Im Schatten der Entdecker: Indigene Begleiter europäischer Forschungsreisender

Buchseite und Rezensionen zu 'Im Schatten der Entdecker: Indigene Begleiter europäischer Forschungsreisender' von Volker Matthies
NAN
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Inhaltsangabe zu "Im Schatten der Entdecker: Indigene Begleiter europäischer Forschungsreisender"

Indigene Begleiter europäischer Forschungsreisender
Broschiertes Buch
Alexander von Humboldt erforschte Südamerika - hat er den Weg allein gefunden? Bis heute hält sich das Bild, die berühmten Entdecker und Forschungsreisenden seien völlig auf sich gestellt durch fremde Länder gezogen oder über Ozeane gesegelt. Doch ob James Cook, David Livingstone oder Sven Hedin - sie alle hatten Helfer vor Ort, die zum Erfolg der Unternehmungen beitrugen. Wer waren diese Menschen?
Hier werden sie zum ersten Mal in den Blick genommen: die Führer und Dolmetscher, Informanten und Transporteure. Nicht selten waren sie sogar die eigentlichen Leiter der Expeditionen. Anhand von Beispielen aus allen außereuropäischen Kontinenten rückt Volker Matthies ihren Beitrag zur Vermessung der Welt ins rechte Licht.

Format:Taschenbuch
Seiten:248
EAN:9783861539896
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Klaus Barbie. Begegnung mit dem Bösen: Doku-Drama (2 CDs)

Buchseite und Rezensionen zu 'Klaus Barbie. Begegnung mit dem Bösen: Doku-Drama (2 CDs)' von Leonhard Koppelmann
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Klaus Barbie. Begegnung mit dem Bösen: Doku-Drama (2 CDs)"

Mit unveröffentlichten O-Tönen von Klaus Barbie u. a. Feature. 170 Min.
Audio CD
Investigative Recherche, die enthüllt, Geschichtsjournalismus, der den Schrecken der Vergangenheit in die Gegenwart holt: Der Journalist Peter F. Müller hat sich auf die Spuren des brutalen Nazi-Schergen und umtriebigen Nachkriegskarrieristen Klaus Barbie begeben, der als "Schlächter von Lyon" in die Geschichtsbücher einging. In bisher unveröffentlichten O-Ton-Aufnahmen plaudert der Massenmörder unbeschwert über seine Gräueltaten und seine erstaunliche Karriere nach der NS-Zeit. Auf faszinierende und beklemmende Weise gibt das Doku-Drama Auskunft über eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte.

Doku-Drama mit Felix von Manteuffel u.v.a.
min

Format:Audio CD
Seiten:0
EAN:9783862316663
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Rezensionen zu "Klaus Barbie. Begegnung mit dem Bösen: Doku-Drama (2 CDs)"

  1. Die zwei Leben des Massenmörders...

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 08. Mär 2019 

    Investigative Recherche, die enthüllt, Geschichtsjournalismus, der den Schrecken der Vergangenheit in die Gegenwart holt: Der Journalist Peter F. Müller hat sich auf die Spuren des brutalen Nazi-Schergen und umtriebigen Nachkriegskarrieristen Klaus Barbie begeben, der als »Schlächter von Lyon« in die Geschichtsbücher einging. In bisher unveröffentlichten O-Ton-Aufnahmen plaudert der Massenmörder unbeschwert über seine Gräueltaten und seine erstaunliche Karriere nach der NS-Zeit. Auf faszinierende und beklemmende Weise gibt das Doku-Drama Auskunft über eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte.

    Klaus Barbie war mir auch vor dieser Dokumentation ein Begriff. Natürlich. Der 'Schlächter von Lyon', einer der meistgesuchten NS-Kriegsverbrecher, der, wie so viele andere auch, über die Rattenlinie nach Südamerika entkam. Punkt. Tatsächlich endete mein Wissen da.

    Nun, nach Anhören der Dokumentation, ist mir deutlich, dass sich ein Mensch kaum ändert, nur weil er sich plötzlich einer komplett veränderten Realität gegenübersieht. Der Mensch Klaus Barbie nach der Flucht bleibt machtbesessen, skrupellos, uneinsichtig. Und weil es Geheimdiensten, Landesregierungen, Politikern und einflussreichen Geschäftsleuten gut in den Kram passte, erhielt Barbie auch stets die notwendige Protektion.

    Der US-amerikanische CIC beispielsweise - der Vorläufer des CSI - nutzte Barbies Wissen und seine Verbindungen nur zu gern, und als es für ihn in Deutschland tatsächlich zu heikel wurde und Frankreich auf seiner Inhaftierung und Auslieferung bestand aufgrund der von ihm verübten unfassbaren Kriegsverbrechen, sorgte eben dieser CIC mit Unterstützung des Vatikan dafür, dass Barbie nach Südamerika entkam.

    Über Peru ging es nach Bolivien, wo er die Militärs in dem von ihm perfektionierten Waterboarding und anderen Foltermethoden unterrichtete, lebhafte Verbindungen zum BND unterhielt, v.a. in Angelegenheiten von Waffenlieferungen, und maßgeblich an der Verfolgung und Ermordung des Rebellenführers Che Guevara beteiligt war.

    "Alles nur, weil man SS-Mann war."

    Obwohl Barbie, der ab 1951 unter dem Namen Klaus Altmann in Bolivien lebte, bereits Anfang der 70er Jahre enttarnt wurde, wurde er erst nach einem Regierungswechsel in Bolivien 1983 festgenommen. Helmut Kohl verhinderte eine Auslieferung an Deutschland, um so kurz vor den Wahlen die Schulddebatte von Kriegsverbrechern nicht wieder aufkommen zu lassen. Stattdessen beantragte schließlich Frankreich die Auslieferung Barbies, wo er vor Gericht gestellt und 1987 schließlich zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. 1991 starb er mit fast 78 Jahren im Gefängnis von Lyon.

    Diese Dokumentation ist sehr lebendig und authentisch gestaltet, wobei Auszüge aus den Memoiren Klaus Barbies zitiert werden, die er im Gefängnis von Lyon schrieb (allerdings unter Auslassung diverser 'Details' aus seinem Leben in Bolivien, z.B. hinsichtlich seiner hervorragenden Kontakte zu und Geschäften mit den Drogenbaronen). Originalton-Aufnahmen von Klaus Barbie fließen hier ebenso ein wie die Versuche einzelner engagierter Personen, diesen Kriegsverbrecher endlich dingfest zu machen. Den Behauptungen und Bewertungen Klaus Barbies werden in nüchternem Ton die objektiven Tatsachen gegenübergestellt, die zu seinen persönlichen Ansichten nur zu oft eklatant im Widerspruch stehen.

    Ein Unbelehrbarer also? Ganz bestimmt. Fast noch erschreckender allerdings finde ich das Netz aus Politik, Geldmacht und Geheimdiensten, die solchem Verhalten noch den Boden bereiten und dies auch noch honorieren. Und es wäre wohl blauäugig anzunehmen, dass dies heutzutage anders ist. Der ein oder andere bekannte Staatspräsident mag hierfür als Beweis genügen... Dies aber nur mal so am Rande.

    Alles in allem jedenfalls eine empfehlenswerte Dokumentation!

    © Parden

 

"Mein vielbewegtes Leben": Ein biographisches Porträt präsentiert von Frank Holl (Foliobände der Anderen Bibliothek, Band 19)

Buchseite und Rezensionen zu '"Mein vielbewegtes Leben": Ein biographisches Porträt präsentiert von Frank Holl (Foliobände der Anderen Bibliothek, Band 19)' von Alexander von Humboldt
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Gebundenes Buch
"Humboldt überschüttet uns mit geistigen Schätzen." Johann Wolfgang von Goethe

Er ist die herausragende Person des Geisteslebens des 18. und 19. Jahrhunderts, von seinen Erkenntnissen zehren wir bis heute: Alexander von Humboldts Errungenschaften auf dem Gebiet der Naturwissenschaften sind das Ergebnis seiner unzähligen Entdeckungsreisen. Frank Holl führt uns durch ein rastloses, "vielbewegtes Leben". Ob Physik, Zoologie, Botanik, Ethnologie, Geologie, Mineralogie oder Astronomie - Alexander von Humboldts Werk umfasste alle bekannten Bereiche der Naturwissenschaft und bildete die Grundlage neuer Disziplinen. Universal gelehrt wurde er vor allem durch seine Reisen, die ihn gleichermaßen nach Lateinamerika sowie quer durch Russland und Sibirien führten; die dort gewonnenen Einsichten über klimatische Zusammenhänge und die geologische Gestalt der Erde gingen ein in sein Lebenswerk: Kosmos - Entwurf einer physischen Weltbeschreibung. Sein Forscherwissen ist das Ergebnis eines Lebensin Bewegung, das Frank Holl in seinem biographischen Porträt nachzeichnet.

Der Band ist eine komplett neu gestaltete, völlig überarbeitete und um 100 Seiten und 70 Abbildungen erweiterte Neuausgabe des Werkes aus dem Jahr 2009.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:384
EAN:9783847700197
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Victor Jara - Nein zur Diktatur

Buchseite und Rezensionen zu 'Victor Jara - Nein zur Diktatur' von Bruno Doucey
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Victor Jara - Nein zur Diktatur"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:96
Verlag: Anaconda
EAN:9783730600207
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Rezensionen zu "Victor Jara - Nein zur Diktatur"

  1. Solche Menschen dürfen nicht vergessen werden

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 31. Jul 2018 

    Ich weiß nicht mehr, wann ich von Victor Jaras Ermordung erfahren habe. Er wurde ein paar Tage vor meinem 9. Geburtstag mit mindestens 44 Schüssen umgebracht. Weil er sich politisch betätigte und für den Frieden sang. So habe ich es damals in der Schule erfahren.
    Als Jugendliche habe ich viel seine Musik gehört. Doch dann habe ich ihn aus den Augen verloren. Erst vor einiger Zeit, als ich beim Anaconda-Verlag auf der Suche nach Klassikern war, fiel mir dieses Büchlein auf.

    Doch von vorne:

    Das Buch beginnt am Mittwoch, 12. September 1973 (acht Tage vor meinem neunten Geburtstag). Die ersten Sätze muten an, als wenn sie aus einem Bericht über den Holocaust stammen:

    „Die Schlange der Gefangenen kommt in den Straßen der Stadt nur mühsam vorwärts. Sie wird von Kolbenhieben begleitet, durch die Beschimpfungen der Soldaten bedrängt, von knurrenden Hunden bedroht. Von Zeit zu Zeit bricht ein Festgenommener auf der Straße zusammen, ein anderer begehrt auf. Sie werden sofort beiseitegeschafft und mit einer Kugel in den Kopf hingerichtet.“

    Die Chilenen wurden vom Fleck weg verhaftet: aus ihren Häusern, von der Arbeit, von Universitäten. Ein junger Mann widersprach – er wurde zu Tode geprügelt, ein anderer stürzte sich vor Angst in den Tod.
    Unter den Gefangenen, die in das Estadio Chile verschleppt werden, befindet sich auch der berühmte Sänger Victor Jara, der, sobald er von einem Offizier erkannt wurde, einen Peitschenhieb gegen die Schläfe bekommt. Von klein auf kennt Victor Jara dieses Stadion. Er weiß gar nicht mehr, wie oft er hier gesungen hat. Erinnerte sich aber an das Jahr 1969: Die schönsten Stimmen der chilenischen Liedersänger ertönten Stunde um Stunde. Und ihre ganze Hoffnung richtete sich auf die kommende Wahl.
    Neben sich hört Victor Jara die Stimme eines 15-Jährigen: „Ich habe Angst. Ich will nicht sterben.“ Noch ist er überzeugt, hier schnell wieder wegzukommen, da die Augen der ganzen Welt auf Chile gerichtet ist. Doch schon ist der Offizier wieder bei ihm, schlägt ihn zusammen und fordert, dass man ihn in das Quartier für die gefährlichen Gefangenen führt.

    Als Victor wach wird, liegt er auf der blanken Erde, kann sich kaum rühren, der Körper schmerzt. Aber die Gedanken fliehen zu Menschen, denen er nahesteht: Joan, die Frau, die er liebt, seine Töchter Amanda und Manuela. Er denkt an Salvador Allende und Pablo Neruda, dessen Rückkehr nach Chile gerade gefeiert worden war.
    Erinnerungen auch an die Kindheit, die Geschwister, die schon als Sechs- und Siebenjährige mitarbeiten mussten, um die Familie ernähren zu können.
    Der Vater war Analphabet, der den Schulbesuch, für den die Mutter sorgte, missbilligte. Dass Victor Jara der geworden ist, der er war, hat viel mit seinem Vater und dessen Verhalten der Familie gegenüber zu tun. Und da geht es um oft düstere Stunden, die Erinnerung daran rief Victor Jara in einem seiner ersten Lieder, „La luna es siempre muy linda“ (Der Mond ist immer sehr schön), wach.
    Von der Mutter hatte er die panische Angst, den Teufel zu treffen, was sich leider noch bewahrheiten sollte. Sie brachte ihm auch das Gitarrespielen bei und machte ihn mit traditionellen Instrumenten, Liedern und der Kultur der Mapuche vertraut.

    Später sollte Victor Jara auch noch das Elend der Stadtbewohner kennenlernen und als er 17 Jahre jung war, starb seine Mutter, die sich für die Familie quasi totgearbeitet hat.
    Wann immer Victor Jara Ungerechtigkeiten sieht oder von Gewalt gegen seine Mitmenschen erfährt, greift er zur Gitarre. Und er prangert die Täter namentlich an.

    Mitte der 60er-Jahre fragte ihn ein Journalist, warum er sein Leben von nun an dem Singen widmen wollte:

    „Was um mich herum geschieht, berührt mich immer mehr. Die Armut in meinem eigenen Land, in ganz Lateinamerika und in anderen Ländern der Welt. Ich brauche das Holz und die Saiten einer Gitarre, um meiner Freude und Traurigkeit freien Lauf zu lassen.“

    Seine Auftritte waren nicht ungefährlich für ihn und seine Mitkünstler. Bei einem Konzert an einer Schule wurden sie von den Extremen fast gelyncht.

    Doch er ist vor der Gefahr, die gegen ihn gerichtet war, nie zurückgewichen. Im Gegenteil „ist er gegenüber der Intoleranz standhaft geblieben, er hat den Hass der anderen ertragen, ohne den Blick zu senken, und er hat mit seinen Wünschen und Taten die Entstehung der Demokratie begleitet“.

    Und damit schließe ich und lege euch dieses Büchlein über einen wunderbaren Menschen ans Herz.

    In dem Wikipedia-Artikel zu Victor Jara erfahrt ihr Näheres über die Aufarbeitung seiner Ermordung: Aktuell wurden am 4. Juli 2018 weitere acht ehemalige Offiziere wegen des Mordes an Victor Jara und den Gefängnisdirektor Littré Quiroga Carvajal zu 15 Jahren und einem Tag Gefängnis verurteilt. Dabei handelt es sich um Hugo Sanchez Marmonti, Raul Jofre Gonzalez, Edwin Dimter Bianchi, Nelson Haase Mazzei, Ernesto Bethke Wulf, Juan Jara Quintana, Hernan Chacon Soto und Patricio Vásquez Donoso. Ein weiterer Offizier, Rolando Melo Silva, wurde wegen Beihilfe zu fünf Jahre und 61 Tage verurteilt.

    Hier findet ihr sein letztes Gedicht, das er vor seinem Tod im Fußballstadion von Santiago de Chile im September 1973 geschrieben hat.

 

Rodriguez, Roberto, Ricardo, Francisco: Drei Brüder – eine Familie

Buchseite und Rezensionen zu 'Rodriguez, Roberto, Ricardo, Francisco: Drei Brüder – eine Familie' von Thomas Renggli
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Rodriguez, Roberto, Ricardo, Francisco: Drei Brüder – eine Familie"

Format:Taschenbuch
Seiten:224
Verlag: Wörterseh
EAN:9783037630976
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Rezensionen zu "Rodriguez, Roberto, Ricardo, Francisco: Drei Brüder – eine Familie"

  1. Drei Brüder, ihr (Familien)Leben und ihre Fußballkarrieren

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 23. Jun 2018 

    Cover:
    ------------
    Das Titelbild mit den drei strahlenden Brüdern und dem Fußball lässt einen sympathischen Eindruck der Drei entstehen und weckt Neugier, ihre Biographie betreffend. Als Klappenbroschur mit einem umfangreichen (32 Seiten) Fototeil in der Mitte des Buches macht einen guten Eindruck.

    Inhalt:
    ------------
    Der Autor, Thomas Renggli hat selbst Fußball gespielt, bevor er jedoch an Profifußball dachte, wechselte er in den (Sport)Journalismus. In diesem Buch porträtiert er das Leben der drei Rodriguez-Brüder, die alle im Profifußball Karriere gemacht haben.

    Mein Eindruck:
    ------------
    Der Beginn des Buches hat mir sehr gut gefallen. Aufhänger ist der Besuch von Roberto und Francisco in ihrer alten Schule in Auzelg. Hier beantworten sie den Schülern ihre Fragen und erzählen von ihrer Schulzeit. Dies ist Aufhänger, um im Folgenden jedem der drei Brüder ein Kapitel zu widmen und sie einzeln vorzustellen. Dieser Einstieg hat mir gut gefallen, denn ihre einzelnen Charaktere und ihr sozialer Hintergrund werden gut herausgearbeitet. Ich war sehr beeindruckt von dem familiären Zusammenhalt und ihrem Kampfgeist sowie der Einstellung, offen mit ihren (körperlichen) Einschränkungen umzugehen.

    "»Als Fußballprofi wird deine Karriere entscheidend von den Trainern beeinflusst - ohne das Vertrauen des Coaches hast du keine Chance. Der Chef sagt, wer wann wo wie lange spielt. Gründe muss er dir keine nennen. So gesehen, ist eine Fußballmannschaft ähnlich wie eine Diktatur«, beschreibt Roberto die Kräfteverhältnisse und die gelegentliche Ohnmacht der Spieler plastisch." (S. 37)

    Im Mittelteil widmet sich Renggli mehr den einzelnen Karriereverläufen der Brüder. Hierfür interviewt er einige Kollegen, Trainer und Bekannte der Brüder und greift auf Zeitungsartikel sowie weiteren Recherchequellen zurück. Diese Mischung lockert den Part auf, jedoch merkt man den Sportjournalisten im Autor: Es werden viele Namen, Daten und (Fußball)Fakten genannt. Das war für mich stellenweise eher ermüdend zu lesen. Auf der einen Seite fand ich es interessant, die Gründe zu erfahren, warum einige Spieler die Nationalhymne vor dem Spiel nicht mitsingen, weshalb Migration besonders im Fußball funktioniert und sogar zwingend notwendig ist sowie weitere Einblicke hinter die Kulissen dieses Sports zu erhalten. Auf der anderen Seite war dieser Abschnitt m. E. zu ausschweifend im Bezug auf Fußballthemen allgemein und zu wenig fokussiert auf den Lebenslauf der drei Brüder.
    Im letzten Teil wird es dann wieder stärker familienbezogen und emotionaler. Hier wird das Kennenlernen der Eltern und der Krankheit der Mutter ausführlich beschrieben. In diesem Part hatte ich wirklich das Gefühl, den Brüdern näher gekommen zu sein, sie besser zu verstehen. Im Vergleich der (unabhängig geäußerten) Meinungen der Drei zu den je gleichen Stichworten merkt man schnell, wie ähnlich die Brüder ticken. Abgerundet wird die Biographie durch eine kurze Aufzählung von weiteren Brüder-Trios oder -Duos auf dem Fußballplatz sowie ein paar abschließender Worte und einer tabellarischen Übersicht der Erfolge der Rodriguez-Brüder.

    Insgesamt war die Biographie etwas anders als erwartet. Stellenweise sehr berührend, stellenweise aber auch sehr ausschweifend und faktenlastig. Ich hätte mir eher noch mehr Anekdoten aus ihrem Leben gewünscht. Trotzdem kann ich das Buch auch für nicht Fußballfans empfehlen, denn die Lebenseinstellung der Drei ist beeindruckend. Ich gebe dem Buch 3,5 Punkte und runde 4 auf.

    Fazit:
    ------------
    Stellenweise etwas (Fußball)Faktenlastig, ansonsten eine berührende und aufschlussreiche Biographie der drei Fußballerdbrüder

 

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Über Grenzen: Vom Untergrund in die Favela

Buchseite und Rezensionen zu 'Über Grenzen: Vom Untergrund in die Favela' von Lutz Taufer
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Inhaltsangabe zu "Über Grenzen: Vom Untergrund in die Favela"

Von der RAF zum Weltfriedensdienst: Das Leben Lutz Taufers gleicht einer Suchbewegung, in der das gesamte Terrain der westdeutschen radikalen Linken vermessen wird: Rebellion gegen die verkrusteten Verhältnisse der Adenauerära in der badischen Provinz, 1968 in Freiburg, Basisgruppe Politische Psychologie in Mannheim, Sozialistisches Patientenkollektiv in Heidelberg, Mitglied des Kommandos Holger Meins der RAF, 20 Jahre Haft, ein Dutzend Hungerstreiks bis an den Rand des Todes, nach der Freilassung ein Jahrzehnt Basisarbeit in den Favelas von Rio de Janeiro, heute im Vorstand des Weltfriedensdienstes. Ein herausragendes Dokument der Zeitgeschichte.

Autor:
Format:Kindle Edition
Seiten:288
Verlag: Assoziation A
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Weil es sagbar ist: Über Zeugenschaft und Gerechtigkeit

Buchseite und Rezensionen zu 'Weil es sagbar ist: Über Zeugenschaft und Gerechtigkeit' von Carolin Emcke
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Inhaltsangabe zu "Weil es sagbar ist: Über Zeugenschaft und Gerechtigkeit"

***Die vielfach ausgezeichneten Texte der renommierten Journalistin und Intellektuellen Carolin Emcke***

Wie lässt sich von Krieg und Gewalt erzählen?
Gibt es dabei Grenzen des Verstehens?
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Welche Bedingungen muss eine gerechte Gesellschaft schaffen, damit die Opfer von Gewalt über das Erlittene sprechen können?

Diesen Fragen stellt sich Carolin Emcke mit ihren Essays in der Überzeugung, dass es nicht nur möglich, sondern nötig ist, vom Leid anderer zu erzählen – für die Opfer von Gewalt ebenso wie für die Gemeinschaft, in der wir leben wollen.
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Für ihre scharfsinnigen und empathischen Texte erhielt sie zuletzt den Merck-Preis 2014, den Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus und die Auszeichnung »Journalistin des Jahres«.

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