Heimat war gestern

Buchseite und Rezensionen zu 'Heimat war gestern' von Silvia Siebler-Ferry
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Heimat war gestern"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:85
EAN:
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Rezensionen zu "Heimat war gestern"

  1. Die erschreckende Realität

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 10. Jan 2022 

    Den Krieg in Syrien kennen wir, im Allgemeinen, nur als Faktensammlung aus den Nachrichten. Das Buch „Heimat war gestern“ von Autorin Silvia Siebler-Ferry beleuchtet den Krieg jedoch aus einer ganz anderen Sicht: aus der Perspektive der Opfer. Ausgangspunkt für das Buch waren Gespräche der Autorin mit aus Syrien geflüchteten Menschen, die von ihren Erlebnissen im Krieg und den Geschehnissen rund um ihre Flucht berichteten. Silvia Siebler-Ferry hat all dies in den 9 Kapiteln des Buchs in Form von kurzen Geschichten verarbeitet. Jedes der Kapitel dreht sich dabei eine andere Hauptperson.

    Cover:

    Das Cover zeigt in großen Buchstaben den Titel des Buchs, wobei das Wort „WAR“ extra großgeschrieben wurde, um Bezug zum Krieg (Englisch: „war“) herzustellen. Zudem ist durch die Buchstaben des Worts hindurch ein scheinbar hinter dem Cover liegender Layer mit einer Kriegsszene darauf zu sehen.
    Die Idee zum Cover, sowie auch deren Umsetzung sind sehr gut gelungen. Das Cover vermittelt unmissverständlich den Inhalt des Buchs, wirkt aber gleichzeitig auch wie eine Warnung und fesselt geradezu den Blick des Betrachters.

    Umfang und Einteilung:

    Das Buch ist mit 85 Seiten recht kurz, aber es ist ja auch kein Roman, sondern, wie oben bereits erwähnt, eine Sammlung von 9 Geschichten. Das Thema ist hart und die Schilderungen im Buch zum Teil sehr erschreckend, vor allem, weil sie auf wahren Erlebnissen basieren.
    Der Aufbau des Buchs und auch dessen Umfang sind für das Thema perfekt. Es wäre sicherlich möglich noch viele weitere Geschichten über viele weitere Menschen hinzuzufügen, aber allein diese 9 exemplarischen Kapitel vermitteln das Anliegen des Buchs in vollem Umfang.

    Geschichte(n):

    Jedes der Kapitel betrachtet ein anderes menschliches Schicksal während des Kriegs in Syrien und zeigt dabei in aller Härte der Realität und die Grausamkeiten des Krieges: Mord, Vertreibung, körperliche und seelische Gräuel, unschuldige Menschen, die von einem auf den anderen Moment alles verlieren und zur Flucht gezwungen werden, nur mit dem, was sie am Leib tragen. Kapitel 5 führt dabei die Geschichte der 4 „Protagonisten“, wenn sie mal so nenn darf, aus den ersten 4 Kapiteln mit ihrer Flucht aus dem Land fort. Die Schicksale der 9 Menschen, die im Buch beschrieben werden, sind zum Teil sehr unterschiedlich, aber gerade dies zeigt, wie sich der Wahnsinn des Krieges in alle Bereiche des Lebens frisst. Am Ende stehen Zerstörung, Leid, aber auch die Hoffnung beim Neuanfang in einem fremden Land.

    Schreibstil:

    Das Buch ist kompromisslos, schonungslos und sehr direkt geschrieben, ohne Schnörkel, aber auch ohne Übertreibungen oder Effekthascherei. Einige Abschnitte sind aus der Ich-Perspektive erzählt, einige aus der Perspektive eines Erzählers. Dies, aber auch der flüssige Schreibstil der Autorin, versetzen den Leser oder die Leserin direkt ins Geschehen.
    Einige Sätze und Satzzeichen sind mit Absicht nicht „regelgerecht“ aufgebaut, bzw. verwendet worden. Dieses Stilmittel verstärkt jedoch deutlich die Eindrücke, die das Buch beim Leser oder der Leserin hinterläßt und wurde von der Autorin mit Bedacht angewendet.

    Fazit:

    „Heimat war gestern“ ist, schon aufgrund seiner Thematik, sicherlich keine leichte Lektüre. Aber trotz Gewalt, Leid und Tod schafft es Autorin Silvia Siebler-Ferry den Leser oder die Leserin zu fesseln und läßt ihn, oder sie, die Schicksale dieser 9 Menschen fast hautnah miterleben. Das Buch zeigt, welche Grausamkeiten Menschen in der Lage sind, ihren Mitmenschen anzutun und vermittelt eine Botschaft, die gehört werden sollte, gehört werden muss.

    Von mir 5 Sterne.

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Hiob: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Hiob: Roman' von Joseph Roth
NAN
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Inhaltsangabe zu "Hiob: Roman"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:150
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Mephisto: Roman einer Karriere

Buchseite und Rezensionen zu 'Mephisto: Roman einer Karriere' von Klaus Mann
NAN
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Inhaltsangabe zu "Mephisto: Roman einer Karriere"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:418
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Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke

Buchseite und Rezensionen zu 'Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke' von Joachim Meyerhoff
NAN
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Inhaltsangabe zu "Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:343
Verlag:
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Wenn Kavaliere reisen

Buchseite und Rezensionen zu 'Wenn Kavaliere reisen' von Sabine Illetschko
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Wenn Kavaliere reisen"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:207
Verlag:
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Rezensionen zu "Wenn Kavaliere reisen"

  1. Ein Roadtrip nach Griechenland

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 05. Mai 2021 

    Henrik begleitet zu seiner Unterstützung Onkel Adam auf einer "Forschungsreise" . Adam soll für die Uni ein Buch in derem Auftrag schreiben . Dafür schickt ihn die Universität auf eine Studienreise .

    Der Schreibstil ist flüssig , leicht und ruhig geschrieben . Die ersten zwei Seiten waren etwas gewöhnungsbedürftig aber dann war ich mitten im Geschehen . Die Protagonisten waren mir von Beginn an sympathisch und sind authentisch dargestellt . Es wird aus Sicht des Henrik erzählt . Die Spannung steigert sich langsam gerade auch zum Schluss und der Humor kommt dabei nicht zu kurz .

    Fazit : Dieser Roman ist witzig und unterhaltsam geschrieben . Die Autorin nahm mich nach Siena um dann nach Griechenland zu fahren . Das Lebensgefühl dieser beiden Länder hat die Autorin sehr bildhaft umgesetzt .
    Mir gefiel vor allem Henrik der dabei von einem Fettnäpfchen ins andere tritt . Kuriose und manchmal auch skurrile Szenen gehören zu diesem Roman dazu . Die Geschichte ist für mich ein etwas anderer Roadtrip wobei Henrik herausfindet wer er ist und wohin er gehört . Es wird auch zwischendurch emotional und etwas dramatisch . Ein Thema behandelt auch die Grundlagen der Volkswirtschaft . Es wird also zuweilen politisch . Dieser Roman ließ mich zeitweise schmunzeln zudem ist er abwechslungsreich geschrieben .

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Gerron

Buchseite und Rezensionen zu 'Gerron' von Charles Lewinsky
NAN
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Der Schauspieler und Regisseur Kurt Gerron war einmal ein Star – und ist jetzt nur noch ein Häftling unter Tausenden. In Theresienstadt soll er ein letztes Mal seine Fähigkeiten beweisen und das Dasein dort als fröhliches jüdisches Leben inszenieren. Gerron sieht sich vor eine folgenschwere Entscheidung gestellt.

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:698
Verlag:
EAN:
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CRAVING: SEHNSUCHT NACH DIR

Buchseite und Rezensionen zu 'CRAVING: SEHNSUCHT NACH DIR' von Alec Xander
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

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Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:241
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "CRAVING: SEHNSUCHT NACH DIR"

  1. Eine Krankheit die das Leben nicht einfach macht

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 20. Jan 2021 

    Aaron sehnt sich nach einer erfüllenden Beziehung aber leider war bis zum jetzigen Zeitpunkt niemand darunter , den er sich als Partner gewünscht hätte . Auf einer Datingplattform lernt er eines Tages Manfred kennen und verliebt sich in ihn ...

    Der Schreibstil ist leicht und flüssig auch die Nachrichten die sich Manfred und Aaron schreiben sind gut zu lesen . Die Protagonisten sind sympathisch und glaubwürdig dargestellt . Die Kapitel sind recht kurz gehalten so dass der Spannungsbogen sich durch das ganze Buch hindurchzieht .

    Fazit : Diese Story spielt in der Zukunft . Die Leser*innen bekommen mit wie Aaron und Manfred sich im Chat näherkommen . Es tummeln sich nur sehr wenige Charaktere in dieser Geschichte . Es ist in meinen Augen schon fast ein zwei Mann Stück . Es geht in diesem Buch um das Verliebtsein aber auch Enttäuschungen , Wahrheiten , Sehnsüchte , in dem Aaron sich fast aufzehrt , Hoffnung und Lügen . Es werden auch Themen angeschnitten die durchaus Ähnlichkeiten mit unserer heutigen Weltproblematik zu tun haben . Zum Schluss wird es dann für mich dramatisch aber auch gleichzeitig richtig schön . Die Erotik ist auch vorhanden und es prickelt zwischendurch richtig . Dieses Buch ist einmal etwas ganz anderes . Es sticht heraus und ist nicht alltäglich . Es gibt darin fast nur Chatverläufe und Sprachnachrichten . Deshalb war die Story für mich doch etwas langatmig . Wer einmal etwas außergewöhnliches lesen möchte demjenigen kann ich dieses Buch empfehlen .

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Duft nach Weiß

Buchseite und Rezensionen zu 'Duft nach Weiß' von Stefanie Gregg
NAN
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Inhaltsangabe zu "Duft nach Weiß"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:262
Verlag:
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Kein Ort ist fern genug: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Kein Ort ist fern genug: Roman' von Santiago Amigorena
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

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Format:Kindle Ausgabe
Seiten:155
Verlag:
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Rezensionen zu "Kein Ort ist fern genug: Roman"

  1. Grauen und Schuld

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 30. Dez 2020 

    Thematisch ist dieses Buch definitiv meins. Es geht um den Menschen und seine Handlungen, seine negativen Handlungen genauer gesagt. Der Holocaust steht hier zentral. Aber er wird einmal aus einer anderen Perspektive betrachtet. Vicente Rosenberg lebt in Argentinien, in Buenos Aires. Er ist in den späten Zwanzigern des vorigen Jahrhunderts hierher ausgewandert, versucht seither seine restliche Familie aus Warschau zu überzeugen, dass sie nachkommen. Allerdings versucht er dies wegen gewisser familiärer Zwistigkeiten und/oder Generationenkonflikte und/oder auch seiner gefühlt fehlenden Zugehörigkeit zum Judentum und auch einer gewissen Scham wegen seiner jüdischen Familie etwas sacht und ist sich gar nicht so sicher, dass er sie wirklich in Argentinien haben möchte. Nach und nach wird dem Ausland klarer, was in Deutschland mit den Juden passiert und dadurch fällt Vicente in eine tiefe Depression, auch aus der Scham vor seinem eigenen Handeln oder eher Nicht-Handeln. Einerseits kann man durchaus nachvollziehen, dass durch gewisse interfamiliäre Konflikte Vicente zu seinen Überlegungen kommt. Wenn man dann überlegt, was es auslösen könnte, wenn man dann mit dem Grauen der Nazis konfrontiert wird und mit der eigenen Schuld leben muss, nicht genug getan zu haben aus recht eigennützigen Gründen. Eine furchtbare Vorstellung! Dennoch reagiert Vicente teilweise auch recht eigenwillig, suhlt sich sehr im eigenen Elend, ist auch hier wieder sehr bei sich und seinem eigenen Grauen. Er hat auch Frau und Kinder und diese bräuchten ihn ebenso. Dies sieht er jedoch nicht! Dieses Verhalten könnte man auch mit einer Depression oder einer für sich empfundenen Unwürdigkeit erklären. Ja, durchaus! Aber gefallen muss mir das als Leser ja nicht. Auch wenn der Erzählcharakter nicht vollkommen meine Sympathien erhält, ist dieses Buch eines der Bücher, die bewegen und mitreißen. Es ist eines der Bücher mit einem riesigen Sog! Und es ist ein Lesetipp!

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  1. Ergreifend und intensiv

    4
    (4 von 5 *)
     - 22. Jul 2020 

    „Mit am schlimmsten am Antisemitismus ist die Tatsache, dass die Juden sich zwangsläufig als Juden zu fühlen haben, dass man sie auf eine Identität jenseits ihres Willens festlegt und kurzerhand für sie beschließt, wer sie wirklich sind.“ (Zitat Pos. 572)

    Inhalt
    1928 verlässt der junge Pole Vicente Rosenberg Europa und wandert nach Argentinien aus. Fünf Jahre später begegnet er Rosita Szapire, die er heiratet. 1940 haben die beiden drei Kinder und Vicente hat gerade sein Möbelhaus eröffnet. Als er im Oktober 1941 einen Brief von seiner Mutter erhält, in dem sie ihm das Leben im Warschauer Ghetto schildert, fühlt er sich schuldig, weil er sie und seinen Bruder nicht schon längst zu sich nach Argentinien geholt hat. Um die Stimme des eigenen Gewissens nicht mehr hören zu müssen, spricht auch er nicht mehr, er zieht sich völlig in sein Schweigen zurück.

    Thema und Genre
    Das Hauptthema dieses biografischen Romans ist eine andere Perspektive des Völkermordes an den Juden im WKII, es geht um die Schuldgefühle jener, die überlebt haben, ihre Fassungslosigkeit, Scham und Ohnmacht, nichts tun zu können. Weitere Themen sind die Frage nach den eigenen Wurzeln und Identität, und die Familie.

    Charaktere
    Vicente Rosenberg war der Großvater des Autors, der sich als Pole, später als Argentinier, aber nie als Jude fühlte. Die Ungewissheit über das Schicksal seiner Mutter und seines Bruders stürzen ihn in tiefe Schuldgefühle, gefolgt von Depressionen und Spielsucht. Er hüllt sich buchstäblich in ein umfassendes Schweigen.

    Handlung und Schreibstil
    Im Mittelpunkt der Handlung stehen die Jahre 1940 bis 1945, ergänzt durch Rückblenden und sachliche Berichte über geschichtliche Tatsachen. Die bewegende Geschichte beginnt voll Hoffnung, Vicente ist dabei, sich ein erfolgreiches Leben aufzubauen, ist ein romantischer Ehemann und liebevoller Vater. Dies alles ändert sich schlagartig, als die ersten kurzen Meldungen über die Situation der Juden in Europa nach Argentinien gelangen. Nun stehen Vicente und seine Befindlichkeiten und Schuldgefühle im Mittelpunkt der weiteren Geschichte und die bisherige Intensität der Handlung und die eindrückliche Sprache verlieren etwas von der ursprünglichen Aussagekraft.

    Fazit
    Eine ergreifende Geschichte, beklemmend in ihrer Hoffnungslosigkeit. Irgendwann jedoch mündest sie in eine ständige Wiederholung der Metaphern und Schilderungen der Befindlichkeit des Hauptprotagonisten, als ob auch dem Autor weitere Worte fehlten. Ich vermute, dass dies Absicht ist, mich konnte es jedoch nicht vollkommen überzeugen.

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