Falschaussage: Eine wahre Geschichte

Buchseite und Rezensionen zu 'Falschaussage: Eine wahre Geschichte' von Miller, T. Christian
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Falschaussage: Eine wahre Geschichte"

Format:Taschenbuch
Seiten:352
Verlag:
EAN:9783442716258
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Rezensionen zu "Falschaussage: Eine wahre Geschichte"

  1. Unglaublich! Aber wahr.

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 15. Mai 2020 

    August 2008: In Lynnwood, Washington, dringt ein Mann in Maries Wohnung ein. Er ist maskiert, er ist bewaffnet und er vergewaltigt Marie über mehrere Stunden. Die Polizei befragt Marie wieder und wieder. Anstatt der jungen traumatisierten Frau psychologische Hilfe anzubieten, wird sie schikaniert, der Lüge bezichtigt und wegen Falschaussage vor Gericht gestellt.
    Erst als zwei Jahre später in einem andern US-Bundesstaat ein Serienvergewaltiger sein Unwesen treibt, erkennen zwei couragierte Polizeibeamtinnen einen Zusammenhang zu Maries Fall.
    „Falschaussage“ ist kein Thriller, auch wenn es sich einleitend so liest. Die beiden Journalisten T. Christian Miller und Ken Armstrong beschreiben in ihrem Buch einen wahren Fall. Es ist ein faktenreicher, akribisch recherchierter, sachlicher Report ohne Effekthascherei. Und obwohl es immens spannend zu lesen ist, lässt es einen nie vergessen, wieviel Leid den überlebenden Frauen tatsächlich zugefügt wurde.
    „Falschaussage“ bietet interessante Einblicke in die Ermittlungstätigkeit im amerikanischen Polizeiwesen. Wie bundesweite Register wie CODIS zur DNA Abfrage oder die Falldatei VICAP zur Tätersuche genutzt werden können. Wie sich Ermittlungserfolge sich letztlich nur durch Kooperation der Dienststellen einstellen.
    Dieses Buch ist aber weit mehr als nur eine True Crime Story, es geht nicht nur um die Aufklärung einer brutalen Vergewaltigungsserie. Gerade im äußerst sensiblen Bereich der strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität braucht es speziell geschultes Personal. Miller und Armstrong brechen eine Lanze für weibliche Polizeibeamtinnen, sprechen Studien an, die die Effizienz von Frauen im Polizeidienst hervorstreichen(ohne die Leistungen den männlichen Kollegen zu diskreditieren), aber auch Studien über sexuelle Belästigung und Diskriminierung gegenüber Polizistinnen. Der Gender-Gap im Polizeiwesen klafft noch ordentlich auf.
    Doch vor allem ist dieses Buch eine schonungslose Offenlegung, wie mit Überlebenden von sexueller Gewalt umgegangen wird, wie es ganz schnell zu einer Täter-Opfer-Umkehr kommt:
    Sie sagt, sie wurde vergewaltigt. Die Polizei sagt, sie lügt - Maries Geschichte ist „(das) Paradebeispiel in einem jahrhundertealten Streit um Vergewaltigung und Glaubwürdigkeit.“, und ihre Geschichte ist kein Einzelfall. Das Rechtssystem hielt und hält sich an die „sorgsam gehegte männliche Annahme, dass weibliche Personen zur Lüge neigen.“ Eine seit dem 17. Jahrhundert (!) bestehende Haltung, die sogenannte „Hale‘sche Warnung“ (benannt nach dem englischen Richter Sir Matthew Hale, gestorben 1676) dient noch 300 Jahre nach Hales Tod als Anweisung an Geschworene in einem Vergewaltigungsprozess, „sich vor falschen Anschuldigungen in Acht zu nehmen, welche leicht vorzubringen und schwer zu widerlegen seien“. Unglaublich!
    Unglaublich! Aber wahr. T. Christian Miller und Ken Armstrong wurden 2015 für ihren „False Report. A True Story about Rape in America“ verdientermaßen mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet. 2019 brachte Netflix eine Minserie mit dem Titel „Unbelievable“ zu dem Fall heraus. Dieses wichtige Buch kann gar nicht genug Aufmerksamkeit bekommen.

 

Liebe, Männer, Eierlikör und andere Katastrophen

Buchseite und Rezensionen zu 'Liebe, Männer, Eierlikör und andere Katastrophen' von Stern, Elsa
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Liebe, Männer, Eierlikör und andere Katastrophen"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:260
Verlag:
EAN:9783903248601
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Rezensionen zu "Liebe, Männer, Eierlikör und andere Katastrophen"

  1. Super witzig

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 20. Apr 2020 

    Elsa-Antoinette "Sternderl" Stern wird bald 30 und ist noch immer nicht verheiratet. Ihre Suche nach Mr. Right - oder zumindest einer Begleitung zur Hochzeit ihrer Cousine - gestaltet sich nicht gerade einfach. Dass sie dabei in so manche skurrile Situation schlingert, verdankt sie ihrer esoterisch angehauchten Freundin. Das alles lässt sich deutlich besser mit einem Eierlikör ertragen.

    Auf dieses Buch habe ich mich total gefreut, denn ich liebe witzige Frauenromane einfach sehr.
    Der Schreibstil war locker-flockig, so dass ich regelrecht durch das Buch gerauscht bin. Ich habe mich während des Lesens pudelwohl gefühlt.
    Die Charaktere sind ganz toll und menschlich beschrieben. Mit Elsa als Hauptprotagonistin konnte ich mich super identifizieren und sie verstehen. Ich mochte ihre Art sehr gerne. Sie war ein wenig tollpatschig und herrlich sarkastisch und ironisch, was mich immer wieder zum Lachen brachte.
    Die Geschichte wurde in der Ich-Form aus Elsas Sicht erzählt. Diese Variante fand ich super, denn sie passte hervorragend zu der Story. Ich fühlte mich Elsa dabei sehr nahe, so als wenn ich direkt neben ihr war und alles live miterlebte.
    Der Humor in diesem Buch war absolut klasse! Elsa geriet praktisch von einem Fettnapf in die nächste Katastrophe. Das war so herrlich bildlich geschrieben, dass ich aus dem Grinsen nicht mehr heraus kam und teilweise Tränen gelacht habe. Solche Bücher sind für mich wahre Schätze, denn ich liebe es zu lachen.

    Ein großartiger und super witziger Roman, den ich absolut empfehlen kann. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

 

Nicht mehr hilflos in Deutschland

Buchseite und Rezensionen zu 'Nicht mehr hilflos in Deutschland' von Veronika Voget
5
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Inhaltsangabe zu "Nicht mehr hilflos in Deutschland"

Format:Taschenbuch
Seiten:178
EAN:9783000625060
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Rezensionen zu "Nicht mehr hilflos in Deutschland"

  1. Hilfreiches Fachbuch

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 26. Jun 2019 

    Als Freund von einen Pflegebedürftigen konnte ich durch die Lektüre des Handbuches vieles erfahren und einen Pflegegrad erfolgreich für ihn durchsetzen. Wir wussten, wie wir uns bei der Begutachtung verhalten müssen, das war sehr hilfreich.
    Dieser Ratgeber befasst sich mit den Rechten der Versicherten gegenüber der Pflegeversicherung und während der medizinischen Begutachtungen durch die Gutachter der Medizinischen Dienste aller Krankenkassen, die nirgendwo festgeschrieben sind - weder in den seit 2017 gültigen Begutachtungsrichtlinien noch im Sozialgesetzbuch.
    Hier eine kleine Leseprobe:
    Wo zeigt sich das Problem bei den Begutachtungen?
    Vorzugsweise wird die Selbstständigkeit ausschließlich an der Beweglichkeit der Gelenke festgelegt und möchte ich an folgendem Beisoiel deutlich machen: Ein geistig Behinderter bekommt eine Zahnbürste gereicht. Er steckt sich diese in dem Mund und kaut darauf herum und schon heißt es aus gutachterlichenlichem Mund, dass die Zahnpflege selbständig durchgeführt werden kann.

 

Der Koran und die Frauen: Ein Imam erklärt vergessene Seiten des Islam

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Koran und die Frauen: Ein Imam erklärt vergessene Seiten des Islam' von Benjamin Idriz
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

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Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:192
EAN:9783579014630

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Rezensionen zu "Der Koran und die Frauen: Ein Imam erklärt vergessene Seiten des Islam"

  1. Der Koran – eine lebendige Offenbarung

    4
    (4 von 5 *)
     - 31. Mai 2019 

    Was für das Christentum heute eine Selbstverständlichkeit ist, unternimmt Benjamin Idriz in seinem Buch „Der Koran und die Frauen. Ein Imam erklärt vergessene Seiten des Islam“: eine historisch-kritische Exegese. Dieses Sachbuch ist im April 2019 im Gütersloher Verlagshaus erschienen und umfasst 192 Seiten.
    Unterdrückung der Frau, Polygamie, Zwangsehen, Gewalt – Praktiken gelebten Islams, die in der westlichen Welt, und das zu Recht, auf Ablehnung stoßen. Dass man jedoch unterscheiden muss zwischen dem, was der Koran (und mit ihm der Prophet) sagt, und dem, wie dieses gelebt wird, versucht Idriz in seinem Buch darzustellen.
    Dabei geht er zuerst auf die vorislamische Zeit der arabischen Welt ein, beleuchtet das damalige Frauenbild, um dann anhand der Schlagwörter „Gerechtigkeit“ und „Gleichheit“, die der Koran für alle Menschen fordert, die Verbesserungen auch für Frauen darzustellen. Streng unterscheidet er dabei zwischen dem Frauenbild in mohammedanischer und nachmohammedanischer Ära: Die Gesellschaft an sich war (und ist) nach wie vor patriarchalisch geprägt, was sich auch auf den Glauben auswirkte. Anhand diverser Beispiele zeigt er auf, wie Suren des Koran und Empfehlungen Mohammeds sich teils frappierend von dem unterschieden, wie sie heute praktiziert werden. Hierzu zählen unter anderem Gewalt in der Ehe, Scheidungs- und Erbrecht, das Gebot, verhüllt zu gehen, oder das Gebet der Frau in der Moschee.
    Seine Argumentation folgt im Großen und Ganzen dem, was man aus der Bibelexegese des Christentums schon seit Jahren kennt: Die Heilige Schrift ist zwar eine Offenbarung Gottes, aber eben in einer bestimmten Zeit und unter bestimmten Voraussetzungen entstanden. Vieles, was heute als konservativ und unmenschlich verschrien ist, muss vor dem historischen Hintergrund betrachtet werden. Dass sich neu etablierende Religionen auch althergebrachte Traditionen übernehmen, ist in der Religionsgeschichte allbekannt. Als Exempel diene hier die Polygamie: In einer Zeit, in der eine Frau allein nicht überleben konnte, in der aber gleichzeitig aufgrund von Kriegen ein Frauenüberschuss herrschte, war diese eine angemessene Möglichkeit, das Überleben der Frau zu sichern und diente somit ihrem Schutz. Was – neben patriarchalisch geprägten Konventionen – hier dem Islam heute noch in weiten Bereichen fehlt, ist eine historisch-kritische Auseinandersetzung mit der Schrift, wie sie sich mit der Aufklärung in der westlichen Gesellschaft nach und nach etabliert hat. Eine vergleichbare Epoche jedoch fehlt dem Islam bis heute.
    Sehr dezidiert geht der Imam auch auf die Analyse einzelner Begriffe ein (z.B. „wadribuhunne“, welches oft als Legitimation zum Schlagen verwendet wird, aber auch anders verstanden und übersetzt werden kann), was in der Bibelexegese ebenfalls schon lange üblich ist. Gerade diese Passagen erfordern z.T. einige Konzentration beim Lesen und mögen den Lesefluss ein wenig hemmen, für alle, die sich für Sprachwissenschaften interessieren, sind sie jedoch nachvollziehbar, stößt man doch im Christen- oder Judentum sowie der Literaturwissenschaft auch immer wieder auf ähnliche Vorgehensweisen.
    Ein wenig negativ aufgestoßen ist mir, dass ich mich des Eindrucks nicht erwehren kann, an einigen Stellen versuche der Autor den Koran über die jüdisch-christliche und somit auch humanistische Tradition zu stellen. „Manches von dem, was wir im modernen Europa als emanzipatorisch betrachten, wurde im 7. Jahrhundert in Mekka und Medina schon thematisiert.“ (S. 56) Hier vergisst er zu erwähnen, dass auch die Geschichte Europas diesbezüglich eine mit Rück- und Fortschritten ist, mit Wellenbewegungen.
    Insgesamt legt Benjamin Idriz hier einen gelungenen Versuch vor, den Koran als dynamische Überlieferung zu betrachten, die in ihrem Kern einen Wunsch hat: Gerechtigkeit und Gleichheit für alle Menschen. Eine starre Lesart und Missbrauch stehen diesem Ansinnen jedoch noch allzu oft im Weg. Hier wären in einem weiteren Schritt Lösungswege zu entwickeln – meiner Meinung nach durch Bildung und Aufklärung. Ein Buch, das ich Interessent*innen an der Islamdebatte wärmstens empfehlen kann.

 

Der Fall Max & Moritz: Juristisches Gutachten über die Umtriebe zweier jugendlicher Straftäter zur Warnung für Eltern und P

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Fall Max & Moritz: Juristisches Gutachten über die Umtriebe zweier jugendlicher Straftäter zur Warnung für Eltern und P' von Dr. Jörg-Michael Günther
NAN
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Inhaltsangabe zu "Der Fall Max & Moritz: Juristisches Gutachten über die Umtriebe zweier jugendlicher Straftäter zur Warnung für Eltern und P"

Ganze Generationen von Eltern gaben und geben ihren Kindern die gereimten "Lausbubengeschichten" zum Lesen oder verwenden sie als Gutenachtgeschichte. Gedanken über mögliche psychische Schäden für den Nachwuchs machen sie sich dabei nicht. Dies ist unverständlich, da die Beschreibung der Umtriebe von Max und Moritz aus einer in der Literatur beispiellosen Aneinanderreihung von kriminellen Taten besteht.
Die Superstars des erfolgreichsten Kinderbuches aller Zeiten sind in Wahrheit bösartige Jugendliche, die aufgrund ihrer Verhaltensauffälligkeiten für ein ganzes Dorf eine Belastung sind. Strafjuristen und Kriminologen dürfen zu den geliebten Lausbubengeschichten nicht schweigen, auch wenn man sich dadurch nicht unbedingt beliebt macht.

Format:Taschenbuch
Seiten:240
Verlag: Eichborn
EAN:9783847906568
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Die Stunde der Frauen: Zwischen Monarchie, Weltkrieg und Wahlrecht 1913-1919 (Elisabeth Sandmann im it)

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Stunde der Frauen: Zwischen Monarchie, Weltkrieg und Wahlrecht 1913-1919 (Elisabeth Sandmann im it)' von Antonia Meiners
NAN
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Inhaltsangabe zu "Die Stunde der Frauen: Zwischen Monarchie, Weltkrieg und Wahlrecht 1913-1919 (Elisabeth Sandmann im it)"

Format:Taschenbuch
Seiten:143
Verlag: Insel Verlag
EAN:9783458361855
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In dubio torero: Neue juristische Stilblüten

Buchseite und Rezensionen zu 'In dubio torero: Neue juristische Stilblüten' von Wilfried Ahrens
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "In dubio torero: Neue juristische Stilblüten"

Format:Taschenbuch
Seiten:157
Verlag: C.H.Beck
EAN:9783406682155
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Rezensionen zu "In dubio torero: Neue juristische Stilblüten"

  1. Sind wir im Zweife nicht alle ein bisschen Torero?

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 21. Feb 2019 

    "Von den Akademikern beanspruchen die Juristen den ersten Rang, und niemand ist so eingebildet wie sie“, spottete schon Ersamus von Rotterdam. Vieles wird uns Juristen nachgesagt, Arroganz, Herzlosigkeit, keinen Hang zu Zahlen. Aber dass Juristen durchaus auch Humor haben können, das beweist dieses Büchlein mit juristischen Stilblüten. Der Verfasser, Dr. Wilfried Ahrens war bis 2016 Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Göttingen. Wer also glaubt, bei diesem Staatsanwalt hätte man nichts zu lachen, befindet sich auf dem „Holzdampfer“.

    Mögen dem Laien juristische Formulierung manches Mal spanisch vorkommen. Im alltäglichen Kampf um die richtige Formulierung sind wir im Zweifel wohl alle ein bisschen Torero. So bekam diese Sammlung von Stilblüten, Wortverdrehern und verpatzten Formulierungen ein Stammplätzchen auf meinem Schreibtisch. Zur Unterhaltung der werten Kollegenschaft gibt es von nun an den „Witz des Tages“.
    Auch bei den schlimmsten Diktatverhörern, handschriftlichen Einlassungen oder dem Versuch besonders professionell zu protokollieren und nur dass keine Missverständnisse aufkommen: „Falsa demonstraio non nocet.“

 

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