Kamala Harris: Die Biografie

Buchseite und Rezensionen zu 'Kamala Harris: Die Biografie' von Dan Morain
NAN
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Inhaltsangabe zu "Kamala Harris: Die Biografie"

Kamala Harris ist die erste Frau im Amt des Vizepräsidenten der USA. Dan Morain schreibt in dieser Biografie über ihren Weg zur mächtigsten Frau im Land. Als Journalist, der sie auf diesem Weg viele Jahre lang begleitet hat, versteht er wie kaum ein anderer, welche Ereignisse Kamala Harris prägten und zu den Überzeugungen führten, für die sie entschlossen einsteht. Er zeigt, was es für sie bedeutete, als Tochter einer Inderin und eines Jamaikaners im Kalifornien der 60er- und 70er-Jahre aufzuwachsen, wie sie erst Attorney General von Kalifornien, dann US-Senatorin und schließlich Vizepräsidentin an der Seite von Joe Biden wurde. Auch dass ihr Weg dabei nicht frei von Niederlagen und Rückschlägen war, wird in Dan Morains Biografie deutlich: Kamala Harris hat loyale Unterstützer und erbitterte Gegner. Sie wollte Präsidentin werden und ist „nur“ Vizepräsidentin geworden – und doch ist sie die Hoffnung vieler, vor allem schwarzer Amerikanerinnen, denn Kamala Harris’ Weg zeigt, was sie in ihrem Land erreichen können.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:384
Verlag:
EAN:9783453218246
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Sprich mit mir: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Sprich mit mir: Roman' von T.C. Boyle
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Sprich mit mir: Roman"

Wer ist menschlicher? Der Mensch oder der Affe? Die Weltpremiere von T.C. Boyles neuem Roman Sam, der Schimpanse, den Professor Schemerhorn in eine TV-Show bringt, kann in der Gebärdensprache nicht nur einen Cheeseburger bestellen, sondern auch seinen Namen sagen. Wie ein Kind wächst er umsorgt von Wissenschaftlern auf. Als die schüchterne Aimee dazu stößt, entspinnt sich eine einzigartige Beziehung: Sam erwidert ihre Gefühle und entwickelt sich regelrecht zu einem Individuum. Als jedoch die Vision Schemerhorns, der an das Menschliche im Tier glaubt, keine Schule macht, wird er für Tierexperimente von einer anderen Universität beschlagnahmt. Aimee ist am Boden zerstört und fasst einen verrückten Plan. T.C. Boyle geht ebenso komisch wie mitfühlend der Frage nach, ob uns Tiere ähnlicher sind, als wir vermuten.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:352
EAN:9783446269156
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Rezensionen zu "Sprich mit mir: Roman"

  1. Hat auch Sam diesen Ausweg gesucht?

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 24. Jan 2021 

    T.C. Boyle wird wohl an Franz Kafkas „Bericht für eine Akademie» aus dem Jahr 1917“ gedacht haben, in welchem ein aus dem heimatlichen Dschungel in die Zivilisation gezwungener Affe einen furiosen Aufstieg zum Redner und Varietékünstler in Europa berichtet.
    "Sprich mit mir" erzählt von einem Experiment, bei dem ein Affe namens Sam nach der Geburt von seiner Mutter getrennt und wie ein Menschenkind aufgezogen wird. Sam lernt die Gebärdensprache, so dass er bald in der Lage ist, sich mit dem Psychologen Guy Schermerhorn zu verständigen. Der Roman ist auch eine Geschichte zwischen Affe Sam und Aimee.

    Inhalt
    Sam, ein Schimpanse, wird als wissenschaftliches Forschungsprojekt menschlich erzogen. Er wächst wie ein Kind auf einer Farm auf und verhält sich ebenso trotzig bis liebenswert. Er liebt Pizza, Cheesburger und Wein. Das Besondere: Er kann sich in Gebärdensprache mit den Menschen, die ihn umgeben, unterhalten und sogar lügen.
    Professor Guy Schemerhorn tritt in einer Rateshow mit seinem Schimpansen auf. Als die Studentin Aimee Sam zum ersten Mal dort sieht, ist sie sogleich fasziniert. Aimee bewirbt sich als studentische Hilfskraft und hat das große Glück angenommen zu werden. Sie zieht auf die Farm, eine Art Wissenschafts-WG, und kümmert sich fortan um Sam. Zwischen Aimee und Sam entwickelt sich sofort eine ganz besondere und einzigartige Beziehung und sie spürt, dass er immer mehr von seiner animalischen Seite verliert.
    Doch dann wird Sam eines Tages von Guys Projektleiter zurückgefordert und soll zukünftig für medizinische Forschungszwecke dienen. Aimee ist entsetzt und setzt alles daran, ihn aufzufinden. Sie schmiedet einen Rettungsplan bei dem sie bereit ist, über ihre Grenzen zu gehen.

    Sprache und Stil
    T.C. Boyle`s Geschichte erinnert an „Ein Bericht für eine Akademie“ von Franz Kafka. In beiden Fällen werden Affen gefangen genommen, um sie auf der einen Seite für den Zoo als Schauobjekt zu halten und auf der anderen Seite für wissenschaftliche Zwecke zu nutzen. Bei Franz Kafka war das Ziel des Affen Rotpeter zu überleben und nicht in einem Zoo „den dressierten Blick zu bekommen“. Er schafft es erfolgreich in einem Varieté aufzutreten.
    Bei T.C. Boyle wird ein Affe ebenfalls gefangengenommen. Auch hier hat der Affe Sam keine Möglichkeit seiner Gefangenschaft zu entkommen. Er passt sich an wie es Rotpeter gemacht hat und ahmt nach.

    „Er hatte kein Wort für Worte, noch nicht jedenfalls, aber trotzdem kannte er Worte. Er kannte SCHLÜSSEL. Er kannte SCHLOSS. Er kannte RAUS. Er war ein Gefangener. Auch dafür hatte er kein Wort, und wenn er es gekannt hätte, wäre es bedeutungslos gewesen.“ (T.C. Boyle, Sprich mit mir)

    „Es verlockte mich nicht, die Menschen nachzuahmen; ich ahmte nach, weil ich einen Ausweg suchte, aus keinem anderen Grund,“ (Franz Kafka, Bericht für eine Akademie)

    Hat auch Sam diesen Ausweg gesucht? T.C. Boyle stellt mit diesem Roman eine Menge Fragen in den Raum.
    Wie weit darf Forschung gehen, Tiere für wissenschaftliche Erkenntnisse zu nutzen?
    Beide Affen verlieren ihre vergangene Freiheit in der Wildnis und wie sieht es aus mit der Freiheit in der Menschenwelt?
    Was unterscheidet Mensch und Tier?

    Letztendlich sind es Fragen die unter Einbezug der Schlüsselbegriffe wie Gesellschaft, Freiheit, Angst, Dressur zu beantworten sind.

    Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven der Hauptfiguren erzählt. Auch die Sicht von Sam wird dargestellt. Wie wir Menschen von Zwängen und Begrenzungen abhängig sind, wird in den Gedanken von Sam gezeigt.

    Wie jedes andere Lebewesen kannte er Zeit: Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, den langsamen Wechsel der Jahreszeiten, (…) Er kannte ZEIT FÜR FRÜHSTÜCK, ZEIT FÜR GIN TONIC, ZEIT FÜR GESCHICHTE, ZEIT FÜR BETT - doch hier drinnen gab es keine Zeit. Hier drinnen war Zeit eine Leere, die plötzlich von Schreien und Gewalt zerrissen wurde. (…) Was SCHMERZ war, wusste er. Und Leid kannte er auch, obwohl er kein Wort dafür hatte. Er lag auf dem Rücken und starrte an die Decke (…). Er wollte sich nicht bewegen, wollte sich nicht aufrappeln, wollte nicht existieren.“

    Der Sprachstil von T.C. Boyle zeigt, dass er Ernsthaftes, Trauriges und Schwieriges gut miteinander verbinden kann. Die Passagen aus der Sicht des Schimpansen lassen teilweise schmunzeln, sehr berühren und manchmal sogar schockieren.
    Auch das wilde Tier, das in Sam steckt, wird gut gezeichnet, mit welcher Kraft und Gefährlichkeit er sich entwickeln kann, wenn er Instinkt-geleitet agiert.

    Fazit

    Die Begegnung mit dem halb dressierten Schimpansen könnte metaphorisch auch die Begegnung mit dem Wesen Mensch sein. Sind wir nicht auch halb dressierte Tiere?

    „Der Vorhang hinter der Bühne teilte sich, und siehe da, ein Schimpanse in Windeln und einem Polohemd mit abgeschnittenen Ärmeln trat hervor, und er stützte sich nicht auf die Fingerknöchel, sondern bewegte sich in einem schwankenden Watschelgang wie ein Zweijähriger, was er, wie sich herausstellte, auch war. (…) Er stieß ein leises Grunzen aus, galoppierte, auf allen Vieren jetzt, über die Bühne, setzte über den Tisch und landete auf dem Schoß des Mannes in der Mitte.“

 

Das achte Kind: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Das achte Kind: Roman' von Alem Grabovac
NAN
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Inhaltsangabe zu "Das achte Kind: Roman"

Smilja schuftet als Gastarbeiterin in der Schokoladenfabrik, ihr Mann Emir, ein feierfreudiger Kleinganove, landet später im berüchtigten Gefängnis Goli Otok in Jugoslawien. Nach der Geburt ihres Sohnes Alem trifft Smilja eine folgenschwere Entscheidung: Ihr Baby wächst bei einer strengen deutschen Pflegefamilie mit sieben eigenen Kindern auf. Jedes zweite Wochenende aber verbringt der Junge mit seiner Mutter und ihrem neuen gewalttätigen Freund im Frankfurter Bahnhofsmilieu. Erst als Erwachsener macht sich Alem auf die Suche nach seinem leiblichen Vater. Alem Grabovac erzählt die erschütternde Geschichte eines extremen Aufwachsens, ungeschönt und ohne Wertung.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:256
Verlag: hanserblau
EAN:9783446267961
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Erzähl es niemandem!: Die Liebesgeschichte meiner Eltern (Taschenbücher)

Buchseite und Rezensionen zu 'Erzähl es niemandem!: Die Liebesgeschichte meiner Eltern (Taschenbücher)' von Lillian Crott Berthung
NAN
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Inhaltsangabe zu "Erzähl es niemandem!: Die Liebesgeschichte meiner Eltern (Taschenbücher)"

Format:Taschenbuch
Seiten:288
EAN:9783832162306

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Schatten über den Brettern

Buchseite und Rezensionen zu 'Schatten über den Brettern' von David Misch
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Schatten über den Brettern"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:298
EAN:9783946086543
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Rezensionen zu "Schatten über den Brettern"

  1. Anspruchsvoller Debütroman

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 12. Jan 2021 

    Hinweis: Ich habe diesen Roman als Jurymitglied für den Buchpreis “Das Debüt” gelesen, wo “Schatten über den Brettern” als einer von fünf Finalisten auf der Shortlist stand. Darauf bezieht sich die Aussage zum "Siegertreppchen" weiter unten.⠀

    Oh, was habe ich mich erst schwergetan mit diesem Buch.⠀

    Die Handlung erschien mir konfus, die Charaktere schwer zu greifen, aber es war vor allem die Sprache, die ihre Widerhaken schmerzhaft in mein Gehirn schlug. Mein Widerwille wuchs: Anstrengend. Sperrig. Von Sprachfluss keine Rede, jeder Schachtelsatz ein Staudamm. Ich schob die Worte vor mir her wie Sisyphos seinen Felsen.⠀

    Wann genau sich das änderte, kann ich gar nicht sagen. Nach fünfzig Seiten, sechzig Seiten vielleicht? Aber was mir eben noch als klarer Anwärter auf den letzten Platz erschien, erwies sich danach zu meinem Erstaunen als Anwärter aufs Siegertreppchen.⠀

    Wo soll ich anfangen?⠀

    Dieser Debütroman ist: anspruchsvoll, düster, komplex, vielschichtig, intelligent, originell. Die Genregrenzen verschwimmen, und auch die Realität ist hier ein sehr fluides Konzept. Sie wird immer wieder hinterfragt, auf den Kopf gestellt, ad absurdum geführt, spiegelt sich wie in einem Spiegelkabinett in sich selbst sich selbst sich selbst… Wenn man beginnt zu lesen, sind die großen Wendungen schon längst passiert, man erkennt sie nur noch nicht.⠀

    Es gibt keine Namen, nur “Ich”, “Du” und “ER” – ja, letzterer wird grundsätzlich in Großbuchstaben erwähnt, und die Bedeutung dessen begreift man in dem Moment, in dem man… Nein, das verrate ich jetzt lieber nicht. Sagen wir mal so, der Aha-Moment kam mit einem Paukenschlag und ich fühlte mich, als hätte es mir jäh den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich saß da, sicher mit offenem Mund, und sah vor dem inneren Auge all die Szenen vorbeiziehen, die auf einmal so viel Sinn ergaben.⠀

    Ich konnte kaum glauben, dass ich eine Wendung dieser Größenordnung nicht hatte kommen sehen.⠀

    Ach, was heißt “kommen sehen” – sie hatte ja schon einige Kapitel geradezu vor mir gesteppt, mit Pompons, ohne dass ich sie erkannt hätte. War ich vielleicht nur schwer von Begriff? Möglicherweise. Aber ich möchte gerne glauben, dass David Misch das Ganze einfach gekonnt orchestriert hatte.⠀

    Als ich das Buch beendete, hatte ich mit der Sprache schon lange meinen Frieden gemacht. Jetzt, wo ich die Charaktere kannte, erschien sie mir genau richtig, als könne sie gar nicht anders sein – mit all ihren Schachtelsätzen und dem gelegentlich etwas beschwerlichen Stil.⠀

    Es fängt an mit einem alten Mann (“Ich”) auf einer Parkbank.⠀

    Dann gibt es da noch das Mädchen (“Du”), das sich manchmal zu ihm setzt und vielleicht seine Tochter ist, vielleicht aber auch nicht. Jedenfalls erzählt er ihr aus seinem Leben, vor allem darüber, wie er als Schauspieler seine Kunst erlebte – und später die zunehmende Unterdrückung durch ein aufsteigendes autoritäres Regime. Kunst und Kultur wurden reglementiert, Geschichte als Schulfach gestrichen, freies Denken in Ketten gelegt.⠀

    Man gewinnt den Eindruck: das ist lange her. Das Mädchen kennt die Welt schon gar nicht mehr anders, und gerade deswegen erreicht sie schnell den Punkt, an dem die Worte des Alten ihr erscheinen wie Blasphemie. Ich schüttelte den Kopf, und doch erschien es mir nicht unglaubwürdig, dass es dazu kommen könnte.⠀

    Unterbrochen werden die Erinnerungen des alten Mannes immer wieder durch Passagen aus dem Leben des ominösen “ER”. Und die lesen sich wie ein luzider Fiebertraum, wie die Manifestation des in der Gesellschaft aufsteigenden Bösen. Über IHN will ich noch gar nichts verraten, das sollte jede:r Leser:in für sich selbst erleben.⠀

    Wo genau das spielt und wann, das wird nur angedeutet. Hitler wirft seinen Schatten auf die Geschehnisse, aber dieses unbenannte Land hat sich schon lange einen neuen Nachtmahr gezüchtet. Das Zeitempfinden kippt beim Lesen immer wieder, die Geschichte taumelt in einem hypnotischen Strudel voran.⠀

    Die Bretter, die die Welt bedeuten:⠀

    Die Passagen, in denen Mischs Protagonist über das Theater spricht, sind für mich mit die interessantesten des Buches. Es geht hier nicht um klassisches Theater, sondern um freiere dramatische Formen mit mehr Improvisation, wie das oft erwähnte “Theater der Unterdrückten” von Augusto Boal. Das Publikum wird eingebunden, die Schauspieler spielen nicht auf Grundlage eines starren Skripts, sondern lassen die Charaktere sich auf der Bühne weiterentwickeln.⠀

    Der Protagonist hat eine Reihe von Charakteren, die für ihn geradezu multiple Persönlichkeiten geworden sind. Sie sind ein Teil von ihm, er kann nicht mehr ohne sie sein; er lebt dafür, ihnen auf den Bühnenbrettern Realität einzuhauchen. Sie sind wichtiger als seine Arbeit, wichtiger als seine Ehe, sogar wichtiger als sein Kind, doch dann beschneidet das Regime erlaubte Formen des Theaters…⠀

    Im Kontrast zur grenzenlosen Freiheit dieser Theaterform tritt die Unmenschlichkeit des Regimes umso deutlicher hervor – einen wirkungsvolleren Kontrapunkt hätte der Autor meines Erachtens kaum finden können.⠀

    Fazit⠀

    Ein alter Mann (“Ich”) erzählt aus einem Leben als freier Schauspieler zu einer Zeit, als das bestehende faschistoide Regime die Macht übernahm. Seine Zuhörerin (“Du”) ist zu jung, um sich an die Welt davor zu erinnern, und fühlt sich gleichzeitig fasziniert und von der scheinbaren Blasphemie seiner Ansichten abgestoßen. Als dritte Präsenz tritt ein unheilvoller “ER” auf, den man als Leser lange nicht in diese Figurenkonstellation einordnen kann.⠀

    Ich habe mich am Anfang unendlich schwer mit diesem Roman getan, vor allem mit der Sprache, die mir sehr sperrig erschien. Doch nachdem ich mich eingelesen hatte, war ich immer beeindruckter von der Originalität und dem gelungenen Spiel von Schein und Realität. Mit ein paar Wendungen hat David Misch mich eiskalt erwischt, die hatte ich gründlich fehlinterpretiert – ein Grund, das Buch noch ein zweites Mal zu lesen.⠀

 

Mein Leben

Buchseite und Rezensionen zu 'Mein Leben' von Eric Clapton
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Mein Leben"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:352
EAN:9783596180615
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Rezensionen zu "Mein Leben"

  1. Lesetipp

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 21. Nov 2019 

    Einerseits ist es spannend, einen Überblick über die Literatur und die Schriftsteller der Vor- und Nachkriegszeit zu bekommen und zu erfahren, wie leidenschaftlich sein Interesse an der Literatur und seine Liebe zur Musik war.
    Andererseits war es für mich, die in literarischen Dingen nicht so bewandert ist und nicht derart viele Autoren und Schriftsteller kennt, manchmal langatmig und langweilig, so detailliert über diese Personen oder deren Werke zu lesen.

    Das Kapitel über das Warschauer Getto ist sehr ergreifend und informativ.

    Interessant und amüsant finde ich auch seine hie und da eingestreuten Charakterisierungen von Schriftstellern.

    MRR schreibt m. E. sehr nüchtern-sachlich. Ich kann den Grund, meine ich, durchaus nachvollziehen. Wer derart Schlimmes erlebt hat (Warschauer Ghetto) und in dieser Zeit aufgewachsen ist (Zitat: „Man hatte mir einst in einem preußischen Gymnasium beigebracht, dass es sich zieme, dem Weibischen und Weichlichen, dem Elegischen mannhaft Widerstand zu leisten. Sollte aber das Weibische, das Sentimentale gar schon im Anzuge sein, dann habe man sich unbedingt und sofort auf die Pflicht zu besinnen“, Seite 507), muss Gefühle unter Verschluss halten. Trotzdem hätte mir ein bisschen mehr Emotionalität an der ein oder anderen Stelle besser gefallen.

    Man erfährt sehr wenig bis nichts über sein Privatleben. Ich hätte gerne mehr erfahren über seine Beziehungen zu seiner Frau und zu seinem Sohn. Diese Beziehungen, sein Familienleben, gehören doch zweifellos auch in ein Buch hinein, das sich „Mein Leben“ nennt!

    Das allerletzte, sehr kurze Kapitel versöhnt mich dann etwas. Da gestattet MRR dem Leser einen kurzen aber berührenden Blick auf seine Familie - die lesende Tosia und Portraits von von ihm verehrten Schriftstellern, sowie seinem Sohn und seiner Enkelin - und auf seine Beziehung zu Tosia.

    Dass er sein Werk mit einem Zitat beendet, das er seiner Beziehung zu Tosia widmet, ist ergreifend.

    Obwohl es Kritikpunkte gibt, kann ich das Buch unter’m Strich absolut empfehlen. Es ist informativ, es bereichert und streckenweise ist es auch berührend.

 

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