Klare Sache (Ariadne)

Buchseite und Rezensionen zu 'Klare Sache (Ariadne)' von Denise Mina
NAN
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Anna McDonald liebt ihre Töchter, erduldet ihren lokalpatriotischen Ehemann und hält sich ansonsten unterm Radar. Doch eines Morgens stellen zwei Dinge ihren Alltag auf den Kopf. Erstens stößt sie in einem neuen True-Crime-Podcast auf eine vertraute ¬Gestalt aus ihrer Vergangenheit, was böse Erinnerungen wachruft und die Story mit ihr verknüpft. Dabei ist der Podcast schon gruselig genug: Es geht um ein versunkenes Schiff und eine getötete Familie, von einem Fluch ist die Rede …
Zweitens brennt ihr Mann mit ihrer besten Freundin Estelle durch – und nimmt ihre beiden Töchter mit. Benommen hockt Anna in den Scherben ihres Lebens, bis Fin Cohen, ein anorektischer Popstar und der Mann von Estelle, sie aus ihrer Lethargie reißt. Woraufhin Anna und Fin zusammen auf Phantomjagd gehen. Denn Anna muss unbedingt erfahren, wie eine junge Londoner Podcasterin auf ihre alte Erzfeindin Gretchen Teigler gestoßen ist. Und was die aktuell im Schilde führt.

»Eine radikal moderne Erzählung über sexuelles und ¬finanzielles ¬Raubtierverhalten und Soziale Medien: Schlüssig und mitreißend entfalten sich parallel zur Handlung Geheimnisse der ¬Vergangenheit, bis sie gefährlich mit der Gegenwart ¬kollidieren.« The Guardian

»Ein Thriller, der oft fast Hitchcock-artig mit Paranoia spielt, mit Zweifel, Identitäten, Sexualität und Nerven¬kitzel, und der mit finsteren Zugfahrten und beißendem Witz gleich durch mehrere Länder vagabundiert. Dies ist ein Roman über Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit. Es geht um die öffentlichen Sphären des ständigen Gebrülls und die seltsame Privatsphäre der Ohrhörer. Es geht ums Auffallen und Verstecktsein. Es geht um die Macht des Zuhörens und die Macht des Sich-Äußerns. Es geht um das Selfie und das angeknackste Selbst. Klare Sache ist eins dieser raren perfekten Bücher …« The Scotsman

»Mit das Genialste an diesem Krimi ist, dass er den alten Satz bekräftigt, den ein Weiser einst sagte – ›Die Wahrheit wird euch befreien‹ –, und das mittels Erzählen umsetzt.« The Scotsman

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:352
EAN:

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- KrimiElse vor 2 Wochen
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Wonder Valley (eBook)

Buchseite und Rezensionen zu 'Wonder Valley (eBook)' von Ivy Pochoda
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Als ein Teenager aus der mysteriösen Heiler-Kommune seines Vaters in der Mojave-Wüste flüchtet, setzt er damit eine spektakuläre Reihe von Ereignissen in Gang, an deren Ende sich die Wege von mehreren Personen kreuzen, die allesamt ihrer Vergangenheit entfliehen wollen. Da ist der Mörder Ren, der in L. A. seine Mutter sucht, Britt, die ein dunkles Geheimnis mit sich trägt, Tony, ein unglücklicher Anwalt kurz vor dem Nervenzusammenbruch, und da sind die Gewalttäter Sam und Blake, die sich im Wonder Valley verstecken. Unter der gnadenlosen Sonne Kaliforniens knallen die Schicksale der verlorenen Seelen auf eine schockierende Weise aufeinander, wie es nur in dieser so betörenden wie gefährlichen Metropole möglich ist - ein mit visionärer literarischer Kraft geschriebenes Porträt von Los Angeles, eine Bestandsaufnahme der Hoffnungen unserer Gegenwart, aber auch ein Thriller voller Twists mit einem grandiosen Finale.

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:400
EAN:

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- KrimiElse vor 2 Wochen
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Bitter Wash Road: Kriminalroman (metro)

Buchseite und Rezensionen zu 'Bitter Wash Road: Kriminalroman (metro)' von Garry Disher
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In der Nähe von Tiverton, einer Kleinstadt in Australiens Nirgendwo, wird ein Mädchen tot am Straßenrand gefunden. Constable Paul Hirschhausen, genannt Hirsch, übernimmt den Fall. Er glaubt nicht an einen Unfall mit Fahrerflucht. Einsam und isoliert durchquert der Constable die unwirtliche Landschaft, vorbei an mageren Schafen, schäbigen Höfen, stellt unbeirrt seine Fragen und lernt eine Kleinstadt kennen, unter deren Oberfläche Enttäuschung und Wut, Rassismus und Sexismus brodeln. Hirsch rüttelt an der trügerischen Stille und wirbelt nicht nur den Staub der ausgedörrten Straßen auf.

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:352
Verlag: Unionsverlag
EAN:

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- KrimiElse vor 2 Wochen
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Eifel-Blues: Die Eifel-Krimis in einem Band

Buchseite und Rezensionen zu 'Eifel-Blues: Die Eifel-Krimis in einem Band' von Jacques Berndorf
NAN
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Drei Eifel-Krimis in einem Band

Vor 30 Jahren erschien Jacques Berndorfs erster Eifel-Krimi um Journalist Siggi Baumeister. Die Reihe entwickelte sich schnell zum Bestseller-Garanten und hat bis heute viele treue Fans. Zum Jubiläum präsentieren wir in diesem Jahr einen limitierten Sammelband, der Leserherzen höherschlagen lässt. Siggi Baumeisters erste drei Fälle "Eifel-Blues", "Eifel-Gold" und "Eifel-Filz" sind in dieser Schmuckausgabe vereint.

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:700
Verlag: Grafit Verlag
EAN:
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Brave Mädchen schreien nicht (Libby Whitman 1)

Buchseite und Rezensionen zu 'Brave Mädchen schreien nicht (Libby Whitman 1)' von Dania Dicken
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Um ihrem Traum von einer Laufbahn als FBI-Profilerin näherzukommen, fährt Libby Whitman Streife in der kalifornischen Metropole San José. Ein Fall von häuslicher Gewalt lässt der jungen Polizistin keine Ruhe: Nachdem sie und ihr Partner zum wiederholten Mal von Nachbarn zu Luke und Cassidy Maxwell gerufen werden, bietet Libby der eingeschüchterten Frau ihre Hilfe an. Mit viel Fingerspitzengefühl versucht Libby, sie zu einer Anzeige gegen ihren Ehemann zu bewegen, doch am nächsten Tag ist Cassidy spurlos verschwunden.

Mit ihrer hartnäckigen Suche nach der Frau macht Libby sich bei ihren Kollegen und Vorgesetzten unbeliebt, einzig Detective Owen Young bestärkt sie darin. Als Cassidys Leiche Tage später brutal vergewaltigt und schwer misshandelt aufgefunden wird, landet der Fall auf Owens Schreibtisch. Libby sagt sofort zu, als er sie darum bittet, ihn auf der Suche nach dem Täter zu unterstützen – doch beide ahnen nicht, welche grausigen Details ihre Ermittlungen ans Licht bringen …

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:284
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Brave Mädchen schreien nicht (Libby Whitman 1)"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 15. Dez 2019 

    Manipulation und Prügel vom eigenen Ehemann

    "Schenk nicht jedem dein Vertrauen der dir sagt, er ist dein Freund! Denn ins Herz kannst du nicht schauen, ob er es ehrlich mit dir meint!" (mein-wahres-ich)
    Libby Whitman hat nach ihrem Studium nun bei der Polizei begonnen. In San José möchte sie arbeiten, bis sie für die Zulassung als Profilerin in Quantico angenommen wird. Zusammen mit ihrem Partner Miguel Alvarez werden sie erneut wegen häuslicher Gewalt zum Ehepaar Maxwell gerufen. Mehrmals waren Libby und Miguel schon dort gewesen, jedoch Cassidy ist viel zu eingeschüchtert, um ihren Mann Luke anzuzeigen. Bei einem Einzelgespräch ein paar Tage später versucht Libby, Cassidy gut zuzureden. Doch als sie am nächsten Tag verschwunden ist, macht sich Libby ernsthaft Sorgen. Selbst ihre hartnäckige Suche nach Cassidy bleibt ohne Erfolg, lediglich bei Kollegen und Vorgesetzten macht sie sich unbeliebt. Einige Tage später ruft Detective Owen Young bei ihr an und bittet sie eine Frau zu identifizieren. Tatsächlich ist die tote und stark misshandelte Frau am Klärbecken Cassidy. Als Owen diesen Fall bearbeiten soll, bittet er Libby um ihre Hilfe, doch da ahnt sie noch nichts welche schrecklichen Details zutage kommen werden.

    Meine Meinung:
    Mit diesem Buch beginnt die Autorin ihre vierte Ermittler-Reihe, gleichzeitig tritt Libby Whitman in die Fußstapfen der bekannten Profilerin Sadie Whitman aus "Die Seele des Bösen". Der Schreibstil ist flüssig, lebendig, unterhaltsam und wie immer bei der Autorin sehr informativ. Im Plot geht es diesmal um häusliche Gewalt in ihrer brutalsten Form. Leser der Sadie Whitman-Reihe kennen ja schon ein wenig die häusliche Gewalt, die Sadies Mutter bei ihrem Vater mitmachen musste. Doch hier geht es jetzt fast noch einen Schritt weiter mit dem, was Cassidy erleben musste und bei dem sie auch den Leser mit teilhaben lässt. Bei den Videos die sich Libby und Owen da in Darknet anschauen, bekomme selbst ich als Leser das kalte Grausen. Unverständlich wie ein Ehemann so was seiner Frau antun kann. Aber ich kann nach wie vor die Frauen nicht verstehen, die sich da ihre Männer schönreden, ihnen alles immer wieder verzeihen und das ganze Dilemma wieder von vorne geschieht. Sicher ist es, für Frauen die keine eigene Perspektive, keine Familie auf die sie zurückgreifen oder Freunde auf die sie zählen können, äußert schwer den Absprung zu bekommen. Deshalb bietet ihr ja Libby ihre Hilfe und Unterstützung an. Doch leider entscheidet sich Cassidy erst, als es längst zu spät ist. Die Suche nach dem Schuldigen wird dann für Libby und Owen äußerst spannend aber auch gefährlich. In diesem Debüt der neuen Reihe erfahren wir viel von Libbys Vergangenheit bei der FLDS eine mormonische Sekte, bei der sie aufgewachsen ist, ihrem zukünftigen Leben bei den Whitmans und den Vorgängen auf dem College. Auch in ihrer Beziehung zu ihrem Freund Kieran, den sie vom College kennt, scheint es eine Krise zu geben. Zudem gibt es viel Informelles zu Cassidys Fall, bei dem ich regelrecht schockiert bin. Mitgefiebert habe ich dann am Ende des Buches als es wie meist bei Dania Dickens Büchern einen grandiosen Showdown gab. Libby kenne ich ja schon, seit sie 14 Jahre alt ist, inzwischen ist aus dem eingeschüchterten Mädchen von damals eine erwachsene, toughe, sehr selbstbewusste junge Frau geworden. Sie weiß genau was sie will und möchte das um jeden Preis durchsetzen. Bei Kieran ihrem Freund habe ich eher das Gefühl, den Jungen von damals zu erleben Libby hat ihn deutlich geistig überholt. Owen Young dagegen ist ein sympathischer, fürsorglicher und loyaler Mensch, mit dem sich Libby sofort versteht. Die beiden scheinen auf gleicher Wellenlänge zu sein und harmonieren als Team gut zusammen. Außerdem kann sie mit ihm auch über alles reden. Für mich war dieser Einstieg in die neue Reihe ein weiterer Einblick in das Können der Autorin, die schriftstellerisch hier noch weiter zugelegt hat. Deshalb gebe ich 5 von 5 Sterne dafür und kann dieses Buch nur empfehlen.

 

Böse bist du: Psychothriller

Buchseite und Rezensionen zu 'Böse bist du: Psychothriller' von Jutta Maria Herrmann
2
2 von 5 (1 Bewertungen)

*** Gewinnerin des Kindle Storyteller Award 2019 ***


Er ist ein Mörder.
Du bist dir sicher. Doch niemand glaubt dir.
Er wird dich töten, wenn du ihm nicht zuvorkommst.


Fünfzehn Jahre zuvor. An einem Sommertag zeltet eine Clique Jugendlicher an einem einsamen Waldsee. Noch ein Mal wollen sie miteinander feiern, bevor sich ihre Wege nach dem Ende der Schulzeit trennen.
Am nächsten Morgen sind vier von ihnen tot.

Nur ein Mädchen überlebt schwer traumatisiert. Die Bilder der schrecklichen Nacht sind für alle Zeit in ihrem Kopf. Immer wieder glaubt sie, in Fremden den Mörder ihrer Freunde zu erkennen. Und als er ihr eines Tages tatsächlich gegenübersteht, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung. Sie ahnt nicht, dass sie damit Ereignisse auslöst, die den Horror der Mordnacht am See noch übertreffen.

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:266
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Böse bist du: Psychothriller"

  1. bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 24. Nov 2019 

    Konfus und wirr

    Sommer 2003 in der Brandenburg, vier Jugendliche finden bei einem Ausflug zum auf brutale Weise den Tod. Nur Michaela Berger überlebt. Die Täter wurden nie gefunden. Heute noch versucht Michaela ihr Trauma von damals zu bewältigen, lebte ein unaufgeregtes Leben, arbeitet in der Buchhandlung ihrer Mutter. Eines Tages trifft sie zufällig auf Toni, einer alten Schulkollegin. Bald ist Michaela davon überzeugt, dass David, Tonis Ehemann, einer der Mörder ihrer Freunde war.
    Es ist ein ganz klassisches Setting von dem Jutta Maria Herrmann in „Böse bist du“ erzählt: ein nicht aufgeklärtes Verbrechen, eine labile Überlebende, der niemand glaubt und die die Dinge selbst in die Hand nimmt.
    Die Geschichte verläuft in zwei Handlungssträngen, den Ereignissen von 2003 und dem heutigen Geschehen. Verwirrend fand ich dass die Ich- Erzählperspektive nicht konsequent verlief. Aber das war nur ein Punkt der konfusen und wirren Vorgänge. So schlecht kann das Buch doch nicht sein, dachte ich mir. Immerhin hat die Autorin den Kindle Storyteller Award dafür bekommen, dachte ich mir. Aber ich fand das Buch immer enttäuschender. Immer unlogischer und unglaubwürdiger wurde die Handlung. Wahnvorstellungen sind ja ein probates Mittel um eine nicht nachvollziehbare Handlung und Realitätsverlust zu argumentieren. Aber nicht jeder in diesem Buch ist von solchen befallen. Es waren ja auch die Personen rund um Michaela, die sich absolut unschlüssig verhielten.
    Zugute halten will ich dem Buch, dass es wirklich flüssig und temporeich erzählt wird. Da ich es auf der Kindle App am Smartphone gelesen habe, erzeugt es eine Art Snack Effekt. Zum Warten auf die S-Bahn genial!

 

Die Seele des Bösen - Todesliebe (Sadie Scott 20)

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Seele des Bösen - Todesliebe (Sadie Scott 20)' von Dania Dicken
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Voller Stolz begleitet Sadie ihren Mann Matt nach Los Angeles, als seine Fotos in einer renommierten Galerie gezeigt werden und freut sich über ein Wiedersehen mit ihren früheren Kollegen vom FBI und LAPD-Detective Nathan Morris. Sogar BAU-Profiler Nick Dormer ist in der Stadt, um gemeinsam mit Morris und dem hiesigen FBI in einem bizarren Fall von kannibalistischem Serienmord zu ermitteln. Als er Sadie als externe Beraterin hinzuziehen will, zögert sie keine Sekunde und will ihre Freunde bei den Ermittlungen unterstützen. Ein weiteres Opfer verschwindet, obwohl sie schnell ein präzises Täterprofil erarbeitet haben. Dass das Profil mitten ins Schwarze trifft, begreifen die Ermittler jedoch zu spät, denn zwei von ihnen sind plötzlich wie vom Erdboden verschluckt – ein Wettlauf auf Leben und Tod hat begonnen …

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:283
Verlag:
EAN:
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Rezensionen zu "Die Seele des Bösen - Todesliebe (Sadie Scott 20)"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 04. Nov 2019 

    Wenn einsame Liebe einen grausamen Tod stirbt

    "Jetzt gehörte sie ihm, war ihm ganz nah. Jetzt würde er eins mit ihr werden und die Einsamkeit vertreiben. Das alles ging nur, so lange sie noch warm war." (Buchauszug)
    Sadie begleitet Matt voller Stolz zu seiner ersten Fotoausstellung in Los Angeles. Für die Fotoreihe "Street Laws: Images of Crime and Justice" hat Matt maßgeblich viele seiner Fotos über Verbrechen, Tätern, Gefängnisse und ihre Insassen geliefert. Natürlich hat ihm dabei sein ehemaliger Job als FBI Agent und Polizeifotograf geholfen. Sadie ist allerdings überrascht als sie an dem Abend Nick Dormer von der BAU entdeckt. Dieser ist nicht nur wegen der Fotoausstellung von Matt hier, sondern er unterstützt Cassie bei einem Fall eines kannibalistischen Serientäters. Da sich die Ermittler momentan im Kreise drehen, bittet er Sadie als Beraterin ihnen zu helfen. Für Sadie ist es selbstverständlich, dass sie gerne dabei ist, den dieses Thema interessiert sie sehr. Weitere Opfer verschwinden, trotzdem sie mit dem Täterprofil vorankommen. Bei der Überprüfung eines Verdächtigen scheinen Nathan und Sadie den richtigen Riecher gehabt zu haben. Kein Wunder also das von den beiden danach jede Spur fehlt und es wieder einmal ein Wettlauf um Leben und Tod geht.

    Meine Meinung:
    Mit einem weinenden Auge habe ich mich auf die letzte Folge der Reihe "Die Seele des Bösen" gefreut. Nach 20 Folgen sollte jetzt das wohlverdiente Ende für Profilerin Sadie Whitman kommen. Schon zwei Folgen zuvor haben sich ja Matt und Sadie vom FBI verabschiedet und leben nun etwas ruhiger in Pleasanton in der Nähe von San Francisco. Jedoch geraten sie nach wie vor immer wieder in irgendwelche kritischen Situationen, die teils auch gefährlich für die ganze Familie war. Deshalb ist für Sadie klar das sie diesmal lediglich als Beraterin Nick und Cassie unterstützen würde und nicht vor Ort. Jedoch wissen wir ja, dass meist alles ganz anders kommt, wie man möchte, und so begleitet sie Nathan zusammen zu einem Verdächtigen. Dass sie dabei in eine Falle tappen und es für beide sehr gefährlich wird, konnte da keiner ahnen. Mit ihrer bekannten, interessanten Schreibweise hat mich die Autorin wieder nach wenigen Seiten gepackt. Einmal begonnen kann ich bei so einer seltenen Thematik, bei der es um Nekrophilie und Kannibalismus geht, kaum noch das Buch weglegen. Gute Recherchen, eindrucksvolle Protagonisten und jede Menge Spannung haben mich schnell überzeugt. Wie in gewohnter Manier lässt mich Dania Dicken teilhaben wie viel grausame Täter mit dieser Neigung es schon im realen Leben gegeben hat. Zahlreiche Fallbeispiele werden wieder einmal aufgeführt, bei dem mir regelrecht die Haare zu Berge stehen und ich Gänsehaut bekomme. Ich kann nicht nachvollziehen, wie jemand einen Menschen töten kann, um diesen danach zu verspeisen. Vielen ist sicher der Film bekannt von der argentinischen Rugby Mannschaft, deren Flugzeug in den Anden abstürzt und die aus einer Not heraus ihre toten Mannschaftskameraden gegessen haben, nur um nicht zu verhungern. Doch dies ist etwas ganz anderes, als aus Lust oder sexueller Erregung so etwas zu tun, das ist einfach nur krank. Selbst Deutschland bildet da mit dem "Kannibalen von Rothenburg" keine Ausnahme. Darum ist dieser letzte Fall für Sadie nicht nur eine Herausforderung, sondern es wird für sie auch wieder äußerst brenzlig. Dass ihre älteste Tochter Libby inzwischen Verhaltensforschung studiert, um Profilerin zu werden, kommt da sehr gelegen. In einem Highlight bekam ich dann schon die ersten Eindrücke von Dania Dickens neuste Reihe, bei der Libby Whitman in die Fußstapfen ihrer Mutter tritt, in dem sie vor Ort gute Verhandlungsarbeit leistet. Hier spürt man wie die Mutter so die Tochter, weil sie in einer Situation wie eine Löwin kämpft. Für mich war dies ein krönender, gelungener Abschluss und ich freue mich schon auf die neue Reihe die mit "Brave Mädchen schreien nicht", bald beginnen wird. Ich jedenfalls kann dieses Buch und die ganze Reihe nur empfehlen und gebe 5 von 5 Sterne.

 

Im Namen der Vergeltung: Thriller

Buchseite und Rezensionen zu 'Im Namen der Vergeltung: Thriller' von Marcus Hünnebeck
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Erbarmungslos zwingt der Mörder sein Opfer, sich die Schlinge um den Hals zu legen. Minuten später ist der Mann tot.

Die Soko um den Fallanalytiker Hannes Stahl steht vor einem Rätsel. Rächt sich der Täter für erlittenes Leid, oder treibt ihn etwas anderes an? Die Polizisten handeln unter Zeitdruck. Der Mörder hat nicht zum ersten Mal zugeschlagen, und weitere Opfer drohen.

Zur gleichen Zeit versucht Gregor Brandt, den Unfalltod seiner Ehefrau zu verarbeiten. Der beurlaubte Staatsanwalt geht fieberhaft jedem Hinweis auf den Unfallverursacher nach, der die Schwangere sterbend zurückließ.

Schon bald finden Stahl und seine Kollegen eine Gemeinsamkeit der Mordopfer. Sie alle haben bei Gericht als Schöffen gedient – unter anderem bei einem Prozess, in dem Brandt die Anklage vertrat. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Morden und der Fahrerflucht?

Während Brandt und Stahl Stück für Stück der Wahrheit näherkommen, hat der Mörder bereits das nächste Opfer ins Visier genommen.

"Im Namen der Vergeltung" ist der erste gemeinsame Thriller der Bestseller-Autoren Marcus Hünnebeck und Chris Karlden.

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:252
Verlag: Zeilenfluss
EAN:
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Rezensionen zu "Im Namen der Vergeltung: Thriller"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 23. Okt 2019 

    Wenn die Vergeltung grausam zuschlägt

    "In blinder Wut ruft der Mob schnell nach Vergeltung, wenn er Gerechtigkeit fordert." (Marcell Jähner)
    Die Kripo Berlin mit Fallanalytiker Hannes Stahl stehen ratlos vor ihrem nächsten Opfer, das erhängt von seiner Frau in der Wohnung gefunden wurde. Dass dies kein Selbstmord war, wissen sie spätestens, als es schon mal ein ähnliches Opfer gab. Stahl fragt sich nur, wie die beiden Opfer miteinander zusammenhängen und warum sie sterben mussten. Den die Zeit drängt, bevor der Täter womöglich erneut zuschlägt. Hilfe findet er beim ehemaligen Staatsanwalt Gregor Brandt, der nach dem Unfalltod seiner Frau beurlaubt ist. Seither betreibt er einen Podcast mit Fällen ungelösten Verbrechen. Zusammen mit Stahl stellt er fest das die beiden Opfer, als Schöffen bei Gericht tätig waren. Dazu waren sie außerdem noch bei einem Prozess, bei dem ebenfalls Brandt beteiligt war. Hat der Täter auch was mit dem Tod von Brandts Frau zu tun? Werden sie weiter Opfer verhindern können?

    Meine Meinung:
    Das Cover mit dem Strick und dem Hocker passt sehr gut zum Inhalt dieser Geschichte. Der Schreibstil ist flüssig, locker, unterhaltsam und in mehrere Kapitel unterteilt. Verschiedene Handlungsstränge lassen mich das Opfer und den Täter erleben, sowie die Ermittlungsarbeiten zum einer der Kripo aber auch von Stahl und Brandt als Team. Ich bin immer wieder erstaunt wie zwei unabhängige Autoren sich zu einem Buch vereinigen und so eine Harmonie darstellen. Der Tod von Brandts Ehefrau, den ich gleich am Anfang miterlebe, hat mich sichtlich bewegt. Ich hatte schon ein wenig die Befürchtung, dass es so aufwühlend weitergehen würde. Doch zum Glück haben mich zwar die anderen Opfer berührt, jedoch nicht so emotional wie das erste. Vergeltung oder auch Rache, ist ja kein neues Thema bei Krimi/Thriller, doch die beiden haben hier sich sehr guten Plot ausgedacht. Außergewöhnlich ist es zwar nicht, dass man mit einem Staatsanwalt zusammenarbeitet. Dass dieser jedoch beurlaubt ist, lässt das Ganze nochmals interessanter erscheinen. Allerdings hat es mich schon verwundert, dass Brandt teils sogar von seinen eigenen Kollegen, dabei wie ein Zivilist behandelt wurde, doch ich denke, dass dies durchaus regulär ist. Die Motivation des Täters, erscheinen mir zwar recht schnell klar zu sein, anderseits beim Täter persönlich blieb selbst ich bis zum Schluss ratlos. Dass es dann am Ende noch eine zusätzliche Überraschung gab, fand ich eine gelungene Intuition der beiden Autoren, mit der ich nicht mehr gerechnet hatte. Die Protagonisten waren mir bis auf wenige sehr sympathisch. Ganz besonders der Charismatische, traumatisierte Gregor Brandt, bei dem ich mit seiner ganzen Situation mitgelitten habe. Hannes Stahl dagegen ist eher der ausgeglichene, dynamische Mensch, der gerne mal das Ruder an sich reißt. Dadurch kommt es häufiger zu Streitigkeiten mit seiner Kollegin Natalie Schrader. Sie fand ich von Anfang an total unsympathisch, gerade ihre egoistische, besserwisserische Art nervte mich ungemein. Dadurch leidet auch sehr das Klima innerhalb des Ermittlerteams. Nur gut das dies wenigstens Gregor Brandt mit seiner charmanten Art wieder ausgleichen konnte. Selbst wenn für mich der Spannungsbogen noch Luft nach oben hatte, fand ich dies ein gelungenes Debüt der beiden Top Autoren. So hoffe ich das es weitere Fälle mit Stahl/Brandt als Ermittler geben wird. Von mir gibt es auf alle Fälle 4 1/2 von 5 Sterne.

 

Entführung: Kriminalroman

Buchseite und Rezensionen zu 'Entführung: Kriminalroman' von Petra Ivanov
5
5 von 5 (2 Bewertungen)

Millionärstochter Lara Blum wurde entführt. Der Täter sitzt in Haft, verweigert aber jede Aussage. Sein Motiv ist unklar. Psychopath oder Terrorist? Die Medien überschlagen sich mit Spekulationen. Bei der Polizei herrscht Ausnahmezustand.

Rechtsanwalt Pal Palushi wird zum Pflichtverteidiger ernannt. Da liefert ihm der Entführer einen versteckten Hinweis. Doch Palushi ist an das Anwaltsgeheimnis gebunden. Wird er seine Werte über Bord werfen und seine Karriere aufs Spiel setzen, um die junge Studentin zu retten?

Er gerät zwischen die Fronten. Nur seine Freundin, Ex-Polizistin Jasmin Meyer, hält zu ihm und ermittelt auf eigene Faust. Sie findet eine tödliche Spur.

Autor:
Format:Kindle Ausgabe
Seiten:384
Verlag: Unionsverlag
EAN:
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Rezensionen zu "Entführung: Kriminalroman"

  1. 5
    (5 von 5 *)
     - 01. Nov 2019 

    Zwischen den Fronten

    Bei „Entführung“ handelt es sich um den vierten Band aus Petra Ivanovs Meyer- und Palushi-Reihe. Dieser 384-seitige Justizkrimi ist im August 2019 im Unionsverlag erschienen.
    Die junge Studentin Lara Blum wurde entführt. Der muslimische Täter wurde gefasst. Doch er schweigt. Wo ist Lara? Welche Beweggründe stecken hinter der Tat? Der Anwalt Pal Palushi wird zum Verteidiger ernannt und gerät dabei in einen Gewissenskonflikt. Gemeinsam mit seiner Freundin, der Ex-Polizistin Jasmin Meyer, versucht er, den Hintergründen für die Tat auf die Spur zu kommen – Hintergründe, die die dunklen Seiten unserer Gesellschaft offenbaren und einmal mehr zeigen, dass die Welt komplizierter ist, als viele es sich wünschen.
    Obwohl dieses der erste Band dieser Reihe ist, den ich gelesen habe, fiel es mir von Anfang an leicht, dem Geschehen zu folgen: Die Charaktere sind plastisch und menschlich gezeichnet, alle wichtigen Details über die Vorgeschichte der Protagonist/innen sind in den aktuellen Fall integriert. Jasmin Meyer, selbst einst Entführungsopfer, kämpft nachvollziehbar mit inneren Dämonen, schafft es aber auch, mit ihrer Geschichte Zugang zu den Eltern des Entführungsopfers zu finden, die ihrerseits auf der einen Seite verständlicherweise betroffen sind, andererseits aber auch nur mangelhaft kooperieren. Pal Palushi, Moslem aus dem Kosovo, kämpft gleich an mehreren Fronten: Als Pflichtverteidiger eines überführten Täters hat er es ohnehin nicht leicht, wird ihm doch vorgeworfen, einen Verbrecher zu schützen und mit ihm gemeinsame Sache zu machen. Als Moslem sagt man ihm mangelnde Distanz nach, ja man wirft ihn sogar in einen Topf mit den Islamisten. Seine Verteidigung ist ein Balanceakt zwischen dem Wunsch, Lara zu finden, und der Aufgabe, seinen Klienten nicht unnötig zu belasten. All diese Schwierigkeiten werden noch angefacht durch die Hetze der Medien. Doch auch privat hat er seine Nöte: Sein Neffe, Rinor, distanziert sich mehr und mehr von der Familie und sucht Halt in islamistischen Kreisen.
    Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was sie komplex macht und die Leser/innen vor einige Fragen stellt. Immer wieder kommt es zu unverhofften Wendungen und neuen Erkenntnissen, sodass man beim Lesen das Buch kaum zur Seite legern mag – und das, obwohl die Handlung an sich eher ruhig verläuft. Das Ende führt dann lose Fäden zusammen, ist sehr überraschend und dennoch logisch nachvollziehbar - genau der Schluss, den ich von einem guten Kriminalroman erwarte.
    Mit dem Thema „Islam“ hat Petra Ivanov ein heißes Eisen angefasst. Ihre Darstellung verschiedener islamischer Strömungen und Praktiken sowie ihr Nachspüren der Frage, warum sich in einem demokratischen Land junge Männer (und auch Frauen) teils extremistischen Organisationen anschließen, zeugen von guter Recherche, berühren teils existenzielle Fragen („Warum lässt Allah so viel Elend zu?“) und bergen bestimmt auch streitbares Potenzial in sich. Jedenfalls kann ich mir gut vorstellen, dass die Autorin mit ihren Ansichten auch oft auf wenig Gegenliebe stößt. Zudem zeigt das Buch auch, wie oben schon erwähnt, das Dilemma eines Strafverteidigers auf und hinterfragt die Rolle der allgegenwärtigen Medien. Alles in allem also ein Kriminalroman, der über eine spannende Handlung hinaus noch viel zu bieten hat.
    Ivanovs Sprache und Stil sind flüssig und schnörkellos zu lesen. Die Autorin findet genau die richtige Mitte zwischen Liebe zum Detail und Offenheit, die es Leserinnen und Lesern ermöglicht, in die Geschichte einzutauchen und doch noch Raum für eigene Vorstellungen zu haben.
    Insgesamt legt Petra Ivanov mit „Entführung“ einen spannenden Krimi vor, der reichlich Stoff zum Nachdenken sowie Überdenken festgefahrener Denkstrukturen bietet und einen kritischen Blick auf unsere Gesellschaft wirft. Von mir gibt es mit viereinhalb von fünf Punkten eine klare Leseempfehlung.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 18. Sep 2019 

    Mediale Hetzjagd

    Die Spannung hat zwei Ebenen – und eine davon hat einen sehr bitteren Beigeschmack.

    Der eigentliche Kriminalfall ist komplex und vielschichtig aufgebaut, mit interessanten unerwarteten Wendungen und einer schlüssigen Auflösung. Als Viel-Leserin des Genres habe ich hier nichts zu meckern, ganz im Gegenteil: Petra Ivanov schreibt gekonnt und unterhaltsam, in einem klaren, flüssigen Stil – und man kann das Buch übrigens wunderbar lesen, ohne die ersten drei Fälle der Reihe zu kennen.

    Zum einen fiebert man natürlich mit, weil ein junges Mädchen verschwunden ist und ihr Tod mit jedem Tag, der vergeht, wahrscheinlicher wird. Der Entführer, ein Moslem, sitzt im Gefängnis und schweigt. Was bedeutet das? War es ein Sexualdelikt oder eine politisch motivierte Tat? Ist Lara schon tot? Oder verhungert und verdurstet sie irgendwo langsam, weil der Täter sie nicht mehr versorgen kann?

    Die Mutter verzweifelt, der Vater schwelt in ohnmächtigem Zorn, die Allgemeinheit verfolgt das in der Berichterstattung und wetzt die Messer. Der Leser rätselt und fiebert mit und schlägt schon mal die Hände über dem Kopf zusammen…

    Aber es ist die andere Ebene der Geschichte, die mich noch mehr packte als der reine Kriminalfall.

    Hier entwickelt das Buch eine Gesellschaftskritik, wie sie zeitgemäßer kaum sein könnte: Kritik an der vergifteten Dynamik von ‚wir gegen die da‘, die in einer Ära großer Flüchtlingsbewegungen und wachsender Terrorgefahr immer kompromissloser und ungerechter wird.

    Der Täter heißt Mustafa Saifullah (oder nennt sich zumindest so), der Name seines Pflichtverteidigers ist Pal Palushi. Mehr braucht es nicht, um den Zorn der Allgemeinheit zu entfachen, der dann noch munter angeheizt wird durch unverantwortliche Medienhetze. Oh, das sind beides Moslems? Die stecken doch unter einer Decke, das sieht man doch schon am Namen, das ist ein Komplott des IS, was ist dieser Anwalt für ein gewissenloses Schwein, den müsste man zwingen, auszupacken… Man kann ihn fast sehen, den Schaum vorm Mund des Wutbürgers, der Täter und Verteidiger am liebsten beide des Landes verweisen oder einsperren oder gleich hinrichten würde.

    Die Vorverurteilung ist gnadenlos und hilft absolut niemandem.

    Dass Pal sich gar nicht selber ausgesucht hat, Mustafa zu verteidigen, sondern dass ihm der Fall zugewiesen wurde, interessiert keinen – das würde den eigenen gerechten Zorn ja nur stören. Dass jeder das Recht auf Verteidigung hat, dass dies sogar einer der Grundsteine im Fundament eines demokratischen Landes ist, wird ausgeblendet oder sogar angezweifelt – aber doch nicht in so einem Fall! Das ist doch nicht mal einer von uns, der hat in unserer Demokratie gar nichts zu suchen…

    Dabei wird Pal schier zerrissen zwischen seinem Berufsethos und dem Wunsch, sowohl Mustafa als auch Lara zu helfen – was erfordern würde, dass er die anwaltliche Schweigepflicht bricht.

    Die Charaktere werden wunderbar beschrieben.

    Da ist zum einen natürlich Pal, der als intelligenter und sympathischer Anwalt mit sozialem Gewissen überzeugt, und der junge Täter, mit dem man tatsächlich mitfühlen kann, weil er sowohl Täter als auch Opfer einer gezielten Radikalisierung ist.

    Überhaupt ist Radikalisierung ein sehr zentrales Thema und man lernt mehrere junge Männer kennen, deren Wunsch nach Anerkennung und Zugehörigkeit von radikalen Gruppen hemmungslos ausgenutzt wird. Und je mehr die breite Öffentlichkeit sie vorverurteilt und ausgrenzt, desto anfälliger sind sie dafür.

    Pals Freundin Jasmin Meyer steht ihm an Komplexität und Bedeutung für die Geschichte in nichts nach. Sie ist entschlossen, mutig, einfallsreich, intelligent – und sie ist eine Ex-Polizistin, die selber einmal zum Opfer einer Entführung wurde und monatelang eingesperrt blieb, in den Fängen eines sadistischen Mörders.

    Der greift übrigens aus dem Gefängnis heraus in das aktuelle Geschehen ein… Mehr will ich dazu hier nicht verraten! Aber es bringt Pal in eine sehr schwierige Lage. Man spürt als Leser, beklommen, wie sehr er von allen, wirklich allen Seiten unter Druck gesetzt wird.

    FAZIT

    Die junge Lara wird entführt, der Entführer wird geschnappt und landet im Gefängnis… Fall erledigt? Keineswegs, denn Lara wurde noch nicht gefunden und der Täter schweigt sich aus. Ist sie tot? Wartet sie, irgendwo hilflos eingesperrt, auf Rettung?

    Der Fall ist spannend und gut geschrieben, aber was mich wirklich packte, war die zweite Ebene der Geschichte: Täter und Anwalt sind Moslems, Medien und Öffentlichkeit geifern in islamophobem Zorn. Der Leser verfolgt, wie Anwalt Pal Palushi sich quasi durch ein Minenfeld bewegt, während er und seine Freundin, eine Ex-Polizistin, eigene Ermittlungen anstellen.

    Ich möchte hier eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen!

 

Todeslügen: Kriminalroman (Detective Frankie Sheehan 2)

Buchseite und Rezensionen zu 'Todeslügen: Kriminalroman (Detective Frankie Sheehan 2)' von Olivia Kiernan
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Steckt in jedem Menschen ein Killer?

In einer Kirche werden zwei Leichen gefunden, ein Mann und eine Frau, brutal ermordet. Der Mann trägt das Priestergewand, doch er ist nicht der Priester. Detective Frankie Sheehan muss den Mörder finden. Angst geht um, denn vor kurzem ist der Doppelmörder Sean Hennessy aus dem Gefängnis entlassen worden. Er wurde vor fünfzehn Jahren für den Mord an seinen Eltern und den Mordversuch an seiner Schwester verurteilt. Nun ist er frei und will seine Unschuld beweisen. Doch plötzlich geschieht ein weiterer Mord. Der Tote war Journalist und hatte damals über den Hennessy-Fall berichtet. Ist Sean Hennessy wirklich unschuldig? Was ist damals tatsächlich passiert? Und wer ist der Mörder, der Dublin nun in Angst versetzt?

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:384
Verlag: HarperCollins
EAN:
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Rezensionen zu "Todeslügen: Kriminalroman (Detective Frankie Sheehan 2)"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 20. Sep 2019 

    Lügengespinst

    15 Jahre saß Sean Hennessy im Gefängnis. Er soll seine Eltern und eine Schwester wie im Blutrausch ermordet haben. Nur die jüngste Schwester hat überlebt. 15 Jahre lang hat Sean auch seine Unschuld beteuert, nun nach seiner Entlassung, will er es beweisen. Auch ein Filmprojekt gibt es bereits.
    Detektive Frankie Sheehan weiß, dass ihre Schwägerin, eine Anwältin auf der Seite Seans steht. Sie selbst hat grade andere Sorgen. In einer Kirche wurden zwei Menschen tot aufgefunden, der Mann in ein Priestergewand gehüllt, die Frau halbnackt und post mortem mit Messerstichen übersät. Sofort ist in der kleinen Stadt die Erinnerung an die Familie Hennessy wieder wach und auch Frankie ermittelt in die gleiche Richtung. Aber dann gibt es noch einen Toten und es wird klar, dass die Morde etwas mit der Vergangenheit und Sean zu tun haben müssen.
    Durch ihre Schwägerin und ihre Mutter, die damals Brid Hennessy kannte, wird sie viel tiefer und privater in den Fall gezogen, als sie möchte und genau das macht auch einen Teil des Reizes dieses Krimis aus. Ermittlungen aus der Vergangenheit und der Gegenwart kreuzen sich und Frankie muss Versäumnisse feststellen. Dumm nur, dass der damalige ermittelnde Polizist jetzt ihr Chef ist.
    Es gibt sehr viele private Aspekte in diesem Fall, manchmal gerät darüber die Polizeiarbeit in den Hintergrund. Es ist aber so gewollt, die Ermittlungen führen eben weit in Frankie Sheehans Familie und sie steht mehreren Fronten gegenüber. Ihre Vorgesetzten wollen keinerlei Zweifel an der damaligen Arbeit aufkommen lassen, fürchten teure Entschädigungsklagen und schlechte Presse und ihre Familie möchte die alten Geschehnisse am liebsten verdrängen. Es ist eben eine typische Kleinstadt und mit dem Mief und den Vorurteilen muss sich Sheehan arrangieren.
    Der Autorin ist es schnell gelungen, mich an der Schuld von Hennessy zweifeln zu lassen. Viel schneller als ihre Protagonistin Sheehan war ich von einem Justizirrtum, vielleicht sogar von einem gezielten Vertuschungsversuch überzeugt. Wenn da nicht die kleinen Spuren wären, die geschickt in die Handlung eingebaut werden und immer wieder die Ermittlungen in eine neue Richtung lenken.
    Der Krimi ist ganz auf die Ermittlerin zugeschnitten und das Aufeinandertreffen von Frankie und Sean ein richtiges Psychoduell. Fesselnd und temporeich, fast schon ein Thriller, dafür sorgen der wendungsreiche Plot und die genaue Charakterisierung der Figuren. Besonders gut ist die Atmosphäre der irischen Kleinstadt getroffen, samt dem Priester als moralische Instanz.
    Eine spannender zweiter Fall für Frankie Sheehan.

 

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