Triceratops

Buchseite und Rezensionen zu 'Triceratops' von Stephan Roiss
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Triceratops"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:195
Verlag:
EAN:

Diskussionen zu "Tage ohne Hunger: Roman (Taschenbücher)"

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Rezensionen zu "Triceratops"

  1. »Es kann gar nicht mehr schön werden, oder?«

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 14. Sep 2020 

    Der erste Eindruck ist, dass hier offensichtlich ein Rollentausch vorliegt: Die Mutter heult und jammert, um Aufmerksamkeit zu bekommen, der Sohn muss immer für emotionale Unterstützung verfügbar sein. Die Tür zum Kinderzimmer hat grundsätzlich offen zu stehen, damit er sie weinen hören und direkt trösten kann, und als er Tür und Ohren mal leise schließt, reagiert die Mutter umgehend mit passiv-aggressiver Schuldzuweisung.⠀

    Das unglückliche Kind isst zuviel, wird übergewichtig, hat ständig Ekzeme und wird daher auch noch in der Schule gemobbt. Es hätte gerne die Hörner, den Nackenschild und den wehrhaften Panzer eines Triceratops, tatsächlich kratzt er sich die dünne verletzliche Haut, bis sie in blutigen Fetzen hängt.⠀

    Es gibt kein “Ich”.⠀

    “Nachdem sich der Fluss beruhigt hatte, standen wir auf und stellten uns auf die unterste der steinernen Stufen, die neben uns ins Wasser führten. Das gegenüberliegende Ufer konnten wir im Nebel bloß erahnen. Wir schlossen die Augen. Langsam kippten wir vornüber.”⠀
    (Zitat)⠀

    Der Erzähler spricht in der Wir-Form von sich, was hier keineswegs wirkt wie Pluralis Majestatis – ganz im Gegenteil. Daraus spricht eine tiefe Verwundung, eine bodenlose Haltlosigkeit, auch wenn man als Leserin nur spekulieren kann:⠀

    Kann das Kind sich selber abweichende oder gar negative Meinungen bezüglich der Mutter nicht gestatten und muss diese daher in eine zweite Persönlichkeit abspalten? Ist es so einsam, dass es Trost sucht bei sich selbst, dass es ein “Wir gegen den Rest der Welt”-Gefühl manifestiert? Der Autor lässt es offen, ein Warnsignal ist es so oder so.⠀

    Meine ursprüngliche emotionale Reaktion auf die scheinbare Selbstsucht der Mutter – ein gärend bitteres Bauchgefühl –, musste ich im Laufe des Romans immer wieder überdenken und anpassen. Lernen, sie nicht als Täterin zu sehen, sondern als zutiefst verwundete, kranke Frau. Es wäre allzu einfach, ihr zu zürnen, weil sie dem Sohn eine Verantwortung auflädt, die er ohne seelische Wunden gar nicht stemmen kann.⠀

    Sie selbst sagt von sich, sie habe ihren Kindern so viel Liebe gegeben, wie sie nur konnte. Und auch wenn ein Sündenbock die Geschichte vielleicht etwas leichter hinnehmbar gemacht hätte, ist doch offensichtlich, dass sie mit ihrer Rolle als Mutter und dem Leben an sich wirklich heillos überfordert ist. Sie schluckt Neuroleptika, muss oft in die Klinik, weil gar nichts mehr geht.⠀

    »Mutter hat die Pfanne vom Herd genommen«, sagte sie unvermittelt. »Sie hat sie auf den Boden gestellt und ist barfuß in das heiße Fett gestiegen. Du hast im Gitterbett geplärrt.«⠀
    (Zitat)⠀

    Die Schwester des Erzählers ist ganz offensichtlich auf dem autistischen Spektrum, was natürlich niemand realisiert, weil die Mutter die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht. Auch sie kann den Erzähler nur bedingt unterstützen und wird später zu einer weiteren Quelle der Sorge und des Traumas.⠀

    Das verstörte Kind wird zu einem verlorenen Jugendlichen, zu einem strauchelnden jungen Mann. Er, immer der Namen- und Haltlose, sucht sich letztendlich Freunde, die ebenfalls Außenseiter sind, doch auch hier gibt es einen Bruch:⠀

    Um dazuzugehören, gibt er paradoxer Weise lange vor, stumm zu sein, fühlt sich offenbar sicherer in dieser Rolle, und lebt dadurch doch nur eine Lüge. Sogar seiner Freundin gegenüber erhält er die Täuschung aufrecht, dem Menschen, von dem er doch bedingungslose Akzeptanz erwarten könnte.⠀

    Die Longlist des Deutschen Buchpreises ist dieses Jahr voller kaputter Familien. “Triceratops” ist da keine Ausnahme: das Buch ist ein Aufschrei, die Geschichte eines jungen Menschen, der an den psychischen Störungen seiner Familie zerbricht. Es ist ein unheilvoller Domino-Effekt: der Großvater hat sich erhängt, die Mutter ist schwerst depressiv, die autistische Schwester scheitert später katastrophal an ihrer eigenen Mutterrolle, der Vater kann das alles nicht mehr ertragen und greift zum Alkohol.⠀

    Und alles lastet schwer auf dem Rücken des Protagonisten, der sich schuldig fühlen muss für jeden Versuch, sich einen Raum für die eigenen Emotionen zu erobern. In seinen Gedanken streitet er ab, die Mutter zu lieben, als könne er sich damit auch der Co-Abhängigkeit entledigen:⠀

    “Wir sagten Mutter, dass wir sie lieben. Es war nicht wahr. Wir wollten nichts sagen, sie nicht berühren, nicht alleine mit ihr sein.“⠀
    (Zitat)⠀

    »Alles ist gut« zieht sich wie ein Mantra durchs Buch, dabei ist hier rein gar nichts gut, für niemanden. Man ist versucht, Schuld zuzuweisen, um dem Ganzen wenigstens irgendeine Art von Sinn zu geben – und damit zu suggerieren, dass es eine Lösung des Problems geben kann. Wo ein Schuldiger ist, gibt es auch Bestrafung, Verbannung oder Verhandlung. Die Tante glaubt an einen Fluch und weist dem Protagonisten die Rolle des Fluchbrechers zu, was diesen noch mehr unter Druck setzt.⠀

    »Und niemand! Niemand war jemals wirklich da! Niemand!«⠀
    (Zitat)⠀

    Die letzte Stabilität zerbricht mit dem Tod der Großmutter, dem einzigen Fixpunkt im Leben des Erzählers. Den Großvater hat er nie kennengelernt, aber dessen schon lange nicht mehr genutzte Hütte im Wald wird zu seinem Rückzugsort. Auf einer Karte hat der Großvater ein rätselhaftes “X” markiert, und es wird zur fixen Idee, diesen Ort zu finden, in der Hoffnung auf… Ja, auf was? Eine Erklärung? Ein Heilmittel? Erlösung? Vergebung? Der Erzähler verausgabt sich auf der Suche, ohne Rücksicht auf seine Gesund- oder Sicherheit.⠀

    Der Autor erzählt das in kompakter Form, die doch nie an erzählerischer Wucht verliert. Der Schreibstil ist oft nüchtern, bringt die Dinge verdichtet und wie nebenbei auf den Punkt. In meinen Augen eine gute Wahl, denn ein hochemotionaler Stil hätte die inhaltliche Dramatik womöglich bis ins Pathos überreizt und für den Lesenden unzumutbar gemacht.⠀

    Die Geschichte liest sich so schon beklemmend und düster – es gibt hier keine neutrale Instanz, keinen Blick von außen, nur die klaustrophobische Hölle dieser gepeinigten Familie. Man ist als Leserin mittendrin, auch wenn der Erzähler versucht, sich in seinem “Wir” von ihr zu distanzieren.⠀

    Die Charaktere werden sparsam beschrieben, mit gerade genug Details und Einblicken in ihr Seelenleben, um sie in ihrem jeweiligen Trauma prägnant darzustellen. Dies ist eine dysfunktionale Familie wie aus dem Lehrbuch. Da ist es gut, zwischendurch einen Schritt zurücktreten und durchatmen zu können, wenn ein Erzählstrang abbricht und sich einen neuen Fokus sucht.⠀

    Fazit⠀

    Der Protagonist ist der jüngste Sohn einer entsetzlich dysfunktionalen Familie. Der Großvater hat sich schon erhängt, die Tante glaubt, da sei der Wahnsinn auf ihre Schwester übergesprungen. Der Erzähler versucht, der depressiven Mutter Halt zu geben, während und um ihn herum die familiären Strukturen immer weiter zersplittern: die autistische Schwester ist ihm keine Hilfe, der Vater kann alles nicht mehr ertragen und trinkt.⠀

    Das könnte alles viel zu viel sein, der klare Schreibstil ohne Pathos hält jedoch alles zusammen. Der Autor führt den Leser mitten hinein in dieses familiäre Drama, ermöglicht ihm aber gleichzeitig genug Distanz, dass man die Geschichte aushält und auch weiterlesen will.

  1. Zweifaltigkeit

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 13. Sep 2020 

    Die Verhältnisse im Elternhaus des Jungen sind schwierig. Der Vater hat für alles einen Bibelspruch zur Hand. Die Mutter ist häufiger wegen psychischer Probleme in der Klinik. Dann muss der Junge, dessen Schwester noch nicht alt genug ist, um auf ihn aufzupassen, zur Tante oder zur Oma Aschenbach. Bei der Oma auf dem kleinen Bauernhof fühlt er sich wohl, denn die Oma kümmert sich um ihn, während er sich daheim des Öfteren um die Mutter kümmern muss. Eigentlich würde der Junge lieber malen und einfach nur Kind sein.

    Es wundert einen nicht, dass der Junge von seiner Kindheit überfordert ist. Genau genommen hat er keine richtige Kindheit. So richtig auszudrücken wagt er es nicht, allerdings hat er schwerwiegende Hautprobleme, die der ärztlichen Behandlung bedürfen. Wenn man sich mit psychischen Erkrankungen nicht auskennt, könnte man auf die Idee kommen, die Eltern sollten sich besser um ihre Kinder kümmern, anstatt um sich selbst zu rotieren. Wahrscheinlich jedoch ist deren Wahlmöglichkeit eingeschränkt und wie eigentlich alle Eltern geben sie ihr Bestes, um den Kindern den Weg ins Erwachsenenleben zu ebnen. Es will ihnen nur nicht so recht gelingen. Der Vater flüchtet in die Bibel und wohl auch in den Alkohol, die Mutter flüchtet ins Krankenhaus. Die Oma scheint als Einzige relativ normal, auch wenn drei ihrer sechs Kinder früh gestorben sind und sie manchmal etwas viel vom Krieg redet.

    Puh, so eine Familie möchte man nicht geschenkt. Man ist zum einen froh, dass es sich hoffentlich nur um einen Roman handelt und zum anderen ist man froh, dass es bei durchaus vorhandenen Schwierigkeiten in der eigenen Familie mehr Fröhlichkeit zu verteilen gab. In seiner Schwere hat der Roman durchaus einen Nachhall und die fehlende Gefälligkeit muss kein Nachteil sein. Die szenischen Beschreibungen entwerfen Bilder im Kopf. Doch manchmal fragt man sich, ob es der Tragödien nicht zu viele sind für ein kleines Leben. Immerhin der Junge ist stark und er steht seine Kindheit durch. Man fragt sich, ob man seine Stärke hätte oder ob man lieber auswandern würde.

 

E.D.E.N.

Buchseite und Rezensionen zu 'E.D.E.N.' von Mike Engel
3.35
3.4 von 5 (3 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "E.D.E.N."

Mystik. Spannung. Liebe.


Gibt es Gott oder ist er eine Erfindung des Gehirns?


Das ist hier die Frage.


Der lebensmüde Bauingenieur Stoller begegnet kurz vor seinem geplanten Selbstmord der Liebe auf den ersten Blick und hat wenig später ein mystisches Erlebnis, das sein Leben auf den Kopf stellt. Stoller muss herausfinden, was er erlebt hat: Ist er im Gefühlsrausch verrückt geworden oder tatsächlich auserwählt? Wahn oder Wahrheit?
    „Vom Himmel sah er blendend weißes Licht,
    rein und überirdisch. Aus diesem Himmelslicht
    lösten sich sphärische Gebilde,
    weiß umhüllte Engelswesen formten sich
    und flossen im geistigen Strom heran.

    Fürchte dich nicht.“

Ein Atheist sucht Gewissheit, eine Pianistin Liebe,
ein Neurologe den Gottes-Algorithmus.
Und der Teufel?

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:468
Verlag:
EAN:9781522873105

Diskussionen zu "Tage ohne Hunger: Roman (Taschenbücher)"

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Rezensionen zu "E.D.E.N."

  1. Gute Idee schlecht umgesetzt

    bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 27. Jun 2020 

    Der Autor Autor Mike Engel verpackt in seinem Buch E.D.E.N. philosophische, wissenschaftliche, mystische und religiöse Betrachtungen in die Geschichte eines Suchenden.

    Klappentext: Mystik. Spannung. Liebe. Gibt es Gott oder ist er eine Erfindung des Gehirns? Das ist hier die Frage. Der lebensmüde Bauingenieur Stoller begegnet kurz vor seinem geplanten Selbstmord der Liebe auf den ersten Blick und hat wenig später ein mystisches Erlebnis, das sein Leben auf den Kopf stellt. Stoller muss herausfinden, was er erlebt hat: Ist er im Gefühlsrausch verrückt geworden oder tatsächlich auserwählt? Wahn oder Wahrheit? „Vom Himmel sah er blendend weißes Licht, rein und überirdisch. Aus diesem Himmelslicht lösten sich sphärische Gebilde, weiß umhüllte Engelswesen formten sich und flossen im geistigen Strom heran. Fürchte dich nicht.“ Ein Atheist sucht Gewissheit, eine Pianistin Liebe, ein Neurologe den Gottes-Algorithmus. Und der Teufel?

    Das Buch stellt eine Herausforderung in verschiedener Hinsicht dar. Die Auseinandersetzung mit dem Gottesthema einschließlich verschiedener philosophischer und mythologischer Ansätze dazu gepaart mit wissenschaftlichen Erläuterungen zum Thema Neurologie und Gehirnforschung sowie Beeinflussung des Gehirns durch modulierte Hochfrequenzstrahlung erschlägt den Leser fast. Dazu kommt, dass es schwierig bis unmöglich ist, die Charaktere zu greifen, weil wenig Handlung besteht und die Hintergrundinformationen zum Protagonisten und den anderen Handelnden sehr sporadisch und oft schlecht nachvollziehbar gestreut werden. Es gibt zwar einen verfolgbaren Handlungsstrang in der Geschichte, aber als Leser läuft man leicht Gefahr, diesen in ewigen Auseinandersetzungen mit Wissen zu verlieren, zumal nicht wirklich viel passiert. Letzteres stört eigentlich nicht so sehr, zumal es für mich zumindest nichts ungewöhnliches oder störendes ist, Wissen, Suche und philosophische Betrachtungen in eine Rahmenhandlung verpackt zu erleben. Äußerst negativ bewerte ich dies jedoch, wenn die Vermittlung wie im vorliegenden Buch in den meisten Fällen durch Reflexion von Internetrecherchen passiert. Ich schaue sozusagen dem Protagonisten über die Schulter, während er im Netz liest und lese mit, und das ist für mich als Leser langweilig. Die Sprache selbst ist solide und angenehm zu lesen, angemessen für ein Buch, das mit vielen Erläuterungen gespickt ist. Mir fehlt jedoch bei witzigen oder emotional aufwühlenden Situationen der Transport dieser Gefühle oder der Skurrilität gewisser Umstände durch rhetorische Gewandtheit, was das Buch insgesamt leider sehr platt wirken lässt. Es ist schade, dass eine wirklich gute Grundidee in weiten Teilen des Buches in eine langweilige Dokumentation von Recherchen abgleitet. Da nützt auch am Ende die Faustsche Erleuchtung des Protagonisten und das Auflösen der zart gesponnenen Liebesgeschichte nichts mehr, da ich als Leser zu diesem Zeitpunkt ehrlich gesagt das Interesse an der Geschichte weitestgehend verloren hatte.

    Ich vergebe 1,5 Sterne, aufgerundet auf zwei Sterne für eine sprachlich solide Geschichte und die gute Grundidee. Zum Autor: Mike Engel lebt in Berlin, hat Soziologie studiert und mehr als 300 Drehbücher für 20 TV-Reihen geschrieben. Im Emons-Verlag erschien 2015 sein Kriminalroman "Alt mit Schuss" (zusammen mit Michael Naseband).

  1. E.D.E.N

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 29. Mär 2016 

    Mike Engel
    E.D.E.N

    Autor: Mike Engel lebt in Berlin, hat Soziologie studiert und mehr als 300 Drehbücher für 20 TV-Reihen geschrieben. Im Emons-Verlag erschien 2015 sein Kriminalroman "Alt mit Schuss" (zusammen mit Michael Naseband). (Quelle: BdB)

    Stoller hat alles für seinen Selbstmord bereitgelegt, den er heute begehen möchte. Jedoch beschließt er, seinen tödlichen Cocktail aus Pillen, erst nach dem Essen einzunehmen und beschließt noch schnell einkaufen zu gehen.
    Er hatte extra seine Wohnung aufgeräumt, die er sauber hinterlassen wollte. Seinen Müll packt er zusammen und bringt es zum Container. Am Container angekommen begegnet Stoller seiner Nachbarin Anna. Sofort spürt er ein komisches Gefühl in sich und muss feststellen das sein Wunsch nach Selbstmord mit diesem einen Augenblick verschwunden ist.

    Das Buch hat 99 Kapitel, die in 5 Teile aufgeteilt sind. Die Kapitelangaben bestehen nur aus einer Ziffer, die Teile haben jedoch alle einen Titel.
    Am Anfang des Buches begegnet uns sofort ein Zitat aus der Bibel, welches perfekt zum Buch passt und genau das wiedergibt, was im Buch geschieht.
    Wir bekommen in den ersten Kapiteln einen Überblick über die Charaktere und Ihre Schicksale, bevor diese dann aufeinanadertreffen. Eingepackt ist die ganze Handlung in eine Liebesgeschichte, die jedoch nur als Aufhänger dient und nicht im Mittelpunkt steht. Im Mittelpunkt steht nämlich die Frage um den Glauben und Gott, also die Religion. Dazu greift der Autor auf einen Konflikt zurück, Religion gegen Wissenschaft. Von beiden Standpunkten aus bekommen wir viele Fakten und Erklärungen über Religion. Teilweise werden dafür viele wissenschaftliche Wörter benutzt, die eventuell nicht jeder Leser auf Anhieb versteht. Somit liest sich das in diesen Passagen eher als Sachbuch, was dem Lesespaß aber keinen Abbruch tut. Im Gegenteil, es ist spannend und interessant den Fakten zu folgen. An dieser Stelle hätte ich mir jedoch teilweise auch eine Quellenangabe gewünscht, damit ich die Wissenschaftlichen Aspekte nachschauen kann. Bei den religiösen Aspekten besteht da kein Problem, denn meistens lesen wir aus der Handlung heraus, wo der Protagonist nachliest. Damit dem Leser die Unterscheidung leichter fällt, sind diese Passagen, in denen der Protagonist religiöse Abschnitte liest, kursiv gedruckt.
    Am Ende greift das Schicksal wieder ein und beschert dem Ungläubigen seine eigene Kost.

    Cover: Das Cover ist weiß bis Cremefarben gehalten, nur ein Teil der Vorderseite sowie die Schrift sind grün. Das hebt sich super vom weiß ab. Unter dem Titel sehen wir ein Auge, welches als Pupille ein Gehirn hat. Außerdem steht unter dem Auge eine Peron und schaut hoch. Das passt perfekt zum Inhalt des Buches, denn darin geht es auch um das menschliche Gehirn und auch ein Auge kommt als religiöses Symbol vor. Der Mann sieht aus, als würde er in den Himmel schauen bzw. zu Gott aufschauen. Auch das nimmt somit einen direkten Bezug zum Inhalt des Buches.
    Auch der Titel des Buches E.D.E.N wird so in der Geschichte erwähnt und spielt eine primäre Rolle des Buches, wie man später herausfindet.

    Fazit: Anfangs war ich selber noch skeptisch, was das Buch angeht. Im Verlauf der Handlung habe ich jedoch festgestellt, dass das Buch wirklich sehr gelungen ist. Ich kann das Buch damit auch voll und ganz empfehlen und das nicht nur für die Jenigen die, religiös sind. Der Autor schafft es, ein komplexes Thema auf 470 Seiten gut und schlüssig zu erläutern. Der Konflikt Wissenschaft und Religion bekommt von mir 5/5 Sterne.

    Klappentext: Der lebensmüde Bauingenieur Stoller begegnet kurz vor seinem geplanten Selbstmord der Liebe auf den ersten Blick und hat wenig später ein mystisches Erlebnis, das sein Leben auf den Kopf stellt. Stoller muss herausfinden, was er erlebt hat: Ist er im Gefühlsrausch verrückt geworden oder tatsächlich auserwählt? Wahn oder Wahrheit?
    „Vom Himmel sah er blendend weißes Licht, rein und überirdisch. Aus diesem Himmelslicht lösten sich sphärische Gebilde, weiß umhüllte Engelswesen formten sich und flossen im geistigen Strom heran. Fürchte dich nicht.“
    Ein Atheist sucht Gewissheit, eine Pianistin Liebe, ein Neurologe den Gottes-Algorithmus. (Quelle: BdB)

    Titel: E.D.E.N
    Autor: Mike Engel
    Genre: Roman
    Verlag: /
    Seiten: 470
    Preis: 13,20
    ISBN: 978-1522873105

  1. Gotteserkenntnis oder die Liebe was ist stärker ?

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 02. Mär 2016 

    Max Stoller möchte an seinem 40 sten Geburtstag seinem Leben ein Ende setzen, zu groß ist der Frust der Welt für ihn, Alkohol und Tabak bestimmen immer mehr sein Leben. Aber leider misslingt der Versuch. Er will sich noch einen letzte Mahlzeit gönnen bevor er den nächsten Versuch wagt, dabei begegnet ihm Anna.
    Anna Meckel vom Leben psychisch angeschlagen, plagen sie Schuldgefühle das sie nur mit Ritze ausleben kann.Sie arbeitet als Pianistin in einer Bar und wohnt mit ihrem Bruder Daniel einem Neurowissenschaftler zusammen.
    Daniel Meckel hat den Durchbruch geschafft, so denkt er, er hat ein
    System erfunden um das menschliche Gehirn mit Hilfe elektromagnetischen Wellen zu beeinflussen. Die beiden Geschwister
    wohnen Wand an Wand mit Max und so ist es für Daniel naheliegend seinen Nachbarn als Probanten zu benutzen. Stoller hat ein außerordentliches Gotteserlebnis das ihm vermittelt das er der Messias ist und nur 3 Tage Zeit hat die Welt zu retten.
    Wird die Liebe den Kampf gewinnen?

    Meine Meinung:
    E.D.E.N. = Electronic Digital Eye Neuroplus = elektromagnetisches Drittes Auge sowie Himmelsschlüssel. So wird in dem Buch das Wort definiert, nicht wie manch einer erwartete das Paradies.
    Was ich in der Leseprobe noch wunderbar fand überrollte mich beim Lesen. Eine geballte Kraft an wissenschaftlichen,theoretischen Inputs, das ich echt am Anfang Mühe hatte dieser Geschichte zu folgen. E.D.E.N ist keine leichte Kost, sondern man muss schon ganz bei der Sache sein wenn man dieses Buch liest.
    Jedoch alle Achtung was sich der Autor für eine Arbeit gemacht hat diese Fachwissen zusammenzutragen.Selbst beim Cover hat sich der Autor noch Gedanken gemacht. Doch manchesmal war es fast zu viel des guten für den einfachen Leser. Aber so wissenschaftlich der Anfang war, so einfach war am Ende der Schluss. Wer aber mehr von Religion,Mystik,hirnspezifisch Wissenschaften,psychischen Störungen eingebaut in einer Geschichte erfahren will, der sollte diese Buch lesen.Dank der kurzen Kapitel waren die fast 500 Seiten dann doch noch gut zu lesen für mich, auch wenn es ein paar Seiten auch getan hätten.
    Ein Leitsatz war für mich:"Gott gibt so viel Licht, dass wer glauben will, glauben kann. Und Gott lässt so viel im dunkeln,dass wer nicht glauben will, nicht glauben muss"
    Von mir gute 3 von 5 Sterne.

 

Only you – Alles beginnt in Rom: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Only you – Alles beginnt in Rom: Roman' von Eberlen, Kate
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Only you – Alles beginnt in Rom: Roman"

Format:Broschiert
Seiten:496
Verlag:
EAN:9783453292390

Diskussionen zu "Tage ohne Hunger: Roman (Taschenbücher)"

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Rezensionen zu "Only you – Alles beginnt in Rom: Roman"

  1. Liebesgeschichte mit dramatischer Vergangenheit

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 22. Apr 2020 

    „Only You“ von Kate Eberlen behandelt die Liebesgeschichte der Protagonisten Alf und Letty. Beide könnten unterschiedlicher nicht sein: Alf ist extrovertiert und lebt in den Tag hinein und Letty ist ruhig und reserviert. Beide aus unterschiedlichen Gründen nach Rom geflüchtet und lernen sich in einem Englischkurs kennen. Neben der Sprache verbindet die beiden die Liebe zum Tanz (und auch noch das ein oder andere mehr, wie sich herausstellt).

    Das Cover ist ganz hübsch anzusehen und sehr ansprechend für Liebhaber von Liebesromanen. Das Buch ist in 3 Teile geteilt: Gegenwart – Vergangenheit – Gegenwart. Die Kapitel befassen sich immer im Wechsel mit Letty und Alf. Im 3. Teil kommt auch noch Lettys Mutter Frances dazu. Die Erzählperspektive ist allerdings in 3. Person, weshalb bei mir eine gewisse Distanz zu den Protagonisten entstanden ist. Insbesondere die Gefühle werden durch die „Berichterstattung“ nicht gut transportiert.
    Hinzukommt, dass der Spannungsbogen im Buch sehr langsam in Fahrt kommt, was dazu geführt hat, dass ich mich in den ersten 100 Seiten wirklich schwergetan habe. Angezogen hat die Spannung in dem Abschnitt Vergangenheit, da dort viele aufgeworfene Fragen geklärt wurden und man auch ein Gefühl für das Verhalten der Protagonisten entwickeln konnte. Manche Erkenntnisse kamen auch wirklich überraschend. Im Laufe des Abschnitts kamen auch unerwartete Verflechtungen zwischen der Vergangenheit von Alf und Letty auf, was mich echt gefesselt hat. Beim Ende und letzten Teil bin ich wieder indifferent. Für mich wurde das Ende zu Klischeehaft gelöst und wesentliche Schmerzpunkte nicht mehr weiterverfolgt. Schlecht hat es mir zwar nicht gefallen, aber meine Erwartungshaltung nach dem spannenden Mittelteil wurde nicht erfüllt.

    Alles in allem ist das Buch ganz nett für Liebesroman-Fans, transportiert für mich aber leider zu wenig Emotionen. Von mir 2,5/5 Sternen.

 

Im Schatten von San Marco: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Im Schatten von San Marco: Roman' von Martin Cruz Smith
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Im Schatten von San Marco: Roman"

Venedig, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs: Eines Nachts entdeckt der junge Fischer Cenzo in der Lagune eine junge Frau, die scheinbar leblos im Wasser treibt. Doch Giulia Silber ist nicht tot, sie schwimmt um ihr Leben, denn das Versteck, in das sich ihre Familie mit anderen Juden geflüchtet hatte, wurde verraten, und sie hat als einzige überlebt. Cenzo entscheidet sich, Giulia zu helfen. Doch nachdem er versucht hat, sie in Sicherheit zu bringen, verliert sich von ihr jede Spur. Cenzo macht sich auf die Suche, es ist ein Rennen gegen die Zeit, denn nicht nur er will das schöne eigenwillige Mädchen finden...

»Im Schatten von San Marco« ist ein spannender Liebesroman und eine mitreißende Schilderung der letzten Kriegstage in Norditalien.



Format:Kindle Ausgabe
Seiten:353
EAN:

Diskussionen zu "Tage ohne Hunger: Roman (Taschenbücher)"

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Flights

Buchseite und Rezensionen zu 'Flights' von Olga Tokarczuk
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Flights"

Flights, a novel about travel in the twenty-first century and human anatomy, is Olga Tokarczuk’s most ambitious to date. It interweaves travel narratives and reflections on travel with an in-depth exploration of the human body, broaching life, death, motion, and migration. From the seventeenth century, we have the story of the Dutch anatomist Philip Verheyen, who dissected and drew pictures of his own amputated leg. From the eighteenth century, we have the story of a North African-born slave turned Austrian courtier stuffed and put on display after his death. In the nineteenth century, we follow Chopin’s heart as it makes the covert journey from Paris to Warsaw. In the present we have the trials of a wife accompanying her much older husband as he teaches a course on a cruise ship in the Greek islands, and the harrowing story of a young husband whose wife and child mysteriously vanish on a holiday on a Croatian island. With her signature grace and insight, Olga Tokarczuk guides the reader beyond the surface layer of modernity and towards the core of the very nature of humankind.

Format:Taschenbuch
Seiten:432
EAN:9781910695821

Diskussionen zu "Tage ohne Hunger: Roman (Taschenbücher)"

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Poppy

Buchseite und Rezensionen zu 'Poppy' von Astrid Korten
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Poppy"

Format:Taschenbuch
Seiten:238
EAN:9781704778860

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Rezensionen zu "Poppy"

  1. Der Blick in die Seele eines Kindes

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 22. Nov 2019 

    "Wieso wird die täglich millionenfach stattfindende Vergewaltigung von Kindern beschönigend nur als sexueller Missbrauch bezeichnet?" (Lilo Keller)
    An ihrem sechsten Geburtstag werden Poppy und ihre Mutter von einem großen Auto abgeholt. Bisher lebte Poppy mit ihrer Mutter in sehr einfachen Verhältnissen. Doch soll alles anders werden, sie sollen nun bei Pick-up leben, wie ihn ihre Mutter nennt, in seinem braunen Schloss. Pick-up hat ein Gesicht wie eine Bowlingkugel, sagt ihre Oma und eigentlich ist er viel zu alt für Mama. Doch nun muss Mama nicht mehr putzen, den Pick-up hat viel Geld und Mama geht deshalb ständig shoppen. Außerdem soll ich nicht mehr Onkelmann zu ihm sagen, sondern Papa. Auch Haare waschen darf Mama nicht mehr, das macht jetzt Papa bei mir. Und er sagt, dass er mich ganz toll lieb hat und das er nun auch mit mir verheiratet ist. Doch bei Mama habe ich das Gefühl, das sie nicht so richtig glücklich ist. Das Leben von Poppy und ihrer Mutter wäre so schön, wenn da nicht diese eine Sache wäre.

    Meine Meinung:
    Dieses zauberhafte Cover mit dem roten Klatschmohn verbirgt eine ganz unfassbar traurige Lebensgeschichte von Poppy. Ich kenne die Autorin schon von einigen Bücher und war von dem Klappentext sehr gespannt auf diese Geschichte. Besonders da ich weiß, dass Astrids Bücher oft sehr viel realistischen Hintergrund haben. Der Schreibstil war flüssig, locker und chronologisch nach Jahren angelegt. Poppys Geschichte beginnt dabei im Jahre 1976 und reicht bis heute. Vieles dabei erfahre ich hauptsächlich aus den Jahren 1976–1998. Poppy ist ein sehr aufgewecktes, aufgeschlossenes Mädchen, auch wenn sie aus sehr einfachem Elternhaus stammt. Bei ihrer Mutter wächst sie mehr schlecht als recht auf. Die beiden haben nicht sehr viel zum Leben und was sie haben, geben sie auch schnell aus. Auch arbeiten gehen scheint ihre Mutter nicht gerne zu tun, da ist es kein Wunder, das sie sich nach einem reichen Mann Ausschau hält. Der 62-jährige Pick-up scheint zu Beginn ein recht netter Mann zu sein, auch wenn er eigentlich Poppys Großvater sein könnte. Was mich jedoch sofort stutzig macht, ist das er sich gerne mit Poppy umgibt, oft ihre Haare wäscht, badet und jeden Sonntag sie nackt ablichtet. Währenddessen vergnügt sich ihre Mutter lieber vor den Fernseher. Dass diese Baderituale zusehends merkwürdiger werden, kann Poppy zu der Zeit noch nicht begreifen, dazu ist sie einfach noch zu jung. Zudem traut sie sich niemandem etwas zu sagen, weil sie nicht möchte, das jemand sie deshalb auslacht. Deshalb behält sie alles, was ihr Papa mit ihr macht für sich, den schließlich, sagt er, das dies alles richtig ist.
    Dieses Buch hatte ich in Nu ausgelesen, weil mich Poppys Geschichte so unfassbar entsetzt, traurig und sogar wütend gemacht hat. Auch Poppys Familie hat mich erschüttert, eine Großmutter, Onkel und Tante denen Geld und Luxus wichtiger ist und wo ich mich frage, was nehmen sich diese Menschen heraus? Besonders dann, wenn Poppy und ihre Mutter eigentlich Hilfe bräuchten und dann niemand da ist, der ihnen zur Seite steht. Selbst Pick-ups Tochter, bei der ich das Gefühl hatte, das sie ihren Vater sehr genau kennt, schaut einfach nur zu. Niemand scheint Poppys körperliche, aber auch seelische Veränderungen wahrzunehmen. Dieses Buch rüttelt einen auf, selbst wenn man die Not, Poppys Schicksal oder ähnliches schon kennt, macht es einen fassungslos. Das dann die 14-jährige Poppy gegen Ende sogar mehr auf ihre psychisch labile Mutter aufpassen muss und nicht anders herum, macht mich wütend. Ich fragte mich öfters in diesem Buch, ob da nicht auch Ämter aber vor allem Menschen versagt haben. Keiner scheint Poppys innere Rufe zu hören, geschweige den zu verstehen. Besonders wütend hat mich das Ende gemacht, als die Spirale im Grunde von vorne beginnt. Ich war total geschockt und konnte nicht begreifen, wieso ihre Mutter und Großmutter so eine Entscheidung trafen. Oft wäre ich am liebsten in das Buch gesprungen, hätte Poppy da rausgeholt und sie in meinen Armen gehalten, so hat mich dieses Buch berührt. Ich bin froh, das Astrid Korten sich nicht scheut Thematiken aufzugreifen, vor der viele von uns die Augen verschließen. Den diese geschieht zu tausendfach jeden Tag und es könnte sogar in unserer Nachbarschaft sein. Ich freue mich das Poppy ihre Geschichte Astrid erzählt hat und das es ihr heute gut geht. Für mich ist dieses Buch ein wichtiger Beitrag, um einen Blick in die Seele eines Kindes mitzuerleben und um Missbrauch zu verstehen. Lest dieses Buch es ist wichtig, den ich glaube das es viel häufiger bei uns passiert als wir ahnen. Ich jedenfalls kann es nur empfehlen und gebe 5 von 5 Sterne.

 

Die Geschichte des Wassers: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Geschichte des Wassers: Roman' von Maja Lunde
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Geschichte des Wassers: Roman"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:480
Verlag: btb Verlag
EAN:9783442718313

Diskussionen zu "Tage ohne Hunger: Roman (Taschenbücher)"

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