Das Bitcoin-Komplott: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Bitcoin-Komplott: Roman' von Andreas Brandhorst
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Bitcoin-Komplott: Roman"

Der neue Wirtschaftsthriller zur Bitcoin-Revolution. Von Bestseller-Autor Andreas Brandhorst. Die Weltwirtschaft schlittert in die Krise. Eine Gruppe Investoren rund um den Finanzmagnaten Francis Forsythe attackiert die angeschlagenen Notenbanken, um Bitcoin als neue Leitwährung durchzusetzen. Doch die alten Mächte wehren sich mit allen Mitteln. Der Schlüssel zu Erfolg und Misserfolg liegt in der Geschichte und hat mit Satoshi Nakamoto zu tun, dem Erfinder der Digitalwährung, dessen Identität noch immer ein Geheimnis ist. Als Martin Freeman, Journalist und Buchautor, ihm durch einen Zufall auf die Spur kommt, gerät er in größte Gefahr.

Format:Broschiert
Seiten:608
EAN:9783596707195
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Rezensionen zu "Das Bitcoin-Komplott: Roman"

  1. Brisant, interessant und spannend

    „Die neue Leitwährung einer neuen Welt. Und wer diese Währung kontrolliert, hat die neue Welt unter seiner Kontrolle.“ (Zitat Seite 241)

    Inhalt
    Der Journalist und Autor Martin Freeman arbeitet an einem Buch zum Thema Bitcoin. Gleichzeitig sucht er Antworten auf immer noch offene Fragen zum Unfalltod seiner Eltern vor vier Jahren. Von einem ehemaligen Geschäftspartner seines Vaters erhält er eine SD-Speicherkarte, deren Werte auf große, versteckte Sektoren hinweisen. Um diese entschlüsseln zu können, braucht er Hilfe, doch nicht nur er ist an diesen Daten interessiert.
    Gleichzeitig treffen sich unter der Leitung des Finanzexperten, Analysten und Inhabers von Amethyst Prognosis einflussreiche, internationale Investoren. Sie nennen sich „die Sieben“ und wollen den totalen Zusammenbruch der weltweiten Finanzmärkte, der unmittelbar bevorsteht, steuern und eine neue Weltwirtschaft mit Bitcoin als einziger Währung aufbauen. Doch mächtige Gegner wollen genau dies verhindern. Im Zentrum der Ereignisse steht der Name Satoshi Nakamoto und dies zieht Martin Freeman mitten in das Geschehen.

    Thema und Genre
    In diesem Wirtschaftsthriller geht es um die internationalen Finanzmärkte, Kryptowährungen, Politik, Netzwerke und Macht.

    Charaktere
    Die einzelnen Hauptfiguren handeln nachvollziehbar und ihren sehr gut geschilderten, unterschiedlichen Charakterzügen entsprechend. Sie bewegen sich in allen Schattierungen des breiten Graubereiches zwischen Gut und Böse.

    Handlung und Schreibstil
    Die spannende Handlung spielt in der nahen Zukunft und wird chronologisch in einzelnen Kapiteln erzählt, die jedoch teilweise zeitgleich an unterschiedlichen Orten spielen. Es stehen jeweils eine oder mehrere der Hauptfiguren im personalen Mittelpunkt. Jedes Kapitel trägt den jeweiligen Namen als Überschrift, was die facettenreiche, vernetzte Handlung übersichtlich macht. Unvorhersehbare Wendungen sorgen für einige Überraschungen. Die Schilderung der Ereignisse wird durch vertiefende Informationen über internationale Finanzmärkte, unterschiedliche Anlagestrategien und Bitcoin ergänzt. Diese Erklärungen erfolgen in Form von Dialogen der einzelnen Protagonisten, unterbrechen daher den Spannungsbogen nicht, machen aber die Handlung, die Ereignisse und Hintergründe nachvollziehbar. Im Anhang am Buchende findet sich als Ergänzung eine alphabetische Aufstellung der Personen der Handlung und ein Interview mit dem Autor zum Thema Bitcoin und Kryptowährungen.

    Fazit
    Ein packender, rasanter Wirtschaftsthriller, der in der sehr nahen Zukunft spielt und realistisch zeigt, wie einfach sich mit modernen Technologien die heute schon extrem empfindlichen, weltweiten Finanzmärkte beeinflussen und steuern lassen. Ein sehr interessanter, genau recherchierter Pageturner.

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Der Zeitindex: Thriller

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Zeitindex: Thriller' von Christian Cantrell
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Zeitindex: Thriller"

Format:Broschiert
Seiten:432
Verlag: Heyne Verlag
EAN:9783453320604
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Rezensionen zu "Der Zeitindex: Thriller"

  1. 4
    14. Nov 2021 

    Technokiller

    Der Job der Analystin Quinn Mitchell ist erledigt. Mit einem Team konnten sie Anschläge verhindert. Am liebsten würde Quinn weiterhin von Schreibtisch aus arbeiten. Doch die CIA hat etwas anderes mit ihr vor. Seit Wochen bringt ein mysteriöser Killer scheinbar grundlos Menschen um. Nicht einmal vor Jungendlichen macht er halt. Mit ihren analytischen Fähigkeiten soll Quinn versuchen, ihn zu finden. Dafür muss sie ins Feld und sie muss sich den Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit stellen. Strukturiert entschlüsselt Quinn erste Hinweise und ihr Weg führt sie durch die Welt. Wird sie es schaffen, dem Mörder auf die Spur zu kommen?

    Der Roman beginnt mit der spannenden Jagd nach einem Serienmörder. der bereits mehrere junge Menschen scheinbar wahllos umgebracht hat. Die CIA Agentin Quinn ist erstmals im Feld. So wohl fühlt sie sich da nicht, aber die für sie ungewohnte Tätigkeit scheint sie zu außergewöhnlichen Leistungen anzustacheln. Ihre Vergangenheit ist ihr immer präsent, ihre Scheidung hängt ihr arg nach. Sie vermisst ihren Ex-Mann, auch wenn sie nicht mehr zusammenbleiben konnten. Jedoch darf sich Quinn nicht ablenken lassen. Sie muss sich zusammenreißen und alles unternehmen, um den Täter zu fassen. Vielleicht kann Henrietta eine weitere Mitarbeiterin, sie unterstützen.

    In der nahen Zukunft sind die technischen Möglichkeiten den heutigen deutlich überlegen. Nur so kann es den Zeitindex geben, ein Projekt, das weitgehend geheim gehalten wird. Quinn erweist sich als findige Ermittlerin, die manchmal überfordert wirkt. Kein Wunder, sie wird ja quasi ins kalte Wasser gestoßen. Der Täter soweit man ihn kennt, wirkt dagegen fasst allwissend und souverän. Und immer wieder taucht der Zeitindex auf. Sehr geheimnisvoll, allerdings auch mitunter mit einer technischen Herangehensweise nicht immer ganz leicht zu verstehen. Dennoch ist die Handlung so fesselnd, dass man das Buch fast an einem Tag durchlesen möchte. Ein packender Science Fiction Thriller bietet eine interessante Abwechslung.

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Prototyp: Thriller

Buchseite und Rezensionen zu 'Prototyp: Thriller' von Matthias Clostermann
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Prototyp: Thriller"

Format:Taschenbuch
Seiten:250
EAN:9783992003150
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Rezensionen zu "Prototyp: Thriller"

  1. Ist alles gut was die Wissenschaft hervorbringt?

    Stefan Roth ist Kommandosoldat.Auf dem Weg nach Calw zu seiner Fortbildung bei der KSK wird sein BMW Motorrad von einem Transporter erwischt.Monate später erwacht er ohne Arme und Beine.Sein Arbeitgeber macht daraufhin Stefan ein Angebot ob er an einem Forschungsprojekt teilnehmen will. Man will versuchen ihm die Gliedmaßen zu ersetzen mit neuster und noch experimenteller Technologie...

    Der Schreibstil ist leicht,bildhaft und zügig zu lesen.Die Protagonisten passen sehr gut in diesen Thriller hinein.Der Spannungsbogen umfasst dabei das ganze Buch.

    Fazit:Ich kam sehr gut in das Buch hinein obwohl es gleich zu Beginn tragisch wurde.Ich konnte regelrecht mit Stefan mitfühlen mit seinen Hoffnungen und seinen Gefühlen.Als er dem Forschungsprojekt zusagt, mutiert er immer mehr zu einem Mensch-Roborter-Hybriden.Wenn ich mir vorstelle dass es so etwas vielleicht irgendwann in Wirklichkeit gibt und wie weit die Forschung heutzutage schon ist macht es mir doch ein wenig Angst.Dieser Thriller geht schon meiner Meinung nach in Richtung science fiction. Er fängt relativ harmlos an aber ich merkte immer mehr beim lesen dass etwas nicht stimmt. So sehr ich mich für Stefan gefreut habe hatte ich doch ein komisches Gefühl dabei.Der Autor hat dies hervorragend umgesetzt.Ab der Hälfte des Buches wird es richtig spannend und es kommt Action auf.Die Handlung spielt sich die meiste Zeit in Belgien ab und teilweise im Schwarzwald und dort kenne ich die im Buch beschriebenen Ortschaften recht gut was ich ausgesprochen toll fand. Es wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt dabei sind die Kapitel nicht allzu lang so dass die Story kurzweilig zu lesen ist.Die Charaktere sind zum Teil sehr komplex angelegt so dass ich zum Ende hin richtig gehend erstaunt war.Gerade das Ende hat mich erschüttert ich hatte mit allem gerechnet nur nicht dass es so ausgeht.Mehr möchte ich aber dazu nicht verraten. Im Nachhinein und im Rückblick ist es für mich ein komplexer,actionreicher und sehr gut durchdachter Thriller mit einem schockierenden Ende der mich noch eine ganze Weile beschäftigt hatte.

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Every

Buchseite und Rezensionen zu 'Every' von Dave Eggers
4
4 von 5 (3 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Every"

Nach »Der Circle« legt Dave Eggers mit »Every« eine rasante Fortschreibung seines Weltbestsellers vor - ein hochbrisanter Thriller Der Circle ist die größte Suchmaschine gepaart mit dem größten Social-Media-Anbieter der Welt. Eine Fusion mit dem erfolgreichsten Onlineversandhaus brachte das reichste und gefährlichste – und seltsamerweise auch beliebteste – Monopol aller Zeiten hervor: Every. Delaney Wells ist »die Neue« bei Every und nicht gerade das, was man erwarten würde in einem Tech-Unternehmen. Als ehemalige Försterin und unerschütterliche Technikskeptikerin bahnt sie sich heimlich ihren Weg, mit nur einem Ziel vor Augen: die Firma von innen heraus zu zerschlagen. Zusammen mit ihrem Kollegen, dem nicht gerade ehrgeizigen Wes Kavakian, sucht sie nach den Schwachstellen von Every und hofft, die Menschheit von der allumfassenden Überwachung und der emojigesteuerten Infantilisierung zu befreien. Aber will die Menschheit überhaupt, wofür Delaney kämpft? Will die Menschheit wirklich frei sein? Wie schon bei »Der Circle« weiß Dave Eggers wie kein zweiter unsere Wirklichkeit so konsequent weiterzudenken, dass einem der Atem stockt beim Lesen. Man kann nur inständig hoffen, dass die Realität nicht schneller voranschreitet, als Dave Eggers schreiben kann.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:592
EAN:9783462001129
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Rezensionen zu "Every"

  1. 3
    13. Aug 2022 

    Wohltätige Algorithmen

    Endlich ist es geschafft, das bedeutendste Social Media Unternehmen, die größte Suchmaschine und das größte Versandhaus sind endlich vereint, zu Every, der allumfassenden Maschine zum Wohl der Menschheit. Gibt es jemanden, der die Machenschaften dieses Konzerns durchschaut? Zumindest Delany Wells fasst den Entschluss, Every muss von innen heraus bekämpft werden. Sie durchläuft das Assessment und bekommt tatsächlich ein Stellenangebot. In verschiedenen Abteilungen lässt sie Every an ihren Ideen teilhaben, von denen eine die Freiheit des einzelnen mehr einschränkt als die andere. Delany hofft, dass die Menschen sich irgendwann dagegen wehren müssen und Every zerschlagen wird.

    Kann Delany allein gegen eine Riesenfirma antreten? Zumindest versucht sie es. Doch Delany hat nicht mit der Dummheit der Menschen gerechnet, die ihre Freiheit und das letzte bisschen Privatsphäre auch noch gerne aufgeben, wenn sie meinen, dass sie es freiwillig tun, es dem Umweltschutz dient oder dem Schutz der Gesundheit. Es scheint so, dass je abwegiger ihre Ideen sind, desto mehr springen die Kunden darauf an. Es gibt für alles eine App, die überwacht und mit Handlungsanweisungen zur Stelle ist. Wo bleibt die Revolution? Niemand steht auf. Nur ihr Freund Wes unterstützt Delany von außen. Was hat es dann zu bedeuten, dass auch er bei Every anfängt?

    Ob man in der Welt von Every leben möchte, sollte man sich echt überlegen. Am besten sollte man dann auch gleich ein paar Gedanken daran verschwenden, wie weit es schon ist. Vielleicht auch gleich ein paar Apps und Konten löschen und wieder ganz oldschool im Laden einkaufen. Leider lässt sich die Zeit nicht zurückdrehen, aber schön wäre es doch, wenn die Menschen etwas weniger technikgläubig währen. Die Bosse irgendwelcher Firmen wollen genau eines, Geld scheffeln. Mit welchen Mitteln sie das schaffen, ist ihnen großen Teils egal. Wäre es anders, gäbe es noch eine Art von Menschlichkeit und Etikette. Alles irgendwelchen Algorithmen zu überlassen, zeugt nicht gerade von Mitgefühl. Man wünscht bei diesem gut vorgetragenen Hörbuch, nie in so einer Welt leben zu müssen und schaudert so manches Mal beim Hören.

    3,5 Sterne

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  1. Besorgniserregende Zukunft(?)vision?

    Der Nachfolger vom „Circle“ ist „Every“ – ein Konzern, der alles und jeden überwacht und trackt, der das Leben „verbessert“, in dem er Romane von ungewünschten Handlungsverläufen oder politisch inkorrekten Wortlauten befreit, der das Konsumverhalten optimiert – gern auch unter dem Deckmantel des Klimaschutzes – und die Menschen durch öffentliche Zurschaustellung ihres Fehlverhaltens – und sei es noch so klein – zu einer überlegeneren Version ihrer selbst machen will. Delaney Wells will diese Form der Unfreiheit und Überwachung nicht länger hinnehmen und bewirbt sich bei „Every“, um die Firma von innen heraus zu zerstören.

    Hatte ich beim „Circle“ vor einigen Jahren schon das ungute Gefühl, dass alles, was Dave Eggers als (hoffentlich) dystopisches Szenario entwirft, gar nicht so weit ab von einer möglichen, zukünftigen Realität ist, so habe ich bei „Every“ den Eindruck, dass die Welt sich bereits unaufhaltsam in die hier aufgezeigte Richtung bewegt. Natürlich übertreibt Dave Eggers mit seinen Ideen und Darstellungen, selbstverständlich sind einige Einfälle, wie die von „Thoughts Not Things“ so abstrus, dass sie kaum je umgesetzt werden könnten – allerdings: in „Every“ finden sich auch viele Ansätze, die leider gar nicht so unwahrscheinlich klingen. In der Fülle, in der Eggers sie in seinem Roman detailliert vorstellt, muss man fast schon Angst vor der Kreativität des Autors selbst bekommen….

    Eggers legt all diese fantastisch anmutenden Ansätze in die Hand seiner Figur Delaney, die hofft, irgendwann eine Idee zu präsentieren, mit der die Öffentlichkeit nicht mehr einverstanden ist, sodass „Every“ an seinen eigenen Taktiken zugrunde geht. Das Perfide an all diesen Innovationen ist, dass sie so, wie Delaney sie präsentiert, auch immer eine gute Seite zu haben scheinen, die sogar so weit reicht, dass man sich selbst durchaus bei der ein oder anderen Idee fragt, ob diese nicht vielleicht in modifizierter Version umgesetzt werden sollte.

    Gleichzeitig hält Eggers uns einen schonungslosen Spiegel vor. In eindringlicher und überspitzer Art und Weise konfrontiert er den Leser mit einer Gesellschaft, der Entscheidungen abgenommen werden (dafür gibt es jetzt ein Programm), die zu regelmäßigem Sport verpflichtet ist (dafür gibt es ein Monitoring-Programm), ein Schlafziel zu erreichen hat (dafür gibt es ebenfalls ein Programm) und die z.B. ihren Wortschatz erweitern muss (auch dafür gibt es ein Programm). Die Menschen sind vollkommen abhängig von ihren Smart Devices, arbeiten sich täglich durch unzählige Likes, Smiles, Frowns und Kommentare und leben für ihre virtuelle Präsenz und ihr Social Media-Image. So viel Nähe an der jetzigen Zeit, vor allem auch was Shitstorms und Public Shaming angeht, gibt es selten.

    Auch wenn Eggers Anliegen sehr durchsichtig ist und seine Kritik an großen Internet-Konzernen plakativ und überdeutlich daherkommt, kann man sich dem Roman nicht entziehen. Die Parallelen, die sich zu unserer Lebenswelt bereits finden, sind nicht von der Hand zu weisen – es reicht, dass das Szenario nicht vollkommen abwegig ist, um zumindest einen Denkprozess in Gang zu setzen. Dadurch entsteht trotz einiger Längen, in denen Delaneys Mission sich immer wieder im Kreis zu drehen scheint, ein spannendes und faszinierendes Porträt des „Every“-Konzerns – Eggers entwirft hier ein bis in die letzte Kleinigkeit durchdachtes Firmenuniversum, dessen Erschaffung ihm spürbar Freude bereitet. Auch wenn sich der Text bisweilen in Details verliert, wird der Nervenkitzel hochgehalten – lediglich im letzten Viertel gerät die Spannungskurve etwas aus dem Takt. Bei all der von „Every“ propagierten Transparenz erscheinen die Figuren vielfach undurchsichtig genug, um zusätzlich für Anspannung beim Leser zu sorgen. Insgesamt ein sehr spannender, lesenswerter und auf eine beunruhigende Weise unterhaltender Zukunftsroman, bei dem die Frage bleibt, wieviel von der Zukunft schon unsere Gegenwart ist.

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  1. Wir stehen am Abgrund und merken es nicht

    Kurzmeinung: Ist es wirklich noch 5 vor 12?

    Als ich heute auf ZDF.info die Sendung „Weltmacht Amazon, Das Reich des Jeff Bezos“ anschaute, dachte ich, mindestens die Hälfte ist schon wahr beziehungsweise verwirklicht und wir stehen am Rande des Abgrunds. Amazon kauft Unternehmen auf, verschluckt sie und keins ward mehr gesehen. Die Monopolstellung von Every ist natürlich größer und gewaltiger, aber gar nicht so weit von der Realität entfernt wie wir es gerne hätten. Die von Dave Eggers ausgeschmückte ubiquitäre und omnipotente sanfte Gewalt von Every nimmt mit wenigen nullsteuerzahlenden Monopolisten in der Welt mehr und mehr Gestalt an. Eine Utopie ist es schon lange nicht mehr, was Eggers uns mit Absicht natürlich völlig überzogen ins Stammbuch schreibt.

    Wenn es nach Every geht, gibt es kein Privatleben mehr, keine Privatsphäre. Keine Privatgedanken. Alles wird publik und miteinander verglichen, ob es um die Qualität des Sex geht oder darum, schon die Kinder ein Ranking untereinander veranstalten zu lassen. Selbst, ob es dir schmeckt, sagt dir die App anhand deiner gemessenen Körperfunktionen!

    Dave Eggers versprüht Witz und Ideen wie immer. Es ist ein Vergnügen „Every“ zu lesen und sich zu gruseln. Natürlich ist das Satire, was Eggers macht. Und dennoch läuft es mir kalt den Rücken hinunter. Weil auch Eggers keinen Ausweg sieht. Seine Protagonistin Delaney probt den Aufstand. Was dabei heraus kommt, möchtest du nicht wissen oder du liest den Roman!

    Was dem Roman „Every“ fehlt, ist ein wenig Wagemut und ÜberdieStränge schlagen, ein wenig Bond oder Superwoman hätten nicht geschadet. Oder, ich traue mich kaum, es zu sagen, Sex. Eine verbotene Affäre. Was wir dagegen bekommen, ist ein kranker Hund. Mit dem wir natürlich Mitleid haben. Und den Abgrund. Den bekommen wir auch.

    Was die Atmosphäre angeht und das politische Klima: Mit unserer political correctness, in der heute diskriminierende (aber sehr lustige) Witze über Ostfriesen und Blondinen nicht mehr denkbar wären (sind?) - sind wir schon sehr nahe an der Meinungsdiktatur, die durch Every abgebildet ist, angelangt.

    Fazit: Ein Spieglein wird einem vorgehalten, in das man nicht gucken möchte. Wie immer ein wunderbar zu lesendes Feuerwerk an Einfällen.

    Kategorie: SF. Dystopie
    Verlag: Kiwi, 2021

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Probe 12: Thriller

Buchseite und Rezensionen zu 'Probe 12: Thriller' von Kathrin Lange
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Probe 12: Thriller"

Sie sind tödlich. Und sie sind außer Kontrolle Als die Wissenschaftsjournalistin Nina Falkenberg ihren ehemaligen Mentor Anasias in Georgien besucht, gerät sie mitten in einen tödlichen Angriff auf ihn. Zuvor kann er Nina jedoch verraten, dass es ihm gelungen ist, ein Medikament gegen die gefährlichsten multiresistenten Keime der Welt zu finden. Musste er deswegen sterben? Zusammen mit dem Foodhunter Tom Morell, dessen Tochter an einem dieser Keime erkrankt ist, versucht Nina, die Forschungsergebnisse nachzuvollziehen. Aber Nina und Tom sind nicht die Einzigen, die hinter Anasias‘ Forschung her sind, und ihre Gegner schrecken weder vor Entführung und Erpressung noch vor Mord zurück.

Format:Broschiert
Seiten:496
Verlag:
EAN:9783785727553
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Rezensionen zu "Probe 12: Thriller"

  1. Spannende Wissenschaft

    *Probe 12*
    Autorinnen: Kathrin Lange & Susanne Thiele

    Verlag: Lübbe Seitenzahl: 496

    Ersterscheinung: 30.09.2021

    ISBN:9783785727553

    • Die Autorin K.Lange ist entgegen ihrer Berufspläne bei der Polizei, Buchhändlerin & Autorin geworden. Sie hat schon mehr als 25 Bücher geschrieben. Seit 2014 ist sie im Thriller-Genre aktiv.

    • Susanne Thiele hat Biochemie & Mikrobiologin & arbeitet im HelmholtzInstitut. Beide Schriftstellerinnen sind sehr gut vernetzt & haben professionellen Einblick in die Herausforderungen & Probleme, der MRSA Bekämpfung.

    Inhalt:

    Sylvie, eine Teenagerin ist chronisch krank & infolgedessen abwehrgeschwächt. Unglücklicherweise wird sie von ihrem Vater mit einer Infektionskrankheit infiziert. Eine erfolgreiche Antibiotika-Therapie ist ihre einzige Chance, den lebensbedrohlichen Verlauf der Infektion, abzuwenden & zu überleben.
    In Georgien werden ein Wissenschaftler und seine Assistentin Opfer eines Attentats. Die in dem Labor hochentwickelte Phagen-Therapie soll nicht in die Hände der Verbrecher, fallen. Ein erbitterter Kampf um Menschenleben beginnt.
    Mein sehr persönlicher Leseeindruck:

    Erzählstil: Das gesamte Buch profitiert von einem logisch aufgebauten Aufbau und flüssigem Erzählstil. Im Anhang findet der Leser eine Liste des im Buch verwendeten Fachjargons.

    Protagonisten: Hier wurden einige der Charaktere gezielt detailliert vorgestellt wobei andere nebensächlich eingeführt wurden. Dadurch wurde die Handlung vielseitiger und bunter. Die am Rande beschriebenen Personen, nehmen durch diese Erzählweise,ihren Platz am Rande des Schauplatzes ein. So wird es vermieden, dass die LeserAufmerksamkeit von den Schlüsselpersonen abgelenkt wird.

    Spannung: Während der gesamten Story herrscht eine gute Grundspannung. Durch die rasche Abfolge von Geschehen, erhöht sich das Tempo. Der Lesefluss wird hiervon positiv beeinflusst.

    Finale: Hier wird die Auflösung zu einer echten Überraschung. Einige der ausgelegten Erzählstränge bleiben offen für Spekulationen. Sie könnten als Cliffhanger für eine weiterführende Erzählung aus der Feder beider Autorinnen gedacht sein?!

    Fazit: Ein toller Wissenschafts-Thriller, der informiert und dennoch sehr spannend unterhält.Die Thematik wird durchweg sehr gut erklärt & bleibt präsent.

    Ich vergebe sehr gerne eine 4,5*Sterne Leseempfehlung verbunden mit der Hoffnung, von diesen Autorinnen noch Vieles lesen zu dürfen.

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Schach mit dem Tod: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Schach mit dem Tod: Roman' von Steffen Jacobsen
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Schach mit dem Tod: Roman"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:448
Verlag: Heyne Verlag
EAN:9783453272019
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Rezensionen zu "Schach mit dem Tod: Roman"

  1. Auf dem Weg zur Atombombe

    Der Elektroingenieur David Adler wird Mitglied des Teams, das sich mit dem Manhattan-Projekt beschäftigt. Dabei wird an einer ganz besonderen Waffe gearbeitet. Da Niels Bohr mit ihm verwandt ist, gilt er als vertrauenswürdig und wird zum persönlichen Assistenten von Bohr. Doch er ist nicht freiwillig dabei, er wurde von den Sowjets gezwungen, für sie zu spionieren. David Adler verfolgt mit Grauen die Fortschritte bei der Entwicklung der Atombombe, die schon bald für eine Erprobung bereit ist. Seine Auftraggeber machen Druck.
    Ich habe bisher noch kein Buch von Steffen Jacobsen gelesen. Dieser Roman ist spannend, aber auch nicht ganz leicht zu lesen, denn es fließen recht viele Fakten ein und Physik ist nicht unbedingt mein Thema. Doch die Erklärungen sind verständlich. Mir kam das Spionagethema fast ein wenig zu kurz.
    Die Charaktere sind sehr gut und interessant dargestellt. Dabei sind fiktive mit realen Personen kombiniert worden. David Adler steckt in einer Zwickmühle, aus der er nicht so ohne Weiteres herauskommt. Doch man sollte nie jemanden unterschätzen. Über Robert Oppenheimer habe ich schon öfter gelesen, über Niels Bohr wusste ich zuvor allerdings kaum etwas.
    Es ist ein interessanter und spannender Roman, der diesen Wettkampf der Mächte in der damaligen Zeit gut beleuchtet. Lesenswert!

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