Ein letzter erster Augenblick: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Ein letzter erster Augenblick: Roman' von Holly Miller
NAN
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Inhaltsangabe zu "Ein letzter erster Augenblick: Roman"

Autor:
Format:Broschiert
Seiten:496
Verlag:
EAN:9783764507336
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Keeping Secrets

Buchseite und Rezensionen zu 'Keeping Secrets' von Anna Savas
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Keeping Secrets"

Autor:
Format:Broschiert
Seiten:480
Verlag: LYX
EAN:9783736315341
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Rezensionen zu "Keeping Secrets"

  1. Interessante Story und eine Clique zum Wohlfühlen

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 08. Mai 2021 

    „Keeping Secrets“ von Anna Savas ist der erste Band einer Reihe, die sich um eine Clique der Faerfax University dreht. Im ersten Teil stehen Tessa und Cole im Fokus. Tessa Thorn ist eine junge sehr bekannte Schauspielerin, die aufgrund eines Filmdrehs in ihre Heimatstadt Faefax zurückkehrt. Nach einer Tragödie war sie nie wieder dort und hat Probleme mit ihrer Vergangenheit abzuschließen. Der junge Journalismus-Student Cole wird gebeten ein Portrait über Tessa zu schreiben. Doch er kommt nicht nur Tessas Vergangenheit, sondern auch ihr selbst gefährlich nahe…
    Das Cover ist einfach wunderschön und irgendwie romantisch und zart. Ich finde es passt hervorragend zu dem filigranen Band des Vertrauens was sich im Verlauf der Geschichte zwischen Cole und Tessa aufbaut. Anna Savas hat ein Talent dafür die Gefühle – insbesondere Tessas – zu Papier zu bringen und hat mich damit sehr schnell in die Geschichte reingesogen. Ich habe so oft mit Tessa gelitten und fand sie von Anfang an sympathisch. Cole hingegen habe ich zu beginn als sehr ruppig und unfreundlich empfunden. Für mich war sein Verhalten total unfair und grundlos. Im Laufe der Handlung merkt man aber, warum er so reagier wie er reagier und das Band zwischen Tessa und Cole baut sich sukzessive auf. Durch dein eingängigen Schreibstil fliegt man förmlich über die Seiten.
    Absolute Highlight für mich ist die Clique in Faerfax. Tessa lernt die Freunde nach und nach kennen und wird unverhofft selbst in den Kreis aufgenommen. Anna Savas hat durch die Beschreibung der Freunde und deren individuelle Charaktere eine Art Geborgenheit geschaffen. Ich habe mich sehr gefreut, dass es weitere Bände rund um die Clique geben wird – insbesondere Julian hat es mir angetan. Jetzt heißt es nur noch warten.
    Kritisch habe ich die Geschwindigkeit des Buches im letzten Drittel gesehen. Die anfänglich zarte Verbindung zwischen Cole und Tessa baut sich langsam und Stück für Stück auf und wird dann für meine Verhältnisse zu schnell abgehandelt. Das ein oder andere Drama zeichnet sich schon während des Mittelteils ab und ich war sehr verwundert, dass bestimmte Handlungsstränge nicht mehr weiterverfolgt wurden. Stattdessen kommt es zu einem anderen (auch vorhersehbaren) Drama, was dann eigentlich nicht mal aufgelöst wird. Fand ich unbefriedigend.
    Alles in allem ist es ein sehr gutes Buch, da Ende hat aber Optimierungspotenzial.

 

Bernsteinsommer

Buchseite und Rezensionen zu 'Bernsteinsommer' von Anne Barns
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Bernsteinsommer"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:384
Verlag: HarperCollins
EAN:9783749900206
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Rezensionen zu "Bernsteinsommer"

  1. Auf den Spuren von verborgenen Geheimnissen und Gemälden

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 06. Mai 2021 

    "Wahre Freunde sind wie ein Leuchtturm. Er schenkt Geborgenheit, wenn man in seiner Nähe ist und in der Ferne ein Licht." (Nicole Oesterwind)
    Das Leben könnte so schön sein, denkt sich Christina. Mit ihrem Frankfurter Café, das mit Papas schönsten Bilder dekoriert ist, hat sie sich ihren Traum erfüllt. Wäre da nicht ihre baldige Scheidung und die stetig fortschreitende Alzheimererkrankung ihres Vaters, die ihm jede Lust zum Malen genommen hat. Außerdem belastet Christina und ihre Mutter sehr, dass er immer mehr in seine eigene Welt verschwindet. Als er eines Tages doch wieder nach seinen Malutensilien fragt, erscheint es ihnen wie ein Licht am Horizont. Bei der Suche entdeckt Christina einige alte Gemälde, die nicht von ihrem Vater stammen. Magisch angezogen von den malerischen Bildern Rügens, beschließt sie kurzfristig einen Urlaub dort zu verbringen, um auf die Suche nach der Künstlerin zu gehen. Wäre da nur nicht die Sehnsucht nach Lukas ihre ganz neu gewonnen Liebe. Jedoch auf der Suche nach der Vergangenheit findet sie nicht nur Neues über ihre Familie heraus und Antworten auf ihre Fragen, sondern jede Menge neue Freundschaften.

    Meine Meinung:
    Magisch angezogen von dem neuerlichen bezaubernden Cover, habe ich mich auf das neuste Buch von Anne Barns gefreut. Schon bei den ersten Seiten stellt sich bei mir wieder ein Wohlgefühl ein, das ich nur bei den Büchern dieser Autorin so erlebe. Der Schreibstil ist wieder einmal sehr lebhaft, mitfühlend, emotional und unterhaltsam, sodass ich das Buch nicht mehr zur Seite legen kann. Gerade jetzt in dieser Zeit hat es mich gefreut, dass ich mit dieser Geschichte ein bisschen Urlaub an der Ostsee machen konnte. Dazu verhilft natürlich wieder einmal ein Wiedersehen mit den bekannten Charakteren auf Rügen, die ich schon von anderen Büchern der Autorin kenne. Doch erst einmal zu Christina, den das Schicksal ihres Vaters mit der Alzheimer Erkrankung hat mich tief bewegt. Ich konnte mich förmlich in ihre belastende Situation hineinversetzen und bin gleichzeitig erstaunt, wie gut die Familie das Ganze meistert. Die guten Recherchen haben wieder einmal gezeigt, dass die Autorin hier ein sehr glaubwürdiges Krankheitsbild zu Papier gebracht hat. Und selbst die Einblicke auf Rügen und Hiddensee haben bei mir wieder Bilder von unserem damaligen Urlaub hervorgezaubert. Ich muss sagen, dass ausgerechnet ein Wasserrohrbruch Christinas Urlaubspläne schneller vorantreibt war wirklich eine gute Idee. Am meisten jedoch hat mich wieder einmal die herzliche Art gefreut, mit der sie von ihrer Tante Thea und ihren Freunden empfangen wird. Wie schon in den vorherigen Büchern wird Christina schnell im Kreis der Rügener Ludwig, Oma Annie, Pia, Katharina und Jana aufgenommen. Die traumhafte Landschaft mit Meer, Strand, Leuchttürme und Bernstein lässt sie sofort dahinschmelzen. Das ausgerechnet ein Abstecher zur malerischen Künstlerinsel Hiddensee dann ein Geheimnis lüftet, damit hatte nicht mal Christina gerechnet. Schön wäre es gewesen, wenn die Geschichte aus der Vergangenheit vielleicht noch ein bisschen ausführlicher und spektakulärer gewesen wäre. Natürlich kommt die Liebe zu Lukas, dem ehemaligen Auszubildenden ihres Vaters, den sie durch Zufall wieder gesehen hat, hier ebenfalls nicht zu kurz. Und wie in allen Büchern der Autorin dürfen natürlich hier nicht die besten Rezepte der Geschichte zum Nachbacken fehlen, die man am Ende des Buchs finden kann. Das dabei Theas sommerliche Christstollen schon auf ein weiteres Buch auf Rügen hinweist, freut mich umso mehr. Deshalb von mir 5 von 5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die Sehnsucht nach Urlaub, Liebe und Freundschaft haben.

 

Das Jahr der Rosenschwestern

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Jahr der Rosenschwestern' von Susan Mallery
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Jahr der Rosenschwestern"

Format:Taschenbuch
Seiten:384
Verlag: HarperCollins
EAN:9783749900022
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Rezensionen zu "Das Jahr der Rosenschwestern"

  1. Schönes Buch

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 05. Mai 2021 

    Margot und Sunshine sind Zwillingsschwestern, die nicht unterschiedlicher sein können. Margot ist ruhig und besonnen, Sunshine eher quirlig und impulsiv. Aber eines haben sie gemeinsam, ihre Beziehungen sind nicht wirklich gut für sie und ihr Leben.

    Margot arbeitet als Benimmcoach und soll der Schauspielerin Bianca zum letzten Schliff auf dem diplomatischen Parkett verhelfen, da diese demnächst einen Diplomaten heiraten wird. Allerdings stellt sich dieser Job schwieriger als erwartet heraus. Ein Lichtblick ist aber Biancas Sohn Alec, der wieder der perfekte Partner auf Margot wirkt.

    Sunshine versucht derweil ihr Leben neu anzugehen. In ihrem Job als Babysitterin von Connor hat sie viel Spaß, ihr College Besuch soll ihr das Tor zu einer anderen Karriere öffnen und den Männern hat sie eigentlich abgeschworen, da sie ihr bisher nur Unglück gebracht haben. Wenn da nur nicht Connors Vater Declan wäre.

    Susan Mallery liefert mit diese m Buch wieder einen soliden Liebesroman ab, der nicht mit Verwicklungen spart. Das Buch liest sich gut und man kann sich die Handlungsorte gut vorstellen. Allerdings hätte man manches sicher straffen können, es kam mir manchmal so vor, als würde sich die Geschichte wiederholen. Was mir allerdings gut gefallen hat, dass teilweise das Geschehen auch aus der Sicht der Männer geschildert wurde. Das machte gerade deren Verhaltensweisen glaubwürdiger.

    Alles in allem war es ein schönes Buch, das ich gerne gelesen habe. Von daher durchaus eine Leseempfehlung.

 

Das Haus unter den Pinien

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Haus unter den Pinien' von Sabine Diesinger
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Haus unter den Pinien"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:345
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Das Haus unter den Pinien"

  1. Eine tragische Familiengeschichte

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 04. Mai 2021 

    Dagmar will mit ihrem Freund Leo und dessen Sohn, sowie der Familie ihres Bruders Stefan einen entspannten Sommerurlaub in einem Ferienhaus an der französischen Atlantikküste verbringen. Doch es kommt anders. Von Anfang an sind Spannung da. Als ihr Stefan dann auch noch eröffnet, dass er ihren Vater mit seiner zweiten Frau eingeladen hat, ist Dagmar wütend. Sie hat ein angespanntes Verhältnis zu ihrem Vater, wirft sie ihm doch vor, dass er nach dem Tod von ihrer Schwester Dorit die Familie im Stich gelassen hat. Plötzlich brechen lange verdrängte Gefühle an die Oberfläche.
    Es ist wahrlich keine leichte Sommerlektüre, die uns die Autorin Sabine Diesinger mit diesem Buch präsentiert. Dennoch lässt sie sich gut lesen. Die Beschreibung der Gegend lässt Urlaubsgefühle aufkommen.
    Die Personen sind alle gut gezeichnet. Die Vergangenheit hat bei ihnen Spuren hinterlassen. Dagmar war sechs Jahre alt, als ihre ältere Schwester Dorit durch einen Unfall starb. Dagmar fühlt sich nicht wirklich wohl in ihrem Leben und fühlt sich immer zurückgesetzt. Anfangs nervte sie mich mit ihrem Selbstmitleid, doch im Nachhinein konnte ich verstehen, warum sie so war.
    Als die Familienmitglieder nun zusammen sind, brechen Gefühle auf und es kommt zu Vorwürfen. Doch bei all den Konflikten kommen auch Erinnerungen hoch und damit wendet sich die Geschichte, wie ich es so nicht erwartet hatte.
    Mich hat die Geschichte von Anfang an gepackt und ich bin erschüttert über das, was am Ende offenbar wird. Es zeigt, dass Erlebtes nicht verdrängt werden sollte, denn es hat Einfluss auf das Leben und bricht irgendwann hervor.
    Ein dramatischer, etwas bedrückender und dennoch packender Roman.

 

Everything We Had: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Everything We Had: Roman' von Jennifer Bright
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Everything We Had: Roman"

Offen, optimistisch, lebensfroh – das ist Kate. Bis ein zutiefst traumatisches Erlebnis sie aus der Bahn wirft. Sie bricht das College in London ab und zieht sich zurück. Nur eines hält sie aufrecht: ihr Traum vom eigenen Café. Als sie die Chance bekommt, einen kleinen Laden in London zu mieten, setzt sie alles auf eine Karte. Doch sie hat die Rechnung ohne Aidan gemacht. Der Neffe der Inhaberin möchte das Geschäft in einen Buchladen verwandeln. Um ihren Traum zu verwirklichen, muss Kate mit Aidan zusammenarbeiten. Dabei kommen sie einander gefährlich nahe. Doch Kate kann es sich nicht leisten, dass jemand einen Blick hinter ihre Fassade wirft und entdeckt, dass ihre Seele in Scherben liegt …

Format:Broschiert
Seiten:400
Verlag:
EAN:9783864931611
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Rezensionen zu "Everything We Had: Roman"

  1. süße Geschichte

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 04. Mai 2021 

    Kate hat endlich ihren Traum von einem eigenen Café verwirklicht. Mist nur, dass auch Aidan einen Mietvertrag für die Räume hat und dort Bücher verkaufen will. Zusammen machen sie das Cosy Corner - Coffee and Books auf. Doch jeder hat so sein Päckchen zu tragen.

    Bei diesem Buch ist mir das Cover sofort ins Auge gefallen. Ich mag diesen Frühlingsvibe. Es ist schön fröhlich, auch wenn die Geschichte auch ihre traurigen Seiten hat. Auf jeden Fall finde ich es gut gestaltet. Der Klappentext verrät auch nicht zu viel von der Story, lädt aber definitiv zum Lesen ein.
    Der Schreibstil ist schön locker flockig, weswegen ich das Buch auch recht schnell lesen konnte. Ich mochte es auch, dass das eine oder andere Kapitel von Aidan erzählt wurde. Das gab der Geschichte etwas mehr Tiefe.

    Beide Charaktere haben mir gut gefallen. Klar, Aidan war anfangs unsympathisch aber das war genau so von der Autorin beabsichtigt. Die Abschnitte, in der es um die Vergangenheit ging, wurden für meinen Geschmack sehr gut in die laufende Geschichte eingebracht und durch eine andere Schriftart konnte man auch nichts falsch verstehen. Auch die Nebencharaktere fand ich einfach wundervoll.

    Mir hat das Buch alles in allem sehr gut gefallen und ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band, der leider viel zu lange auf sich warten lässt.

 

Das Land der Anderen: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Land der Anderen: Roman' von Leïla Slimani
NAN
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Inhaltsangabe zu "Das Land der Anderen: Roman"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:384
Verlag:
EAN:9783630876467
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All das zu verlieren: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'All das zu verlieren: Roman' von Leïla Slimani
4
4 von 5 (8 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "All das zu verlieren: Roman"

Format:Taschenbuch
Seiten:224
EAN:9783442719693
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Rezensionen zu "All das zu verlieren: Roman"

  1. Lese- und Hörtipp

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 08. Nov 2019 

    Ich habe mich bei diesem Werk für das Hörbuch entschieden und glaube, dass das eine gute Entscheidung war, weil ich mich so ganz tief in die Geschichte und in die dramatische, düstere und melancholische Atmosphäre fallen lassen konnte.

    Die Autorin verschafft uns mit ihrem Roman einen eindrücklichen und sehr realistischen Blick in die Abgründe einer psychisch schwer erkrankten Frau und in die Gedanken ihres von ihr besessenen Ehemannes.

    Was wir dann zu sehen, also zu lesen oder zu hören bekommen, ist erschütternd, abstoßend, beklemmend aber auch berührend, fesselnd und Mitgefühl erregend.

    Vor allem gegen Ende des Romans wollte ich oft gleichzeitig aufhören und weiterhören. Aufhören, weil das Gehörte so schwer zu verdauen war und weiterhören, weil ich unbedingt erfahren wollte, wie die Geschichte endet.

    In dem Roman geht es um Adèle, die nach außen hin ein gleichermaßen unauffälliges wie gut betuchtes Leben an der Seite ihres Mannes, einem Chirurgen und ihres kleinen Sohnes führt. Sie arbeitet als Journalistin bei einer Pariser Tageszeitung. Sie ist krank. Sie hat ein Geheimnis. Sie setzt alles aufs Spiel.

    Ich möchte diesen Roman empfehlen. Ein Lese- und Hörtipp!

  1. All das zu verlieren (Befrieidgend)

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 04. Aug 2019 

    Leïla Slimani
    All das zu verlieren
    Luchterhand

    Autor: Die französisch-marokkanische Autorin Leïla Slimani gilt als eine der wichtigsten literarischen Stimmen Frankreichs. Slimani, 1981 in Rabat geboren, wuchs in Marokko auf und studierte an der Pariser Eliteuniversität Sciences Po. Ihre Bücher sind internationale Bestseller. Für den Roman »Dann schlaf auch du« wurde ihr der renommierte Prix Goncourt zuerkannt. »All das zu verlieren«, ebenfalls preisgekrönt, erscheint in 25 Ländern. In den Essaybänden »Sex und Lügen« und »Warum so viel Hass?« widmet Leïla Slimani sich dem Islam und dem Feminismus sowie dem zunehmenden Fanatismus. Seit 2017 ist Leïla Slimani offiziell Botschafterin für Frankophonie. Sie lebt mit ihrer Familie in Paris. (Quelle: Luchterhand)

    Adéle führt ein eigentlich tolles Leben, ist verheiratet mit ihrem Mann Richard und den Sohn der beiden. Doch in Wirklichkeit ist es nicht so, wie es nach außen hin scheint. Adéle ist in ihrem Leben hin und hergerissen. Wünscht sich auf der einen Seite ein anderes Leben, hat auf der anderen Seite jedoch Angst davor, alles zu verlieren. Das was die Sache nochmals erschwert, ist die Tatsache, dass Adéle Sex mit anderen Männern hat, wovon ihr Mann Richard jedoch nichts wissen darf.

    Das Buch “All das zu verlieren” hat keine typischen Kapitel, sondern viel mehr Absätze. Einige der Absätze behandeln dabei die Vergangenheit der Protagonistin (welche von Beginn an nicht sonderlich sympathisch zu sein scheint), wodurch sich der/die Leser/-in nach und nach, immer mehr Puzzleteile der Protagonistin bekommt. So lässt sich das Verhalten der Charaktere, im Laufe des Buches auch immer besser verstehen. Leider wurde hier einiges an Potenzial nicht ausgeschöpft und es bleibt noch Luft nach oben, denn 100 % nachvollziehen lässt sich das Verhalten der Protagonistin leider nicht immer (und das bis zum Ende des Buches). Allgemein wird die Protagonistin des Buches deutlich genauer beleuchtet, als alle anderen, im Buch vorkommenden Charaktere. Dies ist aber auch zu verstehen, da es im Buch eindeutig um das Leben von Adéle geht, einer Frau, die ständig auf der Suche nach Glück ist, dies jedoch nie vollends erreicht. Dementsprechend Negativ ist die Grundstimmung des Buches und das bis zum Ende hin. Auf jeder Seite bekommt der/die Leser/-in dabei einen neuen, teilweise erschreckenden Einblick in die psyche der Protagonistin, der garantiert polarisiert.
    Positiv zu nennen sind bei dem Buch allerdings der Schreibstil der Autorin (Leïla Slimani), denn dieser ist die ganze Zeit über recht flüssig zu lesen und zu jedem Zeitpunkt leicht verständlich (wenn auch nicht immer nachvollziehbar, siehe oben).

    Cover: Das Cover des Buches “All das zu verlieren” ist in zwei Farben (gelb und grau) unterteilt. Hier zeigt sich eventuell schon die Tatsache, dass die Protagonistin zwei Seiten/Leben hat?! Eventuell ist die gelbe Farbe dabei sogar ein Indiz auf Frankreich, wenn man an den Eifelturm denkt?! Außerdem sehen wir eine rauchende Frau, bei der es sich scheinbar, um die Protagonistin selbst handelt. Diese Frau steht dabei genau in der Mitte, der zwei kontrastreichen Farben (wie im Leben der Protagonistin selbst). Der Titel (All das zu verlieren) des Buches, steht auf der gelben Seite und passt wirklich gut zum Inhalt des Buches (spätestens nach dem Lesen wird einem klar, wieso das Buch diesen Titel trägt).
    Insgesamt gefällt mir das Cover von “All das zu verlieren” gut und es ist passend zum Inhalt. Es wirkt zwar leicht minimalistisch und ist nicht auf den ersten Blick zu verstehen, allerdings ist das für mich keineswegs negativ.

    Fazit: Leïla Slimani hat ein Buch geschaffen, welches bis zum Ende hin, mit Trauer durchtränkt ist. Die Handlungen der Charaktere sind dabei erschreckend zu lesen, leider aber nicht immer nachvollziehbar und das ist in meinen Augen, für ein Top Buch, wichtig. Auch nach dem Ende des Buches bleibt eigentlich nicht viel zurück, außer einer eventuell negativen Stimmung, von der man sich hat anstecken lassen. Der Schreibstil und die Sprache des Buches lassen sich allerdings gut und flüssig lesen.
    Mich konnte das Buch also nicht wirklich überzeugen, weshalb ich nur auf 3/5 Sterne komme.

    Klappentext: Nach außen hin führt Adèle ein Leben, dem es an nichts fehlt. Sie arbeitet für eine Pariser Tageszeitung, ist unabhängig. Mit ihrem Ehemann, einem Chirurgen, und ihrem kleinen Sohn lebt sie in einem schicken Viertel, ganz in der Nähe von Montmartre. Sie reisen, sie fahren übers Wochenende ans Meer. Dennoch macht Adèle dieses Leben nicht glücklich. Gelangweilt eilt sie durch die grauen Straßen, trifft sich mit Männern, hat Sex mit Fremden. Sie weiß, dass ihr die Kontrolle entgleitet. Sie weiß, dass sie ihre Familie verlieren könnte. Trotzdem setzt sie alles aufs Spiel. (Quelle: Luchterhand)

    Autor: Leïla Slimani
    Titel: All das zu verlieren
    Verlag: Luchterhand
    Genre: Roman
    Seiten: 352
    Preis:Hardcover:22,00 // eBook:17,99
    Erstveröffentlichung: 2019
    ISBN: 978-3630875538

  1. Ein Leben, das außer Kontrolle gerät

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 30. Jul 2019 

    Auf den ersten Blick führt Adèle ein angenehmes Leben: Die Journalistin arbeitet für eine Pariser Tageszeitung. Mit ihrem Mann Dr. Richard Robinson, einem Chirurgen, und ihrem kleinen Sohn Lucien lebt sie in einem schicken Pariser Viertel. Finanziell geht es der Familie gut, sie reist gerne einmal übers Wochenende ans Meer. Dennoch ist Adèle unglücklich und führt ein Doppelleben. Sie trifft sich heimlich mit anderen Männern und lebt mit Fremden ihre sexuellen Obsessionen aus. Dabei setzt sie alles aufs Spiel, denn sie könnte viel verlieren…

    „All das zu verlieren“ ist der gelungene Debütroman von Leïla Slimani.

    Meine Meinung:
    Der Roman besteht aus kurzen Kapiteln, die sich zum Teil aus mehreren Abschnitten zusammensetzen. Erzählt wird zunächst aus der Perspektive von Adèle, später aus der von Richard. Der Roman ist chronologisch aufgebaut, allerdings gibt es mehrere Rückblenden. Diese Struktur ist gut durchdacht.

    Der Schreibstil wirkt eher reduziert, schnörkellos, detailarm und nüchtern, ist aber gleichzeitig auch intensiv, schonungslos und eindringlich. Die Autorin beweist eindrucksvoll, wie gut sie mit Sprache umgehen kann und wie viel sich in wenigen Sätzen vermitteln lässt. Schon nach wenigen Seiten entwickelt die Geschichte dadurch einen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte.

    Mit Adèle steht eine interessante Protagonistin im Vordergrund, die das Potenzial hat zu polarisieren. Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, sie auf Anhieb als sympathisch empfunden zu haben. Obwohl ihre Gedanken und Gefühle recht deutlich werden, konnte ich ihr Verhalten größtenteils nicht nachvollziehen oder gar gutheißen. Dennoch hat der Charakter etwas an sich, das ihn spannend und reizvoll macht, sodass ich ihre Geschichte sehr gerne verfolgt habe. Stellenweise drängt sich der Eindruck auf, dass die Protagonistin etwas überspitzt dargestellt wird. Das hat mich beim Lesen allerdings nicht gestört. Absolut authentisch finde ich Richard. Die Nebenfiguren bleiben größtenteils recht blass, was in diesem Fall aber zur Geschichte passt.

    Mit nur etwas mehr als 200 Seiten ist der Roman ziemlich kurz. Trotzdem steckt inhaltlich eine Menge darin, denn die Geschichte verfügt über viel Tiefgang. Es geht um mehr als nur die Lebensgeschichte einer zerrissenen Frau und die Abgründe, die sich dabei offenbaren. Ein Pluspunkt ist die gesellschaftskritische Komponente, durch die der Roman immer wieder aufwühlt und zum Nachdenken anregt.

    Das Cover gefällt mir gut, weil es die innerliche Zerrissenheit von Adèle illustriert. Der deutsche Titel weicht leider stark vom französischen Original („Dans le jardin de l'ogre“) ab, den ich um einiges passender finde.

    Mein Fazit:
    Mit „All das zu verlieren“ konnte mich Leïla Slimani überzeugen. Es ist ein fordernder, aber sehr besonderer Roman, der mich in seinen Bann gezogen hat. Mit Sicherheit wird es nicht die letzte Geschichte der Autorin bleiben, die ich gelesen habe.

  1. Abgründig

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 02. Jul 2019 

    Eine Protagonistin, ganz weit weg von meinem Lebensweg und mir völlig fremd, die mich dennoch nicht loslässt und fesselt, mich verärgert und frustriert und mein Mitleid erregt. Das schafft die preisgekrönte Autorin Leïla Slimani in ihrem Roman „All das zu verlieren“.

    Adèle ist eine gelangweilte und getriebene Frau, sexsüchtig und haltlos auf der Suche nach dem ultimativen sexuellen Kick, um die Gleichgültigkeit und die Leere in ihr für einen Moment vergessen zu können.

    „Sie will nur ein Objekt inmitten einer Meute sein. Gefressen, ausgesaugt, mit Haut und Haaren verschlungen werden.“

    Wohl gebettet in eine geordnete bürgerliche Existenz ist Adèle eine rastlose, getriebene und letztlich gelangweilte und unglückliche Ehefrau eines Mediziners, die nicht nur ihre Ehe sondern auch ihr eigenes Berufsleben aufs Spiel setzt, um Befriedigung darin zu finden, genommen und begehrt zu werden. Sie will nicht geben, und wenn ihr kleiner Sohn quengelt, ist sie vordergründig genervt. Und obwohl sie sich in immer riskantere Abenteuer mit Fremden stürzt und sich allen Rettungsversuchen entzieht, möchte sie doch den Schutz der bürgerlichen Fassade nicht missen.

    „Sie wollte, dass sie sich nach ihr verzehren, dass sie bereit waren alles aufzugeben, für sie, die nie etwas aufgegeben hat.“

    Unsympathisch und abschreckend wirkt Adèle auf mich, sie sieht nur die Gitterstäbe ihres goldenen Käfigs, wo Sicherheit und Glück sein könnten und wünscht sich Geld, das nicht nach Schweiß und Arbeit stinkt. Alles ist ihr egal, so mein Gefühl anfangs beim Lesen, sie lebt in der Schutzblase, die ihr Mann durch seine Arbeit um sie herum schafft, und setzt dennoch alle Regeln des Zusammenlebens außer Kraft, bis sie die Kontrolle verliert.
    Ein Umzug von Paris aufs Land schafft einen bürgerlichen Scheinfrieden, dem Adèle aber wieder entflieht.

    „Manchmal wirkt sie wie ein verstörter Vogel, der mit seinem Schnabel gegen die Scheiben stößt, seine Flügel an den Türklinken bricht.“

    Völlig nebenbei, lapidar und zugleich grausam werden Adèles Süchte beschrieben, ohne nach der Ursache zu suchen oder diese zu benennen, ohne Auflösung und vor allem völlig ohne die einer Madame Bouvary anhaftenden Romantik. Eine modernes, hässlich verzerrtes Spiegelbild von Madame Bouvary hat die Autorin geschaffen, irgendwie in die heutige Zeit passend, zwanghaft getrieben statt frei und abartig grauenvoll statt angenehm verrucht und romantisch, Obsession statt der Liebe folgend.

    Selbstverlust und Aufgabe der Kontrolle durch Sex sind hier von der Autorin Leïla Slimani eindringlich und wortgewaltig in Szene gesetzt. Zwei Jahre vor ihrem preisgekrönten Roman „Dann schlaf auch du“ ist dieser hier erstmals auf Deutsch vorliegende Debütroman der in Paris lebenden Autorin entstanden. Man spürt beim Lesen das Seziermesser, das sie schonungslos ansetzt, um gesellschaftliche Abgründe eindrucksvoll darzustellen, nachhaltig, ohne Schönmalerei, ohne Rückzugsmöglichkeit für ihre Figuren und für den Leser. Das Buch ist weit weg von Schönheit und Romantik, und obwohl ich an vielen Stellen angewidert von Adèles Verhalten war bin ich dennoch ganz nah bei ihr und empfinde am Ende Mitleid und fast so etwas wie Verständnis für ihre Situation, für die es letztlich keinen Ausweg gibt.
    Großartig und äußerst lesenswert, aber so gar nichts für romantische Seelen möchte ich dieses Buch sehr empfehlen, das trotz der Thematik niemals pornografisch oder abgedroschen wirkt. Bravo dafür!

  1. Ein Tanz am Abgrund

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 16. Jun 2019 

    Adele hat scheinbar alles im Leben um glücklich zu sein. Ihr Mann Richard ist wohlsituierter Arzt, der Sohn Lucien ein gesundes Kind. Ihr Job als Journalistin bringt sie zu politisch brisanten Brennpunkten. Und trotzdem ist sie leer, auf der Suche nach etwas, will sich spüren und gespürt werden. Sie führt ein Doppelleben wohl verborgen vor ihrem Mann, führt Männerbekanntschaften, oft nur für eine Nacht. Es sind keine liebevollen Affären, mitnichten. Adele bewegt sich unaufhörlich in einer Spirale von sexueller Gewalt.
    Leila Slimani erzählt hier von einer sehr schwierigen Frau, einer zerrissenen Frau, die ihre bürgerliche Fassade wahren möchte, aber für die das „Normale“ nicht mehr gut genug ist, die immer mehr, immer schnelleren und immer brutaleren Kick braucht. Adele hadert mit ihrer Rolle als Ehefrau, als Mutter. Adeles Kindheit bei einer abweisenden Mutter, die Adele nur beim Vornamen nennen kann, wird angerissen. Liefert aber zu wenig an Erklärung für Adeles Werdegang. Das ganze Ambiente ist spießbürgerlich. Das typische französische „Sie“ zwischen den Schwiegerleuten, die moralinsaure Schwiegermutter, die Adele „meine kleine Adele“ nennt. Man will Adele zurufen „Nimm die Beine in die Hand und lauf davon!“ Aber Adele bleibt, und missbraucht, lässt sich missbrauchen, tanzt am Rande des Abgrunds.

    „Sie ist euphorisch, wie Betrüger es sind, die man noch nicht entlarvt hat. Voller Dankbarkeit, geliebt zu werden, und starr vor Angst bei der Vorstellung, all das zu verlieren.“

    Erzählen kann Leila Slimani. Obwohl Adele in ihrem Wesen mir immer fremd blieb, und ich muss eine Protagonistin nicht mögen oder verstehen, zieht die Geschichte einen in den Strudel von Betrug, Verrat, Missbrauch. Slimani will verstören und das schafft sie durchaus. Aber unter dem Strich gibt es keine Entwicklung, kein Fazit, außer dass Sucht in die Katastrophe führt. Nun, dass ist nichts Neues. In Leila Slimanis Essayband Sex und Lügen merkt man kann ganz eindringlich, wie ihr die sexuelle Selbstbestimmung von Frauen am Herzen liegt. Doch mit Adele bringt sie einfach nur einen psychisch kranken Menschen- Adele, die scheinbar hilflos ihren Obsessionen ausgeliefert ist - auf die Bühne. Ich will von starken Frauencharakteren lesen, wenn gerühmt wird, dass die Autorin „intelligent von Frauen“ schreibt. Ich will nicht von Frauencharakteren lesen, denen man nachsagen möchte, sie hätte das ja genau so gewollt!

  1. Zwänge der Gesellschaft

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 10. Jun 2019 

    Die Geschichte einer unglücklichen Frau, die von ihrer Rastlosigkeit und dem Schein eines glücklichen Lebens zerissen wird. Meiner Meinung nach ein sehr realitätsnahes Thema - insbesondere in unserer heutigen Gesellschaft.
    In dem Buch taucht man immer weiter in die Geschichte ein, und erlebt wie sich ein Mensch verliert und fragt sich, wie lange das so gut gehen kann...
    Vielleicht ist Adèles Sucht auch nichts anderes als eine Krankheit, die aus den Zwängen und Normierungen entstanden ist, der eine Frau in dieser Welt von heuet ausgesetzt ist.

    Eine sehr tiefgründige Erzählung, die mir gut gefallen hat. Der Schreibstil war angenehm zu lesen, daher gibt es von meiner Seite auch eine Empfehlung für dieses Buch.
    Die Geschichte einer unglücklichen Frau, die von ihrer Rastlosigkeit und dem Schein eines glücklichen Lebens zerissen wird. Meiner Meinung nach ein sehr realitätsnahes Thema - insbesondere in unserer heutigen Gesellschaft.
    In dem Buch taucht man immer weiter in die Geschichte ein, und erlebt wie sich ein Mensch verliert und fragt sich, wie lange das so gut gehen kann...
    Vielleicht ist Adèles Sucht auch nichts anderes als eine Krankheit, die aus den Zwängen und Normierungen entstanden ist, der eine Frau in dieser Welt von heuet ausgesetzt ist.

    Eine sehr tiefgründige Erzählung, die mir gut gefallen hat. Der Schreibstil war angenehm zu lesen, daher gibt es von meiner Seite auch eine Empfehlung für dieses Buch.

  1. Ich hab nie so ein Getue um dich gemacht!

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 09. Jun 2019 

    Familie Robinson, das sind Adéle Robinson, eine Journalistin und ihr Mann Richard, ein Chirurg und ihr kleiner Sohn Lucien leben in einer schicken Wohnung in Paris. Sie sind sozial abgesichert, es scheint als würde es ihnen gut gehen. Schnell wird klar, dass dies nicht der Fall ist. Adéle scheint eher auf einen negativen Zustand zuzufliegen, all das zu verlieren. Und warum ist dies so?

    "Ich hab nie so ein Getue um dich gemacht." Dies sagt die Mutter Simone zu ihrer Tochter Adéle. Und genau dies merkt man auch. Man merkt der Tochter viele Defizite an, die zum Teil durch das Handeln oder Nichthandeln der Mutter entstanden sind. Natürlich kann die Mutter nicht für alles als Schuldige herangezogen werden, der betreffende Mensch, hier Adéle hat sicher auch noch ein Wörtchen mitzureden. Aber ein kleines Mädchen ist sicher noch kein vollwertiger Mensch und kann sicher vieles noch nicht so einordnen wie ein Erwachsener. Wobei ja auch diese oft genug Situationen falsch einschätzen und falsch handeln. Insgesamt ist dieses Buch ein erschreckendes und gut gezeichnetes Psychogramm eines zerstörten Menschen. Auf jeden Fall sieht man am Beispiel von Adéle was ein gestörtes Mutter-Tochter-Verhältnis bewirken kann, wobei man hier sicher eine fehlende väterliche Reaktion auch mit einfließen lassen könnte. Was habe ich alles an Adéle entdecken können; da sind depressive Gedankengänge, Adéle hat auch kaum ein Selbstwertgefühl aufbauen können, Adéle hat durch das gestörte Mutter-Tochter-Verhältnis auch eine vollkommen gestörte Bindungsfähigkeit, positive Rückmeldungen holt sie sich über ein obsessives Sexualverhalten, dass man sich auch wie einen Schrei nach Aufmerksamkeit, vielleicht sogar nach Liebe vorstellen kann, sicherlich etwas was nicht von selbst gekommen ist, ansonsten kann man auch ein selbst schädigendes Verhalten klar erkennen, schon durch ihr sexuelles Verhalten, aber auch in der Nahrungsaufnahme, Zigarettenkonsum etc., paranoide Gedanken sind auch schon klar erkennbar. Das ist alles recht viel für einen Menschen!

    Das Buch ist in einem sehr hohen Sog geschrieben. Man kann dieses Buch nicht weglegen, ist vollkommen schockiert und entsetzt vom Gelesenen. Man möchte aber genauso erfahren warum hier passiert was passiert, warum Adéle handelt wie sie handelt. Und dies ist ebenfalls eine Stärke des Romans. Leila Slimani lässt immer mal im Gelesenen ein Bröckchen fallen, man erfährt nach und nach, ganz langsam und wohl dosiert die gesamte Geschichte. Dadurch wird so ein immenser Sog erzeugt und man begreift schließlich vollkommen schockiert. Ein heftiges Buch! Aber es ist wunderbar geschrieben! Leila Slimani wird mir in Erinnerung bleiben und es ist nicht das letzte Buch gewesen, welches ich von ihr in den Händen halten werde.

    Ich gebe eine klare Leseempfehlung! Aber man sollte nicht so sehr bei den sexuellen Geschehnissen hängenbleiben. Diese sind hier schließlich nur ein Symptom!

  1. Eine Frau, die zu viel will...

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 09. Jun 2019 

    Auf Empfehlung habe ich diesen Roman gelesen und ich wusste nach der Lektüre gar nicht so richtig was ich empfinden soll. Die optische Aufmachung finde ich sehr gelungen, da man in der rauchenden Frau die Hauptakteurin wiedererkennt.

    In der Geschichte geht es um die verheiratete Adèle, die alles im Leben hat und dennoch nicht glücklich ist. Immer wieder bricht sie aus dem Ehealltag aus und vernachlässigt ihre Pflichten. Wird ihr das bald zum Verhängnis werden?

    Adèle als Charakter war keine Person, die ich sonderlich mochte. Sie wirkte auf mich sehr arrogant und ichbezogen. Ihre sexuellen Eskapaden lasen sich für mich zwar äußerst interessant, aber viele ihrer Stelldicheins fand ich eher abstoßend und ich konnte nicht ganz nachvollziehen warum sie dies tut. Erst als man ihre Mutter kennenlernt, ahnt der Leser warum sie so geworden ist.

    Richard als gehörnter Ehemann hat mir persönlich recht gut gefallen, weil er sehr viel für seine Familie tut. Allerdings haben seine Abwesenheit durch zu viel arbeiten und seine Beziehung zum Thema Sex sicher dazu beigetragen, dass Adèle so agiert.

    Der kleine Lucien, der Sohn des Ehepaares, hat mir unheimlich Leid getan. Man spürte wie sehr er seine Mutter braucht, die ihn aber immer wieder irgendwo abgibt und schlichtweg vernachlässigt.

    Der Autorin ist es sehr gut gelungen aufzuzeigen was in einer Gesellschaft passiert, in der die Menschen alles haben und dennoch nicht glücklich sind.

    Auch wenn ich den Roman nicht mit großem Genuss gelesen habe, so hat er doch bei mir einen Punkt getroffen, da mich das Ganze letztendlich doch irgendwo berührt hat.

    Fazit: Interessante Lektüre, die mich sehr nachdenklich gestimmt. Gern spreche ich eine Empfehlung aus.

 

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