Ein Leben für die Kinder Tibets

Buchseite und Rezensionen zu 'Ein Leben für die Kinder Tibets' von Tanja Polli
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Ein Leben für die Kinder Tibets"

Tendol Gyalzur ist noch ein Kind, als sie 1959 auf sich allein gestellt aus Tibet fliehen muss. Auf dem beschwerlichen Weg über die Pässe des Himalajas verliert sie ihre Eltern und ihren Bruder. Jahre später nimmt sich der Dalai Lama des Waisenmädchens persönlich an, schickt es nach Deutschland, wo es zusammen mit elf anderen tibetischen Waisen in Wahlwies in einem Pestalozzi-Dorf aufwächst. Nachdem Tendol ihren späteren Mann Lobsang Tsultim Gyalzur kennen gelernt hat, kommt sie in die Schweiz. Die beiden heiraten und werden Eltern von zwei Buben. Als die Söhne vierzehn und sechzehn Jahre alt sind, kehrt Tendol zum ersten Mal nach Lhasa zurück. Allein. Sie steht vor dem Potala-Palast und realisiert, dass an diesem heiligen Ort Kinder auf der Straße leben, hungern. Kinder, wie sie eines war. Tendol kann nicht anders, sie bleibt. Mit ihren bescheidenen Ersparnissen eröffnet sie das erste Waisenhaus Tibets. Heute sind Tendol und Lobsang Ersatzeltern von über dreihundert tibetischen und chinesischen Kindern. Ihre Söhne, für die Tendols Entscheid, in Tibet zu bleiben, anfangs schwer zu verstehen war, unterstützen sie heute mit all ihrer Kraft. Der ältere, Songtsen, lebt heute im tibetischen Hochland und hat dort die erste Craft-Beer-Brauerei Tibets eröffnet, die ein Ausbildungs- und Arbeitsort für ehemalige Heimkinder ist. Der jüngere, Ghaden, lebt in der Schweiz und fördert das Projekt von hier aus. Was die beiden an ihrer Mutter besonders schätzen, ist ihr selbstloses Engagement für das Wohl hilfsbedürftiger Kinder.

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:288
EAN:
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Rezensionen zu "Ein Leben für die Kinder Tibets"

  1. Wir sind und bleiben eine Familie.

    4
    (4 von 5 *)
     - 31. Okt 2019 

    Tibet gehört zu den armen Regionen dieser Welt, was aber in den Medien weniger präsent ist. In der 288-seitigen und im Oktober 2019 bei Wörterseh erschienenen Biographie „Ein Leben für die Kinder Tibets. Die unglaubliche Geschichte der Tendol Gyalzur“ berichtet Tanja Polli über den beherzten Einsatz einer aus Tibet stammenden Schweizerin für die Kinder ihrer Heimat – jenseits aller ethnischen, religiösen und politischen Grenzen.
    Tendol ist noch ein Kind, als sie Ende der Fünfzigerjahre aus Tibet flieht. Über Indien und Deutschland, wo sie als eine der ersten Tibeterinnen eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviert, kommt sie schließlich in die Schweiz, wo sie heiratet und eine Familie gründet. 1993 fliegt sie erstmals zurück nach Tibet und ist von der dort allgegenwärtigen Armut zutiefst betroffen. Auch wenn sie anfangs bei ihrer Familie auf Unverständnis stößt, kratzt sie ihre letzten Ersparnisse zusammen, um ein Waisenhaus zu gründen. Kurze Zeit später erfolgt die Gründung des Vereins „Kinderhilfswerk Tendol Gyalzur in Tibet“, der später in eine Stiftung umgewandelt werden soll. Fortan setzt sie ihre gesamten Kräfte ein, um den Kindern Tibets eine Zukunft zu bieten – schließlich unterstützt von ihrer Familie und europäischen Förderern.
    Im Zentrum des ersten Buchteils stehen Tendols Flucht aus Tibet sowie ihr Einleben in Europa. Als sie nach Tibet zurückkehrt und ihre Hilfsorganisation gründet, stehen die Armut und die sozialen Bedingungen in dieser Himalaya-Region im Mittelpunkt. Der letzte Teil des Buches schließlich widmet sich vor allem bürokratischen und politischen Hürden, die nach und nach in einer Verstaatlichung der Waisenhäuser durch die chinesische Regierung münden, sowie dem Versuch der Familie Gyalzur, in Tibet wieder Fuß zu fassen.
    Das Buch beleuchtete einige Episoden in Tendol Gyalzurs Leben detailliert, während andere eher im Nebenbei erwähnt werden. Dabei ist die Sprache flüssig zu lesen und – trotz des an sich bedrückenden Inhalts – eher sachlich. Als Leser/in erhält man einen guten Einblick ins Leben und Wirken dieser Tibeterin, ohne jedoch emotional zu ergriffen zu sein. Und das ist das, was ich von einem Sachbuch bzw. einer Biographie erwarte. Dennoch merkt man auf Schritt und Tritt, dass die Arbeit in Tibet für sie eine Herzensangelegenheit ist: Es ist eindrucksvoll zu lesen, mit welcher Kraft die Familie Gyalzur sich für „ihre“ Kinder einsetzt – egal ob sich Widrigkeiten kultureller oder politischer Natur auftun.
    Durch die Probleme, auf die Tendol während ihres Einsatzes stößt, erfahren Leserinnen und Leser zudem Wissenswertes über die tibetische Kultur und Religion, die oft im drastischen Gegensatz zu mitteleuropäischen Empfindungen stehen: „Als (…) Tibeter unterstützt man Klöster und Lamas (…), die Idee der guten Tat aus Barmherzigkeit“ ist eine christliche Idee (S. 91). Auch der Aberglaube und die Angst vor bösen Geistern, wenn z.B. jemand an einer Depression erkrankt ist, erschweren das Helfen. Andererseits war es für mich interessant zu lesen, dass die Familie Gyalzur trotz ihrer Etablierung in Europa doch noch an tibetischen Traditionen hängt, so gibt der jüngere Sohn z.B. an, dass er nie eine Schweizerin ohne den Segen seiner Eltern geheiratet hätte – auch wenn dieser Segen Letzteren schwerfiel.
    Bildtafeln im Inneren des Buches illustrieren und verdeutlichen das Gelesene, darüber hinaus bieten sie schöne Einblicke in die tibetische Landschaft.
    Vor- und Nachwort der Gyalzur-Söhne lassen das Buch neben einem informativen zu einem sehr persönlichen werden: Hier wird den Leser/innen klar, was Tendols Einsatz auch der Familie, insbesondere den Söhnen, abverlangte; umso erfreulicher, dass die Gyalzurs und die Waisenkinder sich letztlich als eine große Familie verstehen und an einem Strang ziehen.
    Leserinnen und Lesern, die einmal über den eigenen Tellerrand hinausschauen möchten und sich nicht nur für die exotischen Schönheiten fremder Länder interessieren, sondern auch gerade vor den Problemen ihre Augen nicht verschließen möchten, kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

 

Rodriguez, Roberto, Ricardo, Francisco: Drei Brüder – eine Familie

Buchseite und Rezensionen zu 'Rodriguez, Roberto, Ricardo, Francisco: Drei Brüder – eine Familie' von Thomas Renggli
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Rodriguez, Roberto, Ricardo, Francisco: Drei Brüder – eine Familie"

Format:Taschenbuch
Seiten:224
Verlag: Wörterseh
EAN:9783037630976
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Rezensionen zu "Rodriguez, Roberto, Ricardo, Francisco: Drei Brüder – eine Familie"

  1. Drei Brüder, ihr (Familien)Leben und ihre Fußballkarrieren

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 23. Jun 2018 

    Cover:
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    Das Titelbild mit den drei strahlenden Brüdern und dem Fußball lässt einen sympathischen Eindruck der Drei entstehen und weckt Neugier, ihre Biographie betreffend. Als Klappenbroschur mit einem umfangreichen (32 Seiten) Fototeil in der Mitte des Buches macht einen guten Eindruck.

    Inhalt:
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    Der Autor, Thomas Renggli hat selbst Fußball gespielt, bevor er jedoch an Profifußball dachte, wechselte er in den (Sport)Journalismus. In diesem Buch porträtiert er das Leben der drei Rodriguez-Brüder, die alle im Profifußball Karriere gemacht haben.

    Mein Eindruck:
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    Der Beginn des Buches hat mir sehr gut gefallen. Aufhänger ist der Besuch von Roberto und Francisco in ihrer alten Schule in Auzelg. Hier beantworten sie den Schülern ihre Fragen und erzählen von ihrer Schulzeit. Dies ist Aufhänger, um im Folgenden jedem der drei Brüder ein Kapitel zu widmen und sie einzeln vorzustellen. Dieser Einstieg hat mir gut gefallen, denn ihre einzelnen Charaktere und ihr sozialer Hintergrund werden gut herausgearbeitet. Ich war sehr beeindruckt von dem familiären Zusammenhalt und ihrem Kampfgeist sowie der Einstellung, offen mit ihren (körperlichen) Einschränkungen umzugehen.

    "»Als Fußballprofi wird deine Karriere entscheidend von den Trainern beeinflusst - ohne das Vertrauen des Coaches hast du keine Chance. Der Chef sagt, wer wann wo wie lange spielt. Gründe muss er dir keine nennen. So gesehen, ist eine Fußballmannschaft ähnlich wie eine Diktatur«, beschreibt Roberto die Kräfteverhältnisse und die gelegentliche Ohnmacht der Spieler plastisch." (S. 37)

    Im Mittelteil widmet sich Renggli mehr den einzelnen Karriereverläufen der Brüder. Hierfür interviewt er einige Kollegen, Trainer und Bekannte der Brüder und greift auf Zeitungsartikel sowie weiteren Recherchequellen zurück. Diese Mischung lockert den Part auf, jedoch merkt man den Sportjournalisten im Autor: Es werden viele Namen, Daten und (Fußball)Fakten genannt. Das war für mich stellenweise eher ermüdend zu lesen. Auf der einen Seite fand ich es interessant, die Gründe zu erfahren, warum einige Spieler die Nationalhymne vor dem Spiel nicht mitsingen, weshalb Migration besonders im Fußball funktioniert und sogar zwingend notwendig ist sowie weitere Einblicke hinter die Kulissen dieses Sports zu erhalten. Auf der anderen Seite war dieser Abschnitt m. E. zu ausschweifend im Bezug auf Fußballthemen allgemein und zu wenig fokussiert auf den Lebenslauf der drei Brüder.
    Im letzten Teil wird es dann wieder stärker familienbezogen und emotionaler. Hier wird das Kennenlernen der Eltern und der Krankheit der Mutter ausführlich beschrieben. In diesem Part hatte ich wirklich das Gefühl, den Brüdern näher gekommen zu sein, sie besser zu verstehen. Im Vergleich der (unabhängig geäußerten) Meinungen der Drei zu den je gleichen Stichworten merkt man schnell, wie ähnlich die Brüder ticken. Abgerundet wird die Biographie durch eine kurze Aufzählung von weiteren Brüder-Trios oder -Duos auf dem Fußballplatz sowie ein paar abschließender Worte und einer tabellarischen Übersicht der Erfolge der Rodriguez-Brüder.

    Insgesamt war die Biographie etwas anders als erwartet. Stellenweise sehr berührend, stellenweise aber auch sehr ausschweifend und faktenlastig. Ich hätte mir eher noch mehr Anekdoten aus ihrem Leben gewünscht. Trotzdem kann ich das Buch auch für nicht Fußballfans empfehlen, denn die Lebenseinstellung der Drei ist beeindruckend. Ich gebe dem Buch 3,5 Punkte und runde 4 auf.

    Fazit:
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    Stellenweise etwas (Fußball)Faktenlastig, ansonsten eine berührende und aufschlussreiche Biographie der drei Fußballerdbrüder

 

Umwege: Von Höhenflügen, Abstechern und Sackgassen

Buchseite und Rezensionen zu 'Umwege: Von Höhenflügen, Abstechern und Sackgassen' von Röbi Koller
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Umwege: Von Höhenflügen, Abstechern und Sackgassen"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:224
Verlag: Wörterseh
EAN:9783037630884
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Rezensionen zu "Umwege: Von Höhenflügen, Abstechern und Sackgassen"

  1. Die Umwege des Herrn Koller

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 11. Mär 2018 

    Cover und Gestaltung:
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    Die Farbe des Covers passt sehr gut. Zum einen strahlt das Gelb die Energie aus, die der Autor verkörpert und sein positives Denken. Es passt aber auch, weil Gelb eine typische Taxifarbe ist und Taxis im Leben des Herrn Koller eine bedeutsame Rolle spielen. Passend hierzu sind im Buch ab und zu auftauchende Schwarz-Weiß-Skizzen von Taxis und ihrem Weg in die ein oder andere Richtung, die am Ende einiger Kapitel auftauchen. Als Klappenbroschur ist das Taschenbuch stabil und wirkt hochwertig verarbeitet.

    Inhalt:
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    Röbi Koller ist Radio- und TV-Moderator und Schriftsteller und Taxifan und hat hier seine ungewöhnliche Lebensgeschichte verfasst. "Entstanden ist eine Sammlung von Ausflügen, Expeditionen, Gedankensprüngen und Höhenflügen aus meinem Leben. Es sind Reisen in alle Himmelsrichtungen, durch Zeiten und Kontinente, zu Menschen und ihren Geschichten. Sackgassen, Abstecher, Kursänderungen und Umwege inklusive!" (S. 16)

    Mein Eindruck:
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    Als Deutscher kannte ich den schweizer Moderator bis dato noch nicht, aber die Beschreibung und der Trailer, in dem er von Herrn Cantz bei "Verstehen Sie Spaß?" reingelegt wird, haben mich neugierig auf dieses Buch gemacht.
    Der Titel ist Programm: Ich hatte eher eine stringente Geschichte erwartet in dem Sinne, dass Herr Koller sein Leben chronologisch oder thematisch strukturiert aufbereitet hat. Dies ist nicht der Fall. Der Autor fängt zwar bei seinen Vorfahren an (Kennenlernen seiner beiden Großelternpaare, später der Eltern) und geht dann weiter zu seiner Kindheit und schließlich seinem beruflichen Werdegang. Zwischendurch sind aber immer wieder Kapitel eingestreut, die von Interviews mit Taxifahrern aus aller Welt erzählen oder von einigen der vielen Erlebnisse mit Menschen, die Herr Koller durch seinen Beruf und seine vielen anderen Projekte kennengelernt hat und die ihn tief beeindruckt haben.

    Anfangs hatte ich mit dieser Struktur etwas Probleme, aber nach einigen Kapiteln war ich eingelesen und fand Gefallen an dieser ungewöhnlichen Zusammenstellung. Besonders die Taxiinterviews fand ich oft sehr unterhaltsam und interessant, obwohl sie leider nur sehr kurz waren. Der Erzählstil ist flüssig und zeichnet das Bild eines positiv denkenden Menschen, der immer bemüht ist, das Beste aus allem zu machen und das Beste in anderen Menschen zu sehen.
    Die Biographie ist ein bunter Blumenstrauß, in dem man durch die Geschichten viel über andere Kulturen, Menschen, über die Welt der (schweizer) Medien und natürlich über die Persönlichkeit des Autors erfährt.

    An manchen Stellen hat es mir etwas an Tiefgang gefehlt und an Spritzigkeit. Herr Koller ist eher ein Mensch der sachlich-nüchternen Schilderung, nur zwischendurch blitzt ein feiner Humor hervor. Manche Passagen hätte ich mir auch ausführlicher gewünscht. Das ist aber auch der einzige Punkt, den es aus meiner Sicht zu bemängeln gibt und der Grund, nicht die volle Punktzahl zu vergeben. Insgesamt ist dieses Buch eine Biographie eines Menschen, der durch seine Umwege und Sackgassen zu einem fein beobachtenden, sehr erfahrenen und positiv denkenden Menschen geworden ist und nie die Bodenhaftung verloren hat.

    Fazit:
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    Eine kurzweilige Biographie, die unterhaltsam und lehrreich zugleich ist und einen an vielen Stellen zum Nachdenken bringt.

 

Abfahrt in den Tod

Buchseite und Rezensionen zu 'Abfahrt in den Tod' von Marc Girardelli
5
5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Abfahrt in den Tod"

Format:Taschenbuch
Seiten:256
Verlag: Emons Verlag
EAN:9783740800512
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Rezensionen zu "Abfahrt in den Tod"

  1. Rasanter Krimi rund um den Skizirkus

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 02. Mai 2017 

    Marc Girardelli ist einer der erfolgreichsten Skiläufer aller Zeiten. Er hat sein Wissen über den Skizirkus in diesen hervorragenden Krimi mit einfließen lassen. So entstand eine tolle Mischung aus Hintergrundinformationen und spannendem Fall, der jedem Krimi- und Wintersportfan einige spannende Stunden verspricht.

    Inhalt:
    Marc Gassmann steht kurz davon den Gesamtweltcup in der Abfahrt zu gewinnen. Wahrscheinlich die letzte Chance auf den Titel, die ihm allerdings jemand vermiesen will. In Führung liegend stürzt eine Drohne kurz vorm Ziel der Lauberhornabfahrt neben ihm ab und verletzt ihn. Kantonspolizistin Andrea, mit der er vor Jahren liiert war, wird beauftragt zu ermitteln und ihn zu schützen. Ein eher raues Wiedersehen, das sich erst nach dem nächsten Anschlag in eine gute Zusammenarbeit verwandelt. Ihr gemeinsames Ziel: den mysteriösen Attentäter zur Strecke zu bringen.

    Setting und Stil:
    Das Ende der Saison ist nahe, die Rennen finden in der Schweiz und Österreich statt. Lauberhorn und Hahnenkamm dürften jedem Rennfahrtsinteressierten etwas sagen. Dank des reichen Wissens über den Sport und den ihn umgebenden Skizirkus gelingt es Marc Girardelli zusammen mit Michaela Grünig sehr realitätsnahe Situationen zu beschreiben. Die Fahrer, die Rennen, der Alltag, alles passt perfekt und ist interessant zu lesen. In dieses schon interessante Umfeld versucht nun der Täter einzugreifen, indem er Marc Gassmann das Leben schwer und seine Chancen auf den Titel zunichte machen will. Es ergibt sich die ideale Mischung aus spannender Thematik und fesselnden Ermittlungen.
    Die Geschichte wird vor allem aus Marcs Sicht erzählt, wobei auch der mysteriöse Täter reichlich zu Wort kommt.

    Charaktere:
    Marc Gassmann hat wohl nicht zufällig die Namensnähe zu Marc Girardelli. So kann man sich leicht vorstellen, dass Marc Girardelli selbst die Rolle des bedrohten Rennfahrers ausfüllen könnte. Mit ihm bekommt man Einblick in das Leben hinter den Kulissen und den Alltag eines alternden Rennstars.
    Besonders spannend wird der Einblick ins Rennfahrerleben, als Andrea Brunner auftaucht, inzwischen verheiratet und vor Jahren in einer Beziehung mit Marc. Für reichlich Reibungspunkte ist gesorgt, die der charmante Marc mit Hartnäckigkeit zu beseitigen versucht.
    Sie sind umgeben von dem normalen Wahnsinn, der sich Skizirkus schimpft. Sponsoren, Manager, Konkurrenten, alle kochen sie ihr eigenes Süppchen, in dem man schnell zu schwimmen lernen muss.
    Hinzu kommt der Täter, über den wir im Verlaufe des Buches vieles erfahren. Trotzdem hat mich das Ende überrascht, genau wie es bei einem guten Krimi sein soll.

    Geschichte:
    Das spannende Weltcupfinale rückt immer näher. Ein Täter versucht alles, um den Ausgang zu beeinflussen und es bleibt Marc zusammen mit Andrea nichts anderes übrig,als selbst für ihre Sicherheit zu sorgen. Eine spannende Mischung aus mysteriösem Kriminalfall und alltäglichem Skifahrerwahnsinn. Ein toller Ausflug in einer Welt, von der man sonst nur die Sonnenseiten zu sehen bekommt.

    Fazit:
    Mir hat der Krimi rundum gefallen und ich hoffe, dass die Fortsetzung nicht zu lange auf sich warten lässt. Empfehlen kann ich ihn sowohl Fans von Marc Girardelli, des Skizirkus und natürlich jedem Krimileser. Eine tolle Erstlingszusammenarbeit, die rasant wie ein Abfahrtsrennen den Leser mitreißt.

  1. Der Anschlag auf einen Skiprofi

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 20. Apr 2017 

    "Reale Einblicke in die Welt der Skifahrer gepaart mit einem spannenden Krimi, ergibt ein Buch der Weltklasse."
    Nach seinem letzten Skiunfall hat sich Marc Gassmann sehr gut erholt und steht wieder in der Weltspitze. Bei der Lauberhorn-Abfahrt will er im Weltcup weiter voran kommen, alles sieht auch gut aus, doch kurz vor dem Ziel wird er von etwas am Nacken getroffen. Am Ziel angekommen hat er zum Glück nur leichte Verletzungen von einer herabstürzenden Drohne davongetragen. Zuerst geht man von einem Unfall aus, jedoch bei genauerer Untersuchung, wird ein Sprengsatz an der Drohne gefunden. Die Schweizer Polizei geht von einem Anschlag aus und stellt deshalb Kantonspolizistin Andrea Brunner als Personenschutz an Gassmanns Seite. Ausgerechnet Andrea soll Marc beschützen, wo sie doch seine Exfreundin ist. Sie ist davon überhaupt nicht begeistert, doch sie kann sie diesen Auftrag nicht ausschlagen, schließlich will sie zur Kripo. Auch Andreas eifersüchtiger Ehemann und ehemaliger Freund von Marc ist von dieser Nachricht wenig begeistert. Die Ermittlungen sind sehr mühsam, den Andrea findet, kein eindeutiges Motiv warum man Marc umbringen möchte. Lediglich Drohbriefe die er erhalten hat zeigen das der Täter es ernst meint. Kann Andrea einen erneuten Anschlag verhindern?

    Meine Meinung:
    Ein Krimi der dem Leser atemberaubende Einblicke in die Welt der Skifahrer gibt. Begeistert hat mich die Beschreibung der Abfahrt ganz am Anfang des Buchs. Dabei ist mir erst so richtig klar geworden wie anspruchsvoll und gefährlich diese Rennen sind. Marc Giradelli hat hier ganz sicher, mit der ganzen Erfahrung und seinem Insiderwissen dazu beigetragen. Überhaupt fand ich das dieses Autorengespann einen sehr spannenden, fesselnden und authentischen Kriminalfall geschrieben haben. Der Schreibstil war flüssig und sehr gut, durch die zwei Handlungsstränge ist der Fall auch bis zum Schluss nicht durchschaubar. Der Leser wird hier nicht nur mit in einen Kriminalfall hineingenommen, nein es geht auch um vieles aus der Skiwelt, sei es Abfahrt, Sponsoren, Sportwetten, Doping u. a. und die Liebe findet auch noch einen Platz. Vom Plot war ich absolut begeistert und auch die Protagonisten haben mir sehr gut gefallen. Ebenso das wunderschöne Cover, das durch den Glitzereffekt des Titels seinen besonderen Reiz hat. Ich jedenfalls würde mich über einen erneuten Fall der Ermittlerin und auch speziell wieder über die Skiwelt sehr freuen. Vom mir für das Autorenduo und ihr erstes Werk 5 von 5 Sterne.

 

Korrosion

Buchseite und Rezensionen zu 'Korrosion' von Peter Beck
4.2
4.2 von 5 (5 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Korrosion"

Eine vereinsamte alte Frau wird an Weihnachten erschlagen. Sie hinterlässt nicht nur ein Millionenerbe, sondern auch eine bittere Anklage: Eines ihrer Kinder soll für den Tod ihres Mannes verantwortlich sein. Tom Winter, wortkarger Sicherheitschef ihrer Bank, reist um die halbe Welt, um die drei Nachkommen aufzustöbern – und gerät in ein verstörendes Geflecht aus Missbrauch, Ausbeutung und Rache.

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:352
Verlag: Emons Verlag
EAN:9783740800406
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Rezensionen zu "Korrosion"

  1. Spannend gehts weiter mit Tom Winter

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 29. Apr 2019 

    Der erste Fall mit Tom Winter „Söldner des Geldes“ hatte mich schon begeistert und ich war gespannt, ob der Autor es schafft, dieses Level zu halten. Ich kann jetzt schon sagen, ja er hat es geschafft!

    Bereits der Prolog hat es in sich – Der karameliserte Bäcker lag im Ofen …..

    Und dann geht es los. Tom Winter, Sicherheitschef einer Bank, ist derzeit gehandicapt mit einem Robocop-Arm, denn ihn hatte beim Ski fahren eine Lawine erwischt. Im Moment unterstützt er seinen Freund und Kollegen Stefan Schütz bei der Klärung der Frage, weshalb Babette Berger, eine alte, wohlhabende Dame, ihren jährlichen Termin nicht wahrgenommen hat. Die erste Überraschung erlebt er, als er in das Wohngebiet Bethlehem kommt, denn es scheint eine fast asoziale Gegend zu sein. Die Wohnung muss er von der Hausmeisterin öffnen lassen und sie entdecken dann Frau Berger mit einem Loch im Kopf und einer Stricknadel im Auge tot dort liegen. In einer Uhr findet er einen Umschlag mit Familienfotos und erfährt, dass sie isoliert gelebt hat, lediglich mit einem afrikanischen Putzmann hatte sie Kontakt. Nun ändert sich die Auftragslage für Tom. Im Testament hatte Frau Berger festgelegt, dass vor der offiziellen Testamentseröffnung und der Verteilung des Erbes festgestellt werden muss, wer von ihren drei Kindern für den Tod des Vaters verantwortlich ist. Zwischen den anderen beiden würde das Geld aufgeteilt werden. Da die Kinder verstreut leben, reist Tom zuerst auf die Azoren zu Tochter Helga, dann zum Sohn Rolf nach England und am Ende zu Brigitte nach Nürnberg. Eines wird klar, hier hatte jeder einen Grund für den Mord sowohl am Vater als auch an der Mutter und jeder könnte das Geld sehr gut gebrauchen! Tom liegt an der Aufklärung, seinem Chef von Tobler ist der Täter nicht so wichtig, für ihn hat der Profit und damit der Verbleib der Millionen bei seiner Bank oberste Priorität.

    Eingestreut und kursiv gedruckt lernt der Leser den Sudanesen Tijo Obado kennen, der gerade Frau und Töchter verloren hat und jetzt auf der Flucht nach Europa ist. Diesen Part fand ich persönlich sehr gut recherchiert, aktuell und leider realistisch.

    Eines ist klar, an Action mangelt es auch in diesem Fall nicht. Tom hat sich in diesen Fall, einem Terrier gleich, förmlich verbissen, bis er ihn endgültig aufgeklärt hat. Dabei zeigt er trotz seiner Behinderung oftmals übermenschliche Kräfte und Energie. Die Story ist temporeich, fesselnd, sehr komplex und das eigentliche Ausmaß der Geschichte zeigt sich erst im überraschenden Finale. Durch die kurzen Kapitel kam keinerlei Langeweile auf und der Schreibstil war flüssig zu lesen.

    Das Cover fühlt sich klasse an, ist hochwertig und sehr passend.

    Von mir eine klare Leseempfehlung!

  1. Eine gelungene Mischung aus Anspruch und Spannung

    5
    (5 von 5 *)
     - 15. Apr 2019 

    „Die Frage war der Bluthund der Intelligenz.“ (Zitat Seite 55)

    Inhalt:
    1971 stirbt ein Bäcker in seinem Backofen. Mehr als vierzig Jahre später wird seine Witwe während der Weihnachtstage ermordet. Ihr Aktiendepot in zweistelliger Millionenhöhe wird seit Jahrzehnten von einer angesehenen Schweizer Privatbank verwaltet. Ihre Anweisungen für den Todesfall legen fest, dass ihr Testament erst vollstreckt werden darf, wenn geklärt ist, welches ihrer drei Kinder damals für den Tod ihres Ehemannes verantwortlich war. Tom Winter, dem erfahrenen Sicherheitschef der Bank fällt die schwierige Aufgabe zu, die drei möglichen Erben zu finden und den Sachverhalt zu klären.

    Thema und Genre:
    In diesem spannenden Buch, einzuordnen zwischen Roman und Thriller, geht es um aktuelle, wichtige Themen wie Flüchtlinge, Missbrauch und Umwelt, aber auch um Familie. Eine Kernfrage dreht sich um Ursache und Wirkung und den Graubereich zwischen Schuld und Gerechtigkeit. Die Finanzwelt bleibt im Hintergrund.

    Charaktere:
    Tom Winter ist ein erfahrener Ermittler und sein Einsatz bewegt sich zwischen psychologischen und körperlichen Herausforderungen, die ihn an seine Grenzen bringen. Private Befindlichkeiten setzt der Autor maßvoll und nur dort ein, wo es für die Handlung wichtig ist.

    Handlung und Schreibstil:
    Orte der Handlung sind neben der Schweiz die Azoren, England und Deutschland und der Handlungszeitraum erstreckt sich über wenige Wochen zwischen Ende Dezember und Ende Januar. In einem zweiten Handlungsstrang wird der abenteuerliche Weg eines Flüchtlings aus dem Sudan bis nach Europa beschrieben. Beide Erzählstränge sind trotz der intensiven Schilderungen knapp und rasant geschrieben, was die Geschichte dicht und packend macht.

    Fazit:
    Ein anspruchsvoller Thriller mit Tiefgang und Themen, die den Leser nachdenklich stimmen. Dazu eine spannende Handlung mit rasanten Abläufen und einem smarten Ermittler, eine sehr gelungene Kombination.

  1. Hat mir nur in Teilen gefallen

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 21. Mär 2017 

    Inhalt:
    Tom Winter möchte eine einsame alte Frau Besuchen und findet dieses ermordet auf. Sie hinterlässt ein Testament in dem steht das ein Kind ihren zweiten Mann ermordet haben muss und erst wenn dieses gefunden ist soll das Testament vollstreckt werden. Tom Winter macht sich auf die Suche.

    Meine Meinung:
    Hinten auf dem Buch steht "Sind sie bereit für diesen Thriller" Entweder bin ich es nicht oder er war einfach wirklich nichts für mich.

    Ich bekam vom Verlag die Anfrage ob ich Korrision lesen mag. Die Geschichte reizte mich und die ersten positiven Stimmen von anderen Bloggern waren auch zu lesen. Also entschied ich mich für das Buch. Ich begann zu lesen und ahnte schon das es wohl doch nichts für mich ist. Dabei ist die Story interessant. Der Einstieg ist der Mord an dem besagten Ehemann. Eine grausame Vorstellung wie er gestorben ist, bei der Peter Beck aber nicht zu sehr ins Detail geht. Danach der Sprung in die Gegenwart und zu Tom Winter. Zwischen den Kapiteln immer mal wieder ein Abschnitt von der Flucht von Tijo Obado. Das aktuelle Thema "Flüchtlinge" wurde hier beleuchtet.
    Doch gerade zu Beginn fiel mir das Mitkommen in der Geschichte schwer, auch wegen der Abschnitte der Flucht. die mich immer wieder aus der Gegenwart raus holten. Bei mir wollte keine richtige packende Spannung aufkommen.

    Auch mit den Personen, im speziellen mit Tom Winter, wurde ich nicht warm. Vielleicht liegt es daran das ich den ersten Band nicht kenne. Vielleicht an der Art von Winter, die mir irgendwie nicht zusagte. Ich weiß es nicht. Er wirkt ein wenig wie ein Held, der er gar nicht ist. Die Tatsache das er Polizist war und nun in einer Bank arbeitet erklärt zumindest warum er in einem Mord ermittelt. Es gab so ein paar Dinge die mich an ihm aber störten. Er hat einen komplizierten Armbruch wird ruck zuck aus dem Krankenhaus entlassen und stürzt sich dann in diesen Fall. Und Stürzen ist das Stichwort, denn der Arm muss mehrfach einiges aushalten und doch passiert nicht viel.

    Manches an dieser Geschichte war mir zu genau beschrieben, so dass ich Abschnitte sogar mehr überflog als das ich sie gelesen habe. Trotzdem war die Geschichte nicht schlecht. Es ist schwierig für mich richtig zu bewerten, denn es gab einiges was mich fesselte. Zum Beispiel die Flucht von Tijo und seine Geschichte. Und auch das Ende war gut gewählt und klärte alles auf und ließ keine Fragen offen.

    Mein Fazit: Ein Thriller wäre für mich etwas anderes. Ich würde Korrosion eher als Krimi einstufen, der mir in Teilen gefallen hat, aber mich nicht vollends überzeugen konnte.

  1. Seine Lawine

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 24. Feb 2017 

    Tom Winter, ein ehemaliger Polizist, arbeitet als Sicherheitschef einer Schweizer Bank. Zwischen den Tagen hat er knapp einen Lawinenabgang überlebt und trotz des komplizierten Armbruchs geht er arbeiten. Es scheint auch ganz einfach zu sein. Eine betagte Kundin der Bank ist nicht zu einem Termin erschienen und Winter soll nur herausfinden, ob es der alten Dame gutgeht. Es steht mit ihrer Gesundheit nicht zum Besten, im Gegenteil, Winter findet Frau Berger tot in ihrer Wohnung, offensichtlich ermordet. Sie hinterlässt ein stattliches Vermögen, allerdings soll das ihrer Kinder, welches schuld am Tod ihres zweiten Mannes ist, leer ausgehen. Und bevor nicht festgestellt wurde, wer der oder die Schuldige unter den drei inzwischen natürlich erwachsenen Kindern ist, kann das Testament nicht eröffnet werden.

    Tom Winter hat also einen Auftrag, dazu muss er zunächst einmal die drei Hinterbliebenen ausfindig machen. Sein Weg führt ihn dabei durch halb Europa. Er spürt eine Familiengeschichte auf, die wahrlich nicht neidisch macht. Undurchsichtig ist zunächst, was der sudanesische Bekannte der Toten, der hin und wieder mal beim Einkauf geholfen hat, mit der Sache zu tun hat. Oder ist er aus ganz anderen Gründen verschwunden? Winters Neugier ist geweckt und er macht sich nicht so sehr daran, die Vorgaben seines Arbeitgebers zu erfüllen, sondern er will der Wahrheit auf den Grund gehen.

    Nach Beendigung der Lektüre dieses zweiten Bandes um den Sicherheitschef Tom Winter fragt man sich zwar, welche Bedeutung der Titel hat oder ob man etwas verpasst hat (ein Blick auf die web.site des Autors kann hier hilfreich sein), zum Glück beeinflusst das nicht die Enträtselung dieses Falles, bei der einen der Autor an die Hand nimmt und es schafft, ohne einen in die Irre zu leiten, am Ende doch eine Überraschung zu bieten. Gefesselt verfolgt man die Spuren, die die alte Dame und ihre Kinder hinterlassen haben. Auch wenn Tom Winters Gesundheit manchmal etwas arg strapaziert wird, bewundert man seine Hartnäckigkeit und empfindet Sympathie in den Momenten, in denen er seine empfindsame Seite zeigt. Ein Roman wie eine Sphinx, die Reisende erwürgte, wenn sie ihre Rätsel nicht lösen konnten. Glücklicherweise wird hier das Rätsel auf sehr zufriedenstellende und packende Weise in einem fulminanten und rasanten Finale gelöst und wie am Schluss angedeutet, steht schon die nächste Aufgabe für Tom Winter bereit.

  1. Tom Winter, der James Bond der Schweiz

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 17. Feb 2017 

    Kurz zur Geschichte
    Ein Bäcker wird karamellisiert in seinem Industriebackofen aufgefunden. Wer hat den Mann so schrecklich sterben lassen? An Weihnachten wird eine alte, einsam lebende Frau tot in ihrer Wohnung entdeckt. Wer hat sie so grausam zugerichtet? Die Dame hinterlässt ein beträchtliches Erbe für ihre drei erwachsenen Kinder, doch mit dem Zusatz, das ein Kind nichts erbt und zwar dieses, welches damals für den Tod des Vaters im Backofen verantwortlich ist. Tom Winter bekommt als Sicherheitschef der verantwortlichen Bank den Auftrag alle Kinder aufzusuchen und diese an einem Ort zusammenzubringen um das Erbe zu klären. Der Job erweist als lebensgefährlich und nicht so einfach wie zu anfangs gedacht.

    Meine Meinung
    Dies ist Band 2 mit Tom Winter in der Hauptrolle und ein in sich abgeschlossener Fall, der es mal wieder in sich hat. Tom Winter ist für mich der "James Bond" aus der Schweiz und dieser Thriller hat mich von Anfang an begeistert.

    ~ Kurze Rückblende in das Jahr 1971 ~
    In einer Backstube wird ein Bäcker tot in seinem Industriebackofen aufgefunden, karamellisiert von heruntergetropftem Guss eines über ihm verbrannten Apfelkuchens. Lecker, ich hoffe das Bild brennt sich jetzt nicht so bei mir ein, das ich beim Apfelkuchen essen immer daran denken muss. Puuuuh, da hat Peter Beck aber gleich auf den ersten beiden Seiten sich was ausgedacht. "schüttel"

    ~ Aktuelle Geschehnisse ~
    Tom Winter, ehemaliger Einsatzleiter bei einer Polizeieinheit, ist mittlerweile Sicherheitschef einer kleinen Privatbank geworden und bekommt einen heiklen, nicht ganz ungefährlichen Auftrag. Ein Kollege aus der Bank machte sich Sorgen das Frau Berger, die nicht wie seit vielen Jahren zu einem festen Termin erschienen ist. Er beauftragt Tom mal bei ihr nach dem Rechten zu sehen. Tom und seine Kollegin Leonie finden die Dame in ihrer Wohnung in einem großen anonymen Wohnblock tot auf. Schrecklich zugerichtet. Der Verdacht fällt sofort auf Tijo Obado, der als Flüchtling in dem Haus als Reinigungskraft arbeitet und Kontakt zur Toten hatte. Winter macht sich nun auf eine Rundreise, denn die drei Kinder der alten Dame wohnen auf den Azoren, in Nürnberg und Manchester, doch zur Testamentseröffnung sollen alle an einen Tisch zusammenkommen. In jedem Land erlebt Winter etwas, eine Tochter gilt als vermisst, die andere Tochter sitzt krebskrank im Rollstuhl und der einzige Sohn lebt versoffen in England. Das klingt nicht ganz so einfach. Was man von den erwachsenen Kindern dann über ihre Kindheit in der Backstube erfährt, lässt den Mord am Bäckervater in ein ganz anderes Licht rücken. Bei der Testamentseröffnung werden die Nachkommen vor eine Entscheidung gestellt, das Kind welches damals am Tod des Vaters verantwortlich sein soll, wird nichts erben, doch alle sind gierig nach dem großen Geldbatzen. Wird es Tom gelingen den Fall zu lösen, denn hier ist jeder wieder sich selbst der Nächste.

    ~ Rückblende in den Sudan ~
    Zwischen den Kapiteln um Frau Berger und ihre Kinder, kommt Tijo zu Wort. Hier begleiten wird den Flüchtling auf seiner lebensgefährlichen Reise aus seiner Heimat, dem Sudan, auf den Weg nach Europa. Peter Beck hat hier sehr intensiv und beängstigend aufgezeichnet, was ein Mensch alles auf sich nimmt um dem Krieg zu entkommen. Das Tijo eigentlich auch einen richtig wichtigen Grund hat nach Europa zu kommen, das erfährt man erst fast am Ende des Buches, aber das war sehr überraschend, erschreckend und aufklärend.
    Auf den letzten Seiten geht es nochmal richtig drunter und drüber, ich hetzte atemlos von einer Seite zur nächsten und hatte zeitweise das Gefühl in einem Kino zu sitzen und einen Action-Film zu schauen.
    Die Aufklärung am Ende des Buches hat meine ganze Sichtweise auf die Story auf den Kopf gestellt und alles in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.

    Peter Beck konnte mich richtig mitreißen und die verschiedenen Sichtweisen der Kapitel haben keine Langeweile aufkommen lassen. Der Schreibstil ist gut zu lesen und der Thriller-Plot besteht aus: - Spannung - Action - Brutalität - unvorhersehbaren Wendungen - einem schlüssigen Ende

 

Luzerner Todesmelodie

Buchseite und Rezensionen zu 'Luzerner Todesmelodie' von Monika Mansour
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Luzerner Todesmelodie"

Format:Broschiert
Seiten:336
Verlag: Emons Verlag
EAN:9783954519507
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Rezensionen zu "Luzerner Todesmelodie"

  1. Stargeiger unter Mordverdacht

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 05. Aug 2016 

    Für den Luzerner Kriminalkommissar Cem Cengiz und sein Team in der Abteilung Leib und Leben kommt es dieses Mal knüppeldick. Sexbeschuldigungen gegen die Chefermittlerin Barbara Amato und Rolf Wymann, dem Leiter der Abteilung werden anonym erhoben, eine Fahrradfahrerin wird angegriffen und just als Cem mit seinem Kollegen Kevin am Tatort anlangt, fallen Schüsse in einer Villa direkt am Tatort. Cem und Kevin reagieren sofort, doch können den Mord nicht mehr verhindern, sie finden zwei Leichen vor und einen Mann, der sich im selben Raum aufhält. Wie sich herausstellt, handelt es sich um Neven O'Brien, den Sohn des Ermordeten. Ein Stargeiger, der mit seiner schwierigen Persönlichkeit die Ermittlungen mehr als erschwert und zudem Cem persönlich, auf psychologischer Basis, anzugreifen versucht. Das alles passiert gerade, als Nesrin, Cems Schwester, aus London zu einem überraschendem Besuch angereist ist und auch sie hat so ihre Geheimnisse, mit denen Cem noch zu kämpfen hat.

    Im dritten Fall um den Luzerner Ermittler Cem Cengiz kann mich die Autorin Monika Mansour noch einmal mehr überzeugen, als sie dies bereits im Buch „Himmel, Hölle, Mensch“ tun konnte. Sie schafft es, noch mehr Tempo in ihrem Krimi hinein zu bringen, den Spannungsbogen noch höher zu halten, meine Nerven sind das gesamte Buch über zum Zerreißen angespannt. Einmal mehr legt Monika Mansour einen Pageturner vor. Wie gewohnt liefert die Autorin einen perfekten Cocktail aus niveauvoller Spannung, einem erstklassigem Plot, einem Spritzer Humor und nicht zuletzt mit ihren herrlichen Charakteren aller Figuren. Der Schreibstil der Autorin ist hervorragend und stimmig und ich bewundere Monika Mansour für ihre wunderbare Sprachwahl; richtig charmant wird das Buch erneut durch die eingestreuten Schweizer Ausdrücke.

    Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch seine mehr als verdienten fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es absolut weiter. Krimileser, die erstklassige Qualität und hohes Niveau bevorzugen, werden dieses Buch lieben und verschlingen, so wie ich. Anmerken möchte ich noch, dass es nicht zwingend erforderlich die ersten Teile um das Ermittlerteam zu kennen, der Fall ist in sich abgeschlossen.

 

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