The Comfort Book - Gedanken, die mir Hoffnung machen

Buchseite und Rezensionen zu 'The Comfort Book - Gedanken, die mir Hoffnung machen' von Matt Haig
5
5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "The Comfort Book - Gedanken, die mir Hoffnung machen"

Matt Haigs Comfort Book ist ein Kompendium liebevoller und tiefgründiger Texte, die Mut machen für jeden Tag. Seine Worte verzaubern durch ihre tiefe Selbsterkenntnis, Akzeptanz und den feinfühligen Blick für das, was uns zum Menschen macht.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:256
Verlag: Droemer HC
EAN:9783426278451

Diskussionen zu "Feuer der Freiheit"

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Rezensionen zu "The Comfort Book - Gedanken, die mir Hoffnung machen"

  1. In sich gehen...

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 23. Jul 2021 

    Ich habe ja bereits einige Bücher von Matt Haig gelesen, egal ob nun Roman oder Sachbuch, weshalb ich hier schon wieder mächtig neugierig war und es unbedingt lesen wollte.

    Matt hat in diesem Buch Ideen, Gedanken, Songs, Filme und ähnliches gesammelt und aufgelistet, die ihm helfen durch den Alltag zu kommen. Dabei ist auch die ein oder andere Lebensweisheit und Erkenntnis dabei.

    Dieses Sachbuch sorgt dafür, dass man in sich geht, Dinge hinterfragt und sich mehr mit sich selbst und seinem Verhalten beschäftigt, was ich vor Start der Lektüre nicht erwartet hatte.

    In meinen Augen ein so lebensbejahendes Buch, welches man gelesen haben sollte, weil es einen schlichtweg emotional tief berührt.

    Man kann diesen Schatz in einem Rutsch oder in kleinen Portionen lesen. Man kann vorne starten oder von hinten. Man kann durchblättern und nur Teile davon lesen und dennoch ergibt alles einen Sinn.

    Fazit: Ich habe mich beim Lesen sehr geborgen und aufgehoben gefühlt, weshalb ich nur eine Leseempfehlung aussprechen kann. Klasse!

  1. Fundgrube mit Überraschung

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 06. Jul 2021 

    Schon der Untertitel, der passenderweise oben auf dem Cover steht, sagt schon viel über das Buch aus. Gedanken, die mir Hoffnung machen. Hier zeigt sich schon, dass das Buch kein Lebenshilfeleitfaden ist, der dem Leser übergestülpt wird, sondern ein Angebot des Autors in dem er uns zeigt, welche Gedanken oder Texte er hilfreich, interessant oder lesenswert findet.

    Im Vorwort schreibt er quasi, dass es keine Gebrauchsanleitung für das Buch gibt. Keinen roten Faden oder eine Stichwortsuche zu einem Problem. Der rote Faden ist bildlich gesehen ein Verbundensein, so stellt er nachträglich fest. Diese Verbundenheit wird auch in dem Buch bildlich übernommen, in dem die geschwungenen Linien des Covers ( Lebensweg?) sporadisch im Buch wieder auftauchen. Ein schönes Detail.

    Zwei grosse Fragen tauchten bei mir auf.
    1.Warum eine Sammlung in Buchform, es gibt doch das Internet mit vielen ähnlichen Seiten.
    2. Ein britischer Autor? Zitiert er nicht nur britische oder amerikanische Personen oder für deutsche Leser kulturell eher unbekannte Zusammenhänge, wie oft in amerikanischen Ratgebern?

    Meine Gedanken zur ersten Frage:
    Ein Buch per se hat für viele eine Ausstrahlung, die man nicht unterschätzen darf. Hier ist das Lesen und Stöbern eine Angelegenheit zwischen Buch und Leser, man hat die Seite in der Hand und blättert um. Meist distanziert von der Welt und ohne die Möglichkeit nebenbei abgelenkt zu werden von Mails etc. Dazu gibt das Buch eine immer gleiche Grundlage, auf die man zurückgreifen kann ohne online Lesezeichen und andere computerbedingte Speichermöglichkeiten. Direkt mit einem Stift markieren, ein Eselsohr machen, der Autor spricht sogar von Rausreissen einer Seite, wenn man es denn mag. Es ist mein Buch, das ich in der Hand habe und nicht eine Seite im Internet.
    Meine Gedanken zur zweiten Frage:
    Beim Stöbern fand ich mein Vorurteil hinsichtlich eher amerikanisch/britischer Zusammenhänge total platt gemacht. Mit dem Kapitel "Wahrheit und Mut und Karl Heinrich Ulrichs" wurde ich erstens eines Besseren belehrt und zweitens muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich noch nie von diesem deutschen Juristen gehört hatte, der schon im 19. Jahrhundert öffentlich für die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen eintrat.

    Ein Fazit noch. Für dieses Buch eine Rezension so früh nach dem Erscheinen zu schreiben kann nur an der Oberfläche kratzen. Es wächst mit dem Lesen.

 

Die Simmons-Papiere

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Simmons-Papiere' von
NAN
(0 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Simmons-Papiere"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:0
Verlag:
EAN:9783827002341

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118: Gedichte (Reihe Lyrik)

Buchseite und Rezensionen zu '118: Gedichte (Reihe Lyrik)' von Steffen Popp
NAN
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Inhaltsangabe zu "118: Gedichte (Reihe Lyrik)"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:144
Verlag: Kookbooks
EAN:9783937445847

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Erhoffte Hoffnungslosigkeit

Buchseite und Rezensionen zu 'Erhoffte Hoffnungslosigkeit' von Frank Witzel
NAN
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Inhaltsangabe zu "Erhoffte Hoffnungslosigkeit"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:0
Verlag:
EAN:9783751800228

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Die Essais

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Essais' von Michel de Montaigne
NAN
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Inhaltsangabe zu "Die Essais"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:416
EAN:9783938484401

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Platon: Meisterdenker der Antike

Buchseite und Rezensionen zu 'Platon: Meisterdenker der Antike' von Thomas Alexander Szlezák
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Platon: Meisterdenker der Antike"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:779
Verlag: Beck C. H.
EAN:9783406765261

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Rezensionen zu "Platon: Meisterdenker der Antike"

  1. Platon kompakt

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 24. Apr 2021 

    Klappentext:
    „Thomas Alexander Szlezák bringt uns nicht nur den Denker, sondern auch den Menschen Platon näher, um so dessen Philosophie besser erschließen und vermitteln zu können. Bei einem Durchgang durch Platons Dialoge und Briefe erhellt er zentrale Fragen nach Echtheit, Stil und Chronologie des Gesamtwerks. Eine Schlüsselrolle im Verständnis der Erkenntnistheorie Platons und seiner mündlichen Prinzipienlehre kommt dem Siebten Brief zu: Die Letztbegründung seiner philosophischen Erkenntnisse kann demnach nicht schriftlich niedergelegt, sondern nur mündlich vermittelt werden, und die Einsicht muß dann wie ein Funke überspringen, der ein Licht entzündet. Der Autor untermauert die These, daß dieser Brief echt und autobiographisch ist. Darüber hinaus führt er detailliert in Platons Denken ein: welche Einflüsse lassen sich in seinem Werk erkennen? Was verstand er eigentlich unter Philosophie? Sind doch davon Platons Menschenbild, seine physische Anthropologie, seine Theorie der Seele und seine Ethik abhängig. Vor diesem Hintergrund werden sein Staatsdenken, seine Kosmologie, Ideenlehre und die Prinzipientheorie eingehend erläutert. Schließlich rückt der religiöse Charakter der platonischen Philosophie in den Fokus: Ist die Idee des Guten, das "Prinzip von allem", Platons Gottesbegriff?“

    Es gibt Menschen, deren Euphorie für Philosophie ist so groß, das sie eben diese Richtung studieren. Sie tauchen in eine besondere Welt ein und untermauern meist alles mit Zitaten und Aphorismen. Und es gibt Menschen, die haben von Platon nur mal nebenbei in der Schule im Geschichtsunterricht gehört und kein großes Interesse an Philosophie. Autor Thomas Alexander Szlezák will hier aber genau die Gruppe dazwischen ansprechen und zeigt uns in seinem Buch auf, was es heißt, Platon zu verstehen und in sein Leben abzutauchen. Auf knapp 800 Seiten geht er wahrlich kurzweilig in dessen Leben ein aber auch in seine Denkweise und nimmt uns Leser sehr gekonnt an die Hand. Man muss für dieses Buch kein Studium absolviert haben um es zu verstehen. Szlezáks Ausdruck und Wortwahl ist passend, sachlich und verständlich. Er geht aber auch grundlegenden Fragen auf den Grund und untersucht viele angrenzende Themen rund um das Thema Philosophie. Wer meint das Platons Geschichte langweilig ist, irrt auf ganzer Linie. Mit diesem Buch tauchen wir tief in die Grundlagen und das Wissen rund um Platon ein.
    Kurzweilig und kompakt - 5 von 5 Sterne!

 

Bad Regina: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Bad Regina: Roman' von David Schalko
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Bad Regina: Roman"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:400
EAN:9783462053302

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Rezensionen zu "Bad Regina: Roman"

  1. Der schrille Ausverkauf Europas

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 15. Feb 2021 

    Ich war beim Lesen hin- und hergerissen. Mal habe ich mich köstlich amüsiert, mal gelangweilt, mal geärgert… Unterm Strich bleibt ein Leseerlebnis stehen, das im Guten wie im Schlechten zumindest originell und einfallsreich ist. Aber reicht das?⠀

    Die Grundidee ist grandios: Wer ist Chen? Woher kommt er? Was will er? Niemand weiß es. Nur soviel: Er ist reich. Er ist vermutlich Chinese. Er kauft den Kurort Bad Regina auf, Stück für Stück, und lässt ihn ausbluten.⠀

    Chen ist allgegenwärtig in den Gedanken der Bewohner des ehemals idyllischen Ortes – eine graue Eminenz, rätselhaft und dabei merkwürdig nichtssagend, auf sterile Art bedrohlich. In unregelmäßigen Abständen taucht er auf, unterbreitet jemandem ein Angebot, das er oder sie nicht ablehnen kann, und derjenige stiehlt sich dann über Nacht in aller Stille davon.⠀

    Es sind nur noch 46 der ursprünglichen Bürger der Stadt übrig – aber die haben die Nase gestrichen voll und sind wild entschlossen, sich ihre Stadt zurückzuholen. Wenigstens das, was davon noch übrig ist…⠀

    Sprachlich hat der Roman viel Witz und Esprit zu bieten. Die Dialoge sind kostbar, mit boshaftem Schalk knackig geschrieben. Sie lassen immer wieder vergessen, dass die Grundidee der Geschichte zwar spannend ist, die Umsetzung sich aber leider zieht wie Kaugummi… Dabei werden durchaus interessante Themen angesprochen!⠀

    Es gibt einige glorreiche Passagen, in denen es *klick* macht und die Satire einfach funktioniert. Böse, böse, böse auf die allerbeste Art. Aber letztlich übersättigt das Buch: alles wird bis ins Absurde übersteigert – immer mit der groben Kelle, immer alles knallbunt und auf 180. Irgendwann überrascht einen nichts mehr.⠀

    Mir ging die Spannung dadurch verloren – der Plot erschien mir letztlich zu dünn, um das Buch über 400 Seiten zu tragen.⠀

    Die meisten Charaktere sind rassistische und sexistische Proleten. Sie haben es längst aufgegeben, ihr Leben auf die Reihe zu kriegen, und geben einem herzlich wenig Anlass, sie zu mögen. Da wird populistischer Nonsens jeglicher Art versprüht und nicht nur gegen Flüchtlinge gewettert, die nun wirklich das geringste Problem des Ortes sind. Selbst der Bürgermeister scheint haarscharf vorm Hitlergruß.⠀

    Damit beginnt das Buch:⠀
    “Wir weisen darauf hin, dass einige Figuren des Romans rassistische Sprache verwenden.”⠀

    Sogar Vergewaltigung fehlt nicht auf dieser Bingokarte der Vorhölle – der Täter ist ausgerechnet ein Charakter, der ansonsten das größte Potential hat, ein anständiger Mensch zu sein. Das wird nicht an die große Glocke gehängt, sondern auf beklemmende Art normalisiert. Sprich: wer hier kein Arschloch ist, dreht meist nicht mehr ganz sauber oder wurde von diesem Ort schlichtweg zugrunde gerichtet. Selbst Protagonist Othmar ist davon nicht ausgenommen.⠀

    So kurios das Personal dieses Romans auch ist, eine echte eigenständige Persönlichkeit bringen die wenigsten mit.⠀

    Überwiegend lesen sich die Charaktere wie Abziehbilder oder auf die Spitze getriebene Klischees. Sie stagnieren in ihrer erbärmlichen Existenz, da entwickelt sich rein gar nichts – das zehrt auf Dauer an den Nerven. Daran scheitert auch der Tiefgang, den das Buch meines Erachtens bräuchte, um das Grelle und Absurde auszugleichen. Ja, es gibt durchaus die ein oder andere Portion Gesellschaftskritik, aber die geht meines Erachtens unter dem Klamauk unter.⠀

    Das Ende las sich für mich dann auch eher enttäuschend. Die Bewohner des Ortes starten gemeinschaftlich einen herrlich absurden Coup, die Spannung schnellt kurz hoch wie ein furioses Feuerwerk… Und verpufft dann wie ein Knallbonbon.⠀

    Die Auflösung ist schlüssig und macht Sinn, kommt meines Erachtens aber leider etwas zu spät. Der Charakter, der im Zentrum dieser Auflösung steht, spielte davor kaum eine Rolle in der Geschichte, wodurch das Ende etwas blass und aufgesetzt wirkt.⠀

    Fazit⠀

    Ein mysteriöser Chinese kauft einen heruntergekommenen Kurort in Österreich auf, Haus für Haus, nur um ihn weiter verfallen zu lassen. Die letzten 46 Bewohner verbringen ihre Tage damit, zu saufen, gegen Ausländer zu wettern und sich gegenseitig insgeheim zu verabscheuen. Als sie beschließen, sich diese stille Enteignung nicht länger bieten zu lassen, läuft nichts wie geplant…⠀

    Der Schreibstil ist großartig, der Humor hat seine triumphalen Momente – die Handlung kommt allerdings nicht so recht in die Gänge. Dass die Charaktere fast alle rassistische, sexistische und/oder populistische Unsympathen sind, macht das Lesen nicht einfacher, obwohl es natürlich Anlass für bissige Pointen bietet. Leider sind die Charaktere stark übersteigert, aber gleichzeitig mangelt es ihnen an echter Persönlichkeit.

 

Why We Matter: Das Ende der Unterdrückung

Buchseite und Rezensionen zu 'Why We Matter: Das Ende der Unterdrückung' von Emilia Roig
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

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Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:397
Verlag:
EAN:9783351038472

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Rezensionen zu "Why We Matter: Das Ende der Unterdrückung"

  1. Vision oder Illusion?

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 24. Feb 2021 

    Das mit Leidenschaft, Verve und Pathos vorgetragene Plädoyer für Gleichheit und Gerechtigkeit von Emily Roig in dem polemischen Sachbuch „Why we matter“, beleuchtet alle nur erdenklichen Aspekte von Unterdrückung und Diskriminierung mit Schwerpunkt Rassismus gegenüber schwarzen Menschen.

    Ausgehend von ihrer eigenen Familiengeschichte, deren Wurzeln bis nach Indien reichen, Zentralafrika, Algerien, … es ist kompliziert, sowohl die Eltern wie auch die Großeltern sind „ganz schön rumgekommen“ wie man so sagt, erlebt sie auf verschiedenen Ebenen selber ein Wechselbad von Privilegien und Diskriminierung.

    Sensibel geworden für die Thematik führt sie einen Feldzug für Ungerechtigkeiten und für Gerechtigkeit. Dabei spielt in unseren Breitengraden die systemische Diskriminierung, von der auch Reni Eddo-Lodge schreibt in „Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche“, die wesentliche Rolle.

    Es wird nicht immer klar, wo sich Roig sich in ihrem Monolog gerade geographisch befindet, amerikanische, europäische Verhältnisse werden bunt gemischt. Doch nicht alles lässt sich auf alles anwenden. Asien ist ganz ausgespart.

    Roig redet von Sichtbarkeit, Sichtbarwerdung, Sichtbarmachung, von jahrhundertealtem Traumata und viel von der sogenannten Dekonstruktion. Dekonstruiert werden soll sozusagen alles. Die Sprache, das Patriarchat, der Kapitalismus ja sowieso, die Medizin, aber auch die Biologie, konservatives Denken, etc.

    Von konservativen Werten hält sie gar nichts. Sie sagt darüber:

    „Konservatismus anzuhängen heißt, den Status quo zu schützen und eine gewisse Nostalgie für die Vergangenheit zu empfinden.“ Und weil die Vergangenheit ja die gesamte Menschheitsgeschichte ist und diese Geschichte eine ununterbrochene Folge von Gewalttaten darstellt, (sagt sie) ist er in Grund und Boden zu verdammen.

    Außer Acht lässt sie dabei, dass im Zuge der geschichtlichen Entwicklung, die Lebensbedingungen und Lebensverhältnisse aller Menschen insgesamt immer besser wurden. Diese Entwicklung möchte ich geschätzt wissen.

    So langsam verstehe ich, warum die Republikaner Trump gewählt haben. Konfrontiert mit der radikalen Forderung alles soll niedergerissen und neu aufgebaut werden, geht doch jeder auf die Barrikaden. Nun - trotzdem, ganz so leicht ist es nun doch nicht, das Buch oder Roig abzutun. Man muss darüber nachdenken. Sie hat ja in Vielem recht. Aber eben nicht in ihren Schlussfolgerungen!

    Natürlich legt sie den Finger in die Wunden. Frauen werden benachteiligt. PoCs werden benachteiligt, allerdings im Westen keineswegs so sehr wie in anderen Ländern, es hat sich schon eine Menge Gutes getan! Auch das Positive sollte man anerkennen.

    Und es ist ja richtig, dass die Welt, das System, etc. nicht gerecht ist und viele Menschen unterdrückt werden. Nur war das in Urzeiten auch nicht anders. Höchstens schlimmer. Die ersten Stämme haben sich schon bekriegt.

    In dem Unterpunkt Kriminalität, Strafvollzug, Abschaffung von Strafe, Justiz und Polizei, überhaupt von der Dekonstruktion der Staatsgewalt, dem völligen Aufgeben/Auflösen von geschützten Staatsgrenzen, folge ich ihr am wenigsten und denke nicht, dass wir das gewünschte Ergebnis bekämen: den Himmel auf Erden. Sondern Anarchie, Selbstjustiz und das Recht des Stärkeren. Und sogar die Zerstörung guter Sozialsysteme.

    Wir werden keine gerechte Welt schaffen können, denn der Mensch ist nicht gut. Homo homini lupus. Das wussten schon die Alten!

    Und daran krankt das ganze System, die ganzen Veränderungen, die Roig lieber heute als morgen etablieren haben möchte (so scheint es), sie beruhen allesamt darauf, dass, wenn man nur die Verhältnisse ändern würde, man den guten Menschen bekäme. Diese Theorie kennen wir: sie ist falsch.

    Roig bezieht sich in ihren Wünschen nach Weltumarmung spirituell auf den Buddhismus und Hinduismus. Mensch und Natur sollen eins werden. Ich denke, dass, wenn überhaupt von einer spirituellen Lehre etwas Besseres kommen kann, es das Christentum wäre. Aber die Heilige Schrift der Christen hat niemals die ethische Verbesserung der gesamten Menschheit versprochen oder im Sinne, eben, weil sie eine Illusion ist. Man kann nur an sich selber arbeiten.

    Fazit: „Sorgt dafür, dass ihr, die Welt verlassend, nicht nur gut wart, sondern verlasst eine gute Welt“, sagt Brecht. Das hört sich so gut an. Und so motivierend. Aber Brecht unterliegt wie Roig der Illusion vom guten, unfehlbaren Menschen.

    Das Ringen um eine Teilgerechtigkeit dürfen wir dennoch nicht aufgeben. Dafür müssen wir aber nicht das ganze System niederreißen und fähig zu Kompromissen und Zusammenarbeit bleiben.

    Kategorie: Sachbuch. Rassismus
    Aufbauverlag, 2021

 

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