Die Seebadvilla

Rezensionen zu "Die Seebadvilla"

  1. 4
    (4 von 5 *)
     - 26. Mär 2020 

    Ein Familiengeheimnis – Usedom vor und nach der Wende

    „Tatsächlich glich ihre Familiengeschichte einem Puzzle, bei dem sie nur die Randstücke zusammensetzen konnte.“ (Zitat Pos. 186)

    Inhalt
    1992 führt Henriette (Henni) Faber seit über fünfunddreißig Jahren ein erfolgreiches Modeatelier in München. Ihre Tochter Caroline hilft ihr beim bevorstehenden Umzug in ein günstigeres Geschäftslokal. Dabei entdeckt sie eine alte Fotografie und das Schreiben eines Anwaltsbüros aus Greifswald, in dem es um die mögliche Rückübertragung einer Villa auf der Insel Usedom geht. Doch ihre Mutter will damit nichts zu tun haben, will nicht einmal darüber reden. Caroline aber will die Wahrheit wissen und besucht zuerst ihre Großmutter Grete in Berlin, anschließend fährt sie auf die Insel Usedom. Zu viele offene Fragen warten auf Antworten.

    Thema und Genre
    Dieser Familien- und Generationenroman spielt in den Nachkriegsjahren und nach der Wende. Es geht um die DDR, um die Aktion Rose, um Schweigen, um zu vergessen. Ein Thema sind auch die Liebe, Hoffnung und Mut zum Neubeginn.

    Charaktere
    Grete, Henni und Caroline, drei unterschiedliche Generationen einer Familie, aber jede ist auf ihre Art eine starke, mutige Frau. Sie alle sind durch Geheimnisse und Verschweigen wichtiger Familienereignisse geprägt. Generell sind die Charaktere dieses Romans klar in „gut“ und „böse“ eingeteilt, es fehlen die menschlichen Graubereiche, die den Figuren mehr Tiefe gegeben hätten.

    Handlung und Schreibstil
    Die Familiengeschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt, ein Teil der Ereignisse spielt in den Jahren 1952 und 1953, der aktuelle Teil spielt im Jahr 1992. Die einzelnen Hauptprotagonistinnen Grete, ihre beiden Töchter Henni (Henriette) und Lisbeth, und Henriettes Tochter Caroline stehen abwechselnd im Mittelpunkt eines Kapitels, die Zuordnung erfolgt durch die Jahresangabe und den Namen. Die Handlung ist nachvollziehbar, gut geschildert und ergänzende Beschreibungen des Lebens in Ahlbeck auf der Insel Usedom und der Natur bieten einerseits zeitgeschichtliche Informationen, lassen andererseits Inselfeeling aufkommen. Die Sprache entspricht dem Genre Unterhaltungsroman.

    Fazit
    Ein Familien- und Generationenroman mit zeitgeschichtlichem Hintergrund, der auf der Insel Usedom spielt. Eine spannende, interessante Handlung, leicht und unterhaltsam zu lesen, passend für den Strandkorb, Liegestuhl oder das Sofa.

 

Ich erwarte die Ankunft des Teufels

Rezensionen zu "Ich erwarte die Ankunft des Teufels"

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 23. Mär 2020 

    Eitelkeit und Rebellion

    „Ich, neunzehn Jahre alt und im weiblichen Geschlecht geboren, werde jetzt, so vollständig und ehrlich wie ich kann, eine Darstellung von mir selbst verfassen, Mary MacLane, die in der Welt nicht ihresgleichen kennt.“
    So beginnt das Tagebuch der 19-jährigen Mary MacLane. Es ist ein Manifest der Weiblichkeit, der unbändigen Profilierungslust, das Werk einer ganz außergewöhnlichen jungen Frau. Zumindest für eine Frau der damaligen Zeit. Denn Mary Mac Lane schrieb dieses Tagebuch zwischen Jänner und April 1901. Vier Monate verbring sie schreibend, manchmal täglich, manchmal gibt es Lücken von einigen Tagen. Oft ist es ein langer Schwall an Worten, manchmal nur ein Einzeiler für einen Tag.
    Nun, wer war diese Mary MacLane: Geboren wurde Mary in Kanada, aufgewachsen in Montana, wo sie immer noch lebt, als sie dieses Werk verfasste. Der Vater, der nie einen Gedanken an sie verschwendet hat, wie sie behauptet, verstarb früh. Mit der Mutter und einigen Geschwister verbringt sie ihren Alltag in der eintönigen Stadt Butte. Sie sieht sich selbst als „Philosophin ihrer eigenen guten peripatetischen Schule“. Sie erhebt sich über alle anderen Menschen, nennt sich ein Genie, auch in Aussehen und Figur ansehnlich. Den Teufel wünscht sie sich als Liebhaber, den Teufel, für den sie alles, sich selbst hingeben will. Der Eintönigkeit, die stupiden Alltagstätigkeit will sie entkommen, der Tristesse des Bergbaustädtchen, der Ödnis der Ungebildeten und gibt sich dann doch mit einem Steak und frischen Zwiebeln zufrieden.
    Der Peripatos driftet nur allzu oft in Pathos ab. Mag der Anfang noch einen gewissen Sog gezogen haben, mit der Zeit beginnt sich alles zu wiederholen, sich im Kreise zu drehen. Mary will schreiben, will Ruhm, will Glück, will sterben, will unsterblich sein und dann wieder alles von vorne.
    Sie fragt (sich, uns?): „Bin ich nicht unerträglich eitel?“ – „Ja!“, will ich schreien. „Ja, ja!“
    Marys Leben ist eine einzige Rebellion, nur nicht für die Allgemeinheit, sondern ausschließlich für sie selbst. Ich bin mir sicher für die Zeit, den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts, da war ein Werk wie dieses eine Sensation, wahrscheinlich ein Skandal. Aus heutiger Sicht finde ich Mary nur affektiert und redundant.

 

Die Stadt der Blinden: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Stadt der Blinden: Roman' von Saramago, José
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Format:Kindle Ausgabe
Seiten:401
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Die Klangprobe: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Klangprobe: Roman' von Lenz, Siegfried
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Format:Kindle Ausgabe
Seiten:472
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Die Klangprobe: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Klangprobe: Roman' von Lenz, Siegfried
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Format:Kindle Ausgabe
Seiten:472
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Sturmhöhe: Reclam Taschenbuch

Rezensionen zu "Sturmhöhe: Reclam Taschenbuch"

  1. bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 26. Mär 2020 

    Ein Buch der Extreme

    Inhalt (Klappentext):

    Der Findling Heathcliff wächst bei Familie Earnshaw auf dem Gutshof Wuthering Heights in Yorkshire auf. Mit deren stürmischer und leidenschaftlicher Tochter Catherine verbindet ihn eine tiefe Freundschaft. Als der Stiefbruder nach dem Tod des Vaters dem Alkohol und der Spielsucht verfällt und beide terrorisiert, entschließt sich Catherine entgegen ihrer Gefühle, den reichen und angesehenen Nachbarn Edgar Linton zu ehelichen. Der schwer gekränkte Heathcliff schwört, sich daraufhin an beiden Familien zu rächen...

    Meine Meinung:

    Ich glaube "Wuthering Heights" oder deutsch "Sturmhöhe" gehört zu der Art Bücher, die ihre Leserschaft polarisieren. Entweder man liebt dieses Buch oder man kann überhaupt nichts damit anfangen, dazwischen geht wenig. Ich gehöre leider zu der zweiten Gruppe und musste mich regelrecht durch diese Geschichte hindurchquälen. Vielleicht ging ich auch einfach unter falschen Voraussetzungen an die Lektüre. Ich erwartete einen Roman in der Art von "Jane Eyre" oder "Stolz und Vorurteil", aber diese Geschichten sind meilenweit von diesem Buch entfernt. Hier ist alles irgendwie extrem; die Leidenschaften, die Protagonisten, die Handlungsweisen. Mit keinem der Charaktere konnte ich etwas anfangen, sie waren entweder weinerlich und selbstmitleidig, verwöhnt und eigensinnig, weltfremd, unfreundlich und unverschämt oder eben Heathcliff, für den ich einfach keine passende Beschreibung finden kann. Solch ein bösartiger und teuflischer Protagonist ist mir bisher noch nicht begegnet. Die Handlungsweisen waren zum Teil äußerst befremdlich, teilweise erschreckend und völlig überzogen. Auch wenn das Ende vielleicht versöhnlich wirken sollte, war ich heilfroh, als die Geschichte endlich zu Ende war.

    Im Anhang meiner Ausgabe des Reclam-Verlages von 1986 befindet sich ein sehr erhellendes und informatives Nachwort von Ingrid Rein, der Übersetzerin dieses Buches. Sie hat es doch tatsächlich geschafft, meine völlig negative Meinung etwas aufzubessern und den Blick vielleicht auf andere Aspekte zu richten. Der Schreibstil ist nämlich durchaus lesenswert und der Aufbau der Handlung zeugt von hohem schriftstellerischen Können. Schade, dass die talentierte Emily Bronte schon so früh verstorben ist.

    Fazit:

    Eine extreme Geschichte mit der ich überhaupt nichts anfangen konnte. Das sehr gute Nachwort ließ mich das Buch noch unter anderen Gesichtspunkten sehen, so dass ich doch noch 2 Sterne vergeben kann.

 

Götter ohne Menschen: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Götter ohne Menschen: Roman' von Kunzru, Hari
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Format:Kindle Ausgabe
Seiten:432
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Kreise ziehen (Quartbuch)

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Format:Kindle Ausgabe
Seiten:336
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Kongo Blues: Kriminalroman

Buchseite und Rezensionen zu 'Kongo Blues: Kriminalroman' von Robijn, Jonathan
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Format:Kindle Ausgabe
Seiten:176
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Power: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Power: Roman' von Verena Güntner
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Die selbstbewusste Kerze ist gerade noch ein Kind. Sie lebt in einem kleinen, von Wald und Feldern umgebenen Dorf, das kaum mehr zweihundert Bewohner hat. Die Alten, zu denen die Nachbarin Hitschke gehört, sind in der Überzahl. Kerze verteidigt ihr Dorf gegen den Schwund, sie ist hier fest verwurzelt. Eines Tages geht Power, der Hund der Hitschke, verloren, und Kerze verspricht, ihn zu finden. Eine mitreißende, schonungslose Suche beginnt, der sich immer mehr Kinder anschließen. Als die Kinder schließlich im Wald verschwinden, erklärt die Dorfgemeinschaft den Ausnahmezustand.
Mit außergewöhnlicher Sprachmacht, Scharfsinn und mit enormem Einfühlungsvermögen erzählt Verena Güntner die Geschichte einer Radikalisierung und davon, was mit einer Gemeinschaft geschieht, die den Kontakt zu ihren Kindern verliert. ›Power‹ führt hinein in den Schmerz derer, die zurückbleiben, und zeigt mit großer Kraft, was es braucht, um durchzuhalten, weiterzumachen und Sinn zu finden in einer haltlos gewordenen Welt.

»›Power‹ ist eine faszinierende Parabel auf die Gegenwart, absurd, märchenhaft und radikal. Ein großer Gesellschaftsroman über Macht und Niedertracht – und eine Kampfansage: So, wie es ist, kann es nicht weitergehen.«
Jan Brandt

Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2020!

Das Hörbuch erscheint zeitgleich bei tacheles! / ROOF Music, ungekürzt gelesen von der Autorin.

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:254
EAN:
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