Von Ostpreußen in den Gulag: Eine Reise auf den Spuren meiner Großmutter

Buchseite und Rezensionen zu 'Von Ostpreußen in den Gulag: Eine Reise auf den Spuren meiner Großmutter' von Marcel Krueger
NAN
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Inhaltsangabe zu "Von Ostpreußen in den Gulag: Eine Reise auf den Spuren meiner Großmutter"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:250
EAN:9783150111727

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Der Tätowierer von Auschwitz: Die wahre Geschichte des Lale Sokolov

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Tätowierer von Auschwitz: Die wahre Geschichte des Lale Sokolov' von Heather Morris
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Tätowierer von Auschwitz: Die wahre Geschichte des Lale Sokolov"

1942 wurde Lale Sokolov nach Auschwitz deportiert. Seine Aufgabe war es, Häftlingsnummern auf die Unterarme seiner Mitgefangenen zu tätowieren, jene Nummern, die später zu den eindringlichsten Mahnungen gegen das Vergessen gehören würden. Er nutzte seine besondere Rolle und kämpfte gegen die Unmenschlichkeit des Lagers, vielen rettete er das Leben.
Dann, eines Tages, tätowierte er den Arm eines jungen Mädchens – und verliebte sich auf den ersten Blick in Gita. Eine Liebesgeschichte begann, an deren Ende das Unglaubliche wahr werden sollte: Sie überlebten beide.
Eindringlich erzählt Heather Morris die bewegende, wahre Geschichte von Lale und Gita, die den Glauben an Mut, Liebe und Menschlichkeit nie verloren.

Format:Kindle Edition
Seiten:304
Verlag: Piper ebooks
EAN:

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Rezensionen zu "Der Tätowierer von Auschwitz: Die wahre Geschichte des Lale Sokolov"

  1. Der einzige Jude der einen Ofen rein-und wieder rausspaziert ist

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 11. Feb 2019 

    "Ein Leben ohne Hoffnung ist wie ein Vogel ohne Schwingen. Ein Leben ohne Liebe ist wie ein Himmel ohne Sterne." (Ernst Thälmann)
    Als man 1942 Ludwig Eisenberg auch Lale genannt nach Auschwitz deportierte wurde, ahnte er noch nicht das er dort auch die Liebe seines Lebens kennenlernen würde. Schnell bekam er dort die Aufgabe des Tätowierers, er musste jeden Mitgefangenen eine Nummer tätowieren. Jene Nummer, unter der die Gefangenen in jener Zeit registriert wurden und bei der man später erkannte, das die Person in Auschwitz gewesen war. Seine Arbeit als Tätowierer bracht jedoch für Lale auch Vorteile, den er bekam eine besondere Schlafstätte und bessere Essensrationen wie andere. Eines Tages dann tätowiert er einer jungen Frau ihre Nummer in den Arm und sofort verliebt er sich in ihre wunderschönen Augen. Schnell erfährt er, das sie Gita heißt und wo sie untergebracht ist. Lales Einfluss ermöglicht es ihm, das er für Gita eine leichtere Arbeit in der Schreibstube bekommt. Die beiden verlieben sich ineinander, auch wenn sie wissen, dass es für sie vielleicht nie eine Zukunft geben würde. Lales Lebenswille, sein Mut und die Hoffnung sind es schlussendlich, die auch Gita am Leben erhalten und selbst als sie getrennt werden wieder zueinanderfinden lassen. Eine bewegende Liebesgeschichte in Zeiten des Todes, Elends und der Unmenschlichkeit, bei denen der Mut, Hoffnung und die Menschlichkeit nie verloren gingen.

    Meine Meinung:
    Ein bemerkenswertes Cover nicht wegen der Pforte vom KZ Auschwitz-Birkenau, sondern wegen den verschlungenen Händen mit der Nummer, passten gut zu dieser Lebensgeschichte. Dieses Lebensbild von Ludwig Eisenberg der sich später Lale Sokolov nannte, besticht zum einen durch seine Arbeit, die er in Auschwitz machen musste. Ich habe ja inzwischen schon viel über Auschwitz und den Holocaust gelesen, wusste aber bis dato nicht, das die Juden selbst ihre Mithäftlinge tätowieren mussten. Besonders imponierte mir jedoch in dieser Geschichte Lales Mut, das er mit seinem wenigen zusätzlichen Essen noch andere Mitbewohner versorgte. Selbst als er von polnischen Bewohnern Essen bekommt, ist er nicht selbstsüchtig, sondern teilt seine Rationen und half dadurch sicher einigen Menschen zu überleben, allen voran Gita. Das Lale nicht nur einmal einen Schutzengel hatte, der ihn vor dem Tod bewahrte, hat ebenfalls etwas mit seiner Großzügigkeit zu tun. Die Todeszelle und die Mauer von Auschwitz an der viele Menschen zu Tode kamen, hatte ich bildlich vor Augen. Den vor einigen Jahren bei meinem Besuch des KZ konnte ich mir selbst ein Bild davon machen, wie grausam man die Menschen behandelt hatte. Am meisten jedoch hatte mich gefreut, dass selbst in Zeiten der Not und Entbehrung die Liebe niemals verloren geht. Das sich Lale und Gita bei Ende des Kriegs, nach Trennung und Verschleppung in Pressburg je wiedersehen würden, hätte ich nicht für möglich gehalten. Und das ihre Liebe auch noch bis zu ihrem Tod anhielt, wie man im Nachwort liest, ist das schönste der ganzen Geschichte. Trotzdem lässt mich wieder einmal vieles fassungslos zurück, von dem was Lale in diesem Buch und in den 3 Jahren Auschwitz zu erzählen hatte. Besonders als er erwähnte, dass ihm mehrmals Dr. Mengele begegnet war, lief mir ein Schauer über den Rücken. Mit diesem Lebensbericht hat australische Autorin Heather Morris erneut ein Zeichen gesetzt "Gegen das Vergessen", möge es wirklich helfen. Für mich ist das Buch definitiv empfehlenswert und sollte von jedem gelesen werden, damit der Holocaust niemals in Vergessenheit gerät und darum gebe ich 5 von 5 Sterne.

 

Rutkas Tagebuch

Buchseite und Rezensionen zu 'Rutkas Tagebuch' von Rutka Laskier
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Rutkas Tagebuch"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:144
Verlag: Aufbau Verlag
EAN:9783351041397

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Rezensionen zu "Rutkas Tagebuch"

  1. Gegen das Vergessen

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 31. Mai 2015 

    Aus dem Polnischen von Friedrich Griese
    Mit einer Einleitung der Halbschwester Zahava (Laskier) Scherz
    und einem Nachwort von Mirjam Pressler

    In der Einleitung erzählt Zahava (Laskier) Scherz die Geschichte des Tagebuchs.
    Als sie vierzehn Jahre alt war, fand sie ein verstecktes Fotoalbum ihrer Eltern. Ein Mädchen, acht Jahre jung, fiel ihr besonders auf, weil es ihr ähnelte. Sie sprach ihren Vater auf dieses Foto an. So erfuhr sie das erste Mal von Rutka und Heniuś, seinen Kindern und seiner Frau Dorka, die im Holocaust umgekommen war.
    Im Jahr 2006 erfuhr Zahava, dass ein Tagebuch ihrer Halbschwester Rutka aufgetaucht sei, das 62 Jahre von der jetzt 82-jährigen nichtjüdischen Polin Stanislawa Sapińska versteckt wurde.
    Stanislawa kannte Rutka als junges Mädchen. Sie wusste, dass Rutka ein Tagebuch schrieb, sie erfuhr, dass Rutka über den Kriegsverlauf und über das Schicksal der deportierten Juden gut informiert war. Sie ging davon aus, dass Rutka im Untergrund tätig war. Rutka hätte ihr auch gesagt, dass sie den Krieg nicht überleben würde und so vereinbarten sie ein Versteck für das Tagebuch, sodass Stanislawa es später herausholen und aufbewahren konnte.
    Das hat auch funktioniert, da Stanislawa nach dem Krieg in Rutkas Wohnung einzog. Ihrer Familie erzählte Stanislawa erst von dem Tagebuch, als sie 80 Jahre alt wurde. Ihr Sohn war der Meinung, dass es in ein Museum gehört und gab es an das städtische Museum. Nach ein paar Nachforschungen kam man so auf Zahava, die sich ihrerseits nun auch auf Rutkas Spuren machte.
    Die Polen nennen Rutka "die polnische Anne Frank", viele polnische Homepages berichten über ihr Leben, junge Leute schreiben Gedichte über sie.

    Der Vater wollte mit der Familie nach Palästina gehen. Doch der Zweite Weltkrieg durchkreuzte seine Pläne und wie viele andere, hat er die künftige Entwicklung nicht vorhergesehen.
    Im August 1943 wurde die gesamte Familie nach Auschwitz deportiert. Seine Frau Dorka, die Kinder Rutka und Heniuś und seine Mutter Dorka kamen sofort in die Gaskammern. Er selbst wurde zu einem Muselmann (ein am Lagerleben zerbrochener Mensch). Wegen seines Berufes kam er noch in das Konzentrationslager Sachsenhausen und musste dort an der geheimen "Operation Bernhard" mitarbeiten. Die amerikanischen Truppen rückten immer näher, die Wachmannschaften und Soldaten flohen, bevor sie alle Häftlinge ermorden konnten.

    Der erste Tagebucheintrag von Rutka stammt vom 19.1.43, vier Jahre schon lebt sie in dieser Hölle, wo ein Tag dem anderen gleicht. Sie liest gerne gute, philosophische Bücher, möchte tief in diese eintauchen.

    Die ersten Einträge lesen sich wie die eines jungen Mädchens. Sie ärgert sich über Freunde oder Bekannte, geht zum Fotografen, um Bilder von sich machen zu lassen. Sie denkt über ihr Aussehen nach. Hält sich für hübsch, aber auf Bildern schaut sie hässlich aus.
    Und plötzlich fragt man sich, ob dies noch dasselbe Mädchen ist, die hier schreibt:

    "Ich bin schon derart "vollgesogen" von den Gräueln des Krieges, dass die schlimmsten Nachrichten keinerlei Eindruck auf mich machen [...] Was wird das bloß, lieber Gott. Ach Rutka, jetzt bist du wohl ganz und gar verrückt geworden, du rufst Gott an, so als gäbe es ihn. Der Funken Glaube, den ich einmal besaß, hat sich inzwischen gänzlich verloren, wenn es Gott gäbe, würde er bestimmt nicht erlauben, dass man Menschen bei lebendigem Leib in den Ofen stößt, dass kleinen Kindern mit dem Karabiner der Kopf zertrümmert wird oder dass man sie in einen Sack stopft und vergast..."

    Rutka scheint hin und her gerissen. Sie macht sich Gedanken über ihren ersten Kuss, den sie noch nicht erhalten hat. Über Gefühle, die sie nicht näher beschreiben kann. Halt wie ein juunges Mädchen. Dann wieder, wenn sie über die Gräuel des Ghettos berichtet, klingt sie abgeklärt, wie eine Erwachsene. Sie möchte arbeiten.

    "Kommunistin sein und nicht arbeiten, das passt nicht zusammen."

    Wer die polnische Sprache beherrscht, kann Rutkas Tagebuch auch im Original lesen, denn die Seiten sind in diesem Buch mit abgebildet.

    Ich höre von immer mehr Menschen: Es ist genug, ich kann nichts mehr hören, lesen oder sehen vom 2. Weltkrieg. Es ist doch schon so lange her.
    Miriam Pressler bringt es in ihrem Nachwort auf den Punkt:

    "Sechs Millionen ermordeter Juden ist eine abstrakte Zahl, so kalt und distanziert wie eine statistische Aufzählung, und je öfter man sie hört, umso geringer wird das Erschrecken. Dabei ist es dieses Erschrecken, das wir unbedingt brauchen, damit wir lernen, Gefahren rechtzeitig zu entdecken und beginnenden Fremdenhass im Keim zu ersticken. Wir dürfen Ereignisse, die vielleicht jedes für sich unbedeutend zu sein scheinen, nicht mehr vernachlässigen, wir müssen auch die möglichen Folgen bedenken. Deshalb ist es notwendig, auch ein so kurzes, fragmentarisches Tagebuch eines unbekannten jüdischen Mädchens zu veröffentlichen, das zum Opfer von Ausgrenzung und Verfolgung wurde."

    Miriam Pressler bringt uns Rutka in ihrem Nachwort noch einmal ganz nahe. Und wie Miriam Pressler, wünsche auch ich diesem Büchlein noch sehr, sehr viele Leser. Damit nichts vergessen wird. Damit wir uns immer erinnern.