TRUE CRIME SCHWEDEN

Rezensionen zu "TRUE CRIME SCHWEDEN"

  1. Verbrechen die einen erschüttern unter die Haut gehen

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 12. Jun 2020 

    "Jeder von uns ist fähig, einen anderen zu töten. Aber ich doch nicht, denkst du. Das haben die Täter auch einmal gedacht." (Petrus Ceelen)
    Der vierte Band der True Crime Reihe von Deutschlands erfolggekrönten True Crime-Bestsellerautor führt uns diesmal nach Skandinavien. Eine beeindruckende, ergreifende und erschreckende Sammlung von achtzehn realen Kriminalfällen, die in den letzten Jahren das Land Schweden erschüttert hat. Es sind Ereignisse, die das Leben der Menschen und Familien für immer verändern wird. Es sind Straftaten, in die „Menschen wie du und ich“ verwickelt sein könnten. Menschen, deren Leben aufgrund tragischer Umstände von einem Tag, auf den anderen nicht mehr das ist, was es zuvor war. Von Mord, Betrug, Totschlag, Missbrauch, Raub bis zu Entführung findet sich hier alles in dem Buch. Taucht ein, in die atemberaubende Welt der wahren Kriminalfälle und der echten Verbrechen!

    Meine Meinung:
    Das Cover passt optisch sehr gut zu den andern Bänden, die bisher in dieser Reihe erschienen sind. Der Autor ist Deutschlands erfolgreicher True Crime-Bestsellerautor, der durch seine sachliche, kühle Darstellung dieser Fälle bekannt ist. Diesmal hat er sich Schweden vorgenommen, das Land das viele sicherlich eher von Ikea, Michel aus Lönneberga, Pippi Langstrumpf und Astrid Lindgren kennen, zeigt hier seine Schattenseiten. Der Schreibstil ist flüssig, unterhaltsam, informativ, interessant und fesselnd. Diese realen Kriminalfälle haben mich teilweise ziemlich überrascht und erschüttert, besonders die Fälle, bei denen Kinder in Mitleidenschaft gezogen oder gar ermordet wurden. Einige dieser Fälle sind sogar so bekannt, das ich sie in deutschen Nachrichten oder Berichten gefunden habe. Da ist zum Beispiel:

    -Ein Disco-Brand in Göteborg bei dem 1998, durch Brandstiftung 63 Jugendliche zu Tode gekommen sind.
    -Der Tod der Frankfurter Jüdin Blanka Zmigrod, die aus Habgier von einem schwedischen Verbrecher getötet wird, der sehr wahrscheinlich auch die NSU Täter inspiriert hat.
    -Ein 21-Jähriger begeht ein rassistisches Attentat an der Kronan-Schule in Kronogården.

    Diese und noch viele andere Fälle mehr Befinden sich in diesem Buch. Ich war wirklich erstaunt über die ruhige, sachliche und genaue Zusammenfassung mit dem der Autor hier diese Fälle zusammengetragen hat. Es muss eine gewaltige Recherchearbeit gewesen sein, da man viele Berichte, wenn überhaupt nur in Schwedisch findet. Ich hätte nicht erwartet, dass auch in Schweden so viele brutale Verbrechen stattfinden. Für mich war es ein wirklich interessantes Buch, das ich gerne weiterempfehlen kann. Ich bin gespannt und freue mich auf weitere Bände und gebe darum 5 von 5 Sterne.

 

Und dann kamst du: Roman.

Buchseite und Rezensionen zu 'Und dann kamst du: Roman.' von Wade, Becky
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:416
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Und dann kamst du: Roman."

  1. Ein gefühlvoller Roman

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 28. Mai 2020 

    Nachdem Nora Bradford sitzengelassen wurde, steckt sie ihre Nase lieber in Bücher. Der erfolgreiche John Lawson muss sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen, als eine Erbkrankheit diagnostiziert wird. Doch er wurde als Kind zur Adoption freigegeben. Gemeinsam mit Nora macht er sich an die Ahnenforschung.

    Das wunderschöne und romantische Cover hat mich sofort angesprochen. Der Klappentext hat dann meine Neugierde verstärkt, so dass ich mich sehr auf das Buch gefreut habe.
    Dank des angenehm und flüssig zu lesenden Schreibstils kam ich sofort in die Geschichte hinein und konnte alles prima miterleben. Die Beschreibungen der Personen und Geschehnisse waren bildhaft und authentisch.
    Die beiden Hauptpersonen Nora und John haben mir sehr gut gefallen, beide fand ich sofort sympathisch. Nora hatte eine recht spezielle Art, die ich sehr ansprechend fand und die sie auch besonders machte. Aber auch die weiteren Charaktere haben mir gut gefallen und wurden anschaulich beschrieben.
    Die Story fand ich sehr schön und unterhaltsam und ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Die Gefühle, die sich zwischen Nora und John entwickelten, wirkten realistisch auf mich, überhaupt nicht aufgesetzt, erzwungen oder überstürzt. Ich konnte mich sehr gut in beide hineinversetzen und mit ihnen mitfühlen.
    Auch ein angenehmer Humor war vorhanden, ebenso wie tiefgründige Themen, die toll rübergebracht wurden. Was ich an den Büchern aus einem christlichen Verlag so gerne mag, sind die Werte, die mit den Geschichten vermittelt werden. Hier war es absolut passend vom Umfang und der Bedeutung, so dass ich mich wohl fühlte.

    Ein sehr schöner und gefühlvoller Roman, den ich gerne gelesen habe. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

 

Der Nebel von gestern: Mario Conde ermittelt in Havanna. Roman (metro)

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Nebel von gestern: Mario Conde ermittelt in Havanna. Roman (metro)' von Padura, Leonardo
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:384
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Der Nebel von gestern: Mario Conde ermittelt in Havanna. Roman (metro)"

  1. Wie verschwand Violeta del Rio?

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 27. Mai 2020 

    Mario Conte ist ehemaliger Kommissar in Havanna, der vor Jahren den Polizeidienst quittierte aus Unzufriedenheit über die Entwicklungen, die das Land und damit auch sein Job nahmen. Heute lebt er als Bücherantiquar mehr schlecht als recht in Havanna, immer auf der Suche nach interessanten Büchern, die in den so zahlreichen verfallenden Stadtvillen Havannas vor sich hinstehen und den Besitzern bisher noch nicht zur Aufbesserung der mageren Einkommensverhältnisse verholfen haben. Durch Zufall macht er dabei einen großen Fang und entdeckt eine sagenhaft umfangreiche und reiche Bibliothek, die so viele Jahre lang unverkäuflich schien. Jetzt aber sind ihre Besitzer zum Verkauf bereit und Mario nimmt mit Sensibilität und Rücksicht auf nationale Schätze einen Teil der Bücher ab. Die Bewahrung des Kulturerbes Kubas ist ihm dabei immer sehr wichtig, denn er weiß sehr wohl: Diese Bücher sind so wertvoll, dass ihre Käufer nicht aus Kuba stammen werden sondern aus dem Kreis der vielen Ausgewanderten, die in der Ferne ihr Glück und eben den Reichtum machen konnten, den die Zurückgebliebenen nie in der Lage waren zu erarbeiten.
    In einem der Bücher entdeckt Mario einen alten Zeitschriftenartikel über eine Barsängerin im Havanna der so pulsierenden vorrevolutionären 50er Jahre. Es handelt sich dabei um Violeta del Rio, die einen sagenhaften Aufstieg in der Musikwelt Havannas zu dieser Zeit hinlegte, um dann aber gleich wieder wie vom Erdboden verschluckt zu verschwinden und nie wieder zu singen. Mario ist von diesem Schicksal und dieser Figur fasziniert und auf eine Weise angezogen, die er sich selbst nicht erklären kann. Steckt dahinter vielleicht die Faszination, die auch sein Vater wohl für diese Frau zeigte? Mario findet sich wieder in seiner früheren Rolle als Polizist und beginnt zu ermitteln, was mit Violeta damals geschah. Dabei pflastert nicht nur eine Leiche seinen Weg, sondern auch viele intensive Ausflüge in die Historie und die historischen Viertel Kubas, auf die ihn der Leser mit neugierigem Blick begleiten kann. Und so wird das Buch nicht nur zu einem Krimi, sondern auch zu einem Roman, aus dem der Leser ungemein viel über das moderne Kuba genauso wie über das Kuba der 50er Jahre erfahren kann.
    Mein Fazit:
    Diese Mischung aus Krimi-Story und gesellschaftlichem Roman mit historischem Hintergrund hat mich begeistert. Leonardo Padura schafft mit treffender Sprache und lebendigem Romanpersonal ein atmosphärisches Bild von Kuba, das bunt, lebendig und gleichzeitig arm und zerfallen ist.
    Mario Conte ist der Held noch weiterer Bücher von Padura. Sie werden irgendwann und irgendwie wohl mal auf meinem SUB landen.
    Ich gebe dem Roman 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

 

Die Stellung: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Stellung: Roman' von Wolitzer, Meg
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:369
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Die Stellung: Roman"

  1. 6 Personen und ein Buch

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 19. Apr 2020 

    so die Konstellation in Meg Wolitzers Roman "Die Stellung".
    Das Ehepaar Mellows bringt in den 1970er Jahren einen ungemein erfolgreichen Sexratgeber heraus, der in Anlehnung an das Kamasutra verschiedene mögliche oder auch (fast) unmögliche Stellungen erläutert und darstellt, mit denen ein Mann und eine Frau ihre sexuellen Begierden ausleben können. Für ihre 4 Kinder - 2 zu der Zeit noch im Kindes-, 2 im Jugendlichenalter - ist das alles andere als erbaulich. Wer möchte schon genauestens über das Sexleben seiner Eltern Bescheid wissen und vor allem auch wissen, dass alle Freunde und Eltern der Freunde das auch wissen. Das Buch ist also auf jeden Fall ein herausragendes und prägendes Kindheitserlebnis der 4 so unterschiedlichen Kinder.
    Meg Wolitzer setzt in ihrem Roman zu einer Zeit knapp 30 Jahre nach Erscheinen des Romans ein. Die Eltern Mellows haben sich längst getrennt. Die Kinder sind auf unterschiedliche Weise erwachsen geworden. Und nun ist eine Neu- und Jubiläumsausgabe des Sexratgebers geplant, angetrieben von der Mutter, nur widerwillig zugelassen vom Vater. Alte Wunden werden also sowohl bei Eltern als auch bei den Kindern wieder aufgerissen. In Rückblicken erzählt die Autorin, wie sich die Situation bei den einzelnen Beteiligten in den dazwischenliegenden Jahrzehnten entwickelt hat. Sie schafft damit ein sehr anschauliches und atmosphärisch überzeugendes Gesellschaftsbild der Clinton-USA genauso wie sie eine Familienstruktur abbildet, die die Verwurzelung in gemeinsamen Erfahrungen und die Abhängigkeiten der Beziehungen auf den Punkt zu bringen vermag.
    Sie schafft so einen ruhig packenden Familien- und Gesellschaftsroman. Wie schon in Romanen der Autorin zuvor fällt es mir auch hier schwer, zu beschreiben, warum mich der Roman sehr berühren und packen konnte. Die Autorin schafft es, auf sehr unspektakuläre Art und Weise Bilder, Situationen, Szenen in Worte zu fassen, die auf natürliche Art Geschehnisse und gesellschaftliche Tendenzen auf den Punkt zu bringen vermögen. Ich vergebe 4,5 Punkte und eine Leseempfehlung.

 

Die Seebadvilla

Rezensionen zu "Die Seebadvilla"

  1. Ein Familiengeheimnis – Usedom vor und nach der Wende

    4
    (4 von 5 *)
     - 26. Mär 2020 

    „Tatsächlich glich ihre Familiengeschichte einem Puzzle, bei dem sie nur die Randstücke zusammensetzen konnte.“ (Zitat Pos. 186)

    Inhalt
    1992 führt Henriette (Henni) Faber seit über fünfunddreißig Jahren ein erfolgreiches Modeatelier in München. Ihre Tochter Caroline hilft ihr beim bevorstehenden Umzug in ein günstigeres Geschäftslokal. Dabei entdeckt sie eine alte Fotografie und das Schreiben eines Anwaltsbüros aus Greifswald, in dem es um die mögliche Rückübertragung einer Villa auf der Insel Usedom geht. Doch ihre Mutter will damit nichts zu tun haben, will nicht einmal darüber reden. Caroline aber will die Wahrheit wissen und besucht zuerst ihre Großmutter Grete in Berlin, anschließend fährt sie auf die Insel Usedom. Zu viele offene Fragen warten auf Antworten.

    Thema und Genre
    Dieser Familien- und Generationenroman spielt in den Nachkriegsjahren und nach der Wende. Es geht um die DDR, um die Aktion Rose, um Schweigen, um zu vergessen. Ein Thema sind auch die Liebe, Hoffnung und Mut zum Neubeginn.

    Charaktere
    Grete, Henni und Caroline, drei unterschiedliche Generationen einer Familie, aber jede ist auf ihre Art eine starke, mutige Frau. Sie alle sind durch Geheimnisse und Verschweigen wichtiger Familienereignisse geprägt. Generell sind die Charaktere dieses Romans klar in „gut“ und „böse“ eingeteilt, es fehlen die menschlichen Graubereiche, die den Figuren mehr Tiefe gegeben hätten.

    Handlung und Schreibstil
    Die Familiengeschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt, ein Teil der Ereignisse spielt in den Jahren 1952 und 1953, der aktuelle Teil spielt im Jahr 1992. Die einzelnen Hauptprotagonistinnen Grete, ihre beiden Töchter Henni (Henriette) und Lisbeth, und Henriettes Tochter Caroline stehen abwechselnd im Mittelpunkt eines Kapitels, die Zuordnung erfolgt durch die Jahresangabe und den Namen. Die Handlung ist nachvollziehbar, gut geschildert und ergänzende Beschreibungen des Lebens in Ahlbeck auf der Insel Usedom und der Natur bieten einerseits zeitgeschichtliche Informationen, lassen andererseits Inselfeeling aufkommen. Die Sprache entspricht dem Genre Unterhaltungsroman.

    Fazit
    Ein Familien- und Generationenroman mit zeitgeschichtlichem Hintergrund, der auf der Insel Usedom spielt. Eine spannende, interessante Handlung, leicht und unterhaltsam zu lesen, passend für den Strandkorb, Liegestuhl oder das Sofa.

 

Ich erwarte die Ankunft des Teufels

Rezensionen zu "Ich erwarte die Ankunft des Teufels"

  1. Eitelkeit und Rebellion

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 23. Mär 2020 

    „Ich, neunzehn Jahre alt und im weiblichen Geschlecht geboren, werde jetzt, so vollständig und ehrlich wie ich kann, eine Darstellung von mir selbst verfassen, Mary MacLane, die in der Welt nicht ihresgleichen kennt.“
    So beginnt das Tagebuch der 19-jährigen Mary MacLane. Es ist ein Manifest der Weiblichkeit, der unbändigen Profilierungslust, das Werk einer ganz außergewöhnlichen jungen Frau. Zumindest für eine Frau der damaligen Zeit. Denn Mary Mac Lane schrieb dieses Tagebuch zwischen Jänner und April 1901. Vier Monate verbring sie schreibend, manchmal täglich, manchmal gibt es Lücken von einigen Tagen. Oft ist es ein langer Schwall an Worten, manchmal nur ein Einzeiler für einen Tag.
    Nun, wer war diese Mary MacLane: Geboren wurde Mary in Kanada, aufgewachsen in Montana, wo sie immer noch lebt, als sie dieses Werk verfasste. Der Vater, der nie einen Gedanken an sie verschwendet hat, wie sie behauptet, verstarb früh. Mit der Mutter und einigen Geschwister verbringt sie ihren Alltag in der eintönigen Stadt Butte. Sie sieht sich selbst als „Philosophin ihrer eigenen guten peripatetischen Schule“. Sie erhebt sich über alle anderen Menschen, nennt sich ein Genie, auch in Aussehen und Figur ansehnlich. Den Teufel wünscht sie sich als Liebhaber, den Teufel, für den sie alles, sich selbst hingeben will. Der Eintönigkeit, die stupiden Alltagstätigkeit will sie entkommen, der Tristesse des Bergbaustädtchen, der Ödnis der Ungebildeten und gibt sich dann doch mit einem Steak und frischen Zwiebeln zufrieden.
    Der Peripatos driftet nur allzu oft in Pathos ab. Mag der Anfang noch einen gewissen Sog gezogen haben, mit der Zeit beginnt sich alles zu wiederholen, sich im Kreise zu drehen. Mary will schreiben, will Ruhm, will Glück, will sterben, will unsterblich sein und dann wieder alles von vorne.
    Sie fragt (sich, uns?): „Bin ich nicht unerträglich eitel?“ – „Ja!“, will ich schreien. „Ja, ja!“
    Marys Leben ist eine einzige Rebellion, nur nicht für die Allgemeinheit, sondern ausschließlich für sie selbst. Ich bin mir sicher für die Zeit, den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts, da war ein Werk wie dieses eine Sensation, wahrscheinlich ein Skandal. Aus heutiger Sicht finde ich Mary nur affektiert und redundant.

 

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