Lady Bitch Ray über Madonna (KiWi Musikbibliothek, Band 6)

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Inhaltsangabe zu "Lady Bitch Ray über Madonna (KiWi Musikbibliothek, Band 6)"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:144
Verlag:
EAN:9783462053555
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Rezensionen zu "Lady Bitch Ray über Madonna (KiWi Musikbibliothek, Band 6)"

  1. Express Yourself!

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 24. Nov 2020 

    Lady Bitch Ray schreibt über Madonna.

    In seiner Musikbibliothek hat der Verlag Kiepenheuer und Witsch ein „schickes kleines Musikzimmer“ ausgestattet. „Radikale subjektive Liebeserklärungen“ sind es, die Künstlerinnen und Künstler über ihre Lieblingsgruppen, Lieblingssängerinnen, Lieblingssänger übermitteln.

    So erzählt die Rapperin und promovierte Sprachwissenschaftlerin Reyhan Şahin aka Lady Bitch Ray von ihrer ganz persönlichen Beziehung zu Madonna. Eine Madonna-Biografie darf man sich hier nicht erwarten. Wir erfahren zwar einiges über die amerikanische Pop Ikone, aber noch viel mehr über Lady Bitch Ray selber.
    Schon als elfjährige nimmt sich Reyhan Şahin, Tochter türkisch alevitischer Migranten, Madonna zum Vorbild. Madonna war einer der ersten Künstlerinnen, die mit sexueller Performance den Mainstream erobern konnte. Als Lady Bitch Ray beherrscht die Autorin später die Provokation und Expressionismus mit Bravour. Aber sie erkennt auch sehr schnell, dass für Frauen allgemein und für Frauen mit türkischem, muslimischem Hintergrund in der Musikbranche ganz besondere Regeln gelten.

    „Sie mussten mit mehr Hindernissen rechnen als beispielsweise weiße Frauen, und zwar sowohl in ihren eigenen Communitys als auch in den Mehrheitsgesellschaften.“

    Als Sprachwissenschaftlerin erkennt Lady Bitch Ray das Reclaiming, dass sie selbst verwendet, auch bei Madonna wieder. Das positive Umdeuten negativer -in einer Welt alter weißer Männer – geprägten Begriffe oder Symbole in bestärkende ist ein Stilmittel, dass sich beide Künstlerinnen zu eigen machten. Ist es bei Madonna religiöse Symbolik wie in „Like a Prayer“ oder „Papa, don‘t preach“, stellt sich die Lady als „Bitch“ zur Verfügung.
    Lady Bitch Ray gibt radikalen Förderunterricht in Sachen Popkultur, Provokation, Inszenierung und Feminismus. In your Face!

    „Express yourself!“

    Spurlos geht das nicht an Reyhan Şahin vorüber, es macht die Autorin angreifbar. Anfeindungen bis zur Morddrohung lassen die Autorin in eine Depression stürzen. Ein sehr persönliches Kapitel!
    Trotz aller Bewunderung für den Werdegang und den künstlerischen Ausdruck Madonnas bleibt Lady Bitch auch ihrem Vorbild kritisch gegenüber. So schreibt sie über den Unterschied von künstlerischer Inspiration und Aneignung, geht mit Madonnas „white supremacy“ ins Gericht.

    „…supremacy ist, wenn sich Madonna als Weiße ganz offensichtlich an Schwarzer Musikkultur bedient und dies nicht reflektiert oder diese Aneignung nicht dankend benennt.“

    Lady Bitch Rays Wunsch ist es letztlich, dass jede Frau ein „bisschen Madonna“ ist, im eigenen Leben eine Hauptrolle übernimmt und sich über die Marginalisierungsgrenze hinaustraut. Word!

 

Ich: Elton John. Die offizielle Autobiografie

Buchseite und Rezensionen zu 'Ich: Elton John. Die offizielle Autobiografie' von Elton John
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Inhaltsangabe zu "Ich: Elton John. Die offizielle Autobiografie"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:496
Verlag: Heyne
EAN:9783453202924
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Rezensionen zu "Ich: Elton John. Die offizielle Autobiografie"

  1. Someone saved his Life

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 07. Sep 2020 

    1947 kommt in Pinner, einer kleinen Vorstadt im Großraum London, Reg Dwight zur Welt. Eine kleine englische Familie in einem kleinen Reihenhaus. Vater, Mutter, Großmutter und der kleine Reg unter einem Dach. Der Junge entwickelt ein musikalisches Talent, lernt Klavier spielen, sammelt wie ein Verrückter Platten. Spürt mit Elvis Presleys Heartbreak Hotel die Energie der Musik fast körperlich.
    Aus Reg Dwight wird ein Mann der Popgeschichte schrieb, einer der erfolgreichsten Solkünstler, eine der schillerndsten Figuren des Business: Elton John
    „Das großartige am Rock’n’Roll ist, dass jemand wie ich ein Star sein kann.“
    Ich, Elton John ist die Autobiografie des englischen Ausnahmekünstlers, die Alexis Petridis – Journalist und Musikkritiker für den Guardian - für ihn aufgeschrieben hat.
    Es ist ein Leben voller Höhen, unglaublicher Erfolge, Exzessen und fulminanter Abstürze. Ein Leben am Limit, im Dauerrausch. Titel wie „Crocodile Rock“, „Your Song“ oder „Rocket Man“ machen Elton John weltberühmt. Seine exaltierten Auftritte, die schrillen Kostümierungen und Brillen sind legendär.
    „Unter der ganzen Maskerade war ich immer noch der kleine Junge aus der Pinner Hill Road. Die Veranstaltungen, die Konzerte, die Platten, der Erfolg – alles ganz großartig, aber abseits dieser Dinge war ich kein Erwachsener, sondern ein Teenager….Ich war nicht Elton, ich war Reg…unsicher, essgestört, von Selbstekel erfüllt. Ich wollte abends nicht zu diesem Jungen nach Hause gehen.“
    „Someone saved my Life tonight”, sang Elton John schon 1975. Der Song entstand nach einem inszenierten Selbstmordversuch, einem Hilferuf, um der Heirat mit einer Frau zu entgehen, der er seine wahren Gefühle nicht eingestehen konnte. Es folgt sein homosexuelles Coming Out.
    Selten allein und trotzdem einsam. Unglaublich viele Menschen kreuzten seinen Lebensweg und er konnte diese auch seine Freunde nennen - John Lennon, Freddie Mercury, Rod Stewart, Lady Diana, Gianni Versace, George Michael, um nur einige zu nennen (bis auf Rod Stewart alle viel zu früh verstorben). Seine Liebesverhältnisse verlaufen oft hoch dramatisch. Bestand hat in erster seine Linie seine selbstzerstörerische Beziehung zur White Lady Kokain. Es braucht Zeit und einige schicksalshafte Begegnungen, die den Weltstar bewegen, seine Suchterkrankungen einzugestehen.
    „Du bist ein Drogensüchtiger. Du bist Alkoholiker. Du bist esssüchtig und hast Bulimie. Du bist sex-süchtig. Du bist co-abhängig.“ „Ja, das bin ich. Ich brauche Hilfe. Ich will gesund werden.“
    Sehr offen und ehrlich spricht der Weltstar seine Süchte an, seine Tage und Nächte mit Whiskey Drogen und Pornos. Der Entzug ist erfolgreich, er schreibt seiner „White Lady“ einen endgültigen Abschiedsbrief. Seit 1991 ist Elton John frei von Drogen. Seiner Berühmtheit und Erfolg nimmt sein geändertes Leben keinen Abbruch. Er engagiert sich intensiv für den Kampf gegen AIDS und hat auch privat seinen Platz an der Seite seines Ehemanns David Furnish gefunden, mit dem er zwei Söhne hat.
    Elton Johns Leben verlief außergewöhnlich und ist es immer noch. Nichts daran würde er verändern wollen, nichts davon bereut er. Was er gemacht, erlebt, durchgestanden hat, hat ihm zu dem gemacht, was er ist. Eine Lektion, die ihm dieses Leben erteilt hat, ist nicht zu fragen: „Was wäre, wenn?“
    „Es gibt nur eine Frage, die sich wirklich zu stellen lohnt: Wie geht es weiter?“

 

Wonderland Avenue

Buchseite und Rezensionen zu 'Wonderland Avenue' von Daniel Sugerman
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Inhaltsangabe zu "Wonderland Avenue"

Format:Taschenbuch
Seiten:456
Verlag: Maro
EAN:9783875120967
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Rezensionen zu "Wonderland Avenue"

  1. Biographische Coming of Age Geschichte

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 14. Feb 2015 

    Danny Sugerman, wächst der Ende der 50er Jahre in Beverly Hills auf, und freundet sich auf einem Konzert von der Band ‚The Doors‘ mit dem Sänger Jim Morrison an. Sugerman taucht mit dem Leser in die Vergangenheit ein und lässt sie aufleben, als wäre es die Gegenwart. Er vermittelt ganz nebenbei Ideale der damaligen Zeit, beschäftigt sich aber auch mit allgegenwärtigen Probleme von Heranwachsenden. Er schafft es, zunächst alles an Sympathie der Leser zu gewinnen, um sie schließlich zusammen mit seiner Selbstwahrnehmung wieder zu verlieren. Die unverblümt erzählten Tatsachen dieser Biographie sind erschreckend ehrlich und bringen Vieles auf den Punkt. Die kritische Einstellung Sugermans zu heiklen Themen ermöglicht einen adäquaten Umgang mit diesen und rechtfertigt den Gebrauch des Werkes als Jugendliteratur, welche jungen Lesern eine Welt voll Wissen über den Prozess des Erwachsenwerdens, sowie Insiderinformationen über eine Band, die aus dem Rock’n’Roll nicht wegzudenken wäre, eröffnet. Ausführliche Rezension von Katharina Nennstiel.