Eure Heimat ist unser Albtraum: Mit Beiträgen von Sasha Marianna Salzmann, Sharon Dodua Otoo, Max Czollek, Mithu Sanyal, Olga Grjasnowa, Margarete Stokowski uvm.

Buchseite und Rezensionen zu 'Eure Heimat ist unser Albtraum: Mit Beiträgen von Sasha Marianna Salzmann, Sharon Dodua Otoo, Max Czollek, Mithu Sanyal, Olga Grjasnowa, Margarete Stokowski uvm.' von Fatma Aydemir
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Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:208
Verlag: Ullstein fnf
EAN:9783961010363

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Joseph Goebbels: Biographie

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Format:Broschiert
Seiten:912
Verlag: Pantheon
EAN:9783570551691

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Deutschland einig Vaterland: Die Geschichte der Wiedervereinigung

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Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:490
Verlag: Beck
EAN:9783406562815

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Wolfszeit: Deutschland und die Deutschen 1945 - 1955

Buchseite und Rezensionen zu 'Wolfszeit: Deutschland und die Deutschen 1945 - 1955' von Harald Jähner
5
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Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:480
EAN:9783737100137

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Rezensionen zu "Wolfszeit: Deutschland und die Deutschen 1945 - 1955"

  1. Überzeugende Darstellung der ersten Dekade im Nachkriegsdeutschl

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 23. Feb 2020 

    Das Buch handelt vom Hunger, nicht nur dem physischen, sondern auch dem nach Neuorientierung nach dem Zerfall alter Werte. Nach der Niederlage im Zweiten Weltkrieg und dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Herrschaft spürten die Deutschen erstmals tatsächlich Hunger, denn bis fast zuletzt funktionierte das Auspressen der besetzten Länder, das es ermöglichte, dass die Deutschen selbst in den Kriegsjahren einen relativ hohen Lebensstandard beibehalten konnten. Die Folgen des von ihnen verursachten Krieges wurden erst ab der sogenannten Stunde Null, die tatsächlich keine war, deutlich. Lebensmittelknappheit, Wohnraum- und Brennstoffknappheit, all dies prägte das Leben der Überlebenden. Harald Jähner zeigt in "Wolfszeit" die Überlebensstrategien auf, die die deutsche Gesellschaft in der ersten Dekade nach dem Krieg entwickelte. Dazu gehörten unter anderem das bekannte Hamstern ebenso wie der Mantel des Schweigens, der über die nationalsozialistischen Untaten gebreitet wurde. Von da bis zur Selbstsicht, selbst verführte Opfer des Nationalsozialismus zu sein, war es dann nur noch ein kleiner Schritt. Und das bereits fünf Jahre nach dem Holocaust ein rechtsgerichteter Politiker darüber nachsinnt, ob Hitler den richtigen Weg gewählt hat, das "Judenproblem" zu beseitigen, passt da nur gut ins Gesamtbild.

    Die bekannten Probleme wurden durch die Millionen von Geflüchteten,Vertriebenen und displaced Persons verschärft, wobei sich schnell zeigt, das die im Nationalsozialismus verherrlichte Volksgemeinschaft eine Chimäre war. Mitgefühl mit den ehemaligen Opfern? Fehlanzeige. Mit den mittelos gewordenen Bewohnern der ehemaligen Ostgebiete? Dito. Wie schon Brecht festgestellt hatte, "Erst kommt das Fressen, dann die Moral". Futterneid und religiöse Vorurteile bestimmten zunächst die gegenseitige Sicht, langfristig führte die erzwungene Gemeinsamkeit aber etwas, was die Deutschen lange Zeit zuvor nicht geschafft hatten, nämlich das Überwinden landsmannschaftlicher und damit oft verbundener religiöser Vorbehalte.

    All dies und noch viel mehr anschaulich zu beschreiben, ist das Verdienst Harald Jähners. "Der Neubeginn - neu gesehen" ist zwar ein etwas übertriebener Verkaufsslogan im Klappentext, denn für den Historiker wirklich bahnbrechend neu ist nichts des Dargestellten, aber es handelt sich tatsächlich um eine "eindrucksvolle Gesamtschau".

 

Das ist unser Haus: Eine Geschichte der Hausbesetzung

Buchseite und Rezensionen zu 'Das ist unser Haus: Eine Geschichte der Hausbesetzung' von Barbara Sichtermann
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Eine Geschichte der Hausbesetzung
Gebundenes Buch
Legal - illegal - scheißegal: Hausbesetzer erzählen die Geschichte des Häuserkampfs

Als die Revolution nicht stattfand, als aus dem fröhlichen Widerstand der Studenten gegen die Pantoffelrepublik ihrer Eltern nichts wurde, schickte sich eine neue Generation an, die Städte mit viel Phantasie "zu erobern". Das ist ihre Geschichte, in der unter anderen Daniel Cohn-Bendit und Klaus der Geiger zu Wort kommen und viele Beteiligte.

Nicht nur in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, Freiburg und Zürich tobte seit den 1970er Jahren der Häuserkampf. Kai Sichtermann, Gründungsmitglied der legendären Band Ton Steine Scherben, war mittendrin. Gemeinsam mit seiner Schwester, der Publizistin Barbara Sichtermann, befragte er nun die wichtigsten Protagonisten von damals. Sie erzählen, wie alles anfing, was die Bewegung bewirkte und welche Kämpfe die Hausbesetzer im Laufe der Jahrzehnte ausgefochten haben.

"Das ist unser Haus" ist "oral history", Lese-, Bilder- und Geschichtsbuch über eine Zeit, die angesichts stetig steigender Mieten und Wohnungspreise hochaktuell ist. Wem gehört die Stadt und wie stellen wir uns die Städte der Zukunft vor?

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:300
Verlag: Aufbau Verlag
EAN:9783351036607

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Rezensionen zu "Das ist unser Haus: Eine Geschichte der Hausbesetzung"

  1. Lässt mich schwer beeindruckt zurück!

    5
    (5 von 5 *)
     - 26. Aug 2017 

    „Einen Mieter schmeißt man raus, fünfzig nehmen sich ein Haus“

    Seit den 1970er Jahren tobte in immer Städten der Häuserkampf. In diesem Buch wird der Fokus auf Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, Freiburg, Tübingen, München, Monheim, Hannover und Göttingen gelegt, aber auch die DDR und Ostberlin sowie dem nahen Ausland in Form von Dänemark, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich wird Beachtung geschenkt.
    Nachdem die von den gegen die Pantoffelrepublik ihrer Eltern fröhlichen Widerstand leistenden Studenten geforderte Revolution ausblieb, Wohnungsnot und ein Leerstand, der „nicht aubleiben [konnte], wenn die Entmietungsstrategien der Spekulanten mit dem Planungswirrwarr der Bürokratien und unsicheren Finanzierungsaussichten zusammenstießen“(S.14) prägend für die Zeit waren, verfolgte eine ganze Generation, heterogen wie sie nur sein kann, das Ziel nach Autonomie – man wollte zusammen leben und arbeiten.
    „Ihr habt eure Baupläne ohne uns gemacht“ (Wandparole in Berlin, S.260) Eigentum verpflichtet und das Grundrecht auf Wohnraum besteht, so heißt es, doch fand sukzessive eine fatale Gentrifizierung statt und Spekulanten ließen wertvollen Wohnraum verfallen. Doch ihrer zahlreichen Gegner und Widersacher zum Trotz wuchs die Hausbesetzerbewegung und gewann an an Einfluss. „Im Laufe des Jahres 1981 kam es in 153 Städten zu 595 Besetzungen durch 12900 Menschen.“ (S.298) Die Taten der Besetzerszene zogen immer größere Kreise und haben ihre Auswirkungen bis in die heutige Zeit. Beispielsweise wurden viele Zweckbauten, Fabrikanlagen und öffentliche Einrichtungen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wie die Rote Flora von den Häuserkämpfern „vor der Abrissbirne bewahrt“ (S.16) – der Grundstein für den Denkmalschutz, wie wir ihn mittlerweile für selbstverständlich halten, wurde gesetzt.
    „Das Private sollte als politisch verstanden werden und das Politische als Sache eines jeden.“ (S.15)
    Aufgrund der Unterschiedlichkeit der Beteiligten kam es zu einer großen Bandbreite von Vorstellungen und Zielsetzungen, auch die Frage nach Gewaltlegitimation kam auf. „Legal – illegal – scheißegal“ Und so entstanden verschiedene Strömungen in der Besetzerszene. Beim Engagement der Besetzter kam es dabei zu einer ständigen Spannung zwischen utopisch und praktisch, denn es gab stets viel zu organisieren oder bei Instandsetzungen zu reparieren und zu improsieren, dennoch brauchte es eine gemeinsame Utopie um Zusammenhalt zu gewähreisten. Besonders, wenn auch unpolitisch motivierte zu den Besetzern stießen oder Gegner und Widersacher gegen die Besetzerszene anzugehen versuchten. Dabei ließ sich, so überraschend dies auf den ersten Blick auch scheinen mag, ein gewisser Wertekonservativismus der Stadteroberer bezüglich Ausrufen wie „kämpfen und bleiben“ feststellen.
    „Die Revolution ist großartig. Alles andere ist Quark. – Rosa Luxemburg“ (S.256)
    Beeindruckenderweise haben sich einige der selbstverwalteten und autonomen, besetzten Häuser bis heute gehalten – auch wenn sie mittlerweile nicht mehr als besetzt bezeichnet werden – und gehen gemeinnützigen Zielen nach.

    Gemeinsam mit seiner Schwester Barbara Sichtermann besucht Kai Sichtermann, Gründungsmitglied der legendären Band Ton Steine Scherben, zahlreiche Beteiligte, sodass Hausbesetzer selber die Geschichte des Häuserkampfes beschreiben und erklären können. So handelt es sich bei „Das ist unser Haus“ um ein Lese-, Bilder- und Geschichtsbuch mit bemerkenswertem inhaltlichen Umfang. Erzählt wird auf abwechslungsreiche, informative, äußerst spannende und sehr beeindruckende Weise von verschiedenen Entwicklungen, Projekten, Ereignissen, Perspektiven und Zusammenhängen.
    Beeindruckend sind nicht nur die vielen verschiedenen Textformate und Bildquellen, die einen tiefen Blick in die damalige Zeitgeschichte gewähren, sondern auch die Verknüpfung verschiedener Erfahrungen mit Theorien, Forderungen, Einstellungen, Ansichten oder Beobachtungen von Soziologen, Anwälten oder anderen Fachleuten.
    Aus verschiedenen Blickwinkeln werden die Erfahrungen der Hausbesetzer gekonnt mit dem Zeitgeist und geschichtlichen Geschehen in Verbindung gesetzt, sodass man Stück für Stück an Zeitverständnis gewinnen kann.
    Erwähnenswert finde ich zudem, dass viele unterschiedliche Quellen verwendet werden – so zum Besipiel Fotografien, Zeitungsausschnitte, Liedtexte oder aus Angst vor Unruhen nicht ausgestrahlte Radiobeiträge. Für mich gab es in dem Buch so viel zu entdecken – und ich bin schwer beeindruckt davon, wie viel Material in dieses Werk eingeflossen ist. Das ermöglicht auch das Weiterlesen, Recherchieren und Einlesen in verschiedene Bereiche. Auf diese Weise bin ich auf Bücher, die ich unbedingt noch lesen muss, Soziologen, mit denen ich mich nun genauer befassen möchte, Filme, welche ich anzuschauen habe und Lieder, die ich zur Zeit rauf und runter höre, gestoßen. Darüber hinaus finden derart viele Gebäude, Initiativen und Organisationen Erwähnung, dass man sich mit diesen und den von ihnen vertretenen Wertevorstellungen über das Buch hinaus noch eingänglicher zu befassen vermag.
    Dennoch ist, sofern einen solche weiterführenden Recherchen nicht reizen können, genug Erklärung gegeben als das man das Gelesene auch so verstünde.
    Sehr ansprechend ist für mein Empfinden darüber hinaus, dass die Thematik so umfassend behandelt wird. Es bildet sich ein stimmiges Gesamtbild und man kann sehr gut in das Buch abtauchen.
    Fasziniert haben mich die vielen verschiedenen Ansatzpunkte, erwähnte Fachliteratur und sehr wissenschaftliche Argumentationsweisen. So wird der Leser ebenfalls für die Gegenwart sensibilisiert – denn das „Recht auf Stadt – Henri Lefebvre“ (S. 294) ist heute noch immer ein Thema angesichts steigender Mietpreise und Ähnlichem. Des Weiteren gibt „Das ist unser Haus“ wertvolle Denkanstöße zur Verhältnismäßigkeit der Mittel und anderen Themengebieten.

    Alles in allem bin ich von diesem 300 Seiten umfassenden Buch mehr als begeistert. Es ist äußerst abwechslunsreich, informativ, spannend, anschaulich, strukturiert, gut recherchiert und verknüpft, sodass es einen tiefen Einblick in die Geschichte der Hausbesetzung – die bis heute andauert – bietet. Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung und volle 5 Sterne!

 

Ausgerechnet Kabul: 13 Geschichten vom Leben im Krieg

Buchseite und Rezensionen zu 'Ausgerechnet Kabul: 13 Geschichten vom Leben im Krieg' von Ronja von Wurmb-Seibel
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

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Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:256
EAN:9783421046765

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Rezensionen zu "Ausgerechnet Kabul: 13 Geschichten vom Leben im Krieg"

  1. Wie lebt man tatsächlich in Kabul?

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 28. Jun 2017 

    Die Autorin des Buches Ausgerechnet Kabul - 13 Geschichten vom Leben im Krieg, Ronja von Wurmb-Seibel, beschließt zum ersten Mal im Frühling 2013, in die afghanische Hauptstadt Kabul zu reisen. Bis zu diesem Zeitpunkt verbindet sie mit Afghanistan das, was sich die meisten Menschen vorstellen, wenn sie fernab irgendwo vor dem Fernseher sitzen oder in ihren Zeitungen blättern: Krieg, Terrorismus, die Taliban. Vier Wochen sollen zunächst reichen, um zu erfahren, wie es sich anfühlt, dort zu leben, wo schon seit vielen Jahren ein Krieg den anderen ablöst: 1979 der Einmarsch der sowjetischen Armee, die erst zehn Jahre später wieder abziehen sollte; ab 1992 ein jahrelanger Kampf in Kabul gegen die Taliban, der 1996 in deren Einnahme der Hauptstadt mündete; immer wieder weitere Vorstöße der Taliban und zusätzlich Kämpfe zwischen verfeindeten Milizen; im Oktober 2001 der Einmarsch der US-Armee und ihrer Verbündeten als Folge der Anschläge vom 11. September 2001; seit 2015 der Abzug der US-Truppen. Und immer wieder die Taliban.

    Warum will jemand in einem Krisengebiet leben? Das wurde Ronja von Wurmb-Seibel auch gefragt: nicht nur von ihren Angehörigen und Freunden in Deutschland, sondern auch von Afghanen. Doch trotz aller Befürchtungen verbringt sie die vier Wochen in Kabul und nutzt diese Zeit so intensiv wie möglich: Sie unterstützt ihren Übersetzer bei dessen Hausarbeit über Leni Riefenstahl, lässt sich von einem Einheimischen die Wirren der Machtspiele in Afghanistan erklären, lernt die ersten Vokabeln auf Dari und übernachtet bei einem Ausflug aufs Land mit einem Mullah und sechs weiteren Männern im selben Zimmer. In diesen vier Wochen wird ihr kurz vor ihrer Rückreise nach Deutschland bewusst, was ihr an diesem krisengeschüttelten Land gefällt: die Menschen mit ihren Witzen und Geschichten, aber auch das Gefühl, dass mit den Wahlen und dem geplanten Abzug der NATO-Truppen im folgenden Jahr etwas Großes und Neues in Afghanistan beginnen könnte.
    Doch ihr Interesse an Afghanistan entstand nicht aus sich selbst heraus: 2013 war sie als Praktikantin bei der Wochenzeitschrift DIE ZEIT beschäftigt und stieß auf der Suche nach Themen auf die Meldung, dass die Bundeswehr ihr erstes Feldlager in Afghanistan schließen würde. Sie stellte einen Antrag bei der Bundeswehr, das Lager als Journalistin besuchen zu dürfen und bekam die Genehmigung, sich vor Ort umzusehen: neun Tage in Masar-e-Scharif und weitere fünf Tage in Faisabad. Doch was sie sah, war nicht wirklich Afghanistan, sondern nur ein Stück der Bundeswehr. Zu wenig.
    Nach ihrer Rückkehr arbeitet sie für ein halbes Jahr als ZEIT-Redakteurin und beschäftigt sich weiter mit Afghanistan. Genauer: Mit Menschen, die oft schon als Kinder aus ihrem Heimatland geflohen waren und nun, mit dem bevorstehenden Abzug der NATO-Truppen, nach Afghanistan zurück wollten, weil sie den Eindruck hatten, nur dort wirklich etwas für ihr Land tun zu können.
    Das gibt für die Autorin den Ausschlag: Auch sie will dorthin, wo sie unmittelbar mit den Problemen Afghanistans konfrontiert ist und nicht nur aus der Ferne über das Land schreiben.

    Ronja von Wurmb-Seibel bleibt ein Jahr in Afghanistan. Sie lebt mitten unter den Menschen, schließt Freundschaften, erlebt im Wortsinn Merkwürdiges und lernt die zum Teil für sie irritierenden gesellschaftlichen Gepflogenheiten kennen. Da sind beispielsweise die Listen: Sie entscheiden darüber, ob man "dazugehört" und zu Partys eingeladen wird oder an welchen öffentlichen Orten man sich als Ausländer aufhalten darf. Die erste Sorte kann man durch gute Beziehungen beeinflussen, die zweite stellen die Arbeitgeber auf. Hält man sich an verbotenen Orten auf, kann das für die Arbeitgeber ein Grund für die Kündigung und für Versicherungsunternehmen für die Weigerung zur Schadensregulierung sein, sollte man bei einem Anschlag verletzt oder getötet werden.

    Ronja von Wurmb-Seibel zeigt ihren Lesern, wie sie Afghanistan erlebt hat. Ihr ist dabei bewusst, dass sie sich gegenüber den Einheimischen in einer privilegierten Situation befindet: Sie hat sich freiwillig entschieden, einen Teil ihres Lebens dort zu verbringen und kann das Land jederzeit wieder verlassen. Sie verfällt nicht in eine Romantisierung des Landes und seiner Bevölkerung, sondern schildert auch Szenen wie die in einem Frauengefängnis, das sie gemeinsam mit mehreren Anwältinnen am Weltfrauentag besucht: Zahlreiche Insassinnen sind keine Kriminellen, sondern Frauen, die ihr Zuhause und ihre Männer verlassen haben, woraufhin diese sie beschuldigten, "versuchtes Fremdgehen" begangen zu haben - eine Tat, die es im afghanischen Strafrecht nicht gibt, wofür aber auch ohne jegliche Beweise Verurteilungen ausgesprochen werden. Auch Frauen, die ihre Strafe abgesessen haben, müssen befürchten, das Gefängnis nicht verlassen zu können: Dazu ist ein männlicher Verwandter nötig, der sie am Tor abholt.

    Ausgerechnet Kabul - 13 Geschichten vom Leben im Krieg zeigt sehr anschaulich, in welcher Situation sich die afghanische Gesellschaft tatsächlich befindet. Nichts davon findet normalerweise den Weg in die deutsche Presse. Kein Wunder, dass unser Bild, das wir von diesem Land weit weg in Asien haben, so wenig differenziert ausfällt. Allen, die mehr über Afghanistan wissen wollen, kann ich dieses Buch unbedingt empfehlen.

 

Freiheit ist ein ständiger Kampf: Ferguson, Palestine, and the Foundations of a Movement

Buchseite und Rezensionen zu 'Freiheit ist ein ständiger Kampf: Ferguson, Palestine, and the Foundations of a Movement' von Angela Y. Davis
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Format:Taschenbuch
Seiten:160
Verlag: Unrast
EAN:9783897712225

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Empört Euch!

Buchseite und Rezensionen zu 'Empört Euch!' von Stéphane Hessel
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Inhaltsangabe zu "Empört Euch!"

»93 Jahre. Das ist schon wie die allerletzte Etappe. Wie lange noch bis zum Ende? Die letzte Gelegenheit, die Nachkommenden teilhaben zu lassen an der Erfahrung, aus der mein politisches Engagement erwachsen ist.« Stéphane Hessels Streitschrift bewegt die Welt. Der gebürtige Berliner war Mitglied der Résistance, hat das KZ Buchenwald überlebt und ist einer der Mitautoren der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen. Mit emphatischen Worten ruft der ehemalige französische Diplomat zum friedlichen Widerstand gegen die Unzulänglichkeiten unserer Gesellschaft auf. Er beklagt, dass der Finanzkapitalismus die Werte der Zivilisation bedroht und den Lauf der Welt diktiert. Er prangert die Lage der Menschenrechte an, kritisiert die Umweltzerstörung auf unserem Planeten und verurteilt die Politik Israels im Gaza-Streifen als Demütigung der Palästinenser. Stéphane Hessel ist das Gewissen der westlichen Welt und »Frankreichs Rebell der Stunde« (FAZ). Erleben Sie ''Empört Euch!'' als ''fahrende Lichtinstallation''

Format:Kindle Edition
Seiten:21
EAN:

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Empört Euch!

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»93 Jahre. Das ist schon wie die allerletzte Etappe. Wie lange noch bis zum Ende? Die letzte Gelegenheit, die Nachkommenden teilhaben zu lassen an der Erfahrung, aus der mein politisches Engagement erwachsen ist.« Stéphane Hessels Streitschrift bewegt die Welt. Der gebürtige Berliner war Mitglied der Résistance, hat das KZ Buchenwald überlebt und ist einer der Mitautoren der Menschenrechtserklärung der Vereinten Nationen. Mit emphatischen Worten ruft der ehemalige französische Diplomat zum friedlichen Widerstand gegen die Unzulänglichkeiten unserer Gesellschaft auf. Er beklagt, dass der Finanzkapitalismus die Werte der Zivilisation bedroht und den Lauf der Welt diktiert. Er prangert die Lage der Menschenrechte an, kritisiert die Umweltzerstörung auf unserem Planeten und verurteilt die Politik Israels im Gaza-Streifen als Demütigung der Palästinenser. Stéphane Hessel ist das Gewissen der westlichen Welt und »Frankreichs Rebell der Stunde« (FAZ). Erleben Sie ''Empört Euch!'' als ''fahrende Lichtinstallation''

Format:Broschiert
Seiten:32
Verlag: Ullstein
EAN:9783550088834

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Das Hohe Haus: Ein Jahr im Parlament

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Hohe Haus: Ein Jahr im Parlament' von Roger Willemsen
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Inhaltsangabe zu "Das Hohe Haus: Ein Jahr im Parlament"

Ein Jahr lang sitzt Roger Willemsen im Deutschen Bundestag – nicht als Abgeordneter, sondern als ganz normaler Zuhörer auf der Besuchertribüne im Berliner Reichstag. Es ist ein Versuch, wie er noch nicht unternommen wurde: Das gesamte Jahr 2013 verfolgt er in jeder einzelnen Sitzungswoche, kein Thema ist ihm zu abgelegen, keine Stunde zu spät. Er spricht nicht mit Politikern oder Journalisten, sondern macht sich sein Bild aus eigener Anschauung und 50000 Seiten Parlamentsprotokoll. Als leidenschaftlicher Zeitgenosse und »mündiger Bürger« mit offenem Blick erlebt er nicht nur die großen Debatten, sondern auch Situationen, die nicht von Kameras erfasst wurden und jedem Klischee widersprechen: effektive Arbeit, geheime Tränen und echte Dramen. Der Bundestag, das Herz unserer Demokratie, funktioniert – aber anders als gedacht.

»Man denkt, alle Welt schaut auf dieses Haus. Und dann findet man so viel Unbeobachtetes.« Roger Willemsen

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:400
Verlag: S. FISCHER
EAN:9783100921093

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