Virus: Die Wiederkehr der Seuchen

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Rezensionen zu "Virus: Die Wiederkehr der Seuchen"

  1. Betrifft uns jetzt.

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 14. Okt 2020 

    Wie abgebrüht muss man sein, um in dieser Pandemiezeit, die inzwischen alle Lebensbereiche beeinflusst und über die wir täglich in den Medien die neuesten Entwicklungen vernehmen, auch noch ein Sachbuch zu lesen, das sich mit Seuchen aller Art ausführlich beschäftigt? Nun ja, ziemlich!

    Aber so panne ist es nun auch wieder nicht. Die Originalausgabe erschien 2011 unter dem Titel "The viral storm", 2012 dann auf deutsch und wurde jetzt im Juni 2020 vom Rowohlt Verlag, mit dem Rückentexthinweis auf Covid19 neu aufgelegt. Allerdings scheint nur der Umschlag einen neuen Anstrich bekommen zu haben, denn die Erzählungen brechen 2011 ab und es werden zwar erstaunlich gute Tipps für baldige zukünftige Pandemien gegeben, vieles scheint wie die Faust aufs Auge des Corona Virus aus 2019 zu passen, aber die aktuelle Lage wird nicht besprochen, das Virus hat sich nur namentlich aufs Cover verirrt.

    Zuerst gibt es eine kleine Lektion in Biologie. Bakterien, Pilze und Pflanzen besitzen Zellen und können sich selbständig vermehren, Viren und Prionen sind auf Wirtszellen angewiesen, damit sie einen ordentlichen Stammbaum bekommen. Viele sind harmlos, manche sind sogar von Vorteil, ein paar krankmachende Rüpel aber verderben allen den Ruf. Die zu entdecken und zu bekämpfen, ohne auf allen Ebenen tabula rasa zu machen, das ist Wissenschaft.

    Und die Wissenschaft musste sich anstrengen. Sie musste nicht nur im tiefsten Kongo schauen, welche Mikrobiome dort den Menschenaffen scheinbar verschonen, um dann beim Verzehr von Bushmeat beim Menschen gnadenlos zuzuschlagen, sie musste auch verstehen, was den Menschen so anfällig macht und was der Sapiens seitdem alles falsch macht.

    Denn seien wir mal ehrlich, Seuchen hat es schon früher gegeben und aus heutiger Sicht fällt es uns leicht, mit dem Finger auf die Fehler zu zeigen, die uns jetzt niemals mehr unterlaufen würden... wenn es denn so einfach wäre und wir ab sofort auf Urlaub, Sofortlieferungen, Familienzuwachs und vieles mehr verzichten würden. Unsere Welt ist hoffnungslos vernetzt, unsere Wirtschaft hängt wie Bandsalat zusammen, immer mehr Menschen drängen sich auf engstem Raum und der größte Teil der Bevölkerung wird abgehängt. Abgehängt von sauberen Trinkwasser, abgehängt von Hygienestandards und medizinischer Vorsorge und abghängt von regulären Märkten. So enstehen Brennpunkte, in denen Seuchen ausbrechen und mit immer schnellerem Tempo die ganze Welt umrunden können.

    Mit viel Sachverstand führt uns Wolfe durch die frühe Menschheitsgeschichte, klärt über Fachbegriffe auf, beschreibt, was er und seine Kollegen tun, damit Seuchen verstanden und eingedämmt werden können und macht Vorschläge, wie eine zukünftige, weil immer dringender werdende Arbeit der Länder und Behörden aussehen könnte. Aber ein Großteil des Buches befasst sich auch mit erstaunlichen Sidesteps, die mich auf den gut 300 Seiten bei Laune gehalten haben, zwar nur sekundär dem Thema geschuldet, aber für ein umfassendes Verständnis wirkungsvoll schienen.

    Natürlich wirbt der Virologe Nathan Wolfe zum Schluss für mehr Geld und Aufmerksamkeit in seinem Fachgebiet (vermutlich fließt das Geld seit diesem Jahr). Die Wichtigkeit für Mensch und Wirtschaft dürfte inzwischen jedem einleuchten, aber sein Vorschlag sämtliche Social Media Kanäle zu überwachen und so zukünftige Ausbruchsherde schneller identifizieren zu können, hat dann doch bei mir einen kleinen roten Alarmknopf anspringen lassen.

    Alles in allem aber ist es ein vernünftiges Buch von einem Fachmann, unaufgeregt, aber doch eindringlich und gänzlich ohne Verschwörungstheorien.

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Das Buch der Nacht

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Rezensionen zu "Das Buch der Nacht"

  1. Wissenswertes und geschichtliches über die Nacht

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 14. Nov 2021 

    Dieses Sachbuch behandelt verschiedene Themen aus dem Bereich der Nacht:Es geht von der "Dämmerung" über "nächtliche Verbrechen" (was mir als Krimifan sehr gefallen hat) bis hin "wenn die Sonne aufgeht".
    Dabei ist der Schreibstil leicht,bildhaft und zügig zu lesen.Die Schrift ist zweifarbig gehalten. Es gibt immer wieder längere und auch mal kürzere Zitate von berühmten Zeitzeugen die dann grün gehalten sind.Ich hatte auf Bilder gehofft die ich vergeblich suchte.Deswegen zog sich mir der Text zeitweise doch in die Länge.Aber ich nutzte dieses Buch als Nachschlagwerk und nahm mir dann immer ein oder mehrere Kapitel vor die mich am meisten interessierten. So wurde es für mich ein kurzweiliges Lesen. Es wird viel über die Natur geschrieben wie z.B. über nachtaktive Tiere.
    Der Autor schreibt sehr detailliert und detailgetreu gerade auch was das geschichtliche angeht.Etwas gruselig geht es dann bei den Geistererzählungen und dem Mystischen zu.
    Dieses sehr hochwertige und schöne Buch ist für mich außergewöhnlich und informativ.Der Autor vermittelte mir dass die Nacht sehr spannend und voller Abenteuer sein kann. Am meisten gefiel mir dass die jeweiligen Themen weit zurück in die Geschichte gehen um dann in unsere Zeit zurückzukehren.Dieses Sachbuch ist in meinen Augen für Leser die sich für Geschichte im allgemeinen interessieren und sehr viel über die Nacht wissen wollen.Zum Schluss gibt es noch einen Anhang zur weiterführenden Literatur und ein Personenverzeichnis.

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Generation Erdoğan

Buchseite und Rezensionen zu 'Generation Erdoğan' von Cigdem Akyol
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Generation Erdoğan"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:208
EAN:9783218009690
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Alles, was Sie über Warren Buffett wissen müssen

Buchseite und Rezensionen zu 'Alles, was Sie über Warren Buffett wissen müssen' von Rolf Morrien
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Alles, was Sie über Warren Buffett wissen müssen"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:120
Verlag:
EAN:
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Gehirnwäsche im Zeitalter der Gegenaufklärung

Buchseite und Rezensionen zu 'Gehirnwäsche im Zeitalter der Gegenaufklärung' von Ullrich Mies
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Gehirnwäsche im Zeitalter der Gegenaufklärung"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:288
Verlag: Westend
EAN:9783864892851
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deutsch, nicht dumpf

Buchseite und Rezensionen zu 'deutsch, nicht dumpf' von Thea Dorn
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "deutsch, nicht dumpf"

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:337
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "deutsch, nicht dumpf"

  1. Wie gut, dass wir noch echte "Gelehrte" unter uns haben.

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 13. Okt 2021 

    Kurzmeinung: Gehört in jeden Bücherschrank.

    Gescheit und eloquent führt Thea Dorn durch die Geschichte Deutschlands. Wie ist es entstanden? Woher kommt der Nationalgedanke? Schon von Anfang an, da gab es Deutschland in unserer heutigen Form noch gar nicht, haben sich Dichter und Denker mit dem Thema „Deutschland/Deutschtum“ auseinandergesetzt. Und von Anfang an auch das: kontrovers.

    Kommentar und Inhalt:
    In "deutsch, nicht dumpf" wird zitiert und zitiert. Dabei werden die zitierten Texte von Philosophen und Politikern, von Literaten und Historikern klug in Szene gesetzt. Ich bin froh, dass ich die vielen Soziologen und Philosophen und Dichter nicht selber lesen muss. Diesen unterbreiteten Zitatereichtum empfinde ich als bereichernd.

    Mit allen möglichen Themen setzt sich die Autorin für sich und uns auseinander und seziert sie für uns. Vom Gesangsverein über die Kriegsdienstverweigerer und Bausoldaten geht es, vom Turnvater Jahn bis zur Waldessehnsucht, der Naturverbundenheit, der Heimat, mit Thomas Mann, Nietzsche und Adorno wird man bezitatet - man möchte meinen, kunterbunt, aber Thea Dorn hat ein System!

    Thea Dorn erläutert politische Gruppierungen und deren Absichten/Anliegen, betrachtet sie kritisch, endlich habe ich verstanden, was es mit den Identitären auf sich hat, sie befasst sich mit der Leitkultur, der Verfassungstreue, was ist Kultur überhaupt, mit dem Europagedanken und mit dem Weltbürgertum und das ist längst nicht alles. Darf man Deutschland lieben, ist es ein Einwanderungsland, und was bedeutet das, darf man Grenzen als eine Grenze begreifen? Spannend ist es, Thea Dorns Gedanken zu folgen. Dabei wird es auch manchmal ganz unaufdringlich privat. Und das Ganze ist verständlich! Mühsam, klar, es handelt sich bei der Lektüre von deutsch, nicht dumpf um ein Sachbuch, nicht um einen Roman, mühsam, aber pädagogisch aufbereitet. Ich mag es am liebsten, wenn sie zwei oder mehrere konträre Standpunkte einander gegenüberstellt.

    Thea Dorn liebt ihr Land. Sie zeigt, dass deutsch sein, nicht dumpf sein bedeutet. Dafür ist sie selbst das beste Beispiel. Und dass Deutschland lieben auch bedeutet, in seiner Geschichte zuhause zu sein. Dazu gehört der Holocaust, aber auch die Weimarer Verfassung, die 1848er Revolution, etc. etc. Geschichtsvergessenheit führt zu dumpfer Ablehnung.

    In ihrem Sachbuch plädiert Thea Dorn zunehmend dafür, dass komplexe Sachverhalte auch komplex vermittelt werden müssen und dass die Leserschaft sich gefälligst anzustrengen habe, mehrzeilige Sätze zu verstehen und ihre Aufmerksamkeitsspanne zu verlängern, wenn sie kompetent mitreden will. Biertisch kann jeder. Aber was dabei heraus kommt, will keiner!

    Auch die Medien müssten sich wieder trauen, dem Zuhörer etwas abzuverlangen. Denn von FunNews zu FakeNews sei es ein verdammt kurzer Schritt. Ganz meiner Meinung. In einer einstündigen (Schein)Debatte, in der die Geladenen ihre vorgefertigen Politphrasen herunterbeten, kann nichts Gravierendes oder Bedeutendes vermittelt werden, zumal Talkmeister, wie zum Beispiel Markus Lanz (aber auch andere) ihre Gäste immer dann unterbrechen, wenn es ausnahmsweise einmal kontrovers oder spannend zu werden verspräche oder ein Gast es wagt, fünf Minuten Redezeit im Zusammenhang für sich zu beanspruchen. Dagegen wird der Manipulation viel Raum gegeben.

    Fazit: Kurzweilig.
    Deutsch, nicht dumpf ist ein Sachbuch, das man eigentlich nicht nur gelesen haben sollte, sondern im Bücherschrank stehen haben muss, um in der einen oder anderen Debatte, die man selber führt, einige Argumentationslinien nachlesen zu können.

    Kategorie: Sachbuch
    Verlag: Der Hörverlag
    Oder: Albrecht Knaus Verlag, 2018

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mare - Die Zeitschrift der Meere / No. 92 / Mallorca und die Deutschen

Buchseite und Rezensionen zu 'mare - Die Zeitschrift der Meere / No. 92 / Mallorca und die Deutschen' von  Nikolaus Gelpke
NAN
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Inhaltsangabe zu "mare - Die Zeitschrift der Meere / No. 92 / Mallorca und die Deutschen"

Format:Taschenbuch
Seiten:130
Verlag:
EAN:9783936543872
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So viele Bücher

Buchseite und Rezensionen zu 'So viele Bücher' von Gabriel Zaid
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "So viele Bücher"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:143
Verlag:
EAN:9783593376561
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Was macht der Fisch in meinem Ohr?

Buchseite und Rezensionen zu 'Was macht der Fisch in meinem Ohr?' von David Bellos
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Was macht der Fisch in meinem Ohr?"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:448
Verlag: Eichborn
EAN:9783847905325
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Rezensionen zu "Was macht der Fisch in meinem Ohr?"

  1. Das ist natürlich ein genialer Titel...

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 06. Sep 2021 

    ..., ließ er doch zumindest mich sofort an die wunderbare Buchreihe "Per Anhalter durch die Galaxis" von Douglas Adams denken, wo der Erdenmensch Arthur Dent einen Babelfisch in sein Ohr verpasst bekommt und fortan jegliche galaktische Sprache versteht.

    Bis in die Weiten des Weltalls brauchen wir nicht zu gehen, gibt es schon auf unserem Erdenrund genug Sprachen und keinen der sie alle verstehen, geschweige denn sprechen kann. Höchste Zeit also, sich um Sprachen, Übersetzungen und die Bedeutung von allem, so der Untertitel, Gedanken zu machen.

    Ich behaupte einfach mal, dass ich ein sehr einsprachiger Mensch bin. Mit Genuss Bücher lesen, entspannt Filme gucken und wichtige Anleitungen und Rezepte verstehen kann ich nur in meiner Muttersprache. Allerdings habe ich auch bisher wenig darüber nachgedacht, wer oder was es mir ermöglicht, den neuesten englischen Thriller, die japanischen Animes, oder den koreanischen Drucker konsumieren zu können. Erst wenn in den Übersetzungen etwas schiefläuft, lustige und unverständliche Sätze auf deutsch dastehen, dann kann ich mich aufregen über etwas, was mir bisher selbstverständlich erschien, aber wohl bei weitem nicht ist.

    Übersetzungen erfordern viele talentierte Menschen, die je nach Gebiet (technische-, gesetzliche Texte, Prosa, Lyrik, Nachrichten....) unterschiedliche Schwerpunkte im Transfer der Sprachen beachten müssen und dabei auf Hürden stoßen, die wir Normalsterbliche noch nicht einmal bemerken würden. Kulturelle Unterschiede verhindern nicht nur, dass wörtlich übersetzte Witze nicht verstanden werden, sondern auch, dass Gegebenheiten anders verstanden und die Aussage im Text daher unsinnig erscheint.

    Maschinen! Google kann inzwischen auch übersetzen! Klar, und es wird sogar immer besser, aber es sucht eigentlich nur in seiner gigantischen Datenbank nach gleichen Sätzen, die schon einmal (von Menschen) übersetzt wurden, kramt sie in einer irrwitzgen Geschwindigkeit aus der richtigen Schublade und spuckt sie aus. Peng.

    Bellos verrät in seinem Buch so mancherlei Erstaunliches, wie zum Beispiel die Tricks der Vereinten Nationen, die bei dem Sprachengewirr hunderte von Übersetzern für jede Sitzung beschäftigen müssten. Um die Kosten nicht explodieren zu lassen, übersetzt man über Transfersprachen (Englisch, Französich..). Oder dass die Japaner den Übersetzern eines Buches die gleiche Aufmerksamkeit schenken wie dem Autoren selbst, sie stehen in gleichgroßen Lettern auf dem Umschlag. Bellos zeigt Statistiken auf, in denen man ablesen kann, wie hoch der Anteil der Übersetzungen von fremdsprachigen Büchern in den einzelnen Ländern ist und macht so deutlich, dass unser "Kulturgut" bisher doch noch sehr einseitig ausfällt. Übersetzer haben ihre eigene "Handschrift" und keine ihrer Arbeiten gleicht den Produkten von anderen Übersetzern. (Bei Gesetzestexten ziemlich ungünstig.)

    Ich zähle jetzt nicht alle Stellen auf, die mich fasziniert und oft genug zum Zitieren gebracht haben, aber es ist ein sehr aufschlussreiches, kluges Buch, mit Fallbeispielen und Anekdoten und dem Effekt, dass ich mir jetzt ein wenig mehr Gedanken ums Übersetzen machen werde. Allen Sprachinteressierten empfehle ich dieses Buch ohnehin.

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In 20 Sprachen um die Welt

Buchseite und Rezensionen zu 'In 20 Sprachen um die Welt' von Gaston Dorren
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

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Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:400
Verlag: Beck C. H.
EAN:9783406766848
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Rezensionen zu "In 20 Sprachen um die Welt"

  1. Spannendes Buch für Linguistik-Interessierte.

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Aug 2021 

    Der Autor hat für dieses Buch die zwanzig Sprachen, welche von den meisten Menschen weltweit gesprochen werden, herangezogen und präsentiert diese. Dabei verwendet er für jede Sprache ein Kapitel in aufsteigender Ordnung: Kapitel 1 ist also Vietnamesisch mit 85 Millionen Sprechern, Kapitel 20 Englisch mit 1,5 Milliarden Sprechern, der Aufbau ist somit wie bei einem Countdown.
    Zu Beginn eines jeden Kapitels gibt es einen Steckbrief mit den wichtigsten Informationen zur jeweiligen Sprache – was wunderbar zum Schmökern einlädt – und dann folgt das ausführliche Kapitel. Dabei schafft es der Autor zielsicher die Einzigartigkeit einer jeden Sprache herauszufiltern und diese wunderbar zu präsentieren. Man muss natürlich ein Faible für Linguistik haben, um hier eintauchen zu können, aber wenn dem so ist, dann ist das wirklich eine spannende und interessante Lektüre.
    Jedes Kapitel ist anders aufgebaut, weil jede Sprache aus einem anderen Grund einzigartig ist. Manchmal sind die Kapitel sehr persönlich gehalten, wenn er etwa wie beim Vietnamesischen über seine eigenen Lernerfolge und -misserfolge berichtet. Die meisten Sprachen werden jedoch nüchtern distanziert präsentiert, immmer mit dem Fokus auf die Einzigartigkeit: Die Ideophone im Koreanischen beispielsweise, also das lautmalerische Vokabular; Die Geschichte des Tamil oder des Türkischen; Unterschiedliches Vokabular für verschiedene soziale Gruppen wie etwa im Javanischen und Japanischen. Speziell das Kapitel über Deutsch habe ich sehr interessant gefunden, weil er da der Frage nachgeht, warum es immer und überall heißt: „Deutsche Sprache – Schwere Sprache.“
    In diesem Buch werden also die zwanzig größten Sprachen der Welt präsentiert, jeweils mit dem Fokus auf jenem Element, das diese Sprache einzigartig macht, sie von den anderen unterscheidet. Wortschatz, Grammatik und Phonetik werden dabei ignoriert, außer sie sind eben Teil dieser Einzigartigkeit. Das finde ich eine sehr spannende Herangehensweise und deshalb hat mir das Buch auch sehr gut gefallen.
    Fazit: Sehr zu empfehlen.

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