So sterben wir: Unser Ende und was wir darüber wissen sollten

Buchseite und Rezensionen zu 'So sterben wir: Unser Ende und was wir darüber wissen sollten' von Roland Schulz
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "So sterben wir: Unser Ende und was wir darüber wissen sollten"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:240
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "So sterben wir: Unser Ende und was wir darüber wissen sollten"

  1. Im Gedenken zum Jahrestag

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 10. Jul 2020 

    Genau heute vor einem Jahr starb meine Mutter, fast genau 2 Jahre nach ihrer Diagnose. Diese 2 Jahre waren voller Hoffnung, Verdrängung und Wut, voller Termine, Pläne und Verzweiflung. Schließlich und endlich blieb meine Mutter daheim und starb. Meine Schwester hat sie gepflegt, ich habe sie so gut es ging dabei unterstützt, die letzten Nächte habe ich an Mamas Seite verbracht.

    Meine Fragen, Ängste und Sorgen kamen erst nach der Beisetzung. Natürlich hätte ich fragen dürfen. Ärzte, Pfleger und der Bestatter forderten mich dazu auf, aber mein Kopf war leer, die Zeit hektisch. Im November 2019 kaufte ich mir dann "So sterben wir" und brachte es bis jetzt nicht fertig, es zu lesen. Ich scheute mich ein wenig vor der schonungslosen Wahrheit, die Bilder meiner Mutter im Pflegebett waren mir zu frisch im Kopf. Erst das Entrümpeln des Haushalts half mir, loszulassen.

    Trotzdem hat es noch drei Bücher parallel zur Ablenkung gebraucht, um dieses eine zu lesen. Viele Tränen habe ich vergossen, bin aber froh und dankbar, es geschafft zu haben.

    Das Buch unterteilt sich in drei Abschnitte, Sterben, Tod und Trauer. Wenn ich das Sterben hinter mich gebracht hätte, würden Tod und Trauer mich nicht mehr aus der Bahn werfen, so dachte ich. Aber all meine nichtgestellten Fragen wurden hier wieder hochgespült und ich musste mich damit auseinandersetzen.

    Mit schlichten Worten geht der Autor ins Detail und beschränkt sich dabei nicht auf die Körperlichkeiten und medizinischen Möglichkeiten, sondern klärt auch die so kalt erscheinenden gesetzlichen und amtlichen Angelegenheiten, die zu beachten und einzuhalten sind. Aktuelle Gesetzesänderungen wurden mit eingearbeitet. Natürlich kann man sich auf die Profis in dieser Branche verlassen, aber es tut gut zu wissen, wo und wann man noch ein Mitspracherecht hat, welche Gestaltungsmöglichkeiten für das eigene Ende bestehen und was vielleicht noch alles zu bedenken ist.

    Das Buch klagt nicht an, jammert nicht rum und schreit nicht populistisch durchs Medium. Es ist vielmehr eine hilfreiche Abhandlung über den letzten Weg in unserem Leben, der gerne verdrängt, aber doch bedacht werden will. Es ist hilfreich für die Hinterbliebenen, als auch für alle Ratsuchenden. Die Sprache ist ruhig, einfühlsam und tröstlich. Dezente Hinweise auf Grauzonen, geben einem das Gefühl, nicht hilflos ausgeliefert zu sein und mit Insiderwissen Fragen stellen zu können, die ehrliche Antworten erfordern.

    Es ist keine leichte Kost, es geht unter die Haut und definitiv das erste Sachbuch, das mich sehr herausgefordert hat. Es gibt keine Listen, die abgehakt werden wollen, keine Hinweise, was man "abarbeiten" sollte, trotzdem baut dieses Buch ein strukturiertes Gerüst, das Halt in den Zeiten unseres Lebens bietet, in denen wir am verletzlichsten sind. Aber man sollte auch breit sein, es lesen zu wollen!

 

Der radikale Mittelweg

Buchseite und Rezensionen zu 'Der radikale Mittelweg' von Armin Risi
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der radikale Mittelweg"

Atheismus und Monotheismus sind die beiden Seiten der Spaltung, die das gegenwärtige Zeitalter seit mehr als 2000 Jahren prägt. Mit der heutigen Wendezeit soll diese Spaltung jedoch überwunden werden - durch ein »radikal« neues Bewusstsein mit revolutionären Erkenntnissen: die geistige Herkunft der Menschheit, die Realität des multidimensionalen Kosmos, der spirituelle Hintergrund der Materie. Armin Risi durchleuchtet die heute vorherrschenden Weltbilder in aller Konsequenz: Was ist der spaltende Geist? Wie wirken die beiden Seiten? Wie kann die Spaltung überwunden werden? »Der radikale Mittelweg« des Theismus ist nicht einfach eine neue Theorie oder Theologie, sondern eine Rückbesinnung auf das Urwissen der Menschheit und den gemeinsamen Kern aller Religionen. Was ist Monotheismus, was ist Theismus? Bisher wurde beides noch nie klar unterschieden, doch die Erklärungen des vorliegenden Buches zeigen, dass der Unterschied so gewaltig ist wie der zwischen Krieg und Frieden, Hass und Versöhnung, »Dunkelheit« und »Licht«. »Religion ist Illusion und eine Bedrohung für die Welt«, sagen heute viele atheistische Religionskritiker. - Doch der Atheismus ist nur die andere Seite des Monotheismus! Und viele Atheisten sind eigentlich keine Atheisten, sondern Amonotheisten. Atheismus und Monotheismus prägen den Kurs der Menschheit seit über 2000 Jahren, und die Weltgeschichte zeigt, dass beide Seiten den Menschen weder Frieden noch wirkliche Vernunft gebracht haben. Armin Risi beleuchtet die philosophischen und praktischen Konsequenzen dieser Weltbilder und beschreibt den »radikalen Mittelweg« des Theismus. Mittelweg bedeutet nicht Mittelmäßigkeit und Durchschnitt, auch nicht bloß Synthese der Gegensätze, sondern Überwindung der Gegensätze. Zeitloses Wissen, neueste Erkenntnisse: Beides zusammen führt zum Bewusstseinswandel, der von den Mysterienschulen der alten Kulturen für die heutige Zeit vorausgesehen wurde.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:432
Verlag: Kopp Verlag
EAN:9783938516997
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Rezensionen zu "Der radikale Mittelweg"

  1. Religionen und Wissenschaften: spannende Gegensätze

    5
    (5 von 5 *)
     - 29. Jul 2015 

    Der Autor Armin Risi spannt in seinem Buch einen weiten Bogen zwischen vielen religiösen und weltlichen Weltanschauungen. Sein Ziel ist es, seine eigene Definition von Theismus präzise herauszuarbeiten. Dazu legt er genau dar, worin sich Begriffe wie Atheismus und Monotheismus unterscheiden.

    Um seine Aussagen transparenter zu machen, behandelt er auch viele angrenzende Religionsphilosophien, wobei er sich als ein Meister des präzisen Wortes erweist und alle Fachbegriffe, die er anspricht, mit Hinweisen auf deren historische Ableitung regelrecht seziert. Mit seinen Einschätzungen über die jeweilige weltanschauliche Ausrichtung der einzelnen Philosophien setzt er sich nicht nur mit den Glaubensgrundsätzen vieler Religionen kritisch auseinander, sondern macht auch auf die freiwillige Selbstbeschränkungen kurzsichtiger Wissenschaftsgläubigkeit aufmerksam.

    Armin Risis Theismus – so habe ich dieses Buch verstanden – ist eine radikal liberale Sicht auf unsere Realität. Gott spielt die zentrale absolut alles umfassende Rolle. Auf Kirche allerdings, religiöse Lehrmeinungen und Glaubensbekenntnisse, kann diese Weltanschauung – im Zweifel – gut verzichten. Dennoch maßt sie sich nicht an, den Kirchen, welcher Religion auch immer, ihre Existenzberechtigung abzusprechen. Stattdessen macht Armin Risi den Versuch, den theistischen Kern zu beleuchten, der vielen Religionen, mehr oder weniger, zu Grunde liegt.

    Realität
    Vom Mittelweg aus gesehen, wagt Risi auch einen differenziert kritischen Blick auf die Forschung. Unser modernes westliches Wahrheitsempfinden, unser Realitätsverständnis, ist heutzutage neben den politischen und ethischen Standards, die unsere Kultur begleiten, hauptsächlich von den wissenschaftlich anerkannten Forschungsergebnissen geprägt, die man uns schon in der Schule nahe bringt und deren Wahrheitsgehalt die meisten Menschen – ohne zwingenden Anlass – ungern in Frage stellen.

    Im Vergleich dazu waren es im Mittelalter vor allem die kirchlichen Lehren und deren Urheber, die mit ihrem Weltverständnis, ihren Werten und Moralvorstellungen, die Realität der Gesellschaft definierten.

    Realität ist das, was die Leute einer Epoche und einer Region dafür halten. Deshalb wird Realität sehr individuell interpretiert.

    Ich kann mir leicht vorstellen, dass wir uns im Laufe der nächsten Jahre in unserem Verständnis davon was wahr und real ist, immer stärker von den Nachrichten und Informationen leiten lassen, die wir im Internet vorfinden. Da liegt es doch nahe, dass einflussreiche Lobbys unter dem Vorwand edelster Absichten für das Internet bereits jetzt effektive Kontrollmechanismen schaffen möchten, um auf die Wahrheit rechtzeitig und Einfluss zu nehmen.

    Wissenschaft
    Armin Risi regt an, in der Wissenschaft den Faktor “Gott” mit einzubeziehen. Damit meint er nicht vordergründig die religiöse Sicht auf Gott. So wie ich sein Buch verstehe, er meint wohl eher den Einfluss des göttlichen Prinzips. Darunter könnte man sich all umfassendes Bewusstsein vorstellen, eine Struktur-Resonanz, einen informatorischen Ideenraum in den unserer Raumzeit überlagernden Dimensionen, der in der Ausgestaltung der Schöpfung – ganz offensichtlich – Prägung in der realen Materie hinterlassen hat und diese auch permanent weiter beeinflusst. Aber was beeinflusst das göttliche Prinzip und wie ist es beschaffen? Armin Risis Ausführungen zu diesem Themenbereich sind elementar, universal und im Sinne des Wortes “umfassend”. Der Mann kleckert nicht – er klotzt. Und obwohl es gerade deshalb Spaß macht seinen Überlegungen und den offensichtlich mit Bedacht abgewogenen und fein austarierten Worten zu folgen, braucht man immer wieder Denkpausen um das Gelesene zu reflektieren.

    Armin Risi ist genau wie der verstorbene Physiker Burkhard Heim der Ansicht, dass der uns umgebende Kosmos multidimensionaler Natur sein muss. Das würde bedeuten, dass sich die Realität – ganzheitlich gesehen – weit über die von uns erfahrbaren Dimensionen von Raum und Zeit hinaus erstreckt. Eine Wissenschaft, die diese Möglichkeit komplett ausschließt, kommt zu anderen Ergebnissen, zu anderen Ausdeutungen, anderen Wahrheiten, als eine Wissenschaft, die weitere Dimensionen, wenigstens theoretisch – zum Beispiel mathematisch – mit einbezieht.

    Wenn man schon Wissen schafft, sollte man vielleicht nicht unerwähnt lassen, dass der Teil des Ganzen, auf den man gar keinen Zugriff hat, möglicherweise unendlich groß ist.

    Auf der Suche nach der Wahrheit sollte es keine Tabus geben. Armin Risi macht Ernst damit, indem er sehr eindrucksvoll dazu einlädt, die Darwinsche Evolutionstheorie kritisch zu hinterfragen. Zweifel an der Lehre von Evolution durch Anpassung, Mutation und natürlicher Selektion scheinen unangebracht, solange man sich nicht vor Augen führt, wie groß die Lücken der Evolutionstheorie sind. Fragt man sich zum Beispiel, was dazu geführt haben könnte, dass manche Evolutionsschritte offenbar sprunghaft erfolgt sind und einige Vorgänge von Makroevolution (bis jetzt) ohne Belege auskommen müssen? Fehlt der Evolutionstheorie also doch der göttliche Aspekt, ein bewusster Plan?

    Aus Armin Risis Sicht ist diese Frage kein kreationistischer Ansatz. Er belegt in seinem Buch ganz klar, dass die entsprechenden Überlieferungen der Bibel – wie nicht anders zu erwarten ist – ebenfalls keinen überzeugenden Klärungsansatz bieten können.

    Manifest
    Armin Risi schreibt in seinem theistischen Manifest: ”Genau so, wie die monotheistischen Gläubigen ein ganz bestimmtes Weltbild angenommen haben, das ihr Denken und ihre Weltsicht prägt, haben auch die atheistischen Gläubigen ein ganz bestimmtes Weltbild angenommen, das ihr Denken und ihre Weltsicht prägt. Beide Seiten gehen von Glaubenssystemen aus, und wir sind aufgefordert zu untersuchen, wie glaubwürdig diese verschiedenen Glaubenssysteme sind. Philosophie bedeutet in diesem Zusammenhang Streben nach Erkenntnis von Realität und zwar nach einer möglichst ganzheitlichen Erkenntnis.”

    Die Beschaffenheit von Bewusstsein und Realität in unserer von Technokratie bestimmten Gesellschaft ist ein spannendes Thema, wie ich finde. Das Buch von Armin Risi ist gut geeignet, sich darin zu üben, die Mechanismen dieser Welt aus einer deutlich erhöhten und im Sinne des Bildes zentrierten Perspektive zu betrachten.

    Während des Lesens entdeckte ich mehrere Übereinstimmungen mit meiner eigenen Weltanschauung. Vieles hatte ich so schon geahnt oder gefühlt, aber es fehlte mir der argumentative Hintergrund, den Armin Risi mit diesem Buch liefert. Seine Darlegungen sind äußerst präzise formuliert und von einer plakativen Logik getragen, der sich trotz des philosophischen Anspruches sehr gut folgen lässt. Er zeigt auf weltanschauliche Zusammenhänge, deren Akzeptanz allerdings vom Leser sehr viel Offenheit für alternative Betrachtungsweisen fordert. Ich bin überzeugt, sie sind es wert, bewusst gemacht zu werden.