Paulus in Ephesus

Buchseite und Rezensionen zu 'Paulus in Ephesus' von Carsten Jochum-Bortfeld
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Paulus in Ephesus"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:273
Verlag:
EAN:

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Rezensionen zu "Paulus in Ephesus"

  1. Die Paulus-Briefe im historischen Kontext interpretiert

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 11. Jun 2021 

    Cover:
    ---------
    Das Titelbild zeigt die Ruinen des alten Ephesus, in dem Paulus einst für eine bestimmte Zeit lebte und wirkte und stimmt damit optimal auf den Inhalt ein. Es wirkt wie der Eingang in die alte Welt und sehr ansprechend.

    Inhalt:
    ---------
    Es gibt viele religiöse Untersuchungen, wie man die Texte der Paulus-Briefe im Neuen Testament deuten und einordnen kann. Der Autor dieses Buches wählt einen anderen Ansatz. Er versucht aus der Geschichte und damaligen Kultur heraus Paulus' Motivation und die seiner Anhänger, der ersten Messiasleute, zu interpretieren. Dabei bedient er sich einer Entdeckungstour durch die antike Stadt Ephesus.

    Mein Eindruck:
    ---------
    In der Einleitung steht: "Lange Zeit konzentrierte sich die Auslegung der Paulusbriefe auf die zentralen Glaubensaussagen in den Texten. Sie wurden isoliert für sich betrachtet. Die konkreten Lebensbedingungen der Menschen in den antiken Städten, die diese Briefe geschrieben und gelesen haben, waren nicht im Fokus der Auslegung. Die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Strukturen des römischen Reichs sah man für die Interpretation der Bibeltexte als völlige Nebensächlichkeit an."

    Im Kern steht dabei die Frage: "Wie lassen sich diese Texte lesen und verstehen, wenn man sie in eine antike Großstadt wie Ephesus hineinstellt?"

    Dies ist m. E. dem Autor hier sehr gut gelungen. Er untersucht hierbei verschiedene Bereiche des kulturellen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Lebens. Obwohl ich mich mit der Antike bereits befasst habe, habe ich in diesem Buch auch viele neue Aspekte erfahren und bekam neue Erkenntnisse über das Leben in dieser Zeit. Noch wichtiger aber waren mir hier die Rückschlüsse, die man im Bezug auf den christlichen Glauben und das Ausleben des Glaubens hieraus ziehen konnte. Schon in der Vergangenheit hatte ich mich öfter gefragt, wie bestimmte Glaubens-Aspekte mit der damaligen Kultur in Einklang zu bringen sind, wie sich "die ersten Christen" gefühlt haben mögen und welchen Gefahren sie dabei möglicherweise ausgesetzt waren.

    Zur Einstimmung dienen zwei Karten auf den ersten Seiten, die Ephesus' Ruinen als Lageplan und eine Karte des heutigen Ephesus zeigen. Der Autor begleitet dann Paulus und seine Anhänger in Gedanken beim Verweilen bestimmter Orte innerhalb der Stadt und verknüpft dabei in jedem Kapitel einen bestimmten Aspekt des antiken Lebens mit bestimmten Botschaften aus den Paulus-Briefen. So erfährt der Leser unter anderem, wie schwer es war, neben dem gesellschaftlich fast schon überlebensnotwendigen Kult um die Göttin Artemis, den Glauben und die Anbetung eines Gottes auszuleben. Oder warum die christlich angestrebte Geschwisterliebe im Kontrast zum griechischen und römischen Hierarchiedenken stand. Diese Aspekte fand ich sehr spannend, denn sie verdeutlichen, wie revolutionär und schwierig es damals für Paulus und die Messiasleute war. Und dennoch konnte sich diese Bewegung bis in die heutige Zeit durchsetzen und etablieren. Herr Jochum-Bortfeld versteht es, Geschichte lebendig werden zu lassen und einzelne Aspekte des christlichen Glaubens von einer anderen Seite zu beleuchten und mit entsprechenden Quellen zu untermauern. Durch einige Bilder der Ruinen in jedem Kapitel wird das Geschilderte für dem Leser noch anschaulicher. Abgesehen von einigen Wiederholungen sowie Ausschweifungen, bei denen ich zwischenzeitlich den roten Faden verlor, ist das Buch sehr gut verständlich und eindrucksvoll geschrieben. Auch für nicht religiöse Menschen zu empfehlen, die mehr über den Alltag in der Antike erfahren möchten.

    Fazit:
    ---------
    Eine interessante Reise durch das antike Alltagsleben und seine Auswirkung auf Paulus' Botschaft und das Leben der ersten Messiasleute

 

Die Wikinger

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Wikinger ' von  Matthias Toplak
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Wikinger "

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:136
Verlag: wbg Theiss
EAN:9783806242904

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Rezensionen zu "Die Wikinger "

  1. Wikinger

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 07. Apr 2021 

    Klappentext:

    „...Die Wikinger gelten als wilde, barbarische Seekrieger, die im Mittelalter aus Skandinavien über die Dörfer und Städte Europas hereinbrachen. Sie raubten der Bevölkerung ihren Besitz und plünderten Kirchen und Klöster. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit....“

    Wenn man im Norden wohnt, begegnen einem die Vermächtnisse immer wieder, manchmal sieht man sie, manchmal nicht. Die Zeichen der Wikinger sind überall verstreut. In diesem Buch von Archäologe Matthias Toplak erfahren wir Leser kurz und bündig auf wenigen Seiten das Wichtigste was wir wissen müssen zum Thema. Toplak untermalt sehr viel mit Bildern und lässt seine Worte damit wunderbar aufzeigen. Schnell merkt man aber, das Toplak viele Dinge hinterfragt und er als Forscher die Dinge gern auch aufklären und belegen will. Zudem nimmt er sich den Mythos vor, Wikinger seien die „bösen Männer aus dem Norden“, grobschlächtig, gewaltbereit und furchteinflößend. Was ist dran?

    Dieses Buch beinhaltet sehr viel Wissen über Waffen, Schiffbau und Co. und wenn man sich die Fundorte verschiedener Dinge genauer betrachtet, lohnt eine Reise in die dortigen Museen um ein weiteres.

    Die Wikinger waren ein „Völkchen“ für sich und Toplak zerpflückt dieses Volk sehr unterhaltsam und kurzweilig - ein sehr informatives Buch in dem nur ein begrenzter Teil Wissen steckt, dieser aber dafür wunderbar recherchiert. Ich vergebe 4 von 5 Sterne!

 

Die letzte Blüte Roms: Das Zeitalter Justinians

Buchseite und Rezensionen zu 'Die letzte Blüte Roms: Das Zeitalter Justinians' von  Peter Heather
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die letzte Blüte Roms: Das Zeitalter Justinians"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:448
Verlag: wbg Theiss
EAN:9783806238921

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Rezensionen zu "Die letzte Blüte Roms: Das Zeitalter Justinians"

  1. Spätantike Geschichte, fundiert dargeboten

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Mär 2021 

    Lange habe ich gezögert, mir dieses Buch zuzulegen, doch nun hat die Wissenschaftliche Buchgesellschaft eine kostengünstigere Paperback-Ausgabe herausgegeben. Und vorweg: ja, die Anschaffung und Lektüre hat sich gelohnt.

    Peter Heathers Studie "Die letzte Blüte Roms. Das Zeitalter Justinians" stellt im Schwerpunkt die Regierungsjahre (525-565 n.Chr.) dar, eine Zeit, in der es kurze Zeit so aussah, als könne das alte römische Reich wiederaufleben. Gut ein halbes Jahrhundert nach dem Untergang des Weströmischen Reiches eroberte das Byzantinische (Oströmische) Reich in den Vandalenkriegen die reichen nordafrikanischen Provinzen zurück, um danach dem Gotenreich in Italien den Garaus zu machen, einem langwierigen, verlustreichen, aber letztendlich von Erfolg gekröntem Unterfangen. So gesehen kann man tatsächlich von der letzten Blüte Roms sprechen. Aber was war der Preis dafür? Und war es ein Programm, dem Justinian folgte? Das sind die beiden Leitfragen, denen Heather in seiner Studie nachgeht. Die Antworten sind ambivalent. Was die Frage nach dem Programm betrifft, so beantwortet sie Heather mit einem klaren Nein. Jusinian war weniger ein Gestalter als ein Getriebener, wie so viele seiner Vorgänger und auch Nachfolger musste er ständig seine Daseinsberechtigung als Kaiser nachweisen und sich gegen potentielle Mitbewerber durchsetzen. Dazu brauchte es Erfolge, um so mehr, als dass das Regime beim Nika-Aufstand am Rande des Abgrundes stand. Verluste/ausbleibende Erfolge in den Auseinandersetzungen mit den Persern an der Ostgrenze, religiöse Spannungen wegen des Konzils von Calchedon, in dem es um die Frage der göttlichen und menschlichen Natur Jesus ging, die aus heutiger Sicht kaum nachvollziehbar sind, entluden sich in diesem Aufstand der Zirkusparteien, der buchstäblich in letzter Sekunde niedergeschlagen wurde. Und damit beginnt das bis heute bekannte uralte Spiel: Um von innenpolitischen Problemen abzulenken, wird ein Krieg inszeniert. Und da traf es sich eben gut, dass die Perser sich auf einen längeren Waffenstillstand einließen und dass Nachfolgestreitigkeiten im Vandalenreich den Byzantinern Anlass zum Einschreiten gab. Und da das mit eher unklarem Auftrag gestartete Herr gleich nach der Landung in Nordafrika große Erfolge erzielte, beschloss der verantwortliche Feldherr Belisar, gleich das Königreich der Vandalen zu zerschlagen und dem römischen Reich wieder einzugliedern. Damit war der nächste Schritt fast vorprogrammiert, der über Sizilien nach Italien, wobei auch hier die Auseinandersetzungen um die Nachfolge Theoderichs den Vorwand für das Einschreiten der Byzantiner abgaben.Selbstredend verschafften diese militärischen Erfolge Justinian den Rückhalt in seinem Reich, den er brauchte, auch um die nach wie vor schwelenden relgiösen streitereien zu beenden.

    Was die Frage nach dem Preis betrifft: es war ein verdammt hoher. Unzählig ist die Zahl der durch die Kriege Getöteten oder Versklavten, was allein schon den wichtigsten Aspekt darstellt. Rein ökonomisch betrachtet vielen die Reichtümer vor allem Nordafrikas an Byzanz, nur müssen die zuvor aufgewendeten Kosten für die militärischen Aktionen dagegen gerechnet werden. Und nicht nur das, Byzanz war nicht (mehr) in der Lage, seine militärische Präsenz an allen Fronten stark zu halten. Von Norden drangen imer wieder fremde Völker zu Raubzügen ins Reich ein, aber in seinen Auswirkungen weitaus schlimmer, die Perser nutzen das Fehlen der im Westen eingesetzten Truppen, um das den Osten des Byzantinischen Reiches zu bedrängen, ein Unterfangen, der zum Untergang der damaligen Weltstadt Antiochia führte. Die Provinzen konnten zwar letztendlich von Byzanz gehalten werden, aber nur, um unter den Nachfolgern Justinians gut hundert Jahre später endgültig verloren zu gehen. Makabrerweise war dies eine Folge des Jahrhunderte langen Dauerkrieges zwische den Römern und den Persern, der letztlich beide Mächte so sehr auszehrte, dass sie den durch den Aufstieg des Islam befeuerten Arabern nichts mehr entgegenzusetzten hatten. Das alles ist nicht Justinians Schuld, wie Heather mehrfach betont. Aber muss man sich nicht auch fragen, ob die Eroberungskriege im Westen nicht doch langfristige Auswirkungen hatten, in dem Sinn, dass die damaligen Verluste eben doch zu einer Schwächung nicht nur des Militärs führte. Aber damit geraten wir in den Bereich der Spekulation.

    Kleines Bonmot am Rande, Heather zieht in seiner 2018 erstmals in Großbritannien veröffentlichten Sudie des Öfteren Paralellen zu heute, mein Lieblingszitat ist auf S. 93, wo über den Vorgänger und Onkel Jusitnians heißt: Justin konnte auf ein paar außergewöhnliche erfolgreiche Monate zurückblicken (was mehr ist, als zum Beispiel Donald Trump je von sich wird behaupten können). Dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Schwarze Tage: Roms Kriege gegen Karthago

Buchseite und Rezensionen zu 'Schwarze Tage: Roms Kriege gegen Karthago' von Michael Sommer
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Schwarze Tage: Roms Kriege gegen Karthago"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:368
Verlag: Beck C. H.
EAN:9783406767203

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Rezensionen zu "Schwarze Tage: Roms Kriege gegen Karthago"

  1. Das Buch ist sehr gut in dem, was es macht.

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 22. Mär 2021 

    Der Autor hat hier ein einwandfreies wissenschaftliches Werk verfasst, mit ausführlicher Quellenforschung und Behandlung offener Forschungsfragen. Was hier herausgekommen ist, ist ein Werk für Studenten, Wissenschaftler und Amateurhistoriker. Für mich jedoch, den das Thema durchaus interessiert und der einfach gerne in die Ereignisgeschichte eingetaucht wäre, ist dies leider ein sehr mühsam zu lesendes Buch. Ständig die Verwendung von Konjuntiv I und immer wieder die Vergleiche von schriftlichen Quellen, sind zwar handwerklich korrekt gemacht, aber für mich komplett uninteressant. Ich lese gerne Geschichtsbücher, wenn sie spannend die Geschichte erzählen. Der Autor holt hier jedoch immer sehr weit aus mit seinen Theorienvergleichen, Hintergrundinformationen und Ereignisinterpretationen, wodurch es auf mich teilweise etwas langatmig wirkt.
    Anderseits werden Leser, die sich intensiv mit diesem Konflikt beschäftigen wollen, zufriedengestellt werden, denn der Autor geht auch detailliert auf die Vorgeschichte, die Zwischenkriegsphasen, die Nachkriegszeit und die Peripherie ein, auf die kulturellen und politischen Hintergründe, auf die Rezeption in Literatur und Kunst im späteren Europa, auf einfach alles, was irgendwie mit den Punischen Kriegen zu tun hat. Mangel an Vollständigkeit kann hier sicher nicht kritisiert werden.
    Wie gesagt, finde ich, dass dieses Buch absolut gelungen ist und ein großartiges Grundlagenbuch zu den Punischen Kriegen abgibt, nur bin ich halt nicht das Zielpublikum. Dieses Werk reduziert auf ein Beck-Wissen-Format und ich hätte es verschlungen, so ist es mir jedoch zu viel.
    Fazit: Für die interessierte Leserschaft zu empfehlen.

  1. Es ist nicht die erste, aber

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 01. Mär 2021 

    Es ist nicht die erste, aber sicherlich die bisher beste Darstellung der Punischen Kriege, die ich bisher gelesen habe. Dem Oldenburger Althistoriker gelingt es, die die Weltgeschichte prägenden Phase der drei mit der Zerstörung Karthagos endenden Kriege informativ und fesselnd darzustellen. In einem relativ kurzen Zeitraum von ca. 120 Jahren (264 v. Chr. -146v. Chr) vollzog sich ein völliger Wandel innerhalb der Mittelmeerwelt, der am Ende Roms Aufstieg zur Weltmacht sah. Ausgehend von einem eher zweitrangigen Anlass auf der Insel Sizilien.entwickelte sich ein Vernichtungskrieg zwischen der Seemacht Karthago und der auf Italien beschränkten Landmacht Rom. Plündernde Ex-Söldner besetzten die Stadt Messina an der Meerenge zwischen Sizilien und der Stiefelspitze Italiens, als sie die Reaktion der mit Karthago verbündeten Syrakusaner fürchteten, wandten sie sich mit der Bitte um Unterstützung an den römischen Senat. Was trieb diesen an, dem Hilfegesuch zu entsprechen? Im Vorfeld hatten die Römer eigentlich ein gutes Verhältnis zu Karthago und erkannten in einigen Verträgen deren Vormachtstellung im westlichen Mittelmeer an. Doch nun riskierten sie eine Auseinandersetzung, deren Ausgang durchaus unklar war, da die Römer es anders als in ihren bisherigen inneritalischen Kriegen mit einem gleichwertigen, möglicherweise sogar übermächtigen Gegner zu tun hatten. Die Antriebsfedern waren letztendlich die zu erwartende Beute im Siegesfall und vor allem innenpolitische Beweggründe. Senatsmitglieder, die sich im sogenannten cursus honorum bewähren wollten, sahen in erfolgreich geführten militärischen Kommandos eine hervorragende Möglichkeit, sich für höhere Weihen zu profilieren. Der letztere Beweggrund war genauso wichtig für die dem ersten Punischen Krieg folgenden Auseinandersetzungen, auch mit Griechen und den Diadochenreichen. Am Ende stand der 264 nicht unbedingt absehbare Aufstieg Roms zur Weltmacht. Mit der Eroberung Siziliens hatten die Römer den ersten Schritt aus dem Festland getan, danach folgte ihe Ausdehnung in Spanien, Griechenland und Nordafrika. Der Preis dafür war sicherlich ein hoher, aber letztendlich war, so Sommer, der Bestand der römischen Suprematie in Italien, der Machtbasis Roms, nie ernsthaft in Gefahr. Selbst Hannibals Zug nach Italien führte nicht zum Zusammenbruch der römischen Macht, da die Bundesgenossen, anders als von den Karhagern erhofft, trotz aller Niederlagen fest an der Seite Roms standen. So verpuffte Hannibals Initiative letztendlich in einem Abnutzungskrieg, den die Karthager fernab ihrer Machtbasis (die zudem mit Spanien auch noch verloren ging), nicht gewinnen konnten. Nicht zufällig endete dann der zweite Punische Krieg mit der Schlacht von Zama in Nordafrika. Und das Ende Karthagos im dritten Punischen Krieg war letztendlich vorprogrammiert, denn angesichts der römischen Übermacht waren die Karthager chancenlos.

    Wie so ziemlich jede historische Darstellung beginnt Sommer mit einer Übersicht über die Quellenlage, die in diesem Fall eindeutig römisch geprägt ist. Es gibt leider nur die Sicht der Sieger auf diesen Konflikt, was alles hätten uns wohl karthagische Quellen verraten können? Und, nun völlig in kontrafaktische Geschichtsschreibung abgleitend, was wäre gewesen, wenn sich die in einer Abfolge verschiedener Kriege gegen die Römer unterlegenen Kathager, Griechen und Seleukiden verbündet hätten, wie es Hannibal gern gesehen hätte?

    Wer sich für die antike Geschichte interesssiert, sollte sich diese Studie zu Gemüte führen.

 

Triumph der Macht: Das römische Imperium von Hadrian bis Konstantin

Buchseite und Rezensionen zu 'Triumph der Macht: Das römische Imperium von Hadrian bis Konstantin' von  Michael Kulikowski
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Triumph der Macht: Das römische Imperium von Hadrian bis Konstantin"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:488
Verlag: wbg Theiss
EAN:9783806236699

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Rezensionen zu "Triumph der Macht: Das römische Imperium von Hadrian bis Konstantin"

  1. Anregend und fundiert

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Jan 2021 

    Generell bin ich grundsätzlich immer etwas skeptisch bei historischen Studien amerikanischer Historiker. Zu oft schon habe ich eher reißerische, aber wissenschaftlich wenig fundierte Darstellungen in den Fingern gehabt, wobei sich diese zumeist auf die Zeitgeschichte bezogen. Nun wurde von der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Michael Kulikowskis "Triumph der Macht" angeboten und ich habe mir das Buch, ehrlicherweise zugegeben, auus Mangel an Alternativen zu Weihnachten schenken lassen. Doch dieses Mal wurde ich positiv überrascht. Der Historiker, der an der PennStat University lehrt, erweist sich als wissenschaftlich solide arbeitender profunder Kenner der römischen Kaiserzeit. Er beschreibt in seiner Studie den die ca 200 Jahr zwischen Kaiser Hadrian (117-131) und Constantius II (gest. 361), einen, historisch betrachtet relativ kurzen Zeitraum, in dem sich aber im römischen Imperium so einiges veränderte. Stand Hadrian, noch in der Tradition der von Augustus geschaffenen Staatsordnung, so entwickelte sich unter seinen Nachfolgern das römische Reich gravierend. Innenpolitisch wurde das Bürgerrecht letztendlich auf alle Bewohner ausgeweitet, was natürlich einen weitaus größrenen Verwaltungsaufwand und -apparat mit sich brachte. Dieser Apparat führte zur Ausbildung des neuen Ritterstandes (Fachleute aus vermögenden Familien, oft mit militärischen Anfängen), der nach und nach den Einfluss der alten Senatorenfamilien zurückdrängte. So ist es auch nicht überraschend, dass in der Transformationsphase auch Kaiser aus dieser gesellschaftlichen Schicht entstammten. Sie hatten sich als militärische Fachleute in den zahlreichen Abwehrkämpfen an den Grenzen des Reiches bewährt und wurden von ihren Armeen in gewisser Weise hochgeputscht. Um den Koloss des Riesenreichs überhaupt noch regieren zu können und um die zahlreichen Bürgerkriege zu beenden, schuf der Soldatenkaiser Diokletian die Tetrarchie, ein System mit zwei Augustie (einen für den Westen, einen für den Osten), denen jeweils ein Caesar (eine Art Juniorkaiser) zur Seite stand, wiederum mit Aufgaben an den bedrohten Grenzen versehen. Dieses System wiederum brachte dann Konstantin an die Macht, der dann das Fundament für die nächsten Jahrhunderte römisch-griechischer Geschichte bis zum Untergang Konstantinopels schuf. Nicht nur, dass er zu einer eher traditionellen Besetzung der Tetrarchie zurückkehrte (nach der Ausschaltung seiner ursprünglichen Mitkaiser ersetzte er sie durch seine Söhne), bekanntlicherweise machte er ja auch das Christentum zur Staatsreligion und leitete spätestens damit die Spätantike ein.

    All diese Entwicklungen schildert Kulikowski anregend und fundiert. In gewisser Weise ist das Buch eine gute Ergänzung zu der im letzten Jahr von mir gelesenen Studie Mischa Meiers zur Völkerwanderung.

 

Die Perserkriege

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Perserkriege' von Josef Fischer
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Perserkriege"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:224
Verlag:
EAN:

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Rezensionen zu "Die Perserkriege"

  1. Solide Darstellung

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 29. Dez 2020 

    Der Wiener Althistoriker hat mit "Die Perserkriege" die wohl aktuellste Darstellung dieses uralten Themas vorgelegt. Ausführlich und unter Verwendung der wenigen vorliegenden Quellen beschreibt er die Voraussetzungen, die Ursachen und den Verlauf der Auseinadersetzung zwischen Griechen und Persern in der ersten Hälfte des 5.Jahrhunderts v.Chr. Dabei ist naturgemäß wenig Neues zu erwarten, eben weil die Quellenlage so dünn ist. Im Grunde ist es beinahe nur der Vater der Geschichtsschreibung Herodot, der dazu Material liefert. Und dieses ist, wie Fischer quellenkritisch mehrfach aufzeigt, mit äußerster Vorsicht zu genießen. Die bekannten Schlachten bei Marathon, den Thermopylen und die vermutlich entscheidende Seeschlacht bei Salamis sind Allgemeingut, aber ob sie sich wirklich so zugetragen haben, wie Herodot und spätere Autoren sie beschreiben, ist äußerst zweifelhaft. Das beginnt mit den schier unglaublichen zahlentechnischen Überlegenheit der ins Feld ziehenden Perser, die wohl nur dazu dienen soll, den Mut und die Opferbereitschaft der eigenen, der griechischen Seite, zu betonen und endet mit mit einigen Details zum Schlachtverlauf, die bei genauerem Hinsehen sich als zumindest fragwürdig erweisen. Auf jeden Fall haben die Griechen wohl Fortuna an ihrer Seite gehabt, bedenkt man, dass vor der entscheidenden seeschlacht die persische Flotte durch einen heftigen Sturm bereits dezimiert wurde und dass die persischen Feldherren sich einige fatale Fehler erlaubten, unter anderem den, sich die durch die Hoplitenphalnx gekennzeichnete Kampfweise der Griechen aufdrücken zu lassen, was die eher leicht bewaffneten Perser immer wieder ins Hintertreffen brachte.

    Interessant ist vor allem das lieder sehr kurze letzte Kapitel, in dem Fischer eine universalhistorische Wertung der Perserkriege vorzunehmen, d.h. der frage nachzugehen, was gewesen wäre, wenn die Perser damals gesiegt hätten. Frührere Autoren sahen in den Kriegen stets den erfolgreichen Abwehrkampf des Westens gegenüber dem Osten (nicht zufälligerweise appellierte Göring nach Stalingrad an den Durchhaltewillen, indem er die Schlacht an den Thermopylen instrumentalisierte), wobei der westen für Freiheit und Fortschritt, der Osten für Unterdrückung und religiöse Borniertheit. Dagegen betont Fischer, dass die Perser gegenüber den unterworfenen Völkern eine weitgehende Toleranz walten ließen, was vermuten lässt, dass all das, für das das klassische Greichenland steht, auch im Fall einer Niederlage eingetreten wäre, möglicherweise wäre sogar der diesen Auseinandersetzungen folgende fatale Peloponnesische Krieg, in dem es um die Hegemonie der einstmals verbündeten Spartaner und Athener ging, ausgeblieben.

 

Eine kurze Geschichte der Menschheit

Buchseite und Rezensionen zu 'Eine kurze Geschichte der Menschheit' von Yuval Noah Harari
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Eine kurze Geschichte der Menschheit"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:529
Verlag:
EAN:

Diskussionen zu "Paulus in Ephesus"

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Rezensionen zu "Eine kurze Geschichte der Menschheit"

  1. Großartiges Buch!

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Jan 2020 

    Großartiges Buch!
    Die Art und Weise wie Harari hier die wichtigsten Ereignisse der Menschheit aufzeichnet ist hervorragend. Er verliert sich seltene in Details oder reißt Themen zu oberflächlich an. Er schafft es in seiner, wie der Titel des Buches schon Selbst sagt, kurzen Beschreibung der Epochen immer genau soviel zu Sagen das es einem zum weiterdenken anregt. Sei es nun Kulturen, Religion, Glück oder Themen wie Ernährung und Nachhaltigkeit, am ende steht man meist grübelnd da und macht sich Gedanken. Wer am ende dieses Buches nicht wenigstens einmal seinen Alltag infrage gestellt hat und darüber hinaus im allgemeinen die Errungenschaften sowie die Schattenseiten der menschlichen Geschichte, der hat entweder nicht Richtig gelesen oder ist Selbst schon gänzlich verloren.

    Ich kann es nur jedem empfehlen. Es löst zwar keinen der aufgegriffen Fragen oder Probleme aber das ist auch nicht der Sinn und Zweck dieses Buches.
    Für jeden der auch mal über den Tellerrand hinaus Schauen will.

 

Das Königreich der Vandalen

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Königreich der Vandalen' von Konrad Vössing
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Königreich der Vandalen"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:208
Verlag:
EAN:9783534269112

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Rezensionen zu "Das Königreich der Vandalen"

  1. Lesenswerte Kurzdarstellung der Geschichte der Vandalen

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 02. Mär 2020 

    Auf gut 150 Seiten darstellendem Text (zuzüglich einem umfangreichen Quellen- und Literaturanhang) beschreibt der Bonner Althistoriker Konrad Vössing die Geschichte dieses kleinen germanischen Wandervolkes, das es schaffte, sich die nordafrikanischen Provinzen des römischen Reiches zu unterwerfen und damit maßgeblich zum Untergang des weströmischen Reiches beizutragen. Das Problem des Historikers bei diesem Unterfangen ist es, dass es keine Quellen gibt, die sich genuin diesem Volk widmen, es findet immer nur im Kontext spätantiker Entwicklungen Erwähnung. Damit bleibt vieles im Unklaren und Spekulativen, lediglich über das nach der Einwanderung nach Afrika gegründete vandalische Königreich mit der Hauptstadt Karthago, das nicht ganz 100 Jahre überdauerte, weiß man einigermaßen Bescheid. Eigentlich erstaunlich, dass sich das Eroberervolk mit knapp 80000 Menschen, von denen ca. 20000 Krieger waren, in einer Gesellschaft mit einem eindeutigen Übergewicht romanischer Bevölkerung und angesichts des nicht immer einfachen Verhältnisses zu den aus dem Süden drängenden Mauren zu behaupten wusste. Das, was den Grundstein für diesen Erfolg gelegt hatte, die strikte Trennung der vandalischen von der römischen Lebenswelt in vielfältigen Bereichen, sei es die Religion (die Vandalen waren im Gegensatz zu den katholischen Romanen Arianer), sei es die Beschränkung auf ein vandalisches Kerngebiet rund um die Hauptstadt, während die daran grenzenden Provinzen nur dem Namen nach vandalisch waren, aber im Punkt Besitzverhältnisse römisch blieben, war letztlich auch der erste Schritt zum Untergang des Reiches. Es gelang den Vandalen eben nie, so etwas wie ein geeintes und vor allem loyales Staatsvolk zu schaffen, im Gegenteil, das Misstrauen gegen die Römer zeigte sich unter anderem auch darin, das die Mauern der Städte zerstört wurden, um möglichen Revolten vorzubeugen. Dies rächte sich dann doppelt, denn als der byzantinische Feldherr mit dem Aufrag zur Rückeroberung der afrikanischen Provinzen erschien, gab es keine festen Punkte, von denen aus sich ein vandlischer Widerstand hätte formieren können, zum anderen wurden die byzantinischen Truppen von der Mehrheit der römischen Bevölkerung als Befreier begrüßt. Dies ging soweit, dass sich der letzte vandalische König Gelimer nach der Niederlage in einer offenen Feldschlacht nicht mehr traute, in seine Hauptstadt Karthago zurückzukehren um sich dort zu verschanzen.

    Die Darstellung endet mit einer Betrachtung zum Begriff Vandalismus, der zu Unrecht mit diesem Volk in Verbindung gebracht wird, denn er ist ein neuzeitlicher Begriff, der erst im Kontext der französichen Revolution seine negativeKonnotation bekam. Gerade die Eroberung Roms durch die Vandalen im Jahr 455, sicherlich ein Schock für die ehemalige Weltmacht, war alles andere als sinnlose Zerstörung. Bevor die vandalischen Krieger die Stadt betraten, wurde ausgehandelt, dass die Römer keinen Widerstand leisten würden und die Vandalen mitnehmen könnten, was sie wollen, dafür aber auf Zerstörungen und Gewalttaten verzichten sollten, was auch eingehalten wurde. Die Vandalen kehrten reich beladen zurück in ihr Reich, doch Rom blieb vom Schlimmsten verschont.

 

Die Öffnung der Welt. Eine Globalgeschichte des Hellenismus. Von Alexander dem Großen bis Kaiser Hadrian: ein völlig neues Bild der griechischen Antike unter römischer Herrschaft.

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Öffnung der Welt. Eine Globalgeschichte des Hellenismus. Von Alexander dem Großen bis Kaiser Hadrian: ein völlig neues Bild der griechischen Antike unter römischer Herrschaft.' von  Angelos Chaniotis
NAN
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Inhaltsangabe zu "Die Öffnung der Welt. Eine Globalgeschichte des Hellenismus. Von Alexander dem Großen bis Kaiser Hadrian: ein völlig neues Bild der griechischen Antike unter römischer Herrschaft."

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:528
Verlag: wbg Theiss
EAN:9783806239935

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Sardinien und Korsika in römischer Zeit (Zaberns Bildbände zur Archäologie)

Buchseite und Rezensionen zu 'Sardinien und Korsika in römischer Zeit (Zaberns Bildbände zur Archäologie)' von Cinzia Vismara
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Inhaltsangabe zu "Sardinien und Korsika in römischer Zeit (Zaberns Bildbände zur Archäologie)"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:144
Verlag:
EAN:9783805335645

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