. Allerdings ist es geraten, sich immer wieder nur einzelne Kapitel herauszugreifen, sonst wird man von dem ungefilterten Wust an Informationen erschlagen.
    Der Autor legt zu meinem Missvergnügen sichtlich Wert auf allerlei voyeuristische grausame und blutrünstige Details, alle verbürgt, ohne Zweifel, doch fragt man sich, ob man eine derartige reißerische Aufmachung der Weltgeschichte braucht. Nun ja, was braucht man schon wirklich. Die Bildzeitung auch nicht und doch wird sie gekauft. Reißerisch scheibt Montefiore und auf Effekt. Manche mögen das ja. Und außerdem: so wars. Geschichte ist ist ist blutig und chaotisch, da beißt die Maus keinen Faden ab.
    Eines aber muss man dem Werk bei aller Kritik zugutehalten: den vielen Leuten, denen Geschichte normalerweise am Hinterreifen vorbeigeht weil sie aus deren Sicht dröge, langweilig und bieder daherkommt und nur aus Jahreszahlen bestehe, diese Menschen kann Montefiori mit seiner speziellen Art der Darstellung vielleicht doch an die Materie heranführen und wer weiß möglicherweise sogar begeistern. Insofern ... .

    Fazit: Für mich zu detailwulstig mit Fokus auf all dem, was besonders verabscheuungswürdig war in der Geschichte der Menschheit, andererseits durch eine sehr gute Gliederung, eine Möglichkeit, sich ziemlich rasch einen umfassenden Überblick über einen bestimmten Zeitabschnitt zu verschaffen.

    Kategorie: Sachbuch
    Verlag. Klett Cotta, 2023

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Weiße Zeit der Dürre

Buchseite und Rezensionen zu 'Weiße Zeit der Dürre' von André Brink

Inhaltsangabe zu "Weiße Zeit der Dürre"

Autor:
Format:Broschiert
Seiten:320
Verlag: Goldmann
EAN:9783442083817
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Türme und Plätze

Buchseite und Rezensionen zu 'Türme und Plätze' von Niall Ferguson

Inhaltsangabe zu "Türme und Plätze"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:798
EAN:
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Das Osmanische Reich: 1300-1924

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Osmanische Reich: 1300-1924' von  Douglas Howard

Inhaltsangabe zu "Das Osmanische Reich: 1300-1924"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:480
EAN:9783806237030
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Die Formel der Hoffnung: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Formel der Hoffnung: Roman' von Lynn Cullen
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

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Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:470
EAN:
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Rezensionen zu "Die Formel der Hoffnung: Roman"

  1. 4
    20. Aug 2023 

    Frauen in der Forschung

    Im Buch geht es um Dorothy Horstmann. Sie hat große Ambitionen. Sie arbeitet daran, Polio auszuradieren. Als Ärztin kann sie die beängstigenden Zustände der Epidemie hautnah miterleben. Leider wird ihr als Frau im 20. Jahrhundert nicht zugetraut, wichtige wissenschaftliche Erfolge zu erlangen. Sie kämpft also nicht nur gegen Polio, sondern muss sich auch gegen den alltäglichen Sexismus zur Wehr setzen.

    Die Zustände im Buch bezüglich der Kinderlähmung sind sehr beängstigend rübergebracht. Die damalige Zeit wird so dargestellt, dass man sich als lesende Person gut einfühlen und die Hilflosigkeit und Angst der Menschen nachempfinden kann. Dadurch kann man auch nachvollziehen, mit was für einer Motivation Dorothy Polio bekämpft. Durch diese Tatsache fühlt sich die Respektlosigkeit ihr gegenüber natürlich noch mehr wie ein Schlag ins Gesicht an. Das Buch stellt meiner Meinung nach sehr gut dar, wie viel Dummheit hinter Sexismus und anderer Diskriminierung steckt. Denn wenn man den Forschungen aller im Buch erwähnten Frauen eher getraut hätte, wäre der entscheidende Schlag gegen Kinderlähmung voraussichtlich viel früher möglich gewesen. Es wird auch gezeigt, wie oft Frauen bevormundet werden und wie ihre Erkenntnisse ihnen nicht zugestanden oder ihre Forschungen nicht gewürdigt wurden.

    Der Roman ist sehr beängstigend und spannend und verleiht den forschenden Frauen dieser Zeit eine Stimme, was ich sehr verdient finde.

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