Militärgeschichte des Mittelalters

Buchseite und Rezensionen zu 'Militärgeschichte des Mittelalters' von Martin Clauss
2
2 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Militärgeschichte des Mittelalters"

Format:Taschenbuch
Seiten:128
Verlag:
EAN:9783406757525

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Rezensionen zu "Militärgeschichte des Mittelalters"

  1. Leider nicht, was ich erwartet hatte.

    bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 21. Sep 2020 

    Dieses Buch ist ein gutes Beispiel dafür, dass auch der fantastischen Beck-Wissen-Reihe manchmal Fehlgriffe passieren. Was mich hier am meisten stört, ist, dass dieses Büchlein eigentlich nur eine Ereignisgeschichte mit Fokus auf der Abfolge von Schlachten, Kämpfen und Kriegen ist, während hingegen Militärtechnik, Strategien, Logistik und all die anderen Dinge viel zu kurz kommen. Meine persönliche Erwartungshaltung wurde somit nicht erfüllt, aber vielleicht gibt es ja Leser, die genau das wollen.
    Mein zweiter Kritikpunkt betrifft die geographische Eingrenzung. Ich finde es sehr schade, dass der Fokus auf Frankreich, England, Deutschland und Italien beschränkt wurde, wobei England und Italien auch noch sehr kurz kommen. Statt einer trockenen Ereignisgeschichte hätte ich mir einen größeren geographischen Blickwinkel gewünscht mit eben der militärischen Differenzierung. So aber habe ich das alles als relativ uninteressant empfunden.
    Fazit: Nicht zu empfehlen, außer man interessiert sich für genau dieses spezielle Thema.

 

Die Indianer: Geschichte der indigenen Nationen in den USA

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Indianer: Geschichte der indigenen Nationen in den USA' von Heike Bungert
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Indianer: Geschichte der indigenen Nationen in den USA"

Format:Taschenbuch
Seiten:286
Verlag:
EAN:9783406758362

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Rezensionen zu "Die Indianer: Geschichte der indigenen Nationen in den USA"

  1. Tolles Buch über ein spannendes, immer noch aktuelles Thema.

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 14. Sep 2020 

    Die Geschichte der Indigenen Amerikas hat immer schon ein großes Interesse in mir geweckt und daher habe ich bereits vor ein paar Jahren aus der Beck-Wissen-Reihe das Büchlein Die Indianer Nordamerikas gelesen, welches ich nur empfehlen kann. Der selbe Verlag hat nun dieses Buch hier zum selben Thema veröffentlicht, aber in einem doppelt so großen Format und mit dreimal so vielen Seiten.
    Es bietet sich also an, hier einen Vergleich zu ziehen, obwohl der eigentlich gar nicht nötig ist, denn die Formate allein sagen schon, was die Unterschiede sind. Beide Bücher sind sehr gut geschrieben und angenehm flüssig zu lesen. Während das Buch aus der Beck-Wissen-Reihe gelungen einen kompakten, zusammenfassenden Überblick bietet, ist das Buch hier umfassender, geht genauer auf verschiedene Aspekte ein, bietet mehr Details und präsentiert auch einige weniger bekannte Nebenschauplätze. In diesem Sinne muss jeder für sich entscheiden, ob er nur einen Überblick möchte oder richtig in die Materie eintauchen möchte, ob er wie ich eine Beck-Wissen-Sammlung hat, die es zu erweitern gilt, oder ob das Format irrelevant ist.
    Persönlich würde ich schon das Buch hier empfehlen, weil es so umfassend ist, dabei aber immer noch relativ kompakt und einen nicht erschlägt. Außerdem wird hier viel stärker auf die Differenzierung der einzelnen Stämme und deren Untergruppen eingegangen, als es im kleinen Büchlein geschehen ist, was ich einfach sehr interessant finde. Erzählt wird hier die Geschichte der Indianer, beginnend vor 16.000 Jahren bis ins Jahr 2017. Und eben diese Darstellung der gegenwärtigen Situation habe ich auch sehr spannend gefunden.
    Aber eigentlich würde ich mir mehr wünschen: Streichen wir das Wort „USA“ aus dem Titel und bauen auch die Geschichte der Indigenen Kanadas ein; Alaska und Hawaii sollten ebenfalls nicht ausgeklammert werden; Eine Zeitleise sollte eigentlich selbstverständlich sein; Und eine bessere Erklärung der beiden Karten wäre ebenfalls schön, wobei ich eigentlich gerne sogar noch mehr Karten hätte; Ein paar Fotoseiten in der Buchmitte wären schließlich die Krönung. Aufgrund dieser Mankos kann ich dieses Buch nicht als das „definitive Werk“ bezeichnen.
    Fazit: Sehr zu empfehlen.

 

Der Mann, der nicht verlieren kann: Warum man Trump erst dann versteht, wenn man mit ihm golfen geht

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Mann, der nicht verlieren kann: Warum man Trump erst dann versteht, wenn man mit ihm golfen geht' von Rick Reilly
NAN
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Autor:
Format:Broschiert
Seiten:288
Verlag:
EAN:9783455009590

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Am Rand der Dächer: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Am Rand der Dächer: Roman' von Lorenz Just
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Am Rand der Dächer: Roman"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:272
Verlag:
EAN:9783832181116

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Rezensionen zu "Am Rand der Dächer: Roman"

  1. In der Deckung der Kindheit, im Schatten der Welt

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Sep 2020 

    In seinem Debütroman kehrt Lorenz Just an Ort und Zeit seiner Kindheit zurück: das Berlin der Neunzigerjahre. Er lässt diese Ära in seinen jungen Protagonisten auferstehen, bunt und lebendig, voll roher Authentizität und dichter Atmosphäre.⠀

    Meine erste Notiz zu diesem Buch war: "Die Sprache ist außergewöhnlich – so schön. Die Kinder bewegen sich durch ihr Umfeld in Berlin wie durch ein Wunderland, eine Märchenwelt."⠀

    Tatsächlich gibt es im Text passenderweise ein paar Anspielungen auf die Bücher von Michael Ende, an deren Stil ich mich in den ersten Kapiteln erinnert fühlte: Andrej erwähnt die Uralte Morla aus der Unendlichen Geschichte, vergleicht Nachbarn, die nicht grüßen und nie freundlich sind, mit den Grauen Herren aus Momo, und man merkt, wie diese Bücher ihn beeindruckt und seine Fantasie angeregt haben.⠀

    Damit ist er ein Held ganz nach meinem Geschmack!⠀

    Auch Lorenz Just kann mit seinen Worten zaubern – keineswegs als Kopie von Ende, sondern in seiner ganz eigenen Sprache voller gelungener Metaphern und Bilder.⠀

    “Wenn ich am Abend nicht schlafen konnte und mir die Müdigkeit nur gemächlich in die Gedanken einsickerte, kam es vor, dass ich abdriftete und durch diese Lücke glitt, hinüber in die verborgenen Räume zwischen den Wänden und Böden. Dann starrte ich ins dunkle Zimmer, das plötzlich um ein Vielfaches größer erschien, oder auf die nachtschwarzen Fensterscheiben, durch die ich nur immer tiefer ins Erdreich kroch, und hatte das sichere Gefühl, auf diese andere Seite zu gehören.”⠀
    (Zitat)⠀

    Das ist manchmal poetisch – und dann wieder knallhart realistisch. Hier geht es meines Erachtens nicht so sehr darum, was WANN und WO passiert, wie die Folge der Geschehnisse sich von A bis Z genau abspult. Für mich geht es vielmehr darum, welche Gefühle ausgelöst werden, in den Kindern (später Jugendlichen) und im Leser.⠀

    Womit ich jedoch nicht sagen will, dass sich hier nichts Spannendes zuträgt!⠀

    “Keiner sagte ein Wort, starr vor Schreck blickten wir auf die brennende Wand, wo die Flammen wie aus langer Gefangenschaft befreit tanzten, fraßen, lachten. Fassungslos, dass uns die Dinge so schnell entglitten waren, standen wir in der plötzlichen Feuerkammer, aber wir waren Kinder, und eines konnten wir im Notfall immer. Anton rief: »Raus!«, packte mich am Arm, ich stieß Simon an – dann rannten wir.”⠀
    (Zitat)⠀

    Tatsächlich erleben die Protaonisten Abenteuer wie wahre Großstadtpiraten: sie klauen, kloppen sich mit anderen Gangs, verursachen einen Großeinsatz der Feuerwehr, brechen halsbrecherisch über die Dächer in Häuser ein, experimentieren mit Drogen, ballern mit Softair-Pistolen, erleben den ersten Herzschmerz, gehen ein und aus in besetzten Häusern und sehnen sich nach einem Amerika, das es so vermutlich gar nicht gab.⠀

    Schon nach kurzer Zeit hatte ich sie richtig ins Herz geschlossen. So sehr, dass ich mich geradezu fürchtete vor den ‘immer bedrohlichere(n) Abwege(n)’, die im Klappentext erwähnt werden. Ich wünschte mir, die zauberhafte Kindheit möge nie zu Ende gehen, aber wie im echten Leben bleiben den jungen Helden auch die ersten Misserfolge, Enttäuschungen und Verratserfahrungen nicht erspart. Sie sind zu authentisch, um nicht zu scheitern.⠀

    Natürlich bleibt die Wende nicht unerwähnt, aber die Charakterentwicklung der Jungen fand ich noch dramatischer und interessanter. Erwachsene sind hier übrigens nur Randerscheinungen, was mich an klassische Jugendbücher erinnert. Hier geht es nicht um den erwachsenen Blick, sondern das unverfälschte Erleben Heranwachsender, die sich selbst und ihre Welt entdecken.⠀

    Das ist oft erfrischend anarchisch, weil Regeln in dem Alter einfach ausgetestet werden müssen.⠀

    Die anfangs märchenhafte Sprache wandelt sich immer mehr ins Cineastische, je älter die Protagonisten werden.⠀
    Das ist Kopfkino vom Allerfeinsten, das ganz nebenher noch an den Gefühlsfäden zupft. Eine Notiz zu fortgeschrittener Stunde: “Ja, mach doch, Buch, du Miststück! Trampel auf meinen Gefühlen rum, ich kann das ab!” (Ich würde selber gerne wissen, was genau mich zu dieser schlaftrunkenen Äußerung getrieben hat.)⠀

    Das Ende bleibt in vielem offen, was für mich aber vollkommen in Ordnung war. Das Buch ist nur ein kleines Stück Leben, und das geht danach natürlich weiter.⠀

    Ich würde (und werde) das Buch bedenkenlos verschenken, denn ich denke, es hat für ganz unterschiedliche Leser sehr viel zu bieten. Es ist ein Bild der Zeit – und gleichzeitig ein zeitloses Bild der Kindheit und Jugend. Ob in Berlin oder sonstwo, auch heutige Jugendliche werden sich ein Stück weit in Andrej, Anton und Simon wiederfinden.⠀

    Fazit⠀

    Lorenz Just lässt seine jungen Helden Berlin erkunden, von der Zeit der Wende bis zum Beginn des Jahrtausends. Sie erleben Dinge, die für die Kindheit und Jugend im Allgemeinen typisch sind, und Dinge, die man nur in dieser Zeit und in dieser Stadt erleben konnte. Aus fantasievollen Kindern werden Jugendliche, die rauchen, Drogen nehmen, klauen und über die Dächer in Häuser einbrechen – und doch habe ich sie von der ersten bis zur letzten Seite niemals verurteilt, denn der Autor schildert sie mit viel Einfühlungsvermögen.⠀

    “Am Rand der Dächer” hat sich eingereiht in die Liste meiner Highlights im Jahr 2020 – ein großartiger Debütroman, der mich auch sprachlich begeistern konnte.⠀

 

Hillbilly-Elegie: Die Geschichte meiner Familie und einer Gesellschaft in der Krise

Buchseite und Rezensionen zu 'Hillbilly-Elegie: Die Geschichte meiner Familie und einer Gesellschaft in der Krise' von J. D. Vance
NAN
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Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:304
EAN:9783548377636

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Hillbilly-Elegie: Die Geschichte meiner Familie und einer Gesellschaft in der Krise

Buchseite und Rezensionen zu 'Hillbilly-Elegie: Die Geschichte meiner Familie und einer Gesellschaft in der Krise' von J. D. Vance
NAN
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Inhaltsangabe zu "Hillbilly-Elegie: Die Geschichte meiner Familie und einer Gesellschaft in der Krise"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:304
EAN:9783548377636

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Jesus: Leben und Wirkung

Buchseite und Rezensionen zu 'Jesus: Leben und Wirkung' von Jens Schröter
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Jesus: Leben und Wirkung"

Format:Taschenbuch
Seiten:128
Verlag:
EAN:9783406756016

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Rezensionen zu "Jesus: Leben und Wirkung"

  1. Spannendes Buch über die historische Person „Jesus“.

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 07. Sep 2020 

    An sich war ich ja zunächst etwas skeptisch, dieses Buch in die Hand zu nehmen, wegen Religion und so, aber als historisch interessierter Mensch habe ich es dann halt doch sehr spannend gefunden. In diesem Buch geht es nämlich wirklich nur um die historische Person, nicht um Glaube und Religion. Erklärt wird hier, wer Jesus war, woher er kam und wie sich seine Taten und Aussagen im Kontext der jüdischen Traditionen und der damaligen sozio-kulturellen Welt interpretieren lassen. Es wird auch wunderbar differenziert zwischen dem, was Jesus konkret gesagt und getan hat und dem, was ihm anschließend hinzugedichtet worden ist, zwischen den Bezeichnungen, die Jesus konkret für sich gewählt hat und jenen, die andere ihm gaben.
    Sehr schön habe ich auch gefunden, dass der Autor mit keinem Wort, mit keiner Andeutung ein Urteil fällt, ob Jesus nun wirklich der Sohn Gottes ist oder nicht, ob Gott existiert oder nicht. Es geht nur um die Figur des Jesus, der herumspaziert ist, Dinge gesagt und gemacht hat und damit Anhänger und Feinde gewonnen hat. Eben diese nüchterne Perspektive ist so interessant und erlaubt, ein ganz neues Jesusbild zu kreieren.
    Wer sich schon immer einmal wissenschaftlich und emotionslos mit Jesus beschäftigen wollte, der sollte hier zugreifen.
    Fazit: Empfehlenswert.

 

Die Totengräber: Der letzte Winter der Weimarer Republik

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Totengräber: Der letzte Winter der Weimarer Republik' von Rüdiger Barth
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Totengräber: Der letzte Winter der Weimarer Republik"

Format:Taschenbuch
Seiten:416
Verlag:
EAN:9783596299737

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Rezensionen zu "Die Totengräber: Der letzte Winter der Weimarer Republik"

  1. Ein Beispiel für die Knoopisierung der Geschichtsschreibung

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 31. Aug 2020 

    Als ich im April 2018 im Buchladen dieses Buch entdeckte, war ich aufgrund der Thematik begeistert ud geneigt, es sofort zu kaufen. Doch es war in Folie eingeschweißt und ich kaufe ungern blind. Also habe ich verzichtet und mich über das Buch informiert. Das, was ich darüber las, die Mischung aus Fakten und Schilderung möglicher Gedankengänge der Akteure, ließ mich verzichten. Nun, zwei Jahre später, war das Buch im Katalog der Zentralen für politische Bildung, also beinahe kostenfrei zu erwerben. Getreu dem Motto vom geschenkten Gaul habe ich dieses Mal zugeschlagen, und was soll ich sagen? Ich habe sehr ambivalente Gefühle hinsichtlich dieses Buches. Meine schlimmsten Befürchtungen sind einerseits bestätigt worden, andererseits geht tatsächlich eine gewisse Faszination von der Darstellung aus. Höchst spannend wird die Geschichte der Kanzlersschaft des Generals Kurt von Schleicher erzählt, ein Zeitraum von ca. zweieinhalb Monaten, die durch Intrigen gegen ihn und seine vergeblichen Versuche, eine tragfähige Regierungsmehrheit zu schmieden, gekennzeichnet waren. Letztere gingen von eigentlich utopischen Überlegungen aus, in der geplanten sogenannten "Querfront" sollten Gewerkschaftler, Unternehmer, Teile der Sozialdemokratie und der "linke" Flügel der NSDAP unter Gregor Strasser zusammenarbeiten, um das Deutsche Reich aus der innen- und wirtschaftspolitischen Krise der Jahre 1929 bis 1932 herauszuführen. Ob die damit intendierte Spaltung der NSDAP von Erfolg gekrönt sein konnte, kann man getrost bezweifeln. Außerdem war die Spanne der ideologischen Ansichten so groß, dass eine solche Koalition kaum dauerhaft gewesen wäre. Das wäre in etwa so, als ob man zur Lösung der Mehrheitsprobleme in Thüringen eine Koalition aus Linken und AfD vorschlagen würde, rein rechnerisch eine solide Mehrheit, aber eben auch nicht mehr. Boykottiert wurde das Ganze allerdings durch den Druck der Straße, sowohl von rechts (NSDAP) als auch links (KPD, eine Partei, die im Angesicht des erstarkten Faschismus weiterhin daran festhielt, die SPD als eigentlichen Gegner zu betrachten). Zudem intigierten maßgebliche Kreise aus den Reihen der DNVP und dem teilidentischen Bund der Landwirte heftig gegen alle Versuche Schleichers, Lösungen für dringende Problem zu finden. Am schlimmsten aber war Schleichers Amtsvorgänger Franz von Papen, der beim Versuch, ins Amt zurückzukehren, zum Steigbügelhalter Hitlers wurde (Mein "Lieblingszitat" von ihm: "In zwei Monaten haben wir Hitler in die Ecke gedrängt, dass er quietscht", das meiner Ansicht nach Platz 1 in der Liste der historischen Irrtümer beanspruchen darf, findet sich ebenfalls im Buch. Wenn es so etwas wie eine historische Gerechtigkeit gibt, so hoffe ich, dass dieser Mensch, der das Dritte Reich überlebt hatte, bis an sein Lebensende mit den Folgen seiner Taten zu kämpfen hatte), All dieses schildern die beiden Autoren Rüdiger Barth und Hauke Friederichs in der o.g. Mischung aus Originalzitaten (so wird beispielsweise jeder Tag in diesem Zeitraum mit Zeitungsschlagzeilen eröffnet) und dem Versuch, sich in die Handelnden hineinzuversetzen. Doch genau da liegt dir Crux an der Sache. Die beiden Autoren verzichten auf jegliche Anmerkung zu verwendeten Zitaten, ein Verfahren, dass ich keinem meiner Schüler/-innen/Studierenden durchgehen lassen würde. Seit "1913° von Florian Illies scheint die Guido-Knoopisierung der Geschichtsschreibung unaufhaltsam voranzugehen.

 

Sterben im Sommer

Buchseite und Rezensionen zu 'Sterben im Sommer' von Zsuzsa Bánk
4.25
4.3 von 5 (4 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Sterben im Sommer"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:240
Verlag:
EAN:9783103970319

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Rezensionen zu "Sterben im Sommer"

  1. Zum Sommer passt das Sterben ncht

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 13. Sep 2020 

    Im engen Sinn ist dieses Buch kein Roman, sondern ein Erfahrungsbericht. Zsuzsa Bánk als Ich-Erzählerin erzählt darin von ihrer Familie, ihren Eltern und insbesondere ihrem betagten Vater, der im heißen Sommer 2018 einer Krebserkrankung erlag. Wer die Autorin kennt, weiß, dass sie dies in einer einzigartig sensiblen und poetischen Sprache tun kann.

    Eigentlich dachte die Familie, den Krebs besiegt zu haben, nach einigen Jahren der Ruhe tritt er jedoch mit Heftigkeit wieder hervor. Unheilbar lautet die Diagnose. Einmal noch will man wie so oft zuvor einen gemeinsamen Ungarnsommer am Balaton erleben. Doch es kommt anders: Dort angekommen geht es dem Vater schlechter, er bekommt hohes Fieber, muss operiert werden. Eine Odyssee durch die Krankenzimmer beginnt.
    „Obwohl wir in Ungarn den hell erleuchteten Sommer gesucht haben, finden wir auch diesmal Krankheit und Tod, dieses sich fest umschlingende Paar, es drängt sich auf, und man wird es nicht los, wie eine Klette haftet es, klebt an einem, es will dazugehören und tanzt mit, krallt sich fest, löst sich nicht aus seiner Umarmung.“ (Epub S. 9)

    Jeder, der bereits einen lieben Angehörigen auf ähnliche Weise verloren hat, wird sich von dieser Erzählung berührt fühlen. Die Bilder gleichen sich: Die Diagnose, die Endlichkeit der Zeit, der Wunsch, noch viel davon miteinander zu verbringen, das Bangen, das Hoffen um einen Aufschub, Gespräche mit Ärzten, das Organisieren des Sterbens…

    Während die Familie um den Vater bangt, werden auch Erinnerungen wach. Die Eltern der Autorin stammen aus Ungarn und müssen 1956 aus politischen Gründen fliehen. In Deutschland finden sie eine neue Heimat, gründen eine Familie. Sobald man wieder unbehelligt nach Ungarn reisen kann, werden die Sommer im Kreis der Großfamilie am Balaton verbracht. Herrliche Sommer sind das. Das Verhältnis der einzelnen Familienmitglieder zueinander ist gesund, die Vater-Tochter-Verbindung ungetrübt.

    Selbstkritisch hinterfragt sich die Ich-Erzählerin, warum ihr der Abschied vom Vater so schwer fällt, warum der Gedanke des „nie mehr wieder“ ihr so weh tut. „Jeden Tag geschieht es, jeder stirbt, und jeder verliert eines Tages seine Eltern. Es ist nichts Besonderes, uns allen widerfährt es. Wir werden geboren und sterben, wir verlieren jemanden ans Sterben, und eines Tages verliert uns jemand ans Sterben. Warum mache ich es zu etwas Herausragendem?“ (Epub, S. 67) Doch man kann der Trauer um einen geliebten Menschen nicht mit Vernunft begegnen. „Es zählt, dass wir es erleben. Nur wir erleben es so, nur wir erleben es auf unsere Art.“ (Epub, S.67)

    Bánk erzählt von dieser Zeit des Abschiednehmens unglaublich empathisch. Sie findet genau die richtigen Worte: „Irgendwann ist der Tod deutlicher als das Leben, sagt sie (ihre Freundin), das Leben weicht dem Tod, irgendwann ist der Zeitpunkt da, und man sieht, der Tod hat übernommen, das Leben wird weniger.“(Epub, S. 28)

    Sie schildert den Sterbeprozess eines Menschen, sie schildert die Veränderungen, die der Tod mit sich bringt, die Gedanken, die man sich machen muss, um dem Leben auch nach seinem Ende einen würdigen Abschluss zu geben, die Formalien, die nun einmal zu tun sind, das Auflösen des Nachlasses. „Wir vernichten die Konstante unseres Lebens. Die immer da war, als wir geboren wurden, mit der wir aufwuchsen, die unsere Kindheit, unser Großwerden, unser Erwachsensein, sogar unser Älterwerden begleitet hat.“ (Epub S. 107)

    Das Leben muss weitergehen. Die zweite Hälfte des Buches ist der Trauer gewidmet, die man zulassen muss, die bei jedem Menschen ihr eigenes Tempo, ihre eigene Rhythmik hat. Da kann ich der Ich-Erzählerin zugegebenermaßen nicht immer folgen, manche Szene gerät da für mein Empfinden etwas pathetisch. Doch dieses Buch ist ein Memoir, ein sehr persönliches dazu, jeder erlebt solche Situationen anders.
    Auch die Ich-Erzählerin hat das Jahr der Trauer überwunden: „Die Toten sind nie tot. Aber wir weinen nicht mehr um meinen Vater, das Weinen um meinen Vater ist versiegt. Wir weinen über den Tod, ganz allgemein und groß. Darüber, dass die Geliebten gehen. Unsere Zeit mit ihnen begrenzt ist. Dass sie verschwinden. Nicht wieder auffindbar verschwinden.“ (Epub, S. 233)

    Dieses Buch ist sprachlich ein Kleinod, man darf sich die Sätze auf der Zunge zergehen lassen. Sie sind so treffend, so herzerwärmend. Es ist sicherlich kein Buch, das man eben so weg liest, doch es widmet sich sehr wahrhaftig einem Thema, das zum Leben gehört und dem man sich stellen sollte. Mich hat dieses Buch sehr berührt und ich empfehle es jedem, der ohne Groll an seine verstorbenen Lieben denken kann und möchte.

  1. Ein intensives, poetisches, intimes Buch über Abschied u.Trauer

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 13. Sep 2020 

    Seinen letzten Sommer verbringt der Vater am Balaton, in Ungarn, der alten Heimat. Noch einmal sitzt er in seinem Paradiesgarten unter der Akazie, noch einmal steigt er zum Schwimmen in den See. Aber die Rückreise erfolgt im Rettungshubschrauber und Krankenwagen, das Ziel eine Klinik in Frankfurt am Main, wo nichts mehr gegen den Krebs unternommen werden kann. Es ist der heiße Sommer des Jahres 2018, und die Tochter setzt sich ans Krankenbett. Mit Dankbarkeit erinnert sie sich an die gemeinsamen Jahre, mit Verzweiflung denkt sie an das Kommende. Sie registriert, was verloren geht und was gerettet werden kann, was zu tun und was zu schaffen ist. Wie verändert sich jetzt das Gefüge der Familie, und wie verändert sie sich selbst? Was geschieht mit uns im Jahr des Abschieds und was im Jahr danach? In »Sterben im Sommer« erzählt Zsuzsa Bánk davon..

    Schon der Klappentext verrät, dass dies kein leichtes Buch ist. Aber bereits mit ihrem Buch "Weihnachtshaus" hat Zsuzsa Bánk bewiesen, dass sie das Thema 'Trauer' sensibel und zart-melancholisch behandelt ohne sentimental zu werden, und so wurde ich neugierig.

    Hier schildert die Autorin das letzte Jahr im Leben ihres Vaters, im Januar die Diagnose, dass der besiegt geglaubte Krebs zurückgekehrt ist, unheilbar. Noch einmal will die Familie einen Sommer in Ungarn genießen, der Heimat der Eltern, aus der sie 1956 geflohen sind. Heiße, flirrende Tage am Balaton, Schwimmen am See, das Sommerhaus der Familie, ein kaltes Soproni in der Hand. Doch wird der Vater vor Ende des Urlaubs mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen, das Sterben beginnt - mit einer Odyssee an Krankenhausaufenthalten aber auch mit liebevollen Momenten.

    Dieses Buch ist ein Erfahrungsbericht, eine Familiengeschichte, eine Liebeserklärung, eine Trauerverarbeitung, eine zart gewobene Komposition aus überwältigenden Gefühlen, zermürbendem Alltag, kleinen Inseln der Ruhe, Rückblenden in die Vergangenheit, biografischen Anteilen, sehr persönlichen Einblicken. Es endet nicht mit dem Tod des Vaters, sondern zeigt auch das Jahr danach, das erste Trauerjahr.

    Eine durchaus schwere Kost, die ich oft nur in kleinen Häppchen lesen mochte, die mich aber durch die poetische Note immer wieder in den Bann zog. Wer wie ich selbst schon Eltern verloren hat, wird sich in vielen Punkten wiedererkennen, vergleichen: wie war es bei mir, bei uns? Auch dafür brauchte ich Pausen bei der Lektüre.

    Aber die Stärke Zsuzsa Bánks ist tatsächlich, dass sie Gefühle einerseits klar transportiert, dass die poetische Sprache jedoch andererseits ein Überbordern der Gefühle verhindert. Dadurch entsteht zwar ein Berührtsein, jedoch ohne Überschwemmung mit Trauer, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit.

    Ein eindringliches, poetisches, intimes Buch über Abschied und Trauer, das sicher Menschen in ähnlichen Lebenssituationen oder mit ähnlichen Erfarhungen anspricht. Für mich ein ganz besonderes Buch.

    © Parden

  1. Der letzte Sommer

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Sep 2020 

    Zsuzsa Bank, die ich seit ihrem Roman „Helle Tage“ sehr schätze, hat mich mit ihrem neuen Buch tief berührt.
    Wie der Titel schon sagt, kreist es um den Tod ihres Vaters. Wie jedes Jahr will er mit seiner Familie die Heimat Ungarn sehen, ein Sommer im Dorf, die Wärme spüren, die Gerüche atmen, die Erinnerung aufleben lassen. Doch er wird krank und nun beginnt eine Odyssee für die Autorin und die Familie. Zuerst das Krankenhaus gleich hinter der österreichischen Grenze, da fühlt man sich besser aufgehoben, als in einer ungarischen Klinik. Dann nach bangen Wochen der Transport ins Uniklinikum Frankfurt, immer mit dem Wissen, dass die letzten Tage angebrochen sind. Vor dem Sterben, beim Sterben, nach dem Sterben – sie erzählt von Gefühlen, Ängsten und Überforderung. Gleichzeitig blättert sie das Leben der Eltern auf, die nach dem Ungarn-Aufstand nach Deutschland flohen und eine neue Heimat fanden ohne die alten Bindungen je kappen zu können.
    Auch wenn die Klinikszenen manchmal kaum auszuhalten waren, wenn Frau Bank offen von der Überforderung des Personals spricht, von unsensiblen Ärzten berichtet, die wenig Zeit für den Patienten und die Angehörigen finden. In der Maschinerie des Klinikbetriebs bleibt die Menschlichkeit oft auf der Strecke.
    Trotz des ernsten Themas schwingt eine spätsommerliche Stimmung durch das Buch, manchmal traurig und fast immer melancholisch, doch auch mit der Gelassenheit, die schöne Erinnerungen mit sich bringen. Es ist ein autobiografischer Bericht, in einer wunderbar sensiblen Sprache erzählt, die mir ein Genuss war. Ich habe das Buch mit großer Empathie gelesen, es hat mich angerührt, doch wurde es nie sentimental.

  1. Elternsterben: autobiografisch.

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 07. Sep 2020 

    Authentischer Text über den Schmerz, den es bereitet, die Eltern zu verlieren.

    Man fragt sich, ob „Sterben im Sommer“ im eigentlichen Sinne ein Roman ist. Ist der Text nicht eher ein innerer Monolog, in dem die Autorin die Krebserkrankung ihres Vaters zu verarbeiten sucht und sein Verschwinden begreifen will?

    „Sterben im Sommer“ ist eine Auseinandersetzung mit dem Verschwinden der Eltern, deren Ausgeliefertsein an den Tod, eine Auseinandersetzung mit Tod und Sterben schlechthin, eine sehr persönliche Auseinandersetzung und ein sehr persönliches Erleben. Anders als viele Autoren, die eine Elternbeziehung im Nachhinein aufarbeiten, ist die von Szusza Bánk ohne Groll, erfüllt von tiefer Dankbarkeit für die gemeinsamen Jahre.

    Die ungarisch stämmige Autorin erlebt mit den in den 50ern aus Ungarn geflüchteten Eltern nach dem Verschwinden des Eisernen Vorhangs viele Sommer in der alten Heimat der Eltern. Sie lernt die Großeltern kennen. Diese alte Heimat ist irgendwie auch die ihre. Dennoch ist sie bereits weiter entfernt als ihr lieb ist, die Fachbegriffe für die spezifische Krankheit sind in ihrem Ungarisch nicht vorhanden. Sie muss sie im Gespräch mit den Verwandten suchen. Und mit dem Vater verliert die Familie auch den Familiensommersitz, an dem Vater, Mutter, Kind(er) und Enkel beieinander waren. Abschied auf vielen Ebenen steht an. Davon schreibt die Autorin. Sie ist ganz nah und ungeschminkt und dennoch in all ihrem Schmerz nie peinlich.

    Als der Vater während des letzten Sommerurlaubs in Ungarn so krank wird, dass ein Krankenhausaufenthalt nicht mehr aufschiebbar ist – und es der Familie der Autorin klar wird, dass der Abschied unabänderlich bevorsteht, versuchen alle, noch so viele Stunden des Beieinanderseins herauszuholen wie nur möglich.

    Szusza Bánk hat mit „ Sterben im Sommer“ einen sehr persönlichen Text, sogar einen schönen Text geschrieben, der berührt und mitnimmt und eine gewisse Allgemeingültigkeit besitzt, weil alle Menschen ihre Eltern an den Tod verlieren werden oder bereits verloren haben, sofern kein Unglück geschieht, das die natürlichen Verhältnisse umkehrt.

    Man hätte allerdings ein wenig mehr in die Familiengeschichte eintauchen wollen, das hätte den Text mehr zu einem „richtigen“ Roman gemacht.

    Fazit: Dieser Text wäre noch besser geworden, wenn man mehr Hintergründe geliefert bekommen hätte, einen Hauch weniger Trauer und ein klein bisschen Nähkästchen. Wie ist es den Eltern ergangen im „Ausland“. Wie weit sind sie heimisch geworden, welche Rolle hat die ungarische Herkunft für die Autorin selber gespielt? So ist dieser der Text eine Spur zu gefühllastig für fünf Sterne. Aber vier sind allemal drin.

    Kategorie: Anspruchsvoller Roman
    Verlag: S.Fischer, 2020

 

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