Triumph der Macht: Das römische Imperium von Hadrian bis Konstantin

Buchseite und Rezensionen zu 'Triumph der Macht: Das römische Imperium von Hadrian bis Konstantin' von  Michael Kulikowski
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Triumph der Macht: Das römische Imperium von Hadrian bis Konstantin"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:488
Verlag: wbg Theiss
EAN:9783806236699
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Rezensionen zu "Triumph der Macht: Das römische Imperium von Hadrian bis Konstantin"

  1. Anregend und fundiert

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Jan 2021 

    Generell bin ich grundsätzlich immer etwas skeptisch bei historischen Studien amerikanischer Historiker. Zu oft schon habe ich eher reißerische, aber wissenschaftlich wenig fundierte Darstellungen in den Fingern gehabt, wobei sich diese zumeist auf die Zeitgeschichte bezogen. Nun wurde von der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Michael Kulikowskis "Triumph der Macht" angeboten und ich habe mir das Buch, ehrlicherweise zugegeben, auus Mangel an Alternativen zu Weihnachten schenken lassen. Doch dieses Mal wurde ich positiv überrascht. Der Historiker, der an der PennStat University lehrt, erweist sich als wissenschaftlich solide arbeitender profunder Kenner der römischen Kaiserzeit. Er beschreibt in seiner Studie den die ca 200 Jahr zwischen Kaiser Hadrian (117-131) und Constantius II (gest. 361), einen, historisch betrachtet relativ kurzen Zeitraum, in dem sich aber im römischen Imperium so einiges veränderte. Stand Hadrian, noch in der Tradition der von Augustus geschaffenen Staatsordnung, so entwickelte sich unter seinen Nachfolgern das römische Reich gravierend. Innenpolitisch wurde das Bürgerrecht letztendlich auf alle Bewohner ausgeweitet, was natürlich einen weitaus größrenen Verwaltungsaufwand und -apparat mit sich brachte. Dieser Apparat führte zur Ausbildung des neuen Ritterstandes (Fachleute aus vermögenden Familien, oft mit militärischen Anfängen), der nach und nach den Einfluss der alten Senatorenfamilien zurückdrängte. So ist es auch nicht überraschend, dass in der Transformationsphase auch Kaiser aus dieser gesellschaftlichen Schicht entstammten. Sie hatten sich als militärische Fachleute in den zahlreichen Abwehrkämpfen an den Grenzen des Reiches bewährt und wurden von ihren Armeen in gewisser Weise hochgeputscht. Um den Koloss des Riesenreichs überhaupt noch regieren zu können und um die zahlreichen Bürgerkriege zu beenden, schuf der Soldatenkaiser Diokletian die Tetrarchie, ein System mit zwei Augustie (einen für den Westen, einen für den Osten), denen jeweils ein Caesar (eine Art Juniorkaiser) zur Seite stand, wiederum mit Aufgaben an den bedrohten Grenzen versehen. Dieses System wiederum brachte dann Konstantin an die Macht, der dann das Fundament für die nächsten Jahrhunderte römisch-griechischer Geschichte bis zum Untergang Konstantinopels schuf. Nicht nur, dass er zu einer eher traditionellen Besetzung der Tetrarchie zurückkehrte (nach der Ausschaltung seiner ursprünglichen Mitkaiser ersetzte er sie durch seine Söhne), bekanntlicherweise machte er ja auch das Christentum zur Staatsreligion und leitete spätestens damit die Spätantike ein.

    All diese Entwicklungen schildert Kulikowski anregend und fundiert. In gewisser Weise ist das Buch eine gute Ergänzung zu der im letzten Jahr von mir gelesenen Studie Mischa Meiers zur Völkerwanderung.

 

Die Perserkriege

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Perserkriege' von Josef Fischer
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Perserkriege"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:224
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Die Perserkriege"

  1. Solide Darstellung

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 29. Dez 2020 

    Der Wiener Althistoriker hat mit "Die Perserkriege" die wohl aktuellste Darstellung dieses uralten Themas vorgelegt. Ausführlich und unter Verwendung der wenigen vorliegenden Quellen beschreibt er die Voraussetzungen, die Ursachen und den Verlauf der Auseinadersetzung zwischen Griechen und Persern in der ersten Hälfte des 5.Jahrhunderts v.Chr. Dabei ist naturgemäß wenig Neues zu erwarten, eben weil die Quellenlage so dünn ist. Im Grunde ist es beinahe nur der Vater der Geschichtsschreibung Herodot, der dazu Material liefert. Und dieses ist, wie Fischer quellenkritisch mehrfach aufzeigt, mit äußerster Vorsicht zu genießen. Die bekannten Schlachten bei Marathon, den Thermopylen und die vermutlich entscheidende Seeschlacht bei Salamis sind Allgemeingut, aber ob sie sich wirklich so zugetragen haben, wie Herodot und spätere Autoren sie beschreiben, ist äußerst zweifelhaft. Das beginnt mit den schier unglaublichen zahlentechnischen Überlegenheit der ins Feld ziehenden Perser, die wohl nur dazu dienen soll, den Mut und die Opferbereitschaft der eigenen, der griechischen Seite, zu betonen und endet mit mit einigen Details zum Schlachtverlauf, die bei genauerem Hinsehen sich als zumindest fragwürdig erweisen. Auf jeden Fall haben die Griechen wohl Fortuna an ihrer Seite gehabt, bedenkt man, dass vor der entscheidenden seeschlacht die persische Flotte durch einen heftigen Sturm bereits dezimiert wurde und dass die persischen Feldherren sich einige fatale Fehler erlaubten, unter anderem den, sich die durch die Hoplitenphalnx gekennzeichnete Kampfweise der Griechen aufdrücken zu lassen, was die eher leicht bewaffneten Perser immer wieder ins Hintertreffen brachte.

    Interessant ist vor allem das lieder sehr kurze letzte Kapitel, in dem Fischer eine universalhistorische Wertung der Perserkriege vorzunehmen, d.h. der frage nachzugehen, was gewesen wäre, wenn die Perser damals gesiegt hätten. Frührere Autoren sahen in den Kriegen stets den erfolgreichen Abwehrkampf des Westens gegenüber dem Osten (nicht zufälligerweise appellierte Göring nach Stalingrad an den Durchhaltewillen, indem er die Schlacht an den Thermopylen instrumentalisierte), wobei der westen für Freiheit und Fortschritt, der Osten für Unterdrückung und religiöse Borniertheit. Dagegen betont Fischer, dass die Perser gegenüber den unterworfenen Völkern eine weitgehende Toleranz walten ließen, was vermuten lässt, dass all das, für das das klassische Greichenland steht, auch im Fall einer Niederlage eingetreten wäre, möglicherweise wäre sogar der diesen Auseinandersetzungen folgende fatale Peloponnesische Krieg, in dem es um die Hegemonie der einstmals verbündeten Spartaner und Athener ging, ausgeblieben.

 

Eine kurze Geschichte der Menschheit

Buchseite und Rezensionen zu 'Eine kurze Geschichte der Menschheit' von Yuval Noah Harari
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Eine kurze Geschichte der Menschheit"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:529
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Eine kurze Geschichte der Menschheit"

  1. Großartiges Buch!

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Jan 2020 

    Großartiges Buch!
    Die Art und Weise wie Harari hier die wichtigsten Ereignisse der Menschheit aufzeichnet ist hervorragend. Er verliert sich seltene in Details oder reißt Themen zu oberflächlich an. Er schafft es in seiner, wie der Titel des Buches schon Selbst sagt, kurzen Beschreibung der Epochen immer genau soviel zu Sagen das es einem zum weiterdenken anregt. Sei es nun Kulturen, Religion, Glück oder Themen wie Ernährung und Nachhaltigkeit, am ende steht man meist grübelnd da und macht sich Gedanken. Wer am ende dieses Buches nicht wenigstens einmal seinen Alltag infrage gestellt hat und darüber hinaus im allgemeinen die Errungenschaften sowie die Schattenseiten der menschlichen Geschichte, der hat entweder nicht Richtig gelesen oder ist Selbst schon gänzlich verloren.

    Ich kann es nur jedem empfehlen. Es löst zwar keinen der aufgegriffen Fragen oder Probleme aber das ist auch nicht der Sinn und Zweck dieses Buches.
    Für jeden der auch mal über den Tellerrand hinaus Schauen will.

 

Das Königreich der Vandalen

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Königreich der Vandalen' von Konrad Vössing
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Königreich der Vandalen"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:208
Verlag:
EAN:9783534269112
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Rezensionen zu "Das Königreich der Vandalen"

  1. Lesenswerte Kurzdarstellung der Geschichte der Vandalen

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 02. Mär 2020 

    Auf gut 150 Seiten darstellendem Text (zuzüglich einem umfangreichen Quellen- und Literaturanhang) beschreibt der Bonner Althistoriker Konrad Vössing die Geschichte dieses kleinen germanischen Wandervolkes, das es schaffte, sich die nordafrikanischen Provinzen des römischen Reiches zu unterwerfen und damit maßgeblich zum Untergang des weströmischen Reiches beizutragen. Das Problem des Historikers bei diesem Unterfangen ist es, dass es keine Quellen gibt, die sich genuin diesem Volk widmen, es findet immer nur im Kontext spätantiker Entwicklungen Erwähnung. Damit bleibt vieles im Unklaren und Spekulativen, lediglich über das nach der Einwanderung nach Afrika gegründete vandalische Königreich mit der Hauptstadt Karthago, das nicht ganz 100 Jahre überdauerte, weiß man einigermaßen Bescheid. Eigentlich erstaunlich, dass sich das Eroberervolk mit knapp 80000 Menschen, von denen ca. 20000 Krieger waren, in einer Gesellschaft mit einem eindeutigen Übergewicht romanischer Bevölkerung und angesichts des nicht immer einfachen Verhältnisses zu den aus dem Süden drängenden Mauren zu behaupten wusste. Das, was den Grundstein für diesen Erfolg gelegt hatte, die strikte Trennung der vandalischen von der römischen Lebenswelt in vielfältigen Bereichen, sei es die Religion (die Vandalen waren im Gegensatz zu den katholischen Romanen Arianer), sei es die Beschränkung auf ein vandalisches Kerngebiet rund um die Hauptstadt, während die daran grenzenden Provinzen nur dem Namen nach vandalisch waren, aber im Punkt Besitzverhältnisse römisch blieben, war letztlich auch der erste Schritt zum Untergang des Reiches. Es gelang den Vandalen eben nie, so etwas wie ein geeintes und vor allem loyales Staatsvolk zu schaffen, im Gegenteil, das Misstrauen gegen die Römer zeigte sich unter anderem auch darin, das die Mauern der Städte zerstört wurden, um möglichen Revolten vorzubeugen. Dies rächte sich dann doppelt, denn als der byzantinische Feldherr mit dem Aufrag zur Rückeroberung der afrikanischen Provinzen erschien, gab es keine festen Punkte, von denen aus sich ein vandlischer Widerstand hätte formieren können, zum anderen wurden die byzantinischen Truppen von der Mehrheit der römischen Bevölkerung als Befreier begrüßt. Dies ging soweit, dass sich der letzte vandalische König Gelimer nach der Niederlage in einer offenen Feldschlacht nicht mehr traute, in seine Hauptstadt Karthago zurückzukehren um sich dort zu verschanzen.

    Die Darstellung endet mit einer Betrachtung zum Begriff Vandalismus, der zu Unrecht mit diesem Volk in Verbindung gebracht wird, denn er ist ein neuzeitlicher Begriff, der erst im Kontext der französichen Revolution seine negativeKonnotation bekam. Gerade die Eroberung Roms durch die Vandalen im Jahr 455, sicherlich ein Schock für die ehemalige Weltmacht, war alles andere als sinnlose Zerstörung. Bevor die vandalischen Krieger die Stadt betraten, wurde ausgehandelt, dass die Römer keinen Widerstand leisten würden und die Vandalen mitnehmen könnten, was sie wollen, dafür aber auf Zerstörungen und Gewalttaten verzichten sollten, was auch eingehalten wurde. Die Vandalen kehrten reich beladen zurück in ihr Reich, doch Rom blieb vom Schlimmsten verschont.

 

Die Öffnung der Welt. Eine Globalgeschichte des Hellenismus. Von Alexander dem Großen bis Kaiser Hadrian: ein völlig neues Bild der griechischen Antike unter römischer Herrschaft.

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Öffnung der Welt. Eine Globalgeschichte des Hellenismus. Von Alexander dem Großen bis Kaiser Hadrian: ein völlig neues Bild der griechischen Antike unter römischer Herrschaft.' von  Angelos Chaniotis
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Öffnung der Welt. Eine Globalgeschichte des Hellenismus. Von Alexander dem Großen bis Kaiser Hadrian: ein völlig neues Bild der griechischen Antike unter römischer Herrschaft."

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:528
Verlag: wbg Theiss
EAN:9783806239935
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Sardinien und Korsika in römischer Zeit (Zaberns Bildbände zur Archäologie)

Buchseite und Rezensionen zu 'Sardinien und Korsika in römischer Zeit (Zaberns Bildbände zur Archäologie)' von Cinzia Vismara
NAN
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Inhaltsangabe zu "Sardinien und Korsika in römischer Zeit (Zaberns Bildbände zur Archäologie)"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:144
Verlag:
EAN:9783805335645

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Die Vandalen: Aufstieg und Fall eines Barbarenreichs

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Vandalen: Aufstieg und Fall eines Barbarenreichs' von Steinacher, Roland
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Vandalen: Aufstieg und Fall eines Barbarenreichs"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:545
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Die Vandalen: Aufstieg und Fall eines Barbarenreichs"

  1. Geschichte der Spätantike, auf die Vandalen fokussiert

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 11. Mär 2020 

    Es ist schwer, dieses Buch mit Sternen zu bewerten. Anerkennung verdient in jedem Fall der Versuch, die Geschichte der Spätantike durch die Sicht auf dieses Volk, das seinen kurzen, aber nachhaltigen Auftritt in der Zeit der Völkerwanderung hatte, zu fokussieren. Aber genau darin liegt auch die "Schwäche" des Buches. Denn Zeugnisse über die Vandalen lassen sich nur aus römischen Geschichtsquellen ableiten, Selbstzeugnisse sind so gut wie nicht vorhanden. Insofern erfährt der Leser wenig Neues, sofern er bereits Bücher über die Spätantike, den Untergang des römischen Reiches oder die Völkerwanderung gelesen hat. Die Vandalen sind als Zaungäste immer dabei gewesen, in Steinachers Darstellung stehen sie im Mittelpunkt.

    Wenig weiß man über die Ursprünge dieses kriegerischen Volkes, das immerhin für gut hundert Jahre das römische Afrika beherrschte und einmal Rom eroberte und plünderte, was ihren Namen zum Inbegriff des Vandalismus machte. Doch dabei waren sie so gar nicht anders als andere Stämme der Völkerwanderungszeit, die ebenfalls zum Untergang des weströmischen Reiches beitrugen.

    Anders als die Franken hielten die Vandalen als Herrscherkaste in Nordafrika an ihrem Arianismus fest, anders als die Goten kam es auch nicht zu einem friedlichen Nebeneinander von Arianern und Katholiken, im Gegenteil, letztere wurden von den Vandalen heftig verfolgt. Dies erklärt vielleicht auch zum Teil, warum sich das Vandalenreich nicht gegen das relativ schwache oströmische Expeditionsheer durchsetzen konnte und sang- und klanglos aus der Geschichte verschwand. Doch mit dem Verschwinden der Vandalen war Nordafrika keineswegs befriedet, immer wieder kam es zu Aufständen einzelner verbliebener Vandalengruppen und der Mauren, bis die Provinz im Zuge der Islamisierung endgültig verloren ging.

    Steinachers Buch über Aufstieg und Fall eines Barbarenreiches, so der Untertitel, vermag in jedem Fall den Leser zu fesseln, auch wenn dessen Wissen nur bedingt erweitert wird.

 

Die Kelten – Geschichte, Kultur und Sprache: Ein Studienbuch

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Kelten – Geschichte, Kultur und Sprache: Ein Studienbuch' von Maier, Bernhard
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Kelten – Geschichte, Kultur und Sprache: Ein Studienbuch"

Format:Taschenbuch
Seiten:181
Verlag: Utb; Francke
EAN:9783825243548
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Rezensionen zu "Die Kelten – Geschichte, Kultur und Sprache: Ein Studienbuch"

  1. Gute Monographie, die mit so manchem Vorurteil hart ins Gericht

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 27. Feb 2020 

    Bernhard Maier ist ein ausgewiesener Kenner der keltischen Geschichte. In seiner Monoraphie "Die Kelten. Ihre Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart", erschienen im Münchener Beck-Verlag beweist er dies durch eine fundierte und gut lesbare Darstellung dieses Völkerkonglomerat, das in seinen Ursprüngen nur schwer greifbar ist. Das fängt schon bei der Definition des Begriffes an, den die antiken Quellen erweisen sich diesbezüglich nicht als hilfreich. Ähnlich wie der Begriff Germane ist das Wort Kelte ein Sammelbegriff der Griechen und Römer für fremde Völker, der eher zur Selbstvergewisserung als zur tatsächlichen Tatsachenvermittlung taugt. Am ehesten lässt sich der Begriff durch die Sprachverwandtschaft begründen, was dann em ehesten die Verbreitung dieses Volksstammes vermittelt. Im weiteren folgt Maier der klassischen Einteilung der Geschichtsepochen in Antike, Mittelalter und Neuzeit, um jeweils die historischen und die kulturellen Entwicklungen dieses Volkes zu vermitteln, wobei mit vielen Vorurteilen, auch positiven, aufgeräumt wird. Die Renaissance des Keldtentums, der Druiden etc ist wohl eher einer Flucht der Gegenwart entsprungen als tatsächlicher historischer Faktizität, und manches, was dabei herauskommt, ist unfreiwillig komisch/peinlich. Als Beispiel sei hier der Film "Bravehart" genannt. Die Kilts, die die schottischen Kämpfer dort traghen, sind ein Produkt späterer Zeiten, die Kriegsbemalung entspricht der der antiken Picten und Scoten, aber keineswegs der dargestellten Zeit. Aber die Sehnsucht anch der guten alten (Kelten-)Welt machts möglich. Und auch heutige Bestrebungen in Irland, Schottland,Wales und in der Bretangne an vermeintliche oder tatsächliche keltische Traditionen anzuknüpfen, erweisen sich bei genauerem Hinschauen als eher bedenkliche Produkte eines Nationalismus, der sich von der Sprache und Kultur der Mehrheitsgesellschaft abzugrenzen versucht, also eigentlich eher reaktionär. Aber die selbsternannten Keltologen wird es nicht stören.

 

The Rise and Fall of Ancient Egypt

Buchseite und Rezensionen zu 'The Rise and Fall of Ancient Egypt' von Toby Wilkinson
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "The Rise and Fall of Ancient Egypt"

Format:Taschenbuch
Seiten:672
EAN:9781408810026
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Rezensionen zu "The Rise and Fall of Ancient Egypt"

  1. Anregend, aber auch fragwürdig

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 23. Feb 2020 

    Meine Rezension bezieht sich auf die deutsche Ausgabe.
    Toby Wilkinson, Ägyptologe an der Universität Cambridge, ist als anerkannter Experte für die Geschichte des alten Ägypten auch für die BBC und Channel 4 tätig. Dies merkt man auch seinem Buch an. Seine Darstellung über die faszinierende Geschichte dieser Epoche liest sich flüssig und schlägt den Leser in ihren Bann. In fünf Teilen, beginnend mit den Anfangen um 5000 und endend mit Kleopatras Selbstmord und dem Aufgehen Ägyptens im römischen Reich, beschreibt Wilkinson anschaulich und für Laien gut nachvollziehbar, wie sich dieses vom Nil geprägte Land zu einer der ersten Großmächte der Welt entwickelt hat. Abgerundet wird das Buch durch ein knappe Beschreibung des Fortwirken des alten Ägyptens bis heute.

    Warum dann nicht die volle Bewertungszahl? Ich bin zwar kein Ägyptologe, weiß aber als Historiker durchaus um den bisweilen begrenzten Aussagewert gerade antiker Quellen, die dann natürlich der Interpretation Tür und Tor offen lassen. Und genau das ist es, was mich bei der Lektüre etwas gestört hat. Mehrfach hatte ich den nicht unbedingt beweisbaren Eindruck, dass Wilkinson Vermutungen mit Verve als Wahrheiten verkauft hat. Aber sieht man davon einmal ab, eröffnet das Buch dem Leser wahrlich eine gute Übersicht.

 

Der Geist auf dem Thron

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Geist auf dem Thron' von James Romm
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Geist auf dem Thron"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:352
Verlag: C.H.Beck
EAN:9783406688034
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Rezensionen zu "Der Geist auf dem Thron"

  1. Detail-und kenntnisreiche Studie über die Auseinandersetzungen u

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 23. Feb 2020 

    James Romm erzählt in seinem Buch "Der Geist auf dem Thron" die Geschichte des rapiden Zerfalls des Alexanderreiches zwischen 323 und 310. Als Alexander 323 stirbt, hat er es (absichtlich?) versäumt, einen Nachfolger zu bestimmen, sodass im Grunde unmittelbar nach seinem Tod ein erbitterter Machtkampf unter seinen Feldherren entbrennt, der zahlreich Bruderkriege mit wechselnden Koalitionen zur Folge hat.

    Zum Spielball werden dabei die Angehörigen Alexanders, seine schwangere Frau Roxane, die ihm später einen gleichnamigen Sohn schenkt, sein schwachsinniger Bruder und dessen Frau sowie andere Geschwister. Der Feldherr, der diesen Personenkreis kontrolliert, hat die vermeintlich beste Legitimation für seine Herrschaft, doch oft ist diese trügerisch, denn die jeweiligen Gegner berufen sich ebenfalls auf die Legalität der Argeadendynastie, für die sie vorgeben zu kämpfen. Zahlreiche Schlachten kosten einzelnen ehemaligen Gefolgsleuten Alexanders das Leben (wobei alte Freundschaften keine Rolle mehr spielen), ganz zu schweigen von zehntausenden Soldaten, die einst gemeinsam zum Alexanderzug aufgebrochen sind und sich nun auf verschiedenen Seiten wiederfinden. Als die Alibiherrscher ihre Pflicht erfüllt haben, sprich, als sich ihre Vormünder in ihrer jeweiligen Machtposition etabliert haben, werden sie stillschweigend beseitigt, als letzte der junge Alexander und seine Mutter Roxane im Jahr 310. Damit endet Romms Studie, doch die Diadochenkriege gehen noch weiter.

    James Romms Werk ist detail- und Kenntnisreich geschrieben, das einzige, was bisweilen stört, sind anachronistische Modernismen, etwa wenn er von "Hooligans" spricht, wenn er die verführte Menge der athenischen Wähler aus den unteren Schichten meint, die sich zu einem letztlich erfolglosen Aufstand gegen die Makedonenherrschaft aufstacheln lassen.

 

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