Vom Dazwischen: Erzählungen/Kurzprosa

Buchseite und Rezensionen zu 'Vom Dazwischen: Erzählungen/Kurzprosa' von Victoria Hohmann
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Eine junge Frau in der Fremde, ein Maler in der Schaffenskrise, ein Mädchen, das sich zu seiner Homosexualität bekennt, ein Hasskommentare Schreiber, eine Frau im Griff einer Angster-krankung, eine andere im Griff ihres Smartphones, ein frustrierter Familienvater, ein angetrunkener Existenzialist, sogar eine Unbekannte in einer Wand.

Getragen von einer assoziativen, bildreichen Sprache, entfaltet sich in zwölf Geschichten ein Mikrokosmos von Schicksalen mit oftmals unverhofften Wendungen.

Format:Kindle Edition
Seiten:124
EAN:
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Rezensionen zu "Vom Dazwischen: Erzählungen/Kurzprosa"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 11. Dez 2018 

    Von einer, die auszog um das „Vom Dazwischen“ zu ergründen

    Tretet ein, liebe Leserinnen und Leser. Tretet ein, macht´s euch gemütlich, nehmt euch von den kostenlosen Getränken und Knabbereien. Gleich beginnt die Vorstellung.

    (Vorhang geht auf)

    Hallo und Herzlich Willkommen in der Rezension zu „Vom Dazwischen“ von Victoria Hohmann.

    „Dazwischen“ – ein kleines Wort mit so vielen Variations- und (Be-)Deutungsmöglichkeiten, wie es Sand am Meer gibt. Man sitzt „zwischen“ den Stühlen, liest „zwischen“ den Zeilen, steht „zwischen“ zwei Menschen – die Liste ließe sich endlos fortführen.

    Da das auch Victoria Hohmann klar war, hat sie sich auf 12 Geschichten „Vom Dazwischen“ konzentriert und in ihrem eigenen kleinen, aber feinen Verlag veröffentlicht. Das vorliegende Buch ist nach „Von Verwandlungen“ ihr zweites mit Kurzgeschichten, Kurzprosa und Erzählungen und zählt für mich wie bereits der Vorgänger zu den Highlights im jeweiligen Lesejahr.

    Victoria Hohmann gibt der Sprache eine ganz eigene Sprache. In manch einer ihrer Geschichten kümmert sie sich nicht um „gängige“ Sätze, sie setzt Satzzeichen dort, wo die Leserinnen und Leser sie niemals gesetzt hätten, jongliert innerhalb bzw. nach den Einwortsätzen mit den zuvor benutzten Worten, stellt sie um, stellt sie vor, stellt sie nach – mancher Wechsel ist rasant, zu schnell für das langsame Gehirn des Normallesers, um zu registrieren, was da gerade passiert ist. Von daher muss ich an dieser Stelle eine (ernst-, aber nicht zu ernstgemeinte) Warnung aussprechen: lest die (meisten) Texte niemals, hört ihr, niemals, wenn ihr müde, abgespannt, genervt oder krank seid. Sie erfordern eure ganze Aufmerksamkeit und sind beleidigt, wenn sie die nicht kriegen (ja, auch Texte haben eine Seele und reagieren sensibel, wenn man nicht angemessen auf sie eingeht – ich durfte es am eigenen Leib erfahren!). Ein Autor, auf den das ebenfalls zutrifft ist Franz Kafka!

    Apropos Kafka: Victoria Hohmann´s Texte sind an der ein oder anderen Stelle genauso kafkaesk wie die vom Meister selbst und deshalb für mich auch so faszinierend (wenn ich mich denn auf sie einlassen kann *g*). Wie bereits angemerkt, spielt die Autorin gerne mit Worten wie mit Jonglage-Bällen, schenkt den Leserinnen und Lesern (reinen) Wortwein ein („Fado – eine vollmundige Trunkenheit“ sei hier als bestes Beispiel genannt), so dass selbige verwirrt und „besoffen“ zurückbleiben und zunächst den Kopf schütteln ob der Wirren in den Windungen ihres Kopfes.

    Die Geschichten in „Vom Dazwischen“ sind so vielfältig wie das Leben, sie lassen einen lachen, sie lassen einen weinen, man denkt hier einmal nach, liest dort ein zweites (drittes, drölfzigstes Mal), denkt noch mal nach und kommt schlussendlich zu dem Schluss, dass einem die nicht alltäglichen Alltagsgeschichten doch verdammt bekannt vorkommen.

    Wer also nach nicht alltäglicher und vor allem lange nachhallender Literatur sucht, keine Angst vor Wortspielereien hat und eine indirekte „Nachfolgerin“ von Franz Kafka kennenlernen will, sollte sich „Vom Dazwischen“ zulegen.

    Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

    (Vorhang schließt sich)

 

Von Verwandlungen: Erzählungen

Buchseite und Rezensionen zu 'Von Verwandlungen: Erzählungen' von Victoria Hohmann
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Ein Mann löst sich in den Überbleibseln seiner verronnenen Liebe auf, eine Frau schlafwandelt durch ihre Vergangenheit, um sich neu zu erfinden, Kinderaugen verändern politische Sichtweisen, Bildschirme befeuern überraschende Transformationen, Gleichschaltung zersetzt Leben – und mündet unverhofft in magischer Metamorphose.

Sieben Erzählungen über vielgestaltige Verwandlungen inmitten absurder Alltäglichkeit.

Format:Kindle Edition
Seiten:108
Verlag: VHV-Verlag
EAN:
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Rezensionen zu "Von Verwandlungen: Erzählungen"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 11. Dez 2018 

    Verschiedenste Verwandlungen in literarisch hochwertiger Verpack

    „Ich habe immer Angst davor, dass etwas geschieht, weil es vorbei ist, sobald es geschehen ist.“ (S. 73)

    Ein ähnliches Gefühl kam bei mir auf, als ich gestern Abend das Buch „Von Verwandlungen“ von Victoria Hohmann zugeklappt hatte und zuvor aus der „Virtual Reality“ der Abschlussgeschichte „Avatare“ aufgetaucht bin.

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele talentierte Autorinnen und Autoren es gibt, die keine Mainstream-Literatur schreiben, sondern sich von der breiten Masse der gähnend langweiligen und sich stets wiederholenden Kitsch-/Pseudo-SM-/Vampir-/Fantasy-/Romantasy-Veröffentlichungsflut abheben, die aber genau deswegen kaum eine Chance auf dem deutschen Buchmarkt haben, da sie keine millionenschweren Werbeetats von etablierten Verlagen im Rücken haben. (Dieser Absatz ist ein klein wenig meine Ergänzung zur o. genannten Geschichte „Avatare“, in der die Autorin eben jene Verlagsvermarktungskritik geschickt einbaut *g*).

    Umso schöner ist es, wenn man dann trotzdem auf Independent-Autoren trifft, die einen (so viel sei als Fazit schon mal vorausgeschickt) mit ihren Geschichten direkt und ohne Umwege ins Herz treffen, weil sie zumeist Geschichten aus dem Leben schreiben, die dem Leser jenen Spiegel vorhalten, der ihn zum Nachdenken über sich, das Leben, die „Realität“ (was ist eigentlich Realität? Gibt es eigentlich die „eine“ Realität?) und über die allgemeine Lage der Welt bringt.

    Wenn diese Geschichten, in denen es um die verschiedensten Arten von Verwandlungen (sowohl im physischen als auch im geistlichen und auch im körperlichen Sinn) geht, mit solch einer sprachlichen Eleganz geschrieben sind, dass der unbedarfte Leser vielleicht erst einmal im wahrsten Sinne des Wortes vor eine „Wall of words“ gestoßen wird und dann beim unweigerlich notwendigen (im Sinne von „Was ist hier gerade mit Worten und Sprache passiert?“) Reread einer oder mehreren Geschichten anfängt, Feinheiten zu finden, die einem beim ersten Lesen nicht aufgefallen sind und man dann gar nicht mehr genug bekommen kann, dann weiß man, dass hier etwas ganz Großes entstanden ist.

    Hinzu kommt, dass man der Autorin ihre Vorliebe für Franz Kafka anmerkt, da sie ebenso wie er mit Worten jongliert und so Gefühle erzeugt, wie es nur jemand kann, der – nun ja, es halt kann *g*. Ich hatte beim Lesen der sieben Geschichten von „Von Verwandlungen“ oft das Gefühl, als ob hier die weibliche Reinkarnation von Franz Kafka zu mir spricht, was mich dazu verleitet, dieses Buch zu meinem bisherigen Jahreshighlight zu küren. Außerdem darf mich das Buch in meinen Sommerurlaub an die Nordsee begleiten, wo dann insbesondere die Geschichte „Undine“ ihren ganz speziellen Reiz entfalten dürfte.

    Ganz großartiges Werk und ich danke der Autorin für das Rezensionsexemplar und die Widmung im Buch.

 

Ich und der Weihnachtsmann: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Ich und der Weihnachtsmann: Roman' von Matt Haig
NAN
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Weihnachten in höchster Gefahr

Aus ist es mit der Ruhe in Wichtelgrund – eine finstere Intrige wird geschmiedet, und zwar vom hinterlistigen Osterhasen. Das Wichtelreich soll untergebuttert und Weihnachten zu einem zweitrangigen Fest zurückgestuft werden! Das können Amelia, das ehemalige Kaminkehrermädchen, und Nikolas alias der Weihnachtsmann nicht zulassen. Sie kämpfen mit allen Mitteln der Fantasie darum, Wichtelgrund und Weihnachten zu erhalten.

Autor:
Format:Kindle Edition
Seiten:288
EAN:
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Grau: Ein Eddie-Russett-Roman (Eichborn digital ebook)

Buchseite und Rezensionen zu 'Grau: Ein Eddie-Russett-Roman (Eichborn digital ebook)' von Jasper Fforde
NAN
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Es läuft gut für Eddie Russett: Seine Rotsicht ist exzellent, er wird mit etwas Glück auf der Farbskala nach oben heiraten, und sein Leben plätschert angenehm ereignislos dahin - bis zu dem Tag, an dem er sich unrettbar und wider jede Vernunft verliebt. Denn Jane ist nicht nur geheimnisvoll und wunderbar stupsnasig, sie ist auch komplett farbenblind und gehört damit der gesellschaftlichen Unterschicht an: eine Graue! Jane hebt Eddies geordnete Welt aus den Angeln: Plötzlich hat er einflussreiche Feinde, wird mit unbequemen Wahrheiten konfrontiert, und zu allem Überfluss versucht seine Angebetete auch noch immer wieder, ihn umzubringen. Denn Jane hütet ein hochexplosives Geheimnis, und Eddie weiß bereits zu viel ...

"Grau" ist das neue Meisterwerk des britischen Erfolgsautors Jasper Fforde. Ein spektakuläres Ideenfeuerwerk und phantastisches Abenteuer um Liebe, Verrat und die unüberschätzbare Macht der Neugier.

Format:Kindle Edition
Seiten:497
EAN:
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ORPHEUS: Musik, Liebe, Tod.

Buchseite und Rezensionen zu 'ORPHEUS: Musik, Liebe, Tod.' von Salih Jamal
4.75
4.8 von 5 (4 Bewertungen)

Orpheus und Eurydike.

Neben Romeo und Julia die andere große Liebesgeschichte. Eigentlich weiß man, was passieren wird. Doch Salih Jamal bricht in seinem neuen Roman Orpheus mit allen Erwartungen. Gleich bei seinem Eingangsgedicht über den immerwährenden Kampf des Lebens versteht der Leser: Das, was jetzt kommt, ist etwas ganz anderes. So stürzt er in das erste Kapitel, das wie mit Maschinengewehrsalven in kleinen Absätzen die Not und Verzweiflung eines Mannes schildert, der seiner Liebe beraubt ist. Und schon ist man mitten in der Geschichte:

Der Rock- und Bluessänger Orpheus, ein Suchender in unserer Zeit, schlägt sich mit Nebenjobs durch die Tage. In Nienke begegnet er der Liebe seines Lebens. Sie arbeitet als Anwältin im Unternehmen seines Großvaters, des Patriarchen Zeus. Eines Tages findet sie Beweise, die Zeus in Verbindung zu einem viele Jahre zurückliegenden Mord an einer Frau bringen. Kurz bevor sie die Unterlagen bei der Polizei abgeben kann, verschwindet Nienke spurlos. Orpheus beginnt, sie zu suchen, und stößt auf ein Geflecht aus grausamen Familiengeheimnissen, Intrigen und Verrat. Am Ende lernt er loszulassen, um Nienke für immer zu finden.

Den Sänger Orpheus würdigt Salih Jamal mit kongenialer Begleitmusik. Jedes Kapitel ist mit dem Titel eines passenden Musikstücks überschrieben, die Auswahl ist grenzüberschreitend und unterstreicht die jeweilige Stimmung der Erzählung. So finden sich neben Bach, Mahler und Beethoven auch Tom Waits, die Leningrad Cowboys, Nina Hagen, Pink Floyd und sogar ABBA. Eine Playlist zum Buch ist auf YouTube hinterlegt.

Jamals Roman Orpheus ist mehr als eine an die griechische Mythologie angelehnte Story. Seine Betrachtungen über das Band und die Fesseln der Familie, über Liebe, Sehnsucht und Einsamkeit, über die Jugend und das Alter und nicht zuletzt über eine verrohende Gesellschaft treffen in ihrem Ton immer den Nerv. Ob einfühlsam und poetisch, wütend und entfesselt, nachdenklich und leise oder anklagend und laut.

-Die Sprache und der Inhalt ergeben magiche Literatur.-
(HAUKE HARDER, Buchhandlung Almut Schmidt)

-Ich kenne nichts vergleichbares.-
(ULRIKE RABE, Mrs. Rabes Bookaccount)

Autor:
Format:Kindle Edition
Seiten:270
Verlag: Salih Jamal
EAN:
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Rezensionen zu "ORPHEUS: Musik, Liebe, Tod."

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 12. Nov 2018 

    Orpheus in der Postmoderne

    Sprachgewaltig wird die Geschichte des jungen Musikers Orpheus erzählt, dessen Geliebte Nienke, eine Anwältin, die für seinen übermächtigen Großvater Zeus (!) arbeitet, verschwunden ist.
    Nienke kann Zeus in einen Zusammenhang mit einem lange zurück liegenden Mordfall bringen - sie hat belastendes Material aus der Firma mitgehen lassen. An dem Morgen, an dem sie zur Polizei gehen will, verliert sich ihre Spur - eine Tatsache, die den liebenden Orpheus um den Verstand bringt.

    Zeus ist ein skrupelloser Machtmensch, der in seiner Vergangenheit mehrere furchtbare Verbrechen begangen hat, die in Rückblicken erzählt werden, so dass sich die Familiengeschichte wie ein Puzzle langsam zusammensetzt.
    Warum Orpheus Vater einen Biohof betreibt und Orpheus Onkel Dino (Dionysos) der beste Kunde seiner eigenen Kneipe ist, warum Orpheus Bruder Aris eine unberechenbare Wut in sich trägt, schildert der allwissende Ich-Erzähler, der aus der Retrospektive alle Ereignisse durchschaut und in Beziehung zueinander setzen kann.

    "Heute begreife ich das Ausmaß dieser Tragödie. Denn von dort, wo ich jetzt bin, kann ich auf das sehen, was gewesen ist." (20)

    Jamal erzählt die griechische Sage neu, ohne sie nachzuerzählen. Er bedient sich der mythologischen Vorbilder und kreiert daraus eine außergewöhnliche Geschichte über Liebe, Verrat, Gewalt und Macht.

    Meines Erachtens hätte die eigentliche Story auch ohne die Bezüge zur griechischen Sage "funktioniert", denn das Aufdecken der Familiengeheimnisse ist spannend zu lesen und gleicht einem Krimi. Jamals Sprache wartet mit ungewöhnlichen Metaphern und schrägen Vergleichen auf, gleichzeitig ist er in der Lage schonungslos das zu beschreiben, was Menschen sich gegenseitig antun können. Wer gewaltsame Szenen nicht lesen kann, legt diesen Roman besser aus den Händen - aber in diesen Schilderungen und in den schnörkellosen Szenen liegen die Stärken seines Schreibstils.

    Ich wünsche ihm, dass er noch viele Leser*innen findet, denn Talent hat Jamal und das schreibe ich nicht, weil er mir seinen Roman als Lese-Exemplar zur Verfügung gestellt hat ;), sondern weil mich bis auf wenige Kleinigkeiten die Story überzeugt hat.

    Besonderheit des Romans, die zum Sänger Orpheus passt, sind die vielen Bezüge zur Musik. Jede Kapitelüberschrift ist der Titel eines klassischen Musikstücks oder eines Songs, z.B. "Leaving on a Jet Plane". Wer will, kann sich passend zur Lektüre die entsprechenden Titel anhören - intermedial sozusagen, denn die Playlist gibt es auf YouTube. Originelle Idee!

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 12. Nov 2018 

    Krass

    „Das Böse zehrt aus Bösem. Lass es einfach nicht rein und sei geduldig, es wird heilen.“ (S. 247)

    Ich muss jetzt mal was zugeben: die Geschichte von Orpheus und Eurydike war mir bisher unbekannt. Was vielleicht daran liegt, dass ich mich mit der griechischen Mythologie kaum bis gar nicht auseinandergesetzt habe. Man kann schließlich nicht in allen Töpfen rühren *g*. Und trotzdem war ich auf das neue Buch von Salih Jamal -„Orpheus“ - ziemlich gespannt; hatte mich doch im letzten Jahr schon sein Erstlingswerk „Briefe an die grüne Fee“ gefesselt und begeistert.

    Nun, jetzt soll ich eine Liebesgeschichte, einen Thriller, eine modern interpretierte Sage und einen mehr als passenden Soundtrack in EINEM bewerten? Puh, schwere Kost – aber okay, so wie die Leber wächst auch der Mensch an seinen Aufgaben *g*. Let´s go:

    In Rückblenden erfahren die Leserinnen und Leser die tragische Liebesgeschichte des Sängers Orpheus und seiner Geliebten Nienke, die durch Zufall in ein Geflecht aus Brutalität, Tod und Orpheus´ Familie betreffende (tödliche) Geheimnisse verstrickt wird und dem auch Orpheus zum Opfer fällt.

    Dabei bedient sich Salih Jamal einmal mehr einer schonungslos offenen Sprache – nichts wird beschönigt, nichts bleibt ungesagt. Und so klappt dem Leser ein ums andere Mal der Kiefer nach unten, bekommt er große, angst- und schreckerfüllte Augen und fragt sich, woher der Autor das Selbstbewusstsein nimmt, solch eine harte Ausdrucksweise zu verwenden. Okay, wenn man in manche Psychothriller oder Horrorbücher reinliest, bekommt man noch heftigeres Zeugs zu lesen – von daher kann der Leser sich bei Salih Jamal „entspannen“. Zumal das nur die eine Seite der sprachlichen Medaille ist. Die andere ist nämlich geprägt von Zärtlichkeit, Philosophie, Lyrik und – ja, man muss es so sagen: von Musik.

    Allen Kapiteln stellt Salih Jamal nämlich ein Musikstück passend zum Inhalt voran (der „Soundtrack“ ist bei Youtube zu finden) und hat dabei ein unglaublich faszinierend gutes Gespür für die Stimmung des Kapitels und des Songs bewiesen. Die Bandbreite reicht von Klassik über Pop bis hin zu Death Metal, was meiner Meinung nach sehr gut die epische Bandbreite menschlicher Gefühlsregungen zeigt. „Negativ-Aspekt“ davon ist allerdings, dass ich Stücke wie die „Cello Suite No. 1“ von Johann Sebastian Bach oder „Wish you were here“ von Pink Floyd nun mit anderen Ohren und Gefühlen hören werde, da mir dann automatisch die entsprechende Szene in „Orpheus“ einfällt. Aber gut, andere Songs wie „A kind of magic“ von Queen funktionieren problemlos ob ihres transportierten Gefühls und es gibt auch schlechtere Gedanken, als sich bei guter Musik an herausragende Bücher zu erinnern – von daher: alles gut, Salih *g*.

    Mit „Orpheus“ hat Salih Jamal (der für mich zu den hoffnungsvollsten Newcomern einer „jungen“ Garde deutscher Schriftsteller gehört) einen mehr als würdigen Nachfolger von „Briefe an die grüne Fee“ veröffentlicht (auch wenn man beide Bücher nicht unmittelbar miteinander vergleichen kann) und ich wünsche dem Buch trotz „harter Kost“ ein großes Publikum und Salih Jamal weiterhin viel Erfolg!

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 02. Nov 2018 

    Kummer ist ein hungriges Tier ohne Schlaf

    Orpheus und Nienke könnten ein glückliches Paar sein. Wäre nicht Orpheus nicht Enkel des mächtigen und skrupellosen Patriarchen Zeus und Nienke dessen Anwältin. Ein 40 Jahre alter ungeklärter Mordfall lässt die ehemalige Polizistin nicht in Ruhe. Die Indizien weisen auf Zeus, doch bevor Nienke ihre früheren Kollegen einschalten kann, verschwindet sie spurlos.
    Die Geschichte von Orpheus und Eurydike sei die traurigste Liebesgeschichte, die es gibt, behauptet der Autor. Die Geschichte von Orpheus und Nienke ist nicht nur traurig und eine Liebesgeschichte, sondern auch eine Geschichte über Macht, Besessenheit und Begierde. Ein Thriller, eine Parabel, eine Achterbahn der Gefühle, und – so seltsam es für ein Buch vielleicht klingen mag – ein musikalischer Hochgenuss.
    Es ist eine frauenarme Familie, in der Orpheus und sein jüngerer Brüder Ari aufwachsen. Die Mutter verstarb bei Aris Geburt, die Großmutter Hera bleibt – bis auf einen entscheidenden Moment – unsichtbar. Der Vater vergeistigter Humanist. Der Onkel alternativer Bohemien, die einzige Bezugsperson für Orpheus und Ari als sie Kinder waren. Es sind die alten Männer, die diese Familie beherrschen. Orpheus Großvater hat ein Stahlimperium, die Großonkel haben sich mit Reedereien und Nachtclubs Meer und Unterwelt untereinander aufgeteilt. Mit strengem Regiment und ohne Skrupel führt Zeus sowohl Familie als auch Untergebene und Handlanger, ist sich aber nicht zu gut auch sich selbst die Hände schmutzig zu machen.
    Die Parallelen zur griechischen Mythologie sind nicht zufällig sondern wohl platziert. Natürlich kann man dieses Buch auch lesen, ohne Ahnung von der griechischen Götterwelt zu haben, aber es bereitet ungemein mehr Vergnügen, die Zusammenhänge zu erkennen und zu analysieren. Ich habe sehr viel nebenher nachgelesen und dabei gelernt. Auch wenn man die Geschichte vom mythologischen Orpheus und seinem Bruder kennt, auch wenn man ahnt, was passiert, trifft es einen mit voller Wucht. Wie eine Raubkatze, die im Dunkeln nur auf den richtigen Moment wartet, springt dich die schreckliche Wirklichkeit an.
    Jedes Kapitel ist musikalisch unterlegt, von der idyllischen Morgenstimmung zur Unheil dräuenden Cellosuite von SeBEASTian Bach, Zeitsprünge, magische Momente, vergangene Tage, unendliche Sehnsucht, besser kann man Emotionen nicht transportieren. Die Gefühle, die Orpheus für Nienke hat, seine große Liebe zu ihr, seine Verzweiflung, sie verloren zu haben, muten manchmal etwas pathetisch an. Wer wie Orpheus kaum zärtliche Zuneigung gekannt hat, wer über Gefühle nicht zu sprechen kommt, neigt im Extremfall wie eine Sprudelflasche unter Druck aufzuschäumen, überzugehen, brodelnd, explosiv. „Kummer ist ein hungriges Tier ohne Schlaf“, sagt Orpheus, in seinen Alpenträumen leidet er an Glückssucht. Denn ja, er sucht das Glück und für kurze Zeit hatte er es gefunden. So beginnt dieses Buch. Und so endet es.
    „We're just two lost souls
    Swimming in a fish bowl
    Year after year
    Running over the same old ground
    And how we found
    The same old fears
    Wish you were here“ (Songtext von Wish you were here; Pink Floyd)

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 02. Nov 2018 

    Die Familie kann man sich leider nicht aussuchen

    "Tage, an denen man nichts tut, sind die Tage, die einem nichts tun." (Auszug aus dem Buch)
    Orpheus ein Musiker der sich mit kleinen Nebenjobs durchschlägt. Dann lernt er eines Tages Nienke kennen und verliebt sich in sie, schnell stellt er fest, dass sie die Liebe seines Lebens ist. Nienke arbeitet ausgerechnet bei Orpheus Großvater Zeus dem Patriarchen, als Anwältin. Bei dieser Tätigkeit entdeckt Nienke Beweise das vor Jahren eine schwangere Frau ermordet wurde und das Zeus in diese Sache verwickelt ist, aber was ist mit dem Kind geschehen? Jedoch kurz, nachdem sie Orpheus davon erzählt und die Unterlagen zur Polizei bringen möchte, verschwindet Nienke spurlos. Orpheus der von Nienke kein Lebenszeichen erhält, geht auf die Suche nach ihr, den insgeheim hat er ja den Verdacht das Zeus sie womöglich entlarvt und ihr was angetan hat. Dabei entdeckt er nach und nach die grausamen Geheimnisse seiner Familie, aus Intrigen, Verrat und Mord. Doch als er auch nach Monaten kein Lebenszeichen von Nienke bekommt, versucht Orpheus mit Alkohol und Musik sie zu vergessen. Aber dann bekommt er einen entscheidenden Hinweis und geht zusammen mit seinem Onkel Dino auf die Suche.

    Meine Meinung:
    Ich kenne den Autor von seinem Debütroman "Briefe an die grüne Fee", der mich schon damals literarisch begeistert hat. Auch dieses Buch ist wieder eine literarische Meisterleistung. Angelehnt an Orpheus und Eurydike aus der griechischen Mythologie ist diese Geschichte sicher den meisten bekannt. Trotzdem bringt hier der Autor einen ganz neuen Wind in diese Sage, im Grunde ist es Orpheus in die Moderne interpretiert. Der Schreibstil ist flüssig, sehr gut, auch wenn mich das erste Kapitel etwas verunsichert hatte, gefiel mir die Geschichte von Kapitel zu Kapitel immer besser. Das sich dabei der Autor die Mühe macht für jedes Kapitel den geeigneten Song und dazu auch noch außergewöhnliche Interpreten sucht, fand ich beeindruckend. Darunter ist von Klassik, Blues bis Pop alles vertreten, wie z. B. Nina Hagen-Ave Maria, Johann S. Bach-Air, Lou Reed-PerfektDay und viele andere mehr. Natürlich nimmt Salih Jamal kein Blatt vor den Mund, er beschönigt nichts, auch keine Vergewaltigungsszene. Von daher wird der eine oder andere Leser schon entsetzt oder gar schockiert sein. Doch in finde gerade in unserer Zeit wo solche Dinge tagtäglich real passieren, sollte man sie nicht unter den Teppich kehren. Die Charaktere waren ja im Grunde schon vorgegeben, doch die Umsetzung durch den Autor in diese moderne Interpretation, hat mir Orpheus Geschichte erst so richtig nahegebracht. Gefallen hat mir vor allem der Lebemann Dino, der das krasse Gegenteil seines Vaters war. Zum ersten Mal habe ich sie so richtig verstanden, was in dieser Liebe wirklich geschah. Natürlich ist manches frei interpretiert und nicht alles wie in der Sage überliefert, trotzdem hat sie mich in den Bann gezogen. Vor allem die Darstellung dieser außergewöhnlichen Familie, die er sehr gut aus verschiedenen Blickrichtungen erzählt, mal herzlich, liebevoll, aber auch wütend und rabiat doch immer mit viel Poesie zeigt er dem Leser alle Hintergründe. Der Autor verschmelzt hier, Poesie, Lyrik, Sage, Krimi, Abenteuergeschichte und Liebesroman in einem. Für mich wieder ein gigantisches literarisches Meisterwerk, das mit viel Poesie geschrieben wurde und dem ich gerne 5 von 5 Sterne gebe.

 

Das Erbe der Rosenthals: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Erbe der Rosenthals: Roman' von Armando Lucas Correa
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5 von 5 (1 Bewertungen)

1939 muss die elfjährige Hannah mit ihrer Familie aus Berlin fliehen, denn sie ist Jüdin. Ein Schiff soll sie nach Kuba bringen, doch nur die Wenigsten dürfen die St. Louis dort verlassen. Auch Hannahs Familie wird auseinandergerissen.

2014 sucht die elfjährige Anna nach den Wurzeln ihres bei 9/11 verstorbenen Vaters. Ein Brief ihrer Großtante enthält Fotos und erste Hinweise. Doch erst als sie zusammen mit ihrer Mutter von New York nach Kuba reist, kommt sie der Geschichte ihrer Familie wirklich nahe ...

Was bedeutet es, auf der Flucht zu sein, seine Heimat zu verlieren, die Liebsten? Einfühlsam und sprachgewaltig erzählt Armando Lucas Correa die Geschichte zweier Mädchen, die zwei Kontinente und mehr als sechs Jahrzehnte trennen, die aber so vieles verbindet: die Liebe zu ihren Vätern, ihr Überlebenswille, die Hoffnung.

Format:Kindle Edition
Seiten:431
EAN:
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Rezensionen zu "Das Erbe der Rosenthals: Roman"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 12. Jan 2018 

    Eine jüdische Odyssee

    Im Jahr 1939 muss die elfjährige Hannah Rosenthal mit ihrer Familie aus Berlin fliehen, weil sie als Juden in ihrer Heimat, dem nationalsozialistischen Deutschland, in Gefahr sind. Ein Schiff soll sie nach Kuba bringen, doch nur wenige Passagiere dürfen die St. Louis dort verlassen. So wird auch Hannahs Familie auseinandergerissen, denn nur sie und ihre Mutter Alma dürfen einreisen.
    Im Jahr 2014 sucht die elfjährige Anna Rosen nach den Wurzeln ihres Vaters, der bei den Terroranschlägen am 11. September ums Leben gekommen ist. Ein Brief ihrer Großtante gibt ihr erste Hinweise, aber auch neue Rätsel auf. Erst als sie zusammen mit ihrer Mutter von New York nach Kuba reist, um mehr zu erfahren, kommt sie der Geschichte ihrer Familie wirklich nahe.

    „Das Erbe der Rosenthals“ ist der gelungene Debütroman des Autors Armando Lucas Correa.

    Meine Meinung:
    Erzählt wird die Geschichte aus einer ungewöhnlichen, interessanten Perspektive, nämlich der Sicht der beiden Mädchen, deren Kapitel sich jeweils abwechseln. Darüber hinaus ist das Buch in vier Teile untergliedert. Der Aufbau des Romans mit den unterschiedlichen Zeitebenen sorgt für Abwechslung und gefällt mir sehr gut. Der Autor beweist, dass er mit Sprache hervorragend umgehen kann. Der Schreibstil ist angenehm, gefühlvoll und dem Alter der Mädchen angepasst.

    Ich konnte gut in die Geschichte reinfinden, die Seiten ließen sich flüssig lesen. Die Geschehnisse konnten mich schnell fesseln und berühren.

    Mit Hannah und Anna stehen zwei sympathische Hauptprotagonistinnen im Vordergrund. Vor allem das Schicksal Hannahs ging mir sehr nahe. Anna bleibt dagegen etwas blasser.

    Der tiefgründige Inhalt des Romans konnte mich absolut überzeugen. Die Handlung, bei der es vor allem um die Themen Verfolgung, Flucht, Liebe, Verlust, Überlebenswille und Hoffnung geht, finde ich sehr bewegend. Erschreckend aktuell erschienen mir viele der Geschehnisse im Roman.

    Lobenswert ist auch, dass der Autor sich auf historische Begebenheiten stützt und ein geschichtliches Ereignis wieder in Erinnerung ruft, das bisher wenig bekannt ist und im Zusammenhang mit dem Holocaust nur selten Erwähnung findet: die Fahrt des Luxusliner St. Louis von Hamburg in Richtung Kuba mit jüdischen Emigranten im Mai 1939. Eindrucksvoll werden die historischen Hintergründe mit den abgedruckten Passagierlisten und Fotos dokumentiert. Dieses Zusatzmaterial ist ebenso ein Plus des Romans. Weitere Informationen sind im Nachwort erhalten, das die ausführliche Recherchearbeit des Autors belegt.

    Das Cover finde ich sehr hübsch. Der deutsche Titel des Buches weicht zwar stark vom Original („The German Girl“) ab, ist aber durchaus passend.

    Mein Fazit:
    „Das Erbe der Rosenthals“ von Armando Lucas Correa ist ein äußerst lesenswertes, emotionales Familiendrama, das mich sehr berühren konnte. Ich kann den Roman wärmstens empfehlen.

 

Beale Street Blues: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Beale Street Blues: Roman' von James Baldwin
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Harlem Love Story: eine junge Liebe gegen die Willkür einer weißen Justiz

»Jeder in Amerika geborene Schwarze ist in der Beale Street geboren. Die Beale Street ist unser Erbe. Dieser Roman handelt von der Unmöglichkeit und von der Möglichkeit, von der absoluten Notwendigkeit, diesem Erbe Ausdruck zu geben. Die Beale Street ist eine laute Straße. Es bleibt dem Leser überlassen, aus dem Schlagen der Trommeln den Sinn herauszuhören.« James Baldwin



Dies ist die Geschichte von Tish und Fonny, 19 und 22, und ihrem Kampf gegen die Willkür einer weißen Justiz. Der traurig-schöne Song einer jungen Liebe, voller Wut und doch voller Hoffnung. Ist das Gefängnissystem die Fortsetzung der Sklaverei unter anderen Vorzeichen? Beale Street Blues von James Baldwin strahlt grell in unsere Gegenwart.

Format:Kindle Edition
Seiten:224
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Eva schläft (Wagenbachs andere Taschenbücher 805)

Buchseite und Rezensionen zu 'Eva schläft (Wagenbachs andere Taschenbücher 805)' von Francesca Melandri
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"Nur einmal in ihrem Leben konnte sich meine Mutter Gerda der Liebe eines Mannes gewiss sein, und ich der eines Vaters. All die anderen kamen und gingen wie ein Wolkenbruch im Sommer."

Eva ist Anfang vierzig, als sie einen Anruf von dem Mann erhält, der in ihrer Kindheit eine Zeitlang die Rolle des Vaters einnahm, bevor er scheinbar für immer verschwand: Vito Anania. Er liegt im Sterben und möchte Eva noch einmal sehen. Sie reist mit dem Zug von Südtirol quer durch Italien in den äußersten Süden.
In ihrer Vorstellung entfaltet sich ihre ganze Kindheit in Südtirol: Sie wuchs im Schatten der politischen Verwerfungen einer Region auf, die drei Jahrzehnte lang der Spielball bedrohlicher Allianzen war und dann endlich den Aufbruch in die Autonomie wagte. Doch noch stärker wurde Evas Kindheit geprägt von der Liebe ihrer Mutter, der im Leben nichts geschenkt wurde.
Der Roman einer Provinz ohne Vaterland und eines Mädchens ohne Vater.

Format:Kindle Edition
Seiten:440
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Gezeitenspiel: Ein Normandie-Krimi (Nicolas Guerlain)

Buchseite und Rezensionen zu 'Gezeitenspiel: Ein Normandie-Krimi (Nicolas Guerlain)' von Benjamin Cors
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Der dritte Fall für Personenschützer Nicolas Guerlain


„J“ – so nennen die Franzosen den 6. Juni 1944, den Tag der Alliierten-Landung in der Normandie. „J“ – so nennt sich auch eine bislang unbekannte Gruppe, die zum Jahrestag des D-Day einen Anschlag ankündigt. Nicolas Guerlain, Personenschützer der französischen Regierung, kommt Stück für Stück hinter die Pläne. Hilfe bekommt er ausgerechnet von Julie, seiner verschollenen Partnerin, die plötzlich wieder auftaucht. In der Normandie, dem Schauplatz der Feierlichkeiten, ist nichts, wie es scheint … Wer ist Feind, wer Freund? Es beginnt für beide ein mörderischer Wettlauf mit der Zeit – denn der Tag „J“ rückt immer näher.

Format:Kindle Edition
Seiten:448
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nichts, was uns passiert: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'nichts, was uns passiert: Roman' von Bettina Wilpert
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Leipzig. Sommer. Universität, Fußball-WM und Volksküche. Gute Freunde. Eine Geburtstagsfeier. Anna sagt, sie wurde vergewaltigt. Jonas sagt, es war einvernehmlicher Geschlechtsverkehr. Aussage steht gegen Aussage. Nach zwei Monaten nah an der Verzweiflung zeigt Anna Jonas schließlich an, doch im Freundeskreis hängt bald das Wort "Falschbeschuldigung" in der Luft. Jonas' und Annas Glaubwürdigkeit und ihre Freundschaften werden aufs Spiel gesetzt.
Der Roman "nichts, was uns passiert" thematisiert, welchen Einfluss eine Vergewaltigung auf Opfer, Täter und das Umfeld hat und wie eine Gesellschaft mit sexueller Gewalt umgeht.

Format:Kindle Edition
Seiten:170
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