Carol: oder Salz und sein Preis (detebe)

 

Trüb (Ariadne)

Buchseite und Rezensionen zu 'Trüb (Ariadne)' von Sarah Schulman
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Maggie Terry, Expolizistin mit Suchtproblem, bekommt noch eine letzte Chance. Aber wie soll sie, die kaum noch geradeaus denken kann, einen Mörder dingfest machen?

Mit sardonischem New Yorker Humor erzählt Sarah Schulman die Geschichte einer Ermittlerin im Zustand der Auflösung – genau wie das Land um sie herum, die USA.

»Der schönste, bitterste, süßeste und überhaupt allerbeste Detektivroman, den ich seit Jahren gelesen habe. Ein wildes Buch voller Tiefe und Weitblick, akkurat, erkenntnisreich, herzzerreißend und ein Pageturner – lest alle dieses Buch, sofort!« Sara Gran

»Schulmans Neuer spannt den Bogen heiter vom Persönlichen zum Soziopolitischen.« Lambda Literary Review

»Es ist ein zugstarker, fesselnder Kriminalroman von einer Meisterin des Genres, doch im selben Atemzug ist Sarah Schulmans Trüb eine stimmige, faszinierende, genial gemachte Charakterstudie.« Midwest Book Review

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:288
EAN:
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Der linke Fuß des Gondoliere

Buchseite und Rezensionen zu 'Der linke Fuß des Gondoliere' von Jobst Mahrenholz
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Cece, Leo, Pirro. Ein Bootsbauer, ein Gondoliere, ein Träumer. Drei allerbeste Freunde und ein Pfefferkorn, das alles ändert. Eine Geschichte um Liebesmodelle, schöne Boote und das unstillbare Verlangen nach Luft.

Format:Taschenbuch
Seiten:264
EAN:9783944737997
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Es ist Sarah

Rezensionen zu "Es ist Sarah"

  1. Leidenschaft und Zerstörung

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 10. Nov 2019 

    "Darum geht es, um Sarah die Unbekannte, Sarah das ehrliche Mädchen. Sarah die zurückhaltende Dame, Sarah die Fantasiefrau, Sarah die bizarre Frau, Sarah die einsame Frau."

    Eben nicht. In dem Roman "Es ist Sarah" der französischen Autorin Pauline Delabroy-Allard geht es nicht nur um Sarah, sondern um eine zerstörerische Liebe zwischen 2 Frauen, wovon eine ebendiese Sarah ist.
    Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive eine der beiden Frauen: alleinerziehende Mutter, Lehrerin, die eines Tages im Kreis von Freunden Sarah kennenlernt. Die Violistin Sarah kommt wie ein Wirbelwind in das Leben der jungen und zurückhaltenden Frau. Aus freundschaftlicher Zuneigung wird Liebe. Die beiden leben ihre Liebe, fernab jeglicher Konventionen. Denn sie haben genug mit sich allein zu tun. Da ist es schwierig, den Alltag in ihre Beziehung zu lassen. Dennoch lässt sich der Alltag nicht ignorieren. Insbesondere die Ich-Erzählerin spürt die Schwierigkeiten, Liebe, Beruf und Kind unter einen Hut zu bringen.
    Sarah lebt und liebt mit einer Leidenschaft, die die beiden Frauen emotional an ihre Grenzen bringt. Nach etwa einem Jahr nimmt ihre Liebe zerstörerische Ausmaße an, die kaum noch zu ertragen sind.

    "Manchmal wird sie verrückt. Verrückt vor Wut, dann verrückt vor Kummer. Sie beginnt zu schreien, sie wirft sich auf mich, zerkratzt mir das Gesicht mit einem monströsen Ausdruck auf ihrem. Sie ist schlimmer als die Hexe aus dem Märchen. Sie wirft mir alles Mögliche vor, ihr die Zeit zu stehlen, ihre Jugend zu stehlen, ihr die Vorstellung zu stehlen, die sie von klein auf davon hatte, wie sie ihr Leben führen sollte. Sie sagt es nicht, aber ich höre es, es klingt in meinen Ohren, Diebin, Diebin, Diebin."

    Dieser Roman wird in zwei Teilen erzählt. Der erste Teil behandelt die leidenschaftliche und zerstörerische Beziehung der beiden Frauen. Im zweiten Teil geht es um die Konsequenzen auf das Seelenleben der Ich-Erzählerin, die völlig aus der Bahn geworfen wird, mit allem bricht, was ihr im Leben wichtig war und an dem emotionalen Schmerz, der durch die Beziehung zu Sarah verursacht wurde, zugrunde geht.

    Die Beziehung der beiden Frauen wird von Lust, Leidenschaft, Zerstörung und Schmerz bestimmt. Dies sind auch die Begriffe, die die Geschichte und den Sprachstil der Autorin dominieren. Der Text strahlt ebendiese Begriffe aus, angefangen von der ersten bis hin zur letzten Zeile. Die Handlung reißt den Leser mit, wobei sich die Emotionalität unweigerlich auf den Leser überträgt.
    Manch einem Leser mag dies zuviel Gefühl und Leidenschaft sein. Hinzu kommt die detailgetreue Beschreibung der erotischen Begegnungen der beiden Frauen. Doch für mich ergibt dies ein stimmiges Bild: Denn erzählt wird die Geschichte einer leidenschaftliche Liebe in all ihren Facetten, beschrieben in einer hochemotionalen Sprache.

    Leseempfehlung!

    © Renie

 

Guapa

 

Unter den Udala Bäumen: Roman (AfrikAWunderhorn)

Buchseite und Rezensionen zu 'Unter den Udala Bäumen: Roman (AfrikAWunderhorn)' von Chinelo Okparanta
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Gebundenes Buch
Chinelo Okparantas erster Roman ist Kriegs- und Liebesroman zugleich. Die Coming-out-Geschichte des Mädchens
Ijeoma beginnt 1968, ein Jahr nach Beginn des Biafra-Kriegs in Nigeria. Die Bevölkerung leidet unter dem immer brutaler
werdenden Krieg und einer unvorstellbaren Hungersnot. Ijeomas Vater kommt bei einem Bombenangriff ums Leben.
Ihre Mutter kann nicht mehr für sie sorgen, und sie wird in ein entferntes Dorf zu Freunden der Familie geschickt. Dort
lernt sie Amina kennen, die gleichalt und auch alleine ist.
Zwischen Ijeoma, einer christlichen Igbo, und Amina, einer muslimischen Hausa, beginnt eine Freundschaft, die zur
Leidenschaft wird. Als diese aus ethnischen und gesellschaftlichen Grunden unmögliche Beziehung entdeckt wird, muss
Ijeoma zurück zu ihrer Mutter, die sie streng religiös erzieht. Ijeoma ist verzweifelt und findet bei der älteren Ndidi Trost,
die sie mit der geheimen homosexuellen Szene der Gemeinde bekannt macht. Doch der gesellschaftliche Druck und die
Angstdavor entdeckt zu werden, sind zu groß, und so heiratet sie Chibundu, einen Freund aus Kindheitstagen.
Okparanta stellt einfühlsam die Persönlichkeitskonflikte dar, in die Ijeoma als heranwachsende Frau in der nigerianischen
Gesellschaft gestürzt wird: ihre lesbische Identität, die Niederlage des unabhängigen Biafra, das Tabu einer Beziehung
zwischen Igbo und Hausa, der tiefe Fall einer Studentin aus der höheren Mittelklasse in die Armut und die allgegenwärtige
Macht der Kirche mit ihren Dogmen, die gleichgeschlechtliche Liebe als abscheuliches Laster brandmarkt.
Hinzu kommt die vom Staat ausgehende Gewalt, die mit rigorosen Gesetzen Homosexuelle verfolgt.
Ein außergewöhnlicher, sehr aktueller Roman über das schwierige Erwachsenwerden einer jungen Frau in Nigeria.
Politischer Hintergrund: 1967 begann im Südosten Nigerias der Biafra-Krieg, nachdem sich die Region Biafra fur unabhängig...

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:336
EAN:9783884235911
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Benzin: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Benzin: Roman' von Gunther Geltinger
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Es ist nicht die erste Reise, die Alexander und Vinz unternehmen, weil ihre Beziehung in eine Krise geraten ist. Der Roadtrip durch Südafrika soll ihnen Klarheit über sie verschaffen, und Vinz, der Schriftsteller, erhofft sich eine Idee für seinen neuen Roman. Vorbei an Straßenmärkten, Chicken Inns und Anhaltern bewegen sie sich durch ein Land, in dem Wohlstand und Armut aufeinanderprallen, Homosexualität als Tabu gilt und in dem sich die beiden Deutschen mit der Gedankenlosigkeit der weißen Touristen konfrontiert sehen. Als sie einen jungen Mann anfahren, zieht sie das immer tiefer in Widersprüche: Einerseits fühlen sie sich dem Fremden verpflichtet und bezahlen ihn, als er sich als Guide anbietet. Andererseits verschärft ihr neuer Begleiter die Spannungen, und vor allem Vinz beschleicht die Sorge um ihre eigene Sicherheit. Als er auf eine Spur für seinen Roman stößt, die nach Simbabwe zu den Victoria-Fällen führt, verlassen alle drei ihre ursprünglich geplanten Wege.Gunther Geltinger schildert in Benzin so sprachmächtig wie eindringlich, was es heißt, wenn die eigene Welt aus den Fugen gerät. Er buchstabiert die Zerrissenheit seiner Figuren in sechsundzwanzig Kapiteln aus, von A bis Z, und beschwört atmosphärisch dichte Bilder, die sich nach und nach zu einem großen Ganzen fügen - einer Geschichte über Vorurteile und Souveränität, über Vertrauen und Verrat.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:377
EAN:9783518428597
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Desorientale: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Desorientale: Roman' von Négar Djavadi
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Gebundenes Buch
In ihrem fulminanten, komisch-tragischen, autobiographischen Debütroman erzählt Négar Djavadi aus der Sicht ihres Alter Egos Kimiâ Sadr die Geschichte ihrer Familie, die aus Iran stammt. Ein zweiter Erzählstrang betrifft Kimiâ selbst und ihre Schwangerschaft. Die klappt nur mit Hilfe der Medizin und der Mann dazu ist auch nur geliehen - Kimiâ liebt eher Frauen. In Teheran geboren und seit zehn Jahren im Pariser Exil, hat Kimiâ stets versucht, ihr Land, ihre Kultur, ihre Familie auf Abstand zu halten. Doch die Geister der Vergangenheit holen sie wieder ein, um in einem überwältigenden Bilderreigen die Geschichte der Familie Sadr in drei Generationen vor ihr abzuspulen: die Drangsale im Leben der Ahnen, ein Jahrzehnt der politischen Revolution, die Winkelgassen der Adoleszenz, berauschende Rockmusik, das schelmische Lächeln einer blonden Bassistin. Und dann gibt es, im dunklen Kern dieses atemberaubenden Romans über den Iran von gestern und das Frankreich von heute, noch eine furchtbare Geschichte zu erzählen

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:400
Verlag: C.H.Beck
EAN:9783406714535
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Das Licht ist hier viel heller

Rezensionen zu "Das Licht ist hier viel heller"

  1. Wichtige aktuelle Themen in Höchstspannung

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 27. Jan 2020 

    Der Roman wird im Wesentlichen aus zwei Erzählperspektiven erzählt: Einerseits haben wir einen auktorialen Erzähler, der uns Max Wenger und seine Gedanken sehr explizit darstellt. Andererseits gibt es die Ich-Erzählerin Chloe (genannt Zoey), Wengers 17-jährige Tochter. Ihre Abschnitte sind mit Hashtags gekennzeichnet. Die Kapitelführung ist von 10 rücklaufend bis 0 gestaltet, unregelmäßig werden Briefe einer unbekannten Frau namens Marlen abgedruckt. Die Geschichte spielt in der Gegenwart, es gibt aber zahlreiche Rückblicke, die für das bessere Verständnis des Geschehens wichtig sind.
    Wenger ist ein wahrer Anti-Held. Mitte 50, getrennt von seiner Frau, hat er nur mäßigen Kontakt zu seinen zwei 16- und 17-jährigen Kindern. Er lebt er in einer verwahrlosten Junggesellenbude und träumt von besseren Zeiten. Seine Schwester Elisabeth kümmert sich um ihn, aber auch sie hört kein gutes Wort. Wenger flüchtet sich in Depression und Alkohol, ist ein richtiger Stinkstiefel.

    Früher war er Schriftsteller. Er wurde es eher per Zufall, war dann aber eine Zeitlang sehr erfolgreich, bis seine Bücher die Läden hüteten und sich der Verleger von ihm abwandte. Der höchst poetisch formulierte Brief einer Unbekannten, adressiert an seinen Vormieter, mischt Wenger etwas auf: „Ich hab dich geliebt, lass mich das einmal aufschreiben. Lass mich alles einmal aufschreiben. Ich schreibe es weg von mir, raus aus mir, runter von mir. Vielleicht fühle ich mich dann endlich wieder sauber. Vielleicht fühle ich mich dann endlich wieder.“ (S. 19)

    Zoey lebt im Elternhaus zusammen mit ihrem Bruder Spin, ihrer Mutter Patrizia und deren neuen, jungen Freund Reto. Die Mutter unterhält einen Kanal, in dem sie Schönheits- und Lifestyle-Tipps verbreitet. Sie leidet am Jugendwahn und will sich ständig mit ihrer Tochter messen und fotografieren lassen. Zoey verabscheut diese oberflächliche Welt, die Mutter spürt das aber nicht. Auch Wenger hat sich nie für seinen Nachwuchs interessiert, Zoey ist er fremd: „So ist das mit ihm. Er ist eine Tür, und ich probiere einen Schlüssel nach dem anderen, einen ganzen verfickten Schlüsselbund hab ich, und keiner passt. Nicht ein einziger.“ (S. 36).

    Die Kinder sind sehr häufig sich selbst überlassen, was sie eng zusammengeschweißt hat. Probleme besprechen sie miteinander. Dennoch besuchen sie den Vater pflichtbewusst im 14-tägigen Rhythmus.

    Im Zuge des Romans passiert viel. Wenger bekommt weiterhin die Briefe der Unbekannten, die er wie selbstverständlich öffnet, obwohl sie nicht für ihn bestimmt sind: "Wenger ist so alt, dass ein Brief noch Bedeutung hat für ihn, weil es ein echtes Schriftstück ist, in das jemand Worte eingewebt hat und das Tage gebraucht hat statt Sekunden, um anzukommen.“ (S.18)

    Die Schreiberin zeigt zunehmend eine zutiefst enttäuschte und verletzte Seele, von Brief zu Brief erfährt man mehr über ihr Schicksal, dass sie nach San Remo verschlagen hat. Wenger berühren diese Briefe eigentümlich, seine Gedanken sind nicht immer schmeichelhaft für ihn. Was er nicht weiß, ist, dass auch Zoey die Briefe liest und sogar abfotografiert. Sie ist von ihnen völlig anders tangiert als ihr Vater.

    Zoey hat das analoge Fotografieren zu ihrem Hobby gemacht, von dem zunächst niemand etwas weiß. Um Geld zu verdienen und sich fortzubilden, jobbt sie in einem Fotostudio. Sie träumt von der Anschaffung einer wertvollen Kamera. Eines Abends kommt es jedoch zu einem Vorfall, der sehr prägend und verletzend für die junge Frau ist und weitreichende Folgen für die Handlung hat.

    Die drei unterschiedlichen Erzählperspektiven nehmen zunehmend Fahrt auf und zeigen wichtige Themen aus verschiedenen Blickwinkeln: Wenger erweist sich als ein großer Macho. Von jeher tritt er Frauen gegenüber sexistisch auf, beurteilt sie höchst oberflächlich und erwartet, dass insbesondere seine eigenen Interessen befriedigt werden. Zoey ist ein sensibles junges Mädchen, das unglücklich verliebt ist. Sie macht ihre ersten holprigen Erfahrungen mit Sexualität, die nichts mit Erfüllung zu tun haben.

    Die Briefe Marlens gehen unter die Haut. Sie flankieren das Geschehen rund um Wenger und seine Tochter. Wenger fühlt sich von ihnen inspiriert, er rafft sich auf, findet ein neues Thema für einen Roman. Zoey leidet, kann aber noch nicht darüber sprechen. Die Spannung steigt, es gibt Konfrontationen innerhalb und außerhalb der Familie. Der Roman mutiert zum Pageturner. Beachtlich ist, dass Fallwickl völlig unterschiedliche Sprachmelodien für ihre Protagonisten findet. Sie gleitet nicht in Klischees ab, sie beschreibt Typen, und Typen wie Wenger – so unsympathisch er einem auch ist – gibt es in der realen Welt.

    Die Autorin hat wichtige, allgegenwärtige Themen aufgegriffen. Es geht um Grenzen: Wo fangen sie an, wo hören sie auf, wie muss man sie verteidigen? Es geht um Identitätssuche und -definition, um Verarbeitung erlittener Gewalt. Hinzu treten der übertriebene Jugendwahn, auch Kritik an den Social Media habe ich herausgelesen. Interessant, dass hier nicht nur die Jugend zu den übertriebenen Nutzern gehört.

    Fallwickl hat ein wichtiges, aktuelles Buch vorgelegt in einer Sprache, die vielseitig verschiedene Nuancen aufzeigt, sich flüssig liest, mal nachdenklich stimmt, mal zum Schmunzeln einlädt oder poetische Anlehnungen hat. Es ist ein Roman, der sowohl für ältere Teenager als auch für Erwachsene geeignet ist. Auch nach dem Zuklappen des Romans, dem die Autorin ein absolut glaubwürdiges Ende gegeben hat, ist der Denkprozess nicht abgeschlossen.

    Ein Buch, das nachhallt. Was will man mehr von guter, zeitgenössischer Literatur?
    Von mir gibt es 5 Sterne und meine volle Leseempfehlung!

 

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