Profiling Murder - Fall 8: Letzter Atemzug (Laurie Walsh Thriller Serie)

Rezensionen zu "Profiling Murder - Fall 8: Letzter Atemzug (Laurie Walsh Thriller Serie)"

  1. Wenn der Schmerz eines anderen mir Lust bereitet

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 06. Jul 2020 

    "Extreme Handlungen von Grausamkeit verlangen einen hohen Grad an Empathie" ( aus Die dunkle Seite der Empathie)
    Aus Langeweile durchsucht Laurie ungelöste Fallakten, in der Hoffnung was Interessantes zu finden, dass sie bearbeiten kann. Unverhofft stößt sie auf die Akte zum Tod eines 18-jährigen Schülers, den man nackt aufgefunden hatte und der zuvor brutal gefoltert wurde. Als sie weiter nachforscht, entdeckt sie weitere Sexualmorde im Raum Phönix, bei denen der Täter seine Opfer ebenfalls zuvor brutalsten gefoltert hat. Laurie ist sich ziemlich sicher, dass diese Fälle zusammenpassen und sie es hier mit einem Serientäter zu tun haben. Alle Opfer waren homosexuell und hatten eine Vorliebe für BDSM. Werden Laurie und Jake den Täter finden, ehe er erneut zuschlägt?

    Meine Meinung:
    In Laurie und Jakes Fall Nummer 8 geht es um einen brutalen Sadisten, einen Serientäter, der seit mindestens 7 Jahren seine Opfer teils tagelang brutal missbraucht und danach tötet. Er scheint eine besondere Vorliebe für homosexuelle Männer zu haben, die anfangs zwanzig und jünger sind. Laurie und Jake sind sich sicher, dass er selbst ebenfalls homosexuell ist und als dominanter Mann einen devoten Partner sucht. So vermuten sie weiter, dass er vor sieben Jahren beim Sexspiel seinen ersten Kick bekam, als er seinen Partner gewürgt und anschließend ermordet hat. Seither hat er sich zusehends gesteigert, was die Foltern anbelangt, weshalb sie ihn unbedingt fassen müssen. Die Autorin beweist hier wieder einmal, dass sie inzwischen in Sachen Psychologie, Profiling und Thriller zur Meisterklasse gehört. Schon alleine das überaus explizite Profil des Täters, das hier sehr gut ausgearbeitet wurde, hat mich total fasziniert. Hier merkt man einfach, dass sie schon zwei größere Buchserien mir Profilerinnen geschrieben hat und sich bestens auskennt. Dabei kenne ich inzwischen alle diese Bücher, jedoch so ein ausführliches Profil habe ich seither noch nie gelesen. Selbst die ganze Vorgehensweise, wie Jake und Laurie an den Fall gehen, war wieder sehr informativ und aufschlussreich. Man spürt einfach, dass die beiden nicht nur beruflich, sondern auch privat sehr gut harmonieren. Ebenso hervorragend wurden die Charaktere eines Sadisten hier dargestellt und ausgearbeitet. So war diese Folge dann wieder einmal viel zu kurz und ich hätte gerne etwas mehr von den beiden Ermittlern gehabt. Dass ich zudem wieder einen kleinen Einblick in Lauries Privatleben bekam, hat mir ebenfalls gut gefallen. Besonders freut es mich, dass Lauries Schwester Sam nun endlich einen Partner gefunden hat, dem sie ehrlich vertrauen kann. Auch Jakes Frust am Ende des Buchs konnte ich gut nachvollziehen. Das Ende macht mir in mancherlei Hinsicht noch weiteres Unbehagen, jedoch dazu kann ich nichts berichten, ohne zu viel zu verraten. Nur so viel sei gesagt ich vermute, da kommen noch Probleme auf Laurie und Jake zu. Jedenfalls freue ich mich schon auf die nächste Folge von Laurie und Jake. Noch einmal Chapeau an die Autorin für dieses meisterhafte Profil, das ich in diesem Buch genießen durfte. Besser kann man das wohl kaum machen, deshalb von mir wieder mal 5 von 5 Sterne dafür.

 

Prost, auf die Wirtin (Kommissar Tischler ermittelt 1)

Rezensionen zu "Prost, auf die Wirtin (Kommissar Tischler ermittelt 1)"

  1. Zefix! Immer, wenn es am ungünstigsten ist.

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 03. Jul 2020 

    "Tischler wurde in diesem Augenblick bewusst, dass es noch ein weiter Weg war, bis seine Kollegen eine gute Tasse Kaffee zu schätzen wussten. Vielleicht war es aber auch ein unlösbarer Fall." (Buchauszug)
    Hauptkommissar Constantin Tischler hat noch nicht einmal seine neue Wohnung in Brunngries eingeräumt, da bekommt er es schon mit seinem ersten Mordfall zu tun. Dass man zudem an einem Sonntag die Brunnenwirtin Franziska Leidinger ermordet hat, schmeckt ihm so gar nicht. Ihre Leiche wird ausgerechnet von Dackeldame Resi vom hiesigen Förster gefunden. Dass der Stadtmensch Tischler in Brunngries auf einige bayrische Urgesteine trifft, damit hatte er ja gerechnet, schließlich kennt er die Region aus seiner Jugend im Internat. In Polizeiobermeister Fink findet er zwar einen interessierten Kollegen, doch dieser tritt gerne von einem Fettnäpfchen ins andere. Doch erst mal muss Tischler so einiges am Arbeitsplatz ändern, in erster Linie Brunello den schlechten Kaffee. Je weiter Tischler die Ferienidylle Brunngries eintaucht, desto mehr merkt er, das hier einiges im Verborgenen liegt.

    Meine Meinung:
    Das bunte, humorvolle Cover mit typischen bayrischen Szenarien, lädt zur neuen Krimireihe nach Oberbayern ein. Der Schreibstil ist flüssig, locker, unterhaltsam und mit viel Humor. Besonders die vielen brillanten Dialoge, die hier mit viel Humor ausgedacht wurden, haben mich beeindruckt. Es geht um den Mord an der Brunnenwirtin Franziska Leidinger, der den ganzen Ort erschüttert. Natürlich wird recht schnell der alkoholsüchtige Ehemann verdächtigt, besonders weil er ein ganzes Waffenarsenal zu Hause hat. Doch der Autor beschäftigt sich nicht nur mit dem Mord, sondern insbesondere mit den Begebenheiten des Polizeireviers und den Menschen im Dorf. Allein schon das Auftreten von Felix Fink im Trachtenjanker kann ich mir bildlich vorstellen. Seine etwas tollpatschige, übereifrige Art bringt nicht nur ihn, sondern ebenso Tischler des Öfteren in Verlegenheit. Auch die Menschen im Dorf haben so einiges, was nicht mit rechten Dingen zugeht, sei es der hiesige Metzger oder der Kfz-Mechaniker die beide etwas zu verbergen haben. Gerade durch die lockere, humorvolle Art wird der Krimi zum richtigen Leseerlebnis. Ich selbst hab mich bis zum Ende gefragt, wer der Täter ist. Bei der unterhaltsamen Mördersuche amüsiere ich mich nicht nur bei Tagliatelle Verdure, Leberkässemmel und Trachtenjanker. Nein es gibt auch noch ein erstes Date von Tischler mit Dr. Britta Neufeld der Ärztin, die ihn versorgt und auf die er sofort ein Auge geworfen hat. Durch seine inzwischen vielen Bücher weiß Friedrich Kalpenstein mit seinen Protagonisten umzugehen, er haucht jedem seinen ganz eigenen Charakter ein. Besonders die Art von Felix Fink lässt mich manchmal hinwerfen vor Lachen, ich kann ihn mir bildlich gut vorstellen. Den naiven, kleinen Schülerbub, der sich oft zu unsicher ist, ob alles in Ordnung ist, was er tut. Ebenso gefällt mir Tischler sehr gut, er ist das genaue Gegenteil von Fink, sehr ehrgeizig und gewissenhaft. Am Ende wartet der Autor dann noch mit einigem Verborgenem auf, das mich neugierig macht, wie es in den nächsten Folgen in Brunngries weitergehen könnte. Für mich ein gelungener Krimiauftakt, den ich sehr gerne weiterverfolgen würde. Von mir gibt es 5 von 5 Sterne für dieses lesenswerte Buch.

 

Wenn die Unschuld Feuer fängt (Libby Whitman 3)

Buchseite und Rezensionen zu 'Wenn die Unschuld Feuer fängt (Libby Whitman 3)' von Dicken, Dania
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:296
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Wenn die Unschuld Feuer fängt (Libby Whitman 3)"

  1. Ein Feuerteufel geht um, der unschuldige Frauen anzündet

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Jun 2020 

    "Mancher Mensch hat ein großes Feuer in seiner Seele, und niemand kommt, um sich daran zu wärmen." (Vincent van Gogh)
    Libbys Traum als Profilerin beim FBI ist endlich in Erfüllung gegangen. Sie ist nun als Special Agent in Nicks Dormers Team bei der Behavioral Analysis Unit (BAU). Schon ihr ersten Fall ist brandgefährlich, den ein Serientäter in Richmond steckt seine Opfer lebendig in Brand. Libby versucht natürlich, ihre Kollegen bei diesem Fall zu unterstützen. Doch ihr Freund Owen hat es ebenso mit einem kniffligen Fall zu tun, bei dem er Libbys Hilfe erbittet. Am helllichten Tag wird der 9-jährige Peter Cummings bei einem Skate-Park erschlagen. Augenzeugen für die Tat sind bisher keine zu finden, außerdem fehlt seither Peters BMX-Rad, mit dem er von zu Hause losgefahren ist. Obwohl sie es mit zwei außergewöhnlichen Fällen zu tun hat, steht für Libby zumindest das Profil von Peters Täter recht schnell fest. Als dann eines der Brandopfer überlebt, kristallisiert sich Frank Melville recht schnell als ihr Täter heraus. Doch da dem FBI eindeutige Beweise fehlen, müssen sie ihn zum Leidwesen Libbys wieder laufen lassen. Nun heißt es, Melville zu beschatten, bis er erneut zuschlägt.

    Meine Meinung:
    Das Cover stellt recht gut die beiden Fälle dar, mit denen es Libby in diesem Band zu tun bekommt. Nämlich zum einen dem Mord an einem Kind und die Tat des Brandstifters der Frauen lebendig verbrennt. Der Schreibstil ist wie gewöhnlich bei der Autorin flüssig, lebendig, unterhaltsam, spannend und recht authentisch in mehrere Kapitel bzw. Zeiträume eingeteilt. Als Leser bekommen ich wieder mal Einblick in die Ermittlungsarbeit, aber auch in die Gedanken und Taten des Serientäters, sodass ich immer beide Seiten bestens durchleuchten kann. Besonders jedoch schockieren mich Frank Melvilles Taten, ich nach wie vor nicht wie einem das Quälen von Menschen bis zum Tod Freude bereitet. Für mich bleibt es noch immer unbegreiflich, das es einem Sadisten eher Freude bereitet Frauen zuzusehen wie sie qualvoll verbrennen, statt sich an ihnen körperlich zu vergehen. Jedoch macht mich als Mutter ebenso der Fall des toten Jungen sehr betroffen. Für mich ist es unvorstellbar, dass jemand vielleicht aus Neid oder Eifersucht einen kleinen Jungen erschlägt. Zudem hat die Autorin auch diesmal wieder einigen Information über reale Serientäter mit in ihre Geschichte eingebaut. Dadurch wirkt das ganze natürlich noch authentischer und lässt mich als Leser erst richtig erahnen wie bösartig der Menschen sein kann. Da die Autorin inzwischen durch viele Thriller recht viel Erfahrung mit Psychologie und Serientätern hat, habe ich den Eindruck das ihre Bücher immer besser werden. Auch diesmal sind die einzelnen Charaktere sehr gut durchdacht und ausgearbeitet worden. Dass ich dazu noch einen Einblick in Libbys Privatleben bekomme gefällt mir gut, besonders da Libby und Owen sich recht gut ergänzen. Außerdem erfahre und erlebe ich so noch ein wenig von Libbys Familie, den Whitmans. Sadie und Matt Whitman kenne und schätze ich schon durch ihre Reihe "Die Seele des Bösen" wo die beiden selbst Special Agent beim FBI waren. Auch mit ihnen habe ich öfters, als mir lieb war gefiebert, gelitten und gebangt bei ihren Fällen. Umso mehr freut es mich, dass nun Libby in ihre Fußstapfen tritt. Natürlich können die Bücher einzeln gelesen werden, doch wer Libby Whitman wirklich von Grund auf kennenlernen und begleiten möchte, der sollte mit der Reihe ihrer Eltern beginnen. Für mich war es wieder ein einzigartiges Lesevergnügen, dem ich gerne 5 von 5 Sterne gebe.

 

#CrashTag: Autonom. Fahren. Tödlich.

Buchseite und Rezensionen zu '#CrashTag: Autonom. Fahren. Tödlich.' von Brückner, Martin
3
3 von 5 (1 Bewertungen)

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:410
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "#CrashTag: Autonom. Fahren. Tödlich."

  1. War leider nicht mein Geschmack

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 09. Jun 2020 

    Der Reporter Fritz Graber schaut leidenschaftlich die Berichte über Unfälle auf der Seite crashtag.com an. Dort stößt er auf einen Unfall mit einem autonom fahrenden Auto. Das wäre seine Chance, wieder beruflich erfolgreich zu sein. Doch die Ermittlungen schlagen eine ungeahnte Wendung ein.

    Auf diesen Thriller war ich sehr gespannt, denn das Cover hat mich sofort angesprochen. Auch der Klappentext klang vielversprechend und spannend.
    Der Einstieg ins Buch ist mir nicht ganz so gut gelungen. Ich empfand den Schreibstil recht anstrengend zu lesen und ich musste mich deutlich mehr als üblich konzentrieren. Kurze Sätze, die manchmal abgehackt wirkten, erschwerten bzw. verhinderten den Lesefluss. Die Sprache war teilweise salopp und auch die Gespräche mit Steve McQueen waren nicht so ganz mein Fall.
    Die Charaktere wurden gut und bildhaft beschrieben. Allerdings wurde ich mit Fritz Graber einfach nicht warm. Ich empfand ihn zu problemlastig, wodurch ich keine richtige Sympathie für ihn entwickeln konnte. 
    Die Story an sich gefiel mir gut. Ich liebe Autos und Autofahren und mir graut ein bisschen vor der Vorstellung des autonomen Fahrens. Die Möglichkeiten der Manipulationen gehören in der digitalen Welt dazu, insofern war das hier sehr real geschildert.
    Was mir total gefehlt hat, war die enorme Spannung, wie sie zu einem Thriller dazu gehört. Es war streckenweise spannend, aber für meinen Geschmack nicht genug. Hinderlich waren dabei die vielen Details und Fachwissen zu dem Thema, die mir einfach zu viel waren und zu Lasten der Spannung gingen.

    Ein interessanter Ausblick auf die Zukunft. Meinen Geschmack traf das Buch leider nicht ganz und ich vergebe daher 3 von 5 Sternen.

 

Einer gibt den Löffel ab: Eine Ruhrpott-Krimödie mit Loretta Luchs

Rezensionen zu "Einer gibt den Löffel ab: Eine Ruhrpott-Krimödie mit Loretta Luchs"

  1. Drei Gänge mit Leiche...

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 18. Mai 2020 

    Loretta freut sich: Sie wurde als Kandidatin für ihre Lieblings-Kochsendung „Gib mir den Löffel“ ausgewählt! Noch bevor sie sich darüber klar werden kann, worauf sie sich so spontan eingelassen hat, steht das Fernsehteam in ihrer Wohnung. Aber dann beginnt eine Woche voller böser Überraschungen: Nicht nur die Kandidaten erweisen sich als explosive Mischung und können nur mühsam davon abgehalten werden, sich vor laufender Kamera an die Gurgel zu gehen. Auch die Stimmung im Fernsehteam ist nicht viel besser. Und als eines Abends das Menü nicht mit dem Dessert, sondern einem Leichenfund endet, deutet einiges darauf hin, dass eigentlich Loretta tot im Schnee liegen sollte...

    Die Kochsendung 'Das perfekte Dinner' kennen sicherlich viele aus dem TV. Allabendlich kochen und essen sich fünf Kandidaten bis zum Wochenende durch jeweils drei Gänge, und am Freitag wird jeweils der Gewinner der Woche gekürt. Da gibt es sehr harmonische Kandidaten-Runden, aber eben auch explosivere Mischungen, wo es durchaus mal krachen kann.

    In ihrem zweiten Fall um Loretta Luchs nimmt die Autorin Lotte Minck dieses Fernsehformat gründlich unter die Lupe - und gleichzeitig auch reichlich auf die Schippe. Die Sendung 'Gib mir den Löffel' unterscheidet sich von benannter TV-Sendung nur durch den Namen - Ablauf und Regeln dagegen sind identisch. Loretta Luchs hat dabei in ihrer Runde das Glück, auf einige wirklich nette Mitkandidaten zu stoßen, trifft allerdings auch auf einen fassaden-fokussierten Barbie-Verschnitt sowie auf einen echten Stinkstiefel.

    Die wie erwartet anstrengende Woche verlangt Loretta einiges ab. Sie muss gleich zu Beginn der Woche kochen, was dementsprechend aufregend ist, und was das Wiederholen bestimmter Szenen für einen eigentlich geübten Kochvorgang bedeutet, kann sie nach 'ihrem' Abend auch beurteilen. Doch gesellen sich im Laufe der Woche noch einige Aufregungen hinzu: das intrigante Verhalten einzelner Mitkandidaten, ein schmutziges kleines Geheimnis, das Loretta sehr empört, Zankereien in der Crew und schließlich eine Leiche statt des Desserts.

    Fraglich ist, ob es sich bei dem Todesfall um einen Unfall handelte oder aber um eine Fremdeinwirkung - und, noch viel beunruhigender, ob im letzteren Fall die Tote wirklich das Opfer sein sollte oder aber womöglich Loretta, die der Verstorbenen recht ähnlich sieht.

    Wie in Band 1 ('Radieschen von unten') auch schon, erwartet den Leser hier eine humorig-spannende Erzählung, reichlich überspitzt gezeichnet, aber trotzdem richtig unterhaltsam, gewürzt mit Ruhrpottschnauze und Herz . Loretta Luchs hat das Herz auf dem rechten Fleck und laviert sich schnoddrig, schlagfertig und schwarzhumorig durch den Fall sowie durch den ein oder anderen Fallstrick.

    Für mich erneut ein gelungenes Zusammenspiel von Spannung und Humor, gepaart mit einem süffig-flüssigen Schreibstil - und ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung in Band drei!

    © Parden

 

Die Schlange: Kriminalroman

Rezensionen zu "Die Schlange: Kriminalroman"

  1. Wohnen kann tödlich sein

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 17. Mai 2020 

    Die investigative Journalistin Susanne Mikula ist am Boden. Ihre Posttraumatische Belastungsstörung hat sie noch längst nicht überwunden und momentan flattert ihr nichts anderes ins Haus als Rechnungen, die sie nicht bezahlen kann. Ihre beste Freundin Iris überredet sie, sich auf eine Stelle in Hamburg zu bewerben. Da kann sie auch gleich ihre liebe Tante Martha besuchen. Wie kaum anders zu erwarten, läuft das Vorstellungsgespräch fürchterlich schief. Aber es verschafft Susanne eine Chance auf eine Stelle bei dem Wohnungskonzern StageBau. Von innen heraus soll Susanne die Machenschaften der Firma aufdecken.

    Ob das klappen kann, wenn eine Firma die eigenen Leichen aus dem Keller hervorholen soll? Man mag es kaum glauben. Oder glauben die Herrschaften der Geschäftsleitung, bei ihnen gibt es nichts zu entdecken? Die Branche der Wohnungsgesellschaften ist keine, in der ein freundliches und friedliches Miteinander herrscht. Gerade in Hamburg ist die Lage angespannt. Alte Häuser sollen saniert oder abgerissen werden. Und alte Mieter sollen weichen, um einer Luxussanierung Platz zu machen. Auch eine Aufteilung in Eigentumswohnungen ist ein nettes Geschäft oder Abriss und Neubau verspricht ebenso Profit wie einfach brach liegen lassen. Da unternimmt der Unternehmer schon einiges, um lästige Mieter loszuwerden. Möglicherweise sticht Susanne Mikula in ein Wespennest.

    Die eindringlichen Schilderungen des Verhaltens der Miethaie können schon an die Nieren gehen. Unglaublich, was sich vermeintlich renommierte Firmen alles einfallen lassen, um ihre unbescholtenen Mieter zum Auszug zu bewegen. Es ginge ja noch an, wenn der Wohnungsmarkt so wäre, dass sich problemlos eine Ersatzwohnung finden ließe. Aber so ist es nunmal nicht. Bezahlbare Wohnungen sind rar gesät, da hilft wohl auch keine Mietpreisbremse. Manchmal wechseln die Verdächtigen bei Susanne etwas zu schnell und ihre Selbstgespräche sind ein wenig gewöhnungsbedürftig. Doch insgesamt ist sie eine starke Frau, die zwar manchmal versucht ist, aufzugehen, die aber nicht aufgibt. Ein sehr spannendes Thema wurde hier sehr ansprechend und fesselnd aufbereitet. Das Buch packt nicht nur, es ist auch informativ und manchmal augenöffnend.

 

Profiling Murder - Fall 7: Stumme Opfer (Laurie Walsh Thriller Serie)

Rezensionen zu "Profiling Murder - Fall 7: Stumme Opfer (Laurie Walsh Thriller Serie)"

  1. Wenn der Handel mit Organen über Leichen geht

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 29. Mai 2020 

    "Organspende geht uns alle an. Jeder von uns kann plötzlich durch eine schwere Krankheit oder einen Unfall auf ein neues Organ angewiesen sein." (Angela Merkel)
    In der Wüste von Phönix wird innerhalb kürzester Zeit mehrere Leichen gefunden. Alle weisen ähnliche Merkmale auf, sie sind Latinos und alle wurde ausgeweidet. Handelt es sich dabei um einen Ritualmord und warum werden nur Latinos vom Täter getötet? Schnell stellen Laurie und Jake fest, dass die meisten der Toten nicht in den USA gemeldet waren. Zusammen mit einem mexikanischen Kollegen finden sie weitere Vermisste und können die Opfer nacheinander zuordnen. Als sie nicht mehr weiterkommen, schleusen sie ihre Kollegin Teresa bei Southwestern Plasma ein, bei der sich zuvor viele der Opfer als Spender registriert haben. Doch dabei gerät Teresa selbst ins Visier des Täters.

    Meine Meinung:
    Band 7 der Dranbleiber-Reihe "Profiling Murder" überrascht jetzt mit einer ganz anderen Cover Aufmachung. Diesmal geht es in dem Band um illegalen Organhandel, der auch vor Mord nicht zurückschreckt. Der Schreibstil ist informativ, unterhaltsam und spannend. Wie überall weltweit fehlt es auch in den USA an Organen für betroffene Patienten. Dadurch kommt es häufig zu illegalem Organhandel, dort werden zu horrenden Preisen Organe verkauft. Doch wie kommen solche Händler an ihre Organe? Allzu oft hört man ja von Fällen, wo arme Menschen ihr Organ verkaufen, wie zum Beispiel eine Niere. Doch leider haben wir ja von den meisten Organen nur eines. Und so scheint es in Laurie und Jakes neustem Fall jemand auf illegale, lateinamerikanische Einwohner abgesehen zu haben, die niemand so schnell vermisst. Diese werden entführt, ihre Organe entnommen und dadurch natürlich getötet. Doch wer koordiniert so etwas, den man kann doch nicht einfach ein Organ jedem Beliebigen transplantieren? Schnell haben die beiden Ermittler einen Verdacht, den die Spur führt zu der Blutzentrale Southwestern Plasma. Dania Dicken hat hier diesmal ein Thema aufgegriffen, das immer wieder aktuell ist, den Organe werden ja heutzutage weltweit extrem gesucht. Ich wäre mir da nicht so sicher, ob es nicht Länder gibt, die heute genauso alles daransetzen, um an ein Organ zu kommen. Trotzdem ist es erschreckend zu erleben, dass man auf die Idee kommt für so etwas Menschen zu kidnappen und zu ermorden. Auch in Sachen Privatleben lässt uns die Autorin wieder blicken, sodass es erneut eine gute Mischung aus Ermittlungen und Privatem gibt. Zwar fand ich den Spannungsbogen diesmal nicht ganz so hoch wie bei den vorherigen Folgen, doch das Thema ist wieder sehr interessant. Ich habe mich wieder sehr gut unterhalten, was sicher auch an der Kürze der Bücher liegt. Wer also etwas für das kurze Lesevergnügen sucht, der ist hier genau richtig. Und für alle, die mehr über Laurie und Jake erfahren möchten empfehle ich unbedingt, die sechs Folgen davor zu lesen. Da es mir wie gesagt nur ein wenig an Spannung fehlte, gebe ich dieser Folge nur 4 1/2 von 5 Sterne.

 

Der Totenrächer: Thriller

Rezensionen zu "Der Totenrächer: Thriller"

  1. Die Rache ist mein, ich werde vergelten!

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 16. Mai 2020 

    "Wenn jemand dich schlägt und du schlägst zurück, wer von euch ist dann der Bessere?" (Mohinder Singh Jus)
    Der Tod von Charlotte Schwarzer und Sohn Mats, sowie der Selbstmord des Ehemanns 18 Monate später, geben Hauptkommissar Adrian Speer und seinem Partner Robert Bogner Rätsel auf. Das ausgerechnet Hauser der ehemalige Polizeipsychologe, der Adrians Familie töten wollte und in Haft sitzt, ihnen einen Tipp geben möchte, ist ihm nicht ganz geheuer. Hauser behauptet, dass der Selbstmord von Arno Schwarzer kein Selbstmord, sondern ein Verbrechen war. Nach und nach stoßen die Ermittler auf weitere ähnliche Verbrechen und dem Zusammenhang zwischen diesen. Immer stärker wird der Verdacht, dass sich jemand an den Familien rächen wollte. Es scheint so als, wenn der Serientäter seine Opfer zuerst quält, um sie danach zu töten und als Suizid zu tarnen. Dass Hauser sie erpresst und nur noch mit Adrians Ex-Frau und Forensikerin Franziska reden möchte, gefällt Speer gar nicht. Was führt Hauser im Schilde, kann er ihnen aus der Haft wirklich gefährlich werden? Hat er etwa Kontakt zum Täter oder will er sich nur wieder wichtig machen?

    Meine Meinung:
    Das Cover mit dem blutigen Sarg ist schon recht makaber und weist ein wenig auf den Inhalt dieses Buches. Der Schreibstil locker, flüssig, unterhaltsam und spannend bis zum Ende. Zwar ist die Thematik mit Rache und Vergeltung nichts Neues für mich, jedoch auch hier wurde sie wieder sehr spannend umgesetzt. Die Mordkommission bekommt es mit Suiziden und Unfällen zu tun, bei denen jeweils zuvor die Familienangehörige bzw. Partner getötet wurden. Hauser ein alter Bekannter, der Adrian Speer schon seit längerem das Leben schwer macht, weil er seine Tochter entführt und seine Frau töten wollte, möchte ihnen helfen. Natürlich hat der Mann Erfahrung, schließlich war er mal früher Psychologe bei der Polizei. Doch Hauser ist ein ausgekochtes Schlitzohr, bei dem man immer gefasst sein muss, ob er einen nicht manipuliert. Ein wenig erinnert er mich an Hannibal Lecter und ich spüre förmlich, wie er selbst mir Unbehagen macht. Gerade wegen diesen Ereignissen wäre es sicher von Vorteil, wenn man zuerst die anderen Bände der beiden Ermittler lesen würde. Außerordentlich spannend geht es auch dieses Mal wieder zu, sodass ich ab der Mitte des Buches es nicht mehr weglegen konnte. Zwar waren mitunter ein paar übertriebene Szenen, denn ich kann mir kaum vorstellen, dass ein deutscher Kommissar so agieren darf, ohne rechtlich drohende Folgen. Trotzdem war es wieder spannungsgeladen, vor allem am Ende kann es mit einem brillanten Showdown punkten. Dabei habe ich insbesondere mit zwei Protagonisten mitgefiebert. Der sympathische, engagierte Adrian Speer, besonders von den Ereignissen und der Trennung seiner Frau gezeichnet, gefällt mir hier wieder sehr gut. Freund und Kollege Robert Bogner und die schlaue IT Expertin Tina Jeschke sind dieses Mal eher ein wenig in den Hintergrund getreten. Dafür hat Franziska Speer wieder eine nicht gerade einfache Position als Mittelsperson zwischen Hauser und der Kripo. Schade nur das die beiden seit der Entführung Lucys noch immer getrennt sind. Ich würde es Adrian so sehr gönnen, dass sie wieder zusammenkommen. Gelungene Fortsetzung, die wieder einmal mit sehr viel Action und Spannung aufwartet. Ich würde mich sehr über weitere Folgen der Ermittler freuen und gebe 4 1/2 von 5 Sterne.

 

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