Das Bandoneon

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Bandoneon' von Dr. Hans Meyer zu Düttingdorf
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Bandoneon"

Die Journalistin Christina findet nach dem Tod ihrer Mutter eine alte Postkarte aus Buenos Aires mit dem Satz: „Das Bandoneon trägt mein ganzes Leben. – E.“ Fasziniert macht sie sich auf die Suche und reist nach Argentinien. Sie entdeckt nicht nur ein wunderbares, fremdes Land, sondern auch die Geschichte ihrer Urgroßmutter Emma, die als junges Mädchen auswanderte, um ihr Glück zu finden – und sich haltlos in einen Musiker verliebte.

Format:Taschenbuch
Seiten:432
EAN:9783746631547
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Rezensionen zu "Das Bandoneon"

  1. Tango Sur

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 06. Aug 2017 

    Viel zu schnell stirbt Christinas Mutter an Krebs. Christina ist untröstlich, ihr Vater ist früh verstorben, ihre Mutter wuchs in einem Waisenhaus auf. Für Christina, deren Ehe irgendwie auf der Kippe steht, beginnt eine Zeit des Umbruchs. Unter den wenigen Erinnerungsstücken an ihre Mutter findet sie eine Postkarte, die einen Hinweis auf ihre Großeltern geben könnte. Christina macht sich auf die Suche nach ihren Wurzeln. Schon im ehemaligen Waisenhaus trifft sie auf eine alte Schwester, die sich sogar noch an Christinas Mutter erinnern kann. Schon gibt es ein Rätsel zu lösen, denn anscheinend stimmt nicht viel von dem, was die Mutter immer erzählt hat.

    Die Suche nach den Wurzeln, wer die eigenen kennt, wird es vielleicht nie ganz verstehen können. Für Christina hören ihre Wurzeln mit der Mutter auf, immer hat sie das Gefühl vermisst, einen Vater zu haben. Auch die Seite der Großeltern mütterlicherseits fehlt einfach. Und nun nachdem ihre Mutter verstorben ist, gibt es nur noch Christina und ihren Mann. Was also, wenn diese Postkarte einen Hinweis auf die verlorene Hälfte der Familie enthielte. Erstaunlicherweise gelingt es Christina auch nach der langen Zeit noch, verschiedene Puzzleteile zusammenzusetzen. Über ihr heimatliches Berlin führt die Spur nach Argentinien.

    Was mag der Weg in die Vergangenheit bringen? Kann der winzige Hinweis einer Postkarte überhaupt ausreichen, das Geheimnis zu lüften? Man mag es für möglich halten oder auch nicht. Jedenfalls ist es dem Autor gelungen, eine spannende Familienchronik zu entwickeln. Zeiten des Glücks wechseln sich mit Schwermut und Leid. Beginnend in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg stehen Teiles des Schicksals auch unter dem Einfluss des unsäglichen Nazi-Regimes. Gierige Krallen hat es nach der weiten Welt ausgestreckt und willfährige Kleingeister in seinen Bann gezogen. Die wenigen Aufrechten, die die Perfidität der Pläne durchschauen, können sich lange nicht durchsetzen. Vor diesem Hintergrund bekommt die schwere Süße einer großen Liebe eine besondere Tragik. Es ist zwar nicht die Bestimmung eines jeden, ein Happyend zu erfahren, doch schließt sich mit der Lösung des Rätsels um die Postkarte ein Kreis auf sehr hoffnungsfroh stimmende Weise.

    Mit diesem Roman wird die Suche nach den Wurzeln zu einem spannenden Abenteuer voller Dramatik und Hoffnung.

 

Shotgun Lovesongs: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Shotgun Lovesongs: Roman' von Nickolas Butler
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Shotgun Lovesongs: Roman"

Gebundenes Buch
Little Wing im Norden Wisconsins. Henry und Beth waren schon in der Schule ein Paar und haben ihren Heimatort nie verlassen. Sie kämpfen um ihre Farm und unterstützen ihren Freund Ronny, der nach einem schweren Unfall vom Rodeo-Star zum Alkoholiker wurde. Kip war als Rohstoffmakler in Chicago erfolgreich. Nach seiner Hochzeit will er in seiner alten Heimat neu beginnen, findet dort aber
nur schwer Halt. Lee hat ein Album aufgenommen - "Shotgun Lovesongs" - und wurde damit zu einem international gefeierten Star. Auch ihn zieht es zurück nach Little Wing, zu seinem besten Freund Henry und dessen Frau Beth, mit der ihn mehr als eine Freundschaft verbindet. In einem unvorsichtigen Moment setzt er alles aufs Spiel.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:424
Verlag: Klett-Cotta
EAN:9783608980080
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Rezensionen zu "Shotgun Lovesongs: Roman"

  1. Freunde fürs Leben

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 07. Jul 2017 

    In ihrer Jugend waren sie beste Freunde: Henry, Lee, Ronny und Kip. Natürlich war ihre Verbindung nicht mehr so eng als sie älter wurden. Eines Tages jedoch kommt Kip nach hause. Er hat die Mühle gekauft und renoviert. Und er will heiraten. Er gibt einen Junggesellenabschied, mit dem er sich den Unmut seiner Freunde zuzieht. Ronny, der nach einem Unfall beim Rodeo nicht mehr so ist wie zuvor, soll nicht dabei sein. Das können und wollen die Freund nicht gutheißen und dulden. Doch die einst tiefe Freundschaft bekommt Risse. Und so werden Kip und Felicity nicht zu Lees Hochzeit nach New York eingeladen.

    Freundschaft ist manchmal das Wichtigste im Leben, auch wenn nicht immer alles deutlich ausgesprochen wird. Mitunter bedarf es auch keiner großen Worte, man versteht sich auch so. Aber auch Freunde können Geheimnisse voreinander haben. Lee, der inzwischen ein berühmter Musiker ist, scheint am meisten an der Heimat Wisconsins zu hängen. Immer wieder zieht es ihn zurück, nur hier in der Ruhe und Weite kann er seine Batterien aufladen. Henry dagegen ist kaum je vom Land weggekommen. Träumt er nicht manchmal von einem Abenteuer. Ronny schien seinen Weg gemacht zu haben, vor seinem Unfall. Und Kip tut viel für den äußeren Schein.

    Bücher über Männerfreundschaften haben etwas besonderes, deshalb bieten sie für Leser, denen genau dieses liegt, ein besonderes Leseerlebnis. Andere wiederum, die eher anderen Thematiken zugeneigt sind, aber gerne mal einen Ausflug in ein anderes Genre unternehmen, finden vielleicht nicht sofort einen Zugang zu dem Buch. Zunächst sacht in Schilderungen dahin plätschernd entwickelt sich nur nach und nach eine Dramatik, die dann jedoch mehr mitreißt als man zu diesem Zeitpunkt erwartet. Dennoch wirkt der Roman manchmal wie ein Freundschaftsbrainstorming, in dem nicht immer alles so friedlich und freundschaftlich ist wie es scheint. Eine durchaus interessante Lektüre, die einen tiefen Einblick in die lange Freundschaft der vier Männer gewährt.

 

Aus den Fugen: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Aus den Fugen: Roman' von Alain Claude Sulzer
NAN
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Inhaltsangabe zu "Aus den Fugen: Roman"

Musikliteratur

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:240
EAN:9783869710594
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Roman einer Tänzerin: Erstausgabe aus dem Nachlass

Buchseite und Rezensionen zu 'Roman einer Tänzerin: Erstausgabe aus dem Nachlass' von Ruth Landshoff-Yorck
NAN
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Inhaltsangabe zu "Roman einer Tänzerin: Erstausgabe aus dem Nachlass"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:160
Verlag: AvivA
EAN:9783932338151
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Die Erfindung des Lebens

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Erfindung des Lebens' von Hanns-Josef Ortheil
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Erfindung des Lebens"

Die Geschichte eines stummen Kindes, das sein Leben erfinden muss, um sein Glück zu machen


»Die Erfindung des Lebens« ist die Geschichte eines jungen Mannes von seinen Kinderjahren bis zu seinen ersten Erfolgen als Schriftsteller. Als einziges überlebendes Kind seiner Eltern, die im Zweiten Weltkrieg und der Zeit danach vier Söhne verloren haben, wächst er in Köln auf. Die Mutter ist stumm geworden, und auch ihr letzter Sohn lebt zunächst stumm an ihrer Seite. Nach Jahren erst kann er sich aus der Umklammerung der Familie lösen, in Rom eine Karriere als Pianist beginnen und nach deren Scheitern mit dem Schreiben sein Glück zu machen versuchen …


In seinem neuen, autobiographisch inspirierten Roman erzählt Hanns-Josef Ortheil die Geschichte eines jahrelang stummen Kindes, dessen Eltern im Krieg und in der Nachkriegszeit vier Söhne verloren haben. Zusammen mit der ebenfalls stummen Mutter wächst es in einer künstlichen Schutzzone auf, aus der es sich erst langsam durch das geliebte Klavierspiel und den unorthodoxen Sprachunterricht des Vaters befreien kann. Doch die Befreiung ist schmerzhaft. Sie führt den Jungen auf lange, einsame Reisen durch Deutschland und in einem letzten Befreiungsakt schließlich nach Rom. Dort wird er ein erfolgreicher Pianist, der Freundschaften schließt und sogar ein Liebesverhältnis eingeht. Diese Bindungen aber zerreißen, und auch die Pianistenkarriere muss aufgegeben werden. Nach der Rückkehr nach Deutschland macht ihm ein früherer Lehrer den faszinierenden Vorschlag, es mit dem Schreiben zu versuchen …


In Anlehnung an die großen Bildungsromane der deutschen Literatur entwirft dieser auch historisch weit ausholende Roman eine Biographie, die nach jedem Rückschlag wieder ganz neu erfunden werden muss. Entstanden ist dabei die ergreifende Geschichte von einem jungen Pianisten und späteren Schriftsteller, deren am Ende glücklicher Verlauf an ein Wunder grenzt.


Format:Taschenbuch
Seiten:592
Verlag: btb
EAN:9783442739783
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Rezensionen zu "Die Erfindung des Lebens"

  1. Komplizierte Ichwerdung

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 13. Mai 2016 

    Komplizierte Ichwerdung

    Hanns-Josef Ortheil ist ein deutscher Gegenwartsautor mit einer langen Liste von Büchern, die ich mit dem Buch „Die Erfindung des Lebens“ für mich mit einiger Erwartung gestartet habe. Die Bezeichnung „Roman“ hüllt den offensichtlich starken autobiografischen Kern dieses Buches in Nebel, denn informiert man sich über die Lebensgeschichte des Autors, so tauchen tatsächlich alle Stationen und eine Vielzahl der handelnden Personen des „Romans“ auch in Ortheils Leben selbst auf. Zum Hintergrund und zur Einschätzung des Buches bleibt das nicht ohne Bedeutung.
    Der Roman startet in einer Atmosphäre der Stille und Sprachlosigkeit und hat hier für mich seine größten Stärken, denn er kann das individuelle Schicksal des (autobiografischen) Helden mit Zeitgeist und gesellschaftlichem Leben atmosphärisch dicht und stimmig miteinander verschränken und zusammenbringen. Der mutistische (die Sprache verweigernde) kindliche Held lebt in der Nachkriegsstille der fünfziger Jahre

    „… es war die unheimliche, wie von großer Erschöpfung herrührende Nachkriegsstille der fünfziger Jahre, in denen man jeden Laut, jede Stimme und jeden Klang noch sehr genau wahrnahm, weil diese Stille noch nicht durchsetzt war von fremden, künstlichen Klängen. Es war eine Welt ohne Fernsehen, ja sogar weitgehend noch ohne Radio oder Schallplatte, eine Welt, in der man sich bemühen musste , ein Geräusch zu erzeugen oder die Entstehung von Geräuschen zu veranlassen, eine Welt, in der es also nicht immer schon und dazu noch ununterbrochen Geräusche und Klänge gab.“

    Im weiteren Verlauf seines Lebens und des Buches geht es dann um die Befreiung aus dieser sprachlosen Welt, in der der Held für sich ein Leben und eine Zukunft zu finden, zu entwerfen und zu realisieren sucht. Dabei geht es um ein vielfältiges Finden: das Finden der Sprache, eines Ortes zum Leben, einer Beschäftigung, das Finden von Menschen.
    Der Leser kann den Helden durch verschiedene Karrieren (Pianist, Organist, Schriftsteller) und zu verschiedenen Orten (Köln, Hunsrück, Rom) begleiten und die Überwindung der Sprachlosigkeit lesend miterleben.

    „Der ausdauerndste und längste Kampf, den ich gegen diese Nachwirkungen führe, besteht in meinem Schreiben. All mein ewiges Schreiben, könnte ich nämlich behaupten, besteht letztlich nur darin, aus mir einen anderen Menschen als den zu machen, der ich in meiner Kindheit gewesen bin.“

    Ein Entwicklungsroman also, der – hier setzen meine kritischen Bemerkungen an – immer mehr den Bezug zur umgebenden Gesellschaft verliert. Aus einer intelligenten Verschränkung von individuellem Erleben und der Umwelt und Gesellschaft wird zum Ende des Romans immer mehr eine Nabelschau des Individuums. Das tut dem Lesegenuss keinen Abbruch, denn Schreiben kann Ortheil ohne Frage. Er schafft eine „unendliche Melodie“ aus Sprache, um ein Zitat aus dem Klappentext zu übernehmen. Aber mein Interesse als Leser an der Entwicklung der Ichwerdung wurde zum Ende hin doch immer geringer. Und das kann ich mir nur dadurch erklären, dass der Eindruck einer etwas eitlen Nabelschau sich immer mehr in den Vordergrund schob.
    Mein Fazit ist deshalb geteilt. Als Schriftsteller hat mich Hanns-Josef Ortheil sprachlich auf jeden Fall überzeugt und ich werde gerne noch ein weiteres Buch / weitere Bücher von ihm ausprobieren. Inhaltlich aber sehe ich mich in einer recht großen kritischen Distanz zu dem Buch, seinem Helden und seiner Entwicklung.
    Ich gebe 3 Sterne.

 

Der Geiger: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Geiger: Roman' von Mechtild Borrmann
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Geiger: Roman"

Musikliteratur

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:304
Verlag: Droemer HC
EAN:9783426199251
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Rezensionen zu "Der Geiger: Roman"

  1. Betroffenheitsmasche

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 18. Aug 2020 

    München 2008: Der Computerspezialist und Hacker erhält unerwartet einen Anruf von seiner Schwester Victoria, die er nach dem Unfalltod ihrer Eltern viele Jahre lang nicht gesehen hat. Sie steckt in Schwierigkeiten, sagt sie. Doch als Sascha am vereinbarten Treffpunkt erscheint, wird er Augenzeuge, wie Victoria erschossen wird. Hektisch macht sich Sascha davon, denn seine Vergangenheit trägt keine weiße Weste. In einem Bankschließfach findet er aber ein Dokument, das auf ein lang gehütetes brisantes Familiengeheimnis deutet: Hinweise auf den Verbleib der wertvollen Stradivari seines Großvaters, der 1948 in ein Straflager in Sibirien verschleppt wurde. Sascha macht sich auf die Suche nach den Mördern seine Schwester und begibt sich dabei in größte Gefahr.
    Die deutsche Schriftstellerin Mechthild Borrman hat schon etliche Romane geschrieben, die allesamt Bestseller wurden Für ihren Roman „Der Geiger“ erhielt sie französischen Publikumspreis Grand Prix des Lectrices der Zeitschrift Elle. Dieses Buch war das erste Buch, das ich von dieser Autorin gelesen habe.
    „Der Geiger“ ist ein Buch, das mich sehr zwiespältig zurückgelassen hat. Mechtild Borrmann erzählt auf zwei Zeitebenen: Da sind die Ereignisse in der Gegenwart, in der Sascha Grenko den Mördern und der Wahrheit über seinen Großvater nachjagt. Die andere Handlungsschiene führt in die stalinistische Sowjetunion, erzählt vom Schicksal des Geigenvirtuosen Ilja Grenko, der unter fadenscheinigen Gründen verhaftet und zu zwanzig Jahren Straflager verurteilt wurde. Dieses Schicksal geht nahe. Es wird der Irrsinn der Stalindiktatur, die Angst und Ohnmacht, die Kälte der Hunger, der Überlebenskampf sehr eindringlich transportiert. Ilja muss lernen zu überleben. Mit seinen Händen, die der Geige so wunderbare Töne entlocken konnte, schaufelt er nun im Akkord Kohle. Er rettet einem Mitinsassen das Leben und verliert dabei alles.
    „Mir sind zwei Finger erfroren und mit ihnen auch alle Musik in mir.“
    Im Gegensatz dazu steht eine actiongeladene Kriminalhandlung der Gegenwart. Da wird geballert und gekämpft. Der Protagonist Sascha erweckt keine besonderen Sympathien. Seine Gegner aus der russischen Mafia noch viel weniger.
    Ich empfand das Zusammenspiel beider Handlungsstränge nicht stimmig. Das tragische Schicksal des Ilja Grenko hätte für ein Buch alleine gereicht und sollte nicht als Vehikel für eine konstruierte Krimihandlung herhalten müssen. Betroffenheit als Masche mag funktionieren, spricht mich aber nicht wirklich an.